Nordlichter auch über dem Himmel des Bodensees?

Bodensee, Nordlicht

Ich stehe auf einer Anhöhe. Über dem isländischen Fjord Eyjafjörður. Bis zum Morgengrauen. Gespannt den Blick nach Norden gerichtet. Die klirrend kalte Luft und die dunkle Polarnacht sind Balsam für meine Seele. Langsam, fast unkenntlich erscheinen die Nordlichter. Werden intensiver, grünlicher. Im Moment nicht wissend ob diese gleich wieder verschwinden oder für Stunden durch den Nachthimmel wabern. Auch ich strahle in dieser geheimnisvollen Nacht, scheinbar vereint mit der Natur und der Magie des Unendlichen.

Die Begegnung mit einem Nordlicht ist unbeschreiblich, voller Magie. Doch in diesen Zeiten bleibt mir diese Begegnung verwehrt. Die Corona-Pandemie lässt eine Reise an den Polarkreis nicht so ohne weiteres zu.

Aber warum beobachte ich die Nordlichter nicht einfach zu Hause? Bei uns in der Schweiz, am Südufer des Bodensees? Dieser Gedanke erscheint absurd, ist aber gar nicht so weit hergeholt. Es gibt ab und zu Nordlichter am Horizont des Schweizer Nachthimmels. Für mich als Polarlicht-Fan heisst es daher in den Herbst- und Wintermonaten immer wachsam zu bleiben. Es ist tatsächlich möglich, dass solche Erscheinungen bei uns sichtbar sind. So wurde einer der letzten spektakulären Sichtungen von Polarlichtern im November 2013 über dem Bodensee wahrgenommen.

Am Polarkreis erscheint bei klarem Wetter fast jede Nacht ein grünliches Leuchten am Nordhorizont. Bei uns dagegen tritt das Nordlicht nicht in Form und Farbenvielfalt wie im hohen Norden auf. Polarlichter erscheinen am Schweizer Nachthimmel meist als diffuses Leuchten, für das Auge oft kaum wahrnehmbar. Es gibt zudem bei uns das Phänomen der „Beamer“, dies sind seltene Nordlichterscheinungen, welche mit senkrechten Strahlen in den Himmel ragen. Auch sind die Nordlichter nicht grün, sondern es überwiegt die Farbe rot. Das typische grün versteckt sich meistens hinter dem Horizont oder fällt kaum auf.

Um überhaupt ein Nordlicht in der Schweiz zu sehen, sollte man an einem Ort sein, der wenig Lichtverschmutzung hat und gleichzeitig einen weiten Blick über den Horizont nach Norden ermöglicht. Daher ist das Südufer der Bodenseeregion kein schlechter Platz für Nordlichtbeobachtungen. Wenn es denn überhaupt welche hat!

Ob es überhaupt Nordlichter gibt ist eine Frage der Sonnenaktivität. Derzeit befinden wir uns an einem Wendepunkt, es ist in den nächsten Jahren damit zu rechnen, dass die Sonne aktiver wird. Dies bedeutet, es gibt mehr Eruptionen und es entstehen starke Sonnenstürme. Diese schleudern winzige Teilchen in die Erdatmosphäre, was an Nord- und Südpol* die Polarlichter entstehen lässt. Diese starken Sonnenstürme können die Polarlichtzone von den nördlichen Breitengraden bis nach Mitteleuropa verschieben.

Die Chancen, Nordlichter am Bodensee zu beobachten, erhöhen sich.

Denn die Sonnenflecken haben eine direkte Verbindung zum Nordlicht, wobei Perioden hoher Sonnenfleckenaktivität die Häufigkeit und die Intensität der Nordlichter erhöht. Die Wissenschaft geht davon aus, dass der Sonnenfleckenzyklus in den nächsten Jahren in die maximale Phase tritt. Dies heisst, die Sonnenfleckenzahl nimmt zu. Der Höhepunkt scheint im Jahre 2025 erreicht zu sein. Es wird davon ausgegangen, dass alle 11 Jahre die höchste Phase der Sonnenfleckenaktivität erreicht ist. In der jüngsten Vergangenheit waren kaum Flecken auf der Oberfläche der Sonne zu erkennen. Ein Grund dafür, dass auch die Nordlichtaktivität am Polarkreis manchmal etwas schwächer ausfiel.

Es gibt auch Ausnahmen. So können vereinzelt starke Sonneneruptionen auftreten, wie zuletzt im Herbst 2017. Allerdings war zu jenem Zeitpunkt am Bodensee das Wetter schlecht, der Himmel bedeckt. Dazu kam, dass der Sonnensturm zu einem ungünstigen Zeitpunkt eintraf, da der Mond gerade zu dieser Zeit hell strahlte.

Sicherlich werde ich berichten, sollten die Chancen einmal gut sein um Nordlichter am Bodensee zu beobachten. Wäre auch für mich ein tolle Sache und es könnte doch das eine oder andere spektakuläre Bild entstehen.

 Von ausgewählten Orten lässt sich der Nachthimmel über dem See bei geringer Lichtbelastung hervorragend geniessen. Hier als Beispiel der Komet Neowise in der Abenddämmerung.

