Kapelle Klingenzell – von Hochzeiten und Wildschweinen

Bodensee, Schweiz, Thurgau

Hoch über dem Bodensee in prächtiger Aussichtslage liegt die vielbesuchte Kapelle Klingenzell. Bei einem Besuch verwundert es nicht, dass diese abgeschiedene Kappelle zu einer der schönsten Hochzeitskirchen der ganzen Bodenseeregion zählt. Verwundert ist man eher, dass die Gründung dieser Kapelle auf ein Wildschwein zurückzuführen ist.

Eine Legende berichtet von einem Freiherrn Walter von Hohenklingen, der ein Wildschwein angeschossen hatte. Das gereizte Tier bedrohte den Freiherrn so stark, dass dieser Angst um sein Leben hatte. In diesem Moment gelobte er, eine Wallfahrtskirche zu bauen, sollte er dies überleben. Er wurde gerettet, hielt sein Versprechen und liess die Wallfahrtskirche „Sieben Schmerzen Mariä“ zu Ehren der Gottesmutter sowie den Heiligen Georg, Christophorus und Jodokus bauen. Bereits 1336 übergab er die Wallfahrtskapelle an ein Kloster im nahen Stein am Rhein.

Im Jahre 1698 drohte die Kirche nach starken Regenfällen abzurutschen und einzustürzen. In der Folge wurde der Bau an dem Ort, wo sie heute noch steht, neu errichtet. Die Kapelle erhielt ein Zwiebeltürmchen und wurde im barocken Stil prächtig ausgestattet. Diese gilt noch heute als Juwel barocker Architektur und Ausstattungskunst. Am alten Standort erinnert eine Lourdes-Grotte, zu der ein Kreuzweg führt.

Erwähnenswert ist das kleine Gnadenbild im rechten Seitenaltar aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhundert.  Diese Pietà gehört zu den bewegenden Zeugnissen der Mystik am Bodensee. Es war für Jahrhunderte Ziel einer blühenden Wallfahrt.

Klingenzell, ist die einzige Marienwallfahrtsstätte im Thurgau, die seit Jahrhunderten ohne Unterbruch besteht.

Der Besuch der Kirche Klingenzell kann in eine wunderschöne Rundwanderung integriert werden, die auch die Nahe Hochwacht miteinbezieht. Diese Tour beschreibe ich in meinem Post „Freiherrn mit Weitblick und ein Formel 1-Fahrer im Badehäuschen“.

Panoramablick: 

Der eine oder andere „pensionierte“ Kirchenmann wählte die Gegend rund um die kleine Kapelle für seinen Ruhestand aus, bei dieser Lage mit diesem Blick kaum verwunderlich.

Blick Richtung Osten – Untersee (Rheinsee)

Blick auf die „Westbucht“ – Untersee (Rheinsee)

Blick auf Stein am Rhein – hier endet der Bodensee und der Hochrhein beginnt

Impressionen:

Das kleine Gnadenbild im rechten Seitenaltar, eine Pietà aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, gehört zu den bewegenden Zeugnissen der Mystik am Bodensee.

Hier startet der Kreuzweg, welcher zur Lourdes-Grotte führt.

 

Bilder Michael’s Beers & Beans 2017 / Quellen: Homepage Kirchgemeinde Eschenz, Wikipedia, diverse Internet, Erzählungen

Kartäuser, Hopfen und Reben

Bodensee, Schweiz, Thurgau, Wanderungen und Touren

Wenn die vielen Obstbäume aufblühen, ist für viele der Thurgau (Schweiz) ein Inbegriff von Frühling. In dieser Zeit bietet sich diese Region für wunderschöne Frühlings-Wanderungen an. 

Die nachfolgenden Impressionen sind von einer Wanderung, welche wir im April unternommen haben. Diese Rund-Wanderung startet in der schönen Kartause Ittingen (Nähe Frauenfeld). Der Rundweg führt durch einen frühlings-haften Wald, über sattgrüne Wiesen auf denen der Löwenzahn blüht und immer wieder an wunderschön blühenden Obstbäumen vorbei. Man streift einzelne Bauernhöfen und es eröffnet sich ein schöner Panorama-Blick runter auf die Ebene des Thurtals. Idylle pur. Sogar der der Traktor, der durch die Weinberge tuckerte, passte irgendwie in dieses idyllische Bild.

