CoronaWebLog #34: Willkommen in der Endlos-Corona-Schleife

Und täglich grüsst … das Corona.

Die Nachbarländer Österreich und Deutschland haben die Schutzmassnahmen drastisch verschärft. Hier in der Schweiz wird (noch) Zurückhaltung geübt, was zusätzliche Massnahmen betreffen. Jedenfalls erlebe ich ein Déjà-vu. Die News zu Corona prasseln wieder im Minutentakt herein, um die Ecke schwirrt mit Omikron ein weiterer Mutant hervor und die Diskussionen über Einschränkungen und Massnahmen in den letzten Wochen waren zermürbend. Dies alles reisst bei mir gerade alte emotionale Wunden auf. Die Unsicherheit, wann dieser unkontrollierbare Ausnahmezustand enden wird, geben mir gerade einen seelischen Dämpfer.

Diese Pandemie flammt nochmals richtig auf. Nicht zuletzt, weil sich eine vorsichtige Mehrheit einer gefährlichen Minderheit unterstellen musste. Eine Minderheit, überzeugt davon, dass sie vom Virus nicht betroffen ist. Diese Minderheit verhält sich wie Truthähne*, die für Thanksgiving gemästet werden. Gleichgültig sehen sie zwar, dass andere Truthähne um sie herum geschlachtet werden, sind aber überzeugt, ihnen kann das nicht passieren! Bis der Bauer sie eines Tages eines besseren belehrt und ihnen den Hals umdreht! (*Frei nach dem Truthahn-Fehlschluss des Philosophen Adriano Mannino)

Damit dies im übertragenen Sinne nicht passiert, wird sich die Mehrheit wieder stark einschränken müssen um die Spitalkapazitäten vor einer Überlastung zu schützen.

Die Mehrheit der Bevölkerung, dies hat die Abstimmung über die Änderungen zum Covid-19 Gesetz vom letzten Sonntag gezeigt, steht hinter den Schutzmassnahmen von Regierung und Parlament. Viele wünschen sich sogar strengere Auflagen. Es ist die Vernunft der Mehrheit, die dafür sorgt, dass Corona „weniger schlimm“ aussieht, als es in Wirklichkeit ist.

Dagegen haben wir es den unbelehrbaren Zyniker der „Freiheitstrychler-Allianz“ zu verdanken, dass wir uns nun alle in einer Endlos-Corona-Schleife befinden.

Bestehende und kommende Schutz-Massnahmen werden ihre Wirkung nicht verfehlen. Doch daraus können die aus Massnahmenkritikern und Coronaleugnern bestehende „Allianz der Freiheitstrychler“ ableiten, dass die Pandemie-bedingten Einschränkungen überzogen sind. Ihren Egoismus noch lauter ausleben, egal ob in der Schweiz täglich Menschen an den Folgen von Covid-19 hospitalisiert werden, auf die Intensivstation müssen oder sogar sterben.

Ich hoffe, dass die Abstimmung des vergangen Sonntags die Rückkehr zu wissenschaftsbasierter Politik ist. Dies würde aber bedeuten, dass es in der Pandemiebekämpfung keinen Grund mehr gibt auf die unsolidarische Minderheit Rücksicht zu nehmen.

Wie auch immer, die Hoffnung auf Normalität muss für die nächsten Monate wieder hintenangestellt werden. Zudem wird uns der Mutant Omikron nochmals richtig herausfordern!

Fangen wir an die Tage zu zählen bis es Frühling wird. Stay well and safe.

Und täglich grüsst das Murmeltier …

Deutscher Titel für die Filmkomödie Groundhog Day, 1993

P.S.
Am letzten Abstimmungs-Sonntag vom 28. November 2021 wurde das Covid-19 Gesetz mit 62.1% (Stimm-Beteiligung 65.7%) angenommen. Dies zeigt, dass eine klare Mehrheit des Schweizer Stimmvolkes hinter wissenschaftlicher Fakten und dem Bundesrat sowie Parlament steht.

Covid-19-Gesetz? Im Juni wurde das Covid-19-Gesetz mit 60 Prozent angenommen. Weil gegen die Änderungen vom 19. März wiederum ein Referendum ergriffen wurde, musste nun auch über diese abgestimmt werden. Das mehrmals angepasste Covid-19-Gesetz erlaubt es, Menschen und Unternehmen besser zu schützen. Die Anpassungen vom März 2021 weiten die wichtige wirtschaftliche Hilfe aus und schliessen Unterstützungslücken. Das Covid-Zertifikat vereinfacht Auslandreisen und ermöglicht die Durchführung bestimmter Veranstaltungen.

Dagegen ergriffen Massnahmenkritiker wie die «Freunde der Verfassung» das Referendum. Zusammen mit den Freiheitstrychlern, der grossen Schweizerischen Volkspartei (SVP), Teile der Wirtschaft (z.B. Gastro Suisse) sowie Massnahmengegnern, Impfgegnern und Coronaleugner bildete sich eine Art Allianz gegen die Gesetzesänderung vom März 2021. Diese Gesetzesänderung sei unnötig und extrem. Zum Schutz vor Covid oder anderen Krankheiten genügen ihres Erachtens die bestehenden Gesetze. Nach Ansicht der Komitees führt die Gesetzesänderung auch zu einer Spaltung der Schweiz und zu einer massiven Überwachung von allen. Immer wieder wurde auch Forderung laut, alle staatlichen Massnahmen gegen Corona fallen zu lassen und dafür auf Eigenverantwortung zu setzen.

Mit dem Abstimmungsausgang wurde zudem einem allfälligen „Trychler- Experiment“, dem Corona-Virus ohne staatliche Schutzmassnahmen eigenverantwortlich zu begegnen, den Riegel geschoben.

Der Corona WebLog ist ein Art „Online-Tagebuch“ – meine Beobachtungen und Gefühle in der Corona Krise

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