Übrigens im Januar 1938 gab es eine spektakuläre Nordlichtnacht. Dieses Ereignis war in ganz Europa bis nach Algerien zu beobachten. Das Nordlicht leuchtete so intensiv rot, dass viele Feuerwehrleute der Meinung waren, dass in ihrer Region ein Grossbrand ausgebrochen sei. Diese Nacht ging als „blutiges Meer“ in die Geschichte ein.

Quellen: NASA, UiT The Arctic University of Norway, Posts Michael’s Beers&Beans, Buch von Helga van Leur: DAG & NACHT: DE HEMEL VERKLAARD, Thurgauer Tagblatt (Artikel Kaltes Feuer vom 05.11.2013), Buch: Andreas Walker und Thomas Bucheli: Wetterzeichen am Himmel: Meteorologische Erscheinungen verstehen und richtig deuten, u.a.

Bilder: Die Nordlichter wurden in Island und auf den Lofoten aufgenommen.

* Am Südpol erscheinen ebenfalls Polarlichter. Die Polarlichter des Südens werden Aurora australis genannt, die Nordlichter werden als als Aurora borealis bezeichnet.

Mehr über den isländischen Fjord Eyjafjörður findest Du hier.

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Die rötlichen Nordlichter entstehen in einer grossen Höhe, daher könnte man diese auch am Bodensee sehen. Die grünen Nordlichter dagegen verschwinden hinter dem Horizont.

Wollmatinger Ried im winterlichen Abendlicht

Flaschenpost vom Seerhein (Dezember 20)

Bodensee, Flaschenpost, Seerhein

Liebe FollowerInnen,
liebe Leserinnen und Leser meines Blogs

Auch wenn der Jahreswechsel das Jahr 2020 endlich verabschiedet hat, schaue ich mit meinen Bildern in der Flaschenpost nochmals zurück in den Dezember. Bleiern lag das monotone Winterwetter über den vergangenen Krisenwochen. Nach dem Dauergrau hier am Seerhein im November zeigte sich Anfang Dezember endlich mal wieder die Sonne. Trotzdem blieb der Dezember ebenfalls ein Monat mit wenig Sonnenschein. Oder besser gesagt, eher langweilig und grau. Doch just zum Weihnachtstag brachte ein Temperaturrückgang die ersten Schneeflocken an den See.

Der Jahreswechsel ist für mich normalerweise eine Zeit des Reflektierens. Doch nach diesem historischen Jahr ist mein Blick eher hoffnungsvoll in die Zukunft gerichtet. Die Welt ist im Wandel und es liegt an mir, wie ich weiter mit dieser Situation umgehe. Ich habe bisher das Beste daraus gemacht und nur mit dieser Gewissheit kann ich die Herausforderungen der nächsten Wochen gut angehen.

Trotz den vielen Einschränkungen und Ungewissheiten stimmen mich die Entwicklungen zuversichtlich. Vielleicht gewinnt unsere Gesellschaft und Wirtschaft aus dieser Pandemie sogar nachhaltige Erkenntnisse. Diese Pandemie werden wir mit Geduld, Demut und der Bereitschaft sich solidarisch zu zeigen sowie strukturelle Veränderungen mitzutragen besiegen.

Mit der Flaschenpost bringe ich Euch die Landschaft rund um den Seerhein näher. Bilder im Wechsel der Jahreszeiten. Bilder mit denen ich mich am Wegrand in Details verliere oder die Weite auf sich wirken lasse. Damit möchte ich uns alle etwas inspirieren, in der Natur zur Ruhe zu kommen, den Horizont für sich wieder zu öffnen.

Die Natur bietet uns die Möglichkeit eine andere Perspektive einzunehmen.

Stay well and safe!

Winter in the Countryside - die Schneeflocken tanzten - auf dem Seerücken wurde es für eine kurze Zeit winterlich.
Am frühen Morgen im Wald. Der Nebel lichtet sich langsam, die Sonnenstrahlen zaubern eine selten Atmosphäre in den sonst dunklen Dezember Wald.
Perspektivenwechsel - die klare Winterluft lässt die Insel Reichenau am Fusse der verschneiten Vulkanlandschaft des Hegaus erscheinen. Fast etwas surreal.
Fliegende Schwäne
Nirgends in der Schweiz leben mehr Schwäne als am Untersee, rund ein Viertel der Schweizer Höckerschwanpopulation.
Santa Claus is coming - eine Henparty im Nikolauskostum mit kurzen Rücken. Girls stehen in der Sonne über dem Nebelmeer
Notizen vom See und Rhein Gottleiben Seerhein 

Totholzburgen
Dieser Ponton liegt an der Anlegestelle vor Gottlieben und nimmt neues Holz auf. Vor Gottlieben ist ein Pilotprojekt zur Förderung kieselaichender Fische realisiert worden. Es werden Totholzburgen für die gefährdeten Äsche eingesetzt. 
Gull Guard
Die Insel Wed am Ausflusses des Untersee ist zu jeder Jahreszeit reizvoll. Auch im Nebel. Und besonders wenn die "Möwen Wache" auf dem Holzsteg Spalier steht. 
Winter afternoon at the lake
Ein Winternachmittag am Bodensee - endlich lässt die Sonne den Himmel und den See im schönen Blau erscheinen. Wellness für die Augen.