Eine kleine Beschreibung des Wegverlaufes dieser Rund-Wanderung gibt es am Schluss dieses Posts.

Kartause Ittingen

Die Kartause Ittingen wurde im Jahr 1152 als Augustinerabtei gegründet, später war es ein Kartäuserkloster. Heute gibt es hier viel zu sehen. Neben der barocken Klosterkirche, dem Kunstmuseum des Kantons Thurgau, dem Ittinger Museum mit Konzertsaal sowie einem Bildungszentrum gibt es einen grossen Gutsbetrieb. Sehenswert sind der Barockgarten (mit vielen Rosen) sowie der Kräutergarten. Hinzu kommen eine Käserei sowie ein renommierter Weinbaubetrieb. Und bekannt ist der Hopfengarten, welcher den „Stoff“ für das bekannte „Original Ittinger Kloserbräu“ liefert.

Impressionen der Rundwanderung

Ittinger Waldreservat

Etwas vergessene Wegweiser in der „Countryside“

Typische Thurgauer Idylle

Rebhäuschen Weingut Hausamann, Iselisberg

Auf dem Holzweg …

Der Fluss Thur, der Namensgeber des Kantons Thurgau

Bolzengerade – der Damm-Wirtschaftsweg an der Thur entlang. Die Thur ist manchmal ein reissender, unbändiger Fluss, daher wurde die Thur früher an vielen Orten eingedämmt. Heute geht man andere Wege, der Flusslauf wird teilweise Re-naturalisiert.

Zurück in der Kartause Ittingen

Genuss am Ende der Tour! Käse, Schinken, Wein – alles kommt aus der eigenen Herstellung der Kartause Ittingen.

 

Tipps by Michael’s Beers & Beans:

Klosterladen Kartause Ittingen

Der Klosterladen ist ein Besuch wert. Spannend zu sehen, welche Vielfalt an feinen Spezialitäten hier im ehemaligen Kloster produziert werden. Produkte aus der eigenen Kelterei, der Käserei, der Metzgerei und der Bäckerei. Neben Anbau und Verarbeitung von Lebensmitteln werden in den Werkstätten verschiedene Handwerke ausgeübt. Aus der Schreinerei kommt zum Beispiel das beliebte Wildbienenhotel, aus der Töpferei tolle Kunstwerke. Und natürlich bekommt man hier auch das „Klosterbräu“.

Die Rezeptur des 1982 erstmals gebrauten Biers wird heute von Heineken verwendet und in der Brauerei Calanda-Haldengut in Chur produziert. Der Hopfen kommt aus dem Klostergarten der Kartause, dem diesem Bier sein typisches Aroma gibt.

Möbelhandwerk Schweizer, Üsslingen

Du suchst einen schönen Esstisch aus Apfelbaum-Holz? Im Dorf Uesslingen scheint ein Schreiner mit grosser „Tsch-Kompetenz“ zu sein, der Hölzer von den lokalen Waldbesitzer verarbeitet. Durch die Fenster konnten wir einen Blick in den Showroom/Werkstatt werfen. Bei den schönen Tischen kommt man sofort ins schwärmen.

Möbelhandwerk Schweizer, Ittingerstrasse 3, 8524 Uesslingen, https://www.moebelhandwerk.ch/

Tourbeschreibung / Wanderführer:

