Meine digitale Entgiftung: Was ich aus dem Ausschalten gelernt habe

Eigentlich liebe ich Social Media. Eigentlich. Es ermöglicht mir mich mit Menschen auf der ganzen Welt zu verbinden. Mit meinen Fotos und Texten andere zu inspirieren, so in einen spannenden Austausch zu kommen. Die Welt durch andere Augen zu sehen. Twitter, später zusätzlich Instagram, lockten mich raffiniert immer tiefer in deren Welt, nicht zu Letzt, weil diese eine Schwäche von mir ausnutzen konnten. Meine Art immer aktiv und produktiv zu sein, traf voll den Nerv. Zudem bin ich dem Spiel um Anerkennung erlegen. Aus einer schönen Zeitverschwendung wurde Zeitvernichtung!

So habe ich die Schattenseite von Social Media kennengelernt, darüber habe ich berichtet. Nach Ostern bin ich einfach einmal ausgestiegen, habe die Zugänge gekappt und die Kanäle sich selbst überlassen.

Dabei habe ich Zeit gewonnen. Zum Nachdenken. Zum Lesen. Oder einfach so. Ich habe besser geschlafen, nach ein paar Tage fühlte ich mich ruhiger und konzentrierter. Mein Verstand verlangsamte sich und ich war präsenter in dem, was ich tat.

Aber ich erkannte nach einigen Wochen, dass es ganz ohne in der realen Welt nicht geht. Die totale Abstinenz nicht der richtige Weg ist. Als Blogger ist die Kommunikation irgendwie im Blut und zu einem Blog gehören auch die Kanäle der sozialen Medien. Irgendwie.

Zurück in mein altes Schema wollte ich nicht mehr, da war einiges falsch gelaufen. Und meine kostbar gewonnen Zeit will ich behalten. Zudem habe ich hier auf meinem Blog viele Anregungen erhalten, wie man mit den Social Media „gesund“ umgehen kann. Auf dieser Basis habe ich mir jetzt meinen eigenen digitalen Kodex zusammengebastelt und den Re-Start aufgenommen:

  • Konzentration auf den Blog, darauf richte ich auch die Social Media Kanäle aus
  • höchstens zwei Social Media Kanäle (die anderen habe ich inzwischen tatsächlich gelöscht)
  • Social Media-Kanäle werden nur im Zusammenhang mit meinen Themen im Blog genutzt
  • keine Social Media Apps auf meinem Smartphone
  • eigene, tägliche Zeitfenster für meine aktive Social Media-Zeit, am Wochenende ist „frei“.
  • konsequente Nutzung einer Social Media Management Plattform
  • keine Stories erstellen, alle Push Benachrichtigungen abstellen
  • Social Media kann immer warten

Mein Re-Start habe ich so einmal begonnen. Im Moment macht es mir wieder Spass und ich freue mich, dass ich so Leserinnen und Leser für meinen Blog zusätzlich gewinnen kann. Und ich habe gelernt, wird es mir zu viel, dann ziehe ich einfach den Stecker und mache eine Pause.

„Bei Social Media geht es mehr um Soziologie und Psychologie als um Technologie.“ Brian Solis (Digital-Analyst)