 

Flaschenpost vom Seerhein (November 20)

Bodensee, Flaschenpost, Seerhein

Liebe FollowerInnen,
liebe Leserinnen und Leser meines Blogs

Im November ist es am Bodensee immer neblig! Dieses Jahr wurde der November diesem Klischee gerecht. Ist das zum Verzweifeln? Nicht unbedingt. Denn ich gehöre zu den Menschen, die auch dem “grauen Dunst” etwas Gutes abgewinnen können. Gerne ziehe ich dann, wenn es meine Zeit erlaubt, mit der Kamera los und versuche, die schönen, mystischen Seiten des Nebelwetters einzufangen.

Der Nebel verschlingt den Tag und wird zur weissen Nacht. Wir Menschen fürchten uns, der Nebel nimmt uns die Sicht. Wir finden uns nicht mehr zu recht. Wo ist die Richtung?

Oft vertraue ich mich dem Nebel einfach an. Lass mich umhüllen. Verloren mein Blick auf die Welt, verschwunden der Blick auf mich. Die Welt wird klein, der Nebel macht mich demütig.

Wenn ich im Nebel unterwegs bin, dann muss ich seine Regeln akzeptieren.

Plötzlich ändert das grau, der Nebel öffnet sein Vorhang wie in einem Theater. Dann ist der Moment für mich als Fotograf gekommen. Der Nebel verbirgt den See, gibt Ausschnitte zum Himmel frei, schliesst den Vorhang wieder. Und plötzlich öffnet sich die weisse Wand vor meinem Augen, gibt den Blick frei. Das Wasser und der Himmel werden blau, unterbrochen von letzten weissen Nebelschwaden. In solchen Momenten fühle ich mich beschenkt.

In der Flaschenpost vom November findest Du drei schichten Grau – Nebel, Hochnebel und Wolken. Die habe ich mit der Kamera eingefangen und thematisiere den Nebel. Ein Blues auf den November. Zum Nebel gehört, dass er sich auflöst und wie dieses Jahr Platz macht für einen schönen, warmen Martinisommer. Auch am See.

Corona begleitet uns hinein in die Adventszeit. Weihnachten wird anders. Ostern war dieses Jahr schon anders.

Ich wünsche Euch eine schöne Adventszeit. Stay well and safe.

Indiansummer am Bodensee. Über dem Nebel zeigte sich eine grandiose Stimmung vor der Traumkulisse des Bodensees. Das herbstliche Farbenspiel liess der diesjährige Martinisommer nochmals so richtig aufleben.
Sonnenblumen im November lässt der Nebel verschwinden und surreal wirken. Man findet die Sonne auch im Nebel ist der Titel dieses Bildes. Die Sonnenblumen wurden auf einem Feld über dem Untersee (Thurgau Schweiz) aufgenommen

Ledischiffe

Bodensee

Auf dem Bodensee sind vereinzelt Lastschiffe für Gütertransporte unterwegs. Interessanterweise werden diese Ledischiffe genannt.

Eine Erklärung für diesen Namen könnte sein, dass diese Schiffe „e ladig“ (Dialekt), also eine Ladung mitnehmen. Es gibt auch Hinweise, dass eine Ladung, im alt-mundartlichen Begriff „e ledi“, eine Art Einheit war. Also eine „ledi“ für Mann und Pferd, war nicht das gleiche wie eine „ledi“ für ein Schiff.

Die Nutzung des Bodensees für den Schiffsverkehr beschränkt sich heute auf den Tourismus und die Fischereiwirtschaft. Vielleicht mit einer Ausnahme der Fährlinien, die auch LKW’s transportieren. Ganz anders im vorigen Jahrhundert. Damals stand der Handel mit Lastseglern, später mit Dampfschiffen im Mittelpunkt. Es gab sogar Kursschiffe die als Postschiffe unterwegs waren. Das letzte Kursschiff, welches auch als Postschiff unterwegs war, wurde in den 1970er eingestellt.

Quelle: Wikipedia, Internet
Foto by Michael’s Beers&Beans: Kiesfrachter auf dem Seerhein, Kiesfrachter im Hafen von Güttingen, Bodensee, Thurgau, Schweiz

Diese Ledischiffe liegen in einem Hafen, welches zu einem Kieswerk gehört.

Flaschenpost vom Seerhein (Oktober 20)

Bodensee, Flaschenpost, Seerhein

Liebe FollowerInnen,
liebe Leserinnen und Leser meines Blogs

Der Oktober zeigte sich am Bodensee ausgesprochen kühl und sehr niederschlagsreich. In den nahen Bergen fiel bereits der erste Neuschnee. Spannend war zu beobachten wie die Blattverfärbung schnell einsetzte und sich die Wälder verfärbten, nachdem im September erst wenige farbige Blätter beobachtet werden konnten.