Startpunkt ist der Parkplatz bei der Kartaus Ittingen (416 müM). Von dort kann mach sich gut an der Beschilderung „Iselisberg“ orientieren. Diesem Weg folgen wir, der uns durch das Ittinger Waldreservat, einem schönen lichten Wald führt. Wir begegnen einem Holzkohle-Meiler (die Holzkohle kann man im Klosterladen in der Kartause kaufen) . Der Wanderweg bringt uns überwiegend flach auf einen freien Höhenzug mit Obstwiesen bis zu den Weinbergen von Uesslingen. In Iselisberg haben wir mit 485 müM den höchsten Punkt erreicht, jetzt geht es über eine Art Holztreppe hinunter nach Uesslingen. Dort sind wir dann weiter dem Wanderweg über die Thurbrücke in Richtung Ellikon a.d. Thur gefolgt, haben den Wegweiser Kartause Ittingen ignoriert.  (Möglichkeit der Verkürzung der Rund-Wanderung). Unmittelbar nach dem wir die  Thurbrücke überquert haben, verlassen wir den offiziellen Wanderweg und folgen dem „Damm-Wirtschaftsweg“  in Richtung Rorenbrücke (Warth). Dieser „Dammweg“ führt uns „Bolzengerade“ durch ein schönes Auenschutzgebiet mit schmalen Uferwiesen. Über die Rohrenbrücke wandern wir zurück ans nördliche Thurufer und folgen jetzt wieder dem Wanderwegweiser „Kartause Ittingen“, der uns den Weg zurück zum Startpunkt weist.

Diese leichte Tour ist ca. 11 km lang und wir brauchten dafür ca. 2.45 Uhr (reine Gehzeit). Leichte Orientierung. Nur leichte Steigungen, Höhenunterschied ca. 100 – 110m.

Märzglöckchen im April

Bodensee, Flora, Schweiz, Thurgau

Eigentlich bin ich erst über den Post „ Auf der Suche nach Märzenbecher“ von Sabine auf ihrem Blog Klappspiegel aufmerksam geworden, was ich da eigentlich für Blumen fotografiert habe. Zuerst dachte ich nämlich,  es wären Maieriesli – beim archivieren irgendwie dann, es könnte eine Art von Schneeglöckchen sein. Blogs bilden! Und jetzt weiss ich es, es sind Märzglöckchen oder Märzenbecher. Diese gehören zu den Frühblühern, die Blütezeit liegt normalerweise zwischen März und April.

Gerade bei uns in den Alpen gehören diese zu den Frühlingsboten, da diese kurz nach der Schneeschmelze aufblühen. Diese Exemplare habe ich dagegen in der Bodensee-Region unter einer Baumgruppe auf einer feuchten Wiese gefunden.

Fotos April 2017

Meersburg im Frühling

Bodensee, Deutschland

Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Da grünt und blüht es weit und breit
Im goldnen Sonnenschein.

Annette von Droste-Hülshoff (1797 – 1848)

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Die Meersburg – hier wohnte auch die bekannte Dichterin Freiherrin Annette von Droste-Hülshoff (1797 – 1848)

Auf der Suche nach ein paar Stunden Reise- und Ferienfeeling? Dann nimm Dir ein Time Out und fahre einfach an den Bodensee und besuche die kleine baden-württembergische Stadt Meersburg. Vom Raum Zürich aus ist Meersburg einfach zu erreichen.  Der kleine Ort vermittelt trotz der trutzigen Mauern eine heitere, südländische Atmosphäre. Unten am See gibt es sicher eine Portion Rummel, aber das vermittelt eben auch schnell etwas südländisches Ferienfeeling. Meersburg bedeutet nicht nur am See gemütlich bummeln. Zweifelsohne ist die schöne Stadt am Bodensee auch wegen der Altstadt und den Schlössern sehenswert.

Meersburg ist umgeben von Weinbergen. Über den Altstadtgässchen ragt die zinnenbekrönte Meersburg auf. Ins 7. Jh. zurück reichen die Ursprünge dieser ältesten Wohnburg Deutschlands. Hier wohnte die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) in ihren letzten Lebensjahren, ihr Arbeitszimmer kann man besichtigen.

Nebenan prunkt das barocke Neue Schloss, das ein Stararchitekt des 18. Jh. entwarf. Die Beletage der Fürstbischöfe und ein Museum zur Schlossgeschichte sind zugänglich.

Aufgrund seiner Hanglage bietet Meersburg übrigens zahlreiche Aussichtspunkte, die alle ein tolles Panorama bieten.

