Corona WebLog #32: Unlesbare QR-Codes, unausgereifte Reise-Apps, strenge Zöllner?

Das Fernweh hat mich ins Ausland gezogen. Mit dem Auto von der Quelle der Mosel bis zur Mündung im Rhein – immer diesem wunderbaren Fluss entlang. Durch Frankreich, Luxembourg und Deutschland. Diese Idee hatte ich schon lange und im September war für mich der richtige Zeitpunkt diese Reise endlich einmal zu unternehmen. Auch ein bisschen als Alternative, weil ich auf die Fliegerei noch keine Lust hatte. 

Mit dem Reisen ist es nach wir vor so eine Sache. Selbst innerhalb Europas gibt es je nach Zielland unterschiedliche Regeln und Auflagen. Reisen waren definitiv schon einfacher zu organisieren. Fast lassen einem die zahlreiche Vorschriften und Bestimmungen die Lust auf eine Reise vergehen. Dies muss nicht sein. 

Schlussendlich ist es gar nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick scheint. Es braucht einfach eine kurze Reisevorbereitung. Dabei war ich überrascht wie schnell ich die einzelnen Einreisebestimmungen der Länder auf den offiziellen Website gefunden habe. 

In Frankreich erscheint das öffentliche Leben ganz normal. Zur Einreise muss man eine eidesstaatliche Erklärung ausfüllen, in der man bestätigt, keine Covid-Symptome und keinen Kontakt zu Infizierten zu haben. Diese Erklärung kann man ausdrucken, unterschreiben und diese dann einfach immer bei sich mitführen. Ausserdem braucht es eine Bestätigung, dass man doppelt geimpft oder genesen ist, oder weist einen negativen PCR-Test (72 h gültig) oder Antigen-Test (48 h gültig) vor. Bei Restaurantbesuchen, Museen oder teilweise auch Shopping wird dieses Bestätigung, der sogenannte “Pass Sanitair” (entspricht unserem Covid-Zertifikat) verlangt. Der QR-Code darauf wird meistens über ein anderes Handy gecheckt. Eine Sache von Sekunden. Im Gegensatz zur Schweiz muss man bei einem Restaurantbesuch beispielsweise die Identitätskarte oder den Reise-Pass nicht vorweisen. Unser Covid-Zertifikat hat perfekt funktioniert – als App wie auch als Papier.

Auch in Luxemburg gelten Einschränkungen bei der Einreise. Grundsätzlich dürfen nur BürgerInnen der EU und der assoziierten Schengen-Länder (da ist die Schweiz dabei) ins Land einreisen. Pflicht ist bei der Einreise ein Impfzertifikat, eine Genesungsbescheinigung (entspricht Schweizer Covid-Zertifikat) oder man muss einen negativen PCR-Test (72 h gültig) oder Antigen-Test (48 h gültig) dabei haben. In Luxemburg wird in Hotels oder Restaurants (oder sonstigen öffentlichen Innenräumen) ein Zertifikat verlangt. Aufgefallen ist, dass dies oft gar nicht elektronisch sondern manuell geprüft wurde. Es wurde lediglich kontrolliert ob 2 Impfungen angegeben sind, das wars. 

Deutschland ist sicher eines der Länder mit den strengsten Regeln und Massnahmen. Daher verwundert es kaum, dass auch in Deutschland Reisebeschränkungen bei der Einreise aus vielen Ländern herrscht. Die Schweiz ist aus der Sicht Deutschlands kein Risikogebiet mehr. Als Schweizer oder Schweizerin muss man daher keine Digitale Einreiseanmeldung (DEA) ausfüllen. Trotzdem gelten auch für die Einreise nach Deutschland regeln: Seit dem 1. August 2021 müssen alle Personen über 12 Jahren bei der Einreise entweder einen Nachweis über eine Impfung, Genesung oder einen negativen Test (Antigen oder PCR) vorlegen, unabhängig davon, ob die Reise auf dem Landweg (Auto, Bahn, Bus) oder mit dem Flugzeug unternommen wird.

