Vulkan am Fagradalsfjall ist ausgebrochen – der Ausbruch erfolgte am Geldingadalir. (up date)

Seit Wochen gibt es auf Island Anzeichen für einen bevorstehenden Vulkanausbruch. Nun hat gestern Abend wie erwartet eine vulkanische Eruption beim Berg Fagradalsfjall begonnen. (up date 20.3.21)

Laut dem Meteorologischen Dienst des Inselstaats wurden in der Nacht zu Samstag zwar nur leichte seismologische Ausschläge gemessen. Dennoch riss die Oberfläche des Vulkans auf einer Länge von 500 Metern auf und kleine Lavafontänen spritzten in die Höhe. Ein glühender Strom flüssigen Gesteins ergoss sich entlang der Bergflanken und erreichte den Angaben zufolge eine Grösse von etwa einem Quadratkilometer.

Der Ausbruch erfolgte befindet sich bei Geldingadalir, dies wird dem Vulkanausbruch dann wohl auch den Namen geben.

Hier gibt es weitere Informationen: https://www.ruv.is/frett/2021/03/19/volcanic-eruption-what-we-know-so-farhttps://www.ruv.is/frett/2021/03/19/volcanic-eruption-what-we-know-so-far

Bild Iceland Review
Bild RUV

Post vom 12. März 2021

Wer schon in Island war, der weiss, es kann immer passieren. Irgendwo ruckelt der Boden, anderswo vibriert er leicht. Doch keiner reagiert, die kurzen Erdstösse sind schnell vergessen, gehören auf der Insel im Nord-Atlantik einfach zum Alltag. Allerdings dieser langanhaltende Erdbebenschwarm auf der Halbinsel Reykjanes, über den ich letzte Woche hier berichtet habe, ist dann auch für Island aussergewöhnlich.

Halbinsel Reykjanes

Mehr als 20’000 grössere und kleinere Beben mit einer Stärke von bis zu 5,7 auf der Richterskala hat der isländische Wetterdienst dort verzeichnet. Es folgte eine Serie vieler kleinerer Beben, auch Tremor genannt, eine Art Zittern, das Stunden anhielt und Vorbote eines Vulkanausbruchs sein könnte. Die Behörden haben inzwischen die zweithöchste Warnstufe ausgerufen. (Orange)

Die Bebentätigkeit ist von der Stärke her zurückgegangen, doch zwischen den Bergen Keilir und Fagradalsfjall hat sich ein Magmagang gebildet, der in den vergangenen Tagen immer grösser geworden ist.

Dieser Gang ist sieben Kilometer lang und ist in der Nähe des Berges Keilir nur noch einen Kilometer von der Erdoberfläche entfernt. Dort ist die Magma auch heisser, für die Wissenschaftler ein grosses Indiz, dass sie dort demnächst an die Oberfläche gelangen könnte.

Printscreen RÙV

Sollte es zu einem Vulkanausbruch kommen, dann wird dieser ähnlich wie der Ausbruch am Fimmvörðuháls (2010, Süd-Island) ausfallen. Es wird zu keiner Explosion kommen, sondern ohne Vorwarnzeit zu einer Spalteneruption, d.h. der Boden öffnet sich und Lava fliesst heraus.

Ein zweiter Eyjafjallajökull-Moment mit riesiger Aschewolke bahnt sich also wahrscheinlich nicht an. Dafür wird diese Eruption ein Déjà-vu mit den eher unaussprechlichen Namen bringen: Die Lavafelder und Berge in der Gegend, nach denen ein neuer Vulkan benannt werden könnte, heissen Fagradalsfjall oder Þráinsskjaldarhraun. Dies wird weltweit in den Nachrichten am Radio und Fernsehen sicherlich zu lustigen Zungenbrechern führen.

Eyjafjallajökull (nach dem Ausbruch)

Spektakulär könnte es trotzdem werden, aber so wie es aussieht ohne Gefahr für die Bevölkerung. Ausgenommen sind giftige Gase, die aufsteigen und sich über die nahe Gegend legen könnten.

Folgende intressante Links habe ich gefunden: im isländischen Fernsehen RÙV gibt es eine Animation der unterirdischen Aktivität (hier geht es zum Nachrichtenlink), beim isländischen Wetterdienst findest Du die aktuelle Erdbebentätigkeit auf dieser Karte.

Und ich bleibe dran.


Quellen: RÙV, isländischer Wetterdienst, u.a.
Bilder by Michael’s Beers & Beans