Michael’s Beers and Beans Tipps:

Gutsschänke – in der „Oberstadt“ beim Neuen Schloss, eine Traumhafte Terrasse mit einem unglaublichen Seeblick, einfache aber gute Gerichte (siehe auch Bilder unten)

Café im Schloss – Kaffee und Kuchen im barocken Garten

Meersburger Auxerrois – ein angenehm leichter und sehr frischer Weisswein. Dieser Weisswein wird eher im Elsass oder an der Mosel angebaut. Bei uns in der Schweiz ist dieser eigentlich unbekannt, daher einmal versuchen (Auxerrois = gelber Burgunder).

Chapeaux – zwei lässige Typen wissen alles über Hüte – grosse Vielfalt für das  Haupt – hier in Meersburg beweist man im Laden Chapeaux auf dem Marktplatz 3 Mut zum Hut!

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Südländisches Feeling am schwäbischen Meer …

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Der Bodensee

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Die Anfahrt von der Schweiz aus über Konstanz erfolgt mit modernen Fährschiffen – ein schöner Start für einen Ferientag.

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Gassen und Gässchen laden zum Bummeln ein. Dazwischen kann der hiesige Wein in den verschiedenen Weinkellern degustiert werden.

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Der Bodensee ist bekannt für seine Früchte und Gemüse.

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Die Stadt liegt am Hang – immer gibt es einen wunderschönen Blick runter zum See.

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Tipp: Bekannte Veranstaltungen sind das Seenachtsfest mit Feuerwerk, das Meersburger Open-Air-Konzert sowie das beliebte Bodensee-Weinfest, das im September hier auf dem Schlossplatz stattfindet.

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Meersburger Weine haben einen gut Ruf. Feine Spätburgunder oder Müller Thurgau reifen hier an besten Lagen.

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Tipp: Die Gutsschänke – einer der schönsten Terrassen am Bodensee?

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Das Neue Schloss

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Tipp: Kaffee und Kuchen im barocken Schlossgarten

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Meersburg Bodensee Flieder

Meersburg Bodensee Palmen

Meersburg – Mittelmeerklima inklusive

 

Frühling klopft am Bodensee an

Bodensee, Schweiz

Der Frühling klopft dieses Jahr – aufgrund der warmen Temperaturen in den letzten Wochen – hier am See früh an. Am vergangenen Wochenende machte das Wetter schon richtig Laune für eine erste Frühlingswanderung entlang dem Untersee. Dieser glitzerte in der Sonne, die ersten Blüten leuchteten bunt um die Wette! Wie schön der Frühling bereits in der Region ist, zeige ich Euch gerne mit ein paar Fotos, welche ich am vergangenen Wochenende gemacht habe.

Ein leichter Wind, das Blau und die ersten blühenden Bäume – der Frühling hat hier angeklopft.

Die ersten Vorboten – bereits nach Ostern werden die Obstbäume für ein Blütenspektaktel am Bodensee sorgen.

Farben des Frühlings.

Badehaus

Ein Platz am See

Pre-Season

Noch legt hier kein Kurs-Schiff an. Ab 14. April 2017 ist Saisonstart für die Kursschiffahrt. Dann legen hier die schönen Schiffe der UrH – Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein AG – wieder regelmässig an.

Der Sonnenaufgang deckt auf, dass der Wald noch winterlich dürr ist …

Rowing into the sunrise.

Riegel und Blüten

Mehr zum Frühling am Bodensee gibt es im Post „Beste Reisezeit am Bodensee – wie wird eigentlich das Wetter am See?“

Imperia – die „Hübschlerin“ von Konstanz

Bodensee, Deutschland

Das  Décolleté  tief, lange Beine, der Gürtel notdürftig geschlossen – so dreht sich die Statue Imperia in der tiefen Wintersonne um die eigene Achse. Mit beeindruckender Grösse steht sie vor der Einfahrt zum Konstanzer Hafen. Der auflösende Nebel im Hintergrund, das warme Licht – ein schönes Fotomotiv. Aber irgendwie musste ich beim fotografieren schmunzeln.  Wie kommen gerade die Konstanzer auf die Idee, sich eine solche „erotische“ Statue, mit sehr viel Oberweite und zwei nackten Männlein auf den Händen, an den Hafen zu stellen?

