Sesseli adieu – tschüss alter „Brügger“-Sesselift

Arosa

Nach fast 50 Jahren geht die 2er Sesselbahn „Brüggerhorn“ im Skigebiet Arosa-Lenzerheide in Rente. Viele werden sagen, endlich wird das veraltete Ding abgebrochen – es wurde auch Zeit! Für mich dagegen geht eine schöne Ära zu Ende. Unzählige Fahrten, viele schöne Momente und zweisame, gute Gespräche verbinde ich mit dieser wackligen Sesselbahn.

Heute also meine letzte Fahrt mit der altehrwürdigen 2er-Sesselbahn Brüggerhorn, ein letztes Mal ging es für mich auf’s „Sesseli“.

Noch einmal schiebe ich mich durch die Zutrittskontrolle bis zur Einstiegsstelle, dort öffnet sich eine alte Klappe und ich gleite auf das schnell rotierende Einstiegsförderband, erwische den richtigen Moment um leicht auf den Sessel aufzuspringen ohne blaue Flecken abzubekommen. Dann ziehe ich den Sicherheitsbügel runter und lehne mich zurück, geniesse die ruhige, langsame Fahrt. Doch, plötzlich knackt es unter mir, eine Quer-Latte des Sessels bricht durch. So hänge ich auf meiner letzten Fahrt mit dem Sessel Nr. 45 etwas durch. Kein Problem, die alte Bahn hat über 10 Millionen Gäste sicher auf den Berg transportiert, also wird sie mich heute auch noch schaffen. Es gab wohl turbulentere Momente, so wie bei einem Sturm im Februar 2016, als Bilder der wild schaukelnden Bahn es sogar in die Abendnachrichten schafften und diese sich in Windeseile in den sozialen Medien verbreiteten.

Nach über 12 Minuten komme ich oben an der „Endstation Brüggerhorn“ an. Ein letztes Mal schiebt mich der Sessel samt Skiern auf den letzten Meter, bevor ich mich mit einem leichten Stockstoss von der Sesselbahn löse. Ab jetzt bleibt nur noch die Erinnerung an eine alte, wacklige aber so sympathische Sesselbahn!

Der alte Doppelsessellift Brüggerhorn wurde 1970 in Betrieb genommen und ist die älteste Bergbahn des Skigebietes Arosa-Lenzerheide. Es steckt viel Geschichte in dieser Bahn, weshalb die Sessel nach dem Abriss der Bahn zum Verkauf stehen. Im Dorf wird erzählt, dass bereits alle Sessel verkauft sind. Ein deutscher Gastronom soll 30 Sessel gekauft haben und wird diese in seinem Biergarten aufstellen. Falls bei einem die Querlatte durchgebrochen ist, dann war ich das! Obwohl, an meinem Gewicht kann es eigentlich nicht gelegen haben …

Die neue Sesselbahn im „Porsche Design“ ist kuppelbar und somit erheblich komfortabler als der fix geklemmte Doppelsessellift. Zusätzlich verkürzt sich die Fahrzeit von aktuell zwölf auf fünf Minuten. Die Beförderungskapazität steigt auf 1’600 Personen/h. So werden die wegen ihres Bergpanoramas beliebten Pisten 10 und 11 («leichte Maran») in Zukunft besser erschlossen.

Talstation, im Vordergrund die moderne Weisshornbahn
Endstation Sesselbahn Brüggerhorn (2447 müM) mit Transportseilbahn zur Sattelhütte

Die Fotos sind im März 2019 entstanden, die Bahn wird ihren Betrieb am Sonntag, 7. April 2019 einstellen. Nachfolgend noch das Video „Sturm lässt Sessel von Bergbahn tanzen“ (Video by Gisler Marc)

Dynamische Preissysteme in Skigebieten: Frühbucher profitieren, Familien haben eher das Nachsehen.

Arosa, Life&Style, Schweiz

Die Ruhe der Berge, die verschneiten Tannen neben der Piste, die klare Luft des Morgens und die Sonne. Bei keiner Sportart erlebe ich die vielfältige Natur der Berge so wie beim Skifahren. Daher ist ein Skitag für mich immer etwas spezielles, ein Genuss, für den ich gerne bezahle. Inzwischen geht das Ganze aber richtig ins Geld. Und es wird für spontane Menschen in Zukunft noch teurer. Neue dynamische Preissysteme treiben die Preise für eine Tageskarte bald über den Bereich von 100 Franken. Der Grund dafür liegt darin, dass viele Schweizer Skigebiete den Preis für den Skipass von der Nachfrage abhängig machen. Frühbucher profitieren, Familien haben das Nachsehen. Nachfolgend ein paar Gedanken und Beobachtungen.

Bergbahnen in der Schweiz haben Milliarden in die Pistenanlagen investiert. Ein beschneiter Pistenkilometer kostet rund eine Million Schweizer Franken. Dazu kommen hohe Betriebskosten für Strom, Wasser und Pisten-Präparation. Da verwundert es nicht, dass auch schon vor der Einführung der dynamischen Preis-Systeme eine „normale“ Tageskarte in einem der teuersten Schweizer Skigebiet wie z.B. St. Moritz oder Zermatt fast 80 Schweizer Franken kostete. (ca. 70 Euro)

Um mehr Umsatz zu generieren haben Schweizer Skigebiete dynamische Preissysteme lanciert. Das Prinzip ist mir schon von Flug- und Hotelbuchungen bekannt: Kostete der Flug an einem Buchungstag noch 200 Franken, lege ich ein paar Tage später schon 50 Franken drauf, weil die Nachfrage gestiegen ist – oder umgekehrt: Sinkt die Nachfrage, sinkt der Preis.

Bereits in der vergangenen Saison hat “mein” Skigebiet Arosa-Lenzerheide auf ein solches dynamisches Preissystem umgestellt. Andere Skiarenen wie Andermatt-Sedrun, Zermatt und St. Moritz-Oberengadin (u.a.) bieten jetzt ebenfalls seit diesem Jahr flexible Preismodelle an.

«First Minute Deal» heisst dies in Arosa-Lenzerheide:  Eine heute für in vier Wochen gekaufte Tageskarte in Arosa Lenzerheide ist günstiger, als wenn ich diese erst in vier Wochen an der Talstation löse. Da ich die Möglichkeit habe ausserhalb der Hauptsaison meine Skiferien zu nehmen profitiere ich von attraktiven Rabatten von bis zu 35 Prozent. Das Nachsehen haben Familien, die davon nur wenig profitieren können. Die Eltern von schulpflichtigen Kindern können meist nur zu Spitzenzeiten fahren und kommen nur auf einen minimalen Frühbucher-Rabatt. Positiv an diesem System finde ich, dass die maximalen Preise „gedeckelt“ sind. Bedeutet eine Tageskarte hat einen festgelegten Höchst-Preis.

