Flaschenpost vom Seerhein 3/22

Liebe Leserinnen, liebe Leser

In der Ukraine sterben Menschen, ein Atomkrieg könnte ausbrechen. Jeden Tag sind wir mit dem Unberechenbaren, Tragischen und Bösen konfrontiert. Trotzdem geht hier mehr oder weniger alles seinen normalen Gang.

Ich empfinde Mitgefühl mit den Betroffenen, grosse Wut auf den Verursacher und eine innere Ohnmacht gegenüber der diffusen Situation. Manchmal aber auch einfach das Bedürfnis, sich davon zu distanzieren. Ich schwanke ständig zwischen all dem hin und her. War ich nicht gerade erst dabei, Corona emotional zu verdauen? Die Hoffnung auf Normalität war enorm gross – und jetzt das.

Das positive der Pandemie ist, dass ich in den vergangenen zwei Jahren gelernt habe mit vielen Unsicherheiten klarzukommen und mit Informationsdefiziten umzugehen. Und ich weiss wie wichtig es ist den Alltag aufrechtzuerhalten und Aktivitäten nachzugehen, die uns normalerweise guttun.

Es ist Glück, dass ich an so einem privilegierten Ort geboren bin. Diese Ungleichheit als ungerecht wahrzunehmen wäre falsch. Ich habe ja die Möglichkeit, mich zu engagieren. Genauso wichtig ist es, dass wir eine gewisse Normalität aufrecht erhalten. Es nützt den Menschen in der Ukraine nichts, wenn es uns schlechter geht. Besser bleiben wir widerstandsfähig, damit helfen wir auch den UkrainerInnen. Ist es nicht das normale Leben, was dem Krieg schlussendlich die Substanz entziehen kann?

„Das Schönste am Frühling ist, dass er immer dann kommt, wenn man ihn am dringendsten braucht.“
– Jean Paul Friedrich Richter, deutscher Schriftsteller , 1763 -1825

Noch mehr als sonst sehne ich mich nach den ersten warmen Sonnenstrahlen, zwitschernden Vögeln und bunter Blütenpracht. Gerne hätte ich im März den Frühling am Seerhein mit der Kamera etwas mehr aufgespürt. Leider fehlte die Zeit, das eine oder andere Bild ist doch entstanden.

Meine Gedanken sind bei den Menschen in der Ukraine.

Liebe Grüsse vom Seerhein

Signs of Spring


Wolken verschwinden, das Licht der Sonne malt den Himmel blau. Vögel singen. Singen um den neuen Tag zu begrüssen. Lassen den Frühling beginnen.


Der „Pinguintanz“ der Haubentaucher ist ein faszinierendes Schauspiel. Dies konnten wir auf dem Seerhein bereits anfangs März beobachten. Die Balz der Haubentaucher gehört zu den spektakulären Verhaltensweisen im Vogelreich. Die beiden Partner beginnen mit einem abwechselnden Kopfschütteln. Am Höhepunkt der Balz tauchen beide Partner ab und präsentieren sich anschliessend, quasi im Wasser stehend, Pflanzenteile für den Nestbau.


Von Konstanz bis zur Reichenau müssen sich die Schiffe an die durch Pfähle gekennzeichnete Fahrrinne halten. Es gibt einen Sommer- und einen Winterweg, so dass der Seerhein trotz seiner Untiefen ganzjährig befahrbar ist. Ist man an Gottlieben vorbei, weitet sich der Fluss zum Untersee. (Bild)


So einsam war es selten an der Waterfront. An der Seepromenade gab es zeitweise kaum mehr ein Durchkommen, in den Seecafés waren alle Plätze besetzt. Ende März waren die Temperaturen schon fast sommerlich warm. So viel Sonne und wenig Regen gibt es im Màrz am Seerhein selten.


(Noch) gähnende Leere im Bootshafen Ermatingen.


Ein magischer Frühlingsanfang – am frühen, eiskalten Morgen geht die Sonne über den Schilfwäldern des Seerheins auf und führt uns aus der Dunkelheit hinein in den ersten Frühlingstag.


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