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Das Internet löst das Rätsel schnell auf. Die Konstanzer haben dieses Ding eher unfreiwillig „geschenkt“ bekommen. Der Bildhauer Peter Lenk stellte diese zehn Meter hohe und 18 Tonnen schwere Statue 1993 in einer Nacht- und Nebelaktion dort hin. Das ganze wurde wohl vom Fremdenverkehrsverein initiiert. Und von Schweizern finanziert, da diese damit verhindern wollten, dass diese Figur am Schweizer Ufer aufgestellt wird. Natürlich wollte der Gemeinderat von Konstanz diese Statue so schnell wie möglich wieder loswerden. Doch die Figur stand auf dem Gelände der Deutschen Bahn und entzog sich damit dem Einfluss der Räte. So blieb Imperia einfach dort stehen und dreht sich heute noch. Die Imperia war ein Aushängeschild für das Konziljubiläum „600 Jahre Konstanzer Konzil“ von 2014 bis 2018 und ist so inzwischen definitiv zum Wahrzeichen von Konstanz geworden.

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Der Künstler hat seine Figur „Imperia“ genannt und bezog sich dabei auf eine literarische Figur, die zur Zeit des Konstanzer Konzils von 1414 bis 1418 als Hure (Hübschlerin) Bischöfe, Kardinäle, Grafen sowie weitere Angehörige der höchsten Stände verführt hatte. Alle beugten sich vor ihrer Schönheit und sie wurde damit zur „eigentlichen Königin des Konzils“ erhoben. (La belle Impéria,  Honoré de Balzac)

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Das Konstanzer Konzil, welches im Mittelalter abgehalten wurde,  zog zahlreiche Angehörige aller Gewerbe nach sich, die in Konstanz ein gutes Geschäft witterten. Unter ihnen waren auch Prostituierte, deren Zahl der Chronist Ulrich Richental auf 700 bezifferte.

Die Skulptur der „Imperia“ verkörpert eine dieser Dirnen aus der Konzilszeit. Damit verarbeitet der Künstler die Doppelmoral der Teilnehmer dieser Kirchenversammlung, die zur Wiederherstellung der kirchlichen Einheit und Reinheit einberufen worden war.

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Die „Imperia“ steht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Konzilgebäude, in dem 1417 das Konklave Martin V. zum Papst wählte. Dieser ist es auch, an den der auf der emporgehaltenen linken Hand der Statue sitzende Gaukler erinnert. Gegenüber, auf der rechten Hand, masst sich ein weiterer Gaukler mit Krone und Reichsapfel die Insignien des deutschen Königs an und erinnert an Sigismund von Luxemburg, der das Konzil in Konstanz initiiert und wesentlich mitbestimmt hatte. Die beiden Repräsentanten der weltlichen und geistlichen Macht wirken sehr klein und unbedeutend zu ihrer übergrossen „Königin“, die sie wie Spielbälle in den Händen hält.

Imperia - die Hübschlerin von Konstanz Bodensee Germany Lake Constance

Eine Hure als Aushängeschild – die Imperia ist inzwischen eine Touristenattraktion und zum Wahrzeichen von Konstanz geworden.

 

Quellen: Wikipedia, Bodensee.de, konstanzer-konzil.de, suedkurier.de, Diverse Internet (u.a.)

Fotos: Michael’s Beers&Beans

Ein Blues auf den Winter …

Bodensee, Deutschland, Schweiz

In den letzten Tagen hat richtiges Tauwetter eingesetzt, es regnete hier am See gelegentlich. Auch wenn es in dieser Nacht nochmals leicht geschneit hat, der strengere Teil des Winters ist vielleicht wirklich schon vorbei.

