Schwalbenschwanz im Oktober?

Mitten im Herbst flatterte da völlig überraschend ein riesiger Schmetterling an mir vorbei. Ich stand unweit vom Süd-Ufer des Bodensees direkt an einem Gemüsefeld, in welchem gerade der Fenchel kurz vor der Ernte stand.

Der Schmetterling landete an einer nahen Hecke, schlug seine schönen Flügel auf und wärmte sich in der noch milden, tiefstehenden Herbstsonne. Für mich blieb tatsächlich genügend Zeit meine Kamera aus dem Rucksack zu nehmen und ein paar Fotos zu schiessen, bevor er seine Flügel kurz schloss und wieder davon flog.

Was da gerade vor mir in der Sonne posierte war ein Schwalbenschwanz (Papilio machao) und gehört zu den imposantesten Schmetterlingen in unseren Breiten. Sicher ist er auch einer der bekanntesten. Der schöne Schmetterling ist ein beliebtes Motiv in der Werbung.

Aber ein Schwalbenschwanz im Oktober? Im Internet habe ich darüber etwas nachgeschlagen und herausgefunden, dies ist nichts ungewöhnliches. Dieser Schmetterling bildet tatsächlich im Jahr 2 – 3 Generationen. In besonders günstigen Jahren können die ersten Falter schon Ende März schlüpfen. In normalen Jahren entwickeln sich zwei Generationen von Mitte Mai bis Mitte Juli und August bis September. Späte Tiere von Ende September bis Oktober können einer partiellen 3. Generation angehören.

Übrigens die Raupen sind ebenfalls leicht zu finden, beispielsweise am Grün der Fenchel oder Karotten. Daher heissen die Raupen des Schwalbenschwanz bei uns im Dialekt auch „Rüebli-Raupe“.

Der Schwalbenschwanz ist mit einer der schönsten heimischen Ritterfalter. Dieser Schmetterling ist selten anzutreffen. Seine Färbung und die Form der Flügel mit der blauen Binde und den roten Augenflecken sind das markante Zeichen des wunderschönen Schwalbenschwanz. Schön dass ich einen beobachten durfte. Und ich mich ihm – ohne zu stören – mit der Kamera nähern und fotografieren konnte.