Der Grosse Brachvogel als Wintergast am Bodensee

Bodensee, Fauna

Ein grauer Januartag auf der Insel Reichenau – der Hochnebel lag bleiern über der Insel und der Region. Und trotzdem machten wir an diesem Morgen auf unserer „Nebelwanderung“ eine tolle Entdeckung: der Grosse Brachvogel. Eine Vielzahl dieser Vögel suchten in der Flachwasserzone vor der Insel nach Nahrung.

Der Grosse Brachvogel ist eine auffällige Erscheinung, auch für uns als unerfahrene Vogelbeobachter gut zu erkennen.

Weil der Bodensee in der Regel nicht zufriert, überwintern jeden Winter Hunderttausende Wasservögel aus dem hohen Norden hier am See.

Ausgedehnte Flachwasserzonen, grosse Schilfgürtel, milde Temperaturen, eisfreie Ufer und ein reich gedeckter Tisch: Für Wasservögel aus Skandinavien, Nordosteuropa oder gar Sibirien muss der Bodensee im Winter dem Paradies gleichen. Zehntausende von ihnen steuern im Spätherbst den grossen See im Grenzgebiet zwischen der Schweiz, Deutschland und Österreich an und verbringen hier die kalte Jahreszeit.

So auch der Grosse Brachvogel. Er ist die grösste europäische Watvogelart, hat einen bis zu 15 cm langen Schnabel. Bei uns in der Schweiz ist dieser prächtige Vogel nicht mehr heimisch, da wir ihm den geeigneten Lebensraum mit den entsprechenden Flächenansprüchen nicht mehr anbieten können. Der Grosse Brachvogel gehört zu den Kurzstreckenziehern. Es kann daher gut sein, dass diese Brachvögel hier vor der Insel Reichenau in Skandinavien oder auf Island brüten und hier am Bodensee überwintern.

Der Grosse Brachvogel gilt als stark bedroht und ist in den meisten Roten Listen Mitteleuropas verzeichnet.

Bilder ASC, Januar 2020, die Bilder wurden mit einer Nikon Coolpix P1000 geschossen. Die Vögel waren relativ weit draussen in der Flachwasserzone vor der Insel Reichenau.

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