Im Land selber sind die Regeln für Touristen mehr oder weniger gleich. Allerdings gibt es unterschiede in den einzelnen Bundesländern. Aber mit etwas Beobachtung erkennt man die Unterschiede. In öffentlichen Einrichtungen wie Restaurants, Hotels oder Museen wird ein Zertfikat (3G) verlangt, dafür entfällt im Innenraum auch die Masken- und Abstandspflicht. 

Etwas besonders ist, dass beispielsweise in Rheinland-Pfalz (wie auch in anderen Bundesländern) das “2G+”-System eingeführt wurde. Sollte der Sieben-Tage-Hospitalisierungs-Wert und damit der Anteil mit COVID-19-Erkrankten auf den Intensivbetten einen bestimmten Wert überschreiten wird die “2G+”-Regel eingeführt. Die Auswirkung erscheinen mir etwas kompliziert, vor allem für nicht immunisierte Touristen. Für Geimpfte und Genesene bleibt es bei einem sehr grossen Stück Normalität. 

Wir blieben während unseres Aufenthaltes zum Glück von dieser Regel verschont, da die Ansteckungen und Hospitalisierung in Rheinland-Pfalz rückläufig waren.

Einreise in die Schweiz? Sollte für SchweizerInnen oder in der Schweiz wohnhafte kein Problem sein. Ja, aber nicht ganz. Seit Mitte September 2021 müssen grundsätzlich alle Reisenden vor dem Grenzübertritt in die Schweiz ein Einreiseformular ausfüllen. Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene müssen zudem bei der Einreise in die Schweiz ein gültiges negatives Testresultat vorweisen können und sich nach ein paar Tagen nochmals testen lassen. Ausnahme gibt es für Reisende nur, wer aus einem Grenzgebiet einreist. Dazu gehören Bayern und Baden-Württemberg. Reist man beispielsweise wie wir aus Rheinland-Pfalz an, dann ist das Einreiseformular auch für Schweizer und Schweizerinnen Pflicht.

Grafik: BAG September 2021

Fazit:

Hört sich alles kompliziert an? Ist es nicht. In den Ländern Frankreich, Luxemburg und Deutschland braucht es einfach unser Covid-Zertifikat (als Papier, Pdf oder im App). Es ist auch nicht nötig die nationalen Apps zu installieren. Obwohl in diese der Schweizer QR-Code eingelesen werden kann. Ein weiterer Schritt ist, dass man sich informiert ob man ein Einreiseformular vor Antritt der Reise ausfüllen muss. Diese (online) auszufüllen ist ebenfalls in wenigen Minuten erledigt.

Unser schweizerisches Covid-Zertifikat hat bestens funktioniert, der QR-Code konnte überall gelesen werden. Papier geht, PDF auf dem Handy geht und das App “Covid-Cert” funktioniert einwandfrei. Selbstverständlich? Finde ich  nicht, denn hier haben viele “Entwickler” gute Arbeit geleistet , damit wir unbeschwert Reisen können.

Zöllner haben wir an keiner der Grenzen gesehen, wir wurden nie kontrolliert. Trotzdem empfehle ich die Einreiseformulare der Länder auszufüllen, damit dann bei einer der zufälligen Kontrolle keine Chaos-Ferien entstehen. Und es drohen hohen Bussen.

Alle diese Massnahmen dienen nur einem Zweck: das Ansteckungsrisiko mit dem Virus zu vermindern. daher braucht es keine Kontrollen durch Zoll und Polizei, es sollte einfach selbstverständlich sein, dass man die Massnahmen der einzelnen Ländern als Tourist akzeptiert. Mit gesundem Menschenverstand reisen und vorsichtig bleiben. Auch wenn man Geimpft oder Genesen ist. 

Stand September 2021

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