Der Herbst ist noch einmal ein Aufbäumen der Natur, bevor vieles abstirbt und sich braun verfärbt. Die Tage werden kürzer, feuchte Nebel ziehen über dem Fluss auf und das Wetter wird „ungemütlich“. Dann schlägt uns die Corona-Pandemie auch noch aufs Gemüt. Jetzt heisst es nicht in eine Art Weltuntergangstimmung zu kommen.

Auf diese Faktoren können wir keinen Einfluss nehmen. Sie sind eben natürliche Abläufe, die nicht aufzuhalten sind. Umso wichtiger ist, dass wir etwas für uns tun. In die Natur hinaus gehen, die bunten Farben gedanklich in die Winterzeit mitnehmen. Und es zulassen auch mal etwas zu entschleunigen.

In meiner Flaschenpost steckt der Oktober drin – die Bilder mal farbig, mal grau! Einfach reinschauen und etwas entspannen.

Liebe Grüsse, passt auf Euch auf. Bleibt gesund und weiterhin vorsichtig! Stay well and safe.

Bienenweide im Herbstnebel

Der violettfarbene Blütenteppich der Phacelia mag fast nicht gegen den Nebel ankämpfen, der die Farben einfach verschluckt.

An vielen Orten haben die Landwirte die Phacelia als Gründünger gesät und diese blühen noch fast bis in den November hinein. Phacelia ist für Insekten, besonders Bienen, eine wertvolle Nahrungsquelle, deshalb wird sie auch Bienenfreund und Bienenweide genannt.

Sonnenaufgang über dem Seerhein

Nur noch selten geht der Sonnenaufgang farbig auf, meistens ist es bereits die milchige Wintersonne die spät hinter dem Wald aufgeht.

Farbenspiel

Herbst ist ein Farbenspiel – hier am See oft im Zusammenspiel mit dem blauen Kontrast des Wassers.

Nebel

Im Oktober der Nebel viel, bringt im Winter der Flocken Spiel. (Bauernregel)

lange Schatten

Der späte Herbst wirft lange Schatten.

Rebberg

Der Wind rauscht und die Herbstsonne leuchtet goldig, die Weinberge strahlen in ihren schönsten Farben.

Rheinfall

Der Rheinfall bei Schaffhausen markiert auch etwas das Ende der Bodenseeregion. Der imposante Wasserfall gehört mit dem gleich hohen Sarpsfossen in Norwegen und dem Dettifoss auf Island zu den drei grössten Wasserfällen in Europa. Dabei ist der Sarpsfossen mit durchschnittlich 577 m³/s wasserreicher, während der doppelt so hohe Dettifoss auf Island nur etwa halb so viel Wasser führt.

Die letzte Kursfahrt

Sehr früh verabschiedeten sich die Kurschiffe der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh). Eine Schifffahrt mit Maskenpflicht, also ohne dass einem der Wind ums Gesicht weht, hat viele abgehalten eine Schifffahrt auf dem Untersee und Rhein zu machen. So sind die Gästezahlen nach Einführung der Maskenpflicht zusammengebrochen, was die URh dazu gezwungen hat, ihre Kurse früher als sonst einzustellen und ihre Schiffe winterfest zu machen.

Die Nächte werden kälter

Im Oktober setzte sich von Norden ein markanter Temperaturrückgang durch, was den Herbst endgültig am Bodensee ankommen liess. In den Alpen sank zudem die Schneefallgrenze ab und es gab bereits einige Schneetage. Hier am Seerhein gab es den ersten Bodenfrost.

ungewöhnlicher Blick

Der kurzzeitige Föhn machte es anfangs Oktober möglich – ein Blick vom Seerücken über das Konstanzer Münster hinweg bis rüber nach Meersburg.

Marroni, heissi Marroni

Es ist Marronizeit! Der Geruch und Geschmack von Marroni ist da. An vielen Ecken werden jetzt wieder Marroni gebraten. Eigentlich gehören die Marroni und das Magenbrot zu den Jahrmärkten und Chilbi. Viele dieser Märkte finden dieses Jahr leider nicht statt. So kommt mein eigener Marroni-Ofen dieses Jahr etwas mehr zum Einsatz.

Pegelstand Seerhein: normal

Der Wasserstand des Seerheins liegt auf einem durchschnittlichen Niveau.

Stand am 31.10.2020 Konstanz/Rhein: 354cm*

*Quelle: Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg

Noch mehr vom See&Rhein

Frühere Ausgaben der „Flaschenpost vom See&Rhein“ findest Du hier: Flaschenpost vom See&Rhein

Einen ausführlichen Post zum Reisewetter am Bodensee findest Du hier, vielleicht möchtest Du einen Urlaub in unserer Region planen: Beste Reisezeit – wie ist eigentlich das Wetter am Bodensee?

Alle Posts über den Bodensee – vom Obersee über den Seerhein bis zum Unterseee – findest Du hier.

Schlusspunkt: Säntis-Blick

Immer wieder überrascht bei klaren Herbsttage auf Wanderungen über den Seerücken der Blick rüber zum Säntis.

