Corona WebLog #38: „Superinfektionswochen“

Rekordhohe Infektionszahlen, Zwangsrekrutierung von Gesundheitspersonal, 2G und 2G+, Personalengpässe in der Wirtschaft, Warnung der wissenschaftlichen Taskforce vor einem „Omikron-Tsunami“.

Und in den Bergen feierten tausende von Skisportfans die Skirennen am Chuenisbärgli (Adelboden) und am Lauberhorn (Wengen). Verwundert rieben sich österreichische Schneesportler die Augen und mutmassten, ob die Schweizer wohl versuchten, ihr Land gleich an einem einzigen Wochenende durchzuseuchen.

So kurz zusammengefasst ist gerade die Situation bei uns. Paradox mutet dabei an, dass es keine Verschärfung der Massnahmen gibt und die Quarantäne und die Isolation auf fünf Tage verkürzt worden ist. Dabei stehen uns die „Superinfektionswochen“ bevor!

Superinfektionswochen? Hört sich an wie eine Aktionswoche im Supermarkt!

Hinter diesem Begriff steht eine Berechnung der Experten welche davon ausgeht, dass sich diese und nächste Woche nochmals viele Menschen mit Omikron anstecken werden. Die Spitäler bereiten sich entsprechend auf eine hohe Anzahl von Hospitalisierungen vor. Letzte Woche wurden bereits über 180’000 Infektionen gemeldet!

Was kommt da auf uns zu?

Fast jede und jeder kennt in meinem Familien- und Bekanntenkreis Infizierte, es ist das Gesprächsthema Nummer eins. Der auch! Die ganze Familie! Die halbe Abteilung! Die Einschläge kommen näher. Der „Omikron-Tsunami“ rollt tatsächlich gerade über uns hinweg. Die Regierung bleibt dabei erstaunlich gelassen und stellt sich auf den Standpunkt „die Pandemie ist zwar noch nicht vorbei, Corona sei für Geimpfte aber bald nur noch wie eine Erkältung oder eine Grippe.“

Ganz anders in den Nachbarländern. Dort wurden inzwischen hochdekorierte uniformierte Generäle in Stellung gebracht und die Massnahmen werden gefühlt von Tag zu Tag verschärft. Das Ganze macht aber das Infektionsgeschehen anscheinend auch nicht viel besser, allenfalls wird es im Gegensatz zu uns etwas verlangsamt.

Und was soll ich tun?

Laisser-faire? In Deckung gehen? Es fühlt sich ein bisschen an wie in einem Katastrophenfilm, in welchem gerade melancholisch die Musik einsetzt.

Zugegeben ich bin etwas ratlos!

Es ist wieder eine ganz andere Situation, an welche ich mich erst einmal gewöhnen muss. Insbesondere die vielen positiven Stimmen, die überzeugt sind, dass Omikron die Pandemie beenden könnte. Haben wir es tatsächlich mit einem Mutant zu tun der sich zwar rasch ausbreitet, aber mildere Krankheitsverläufe zur Folge hat?

Und jetzt?

Wurstegal – es ist eh zu spät! Die Monsterwelle ist da. Ich werde einfach so weiter machen: Maske, Abstandhalten, Händehygiene, Homeoffice und soziale Kontakte (zu Fremden) reduzieren. Und wenn ich die Grippe bekomme, dann versuche ich mit Hot Whiskey, Tee und anderen Haushaltsmittelchen das Ganze in Schach zu halten.

Kapitulation?

Sieht das Ende der Pandemie wirklich so aus? Nach zwei Jahren Prävention und Kampf gegen das Virus erkrankt jetzt die ganze Nation gleichzeitig und kapituliert vor dem Virus?

Und das Virus? Nimmt es die Kapitulation an? Was aber, wenn die Intensivstationen trotzdem überlastet sind? Eine neue Virusvariante auftaucht? Wenn es wieder anders wird als gedacht?

Doch im besten Fall könnten wir im Frühling vielleicht endlich die Corona-Goodbye-Party feiern. Dafür sprechen im Moment viele Zeichen und vieles sieht gut aus. Was bleibt mir also anders übrig als meinem geboosterten Immunsystem zu vertrauen und mit Zuversicht durch diese „Superinfektionswochen“ zu gehen!

Zuversicht ist Einsicht auf Aussicht.

Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker
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