Arosa – ein Ticket zum Himmel?

Noch immer ist die schmale Strasse mit den berüchtigten 365 Kurven hoch zur Feriendestination Arosa eine Herausforderung für Autofahrer und die Mitfahrer. Wer es geschafft hat, kommt auf 1800 Meter über dem Meeresspiegel in einem kleinen Paradies an.

Nach langer Zeit nehme ich die 365 Kurven von Chur nach Arosa unter die Autoräder. Fast etwas erstaunt bin ich, dass ich früher diese Route jeden Freitag hoch, jeden Sonntag wieder runter gemacht habe. Lange Zeit habe ich jede freie Minute in Arosa verbracht, bin fast ein „Bergler“ geworden. Jetzt habe ich Ferien, wie werden diese sich anfühlen, an einem Ort, der mal fast meine „zweite Heimat“ war?

Aus meiner langjährigen Erfahrung, der Liebe zu diesem Ort sowie meiner diesjährigen Wintersportwoche habe ich Euch einen aktuellen, ehrlichen Reisebericht über Arosa zusammengestellt. Mit vielen aktuellen Tipps rund um den lässigen Aroser Lifestyle, über Schnee & Ski, Ruhe, Sonne und die besten Weitblicke.

Die vielen Stammgäste und Kenner haben gelernt den Blick punktuell auf die Schönheiten dieses Ortes, aber vor allem auf die Bergwelt und Natur zu richten.

Liebe auf den zweiten Blick …

Zum Anfang meines Reiseberichtes muss ich gestehen – wer in Arosa zum ersten Mal ankommt, wird enttäuscht sein. Er wird ein graues Ortsbild, in welchem die Aroser die 1960er und 1970er weiter leben lassen, vorfinden. Die Ankunft in Arosa wurde auch für mich nie zur Gewohnheit. Der Anblick des grossen Dorfes nach der schönen Fahrt durch das tief-verschneite Schanfigger Tal ist einfach zu ernüchternd. Das Dorf empfängt einem mit geschmacklosen, teilweise ungepflegten Betonbauten am Dorfeingang. Kurz nach dem Dorfeingang gibt es mit dem Neubau des Hotel Valsana einen ersten grossartigen Lichtblick. Allerdings wirkt dieser Bau, als hätte es eine Zeitmaschine irrtümlicherweise dort abgesetzt. Die Strasse führt weiter zum schönen Obersee. Dieser ist gesäumt von Zweckbauten, die wirken, als wären sie aus der Zeit gefallen. Hotelbrände haben inzwischen „Löcher“ in die Häuserzeilen gerissen, diese Parzellen bleiben unbebaut, leer. Das ganze erreicht den Tiefpunkt beim Hotel „Metropol“ – für mich leider ein Sinnbild für den Zustand der Hauptstrasse, hier Poststrasse genannt. Was als Flaniermeile gelten könnte, ist eine lieblose, zubetonierte Strasse zwischen grauen Häuserschluchten.

Ein liebloser Ort – auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick eröffnet sich ein Ort mit sehr viel Herz inmitten einer paradiesischen Landschaft.

Arosa macht süchtig!

Die Liebe zu Arosa muss sich auf den zweiten Blick entwickeln. Spätestens in dieser Phase kommt der „Point of No Return“, denn entweder Du haust jetzt sofort wieder ab oder Du wirst süchtig. Süchtig nach diesen schroffen Bergen, dem vielen Schnee, der Sonne, der tollen Gastfreundschaft der Aroser, den unendlichen Weiten der Skipisten, den Skihütten, den Winterwanderwegen, der Ruhe …

Die vielen Stammgäste und Kenner haben gelernt den Blick punktuell auf die Schönheiten dieses Ortes, aber vor allem auf die Bergwelt und Natur zu richten. Auf über 1800 müM paart sich Urbanität mit Bergromantik zu einer schönen Ferienillusion. Dazu kommt ein sehr angenehmes Klima – Arosa gilt als Destination mit den meisten Sonnenstunden in Europa. Und trotzdem betragen die Neuschneemengen im Winter zwischen 5 und 7 Meter – in Rekordjahren sind es auch schon mal über 9 Meter.