Tipp: „Kallmann“ – das neue Buch von Joachim B. Schmidt

Ein Hauch von Island streifte Ende Oktober den Seerhein. Der nach Island ausgewanderte Schriftsteller Joachim B. Schmidt stellte bei einer Lesung im Literaturhaus Thurgau (Bodmanhaus Gottlieben) sein neues Buch „Kalmann“ vor. Der Roman führt in den rauhen Norden von Island – nach Raufarhöfn. Mehr darüber kannst Du in meinem Buchtipp nachlesen. (Bild/Cover: Diogenes)

Flaschenpost vom Seerhein (September 20)

Bodensee, Flaschenpost, Seerhein

Liebe FollowerInnen,
liebe Leserinnen und Leser meines Blogs

Im September hatten wir „Hochsommer im Spätsommer“, der dann direkt von einem winterlichen Tief abgelöst wurde. In den Bergen kam der erste Schnee, viel Schnee. Und hier am See zog ein richtig kalter Sturm durch.

Es galt schon vorher richtig hinzuschauen, um zu erkennen, dass der Herbst auf der Türschwelle stand. Oft nur am frühen morgen zeigte sich der Nebel kurz, bevor dieser von der Sonne schnell weggewärmt wurde.

Die sommerliche Sonne liess nicht nur den kommenden Herbst vergessen, er stellte auch die Corona-Pandemie etwas in den Schatten. Und wirklich, ich hätte im Frühjahr nie gedacht, dass wir uns im Herbst immer noch mitten in dieser Pandemie befinden. Vielleicht hatte ich es befürchtet, doch die Hoffnung überwiegte, dass im Laufe dieses Jahres bessere Zeiten auf uns warten. Doch nun müssen wir alle mit diesem Virus weiter leben und umgehen. Vorsichtig sein, durchhalten, hoffen und Alternativen finden.

Eines ist sicher, der Herbst schert sich nicht um Corona. Er verwandelt die Landschaft trotzdem in die buntesten Farben. Und ich? Versuche ich doch einfach diese schwierigen Zeiten weiterhin zu akzeptieren und das Geschenk der Natur anzunehmen. Den Herbst zu geniessen, so wie er ist, mit seinem goldigen Licht, der herbstlichen Blütenpracht und der reichen Ernte an Früchten und Gemüse. Daraus kann ich Kraft für die kommenden, schwierigen Zeiten schöpfen.

Mit der neuen Flaschenpost vom Seerhein habe ich ein bisschen die Normalität des herbstlichen Spätsommers eingefangen und hoffe damit einfach etwas Entspannung zu bieten.

Wir müssen vorsichtig in den Herbst hineingehen, keinesfalls einen zweiten Lockdown durch Leichtsinnigkeit riskieren. Doch die Lust am Sein, die Freude am Herbst behalten, damit wir seelisch unbeschadet durch die nächste Zeit kommen.

Liebe Grüsse, passt auf Euch auf. Bleibt gesund und weiterhin vorsichtig! Stay well and safe.

Bootshafen im Nebel

Der Herbst stand schon auf der Schwelle, dies zeigte der leichte Nebel über dem Wasser am frühen Morgen. Die Sonne wärmte diesen Nebel aber sehr schnell wieder weg.

Pawpaw – Indianer Banane vom Bodensee

Die Pawpaw oder „Indianer Banane“ ist tatsächlich eine exotische Frucht die am thurgauischen Untersee angebaut wird. Diese konnten bereits Mitte September geerntet werden, fast zwei Wochen früher wie sonst üblich. Mehr über diese fantastisch schmeckende Frucht findest Du in meinem Post „Indianer Banane vom Bodensee“.

Bojen

In der Seefahrt heissen diese Dinger eigentlich „Tonnen“. Bei uns sind es „Bojen“ und zeigen an, hier dürfen die Boote nicht durchfahren. Und ich frage mich gerade, warum „fährt“ ein Schiff – Schiffe schwimmen und schaukeln, oder?

Regen, Hitzetage und (fast) Schnee

In den ersten Stunden des Septembers regnete es, dann drehte das Wetter in den Sommer zurück. In der Folge erlebten wir am Bodensee einen milden September mit vielen sonnigen Sommer- und sogar einzelnen Hitzetagen. Erst am Monatsende brachte ein massiver Wetterumschwung sehr kühle Verhältnisse begleitet von kräftigen Regenfällen und in den Bergen Schnee bis auf rund 1000 m.

Nochmals Sommer

Der September war einfach viel Sommer – Zeit für hochsommerliche Genussmomente!

Fischer im Sonnenaufgang

Noch ist es ruhig auf der Seepromenade, nur ein einsamer Fischer geniesst den Sonnenaufgang und hofft, dass die Fische beissen.

Die Tage werden kürzer

Die Tage wurden kürzer. Doch gab es noch den einen oder anderen schönen, warmen Sommerabend.

Weinlese

Die Winzer am Bodensee freuten sich über die hohen Spätsommer-Temperaturen und rechnen mit einem guten Weinjahrgang 2020. Die Hauptweinlese hatte Mitte September sehr früh begonnen und ist fast überall bereits beendet.

