Einsam durch die Nacht – mit dem PistenBully in Arosa unterwegs

Im Skigebiet von Arosa Lenzerheide startete am 1. Dezember 2018 die Wintersaison. Dort oben in den Bergen wurde bereits wieder viel getan, damit die Wintersportler beste Pistenbedingungen vorfinden. Dafür braucht es einmal zuallererst viel Schnee. In den letzten Wochen wurde mit kostenintensiven Schneekanonen Frau Holle stark unter die Arme gegriffen. Inzwischen hat auch Frau Holle volle Arbeit geleistet, über das Wochenende hat es über einen Meter Neuschnee in Arosa gegeben! Dieser Schnee muss dann an die richtigen Orte verteilt und präpariert werden. Dafür stehen moderne PistenBullys Tag und Nacht im Einsatz. Von so einem PistenBully und seinem Fahrer im schönen Wintersportort Arosa handelt heute meine Foto-Geschichte. 

(Viele tolle Tipps und Infos zu Arosa findest Du in meinem Post: Arosa – ein Ticket zum Himmel? Refresh 2018/2019)

Die Geschichte ist fiktiv, die Fotos dagegen nicht.  😉

Der Motor brummt tief, sonor. Spät nachmittags, es dämmert bereits, steuert Gian* seinen schweren Pistenbully auf der Piste einen Abhang hinunter. Für heute Nacht ist Schneefall angesagt. In der geheizten Führerkabine rauscht das Funkgerät, gleichzeitig klingelt Gian’s Handy. Er schaut auf den Display – sein Chef: „Hallo Gian, kannst Du auf der Tschuggenhütte noch zwei Gäste aufnehmen, die sind vom Grand Hotel und haben die Pistenbully-Tour gebucht“. Gian bestätigt nur kurz und legt sein Handy sofort wieder weg, zu beschäftigt ist er im Moment sein schweres Gefährt auf der schmalen, steilen Spur zu halten.

Die Hütte liegt auf dem Weg zu seinem Einsatzgebiet. „Grand Hotel“, denkt sich Gian. „Eigentlich habe ich nichts gegen Gäste, aber vom Grand Hotel muss es ja nicht so oft sein. Die meinen, dass es sich um eine Luxus-Tour mit Cüpli und so handelt. Dabei begleiten sie mich auf einer ganz normalen Schicht”.

Der Schneefall setzt bereits ganz leicht ein. Gian steuert sein Raupenfahrzeug über die Piste zur Tschuggenhütte. Da stehen tatsächlich zwei, etwas unwirklich, mitten auf der leeren Piste.  „Na ja, wenn es mir zu mühsam wird, dann öffne ich das Seitenfenster etwas und drehe einfach die Heizung hoch, die meisten pennen dann sofort ein und ich kann in Ruhe arbeiten.“ sinniert Gian und schmunzelt.

Er bringt sein Pisten Bully zum stehen, öffnet die Tür und begrüsst die Beiden. Mit Handschlag stellen die sich mit Vornamen vor. „Gar nicht typische Grand Hotel-Typen“ denkt sich Gian. Er öffnet die Beifahrer-Türe und die Frau kraxelt auf den Motorblock, versucht es sich dort etwas bequem zu machen, der Mann hat das Privileg im schön geschalten Beifahrersitz wie ein Kopilot Platz zu nehmen. Gian lässt den Motor wieder aufheulen, weiter geht es in Richtung Einsatzgebiet. Heute wird er wieder die Piste unter dem Plattenhorn präparieren müssen. Wie jede Nacht, von dieser Piste kennt er inzwischen jeden Millimeter.

Der Schneefall wird stärker. Zu den beiden Gästen findet Gian schnell einen Draht, man kennt sogar die gleichen Leute aus dem Tal. Und die Beiden sind richtig interessiert an seiner Arbeit, über die er sehr gerne und mit Stolz erzählt. So berichtet er über anstrengende, unregelmässige Arbeits-Schichten und seiner Einsamkeit, wenn er in der Nacht im PistenBully unterwegs ist. Gerne erklärt er das neue GPS-System, mit dem er die Schneehöhe messen kann oder die ganze Technik des Pistenfahrzeuges, klar dass der Motor richtig viel Power hat und dabei kräftig Diesel schluckt.

Während er all dies seinen beiden Mitfahrern erzählt, steuert er seine Maschine präzise über die Piste, präpariert exakt die Piste. Langsam aber kontinuierlich geht es rauf und runter – immer den Monitor mit der Schneehöhe im Auge. Die Arbeit ist monoton, die Sicht heute Nacht immer wieder schlecht. Zeitweise sieht er nur den Schweinwerferkegel, der das Gelände ein paar Meter vor ihm ausleuchtet. Sonst ist es rundherum schwarze Nacht. Nach rund drei Stunden hat er ein Teil der Piste präpariert – Zeit für die Pause. Er steuert die Pistenraupe hinunter ins Tal, in gemächlichem Tempo geht es über menscheleere, einsame Pisten zum Restaurant, wo er seine Pause verbringen wird. Dort angekommen rangiert er sorgfältig sein Fahrzeug, die Scheinwerfer erlischen, der Motor verstummt. Noch ein kurzes Gespräch mit seinen Gästen, dann verabschiedet er sich und stapft über die Piste durch den Schneefall rüber ins Restaurant zu seinen Kollegen.

Während seine Gäste gemütlich ins Hotel zurückschlendern, wird Gian nach der Pause die zweite Hälfte der Piste in Angriff nehmen. Dann wird er nochmals 4 – 5 Stunden an der gleichen Piste weiter arbeiten. Rauf und Runter. Einsam durch die Nacht.

*Name erfunden. Die Fotos sind im März 2018 entstanden. Diese Tour hat uns das Hotel gebucht, man kann diese aber auch direkt bei Arosa Bergbahnen buchen (keine Homepage, am Schalter fragen) oder online über Homepage Arosa – Lenzerheide : König für eine Nacht

(Dies ist ein Erfahrungsbericht als zahlender Gast, keine Werbung oder sponsored Post. Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Dem wirklichen PistenBully-Fahrer sagen wir nochmals herzlichen Dank für die interessante Tour, wir haben viel Respekt vor der Nachtarbeit dieser Männer und Frauen die oben am Berg in Dunkelheit die Piste für uns Wintersportler präparieren – jeden Winter Nacht für Nacht!)

Impressionen vom „König für eine Nacht“ – mit dem PistenBully unterwegs

(Viele tolle Tipps und Infos zu Arosa findest Du in meinem Post: Arosa – ein Ticket zum Himmel? Refresh 2018/2019)

Verfasst von

Michael’s Beers & Beans – Stories and Photos posted by Michael Schneider – ideas brewed with water of the Rhine. (Blogging for Fun / Non-Commercial) Zurich & Lake Constance

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