Das Tauwetter würde eigentlich zum keltischen Kalender passen. Denn die Kelten feierten jeweils am 1. Februar das Mondfest „Imbolc“ und läuteten damit bereits den Frühling ein. In Irland wird deshalb heute noch am 1. Februar der St. Bridget’s Day gefeiert. Der Festtag wird auch als Fest des Lichtes gesehen, weil die länger werdenden Tage die Hoffnung auf den Frühling widerspiegeln. Übrigens sind es im gesamten vier Mondfeste im Jahr. Das 4. Fest am 1. November heisst im irischen Oíche Shamhna, wir kennen es aber besser unter der englischen Bezeichnung Halloween.

Eisige Winde, Schneefall und tiefer, grauer Nebel haben die Natur erstarren lassen. Für mich war dies kein Grund die Kamera zu versorgen, denn gerade solche „Winterzeiten“ zaubern wunderschöne Motive hervor.

Vor uns liegt also ein ganz zarter Hauch von Frühling, hinter uns doch ein recht strenger Winter. Mit diesem Gedanken habe ich Euch ein paar Impressionen der vergangen Wochen zusammengsestellt, ein Foto-Blues auf den Winter …

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Ein Pärchen spaziert im Nebel über eine gefrorene Bucht (Bild Insel Reichenau Januar 2017)

Ein Blick auf die endlos scheinende Eisfläche (Bild Insel Reichenau Januar 2017)

Ein Blick auf die endlos scheinende Eisfläche (Bild Insel Reichenau Januar 2017)

Schneegestöber am Seerhein (Januar 2017)

Schneegestöber am Seerhein (Dezember 2016)

eisige Winterlandschaft (Bild Untersee Januar 2017)

eisige Winterlandschaft (Bild Untersee Januar 2017)

Out of Season (Bild Januar 2017)

Out of Season (Bild Januar 2017)

Pancake Ice

Pancake Ice (Bild Insel Reichenau Januar 2017)

siehe auch: Winter-Mysterium: Pfannkucheneis am Untesee

frostiger Platz (Insel Reichenau, Januar)

frostiger Platz (Insel Reichenau, Januar)

Am Ufer ... (Seerhein, Januar 2017)

Am Ufer … (Seerhein, Januar 2017)

Winterspaziergang (Seerhein, Januar)

Winterspaziergang (Seerhein, Januar)

Schneesturm (Seerhein, Januar 2017)

Schneesturm (Seerhein, Januar 2017)

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Boote im Winterschlaf (Insel Reichenau, Januar 2017)

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Winterlicher Sonnenaufgang, Nebel liegt über dem Seerhein (Februar 2017)

Winter-Mysterium: Pfannkucheneis am Untersee

Bodensee, Deutschland

Auf einer kleinen Winter-Wanderung auf der Insel Reichenau sind uns am Ufer seltsame, rund geformte Eisschollen aufgefallen. Diese eigenartige Gebilde sind ein Phänomen, dass man hier im See nur sehr selten sieht. Es handelt sich um Pfannkucheneis oder Pancake Ice. Diese Art der Eisbildung kommt üblicherweise in der Ostsee, in der Arktis oder in Antarktis vor. Also in Regionen, in denen es kalt und windig ist. Aber am Bodensee ist dieses Phänomen so selten, dass wir im Dialekt gar keinen Ausdruck für das „Pfannkucheneis“ haben. („pizza-is“ wäre mein Vorschlag!)

Pancake Ice Pfannkucheneis

Die Eisschollen sind abgerundet und haben einen Rand, fast wie der Rand einer Pizza. Solche Eisschollen können sich nur bilden, wenn es lange kalt ist und durch den Wind Wellen auf dem Wasser entstehen. Ohne Wind wäre die Eisdecke geschlossen. Durch die andauernde Kollision der „Pancakes“ erhalten diese typischerweise einen wulstigen Schollenrand.