Feuerwehr

Feuerwehr auf dem See? Dafür gibt es Feuerwehrboote, die in voller Fahrt zum Einsatzort unterwegs sind. Hier mein Versuch einen solchen Feuerwehreinsatz in ein abstraktes Foto umzusetzen – das Motiv in dessen Strukturen, Farben, Linien und Formen aufzulösen. Vielleicht erzählt dieses Bild so eine Geschichte?

Das letzte Morgenbad

Nochmals wärmt mich die aufgehende Sonne nach meinem Morgenbad.

Der Herbst zieht über den See

Der Herbst bringt auch die starken Winde zurück an den See. Für viele Segler ist der Herbst daher ein schöner Abschluss, bevor die Boote winterfest gemacht werden müssen.

Uferwanderung am Hochrhein

Zwischendurch führen mich Wanderungen an den Hochrhein. Entlang am abwechslungsreichen Ufer – zurück geht es bequem auf dem Schiff. Der Rhein wird zwischen Bodensee und Basel als Hochrhein bezeichnet.

Pegelstand Seerhein: normal

Inzwischen ist alles normal! Der Wasserstand des Seerheins liegt auf einem durchschnittlichen Niveau. In den kommenden Wochen ist tendenziell mit einem Rückgang des Wasserstand zu rechnen. Ursache dafür ist, dass die Schnee- und Gletscherschmelze in den alpinen Zuflüssen im Herbst sehr gering sind.

Stand am 30.09.2020 Konstanz/Rhein: 359cm*

*Quelle: Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg

Bild by michael’s beers&beans: Die MS Thurgau steuert in die Fahrrinne, die für die grossen Schiffen durch den Seerhein führt.

Die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) ist die älteste Schifffahrtsgesellschaft der Schweiz. Ihre Schiffe verkehren zwischen Kreuzlingen/Konstanz und Schaffhausen. Leider hat sich die Hoffnung auf Schweizer Feriengäste, welche diese Schiffe nutzen, nicht erfüllt. Nach der Einführung der ÖV-Maskenpflicht (im Juli 2020) sanken die Passagierzahlen noch weiter. Daher müssen die Kapitäne, Matrosen und MitarbeiterInnen Kurzarbeit in Kauf nehmen und einige der Kurse wurden aus dem Fahrplan gestrichen. (Reduziertes Angebot seit 7. September siehe hier.) Quelle: SRF.ch, Tagespresse, UrH

Noch mehr vom See&Rhein

Blütenzauber auf der Mainau …

Frühere Ausgaben der „Flaschenpost vom See&Rhein“ findest Du hier: Flaschenpost vom See&Rhein

Einen ausführlichen Post zum Reisewetter am Bodensee findest Du hier, vielleicht möchtest Du einen Urlaub in unserer Region planen: Beste Reisezeit – wie ist eigentlich das Wetter am Bodensee?

Alle Posts über den Bodensee – vom Obersee über den Seerhein bis zum Unterseee – findest Du hier.

Schlusspunkt: Morgenlicht (Fischingen)

Tipp: Thurgauer Köpfe

Die sechs kantonalen Museen im Kanton Thurgau präsentieren noch bis zum 18. Oktober 2020 die Ausstellung «Thurgauer Köpfe». Verteilt auf vier Standorte zeigt sich der Kanton Thurgau im Spiegel seiner Bewohnerinnen und Bewohner auf unkonventionelle Art und Weise. Fern der gängigen Stereotypen wird das, was den Thurgau ausmacht, aus neuen Perspektiven sichtbar.

Sehr eindrücklich die Ausstellung im Kunstmuseum „Kartause Ittingen“. „Thurgauer Köpfe – Frauen erobern die Kunst“ skizziert, wie sich die Möglichkeiten für Künstlerinnen zwischen 1880 und 1980 verändert haben.

Weitere Informationen: Thurgau Kultur

Bild: aufgenommen im Kunstmuseum Thurgau

Flaschenpost vom Seerhein (Juli & August 20)

Bodensee, Flaschenpost, Seerhein

Liebe FollowerInnen,
liebe Leserinnen und Leser meines Blogs

Bodensee statt Beach Resort, Apfelsaft statt Amaretto – selbst hier am Seerhein ist der „Tourismus-Boom“ zu spüren. Dies ist aussergewöhnlich. Das deutsche Nordufer des Bodensees ist zwar eine sehr beliebte Ferienregion, das schweizerische Südufer liegt dagegen touristisch gesehen im tiefen Dornröschenschlaf. Doch dieses Jahr ist es anders.

Viele sind dem Aufruf unseres Bundesrats gefolgt und verbringen ihre diesjährigen Sommerferien wegen des Coronavirus in der Schweiz. Dies kommt auch der Bodenseeregion des Kantons Thurgau zugute, rein gefühlsmässig zeichnet sich ein Rekordsommer für die Hotels, Campingplätze und Restaurants am See ab. Ein bisschen zu hoffen wäre, dass die einheimischen Touristinnen und Touristen den Apfelkanton mit seinem schönen Seeufer in guter Erinnerung behalten und wiederkommen. Vielleicht entsteht aus der Krise eine Chance, das touristische Angebot für die Zukunft qualitativ zu verbessern. Schlussendlich profitieren davon auch die Orte und seine Bevölkerung am See.