Schlussendlich steckt hinter diesem Pricing eine Wette, die sich für die Bergbahnen immer auszahlt. Den sie verdienen, ganz egal, ob in meiner gebuchten Woche das Wetter nicht mitspielt oder im Fall, wenn ich verhindert bin. Gehe ich auf die Wette nicht ein, dann bezahle ich bei schönem Wetter den Höchstpreis – dieser kann in einigen Skigebieten in Zukunft sogar nach oben offen sein.


Daher bin ich überzeugt, dass das dynamische Pricing die Durchschnittspreise in den nächsten Jahren in der Schweiz nochmals deutlich ansteigen lassen wird. Dagegen wird man sich kaum wehren können, denn im Grunde sind diese hohen Preise gerechtfertigt. Die Wintersportorte und Bergbahnen betreiben einen hohen organisatorischen und technischen  Aufwand. Die Freizeit auf spektakulären Abfahrten sicher zu verbringen und dies dann gemütlich bei Sonnenschein auf einer urchigen Berghütte inmitten der unwirklichen Alpen ausklingen zu lassen, hat seinen Preis.

Tageskarte für 105 Schweizer Franken?*

Etwas problematisch sehe ich, dass zukünftig die Tarife aufgrund Algorithmen automatisch berechnet werden. Irgendwann werden die Preise in den grossen Skigebieten bei schönem Wetter die 100 Schweizer Franken-Marke für das Tagesbillet an der Kasse durchbrechen. Solche Rekorde werden das Image vom unbezahlbaren und teuren Skisport in der Schweiz zementieren,

Alternativen gibt es. Denn es bleiben immer noch die kleinen, fast unbekannten Skigebieten in den ursprünglichen Bergdörfern. Abseits des grossen Après-Ski-Klamauks warten hier kleine, aber feine Pisten und das originale, Schweizer Märchenland-Gefühl mitten in den Alpen. Zum Fixpreis für jedemann.

*Am 4.2.2109 wurde auf dem Online-Portal von St. Moritz die Tageskarte für den 5.2.2019 zum Preis von CHF 92.– angeboten. Nach den Schneefällen war die Prognose für den 5.2.2109 „Sonne pur“. Zudem hatte in dieser Woche u.a. der Kanton Zürich Wintersportferien. Würde ich am 4.2.2019 über Snow Deal eine Wette auf den 5.4.2019 abschliessen, könnte ich die Tageskarte für CHF 42.– kaufen. 

Quellen: Tagespresse, Homepage Bergbahn Arosa Lenzerheide, eigene Erfahrungen

Bilder: Michael’s Beers & Beans (Arosa / Archiv)
Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.  Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Der neue Tschuggen Express

Arosa

Brandneu steht er da, der „Tschuggen-Express“. Silbern und strahlend. Was wie zwei aneinandergeklebte Raumkapseln aussieht, ist die neuste Standseilbahn in Arosa. Diese bringt die Gäste des Tschuggen Grand Hotel exklusiv hoch ins Skigebiet von Arosa-Lenzerheide. Heute darf ich in die führerlose Bahn einsteigen. Dabei habe ich wohl das Privileg unter den ersten Wintergästen zu sein, welche die neue Bahn benutzen dürfen.

Jetzt bin ich gespannt auf meine erste Fahrt mit der neuen Bahn. „Put your helmet on“ – mit Skianzug, Ausrüstung und Helm stehe ich hier an der Talstation wie ein Astronaut vor dem ersten Start. Mit meiner Hotelkarte öffnen sich die Türen. Ich steige in eine der zwei kreisrunden Panoramakabinen ein, welche während der gesamten Fahrt aufgrund einer automatische Niveauregulierung unmerklich waagrecht gehalten werden. In den Kabinen gibt es Platz für je 6 Personen. Ich mache es mir in den luxuriösen, bequemen Ledersesseln gemütlich und drücke ganz wichtig den Startknopf. Ein Warnton, dann schliessen sich die Türen. „All systems are go, are you sure?“, hiess es doch bei Major Tom, der mir jetzt in den Sinn kommt. Und richtig, scheinbar völlig losgelöst von der Erde setzt sich die Bahn in Bewegung. Sofort geht es steil, sehr steil bergauf. Die herrliche Fahrt in dieser „Raumkapsel“ ist fast geräuschlos. „Planet Earth is blue“ – während der Fahrt geniesse ich die wirklich exzellente Aussicht auf die sonnenverwöhnte Bergwelt von Arosa!

„Ground Control to Major Tom. Make landing, cleared to land runway Tschuggenhütte!“ Nach 2.5 Minuten komme ich an der kleinen, futuristische Bergstation an. Mein „Flug“ über Schnee und Wald endet hier. Oben angelangt stehe ich inmitten dieses unvergleichbaren Bergpanorama. Ich schnalle mir die Skier an. Vor mir liegen nun über 220 präparierte Pistenkilometer, die mich bis auf 2865 m ü. M. führen.

Now it’s time to leave the capsule if you dare
Here am I floating round my tin can *

Auf diese Wintersaison hin hat das „Tschuggen Grand Hotel“ in Arosa seinen berühmten „Coaster“ mit einer neuen und modernen Standseilbahn ersetzt. Mit dem nicht öffentlichen Tschuggen Express gelangen die Gäste des 5-Sterne-Superior Hotels exklusiv und auf höchstem Komfort direkt ins bekannte Skigebiet von Arosa Lenzerheide. Das technische Konzept der Bahn ist neu, aus einer „Monorail“ wurde eine Standseilbahn. Geblieben ist aber das Design der Bahn, welches aus einem Science Fiction Film stammen könnte. Damit wäre auch Major Tom gerne abgehoben.

(Viele tolle Tipps und Infos zu Arosa findest Du in meinem Post: Arosa – ein Ticket zum Himmel? Refresh 2018/2019)

* nach Space Oddity (David Bowie)

Bilder by Michael’s Beers&Beans November/Dezember 2018 (Bahn)

Sieht immer noch aus wie eine Monorail, ist aber jetzt eine moderne Standseilbahn.

Das Tschuggen Grand Hotel (5*) ist eines der besten Winterhotels in den Alpen

Dies ist ein Erfahrungsbericht als zahlender Hotel-Gast, keine Werbung oder sponsored Post. Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.

Rückblick auf den alten „Tschuggen Coaster“

Die alte Bahn, der Tschuggen Coaster, wurde im Dezember 2007 in Betrieb genommen, damals noch mit Akkuantrieb. Die Bahn lief nicht ganz ohne Probleme, so musste der Besitzer im September 2009 die Anlage mit einer Stromschiene entlang der Fahrspur ergänzen und alles auf Elektorantrieb umbauen. Da der selbstfahrende „Tschuggen Coaster“ sehr wartungsintensiv war, entschloss sich das innovative Tschuggen Grand Hotel, die Anlage in eine spektakuläre Standseilbahn umzubauen. Die neue Bahn, von Steuerer Seilbahnen AG gebaut, wurde am 20. Juli 2018 in Betrieb genommen.