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Pfannkuchen-Eis

Pfannkuchen-Eis in einem leeren Hafen für Sport-Boote

Pancake Ice

Fotos Januar 2017 Insel Reichenau , Gnadensee (Teil des Untersee), Deutschland

Solaris vom Ottenberg

Bodensee, Food-Blog, Schweiz, Thurgau

Am Südhang des Ottenberges gibt es ein kleines Weinanbaugebiet. Dieses liegt oberhalb des Städtchens Weinfelden (Kanton Thurgau, Schweiz) und ist ausserhalb der Region fast unbekannt. Dabei hat der Weinanbau hier eine uralte Tradition und geht weit in die Geschichte zurück. Einst war Weinfelden eine Herrschaft mit einem Schloss und einigen Höfe, dessen Grundlage der Rebbau war.

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Weinbauregion Ottenberg (Weinfelden)

Knapp weiter weg, aber noch in dieser Region, bin ich aufgewachsen. Mein Grossvater holte sich zwar gerne hier die eine oder andere Flasche Rotwein – trotzdem hatte ich nie wirklich Zugang zu diesen Weinen. Ein Fehler – es zeigt wieder einmal schön, das Gute liegt oft so nahe.

Der Ottenberg mit seinen Steilhängen ist eine schöne, ländliche Welt. Countryside pur, wenn man zuerst durch Getreidefelder, dann durch Obstbäume hoch zu den Hängen mit den Weinbergen fährt. Mittendrin das Schlossgut Bachtobel und das schöne Riegelhaus des Restaurants Weinberg, mit seinem tollen, weiten Blick ins Tal.

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Der Ottenberg ist sicher nicht ein besonderes Terroir, hier sind die Böden eher schwer, lehm-und humusreich, die Böden daher kühl. Aber der Klimawandel scheint sich positiv auszuwirken auf die Ottenberger Weine. Die Weinberge liegen mit 450 bis 600 Metern u.M. schon eher hoch. Daher war in Verbindung mit den kühlen Böden der Ottenberg bis in die 1980er-Jahre eher zu kalt für die Pinot-noir-Rebstöcke. Da gab es innerhalb von zehn Jahren nur den einen oder anderen guten Jahrgang. Dank der Erwärmung hat der Ottenberg heute ein schon fast ideales Klima für Pinot noir. Bei „Wein-Insidern“ aus der Schweiz und dem Ausland geniessen diese Rotweine inzwischen eine hohe Anerkennung.

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Unsere Leidenschaft gilt aber den Weissweinen. Und auch hier scheint die Kombination der Weinberge, des Klimawandeles und der jungen innovativen Winzer ein voller Erfolg zu sein. Man findet hier feine Müller Thurgau (Riesling x Sylvaner), Federweisser – und Rosé Weine.

Beim Besuch des Weingut Forster, welches von einer aufgestellten Weinbauernfamilie, mit viel Sorgfalt betrieben wird, sind wir dem Weisswein „Solaris“ begegnet. Und waren sofort begeistert.

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Mein erstes Glas Solaris …

Dieser wird aus der Traubensorte Solaris gekeltert. Vom Stil her erinnerte er mich etwas an einen deutschen Riesling mit spürbarem Restzucker. Ein ausgesprochen aromatischer Wein, Säure und die Süsse in einem tollen Gleichgewicht. Solaris ist ein strahlender Weisswein, der kalt serviert einfach toll schmeckt. Für uns ist der Wein ja neu, da müssen wir noch herausfinden, zu welchen Gerichten er passen würde. Als Apéro-Wein zu kleinen, würzigen Häppchen oder als Begleiter zu „Fusion-Gerichte“ sehe ich diesen bereits.

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Der Winzer erklärte uns mit berechtigtem Stolz, dass sie das zweite Weingut waren, welche diese Traubensorte vor ca. 15 Jahre angepflanzt haben. Die Sorte zeichnet sich durch gute Pilzresistenz aus und eignet sich daher sehr gut für den Anbau an den Steilhängen hier am Ottenberg. In der Zwischenzeit liegt viel Erfahrung im „Solaris“ – für uns war dieser Weisswein eine tolle Überraschung, der jetzt den Weg in unseren Keller gefunden hat. Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Glas!

