Postkarte aus Gottlieben

Gottlieben – die vergessene Perle am Seerhein

Gottlieben liegt am Seerhein, der kurzen Wasserstrasse zwischen Bodensee und Untersee. Das malerische Ortsbild wird geprägt von wunderschönen Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert, idyllischen Winkeln und einer kleinen, schönen Seepromenade gesäumt von Platanen. Der kleine Ort birgt grosse Schätze. Schloss Gottlieben war einst im Besitz von Franzosenkaiser Napoleon III., desweiteren sind die berühmten Gottlieber Hüppen, das Literaturhaus „Bodman“ und eine kleine Szene an Künstler zu nennen. Dem einen oder anderen ist vielleicht noch geläufig, dass der Komponist und Sänger Udo Jürgens hier seine letzten Jahre verbrachte.

Dorfplatz

Gottlieben hat einer der schönsten Dorfplätze der Schweiz. Dort liegt das Bodman-Haus, das Heim des Dichters Emanuel von Bodman (1874 – 1946). Heute ist es ein Literaturhaus mit einem spannenden Programm im Saal unter dem historischen Dachstuhl. Künstler und Kunsthandwerker schätzen die Idylle des kleinen Dorfes: Es gibt eine Buchbinderin, eine weit über die Grenzen hinaus bekannte Seidenfärberei, Modedesigner und Maler.

Sogar eine von Zürich bis Basel „weltbekannte“ Spezialität gibt es hier, die schon Prinz Louis Napoleon schätze: die Gottlieber Hüppen. Hauchdünne Crepes werden noch heiss über Eisenstäbe gerollt und anschliessend mit fluffigen Pralines gefüllt. Dazu ein duftender Kaffee. Herrlich!

Etwas speziell ist, dass es in Gottlieben gleich zwei Marinas gibt. Diese gehören zu den wohl traditionsreichsten Werften am Bodensee. Beide Werften haben sich auf sehr exklusive Motorboote spezialisiert – wer etwa einen schwimmenden „Ferrari“ oder „Rolls Royce“ für den See sucht ist hier richtig. Faszinierend ist das wunderschöne Design dieser Motorjachten, welche im Sommer etwas Côte d’Azur-Feeling an den Seerhein bringen.

Seepromenade

Der imposanteste Fachwerkbau beherbergt das Hotel-Restaurant „Drachenburg“, dieses Hotel war in den 1970er Jahre einmal einer der Leuchttürme der Schweizer Hotellerie. Ebenfalls zu dieser Zeit kochte die «Grande Dame der helvetischen Küche» Rosa Tschudi in der benachbarten „Krone“. Damals war Gottlieben vielleicht so etwas wie das kleine St. Tropez vom Bodensee. Der Ort ging danach für auswärtige Besucher immer mehr in Vergessenheit und liegt heute im Dornröschenschlaf.

Der Ort hat ein etwas maroden Charme. Doch ein Wandel ist spürbar – einige der alten Häuser haben die Besitzer gewechselt und werden renoviert. Zudem hat eine kapitalkräftige Stiftung vor kurzem das Häuser-Ensemble „Drachenburg/Waaghaus“ (ehemaliges Hotel/Restaurant) übernommen und wird zusammen mit der Stararchitektin Tilla Theus diesem denkmalgeschützten, historischen Hotel- und Gastronomiegebäude neues Leben einhauchen.

Also wer hier Ferien macht wird vielleicht zum Trendsetter. Und wird den idyllischsten Dorfplatz der Schweiz kennenlernen. Und findet dort sogar einen Dorfladen. Hier gibt es Drinks, Proviant und Postkarten. Gleichzeitig ist es die Touristeninformation der Gemeinde, die mit gut 300 EinwohnerInnen und nur 32 Hektar Fläche eine der kleinsten der Schweiz ist.

Mein Tipp:

Warum nicht Urlaub in diesem zauberhaften und verschlafenen Ort Gottlieben am Bodensee im Thurgau? Gottlieben selber ist schnell gesehen, aber eignet sich wunderschön als Basis um von hier aus den ganzen Untersee zu erkunden. Zudem ist Konstanz, die Insel Mainau und Meersburg ebenfalls schnell zu erreichen.

Mit dem Hotel Porto Sofie (3*) hat es hier ein bezauberndes Hotel direkt am Seerhein. Gottlieben bietet Schiffsrundfahrten, Ausflüge ins Thurgauer Land, ein Stadtbummel durch Konstanz, Birdwatching im angrenzenden Naturschutzgebiet oder wunderschöne Wanderwege direkt am Bodensee. Baden ist direkt an der Seepromenade möglich (kleiner Badeplatz) oder in der Seerhein Badi, welche zu Fuss in wenigen Minuten erreichbar ist. Und als Abenteurer ist unterwegs, wer auf einem SUP oder Kanu den Seerhein entdeckt. Eines der schönsten Ecken für „Sunset Paddling“.

In Gottlieben aufgeschnappt:

Seecafé & Manufakturladen Gottlieber Hüppen – Café direkt an einer Marina, modernes Ambiente direkt am See. Schöner Manufakturladen der bekannten Gottlieber Hüppen.

Hotel Porto Sofie – sehr feine Cocktails, guter Kaffee oder ein Kuchen direkt auf der Seepromenade inkl. sehen und gesehen werden. Verkauf von Glacé über die Strasse.

localholic – das Begegnungshaus in Gottlieben. Café, Food-Tüten, ein Fremdenzimmer, Entdeckertouren, Co-Working Platz, Vermietung von SUP’s und Kanus. Und noch vieles mehr …

Kuhhorn – abschalten und geniessen. Ist so eine Art „Strandhütte“, aber auch so etwas wie ein „Geheimtipp“. Tolle Lage – von Gottlieben in 10 Min zu Fuss zu erreichen. Grill, Wurstsalat und Suppen. Die Lage am „Kuhhorn“ ist wunderschön, auch für „Sunset Lovers“. Meistens Donnerstags – Montags offen bis zum Sonnenuntergang.

Restaurant Linde (JUCKERs Boutique-Hotel) – befindet sich im Nachbardorf Tägerwilen. Gastgeber und Küchenchef Thomas Jucker,  von Gault & Millau ausgezeichnet, zaubert dort wundervolle Gerichte.

Mein Picturebook aus Gottlieben:

Terrassenglück

Abendstimmung im Dorf

Schloss Gottlieben

Sunset Paddling

Neo Barock

Sibirische Schwertlilie (Espen Ried)

Badeplatz

Seerheinbadi

Wasserspeier Drachenburg Waaghaus

Heissluftballon über dem Seerhein

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