Zwischen den Jahren – mein kleiner Rückblick 2020 (Teil 3)

Rückblick 2020

Es ist eine liebgewonnene Tradition, dass ich für mich persönlich ein Jahresrückblick erstelle, mein Bloggerjahr etwas reflektiere. Und warum nicht auch für dieses Corona-Jahr?

Vorwort Teil 1

Meine Fotografie lebt gewöhnlich von meinen Reisen raus in den Nordatlantik: Island, Färöer, Norwegen oder auch Irland. In diesen Covid19-Zeiten waren diese Länder für mich plötzlich unerreichbar. Und so hatte ich anfänglich in diesen Covid19-Zeiten gar keine grosse Lust mich mit der Fotografie zu beschäftigen. Ich brauchte einen Moment bis ich mich mit der neuen Situation abfinden und diese akzeptieren konnte. Langsam begriff ich, dass ich diese Zeit auch fotografisch nutzen sollte. Ich lernte neu zu sehen. Der Wechsel der Perspektive macht oft einen grossen Unterschied. Im Leben wie in der Fotografie.

Die Bilder in meinem diesjährigen Jahresrückblick sind genau aus Momenten der Achtsamkeit entstanden. Es sind einfache Bilder, mit denen ich die scheinbare Normalität der Natur oder der Zivilisation mitten in dieser Corona Pandemie spiegle.

Die Texte dazu ergänzen den Kontrast der Normalität der Jahreszeiten mit der Realität dieser Corona-Pandemie die uns Menschen seit diesem Jahr bedroht und vor der wir uns zu schützen versuchen.

Im dritten Teil blende ich auf den schönen Sommer zurück, auf meine schöne Reise an den Lac Neuchâtel, die ersten Versuche mit der Trendsportart Stand up paddling sowie über etwas Cooles direkt vor der eigenen Haustüre.

Juli 

«Maskentragepflicht» im Öffentlichen Verkehr tritt in Kraft. Erstmals werden wir in der Schweiz mit der Maske konfrontiert, aber es wird noch bis in den Spätherbst hinein dauern, bis die Maske sich in der ganzen Schweiz durchsetzen wird. Beim Thema Masken war der kantonale Flickenteppich am besten zu sehen, bald fehlte die Übersicht, wo und wann in welchem Kanton eine Maske getragen werden musste.

Im Juli veröffentlichte das BAG erstmals eine Liste der «Staaten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko». Personen, die aus diesen Staaten in die Schweiz einreisen, mussten sich zehn Tagen in Quarantäne begeben. Ab Juli galt diese für 29 Staaten. Diese Liste wurde in der Folge sporadisch angepasst.

Altstadt von Neuchâtel

Viele sind dem Aufruf unseres Bundesrats gefolgt und verbringen ihre diesjährigen Sommerferien wegen des Coronavirus in der Schweiz. So auch ich, mich führte eine kleine, mehrtägige Reise an den Lac Neuchâtel. Es war eine Reise zurück in die Normalität. Gemütlich durch Gassen bummeln, belebte Strassencafés, Baden im See. Abends etwas Essen gehen, sich noch einen Drink in einer Bar gönnen.

August

Für mich, der nur an den Wochenenden am See ist, war diese „After-Lockdown“ – Stimmung am Bodensee „ansteckend“ – reinstes Ferienfeeling! Auch unser kleines Dorf am Seerhein glich zeitweise einem italienischen Ferienort: Die Hotels sind gut gebucht, auf den Seeterrassen ist es voll, die Stimmung ausgelassen, südlich. Der Sommer zum Glück oft schön, sogar heiss. Die Menschen bummeln an der kleinen Seepromenade, gehen Baden und geniessen die einmaligen Sonnenuntergänge. Die Feriengäste verbreiteten eine friedliche Stimmung.

Und der Virus. Der Sommer liess den Virus fast etwas verschwinden, die Behörden schien dieses Thema nicht mehr gross zu interessieren. Es wurde getestet. Die Positivitätsrate mit 2.3% war zwar höher als im Juli, aber im Vergleich zum März und April (rund 15 %) doch im überschaubaren Bereich. Alles schien safe!