Nachfolgend aus meinem Archiv noch ein paar Bilder vom „alten“ Tschuggen Coaster.

Tschuggen Express - the Mountain Monorail

Tschuggen Express – the Mountain Monorail (Dieses Bild ist 2015 an einem Oktober-Morgen entstanden)

Die alte Bahn im Winter 2017

Und zum Schluss noch eine Zeitraffer-Aufnahme über die Fahrt mit dem „alten“ Tschuggen Coaster:

Mein erster Post über den „Tschuggen Express – the Mountain Monorail“ schaffte es 22.9.2016 sogar auf die  Facebook Site des Tschuggen Grand Hotels.

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Dies ist ein Erfahrungsbericht als zahlender Hotel-Gast, keine Werbung oder sponsored Post. Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.

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(Viele tolle Tipps und Infos zu Arosa findest Du in meinem Post: Arosa – ein Ticket zum Himmel? Refresh 2018/2019)

Einsam durch die Nacht – mit dem PistenBully in Arosa unterwegs

Arosa, Schweiz

Im Skigebiet von Arosa Lenzerheide startete am 1. Dezember 2018 die Wintersaison. Dort oben in den Bergen wurde bereits wieder viel getan, damit die Wintersportler beste Pistenbedingungen vorfinden. Dafür braucht es einmal zuallererst viel Schnee. In den letzten Wochen wurde mit kostenintensiven Schneekanonen Frau Holle stark unter die Arme gegriffen. Inzwischen hat auch Frau Holle volle Arbeit geleistet, über das Wochenende hat es über einen Meter Neuschnee in Arosa gegeben! Dieser Schnee muss dann an die richtigen Orte verteilt und präpariert werden. Dafür stehen moderne PistenBullys Tag und Nacht im Einsatz. Von so einem PistenBully und seinem Fahrer im schönen Wintersportort Arosa handelt heute meine Foto-Geschichte. 

(Viele tolle Tipps und Infos zu Arosa findest Du in meinem Post: Arosa – ein Ticket zum Himmel? Refresh 2018/2019)

Die Geschichte ist fiktiv, die Fotos dagegen nicht.  😉

Der Motor brummt tief, sonor. Spät nachmittags, es dämmert bereits, steuert Gian* seinen schweren Pistenbully auf der Piste einen Abhang hinunter. Für heute Nacht ist Schneefall angesagt. In der geheizten Führerkabine rauscht das Funkgerät, gleichzeitig klingelt Gian’s Handy. Er schaut auf den Display – sein Chef: „Hallo Gian, kannst Du auf der Tschuggenhütte noch zwei Gäste aufnehmen, die sind vom Grand Hotel und haben die Pistenbully-Tour gebucht“. Gian bestätigt nur kurz und legt sein Handy sofort wieder weg, zu beschäftigt ist er im Moment sein schweres Gefährt auf der schmalen, steilen Spur zu halten.

Die Hütte liegt auf dem Weg zu seinem Einsatzgebiet. „Grand Hotel“, denkt sich Gian. „Eigentlich habe ich nichts gegen Gäste, aber vom Grand Hotel muss es ja nicht so oft sein. Die meinen, dass es sich um eine Luxus-Tour mit Cüpli und so handelt. Dabei begleiten sie mich auf einer ganz normalen Schicht”.

Der Schneefall setzt bereits ganz leicht ein. Gian steuert sein Raupenfahrzeug über die Piste zur Tschuggenhütte. Da stehen tatsächlich zwei, etwas unwirklich, mitten auf der leeren Piste.  „Na ja, wenn es mir zu mühsam wird, dann öffne ich das Seitenfenster etwas und drehe einfach die Heizung hoch, die meisten pennen dann sofort ein und ich kann in Ruhe arbeiten.“ sinniert Gian und schmunzelt.

Er bringt sein Pisten Bully zum stehen, öffnet die Tür und begrüsst die Beiden. Mit Handschlag stellen die sich mit Vornamen vor. „Gar nicht typische Grand Hotel-Typen“ denkt sich Gian. Er öffnet die Beifahrer-Türe und die Frau kraxelt auf den Motorblock, versucht es sich dort etwas bequem zu machen, der Mann hat das Privileg im schön geschalten Beifahrersitz wie ein Kopilot Platz zu nehmen. Gian lässt den Motor wieder aufheulen, weiter geht es in Richtung Einsatzgebiet. Heute wird er wieder die Piste unter dem Plattenhorn präparieren müssen. Wie jede Nacht, von dieser Piste kennt er inzwischen jeden Millimeter.

Der Schneefall wird stärker. Zu den beiden Gästen findet Gian schnell einen Draht, man kennt sogar die gleichen Leute aus dem Tal. Und die Beiden sind richtig interessiert an seiner Arbeit, über die er sehr gerne und mit Stolz erzählt. So berichtet er über anstrengende, unregelmässige Arbeits-Schichten und seiner Einsamkeit, wenn er in der Nacht im PistenBully unterwegs ist. Gerne erklärt er das neue GPS-System, mit dem er die Schneehöhe messen kann oder die ganze Technik des Pistenfahrzeuges, klar dass der Motor richtig viel Power hat und dabei kräftig Diesel schluckt.

Während er all dies seinen beiden Mitfahrern erzählt, steuert er seine Maschine präzise über die Piste, präpariert exakt die Piste. Langsam aber kontinuierlich geht es rauf und runter – immer den Monitor mit der Schneehöhe im Auge. Die Arbeit ist monoton, die Sicht heute Nacht immer wieder schlecht. Zeitweise sieht er nur den Schweinwerferkegel, der das Gelände ein paar Meter vor ihm ausleuchtet. Sonst ist es rundherum schwarze Nacht. Nach rund drei Stunden hat er ein Teil der Piste präpariert – Zeit für die Pause. Er steuert die Pistenraupe hinunter ins Tal, in gemächlichem Tempo geht es über menscheleere, einsame Pisten zum Restaurant, wo er seine Pause verbringen wird. Dort angekommen rangiert er sorgfältig sein Fahrzeug, die Scheinwerfer erlischen, der Motor verstummt. Noch ein kurzes Gespräch mit seinen Gästen, dann verabschiedet er sich und stapft über die Piste durch den Schneefall rüber ins Restaurant zu seinen Kollegen.

Während seine Gäste gemütlich ins Hotel zurückschlendern, wird Gian nach der Pause die zweite Hälfte der Piste in Angriff nehmen. Dann wird er nochmals 4 – 5 Stunden an der gleichen Piste weiter arbeiten. Rauf und Runter. Einsam durch die Nacht.

