Zum 3. Advent: Warten ohne Plan …


Kinder warten auf den Samichlaus und das Christkind, viele Erwachsene können es kaum erwarten bis die Einkaufsstrassen in weihnachtlichem Glanz erleuchten oder die ersten Weihnachtsmärkte eröffnen. Und Christen warten auf die Ankunft des Heillands.

In unserer heutigen Gesellschaft hat Warten mit Erwarten zu tun. Warten ist gleichzeitig mit Streben nach Planbarkeit, Kontrolle und Gewissheit verbunden.

Die Adventszeit im letzten Jahr war durch die Corona-Pandemie anders geprägt. Viele von uns lernten eine ganz andere Seite des Wartens kennen: das existentielle Warten.

Neben der Ungewissheit auf die Zukunft und der weiteren Entwicklung der Pandemie hatte diese Warterei bei mir noch einen anderen Aspekt. Die Adventszeit in früheren Jahren empfand ich meist als stressig. Oft sehnte ich mich nach Ruhe, nach mehr Zeit für die Liebsten und zur Vorbereitung auf das Fest. Insofern bot die Ausnahmesituation mir die Möglichkeit, den Advent selbstbestimmter anzugehen ohne zahllose Weihnachts-Apéros, Verabredungen an Glühweinständen und ohne Jagd nach Geschenken in vollen Kaufhäusern.

Dies werde ich in meine Adventszeit übernehmen: Ohne Plan zu warten. Keine weihnachtliche, operative Hektik sondern auch mal Langeweile zuzulassen.

Der Advent ist traditionell eine Zeit der Besinnlichkeit und Innenschau. Diese Zeit lehrt mich, dass nicht alles immer weiter, schneller, höher sein muss, sondern dass es doch darauf ankommt, gesund und mit anderen in Kontakt zu sein.