Jólasveinarnir – die 13 bunten Weihnachtsgesellen (3)

Hallo. Da bin ich wieder – Eure Weihnachtselfe Ragnheiður. Letzes mal habe ich Euch von der hässlichen Trollfrau Gryla erzählt und ihren 13 Söhnen, von unseren Weihnachtsmännern in Island. Eigentlich sind es Trolle, aber weil Weihnachtsmann sich viel artiger anhört, tragen sie mittlerweile auch brav eine rote Kutte. Sind die Kinder artig, dann gibt es kleine Geschenke, waren sie nicht artig gibt es von den Jólasveinarnir nur Kartoffeln in die Schuhe

Weihnachtsgeschichte veröffentlicht 2019 / Recycled und überarbeitet Nov./Dez. 2020 / Teil 3

So stehen in dieser Zeit in Island jeden Tag neue Schuhe im Fenster und warten darauf, gefüllt zu werden. Denn jeden Tag kommt nur einer von ihnen. Die ersten habe ich Euch letztes Mal vorgestellt. Aber natürlich geht es weiter, denn am 16. Dezember steht schon der nächste an.

Wenn morgens früh der Abwasch wie von Zauberhand gemacht ist, dann war Pottasleikir bei Euch. Pottasleikir ist ein echter Topfschaber: Er schleckt die Kochtöpfe leer. Zunächst benutzt er nur seine Finger, aber am Ende ist er so gründlich, dass die Töpfe wie frisch abgewaschen aussehen. Allerdings sollte jetzt niemand denken, je grösser der Topf, desto besser, denn so gross ist Pottasleikir nicht und er mag lieber kleine Töpfe.

Am frühen Morgen des 17. Dezembers läuft Askasleikir, der Fressnapflecker durch die Stadt. Er ist ein ganz fauler Geselle und stiehlt die Fressnäpfe der Haustiere, versteckt sich dann, um die Reste aufzuessen. Die Näpfe gibt er erst zurück, nachdem er alles verputzt hat. Also aufgepasst, wenn Hund, Katze, Maus morgen mit knurrendem Magen durchs Revier streunen, dann wisst ihr warum!

In der Nacht zum 18. Dezember könnte es einen unruhigen Schlaf geben, denn Hurðaskellir, der Türknaller ist unterwegs. Er zieht gerne die Aufmerksamkeit auf sich und ist dabei tapsig und laut. Es gibt keine Türen in seiner versteckten Welt, also probiert er sie tatsächlich in Eurer Welt aus. Und seine Lieblingsbeschäftigung ist nun mal offen stehende Türen mit lautem Knall zuzuschlagen. Und glaubt mir, wenn er eine bei Euch findet, wird er sie nicht auslassen!

Skyrgámur, der ebenfalls in der Nacht ankommt, ist ein Skyr-Fresser! Er schnüffelt sich zum Kühlschrank durch und findet jeden Skyr. Er futtert so viel von dem Zeug, dass er beinahe platzt. Dabei ist Skyr angeblich kein Quark, schmeckt aber so. Und was der angebliche Unterschied ist, weiss ich auch nicht. Also weiss ich auch nicht genau, ob sich Skyrgámur überhaupt ausserhalb von Island blicken lässt. Wer ihn sieht: Nachricht an mich!

Und es geht Schlag auf Schlag – am 19. Dezember wird Bjúgnakrækir unterwegs sein. Bjúgnakrækir ist ein Wurst-Stibitzer. Er kann hervorragend klettern und angelt selbst die am höchsten hängenden Würste aus dem Rauchfang. Er ist sehr beliebt bei den Kindern und nicht ganz so willkommen bei den Eltern. Denn obwohl er gut klettern kann, bevorzugt er natürlich Gaben die extra für ihn bereit gelegt werden. Eine Wurst aus den Vorräten raus legen, dafür kriegen die Kinder vom Troll ein Geschenk. Nur, der Deal geht für die Eltern nicht ganz auf …

Am nächsten Advents-Sonntag erzähle ich Euch noch von den restlichen Brüdern, die es dann nochmals richtig weihnachtlich bunt treiben.