Island: Am Vulkan Askja tut sich etwas

Der Vulkan Fagradalsfjall  auf der Halbinsel Rekjanes sprudelt derzeit munter weiter. Allerdings war der Krater kurzzeitig “verstopft” und so machte der Vulkan im Geldingadalir mal für 8 Tage Pause. Doch letzes Wochenende erreichten uns spektakuläre Bilder des wieder erwachten Vulkan.

Askja vor Ausbruch?

Im Schatten dieses kleinen, aktiven Vulkanes regt sich derzeit allerdings ein ganz mächtiger Vulkan. Die Askja – der Zentralvulkan eines riesigen Vulkansystems im Vatnajökull-Nationalpark – scheint “aufzuwachen”.

Möglicherweise steht hier ein Vulkanausbruch vor. Isländische Vulkanologen stellten in den letzten Wochen eine Bodendeformation fest: mittlerweile hob sich der Untergrund im Westen der Caldera um bis zu 7 cm an. Die Bodenhebung wird sehr wahrscheinlich von Magma verursacht, dass sich in 2-3 km Tiefe sammelt.

Die Askja ist nicht nur ein Caldera-Vulkan auf Island, sondern eines der grössten Vulkan-Systeme der Insel im Nordatlantik. (Bild by Michael’s Beers & Beans, Archiv)


Die Behörden haben die Alarmstufe der Askja auf „gelb“ erhöht. In der Alarmstufe „gelb“ (isl. Ungewissheitsstufe) des Zivilschutzes wird die Überwachung eines Vulkanes verstärkt. Diese Alarmstufe ist Teil des Sicherheitsdispositives. Für den Alltag der Bevölkerung hat die Ungewissheitsstufe keine direkten Auswirkungen.

Aviation colour code map (Icelandic Meteorological Office)

Die Askja sowie der Vulkan Grimsvötn sind in der Warnstufe gelb. Das orange Dreieck im Südwesten der Insel zeigt den Standort des Vulkan Fagradalsfjall (Warnstufe orange – aktiver Vulkan mit wenig Emissionen von Asche)

Die Askja ist ein Caldera-Vulkan und liegt im isländischen Hochland und hat eine Höhe von 1516 m. Der Vulkan erhebt sich ca. 800 m über einer hochgelegenen Wüste. Bis zum Gletscher Vatnajökull, sind es nur wenige Kilometer in südlicher Richtung.

Die letzte Eruption der Askja ereignete sich 1961, bei welcher das Lavafeld Vikrahraun entstand. Zwischen 1988 und 2007 senkte sich der Boden der Caldera.

Im Juli 2014 rutschte ein grosser Hang direkt in den Caldera-See und löste einen Tsunami aus. Ebenfalls in 2014 brach der Nachbarvulkan Bardarbunga aus. Die Sorge der Wissenschaftler war, dass sich sich das basaltische Magma aus dem Bardarbunga mit ryholitischer Restschmelze unter der Askja vermischen könnte, was zu einer riesigen explosiven Eruption führen hätte können. Dazu kam es zum Glück nicht.

Quellen: RÙV, Iceland Review, Vulkan.Net, Icelandic Met Office

Das Bild zeigt ein Teil des Gebietes am Askja: Den Calderasee Öskjuvatn, Dyngjufjöll im Hintergrund sowie den Kratersee Viti im Vordergrund. (Bild by Michael’s Beers & Beans, Archiv)
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