Für mich, der nur an den Wochenenden am See ist, war diese Stimmung ansteckend – reinstes Ferienfeeling! Auch unser kleines Dorf am Seerhein glich zeitweise einem italienischen Ferienort: Die Hotels sind gut gebucht, auf den Seeterrassen ist es voll, die Stimmung ausgelassen, südlich. Der Sommer zum Glück oft schön, sogar heiss. Die Menschen bummeln an der kleinen Seepromenade, gehen Baden und geniessen die einmaligen Sonnenuntergänge. Die Feriengäste verbreiteten eine friedliche Stimmung.

Meine Flaschenpost – mit meinen Fotografien vom Juli und August aus der Gegend des Seerheins – kommen sommerlich daher, transportieren auch etwas den Hauch dieses speziellen Sommers.

Liebe Grüsse, passt auf Euch auf. Bleibt gesund und weiterhin vorsichtig! Stay well and safe.

Sprungturm

Noch ist es ruhig in der Seerheinbadi, niemand auf dem Sprungturm. Letzte Nebelschwaden lösen sich in der frühen, sommerlichen Sonne auf.

Feriendörfer

Dieses Jahr verbringen viele Schweizerinnen und Schweizer ihre Sommerferien in der Heimat. Einige davon machten Urlaub am Südufer des Bodensees und so verwandelte sich das eine oder andere Dorf am See in ein richtiges Feriendorf.

Genussmomente

Es sind diese Genussmomente, die der Sommer für uns alle so schön hervorzaubert und vieles vergessen lässt.

Sonnenblumen

Sommer, Sonne, Sonnenblume … Wie kaum eine andere Blume gehören die gelben Korbblütler ins sommerliche Landschaftsbild. Besonders beeindruckend für mich ist es immer wieder, wie die Sonnenblumen ihre Köpfe nach der Sonne richten. 

Marina at night

Glücklich schätzen konnte sich in diesem Sommer wer ein eigenes Boot hatte und die Ferien auf dem See verbringen durfte. Dies taten viele Bootsbesitzer, so war in den Häfen und an den Anlegestellen immer viel Betrieb.

Beach Chair

If it’s the right chair, it doesn’t take too long to get comfortable in it.

Robert De Niro

Sommerbegleiter

Eigentlich blüht der rote Mohn bereits im Frühjahr, nämlich im Mai und Juni. Dennoch gilt er als einer der Sommerbegleiter schlechthin. Und einige Exemplare blühen ja tatsächlich weit in den Sommer hinein.

Sommer-Nebel

Manchmal legte sich morgens der Nebel über den Seerhein. Es ist Sommernebel. Dieser zeigte sich dieses Jahr öfter, verschwand aber mit der aufsteigenden Sonne meistens sehr schnell.

SUP to meet the Beauty

Den Tag mit einem unvergesslichen Erlebnis zu beenden. Ein Klassiker für alle Stand Up Paddle-Begeisterte. In der Abenddämmerung noch rechtzeitig aufs Wasser, um den wunderschönen Sonnenuntergang zu geniessen. Die letzten Sonnenstrahlen und das ruhige paddeln lässt mich die strenge Arbeitswoche schnell vergessen.

Kirschen

Pflückfrisch – Kirschen vom Bodensee.

Wenige Gewitter, ein paar Hitzetage – ein wunderschöner Sommer

Der August startete mit einem sehr heissen Bundesfeiertag. Die Tageshöchstwerte stiegen hier am Seerhein über 34 °C. Dieser Hitzetag war einer der wenigen, es gab im Juli und August nur kurze Hitzeperioden, die immer wieder von kühleren Tagen abgelöst wurde. Zudem gab es am westlichen Bodensee nur wenige und kurze Gewitter. Das richtige Gemisch für einen wunderschönen Sommer!

Südsee – Blick

Dieser „Südsee-Blick“ freute mich und meine Kamera. (Insel Mainau)

Neowise

Der Komet Neowise über dem Seerhein, fotografiert am Abendhimmel. (Darüber habe ich hier schon berichtet). Der Komet mit dem Namen C / 2020 F3 Neowise war der hellste Komet seit 7 Jahren. Für mich steht dieses Bild für ein cooles Himmelsereignis direkt vor der eigenen Haustüre.

Pegelstand Seerhein: Wasserstand auf tiefem Niveau

Auf den ersten Blick scheint alles normal. Doch der Wasserstand des Seerheins liegt derzeit auf einem relativ niedrigen Niveau. Dies ist natürlich kein Vergleich zum Niedrigwasser, welches wir im Jahre 2018 hatte. Etwas Entspannung haben die intensiven Niederschläge vom letzten Wochenende gebracht, dies hat den Pegel kurzfrisitig um ca 50cm ansteigen lassen.

