Twitter / Instagram: Aus Zeitverschwendung wurde Zeitvernichtung

Für mein Alter war ich recht aktiv in den sozialen Medien. Denke ich. Mit WhatsApp komme ich sehr gut klar – dies nutze ich vielfältig. Facebook nutze ich wenig und nur privat. Intensiver dafür Twitter und Instagram. In diese beiden Welten bin ich im Zusammenhang mit meinem Blog nach und nach eingetaucht. Mit Erfolg. Doch auch die Schattenseiten musste ich kennenlernen. Eine davon war der phasisch zunehmende Zeiteinsatz. Während ich für die «Arbeit» an meinem Hobby-Blog ein Teil meiner Freizeit exakt einplane, ist mir der Umgang mit Twitter und Instagram zeitlich aus dem Ruder gelaufen. Anfänglich unbemerkt habe ich auf Twitter und Instagram immer mehr meiner Zeit vernichtet. So konnte es nicht weitergehen, ich musste etwas ändern. (Teil 1)

Zeitlich bin ich mit meinen Twitter- und Instagram Aktivitäten abgestürzt. Fehlende Selbstdisziplin?

Wenn man Blogger ist, dann denkt man unweigerlich über die Reichweite seines Blogs nach – werden meine Posts gelesen? Schnell hatte ich die Erkenntnis ohne Social Media geht es heute bei der Vermarktung von Blogs nicht mehr. Aufmerksamkeit und Reichweite für meinen Blog erziele ich nur, wenn ich mich in dem einen oder anderen Social Media Kanal aktiv beteilige. Zudem war ich neugierig, was man damit machen konnte. Ich entschied mich für Twitter und später in Ergänzung für Instagram.

Der Erfolg stellte sich insbesondere auf Twitter ein – mit Kontinuität und Beharrlichkeit erreichte ich viele Followers und die Interaktionen nahmen stetig zu. Ich hatte richtig Spass an der Sache.

Twitter, später zusätzlich Instagram, lockten mich raffiniert immer tiefer in deren Welt, nicht zu Letzt, weil diese eine Schwäche von mir ausnutzen konnten. Meine Art immer aktiv und produktiv zu sein, traf voll den Nerv. Zudem bin ich dem Spiel um Anerkennung erlegen.

«Posting, Checking, Scrolling, Clicking and Watching» geht immer und überall

Anstatt meinen Plan zu verfolgen auf Twitter/Instagram meine Blog-Posts zu promoten, dachte ich laufend über meine TimeLine nach und fing an permanent Bilder und Inhalte «tweetgerecht» zu posten. Das Medium folgte nicht mehr mir und meinen Foto-Geschichten, sondern ich produzierte permanent ein Quantum für das schwarze Loch von Twitter und Instagram. Um eine hohe Online-Präsenz sicher zu stellen nutzte ich technische Tools. Eines davon war «Buffer». Mit diesem Tool konnte ich Tweets optimiert und zeitversetzt wie von Geisterhand posten.  Eine gute Sache, hatte aber zur Folge, dass die Interaktionen anstiegen. Was den Druck alles zeitnah zu bearbeiten wieder erhöhte. So war ich «zwischendurch» in den von mir gedachten «toten» Zeiten mit «Posting, Checking, Scrolling, Clicking and Watching» beschäftigt. Nicht immer. Aber eben immer öfters.

Aus einer schönen Zeitverschwendung wurde Zeitvernichtung!

Im zweiten Teil berichte ich über meine Erfahrung mit dem Ausstieg bei Twitter und Instagram, wie fühlt sich dies nach den ersten Tagen und Wochen an. Was mir fehlt, was ich verloren haben. Und habe ich überhaupt etwas gewonnen? Der zweite Teil kommt am Montag, 16. April 2018.

Auf meiner „Abbruchhalde der zeit-vernichtenden Freitzeitbeschäftigungen“ sind jetzt auch Twitter und Instagram deponiert – was bleibt ist eine nutzlose, aber auch gute Erfahrung.

Bilder: aus dem Archiv von Michael’s Beers & Beans