Nordlicht Vorhersage – gibt es eine Prognose für Polarlichter?

Nordlicht

Das Nordlicht vorherzusagen ist heute tatsächlich möglich. Wie für das Wetter auf der Erde gibt es auch App’s und Webseiten die Prognosen für das Wetter im Weltraum stellen. Denn um Nordlichter zu sehen muss nicht nur das Wetter auf unserer Erde mitspielen, sondern das “Wetter im Weltraum” hat ebenfalls einen direkten Einfluss, ob es überhaupt zu einer Lichterscheinung kommt. 

Verantwortlich für das Leuchtspektakel sind die extrem schnellen Partikel des Sonnenwindes, vor allem Elektronen und Protonen. Die prasseln mit bis zu drei Millionen Kilometern pro Stunde auf die hohen Schichten der Erd-Atmosphäre. Dabei folgen die Teilchen den Linien des Erdmagnetfeldes und crashen irgendwann mit den Sauerstoff-Ionen. Dies lässt den Himmel grün strahlen, wenn er in etwa hundert Kilometern Höhe stattfindet. Zusammenstösse in grösseren Höhen hinterlassen rote Lichteffekte.

Als Polarlicht-Fan wüsste man natürlich gerne den Zeitpunkt, wann genau die Nordlichter erscheinen und fast noch wichtiger, mit welcher Intensität diese dann glühen.

Für eine Vorhersage wichtig ist die Sonnenaktivität, die mehreren langfristigen Zyklen folgt. Die Sonne schleudert Partikel in Richtung Erde. Dieser Partikelexpress legt den Weg für die 150 Millionen Kilometer von der Sonne bis zur Erde in zwei bis vier Tage zurück. So lang ist die “maximale Vorwarnzeit”. Und darauf bauen die Wissenschaftler eine Prognose auf, die wir dann auf verschiedenen Websites und Apps abrufen können. 
Natürlich arbeitet die Wissenschaft wie beim Wetter auch hier daran, damit die Prognosen immer genauer werden. Inzwischen wird sogar eine 27-Tage-Prognose erstellt, die auf der Sonnenbeobachtung und Algorithmen basiert.

Der Abruf von Vorhersagen für das Nordlicht ist durch die ständige Verfügbarkeit des Internets heute kaum mehr ein Problem. Die Wahrscheinlichkeit eines bevorstehenden Nordlicht-Ereignis lässt sich so überall jederzeit abrufen.

Nachfolgend einige Beispiele für Vorhersagemöglichkeiten. In Island und Norwegen/Schweden habe ich mit folgenden “Aurora Forecast” gute Erfahrung gemacht, diese sind über den Webbrowser vom Smartphone gut lesbar: 
Aurora forecasts – Icelandic Meteorological Office – Vedur.is: https://en.vedur.is/weather/forecasts/aurora/

Norwegian Centre for Space Weather(NOSWE)
https://site.uit.no/spaceweather/data-and-products/aurora/

Auch auf Twitter gibt es zahlreiche Alert-Service, mit denen eine gute Planung möglich ist. Beispielsweise sind das AuroraWatch Shetland und AuroraWatch UK (@aurorawatchuk @AWUK_Shetland) – aber auch in anderen Ländern sind solche Twitter-Dienste zu finden.

Die 27-Tage-Prognose von NOAA (NATIONAL OCEANIC AND ATMOSPHERIC ADMINISTRATION) findest Du hier: https://www.swpc.noaa.gov/products/27-day-outlook-107-cm-radio-flux-and-geomagnetic-indices

Natürlich gibt es sehr viele spannende Apps zu diesem Thema, allerdings bin ich persönlich mit diesen weniger klar gekommen, als mit den Websites des isländischen Wetterdienst oder jener der UIT (Arctic University of Norway).
Hier zwei Apps als Beispiel: 
Aurora Forecast (IOS): https://apps.apple.com/ch/app/aurora-forecast/id539875792
Nordlichtmelder (Android): https://play.google.com/store/apps/details?id=com.beebeetle.auroranotifier&hl=de_CH

Das Nordlicht vorherzusagen bleibt ein heikles Geschäft, da verschiedene Faktoren zusammenfliessen, die schon alleine für die Entstehung des Nordlicht verantwortlich sind. Auch habe ich erlebt, dass die Vorhersagen auf den Websites vielversprechend waren. Trotz klarer Nacht erschien dann aber kein Nordlicht – oder eben auch umgekehrt. Aber die Vorhersagen sind trotzdem ein guter Helfer um sich auf die nächsten Nächte vorzubereiten. Die langfristige Prognose kann sogar helfen den Reisezeitpunkt mit den Wetterprognosen abzustimmen um so die Chance, ein (starkes) Nordlicht in der Arktis zu sehen, zu verbessern.

Faszination Polarlicht by Michael’s Beers&Beans! Alle meine Berichte zum Nordlicht findest Du hier.

Fotos by Michael’s Beers&Beans, Nordlichter über dem Eyjafjörður, Iceland Herbst 2019

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