Die Faszination von Arosa liegt an seiner Lage in einer unglaublichen Bergwelt begründet. Und natürlich auch von seiner Geschichte, die vom Alpendorf zum berühmten Welt–Luftkurort bis hin zum heutigen Sommer – und Wintersport-Resort führt.

Arosa – a Ticket to Heaven

Nach dieser Einführung weisst Du nun, dass wir Geduld, Gottvertrauen, Spucktüten und Schneeketten brauchen, damit wir im Winter hier hoch kommen. Und dann empfängt uns ein trister Ort? Jetzt schulde ich Euch wirklich die Türe zu diesem kleinen Paradies zu öffnen. In den goldigen Zeiten des Tourismus der 1920er Jahre gab es den Werbeslogan „Arosa – a ticket to heaven“! Genau dieses Ticket oder besser viele Tickets* zu meinen Lieblingsplätzen in Arosa werde ich Euch jetzt symbolisch lösen. Achtung Suchtgefahr!

3 Tickets zu den tollsten Aussichtspunkten

Das Bergpanorama in Arosa ist einfach schön. Von überall her blickt man auf die Berge der Plessurer Alpen. Am frühen Morgen geht die Sonne hinter dem Schiesshorn auf und läutet wieder einer dieser unglaublich schönen Wintersporttage ein. Am Abend taucht ein Sonnenuntergang die ganze Winterlandschaft in ein zartes Rosa.

Es gibt so viele Standorte, wo man einfach einen herrlichen Blick auf die verschneite Winterlandschaft hat. Für mich immer ein Highlight ist der Weisshorn-Gipfel. Dort oben muss ich einfach hoch auf die kleine Plattform mit der Schweizer Fahne – was für ein Blick in die Alpen! Für mich ist das Weisshorn einfach einer der schönsten (unbekanntesten) Aussichtsberge der Schweiz.

Nicht gerade ein Geheimtipp ist die von der Sonne verwöhnte Terrasse der Tschuggenhütte.  Dort eröffnet sich ein schönes Panorama. Geh einfach mal bis an den Rand der Terrasse, dort erkennst Du wie toll der Ausblick ist. Hier schnappe ich mir gerne einen Liegestuhl und geniesse einfach Sonne und Bergblick.

Mein dritter Lieblingsplatz ist der Rot Tritt. Diesen Punkt erreichst Du über eine längere Wanderung auf einem präpariertem Winter-Weg. Am besten gleich die ganze Rundtour  Prätschli – Rot Tritt – Scheidegg machen. Diese Wanderung ist ein Erlebnis und der Ausblick vom Rot Tritt runter ins Schanfigg und rüber ins Calandamassiv einfach herrlich. (Tipp: Pause in der bewirteten Prätschalp, unbedingt ein Schluck vom Iva-Schnaps kosten)

3 Tickets zu den lässigsten und urchigsten Skihütten

Die Skihütten in Arosa sind legendär. Mit der Skigebietsverbindung Arosa – Lenzerheide sind noch viele dazugekommen – wie zum Beispiel die für ihren Life Style bekannte Motta-Hütte. Im grossen Skigebiet von Arosa Lenzerheide wirst Du sicher Deine Lieblingshütte finden. Einer meiner Lieblingshütte ist die bekannte und berüchtigte Carmennahütte – urchig schön. Hier trinke ich gerne etwas vorne auf der Terrasse beim „Munggaloch“. In die Sonne blinzeln, ein Bier (oder Munggapfupf) trinken, sehen und gesehen werden.

Zum Essen gehe ich sehr gerne in die Hörnlihütte von Hitsch Leu – ich mag einfach die Lasagne von Hitsch. Oder die  Sparribes aus dem BBQ Smoker. Die Terrasse ist ein Highlight im ganzen Gebiet, der Ausblick von hier grandios. Mit sehr viel Glück kann man in den späten Nachmittagsstunden sogar Steinböcke beobachten.