*Name erfunden. Die Fotos sind im März 2018 entstanden. Diese Tour hat uns das Hotel gebucht, man kann diese aber auch direkt bei Arosa Bergbahnen buchen (keine Homepage, am Schalter fragen) oder online über Homepage Arosa – Lenzerheide : König für eine Nacht

(Dies ist ein Erfahrungsbericht als zahlender Gast, keine Werbung oder sponsored Post. Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Dem wirklichen PistenBully-Fahrer sagen wir nochmals herzlichen Dank für die interessante Tour, wir haben viel Respekt vor der Nachtarbeit dieser Männer und Frauen die oben am Berg in Dunkelheit die Piste für uns Wintersportler präparieren – jeden Winter Nacht für Nacht!)

Impressionen vom „König für eine Nacht“ – mit dem PistenBully unterwegs

(Viele tolle Tipps und Infos zu Arosa findest Du in meinem Post: Arosa – ein Ticket zum Himmel? Refresh 2018/2019)

Monaco der Berge – Arosa Classic Cars

Arosa
Porsche Arosa Classic Cars

Das internationale Bergrennen Arosa Classic Car ist in den letzten Jahren zu einem über die Grenzen der Schweiz bekannten Event herangewachsen und bietet in diesem Jahr wieder viele Höhepunkte auf und neben der Strecke. 

Vor einiger Zeit war ich an diesem Rennen mit meiner Kamera unterwegs. Das harte Licht der spät-sommerlichen Mittagssonne habe ich mir bei diesen Bildern zu Nutze gemacht gemacht um die Schönheiten, das Design der klassischen Rennwagen, hervorzuheben. Mit einem Bildbearbeitungs-Tool habe ich für diese Serie einen speziellen Look entwickelt. 

So ist diese Bildserie „Timeless Beauty in Pictures – Arosa Classic Cars“ entstanden, ein Teil davon präsentiere ich heute in diesem Post.

Das Internationale Bergrennen Arosa ClassicCar findet dieses Jahr vom 29. August – 01. September 2019 statt.

„Timeless Beauty in Pictures – Arosa Classic Cars“

Arosa Classic Cars
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Arosa Classic Cars Alfa Romeo

Schnee-Enzian

Arosa, Flora, Schweiz

Der Schnee-Enzian ist eine Blume die mir immer wieder begegnete. Sei es auf einer Wanderung in der wunderschönen Bergwelt von Arosa oder auf meinen Reisen in Island oder Skandinavien. Sogar in Irland bin ich dem kleinen Schee-Enzian begegnet. 

Jetzt begegnet man dem tiefblauen Schnee-Enzian in den Bergen an sehr vielen Stellen.  Obwohl die kleinen Blüten des Schnee-Enzians empfindlich gegenüber Temperaturschwankungen und Sonnenbestrahlung sind, kommen diese Enziane bis zu einer Höhe von über 2200 müM vor. Die Blüten öffnen sich erst ab ca. 10°C und können sich je nach Bewölkung innerhalb einer Stunde mehrmals öffnen und schliessen.

Schnee Enzian Alpine gentian

Snow gentian or Alpine gentian (Schnee-Enzian)

Schnee Enzian Arosa

Der Schnee-Enzian hat eine ganz kleine Blüte, dafür leuchtet diese umso mehr.

Arosa Schnee Enzian

Bilder sind aus meinem Archiv und in den Plessurer Alpen (Arosa) entstanden.

 

Alpen Salamander

Alpensalamander

Arosa, Fauna

Die Begegnung mit einem Alpensalamander ist eher selten. Auf einer Wanderung in der Bergwelt von Arosa begegnete ich vor einiger Zeit mit etwas Glück einem solchen Alpensalamander. In der Nacht hatte es geregnet. Gegen Morgen klarte der Himmel auf, so dass mich bereits Sonnenstrahlen auf meinem frühen Aufstieg begleiteten. Dies war scheinbar ein guter Zeitpunkt diesem seltenen Lurch zu begegnen. 

Alpine Salamander Arosa

Alpensalamander, Arosa, Näher der Alteiner Wasserfälle (Fotos aus meinem Archiv)

Wie aktiv ein Alpensalamanders ist hängt stark von der Umgebungstemperatur und der Luftfeuchtigkeit ab, letztere sollte bei etwa 85 Prozent liegen. Zudem ist der Alpensalamander überwiegend nachtaktiv. An diesem Morgen schien alles zu passen, die schwarzen Salamander waren aus ihren Verstecken gekommen und verharrten fast regungslos auf den Steinen.

Lange sind die Alpensalamander nicht unterwegs – denn ab November wird es für diese Salamander zu kalt. Sie verschwinden dann in ihre unterirdischen Verstecke und warten dort in einer Winterstarre auf den nächsten Frühling, der hier in dieser Höhe erst im Mai richtig beginnt.

Der Alpensalamander existiert nur innerhalb der Alpen und stehen daher aufgrund ihrer regionalen Seltenheit in der Schweiz unter strengem Schutz.

Alpine Salamander

Frühlings-Spaziergang durch das Winterwonderland Arosa

Arosa, Schweiz

Die Luft ist frisch – sonst nichts. Kein Laut. Der Himmel über den schroffen, weissen Bergen ist blau, ein leichter Dunst liegt im Tal. Dieses Jahr hat es richtig viel Schnee. Es ist viel zu kalt für den März, trockener Frost wie im Januar. Jungfräuliches Weiss wohin das Auge blickt. Es knirscht bei jedem Schritt unter den Schuhen.

An solch einem Morgen bin ich gerne mit der Kamera unterwegs. So nehme ich Euch heute mit auf meinem Weg durch das Winterwonderland von Arosa. In tief verschneite Wälder und in eine Hochebene voll glitzernden Schnee. Es ist Winter im Frühling.

Die Bilder wurde im März 2018 aufgenommen. In dieser Wintersaison hat es in Arosa aussergewöhnlich viel Schnee. Die Bergbahnen sowie das Ski- und Wandergebiet sind noch bis Mitte April geöffnet. (Info: Arosa Bergbahnen)
Route zum Nachwandern: Prätschli (Bus-Station) – Schheidegg – Rot Tritt – Prätschalp – Prätschli (Einkehrmöglichkeit in der Prätschalp)
Am Schluss der Tour geht es für ein Drink oder eine feine Gerstensuppe (von Kuschi) in die Prätschalp, die auch im Winter geöffnet hat.

Arosa – ein Ticket zum Himmel?

Arosa, Schweiz

Noch immer ist die schmale Strasse mit den berüchtigten 365 Kurven hoch zur Feriendestination Arosa eine Herausforderung für Autofahrer und die Mitfahrer. Wer es geschafft hat, kommt auf 1800 Meter über dem Meeresspiegel in einem kleinen Paradies an.