Stand am 03.09.2020 Konstanz/Rhein: 378cm*

*Quelle: Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg

Bild by michael’s beers&beans: Eine friedliche und vergnügte „Gummiböötli-Party“ auf dem Seerhein. Allerdings bitte nicht nachmachen! Die Gefahren auf Fluss und See sind nicht zu unterschätzen. Darum unbedingt aufpassen: keine Boote wie hier im Bild zusammenbinden, aufmerksam sein und Abstand von Kursschiffen und Schiffszeichen (Wiffen können sehr gefährlich sein) halten.

Noch mehr vom See&Rhein

Seerosen sorgen für eine romantische Stimmung und verzaubern mich immer wieder mit ihren schönen Blüten.

Frühere Ausgaben der „Flaschenpost vom See&Rhein“ findest Du hier: Flaschenpost vom See&Rhein

Einen ausführlichen Post zum Reisewetter am Bodensee findest Du hier, vielleicht möchtest Du einen Urlaub in unserer Region planen: Beste Reisezeit – wie ist eigentlich das Wetter am Bodensee?

Alle Posts über den Bodensee – vom Obersee über den Seerhein bis zum Unterseee – findest Du hier.

Schlusspunkt: Auf dem Wasser „wandern“ …

Tipp: Thurgauer Köpfe

Die sechs kantonalen Museen im Kanton Thurgau präsentieren ab dem 6. Juni 2020 zum ersten Mal ein gemeinsames Projekt: die Ausstellung «Thurgauer Köpfe». Verteilt auf vier Standorte zeigt sich der Kanton Thurgau im Spiegel seiner Bewohnerinnen und Bewohner auf unkonventionelle Art und Weise. Fern der gängigen Stereotypen wird das, was den Thurgau ausmacht, aus neuen Perspektiven sichtbar.

Weitere Informationen: Thurgau Kultur

Plakat/Text: Thurgau Kultur

Neowise über dem Seerhein

Bodensee

Im Juli 2020 war der Komet Neowise abends und in den Morgenstunden zu sehen. Da die Wetterverhältnisse günstig waren, war der Komet bei uns sogar mit blossem Auge zu erkennen. Wobei mit dem Feldstecher war es dann doch etwas einfacher. Natürlich habe ich auch versucht den Komet samt seinen eindrücklichen Schweif mit der Kamera einzufangen.

Dies war dann gar nicht so einfach. Vielleicht lag es auch an meiner Bild-Idee, den Komet Neowise möglichst tief am Horizont und mit dem Seerhein im Vordergrund abzubilden. Ich war davon ausgegangen, dass der Komet rasch über uns rüber rauscht. Dem war nicht so, er brauchte Stunden bis er er endlich tief genug war. Und dann war er nicht mehr an der Position, an der ich ihn haben wollte. Schlussendlich wurde er auch noch durch Wolken verdeckt. Das eine oder andere Bild ist dann doch entstanden. Eine Erinnerung an eine beeindruckendes Schauspiel und an etwas Cooles direkt vor der eigenen Haustüre.

Fotografien dieses Natur-Schauspiels war nur mit einer Kamera auf einem Stativ möglich. Die Belichtungszeit musste auf einige Sekunden eingestellt werden, damit der Schweif des Kometen auch auf das Bild kam. Wie in der Nordlicht-Fotografie musste ich aufpassen, dass ich nicht zu lange belichtete, sonst wären die Sterne zu Strichen am Himmel geworden.

Eichenwald am Südufer des Bodensees

Bodensee, Flora

Er gehört zu den schönsten Wäldern der Schweiz, der Güttinger Wald am Bodensee. Sein grosser Bestand an alten Eichen freut nicht nur den Mittelspecht, sondern auch den Wanderer. Als Besonderheit gilt die vierstämmige Eiche – Vierer Eiche genannt –, die noch aus einer Zeit stammt, als der Wald hauptsächlich Brennholz zu produzieren hatte.

Der prächtige Güttinger Wald am Südufer des Bodensee (Waldgebiet zwischen Altnau und Dozwil) zeichnet sich durch seine Natürlichkeit aus und seine mächtigen, alten Eichen. Ein Weg führt an 8 Orientierungstafeln vorbei, welche auf die Besonderheiten des Eichenwaldes und dessen Bewirtschaftung hinweisen. Im Waldabschnitt „Eichen-Stube“ haben die Waldbesitzer einen Alt-Eichenbestand – ca. 200-jährig – unter Schutz gestellt. Über den Rundweg kommt der Wanderer eben an der imposanten Vierer Eiche vorbei.

Die Eichen wurden früher nicht nur des edlen Holzes wegen gefördert, sondern auch als Fruchtbäume geschätzt. Mehl aus Eicheln diente schon den Germanen als Speise. Im Mittelalter trieb man die Schweine in den Wald, um sie zu mästen, was einen vorzüglichen Schinken versprach. In Notzeiten dienten geröstete Eicheln als Ersatz für Kaffee. Die Gerbstoffe in der Rinde verwendete der Gerber für die Behandlung des Leders. Sie fanden aber auch als Heilmittel Verwendung.