Neowise über dem Seerhein in der Abenddämmerung

Ende Juli bis Anfang August begleitete uns Neowise. Abends und in den Morgenstunden erschien der Komet am Himmel. Da die Wetterverhältnisse günstig waren, war der Komet bei uns sogar mit blossem Auge zu erkennen. Wobei mit dem Feldstecher war es dann doch etwas einfacher. Natürlich habe ich auch versucht den Komet samt seinen eindrücklichen Schweif mit der Kamera einzufangen. Das eine oder andere Bild ist so entstanden. Eine Erinnerung an eine beeindruckendes Schauspiel und an etwas Cooles direkt vor der eigenen Haustüre.

September

Die sommerliche September-Sonne liess nicht nur den kommenden Herbst vergessen, er stellte auch die Corona-Pandemie weiterhin in den Schatten. Die Vorsicht war weg, das Leben schien normal als hätte es keinen Virus gegeben. Die Positivitätsrate im September mit 2,8 % verharrte etwa auf vergleichbarem tiefen Niveau wie im August. Alles gar nicht so schlimm, waren die bisherigen Massnahmen nicht etwas übertrieben?

In diesem Sommer habe ich für mich den Trendsport „SUP“ entdeckt. Der Sport bietet eine hohe Bandbreite und spricht so ganz unterschiedliche Zielgruppen an. Mit dem SUP entspannt in den Sonnenuntergang Paddeln, aber auch ein effektives Workout betreiben, an Rennen teilnehmen oder Yoga- und Fitnessübungen auf dem SUP ausführen. Nach meiner Lernphase habe ich dann doch die Balance auf dem Brett gefunden und viel Spass bekommen. Inzwischen habe ich das „cruisen“ für mich entdeckt und gehe gerne auf Touren. Zudem bin ich bereits ein „Allwetter-Paddler“ geworden. Lässt es die Sonne und der Wind zu, dann bin ich auch in der kühleren Jahreszeit auf dem See unterwegs. Diesen Trendsport hätte ich ohne die Corona-Pandemie nie erlernt.

Greifvogelstation Irchel a. Berg – Reha für Fischadler, Uhu & Co.

Corona macht es möglich – endlich hatten wir einmal Zeit als Gönner einer Einladung zu folgen und uns die Greifvogelstation anzuschauen. Es war ein spannender Besuch und wir haben einen tollen Einblick in die wichtige und wertvolle Arbeit des langjährigen Leiters der Greifvogelstation Berg am Irchel und seinem Team erhalten.

Mir wird geholfen …

Für die verletzten Vögel ist so ein «Klinik- und Reha-Aufenthalt» in erster Linie «Freiheitsberaubung». Kommt ein verletzter oder angeschlagener Vogel bei der Greifvogelstation an, wird das Tier erstmals untersucht und fachmännisch verarztet. Dann heisst es für den Vogel ab in die Einzelhaft! Er kommt in eine kleine, dunkle Kiste mit einer Sitzstange und Türchen, durch die er gefüttert werden kann.

Die nächste Station ist dann die Flugkammer, ein etwas grösseres Gehege, wo sich der Patient wieder etwas bewegen darf. Bevor die Freilassung ansteht, muss das Tier noch einige Zeit in die grosse Flugvolière, wo er seine Flugeigenschaft wiedererlangt.

Die Vögel werden dann vor Ort frei gelassen. Fliegen einfach auf und davon. Und finden wieder nach Hause.

Unser Weihnachtsgeschenk dieses Jahr – wir haben Patenschaften für „Patienten“ verschenkt. Ein kleiner Uhu als Symbol – das „grosse“ Geschenk ist, dass der Pate die Genesung eines Greifvogels ermöglicht. Und zum Dankeschön darf der Beschenkte bei der Freilassung „seines“ Patienten persönlich dabei sein. Wir haben viel Freude damit bereiten können …

Hier findest Du den Post über die Greifvogelstation Irchel a. Berg und die Geschichte vom Fischadler: REHA für Fischadler, UHU & Co. – die Greifvogelstation Berg am Irchel

Zwischen den Jahren – mein kleiner Rückblick 2020 (Teil 4)
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Zwischen den Jahren – mein kleiner Rückblick 2020 (Teil 2)
Es ist eine liebgewonnene Tradition, dass ich für mich persönlich ein Jahresrückblick …
Zwischen den Jahren – mein kleiner Rückblick 2020
Es ist eine liebgewonnene Tradition, dass ich für mich persönlich ein Jahresrückblick …

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