Fast eine Tages-Skitour muss ich einplanen, wen ich in meiner dritten Lieblingshütte einkehren will. Aber die urchige Alphütta Fops ist Pistentour rüber ins Scalottas-Gebiet (Lenzerheide) mehr als wert. Von der Sonne beglückt die Terrasse, mit einer tollen Aussicht auf die faszinierende Bergwelt, die knapp an die 3000er Grenze gehen. Dort gibt es Fopserbrettli (alles aus eigener Herstellung)  und eine Gerstensuppe nach Rezept der Nana, dazu ein gutes Glas Wein. Und der liebenswerte Typ auf der Hütte weiss immer was spannendes zu erzählen.

3 Tickets zu den schönsten Hotels

Arosa verfügt über eine qualitative sehr hohe Hotellerie die sich wirklich zeigen kann. Am liebsten verbringe ich meine Ferien im Tschuggen Grand Hotel. Luxuriös und sehr teuer – sonst eher nicht meine Welt – aber hier fühle ich mich sehr wohl und es wird alles gemacht für richtig schöne Winter-Ferien. Und schon komme ich ins Schwärmen, von den schönen Zimmern, den Balkonen mit dem schönsten Blick in ganz Arosa, die tolle Gastronomie, den unvergleichlichen Botta-Spa bis zur eigenen Privat-Bahn ins Skigebiet. Mehrmals wurde das Tschuggen als Bestes Winterhotel in den Alpen gewählt.

Einfach etwas anders schön, dafür günstiger sind die nächsten zwei Hotels. Gerne gehe ich auch ins Blatter’s Bellavista (4* Hotel ) – vielleicht das Hotel mit dem freundlichsten Personal. Wunderschöne Lage, eine sehr liebevoll geführtes Hotel mit viel Mountain Style, sehr schöne Zimmer.

„Ticket Nr. 3“ ist ein 3* Hotel, ein Ferienhotel mit einem guten Preis/Leistungs-Verhältnis, welches ich schon oft meinen Freunden empfohlen habe. Das 3 Sterne Superior Hotel Streiff– gemütlich und komfortabel ebenfalls mit einer einmaligen Aussicht. Mit viel Leidenschaft wird hier eine Wohlfühloase geführt – das Feedback meiner Freunde war immer schwärmerisch!

3 Tickets für genussvolles Skifahren & Boarden

Skifahren und Boarden ist im riesigen Skigebiet einfach ein Genuss. Das schneesichere Skigebiet Arosa Lenzerheide überzeugt mit 225 präparierten Pistenkilometern bis auf 2‘865 m ü. M. Über die herrlichen breiten Pisten, für genussvolle Kurven mit grossen Radien oder über die Steilhänge, um in die Kanten zu steigen, freue ich mich immer wieder aufs Neue.

Lieblingspisten habe ich viele, aber es gibt drei die ich ganz besonders mag. Da ist die Piste vom Carmenna–Berg zur Carmenna Hütte (Piste 8a, schwarz, die alte FIS-Strecke), die ich gerne als erste Abfahrt am frühen Morgen nehme. Weniger für den Sport, viel mehr für den Genuss und fast ein Geheimtipp ist die „leichte Maran“ – auf fast 4.5km gleitet man durch ein wunderschönes Winterwonderland. Zum Sport zurück komme ich auf der Silvano Beltrametti-Piste (Piste 24, Lenzerheide) – 5.5 km knallhart präparierte, steile Piste – Weltcup-Feeling garantiert!

Ein Geheimtipp habe ich noch. Sind die Schneeverhältnisse top, dann wird die „Diamond Slope“ gepistet (Maran Schwarz Nr. 12) – diese Piste ist sportlich wie landschaftlich purer Genuss!

