Neuenburg – Tausendjährige Stadt aus gelbem Stein

Schweiz

Neuenburg ist Belle Époque, besticht durch seine wundervollen Lage am Neuenburger See. Über der Stadt thront sein Schloss und die Basilika mit Zwillingsturm. Verschlungene Gässchen mit eleganten Häusern aus Hautrive-Stein, jenem speziellen gelben Kalkstein, der die ganze Stadt erstrahlen lässt. Wunderschön zum Flanieren, zumal Neuenburg über die grösste Fussgängerzone der Schweiz verfügt.

„Ferien in der Schweiz“ – dies brachte uns hierher an den Neuenburgersee in das wunderschöne Städtchen Neuenburg bzw. Neuchâtel. Die Stadt überraschte uns mit ihrem Charme und der schönen Lage am See. Übrigens der grösste See, welcher komplett in der Schweiz liegt.

Während der Belle Époque (zwischen ca. 1871 – 1914) war Neuenburg ein beliebter Ausflugs- und Ferienort der Reichen. Die Stadt Neuenburg ist mit rund 34’000 Einwohner eher klein, doch die vielen prunkvollen Gebäude lassen die Stadt grösser wirken, schon fast etwas “weltstädisch”.

Nun nehme ich Euch auf einen fotografischen Stadtspaziergang durch diese romantische Stadt mit, zeige ein paar Sehenswürdigkeiten und schöne Orte.

La Passarelle de l’Utopie

Wir starten auf der beeindruckenden Aussichtsplattform Utopie, welcher an der Seepromenade liegt. Die Konstruktion wirkt beeindruckend leicht. Dieser Steg ruht auf nur einer Stütze und ragt wie eine Wippe in den See hinaus. Der Besuch lohnt sich besonders bei Sonnenuntergang!

Altstadt

Auf kleinen Raum bietet die charmante Altstadt von Neuenburg viel. Wir sind durch die hübschen Gassen geschlendert, haben die alten Gebäude und die vielen Brunnen bewundert. Viele Restaurants und kleine Läden gibt es zu entdecken.

Le Cabinet d’Amateur

In der Altstadt gibt es eine sehenswerte Bücherei – le Cabinet d’Amateur.

Markt, Place des Halles

Auf dem Place des Halles mitten in der Stadt gibt es drei mal wöchentlich einen Lebensmittelmarkt. Früchte, Gemüse, Blumen, Milchprodukte, Fische und vieles mehr wird angeboten.

Hotel DuPeyrou

Eines dieser imposanten Bauwerk in Neuenburg ist das Hotel DuPeyrou. Erbaut von der gleichnamigen wohlhabenden Familie als Herrenhaus um 1764 bis 1772. Seit Ende des 19. Jahrhunderts gehört es der Stadt. Die besonders prunkvollen Räume dienen der Stadt zu Repräsentationszwecken. Heute behergt das Hotel DuPeyrou keine Gäste mehr, aber es gibt ein sehr gutes, ausgezeichnetes Restaurant im imposanten Gebäude.

Fischerhütten

Die farbige Fischerhütten am Hafen verbreiten etwas südenglisches Flair (siehe auch mein Post „Brighton, Neuenburgersee„). Tolles Sujets für Fotografen!

Chaumont

Der Aussichtsberg von Neuenburg. Dieser ist einfach mit der Standseilbahn La Coudre-Chaumont oder mit dem Auto zu erreichen. Oben gibt es einen Panoramaturm mit herrlicher Aussicht über Neuenburger-, Bieler- und Murtensee.

Rue de Chavannes 

Diese Strasse ist so etwas wie ein wechselndes Kunstwerk – daher lohnt es sich immer hier vorbei zuschauen. 

Kollegiatskirche Neuenburg und Schloss

Oben über Stadt liegt die 1190 erbaute Kollegiatskirche Neuenburg, gleich daneben das Schloss Neuenburg. Einen Spaziergang hoch lohnt sich. Einerseits um die sehenswerte Kirche (Kreuzgang) zu besuchen, anderseits um die wunderbare Aussicht über Stadt und den See zu geniessen. Das Schloss hat einen sehr schönen Innenhof, welcher wochentags öffentlich zugänglich ist. 

Belle Époque

Es gibt verschiedene Besichtigungsprogramme über das «Neuenburg der Belle Époque», welche einen Einblick in das Leben der Neuenburger vor 100 Jahren bieten. Einfach im TI nachfragen. 