Nach langer Zeit nehme ich die 365 Kurven von Chur nach Arosa unter die Autoräder. Fast etwas erstaunt bin ich, dass ich früher diese Route jeden Freitag hoch, jeden Sonntag wieder runter gemacht habe. Lange Zeit habe ich jede freie Minute in Arosa verbracht, bin fast ein „Bergler“ geworden. Jetzt habe ich Ferien, wie werden diese sich anfühlen, an einem Ort, der mal fast meine „zweite Heimat“ war?

Refresh Februar 2020

Aus meiner langjährigen Erfahrung, der Liebe zu diesem Ort sowie meiner diesjährigen Wintersportwoche habe ich Euch einen aktuellen, ehrlichen Reisebericht über Arosa zusammengestellt. Mit vielen aktuellen Tipps rund um den lässigen Aroser Lifestyle, über Schnee & Ski, Ruhe, Sonne und die besten Weitblicke.

Die vielen Stammgäste und Kenner haben gelernt den Blick punktuell auf die Schönheiten dieses Ortes, aber vor allem auf die Bergwelt und Natur zu richten.

Liebe auf den zweiten Blick …

Zum Anfang meines Reiseberichtes muss ich gestehen – wer in Arosa zum ersten Mal ankommt, wird enttäuscht sein. Er wird ein graues Ortsbild, in welchem die Aroser die 1960er und 1970er weiter leben lassen, vorfinden. Die Ankunft in Arosa wurde auch für mich nie zur Gewohnheit. Der Anblick des grossen Dorfes nach der schönen Fahrt durch das tief-verschneite Schanfigger Tal ist einfach zu ernüchternd. Das Dorf empfängt einem mit geschmacklosen, teilweise ungepflegten Betonbauten am Dorfeingang. Kurz nach dem Dorfeingang gibt es mit dem Neubau des Hotel Valsana einen ersten grossartigen Lichtblick. Allerdings wirkt dieser Bau, als hätte es eine Zeitmaschine irrtümlicherweise dort abgesetzt. Die Strasse führt weiter zum schönen Obersee. Dieser ist gesäumt von Zweckbauten, die wirken, als wären sie aus der Zeit gefallen. Hotelbrände haben inzwischen „Löcher“ in die Häuserzeilen gerissen, diese Parzellen bleiben unbebaut, leer. Das ganze erreicht den Tiefpunkt beim Hotel „Metropol“ – für mich leider ein Sinnbild für den Zustand der Hauptstrasse, hier Poststrasse genannt. Was als Flaniermeile gelten könnte, ist eine lieblose, zubetonierte Strasse zwischen grauen Häuserschluchten.

Ein liebloser Ort – auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick eröffnet sich ein Ort mit sehr viel Herz inmitten einer paradiesischen Landschaft.

Arosa macht süchtig!

Die Liebe zu Arosa muss sich auf den zweiten Blick entwickeln. Spätestens in dieser Phase kommt der „Point of No Return“, denn entweder Du haust jetzt sofort wieder ab oder Du wirst süchtig. Süchtig nach diesen schroffen Bergen, dem vielen Schnee, der Sonne, der tollen Gastfreundschaft der Aroser, den unendlichen Weiten der Skipisten, den Skihütten, den Winterwanderwegen, der Ruhe …

Die vielen Stammgäste und Kenner haben gelernt den Blick punktuell auf die Schönheiten dieses Ortes, aber vor allem auf die Bergwelt und Natur zu richten. Auf über 1800 müM paart sich Urbanität mit Bergromantik zu einer schönen Ferienillusion. Dazu kommt ein sehr angenehmes Klima – Arosa gilt als Destination mit den meisten Sonnenstunden in Europa. Und trotzdem betragen die Neuschneemengen im Winter zwischen 5 und 7 Meter – in Rekordjahren sind es auch schon mal über 9 Meter.

Die Faszination von Arosa liegt an seiner Lage in einer unglaublichen Bergwelt begründet. Und natürlich auch von seiner Geschichte, die vom Alpendorf zum berühmten Welt–Luftkurort bis hin zum heutigen Sommer – und Wintersport-Resort führt.

Arosa – a Ticket to Heaven

Nach dieser Einführung weisst Du nun, dass wir Geduld, Gottvertrauen, Spucktüten und Schneeketten brauchen, damit wir im Winter hier hoch kommen. Und dann empfängt uns ein trister Ort? Jetzt schulde ich Euch wirklich die Türe zu diesem kleinen Paradies zu öffnen. In den goldigen Zeiten des Tourismus der 1920er Jahre gab es den Werbeslogan „Arosa – a ticket to heaven“! Genau dieses Ticket oder besser viele Tickets* zu meinen Lieblingsplätzen in Arosa werde ich Euch jetzt symbolisch lösen. Achtung Suchtgefahr!

3 Tickets zu den tollsten Aussichtspunkten

Das Bergpanorama in Arosa ist einfach schön. Von überall her blickt man auf die Berge der Plessurer Alpen. Am frühen Morgen geht die Sonne hinter dem Schiesshorn auf und läutet wieder einer dieser unglaublich schönen Wintersporttage ein. Am Abend taucht ein Sonnenuntergang die ganze Winterlandschaft in ein zartes Rosa.

Es gibt so viele Standorte, wo man einfach einen herrlichen Blick auf die verschneite Winterlandschaft hat. Für mich immer ein Highlight ist der Weisshorn-Gipfel. Dort oben muss ich einfach hoch auf die kleine Plattform mit der Schweizer Fahne – was für ein Blick in die Alpen! Für mich ist das Weisshorn einfach einer der schönsten (unbekanntesten) Aussichtsberge der Schweiz.

Nicht gerade ein Geheimtipp ist die von der Sonne verwöhnte Terrasse der Tschuggenhütte.  Dort eröffnet sich ein schönes Panorama. Geh einfach mal bis an den Rand der Terrasse, dort erkennst Du wie toll der Ausblick ist. Hier schnappe ich mir gerne einen Liegestuhl und geniesse einfach Sonne und Bergblick.

Mein dritter Lieblingsplatz ist der Rot Tritt. Diesen Punkt erreichst Du über eine längere Wanderung auf einem präpariertem Winter-Weg. Am besten gleich die ganze Rundtour  Prätschli – Rot Tritt – Scheidegg machen. Diese Wanderung ist ein Erlebnis und der Ausblick vom Rot Tritt runter ins Schanfigg und rüber ins Calandamassiv einfach herrlich. (Tipp: Pause in der bewirteten Prätschalp, unbedingt ein Schluck vom Iva-Schnaps kosten)

3 Tickets zu den lässigsten und urchigsten Skihütten

Die Skihütten in Arosa sind legendär. Mit der Skigebietsverbindung Arosa – Lenzerheide sind noch viele dazugekommen – wie zum Beispiel die für ihren Life Style bekannte Motta-Hütte. Im grossen Skigebiet von Arosa Lenzerheide wirst Du sicher Deine Lieblingshütte finden. Einer meiner Lieblingshütte ist die bekannte und berüchtigte Carmennahütte – urchig schön. Hier trinke ich gerne etwas vorne auf der Terrasse beim „Munggaloch“. In die Sonne blinzeln, ein Bier (oder Munggapfupf) trinken, sehen und gesehen werden.