3 Tickets direkt zum Aprés Ski

Arosa ist sicherlich nicht die Hochburg für die ganz grossen Aprés-Ski Party’s und ehrlich gesagt, dies ist nicht meine Welt. Ich gehe lieber nach einem Skitag nochmals auf eine Hütte, stärke mich mit einem Hüttenkafi für die letzte Abfahrt.

Wer es dagegen nach einem Skitag richtig krachen lassen will, der findet Ramba Zamba in der KuhBar mitten im Skigebiet. Ein legendärer Ort, wo sich die partyverrückten Gäste zum turbulenten AprèsSki treffen. Ausgelassene Partystimmung und Schunkelhits sind dort garantiert.

Die Locals und Kenner gehen zum Aprés Ski sehr gerne ins Brüggli und kommen dann dort erst in den frühen Morgenstunden wieder raus. Viele (auch einige der SkilehrerInnen) gehen nach dem Skifahren  gerne im Dorf ins Vetter, ein beliebter, eher gemütlicher Treffpunkt nach dem Skifahren.

3 Tickets für richtig gemütliche Beizen

Hunger nach etwas Währschaftem? Dann habe ich drei Tipps für Euch: An erster Stelle steht das Grischuna – hier gibt es feine Bündner Spezialitäten und Wildgerichte von der eigenen Jagd. Und deswegen komme ich gerne hierher: Ein Hirsch-Carpaccio als Vorspeise, ein Gems-Geschnetzeltes mit Spätzli und ein Vermicelles als Dessert! Am Schluss noch ein Iva-Schnaps für den Heimweg.

Für mich das beste Cordon Bleu in Arosa gibt es im Restaurant Erzhorn. Vor dem Cordon Bleu (was man sich selber zusammenstellen darf) mag ich zur Vorspeise ein geräuchertes Filet einer Bergseeforelle mit Salat.

Romantisch wird es Abends mit der Kutsche oder zu Fuss hoch auf den Berggasthof Alpenblick. Dort wird man mit Lichtzauber und Glühwein empfangen – ich mag diesen verzauberten Alpine Chic, den guten Service und eine einfache, aber moderne Küche. Jacky Chalbskotelett, Pumpispiess oder ein Poulet vom originellen Grill – am Schluss noch eine Riesen-Crèmeschnitte. What else?

3 Tickets to Alpine Fine Dining

Genuss gehört nach Arosa. Alpine Fine Dining zaubert im Kachelofenstübli (Waldhotel National) der Küchenmeister Gerd Reber (Gault Millau 2019: 16 Punkte), ein Leuchtturm in der Schweizer Gourmetwelt. Seine tollen Degustations-Menus – unvergesslich! Ein Ort für einen besonderen Abend. Gerd Reber hat zudem eine grosse Liebe zu Käse, seine Selektion auf dem grossen Käse-Wagen ist schon fast eine Reise wert.

Im La Vetta (Tschuggen Grandhotel) zelebriert der Küchenmeister Uwe Seegert (Gault Millau 2019: 16 Punkte) aus Düsseldorf  mit seinem Küchenchef Leopold Ott eine moderne und spannende Gourmetküche. Mich faszinieren die wundervollen, harmonischen Kreationen mit unverfälschten, toll komponierten Aromen. Das Menu für den Abend inszeniert man selbst – mit einer guten Beratung des herzlichen Servicepersonals.

Bistecca alla fiorentina in Arosa? Vorher richtige Gnocci oder eine Spaghetti alla Carbonara mit Pancetta? Genau dies findet man in der Stüva Cuolm (GaultMillau 2019: 15 Punkte). Ein Winter ohne mindestens einen Besuch im Stüva Cuolm war früher für mich unvorstellbar. Und auch heute noch wuselt in der alten, gemütlichen Holzbaracke der ehemaligen Eisbahn von Innerarosa immer noch eine italienische Servicebrigade um die Gäste herum. Die Küche ist ein Klassiker und seit Jahrzehnten einer der besten kulinarischen Orte im Dorf.

