Schwabenweg – von Fischenthal in die Ausserschwyz

Der heutige Tagesabschnitt bringt uns mit einer Laufzeit von rund 5 1/2 Stunden von Fischenthal nach Pfäffikon SZ, vom Zürcher Oberland über den Zürichsee bis in die Ausserschwy. Kurz nach Fischenthal beobachten wir Gämsen, die fast nur ein Steinwurf von uns entfernt stehen. Etwas erstaunt sind wir schon, dass wir diese scheuen Gebirgstiere hier im Zürcher Oberland antreffen. Die Gämsen hätten wir eher im Schweizerischen Nationalpark im Engadin erwartet. Aber es ist tatsächlich so, dass es hier im Zürcher Oberland einen Gamsbestand von 400 Tieren gibt.

Wir folgen weiter der Bahnlinie und erreichen Gibswil, dessen Wahrzeichen drei Skisprungschanzen sind. Meistens führt uns der Weg über Asphalt und Naturwege, ab Gibswil ist es schon fast ein Panoramaweg. Der höchste Punkt erreichen wir mit 800 m Höhe im Weiler Büel. In südlicher Richtung geht es den Hügelhängen der Bachtel-Allmen-Kette bis hinunter nach Blattenbach (Gemeinde Wald). In Blattenbach kommen wir an der schönen ehemaligen Pilgerherberge zum roten Schwert vorbei, welche 1530 erbaut wurde.

Via Töbeli geht es weiter um die ländliche Stadt Rüti herum. Langsam ändert sich die Landschaft und es wird immer urbaner – wir treffen in Rapperswil-Jona ein.

Die „Rosenstadt“ Rapperswil mit ihrem wuchtigen Schloss liegt geschichtsträchtig und idylisch am Ufer des Zürichsees. Zwischen Juni und Oktober erblühen insgesamt rund 15’000 Edelrosen, Polyantha- und Strauchrosen in den Gärten und Gassen in und um die Altstadt. Früher schon verlief der Verkehr, mehrheitlich Kaufleute und Pilger, durch die Stadt Rapperswil. Vom Hauptplatz durch die Fischmarktstrasse und über das Südtor gelangen auch wir zum Holzsteg nach Hurden. Für die Pilger damals und für uns heute ist der Holzsteg eine einzigartige Möglichkeit den Zürichsee zu Fuss zu überqueren. Allerdings stand den Pilger damals ein unsicherer, gewundener Holzsteg mit locker aufgelegten Brettern zur Verfügung. Die Bretter wurden nur auf die Pfähle gelegt, damit ein Unwetter oder ein hoher Wellengang die Brücke nicht jedes Mal zum vollständigen Einsturz brachte.

Wir benutzen den gleichen Holzsteg, allerdings im April 2001 wurde an gleicher Stelle des alten Steges eine 841 Meter lange, zweieinhalb Meter breite, modern gestaltete Holzbrücke eingeweiht. Es handelt sich um die längste Holzbrücke der Schweiz. Sie steht auf total 233 Pfählen.

Der Holzsteg bringt uns nach Hurden, eine weit in den Zürichsee hinausragende Landzunge. Dort entdecken wir eine bezaubernde Kapelle (zu Ehren der heiligsten Dreieinigkeit), welche direkt am Seeufer liegt. Der Schluss zieht sich gerade aus bis zum Tagesziel Bahnhof Pfäffikon SZ und erreichen damit die Region Ausserschwyz.

Die Fünfte Etappe in meinem Bilderbuch „Schwabenweg“

Schwabenweg

Direkt hinter der einzigartigen Seenlandschaft des Bodensees beginnt die hügelige Landschaft des Thurgaus. Und genau durch diese Landschaft führte uns eine mehrtägige Wanderung auf dem Schwabenweg in Richtung Alpen. In mehreren Etappen folgten wir diesem historischen Pilgerweg vom Bodensee aus durch den wunderschönen Thurgau und überquerten das Hörnli zum Zürichsee. Bergig ging es von dort weiter über den Etzelpass, bis uns am Schluss das Bergmassiv der Mythen den Weg zum Ziel in die Klosterstadt Einsiedeln wies.

Der Schwabenweg ist ein Pilgerweg der seit dem Mittelalter besteht. So schnupperten wir etwas Pilgerluft und freuten uns an der Bewegung in einer herrlichen, abwechslungsreichen Natur.

Der Schwabenweg gehört zu den Jakobswegen der Schweiz. Die „ViaJacobi“ benannten Wege orientieren sich an den mittelalterlichen Pilgerwegen. Allerdings gab es früher keine feststehende Hauptroute. Je nach Wetterbedingungen änderten sich die Streckenverläufe und ein weitverzweigtes Netz an Pfaden spannte sich durch die Schweiz.

Im Mittelalter kamen vorwiegend Schwaben in Konstanz an, um von dort pilgernd den Weg zum Wallfahrtsort Einsiedeln zu begehen, daher rührt der Name Schwabenweg.

Über unsere Wanderung von Konstanz nach Einsiedeln, vom Bodensee zu den Mythen, habe ich Euch von jeder Etappe ein Kapitel in einem Bilderbuch zusammengestellt, welche ich hier in den nächsten Wochen posten werde. Dabei lasse ich meine Bilder über diese schöne Tour sprechen, verzichte bewusst darauf, die Route im Detail zu beschreiben. Dafür werde ich den einen oder anderen Link posten, denn im Internet sind viele ausführliche Routenbeschreibungen zu finden.

5. Etappe

Route: Fischenthal – Rüti – Jona – Rapperswil – Zürich See – Pfäffikon SZ

Wanderzeit ca. 6 Stunden, ca. 25 km