Märchenhafter Blautopf

Blautopf bei Blaubeuren – eine märchenhafte Perle der Natur! Der Blautopf ist eine Karstquelle an der das Wasser aus einem langen, unterirdischen Höhlensystem an die Oberfläche tritt. Mythen und Sagen ranken sich um diesen magischen Ort mit seinem faszinierend tiefblauen Wasser.

Märchenhafter Blautopf

Schon immer zog dieser geheimnisvolle Blautopf Besucher nach Blaubeuren (Baden-Würtemberg, Deutschland) an. Auch viele Dichter und Denker – so ist es nicht verwunderlich, dass die Schwäbische Dichterstrasse am Blautopf vorbeiführt.

Eduard Mörike und Hermann Hesse

Beispielsweise Eduard Mörike wurde vom Blautopf zu seinem Märchen „Historie von der schönen Lau“ (1853) inspiriert: „Im Schwabenlande, auf der Alb, bei dem Städtlein Blaubeuren, dicht hinter dem alten Mönchskloster, sieht man nächst einer jähen Felsenwand den grossen runden Kessel einer wundersamen Quelle, der Blautopf genannt. Gen Morgen sendet er ein Flüsschen aus, die Blau, welche der Donau zufällt. Dieser Teich ist einwärts wie ein tiefer Trichter, sein Wasser von Farbe ganz blau, sehr herrlich, mit Worten nicht wohl zu beschreiben; wenn man es aber schöpft, sieht es ganz hell in dem Gefäss.” So beginnt sein Märchen von einer Wassernixe, die am Blautopf das Lachen wieder lernte.

Auch Hermann Hesse besuchte das Idyll und schrieb 1953: „Überall roch es nach Schwäbisch, nach Roggenbrot und Märchen. Überall duftete es nach Jugend und Kindheit, Träumen und Lebkuchen, Hölderlin und Mörike.“

Märchenhaft ist der Blautopf bis heue geblieben, die Stadt und die Gegen um Blaubeuren eine wunderbar verschlafene Idylle.

Fotografisch allerdings war der Blautopf eine kleine Herausforderung. Der kleine Teich wirkt je nach Einfall des Sonnenlicht tatsächlich so blau. Eingebettet von vielen Bäumen und Sträuchern, die das grelle Frühlingslicht brechen. Für mich als Fotograf gerade eine etwas schwierige Lichtsituation um das Blau auch wirklich auf den Sensor zu brennen. Rausgekommen sind dabei Bilder, die etwas unecht aussehen. Als wären diese gemalt worden. Doch vermögen diese den Zauber, welcher von dieser besonderen Quelle ausgeht, zu vermitteln.

Karstquelle Blautopf Blaubeuren Baden Württemberg Deutschland

Die Schwäbische Alb ist eines der grössten Karstgebiete in Deutschland, dort sammeln sich die Regenfälle nicht in Flüssen und Seen, sondern versickern sofort durch das durchlässige Karstgestein in den Untergrund. Das Wasser braucht nur wenige Tage von der Albhochfläche bis zu seinem Austritt am Blautopf. Wenn es auf der Alb stark regnet oder die Schneeschmelze richtig einsetzt spuckt der Blautopf rund 32’000 Litern pro Sekunde aus. Dabei ist die Wassertemperatur nahezu ganzjährig bei 9 Grad. Dies kommt daher, da die Temperatur in den Karsthöhlen ebenfalls durchgängig zwischen 8 und 9 Grad liegt. Das Quellwasser fliesst dann als Flüsschen Blau nach 22 Kilometern in die Donau bei Ulm.

Schon immer zog dieser geheimnisvolle Blautopf Besucher nach Blaubeuren (Baden-Würtemberg, Deutschland) an. Auch viele Dichter und Denker – so ist es nicht verwunderlich, dass die Schwäbische Dichterstrasse am Blautopf vorbeiführt.

Über die blaue Farbe wurde früher viel gerätselt. Den „Blaubeurern“ wurde sogar einmal unterstellt, dass sie jeden Tag ein Fass voll Tinte in den Quelltopf hineinschütten würden.

Unmöglich auch die Messversuche mit einem Bleigewicht, da dieses, kaum wurde es ins Wasser gelassen, von einer Wasser-Nixe gestohlen wurde. Daher galt der Blautopf lange Zeit als bodenlos.

Heute weiss man, dass die schöne, blaue Farbe durch mehrere Faktoren entsteht. Das Quellwasser ist sehr klar, zum anderen geht der Quelltopf trichterförmig in die Tiefe. Der Topf hat ca. einen Durchmesse von 40 Metern, eine Tiefe von fast 21 Metern. Die Tiefe ist es dann auch, der nahezu alle Farbspektren der einfallenden Sonne bis auf die bläulichen Anteile schluckt und dem Blautopf diese unglaubliche dunkelblaue Farbe gibt.

Aus der Rubrik „Der Traveller“

Was ich noch in Blaubeuren aufgeschnappt habe:

  • Panoramafahrt mit dem „Blautopfbähnle“
  • Blaubeuren hat eine schöne, kleine Altstadt mit Fachwerk und kleinen Gassen (z.B. historisches Gerberviertel )
  • Besuch des Kloster Blaubeuren von 1085 sehr empfehlenswert
  • Die Schwäbischen Alb gehört zu den wichtigsten altsteinzeitlichen Fundstellen der Welt deshalb auch UNESCO Weltkulturerbe

Und zum Schluss noch dies:

Der „Schweizer Edison“ Dr. h.c. Matthäus Hipp wurde hier 1813 in Blaubeuren geboren. Er lebte als „Erfinder“ in der Schweiz (Bern, St. Gallen, Neuenburg, Zürich-Fluntern, u.a.) und entwickelte elektrische Webstühle, Bahnsignale, elektrische Pendeluhren sowie der Hipp’sche Bandchronograf und das Hippsche Chronoskop. Er starb 1893 in Zürich-Fluntern.

tiefes blaues Wasser Blautopf
Spiegelglattes und sauberes Wasser
Kristallklares Wasser Fluss Blau

Quellen: Wikipedia, Blautopf.de, Nürnberger Reise (Hesse), div. Internet und Informationen vor Ort

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

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