3 Tickets für Wanderungen im Winterwonderland

Tief verschneite Wälder, Sonnenschein und ein tief blauer Himmel, rundherum eine herrliche Bergwelt mit bis zu 2900 Meter hohen Berggipfeln – so präsentiert sich Arosa auf 1’800 m ü. M. im Winter dem Wanderer. Über 60 km präparierte Spazier- und Wanderwege führen durch eine unvergleichlich schöne Winter-Berglandschaft.

Sleigh bells ring, are you listenin‘
In the lane, snow is glistening
A beautiful sight, we’re happy tonight
Walking in a Winter Wonderland*

Es gibt wohl wenige Orte in der Welt die einfach so perfekt zum Lied „Walking in a Winter Wonderland“ passen.

Selbst für «Nicht-Wanderer», «Laufmuffel» oder «intensiv-Rund-um-die-Welt-Sprinter» – ein Spaziergang durch den verschneiten Eichhörnliweg muss sein. Sonst war man nicht in Arosa. Immerhin gilt der wunderschöne Märliwaldweg als einer der schönsten Wanderwege der Schweiz. Gerade im Winter führt dieser einfache Weg durch ein wahres Winterwonderland.

An der Sonne spazieren und das tolle Alpenpanorama der Plessurer Alpen geniessen. Starte im Prätschli (Bus-Endstation) und folge dem Winterwanderweg in Richtung LAW Mitte (Mittelstation Weisshornbahn) und dann zum Alpenblick und von dort zurück ins Dorf (Innerarosa). Für diese Tour brauchst Du etwa 1.75 h – der Weg führt am Anfang etwas bergauf und weiter durch den wunderschönen Arlenwald. Immer mit Blick auf die Berge geht es mitten durch das bunte Treiben des Skigebiets. Am Schluss wird es wieder ruhiger und romantischer, wenn man vom Alpenblick durch die Häuser einer Walsersiedlung wandert. Tipp: Pause im Berggasthof Alpenblick mit einer Bündner Gerstesuppä.

Vom Alpenblick startet auch der letzte Wandertipp – wobei man diese Wanderung durchaus einfach noch anhängen kann. Der Weg zum Schwellisee führt fast etwas durch die Einsamkeit der Bergwelt. Wenn Du am See (liegt unter einer Schneedecke) angekommen bist, dann gehe wirklich noch runter bis zur Holzbrücke und wenn möglich folge einem Pfad noch etwas dem Ufer entlang. (Achte auf die Lawinensituation) Dann setze Dich hin und lausche – hier kann man die absolute Stille erleben! Man hört einfach nichts in dieser wunderschönen Winterwelt. Von hier geht es dann wieder zurück ins Dorf.

3 Tickets für die schönsten Fotolocations

Fotografen werden sehr, sehr viele Motive finden. Schnee, der unglaubliche blaue Himmel von Arosa, die rote Arosabahn, welche über Viadukte fährt. Verschneite Wälder, der Mond über den Bergen – die Sonnenaufgänge. Das mächtige Massiv des Weissfluh. Klarer Favorit ist natürlich das Bergkirchli. Mein Tipp hier ist, Stativ packen, raus in die Kälte und die blaue Stunde nutzen, dann ist das Bergkirchli, welches Nachts beleuchtet ist, sehr reizvoll. Eher ungewöhnlich sind die Eisblumen unten in der Isla. Um die riesigen Eisblumen vor die Linse zu bekommen, braucht es ein paar Tage mit kalten, wolkenfreien Nächten. Dann solltest Du bevor die Sonne hinter dem Schiesshorn hervorkommt in der Isla sein – faszinierend! Frage hier die älteren Locals, einige Wissen noch von den Eisblumen in der Isla und können Dir sagen, ob es gerade hat.

Tipp: Fotografen und Fotografinnen sollten bei Foto Homberger (Fotogeschäft beim Hotel Vetter) reinschauen. Ruedi Homberger ist ein Pionier der Schweizer Landschafts- und Bergfotografie – seine Fotos sind unvergleichlich. Neben Arosa, einheimischen Gletschern und Berge war Ruedi Homberger in Südamerika, Alaska oder den Himalaja mit der Kamera unterwegs.