Zum Essen gehe ich sehr gerne in die Hörnlihütte von Hitsch Leu – ich mag einfach die Lasagne von Hitsch. Oder die  Sparribes aus dem BBQ Smoker. Die Terrasse ist ein Highlight im ganzen Gebiet, der Ausblick von hier grandios. Mit sehr viel Glück kann man in den späten Nachmittagsstunden sogar Steinböcke beobachten.

Fast eine Tages-Skitour muss ich einplanen, wen ich in meiner dritten Lieblingshütte einkehren will. Aber die urchige Alphütta Fops ist Pistentour rüber ins Scalottas-Gebiet (Lenzerheide) mehr als wert. Von der Sonne beglückt die Terrasse, mit einer tollen Aussicht auf die faszinierende Bergwelt, die knapp an die 3000er Grenze gehen. Dort gibt es Fopserbrettli (alles aus eigener Herstellung)  und eine Gerstensuppe nach Rezept der Nana, dazu ein gutes Glas Wein. Und der liebenswerte Typ auf der Hütte weiss immer was spannendes zu erzählen.

3 Tickets zu den schönsten Hotels

Arosa verfügt über eine qualitative sehr hohe Hotellerie die sich wirklich zeigen kann. Am liebsten verbringe ich meine Ferien im Tschuggen Grand Hotel. Luxuriös und sehr teuer – sonst eher nicht meine Welt – aber hier fühle ich mich sehr wohl und es wird alles gemacht für richtig schöne Winter-Ferien. Und schon komme ich ins Schwärmen, von den schönen Zimmern, den Balkonen mit dem schönsten Blick in ganz Arosa, die tolle Gastronomie, den unvergleichlichen Botta-Spa bis zur eigenen Privat-Bahn ins Skigebiet. Mehrmals wurde das Tschuggen als Bestes Winterhotel in den Alpen gewählt.

Einfach etwas anders schön, dafür günstiger sind die nächsten zwei Hotels. Gerne gehe ich auch ins Blatter’s Bellavista (4* Hotel ) – vielleicht das Hotel mit dem freundlichsten Personal. Wunderschöne Lage, eine sehr liebevoll geführtes Hotel mit viel Mountain Style, sehr schöne Zimmer.

„Ticket Nr. 3“ ist ein 3* Hotel, ein Ferienhotel mit einem guten Preis/Leistungs-Verhältnis, welches ich schon oft meinen Freunden empfohlen habe. Das 3 Sterne Superior Hotel Streiff– gemütlich und komfortabel ebenfalls mit einer einmaligen Aussicht. Mit viel Leidenschaft wird hier eine Wohlfühloase geführt – das Feedback meiner Freunde war immer schwärmerisch! (Das Hotel Streiff wurde in das Hotel „The Excelsior“ integriert. Die Zimmer im Hotel Streiff sind noch buchbar, ob es aber noch im gleichen Charme weitergeführt wird ist unklar. Update folgt im März 2020 …)

3 Tickets für genussvolles Skifahren & Boarden

Skifahren und Boarden ist im riesigen Skigebiet einfach ein Genuss. Das schneesichere Skigebiet Arosa Lenzerheide überzeugt mit 225 präparierten Pistenkilometern bis auf 2‘865 m ü. M. Über die herrlichen breiten Pisten, für genussvolle Kurven mit grossen Radien oder über die Steilhänge, um in die Kanten zu steigen, freue ich mich immer wieder aufs Neue.

Lieblingspisten habe ich viele, aber es gibt drei die ich ganz besonders mag. Da ist die Piste vom Carmenna–Berg zur Carmenna Hütte (Piste 8a, schwarz, die alte FIS-Strecke), die ich gerne als erste Abfahrt am frühen Morgen nehme. Weniger für den Sport, viel mehr für den Genuss und fast ein Geheimtipp ist die „leichte Maran“ – auf fast 4.5km gleitet man durch ein wunderschönes Winterwonderland. Zum Sport zurück komme ich auf der Silvano Beltrametti-Piste (Piste 24, Lenzerheide) – 5.5 km knallhart präparierte, steile Piste – Weltcup-Feeling garantiert!

Ein Geheimtipp habe ich noch. Sind die Schneeverhältnisse top, dann wird die „Diamond Slope“ gepistet (Maran Schwarz Nr. 12) – diese Piste ist sportlich wie landschaftlich purer Genuss!

3 Tickets direkt zum Aprés Ski

Arosa ist sicherlich nicht die Hochburg für die ganz grossen Aprés-Ski Party’s und ehrlich gesagt, dies ist nicht meine Welt. Ich gehe lieber nach einem Skitag nochmals auf eine Hütte, stärke mich mit einem Hüttenkafi für die letzte Abfahrt.

Wer es dagegen nach einem Skitag richtig krachen lassen will, der findet Ramba Zamba in der KuhBar mitten im Skigebiet. Ein legendärer Ort, wo sich die partyverrückten Gäste zum turbulenten AprèsSki treffen. Ausgelassene Partystimmung und Schunkelhits sind dort garantiert.

Die Locals und Kenner gehen zum Aprés Ski sehr gerne ins Brüggli und kommen dann dort erst in den frühen Morgenstunden wieder raus. Viele (auch einige der SkilehrerInnen) gehen nach dem Skifahren  gerne im Dorf ins Vetter, ein beliebter, eher gemütlicher Treffpunkt nach dem Skifahren.

3 Tickets für richtig gemütliche Beizen

Hunger nach etwas Währschaftem? Dann habe ich drei Tipps für Euch: An erster Stelle steht das Grischuna – hier gibt es feine Bündner Spezialitäten und Wildgerichte von der eigenen Jagd. Und deswegen komme ich gerne hierher: Ein Hirsch-Carpaccio als Vorspeise, ein Gems-Geschnetzeltes mit Spätzli und ein Vermicelles als Dessert! Am Schluss noch ein Iva-Schnaps für den Heimweg.

Für mich das beste Cordon Bleu in Arosa gibt es im Restaurant Erzhorn. Vor dem Cordon Bleu (was man sich selber zusammenstellen darf) mag ich zur Vorspeise ein geräuchertes Filet einer Bergseeforelle mit Salat.