Adresse Weingut Forster: http://www.forster-weinbau.ch/

Ausflugstipp:
Der Weinweg Weinfelden – mehr Information zu dieser Wanderung durch das Weinanbau-Gebiet von Weinfelden findest Du hier: http://www.weinweg-weinfelden.ch/

Solaris:
Die weisse Rebsorte Solaris geht auf das Jahr 1975 zurück und der Sortenschutz ist mittlerweile erteilt. Es handelt sich um eine Kreuzung von Merzling x Gm 6493 = [Seyval blanc (Riesling x Pinot gris)] x [Saperavi severnyi x Muscat Ottonel ] des Staatlichen Weinbauinstituts in Freiburg im Breisgau. Die Sorte zeichnet sich durch gute Pilzresistenz und sehr frühe Reife mit sehr hohen Oechslegraden aus. (Quelle: Wikipedia)

Dies ist kein „sponsored post / promoted post“, dieser Post widerspiegelt einfach eine tolle Begegnung zu einem für mich neuen Wein und einem tollen Weingut im Kanton Thurgau.

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Wyfelder Portwein – eine weitere feine Überraschung aus dem Weingut Forster

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Weingut Forster

Bilder: Michael’s Beers & Beans (Ottoberg TG / Archiv)
Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.  Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Münster und Salvator-Kloster zu Schaffhausen

Bodensee, Schweiz

In der schönen, alten Stadt Schaffhausen gibt es zwei Hauptkirchen. Die eine ist das Münster des Salvator-Klosters (Kloster Allerheiligen). Von dieser Kirche und der Klosteranlage habe ich vor unserem Besuch eines Konzertes hier ein paar Fotos machen können. Später besuchten wir dann das Orgelkonzert von Michel Bouvard. Er ist ein berühmter Organist aus Paris und gab anlässlich des internationalen Bachfestes 2016 hier ein Konzert.

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Ein Besuch der ganzen Anlage (inkl. Museum)  ist lohnend. Beeindruckt hat mich im speziellen der frei zugängliche Kreuzgang mit dem Klostergarten. Schön hier etwas zu schauen, inne zu halten – die Ruhe zu geniessen. Inmitten der Stadt.

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Heute sind solche Kreuzgänge schlicht, früher im Mittelalter allerdings muss es hier sehr farbig und bunt gewesen sein.

Der Bau der Kirche geht auf das 1064 zurück, also in der romanischen Zeit. Lange war hier eine Abtei, diese wurde dann während der Reformation abgeschafft. Seit 1524 wird die Kathedrale als zweite Hauptstadtkirche genutzt. Der Gebäudekomplex des ehemaligen Klosters sind übrigens die ältesten Gebäude, die noch in Schaffhausen existieren. Die Orgel der Kathedrale ist sehr bekannt. Bereits im 15. Jahrhundert hing hier ein erste „Pfeifen-Orgel“. Diese viel ebenfalls der Reformation zum Opfer und so wurde erst im Jahre 1879 durch den Orgelbauer Johann Nepomuk Kuhn  installiert. Im Rahmen einer Gesamtrestaurierung der Kirche (1979-1985) wurde die bestehende Orgel als ein Denkmal würdiges Instrument aufwendig restauriert.

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Organist Michel Bouvard und sein Instrument

Der weltbekannte Organist Michel Bouvard, Paris, spielte anlässlich der 26. Internationalen Bachfestspiele 2016 Stücke von Bach, Buxtehude, Tunder, u.a. auf dieser Orgel. Eindrücklich war an diesem Konzert, wie ein Virtuose mit der Orgel aus solchen Kompositionen ein unvergessliches und vorallem so dichtes, lebendiges Klangerlebnis machen kann. (Michael Bouvard ist seit März 2010 einer der vier Organisten der Chapelle Royale von Versailles)

Tipp: Internationales Bachfest Schaffhausen: http://www.bachfest.ch/?start – auch im nächsten Frühling wieder!

Bachfest Blog Beers and Beans

 

Hier noch ein paar Impressionen von der schönen Klosteranlage und dem Münster:

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Bilder sind anfangs Mai 2016 entstanden