3 Tickets für eine gute Lesezeit in Arosa

Warum sich nicht eine Liegestuhl auf einer der Hütten mieten, von der Sonne verwöhnen lassen, ein Glas Wein und dazu ein gutes Buch. Mich findet man tatsächlich ab und zu mit einem Buch auf der Sattelhütte – die Skier für eine Weile geparkt. Purer Genuss!

Ein paar Täler von Arosa weg ist einer meiner Lieblingsschriftsteller aufgewachsen – Joachim B. Schmidt. Er ist von Graubünden nach Island ausgewandert, nimmt das Thema Auswandern in seinem letzten Roman auf. „Moosflüstern“ ist Joachim B. Schmidts dritter Roman. Diesmal spannt er den Bogen von Graubünden über Paris nach Reykjavik, er lässt den überforderten Protagonisten sogar bis in die Westfjorde klettern, wo ihn plötzlicher Nebel umhüllt und ihm die Sinne nimmt. Der Roman nimmt einen zurück in die Geschichte der Esja Frauen. 1949 heuerte der isländische Bauernverband rund 300 deutsche Frauen und Männer an, verschiffte sie mit dem Schiff Esja nach Island und schickte sie auf Bauernhöfe, verteilt auf der ganzen Insel. Unter ihnen: Heinrich Liebers Mutter. Spannend geschrieben.

Mehr zum Buch und wo Du das Buch bestellen findest Du in meinem Post „Moosflüstern“.

Ein toller Buchtipp zu Arosa: Nina Zumthor: Die Frau des Direktors. Anneliese Leu, die Schweizer Hotelpionierin (Verlag: Elfundzehn)

Eine spannende Geschichte über das Leben einer Aroser Legende und einer der grössten Hotelpionierin in der Schweiz. 1968 wird Annelise Leu zur ersten diplomierten Hotelière der Schweiz. Annelise Leu weiss, was Diskriminierung bedeutet: Während mehr als zwanzig Jahren führte sie gemeinsam mit ihrem Mann Hans Leu das «Kulm» in Arosa. Das Ehepaar Leu revolutioniert mit seinen Ideen zu der damaligen Zeit die Schweizer Luxushotellerie, aber obwohl Annelise Leu zu diesem Erfolg ebenso beiträgt wie ihr Mann, bleibt sie stets die «Frau des Direktors». Sie gibt nicht auf und erwirbt 1974 ihr eigenes Hotel, das «Vieux Manoir» am Murtensee. Erst jetzt bekommt Annelise Leu die Chance, aus dem Schatten ihres Mannes herauszutreten.

Wer sich in die bauliche Geschichte von Arosa einlesen will, die Architektur der Zeit des Kur-Tourismus näher kennen lernen möchte, der sollte sich das Buch „Die Moderne in den Bergen“ schnappen.

„Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich Arosa vom Kurort zum weltoffenen Sommer- und Wintersportort. Der gesellschaftliche und kulturelle Wandel spiegelte sich in Wohn-, Hotel- und Verkehrsbauten, in Einrichtungen für den Sportbetrieb und im Werbeauftritt des Verkehrsvereins wider. Die erste umfassende Monografie zur Moderne in Arosa dokumentiert nicht nur die Architektur, sondern betrachtet sie auch im Kontext.“ ETH Zürich

Marcel Just, Christof Kübler, Matthias Noell, Renzo Semadeni (Hg.) Arosa. Die Moderne in den Bergen

Die Geschichte von #Arosa soll nicht verloren gehen. Historiker, Journalisten und einheimische Experten schreiben zusammen das Buch «Arosa in 100 Geschichten». Die Macher brauchen Unterstützung – Crowdfunding für Druck und Vertrieb: https://www.100-days.net/de/projekt/arosa-in-100-geschichten#.W9tC2wSf-Io.twitter