Romantisch wird es Abends mit der Kutsche oder zu Fuss hoch auf den Berggasthof Alpenblick. Dort wird man mit Lichtzauber und Glühwein empfangen – ich mag diesen verzauberten Alpine Chic, den guten Service und eine einfache, aber moderne Küche. Jacky Chalbskotelett, Pumpispiess oder ein Poulet vom originellen Grill – am Schluss noch eine Riesen-Crèmeschnitte. What else?

3 Tickets to Alpine Fine Dining

Genuss gehört nach Arosa. Alpine Fine Dining zaubert im Kachelofenstübli (Waldhotel National) der Küchenmeister Gerd Reber (Gault Millau 2019: 16 Punkte), ein Leuchtturm in der Schweizer Gourmetwelt. Seine tollen Degustations-Menus – unvergesslich! Ein Ort für einen besonderen Abend. Gerd Reber hat zudem eine grosse Liebe zu Käse, seine Selektion auf dem grossen Käse-Wagen ist schon fast eine Reise wert.

Im La Vetta (Tschuggen Grandhotel) zelebriert der Küchenmeister Uwe Seegert (Gault Millau 2019: 16 Punkte) aus Düsseldorf  mit seinem Küchenchef Leopold Ott eine moderne und spannende Gourmetküche. Mich faszinieren die wundervollen, harmonischen Kreationen mit unverfälschten, toll komponierten Aromen. Das Menu für den Abend inszeniert man selbst – mit einer guten Beratung des herzlichen Servicepersonals.

Bistecca alla fiorentina in Arosa? Vorher richtige Gnocci oder eine Spaghetti alla Carbonara mit Pancetta? Genau dies findet man in der Stüva Cuolm (GaultMillau 2019: 15 Punkte). Ein Winter ohne mindestens einen Besuch im Stüva Cuolm war früher für mich unvorstellbar. Und auch heute noch wuselt in der alten, gemütlichen Holzbaracke der ehemaligen Eisbahn von Innerarosa immer noch eine italienische Servicebrigade um die Gäste herum. Die Küche ist ein Klassiker und seit Jahrzehnten einer der besten kulinarischen Orte im Dorf.

3 Tickets für Wanderungen im Winterwonderland

Tief verschneite Wälder, Sonnenschein und ein tief blauer Himmel, rundherum eine herrliche Bergwelt mit bis zu 2900 Meter hohen Berggipfeln – so präsentiert sich Arosa auf 1’800 m ü. M. im Winter dem Wanderer. Über 60 km präparierte Spazier- und Wanderwege führen durch eine unvergleichlich schöne Winter-Berglandschaft.

Sleigh bells ring, are you listenin‘
In the lane, snow is glistening
A beautiful sight, we’re happy tonight
Walking in a Winter Wonderland*

Es gibt wohl wenige Orte in der Welt die einfach so perfekt zum Lied „Walking in a Winter Wonderland“ passen.

Selbst für «Nicht-Wanderer», «Laufmuffel» oder «intensiv-Rund-um-die-Welt-Sprinter» – ein Spaziergang durch den verschneiten Eichhörnliweg muss sein. Sonst war man nicht in Arosa. Immerhin gilt der wunderschöne Märliwaldweg als einer der schönsten Wanderwege der Schweiz. Gerade im Winter führt dieser einfache Weg durch ein wahres Winterwonderland.

An der Sonne spazieren und das tolle Alpenpanorama der Plessurer Alpen geniessen. Starte im Prätschli (Bus-Endstation) und folge dem Winterwanderweg in Richtung LAW Mitte (Mittelstation Weisshornbahn) und dann zum Alpenblick und von dort zurück ins Dorf (Innerarosa). Für diese Tour brauchst Du etwa 1.75 h – der Weg führt am Anfang etwas bergauf und weiter durch den wunderschönen Arlenwald. Immer mit Blick auf die Berge geht es mitten durch das bunte Treiben des Skigebiets. Am Schluss wird es wieder ruhiger und romantischer, wenn man vom Alpenblick durch die Häuser einer Walsersiedlung wandert. Tipp: Pause im Berggasthof Alpenblick mit einer Bündner Gerstesuppä.

Vom Alpenblick startet auch der letzte Wandertipp – wobei man diese Wanderung durchaus einfach noch anhängen kann. Der Weg zum Schwellisee führt fast etwas durch die Einsamkeit der Bergwelt. Wenn Du am See (liegt unter einer Schneedecke) angekommen bist, dann gehe wirklich noch runter bis zur Holzbrücke und wenn möglich folge einem Pfad noch etwas dem Ufer entlang. (Achte auf die Lawinensituation) Dann setze Dich hin und lausche – hier kann man die absolute Stille erleben! Man hört einfach nichts in dieser wunderschönen Winterwelt. Von hier geht es dann wieder zurück ins Dorf.

3 Tickets für die schönsten Fotolocations

Fotografen werden sehr, sehr viele Motive finden. Schnee, der unglaubliche blaue Himmel von Arosa, die rote Arosabahn, welche über Viadukte fährt. Verschneite Wälder, der Mond über den Bergen – die Sonnenaufgänge. Das mächtige Massiv des Weissfluh. Klarer Favorit ist natürlich das Bergkirchli. Mein Tipp hier ist, Stativ packen, raus in die Kälte und die blaue Stunde nutzen, dann ist das Bergkirchli, welches Nachts beleuchtet ist, sehr reizvoll. Eher ungewöhnlich sind die Eisblumen unten in der Isla. Um die riesigen Eisblumen vor die Linse zu bekommen, braucht es ein paar Tage mit kalten, wolkenfreien Nächten. Dann solltest Du bevor die Sonne hinter dem Schiesshorn hervorkommt in der Isla sein – faszinierend! Frage hier die älteren Locals, einige Wissen noch von den Eisblumen in der Isla und können Dir sagen, ob es gerade hat.

Tipp: Fotografen und Fotografinnen sollten bei Foto Homberger (Fotogeschäft beim Hotel Vetter) reinschauen. Ruedi Homberger ist ein Pionier der Schweizer Landschafts- und Bergfotografie – seine Fotos sind unvergleichlich. Neben Arosa, einheimischen Gletschern und Berge war Ruedi Homberger in Südamerika, Alaska oder den Himalaja mit der Kamera unterwegs.

3 Tickets für eine gute Lesezeit in Arosa

Warum sich nicht eine Liegestuhl auf einer der Hütten mieten, von der Sonne verwöhnen lassen, ein Glas Wein und dazu ein gutes Buch. Mich findet man tatsächlich ab und zu mit einem Buch auf der Sattelhütte – die Skier für eine Weile geparkt. Purer Genuss!

