Corona WebLog #31: Eine Reise ins Ausland

Ein langes Wochenende in Deutschland war geplant, früher wäre ich einfach los gebraust. Heute ist es Ausland. Was wird mich dort erwarten? Als wir das Hotel buchten kam mir dies alles etwas eigenartig vor.

Wir steckten gerade zwischen der dritten und der wohl kommenden vierten Welle. Immer noch begannen die Nachrichten mit den laborbestätigten Infektionsfällen, dem R-Wert und den Hospitalisationen. In der Tagesschau erklärte am Abend noch eine Forscherin, auch in diesem Sommer werde sie nicht verreisen. In strengem Ton. Die Pandemie sei längst noch nicht vorbei.

Seit Beginn der Pandemie habe ich mich an alle Regeln gehalten: Abstand, Maske, Hygiene und mitten im Winter dauergelüftet. Das war richtig. Falsch war oft der Ton, wenn ich belehrend meine Erfahrungen oder meine Sicht der Dinge weitergegeben habe. “Anders als in der Schweiz sind in Bayern die Hygiene- oder Stoffmasken streng verboten, wir müssen unbedingt noch FFP2-Masken kaufen”, hörte ich mich genau in diesem Ton schon wieder sagen. 

Natürlich war ich kaum gereist – stay at home! Kurze Ferien in Neuenburg und Arosa – die Schweiz habe ich seit bald zwei Jahren nicht mehr verlassen. Was ist bloss aus mir als “Traveller” geworden!

Nun also eine Reise – nach Deutschland! Wir fuhren mit dem Auto zu unserer Destination. Kurz nach der Grenze erhielten wir eine SMS von der Bundesregierung: 

Der Ton dieser SMS liess uns erschaudern. Sofort fragten wir uns, haben wir alles richtig gemacht?

Gilt unser Zertifikat auch in Deutschland? Was ist wenn hinter der nächsten Kurve die Schleierfahndung auf uns lauert? Werden wir “zwangsgetestet”, allenfalls in Quarantäne und nachher in Abschiebehaft gesteckt?

Nichts passierte. Wir kamen nach einer wunderschönen Fahrt in unserem Hotel an. Dies war noch schöner als auf der Homepage und der Gastgeber machte alles, dass wir uns in dieser schönen Stadt wohl fühlten. Wir bummelten durch die Altstadt, machten sogar an einer Stadtführung mit.

Am ersten Abend teilten wir in einem kleinen fränkischen Gasthaus den Tisch mit zwei Locals. Mit Fremden! Zuerst hat man uns geholfen “Luca” auf unserem Smartphone einzurichten, damit waren wir für den Rest des Aufenthaltes bestens für alle Registrierungen gewappnet. Sonst sprachen wir nicht über Corona, nicht mal darüber, wer schon geimpft ist. Dafür erhielten wir viele tolle Tipps aus der Stadt und der nahen Umgebung.

Das Wetter war ausnahmsweise schön, richtig Sommer. Die Menschen hier waren locker drauf, die Stimmung unter den zahlreichen Touristen entspannt. Der “Tapetenwechsel” tat gut. Und endlich war nicht jedes Gespräch durch Corona bestimmt und ungehört blieben die Nachrichten.

Plötzlich erschien mir die Schweiz so panisch, so angespannt. Aus der Ferne betrachtet.  

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