3 Tickets wofür noch?

Es gibt noch so viel mehr in Arosa zu sehen und zu erleben. Einzigartig ist das Humorfestival in Arosa. Oder einfach ein Fondue in der Buurestube mit anschliessender Schlittenfahrt zurück ins Dorf. Ein Einkauf bei Cindy’s Delikattessen oder in der Sennerei Maran, wo man inzwischen einer der besten Bergkäse der Schweiz herstellt. Ich könnte noch von Seifenmachern, Gipfelstürmern und dem Bärenland berichten. Vom legendären Eiskockey Club EHC Arosa! All dies und vieles anderes werde ich zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Post ergänzen.

Und zum Schluss …

Zuhinterst in einem wilden Bergtal liegt Arosa. Eine Perle im Herzen des Kantons Graubünden, urban in einer grossartigen Natur. Der Ferienort ist ein Traum für Ruhesuchende, Berggeniesser, Wintersportler, Sonnenanbeter und alle anderen, die Freude an einer intakten und herrlichen Bergnatur haben. Verschneite, malerische Wälder, 2900 Meter hohe Berggipfel und einzigartiges Winterwonderland gilt es auf präparierten Wanderwegen oder auf den Skipisten zu entdecken. Und die Aroser machen alles, dass sich ihre Gäste wohl fühlen und ihre Ferien geniessen können.

„Ich fühle mich hier wohler als irgendwo“, schrieb bereits Thomas Mann 1938 über Arosa.

Ach ja, da war ja noch die Frage wie sich meine Wintersport-Ferien dieses Jahr in Arosa angefühlt haben. Darauf gibt es hier mit ein paar stimmungsvollen Bilden eine Antwort.

Linksammlung Arosa:

www.welovearosa.ch – der beste Blog aus und über Arosa ever! Aroser Leidenschaft von Mark Stalder & Mirko Schadegg

www.arosabergbahnen.com – Aroser Bergbahnen

www.arosa.ch – Arosa Tourismus

www.herrlichesarosa.ch – Ferienwohnungen (Miete oder Kauf) und Fan-Shop

www.arosaenergie.ch – Wasserstrom kommt aus Arosa

www.arosakultur.ch – Klassik & Kultur auf 1800 müM

www.arosalenzerheide.ch – das Skigebiet (Heidi und Gigi sind endlich zusammen)

www.ehcarosa.ch – Arosa is Hockey. EHC Arosa neunfacher Schweizermeister, heute in der 1. Amateurliga

www.fotohomberger.ch – Bergfotografie at it’s best!

www.gemeindearosa.ch – politische Gemeinde Arosa

www.hgvarosa.ch – Gewerbeverein Arosa

www.arosa-museum.ch – Heimatmuseum

www.sleigh.ch – mit dem Pferdeschlitten durch Arosa

www.skiclubarosa.ch – ein Skiclub darf natürlich nicht fehlen

www.skischule-arosa.ch – die Skischule von „Gigi“, dem wohl bekanntesten Skilehrer der Schweiz

Alle meine Post über und von Arosa findest Du hier.

Disclaimer:

Alle Angaben sind ohne Gewähr, gerade in einem Ferienort ändert sich die Gastronomie und deren Angebote sehr schnell. Dies ist ein subjektiver Erfahrungsbericht, Dienstleistungen oder eingekaufte Produkte habe ich selber bezahlt, dieser Post ist keine Werbung oder sponsored Post. Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.

*Die Tickets sind symbolisch gemeint.

Alle Bilder sind by Michael’s Beers & Beans. Die Bilder sind zwischen 2014 und 2016 aufgenommen worden.

