Weihnachtsgeschichte aus Island

Jólasveinar, die isländischen Weihnachtsmänner

Die raue Natur im isländischen Winter spiegelt den Stoff, aus dem die bekannteste Weihnachtsgeschichte aus Island gemacht ist – ursprünglich war es eine düstere Erzählung.

Der Winter in Island kann sich inszenieren, als wäre er Teil einer Filmkulisse: Heisse Quellen brodeln dampfend an der Oberfläche. Eigenartige Felsformationen erinnern an fiese Trolle, zu Eis erstarrt. Unerbittliche treibt der stetige Wind den Frost in die Glieder. Nachts tänzeln die Nordlichter.

Nur wenige Kilometer liegt Island vom nördlichen Polarkreis entfernt. Die Insel aus Feuer und Eis ist grösstenteils unbewohnt. Die Sonne scheint am 20. Dezember, dem kürzesten Tag des Jahres, gerade einmal vier Stunden. Die Menschen kennen hier nur den Sommer und den Winter, Frühling und Herbst fällt einfach aus.

Grýla und die 13 Weihnachtsmänner

Diese unwirtlichen Lebensbedingungen haben die Traditionen des einstigen Wikingervolkes geprägt. Deshalb gehören auch heute noch die Geschichten über die furchteinflössenden Kreaturen aus dem Hinterland der Insel zu den traditionellen isländischen Festtagsvorbereitungen. Es sind die 13 Jólasveinar, die isländischen Weihnachtsmänner, die in der Adventszeit vom Esja-Gebirge zu den Menschen hinabsteigen. Sie rülpsen, sie stehlen, sie knallen die Türen und schauen den Mädchen unter die Röcke. Schlimmer noch: Pottasleikir (der Topflecker), Gattapefur (der Türschlitzschnüffler), Bjugnakraekir (der Wurststibitzer) und Co. verbreiten Angst und Schrecken, gemeinsam mit ihrer Mutter Grýla. Und dann gibt es noch ihre schwarze Weihnachtskatze, die unartige Kinder sogar frisst.

Weihnachtsgeschichte aus Island

Die Trollkinder sind heute politisch korrekt

Nun, die alte Hexe ist bis heute eine furchteinflössende Figur geblieben. Im Unterschied zu ihren Trollkindern, die über die letzten paar Jahrzehnte geradezu politisch korrekt geworden sind.

Pottasleikir (der Topflecker), Gattapefur (der Türschlitzschnüffler), Bjugnakraekir (der Wurststibitzer) und Co. verbreiten Angst und Schrecken

Da Island heute nicht mehr isoliert ist, mussten sich die Weihnachtsmänner dem europäischem Advents-Brauchtum anpassen. Das Erscheinungsbild wurde oder musste kinderfreundlicher gemacht werden. Wirklich brav sind die 13 Kerle ja nicht geworden, denn die Unsitten des Stehlens und Randalierens haben diese noch nicht ganz abgelegt. Trotzdem wurden die 13 Jólasveinarnir richtig veramerikanisiert – diese tragen seit einiger Zeit alle rote Anzüge und weisse Bärte.

Der Brauch, dass die Kinder abends die Schuhe raus stellen, ist ebenfalls noch nicht lange Tradition in Island. Diese wurde vermutlich von den Holländern übernommen.

Letztes Jahr hat eine isländische Weihnachtselfe auf meinem Blog die ganze Geschichte erzählt. Diese findest Du in meiner Serie „Die Jólasveinarnir – eine Weihnachtsgeschichte aus Island“. Dazu gibt es noch mehr Hintergrund und Infos zur ganzen Geschichte.

Weihnachtsgeschichte aus Island - 13 Jólasveinar, isländischen Weihnachtsmänner steigen in der Adventszeit vom Esja-Gebirge zu den Menschen.

Hier findest Du die ganze Weihnachtsgeschichte
aus Island

Letztes Jahr hat eine isländische Weihnachtselfe auf meinem Blog die ganze Geschichte erzählt – alle vier Kapitel sowie ein Kapitel über die Entstehung der „Yule Lads“ findest Du nachfolgend:

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