Arosa in 100 Geschichten

Seit ich Arosa kenne, höre ich dort oben Geschichten und Anekdoten aus der Vergangenheit und dem Jetzt. Es sind Geschichten aus einem Mikrokosmos der durch die Vermischung urbanen Lebens mit der Bergwelt entstehen. Die ewige Sonne, die Illusion des leichten Lebens und die Abgeschiedenheit vom Rest der Welt – dies lässt im Bündner Bergdorf Arosa viel ungewöhnliches aufblühen. Gestern wie Heute.

Dem Herausgeber Peter Röthlisberger ist es gelungen aus diesem riesigen Fundus an Erzählungen und Überlieferungen genau 100 Geschichten herauszunehmen. Zusammen mit einem grossen Team von einheimischen Autoren und Autorinnen erzählt der Aroser die Geschichte und Gegenwart des Ortes, seine Menschen, seinen Gästen, der Wirtschaft und Politik, Natur und Kultur. Verdichtet in Reportagen, Interviews und historischen Abrissen, ergänzt mit wunderschönen Bildern und Grafiken. Daraus entstand ein sehr modern gestaltetes Buch über ein Dorf, das von der Sonne und dem Schicksal verwöhnt ist.

Mehr zum Buch und wo Du das Buch bestellen findest Du in meinem Post Arosa in 100 Geschichten

Die Frau des Direktors

Ein weitere toller Buchtipp zu Arosa: Nina Zumthor: Die Frau des Direktors. Anneliese Leu, die Schweizer Hotelpionierin (Verlag: Elfundzehn)

Eine spannende Geschichte über das Leben einer Aroser Legende und einer der grössten Hotelpionierin in der Schweiz. 1968 wird Annelise Leu zur ersten diplomierten Hotelière der Schweiz. Annelise Leu weiss, was Diskriminierung bedeutet: Während mehr als zwanzig Jahren führte sie gemeinsam mit ihrem Mann Hans Leu das «Kulm» in Arosa. Das Ehepaar Leu revolutioniert mit seinen Ideen zu der damaligen Zeit die Schweizer Luxushotellerie, aber obwohl Annelise Leu zu diesem Erfolg ebenso beiträgt wie ihr Mann, bleibt sie stets die «Frau des Direktors». Sie gibt nicht auf und erwirbt 1974 ihr eigenes Hotel, das «Vieux Manoir» am Murtensee. Erst jetzt bekommt Annelise Leu die Chance, aus dem Schatten ihres Mannes herauszutreten.

Die Moderne in den Bergen

Wer sich in die bauliche Geschichte von Arosa einlesen will, die Architektur der Zeit des Kur-Tourismus näher kennen lernen möchte, der sollte sich das Buch „Die Moderne in den Bergen“ schnappen.

„Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich Arosa vom Kurort zum weltoffenen Sommer- und Wintersportort. Der gesellschaftliche und kulturelle Wandel spiegelte sich in Wohn-, Hotel- und Verkehrsbauten, in Einrichtungen für den Sportbetrieb und im Werbeauftritt des Verkehrsvereins wider. Die erste umfassende Monografie zur Moderne in Arosa dokumentiert nicht nur die Architektur, sondern betrachtet sie auch im Kontext.“ ETH Zürich

Marcel Just, Christof Kübler, Matthias Noell, Renzo Semadeni (Hg.) Arosa. Die Moderne in den Bergen

3 Tickets wofür noch?

Es gibt noch so viel mehr in Arosa zu sehen und zu erleben. Einzigartig ist das Humorfestival in Arosa. Oder einfach ein Fondue in der Buurestube mit anschliessender Schlittenfahrt zurück ins Dorf. Ein Einkauf bei Cindy’s Delikattessen oder in der Sennerei Maran, wo man inzwischen einer der besten Bergkäse der Schweiz herstellt. Ich könnte noch von Seifenmachern, Gipfelstürmern und dem Bärenland berichten. Vom legendären Eiskockey Club EHC Arosa, die jetzt in der höchsten Amateurliga erfolgreich um Ruhm und Ehre kämpfen.

Und zum Schluss …

… war da die Sache noch mit dem Halo. Ein Bild, welches ich Ende November 2019 auf dem Hörnli geschossen habe, ging um die Welt. Alles darüber findest Du unter: Der Halo von Arosa geht um die Welt

Linksammlung Arosa:

Alle meine hier auf diesem Blog erschienen Posts über Arosa und die Plessurer Alpen findest Du hier: Arosa

www.arosabergbahnen.com – Aroser Bergbahnen

www.arosalenzerheide.ch – Arosa Lenzerheide Tourismus

www.herrlichesarosa.ch – Ferienwohnungen (Miete oder Kauf) und Fan-Shop

www.arosaenergie.ch – Wasserstrom kommt aus Arosa

www.arosakultur.ch – Klassik & Kultur auf 1800 müM

www.ehcarosa.ch – Arosa is Hockey. EHC Arosa neunfacher Schweizermeister, heute in der 1. Amateurliga

www.fotohomberger.ch – Bergfotografie at it’s best!

www.gemeindearosa.ch – politische Gemeinde Arosa

www.hgvarosa.ch – Gewerbeverein Arosa

www.arosa-museum.ch – Heimatmuseum

www.sleigh.ch – mit dem Pferdeschlitten durch Arosa

www.skiclubarosa.ch – ein Skiclub darf natürlich nicht fehlen

www.skischule-arosa.ch – die Skischule von „Gigi“, dem wohl bekanntesten Skilehrer der Schweiz

Alle meine Post über und von Arosa findest Du hier.

Disclaimer:

Alle Angaben sind ohne Gewähr, gerade in einem Ferienort ändert sich die Gastronomie und deren Angebote sehr schnell. Dies ist ein subjektiver Erfahrungsbericht, Dienstleistungen oder eingekaufte Produkte habe ich selber bezahlt, dieser Post ist keine Werbung oder sponsored Post. Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.

*Die Tickets sind symbolisch gemeint 😉

Alle Bilder sind by Michael’s Beers & Beans. Die Bilder sind zwischen 2014 und 2018 aufgenommen worden.

Ich fühle mich hier wohler als irgendwo

Thomas Mann, über Arosa, 1938

Lass die Berge den Frieden bringen

Arosa, Photo&Lyric

Berge
im Nebelmeer
das vertraute Leben
verschwunden
Frieden
scheinbar
verwitterte Beständigkeit
ewiger Frost
Dasein
irreal

In meiner Serie SkriptFoto poste ich ab und zu Fotografien, welche ich versuche mit „lyrischen“ Texten zu untermalen.  Zum tiefer reinschauen, bildlich lesen oder einfach etwas nachfühlen.

Das Foto zeigt die Plessurer Alpen in schwarz/weiss.  Text ist inspiriert vom Hausspruch „Lass die Berge den Frieden bringen“. Diese Hausinschrift basiert auf der Bibel und man findet diese öfters an den Häusern in den Bergen.

Foto Winter 2015 / Text September 2017