Neuenburgersee

Eine Fahrt mit einem Schiff der LNM ist der ideale Weg, um den Neuenburgersee und seine Ufer zu entdecken.

Laténium – Parc et Musée d’archéologie de Neuchâtel

Das grösste Archäologiemuseum der Schweiz steht an der Stelle, wo Überreste von drei prähistorischen Fundstellen gefunden wurden: 3000 faszinierende Fundstücke, die das Alltagsleben unserer Vorfahren auf einer Fläche von 2200 m2 zeigen. Ein Archäologiepark zeigt originalgetreue, authentische Nachbauten.


Zum Schluss ein paar Tipps:

Spezialitäten

  • Saucisson Neuchâtelois (die berühmte Wurst à la Neuchâtel)
  • Gâteau à la crème neuchâtelois (scheint der Renner bei den Locals zu sein, ist aber wirklich ein Versuch wert)
  • Absinth (ein Schnaps für die Verdauung, nach der Wurst und dem Gâteau. La fée verte – die berühmte „grüne Fee“ hat den Ursprung im neuenburgischen Val-de-Travers)
  • Taillaule (eine Art Neuenburger Brioche)
  • Nusskuchen (eine Art Bündner Nusstorte …)
  • Neuenburger Weine – tolle, grosse Weinlagen rund um die Stadt. (Zahlreiche Spezialitäten wie Oeil de Perdrix, Pinot Noir und Chasselas, gutes Weingut ist beispielsweise Grillette Domaine De Cressier, kurz nach der Stadtgrenze)
La fée verte

Übernachten 

  • Hotel Palafitte (Das Hotel Palafitte, einziges Pfahlbau-Hotel Europas befindet sich im Stadtteil Hautrive in privilegierter Lage auf dem Neuenburger See – man fühlt sich fast wie auf den Malediven)
  • Hotel Beu Rivage (altehrwürdiges 5-Sterne Haus an bester Lage mit bemerkenswert gutem Service und wunderbarer Küche)
  • Hotel Beaulac (moderne, wunderschöne Zimmer, tolle Lage, Wave Bar)
Hotel Palafitte
Hotel Beu Rivage


Restaurants / Apéro

  • Brasserie Le Cardinal (schöne Jugenstileinrichtung, gute, regionale Küche, aber auch guten Fisch, mein Tipp)
  • Bain des Dames (ehem. Frauen Strandbad)
  • Cafe de la Collegiale
  • Wave Bar (Apéro im 7 Stock des Hotel Beaulac, traumhafter Blick, tolle Terrasse)
  • In den Hotels Palafitte, Beau Rivage und Beaulac sind ebenfalls erstklassige Restaurants zu finden. 

Bilder Juni 2020 / Text August 2020

„Das einzige Mittel, den Irrtum zu vermeiden, ist die Unwissenheit.“

Jean Jacques Rousseau

Jean-Jacques Rousseau lebte eine Zeit lang am Neuenburgersee, vorallem verband ihn aber die Freunschaft zu Pierre-Alexandre DuPeyrou (dem Erbauer des Hotel DuPeyrou) mit der Stadt Neuenburg. DuPeyrou war auch einer der Verleger des Gesamteswerkes von Rousseau.

2 Gedanken zu “Neuenburg – Tausendjährige Stadt aus gelbem Stein

  1. Vielen Dank für die schönen Eindrücke von diesem für Touristen eher unbekannten Teil der Schweiz, Michael! Fast alle zieht es ja eher in die hohen Alpen. Vor Jahren haben wir Neuenburg einen Besuch abgestattet, als wir den Jura-Höhenweg gewandert sind. Der Abstecher hat sich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn wir nur wenig Zeit für die Stadt hatten. Die Buchhandlung „Le Cabinet d’Animateur“ zum Beispiel hätte ich gern besucht. Aber am Abend sind solche Attraktionen leider schon geschlossen – der Fluch des Fernwanderns! 🙂

    Herzliche Grüße
    Steffi

    1. Hallo Steffi, bei uns ist gerade etwas umgekehrt. Wir haben aufgrund unseres „City-Trip“ nach Neuchâtel erkannt, was für ein schönes Wandergebiet der Neuenburger Jura ist. Wir planen daher bald für ein paar Tage zurückzukehren, dann sind aber unsere Wanderschuhe mit dabei. Und werden dann sicher auch „Eurem“ Jura-Höhenweg begegnen. 😉 Herzlichen Dank für Dein Feedback & LG Michael

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