Verfasst von

Michael’s Beers & Beans – Stories and Photos posted by Michael Schneider – ideas brewed with water of the Rhine. (Blogging for Fun / Non-Commercial) Zurich & Lake Constance

13 Kommentare zu „Arosa – ein Ticket zum Himmel?

  1. Pingback: Winterwelten
    1. Herzlichen Dank, diesen Post hatte ich vor einiger Zeit angefangen, aber nie richtig fertig gemacht. Ich wollte einfach meine persönliche Erfahrungen in einen „Reisebericht“ rein bringen, so findet man vielleicht das eine oder andere was einem zusagt. Bin zwar nur noch sehr selten in Arosa, aber ich werde trotzdem diesen Post immer mal wieder einem Refresh unterziehen. Und meine Begeisterung für die Bergwelt und Natur rund um Arosa wird bleiben. Lg. Michael

      Gefällt 1 Person

  2. Arosa, das war nach dem Krieg DER Garant für ein schönes Skierlebnis. Schade, dass das auch dazu geführt hat, dass man mit 60er Jahre Betonarchitektur, ohne Blick für die Stil- und Bau-Traditionen, sein Dorf doch ein Stück weit kaputt gemacht hat. Der Fehler wiederholt sich leider immer wieder, zuletzt auch an der deutschen Ostseeküste, z.B. in Boltenhagen, weil die kurzfristigen – und kurzsichtigen – finanziellen Interessen zum langfristigen Schaden der Dorfgemeinschaft stets die Oberhand gewinnen.

    Gefällt 1 Person

    1. Zum Glück hat man in Arosa viel gelernt. Heute gibt es ganz tolle Hoteliers und Touristiker, die ohne den wirtschaftlichem Fokus zu verlieren, ihren Gästen interessenbezogene und dynamische Angebote für einen wunderschönen, angenehmen Aufenthalt in den Bergen bieten. Diese machen aus der bestehenden Infrastruktur (zum Teil Kurhäuser aus den 1920er Jahren, die unter Denkmalschutz stehen) mit sehr viel Aufwand das Beste. Oder wenn es erlaubt ist, wird abgerissen und neu gebaut. Zudem hat das Verbot von neuen Zweitwohnungsbauten in den Bergen die Bauwut weitgehend eingedämmt. Schade ist, dass es gerade in Arosa einige „gewinnmaximierte“ Immobilienbesitzer (Besitzer von leerstehenden Ladenlokale, Zweitwohnungen, Personalhäuser, Miethäuser, usw. usw.) gibt, die keinen „Stutz“ in ihre Häuser investieren. Diesen kommt nicht in den Sinn selber einen Beitrag an ein gepflegtes Dorfbild (es muss ja nicht gerade Chalet-Stil sein) zu leisten. Vielleicht gemeinsam ein Lichtdesign, der diesem Winter-Ferienort gut stehen würde, zu lancieren. Oder die Fassaden zu renovieren, vielleicht im Sommer ein paar Blumen zu setzen. Die Ladenlokale bleiben heute leer, da dessen Immobilienbesitzer den Banken jahrelang vorgaukeln, vielleicht kommt ja noch einer, der die überhöhten Mietzinsen wieder bereit ist zu bezahlen. Obwohl sich die Ansprüche der Gäste geändert haben, schon lange neue Konzepte für das „alpine Einkaufen“ an der Promenade nötig wären. Wichtiger ist, dass man die eigenen guten Konditionen bei der Finanzierung retten kann. Ausgeblendet wird dabei, dass das Dorfbild durch die leeren Ladengeschäfte noch ein Stück trister geworden ist. Und so führt man die von Dir beschriebene Ideologie irgendwie einfach weiter. Und statt sich die Entwicklung in unseren Bergorten anzuschauen, scheint man anderswo einfach die gleichen Fehler zu wiederholen. Weil es Gewinner gibt – die Gäste und die Dorfbewohner sind es sicherlich nicht. Lg, Michael

      Gefällt 1 Person

  3. Ein sehr guter, informativer Bericht über Arosa und du kennst dieses Dorf wahrhaftig. Ich habe es nie geschafft, mich mit Arosa anzufreunden. Gerade heute war ich dort mit den Ski von der Lenzerheide aus. Und es war perfekt. Eine schöne Zeit🙋

    Gefällt 1 Person

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