The hole of the sorrows – Poulnabrone Dolmen

Clare, Ireland

Auf einer wind-umtosten Hochfläche im Nirgendwo der wilden Karstlandschaft Burren wurde 1968 ein mächtiges Portalgrab entdeckt und ausgegraben. Der mächtige Poulnabrone Dolmen ist heute noch von einer Aura des rätselhaften umgeben. 

Poulnabrone Dolmen nach dem Hurricane Ophelia

Das Alter dieses gewaltige Megalithgrab wird auf mehr als 6000 Jahre geschätzt. Das Bauwerk war ursprünglich ein Raum innerhalb eines künstlich aufgeschütteten Hügels. Der Dolmen, der zwischen 3.800 und 3.200 vor Christus errichtet worden sein soll, ist aus zwei knapp 180 Zentimeter hohen Portalsteinen aufgebaut, die einen 3,65 Meter langen Deckstein stützen. Bei den Ausgrabungen fand man hier die Gebeine von 17 Erwachsenen und 16 Kindern sowie eines Neugeborenen. Ausserdem wurden eine Reihe von Grabbeigaben wie eine Steinaxt, ein Anhänger aus Stein, Pfeilspitzen und Scherben freigelegt.

Und dann kommen die Rätsel. Wie transportierten und wuchteten die Steinzeitmenschen den tonnenschweren Deckenstein auf die Portalsteine. Beim Labby Rock – einem Dolmen in der Nähe von Sligo – wiegt dieser Deckenstein über 65 Tonnen. Wie konnte das Bauwerk so exakt ausgemessen werden, dass genau zur Wintersonnenwende die Sonne direkt in das Hünengrab hineinscheint. Warum nennen die Locals das Hünengrab „The hole of the sorrows“? (Das Loch der Sorgen) Was war der wirkliche Zweck dieser Portal Tombs? Waren es Gräber oder eher eine Stätte für Abdankungen. Die Archälogen haben die Begräbnismethoden untersucht, warum waren diese so auwendig?

Rätsel deren Antworten wir nie erfahren werden.

Insgesamt sollen in Irland über 170 Portal Tombs entdeckt worden sein, doch ist nur eine kleine Zahl archäologisch untersucht worden. Dazu gehört der Poulnabrone Dolmen, welcher wissenschaftlichen intensiv untersucht worden ist – dies macht den Besuch hier so besonders.

Den Poulnabrone Dolmen (The Burren, County Clare) fährt man vom Norden via Ballyvaughan oder vom Süden über Leamaneh auf der R480 an. Gut ausgeschildert, vor Ort hat es einen grossen Parkplatz.

Eine Post über die Karstlandschaft Burren mit weiteren Tipps findest Du hier: The Burren – karstige Mondlandschaft

The Burren – karstige Mondlandschaft

Clare, Irland

The Burren – dies ist eine einzigartige, steinige Karstlandschaft in Irland. Kommt man in die baumlose, karge und windumtoste Region drängt sich einem das Bild einer Mondlandschaft auf. Kein Wunder hat in dieser gespenstigen Landschaft der englische Schriftsteller John Ronald Reuel Tolkien seine Idee zu seiner weltberühmten Trilogie „The Lord of the Rings“ entwickelt.

Viele Touristen streifen bei ihrem Besuch der berühmten Cliffs of Moher die Burren-Landschaft ganz kurz. Die flüchtige Begegnung mit dieser Einöde wird bei den meisten Touristen bereits auf ihrer Weiterreise zur nächsten Sehenswürdigkeit in Vergessenheit geraten sein.

Seine wahre Schönheit zeigt der Burren jedoch erst bei näherem Hinsehen, im Detail, wenn man sich Zeit nimmt um diese mondartige Landschaft für sich zu entdecken.

Dafür eignet sich der Nationalpark, einer bergigen Landschaft welche durch Wind, Wasser sowie der Eiszeit geprägt wurde. Bei kleinen oder grossen Wanderungen entwickelt sich diese magische Anziehungskraft, die schon in der Vergangenheit Menschen fasziniert haben muss. Ein Zeichen dafür ist, dass sich unweit vom Nationalpark das gewaltige Meglithgrab „Poulnabrone Dolmen“ befindet. Dieser Dolmen wurde in der Jungsteinzeit gebaut und ist einer dieser rätselhaften Zeugen, dass hier schon lange Menschen gelebt haben.

Eine weitere Überraschung in dieser Karstlandschaft ist die einzigartige und für Irland seltene Flora. Über 1000 der insgesamt 1400 in Irland beheimateten Pflanzenarten sind in dem 250 Quadratkilometer grossen Nationalpark zu finden. Wilde Orchideen, Thymian und Pfefferminze wachsen hier ebenso wie Geranien, Roter Klee, Johanniskraut, Enzian und Schlüsselblumen. Diese Pflanzen finden in den unzähligen Felsspalten beste Bedingungen. Wo sonst gedeihen mediterrane neben alpinen und arktischen Pflanzen?

Zum Schluss noch folgende Geschichte. Im 17. Jahrhundert soll ein General bei der Besichtigung des Burren gesagt haben: “Neither water enough to drown a man, no tree to hang him, no soil enough to bury him.” Obwohl die Karstlandschaft für den General zu dieser Feststellung („keinen Baum um einen Mann aufzuhängen, nicht genug Wasser, um ihn zu ertränken, und nicht genug Erde, um ihn zu verscharren.”) brachte, stellte er gleichzeitig verwundert fest: „Ihr Vieh ist recht fett, denn das Gras, das auf den kaum einen Quadratmeter grossen Erdschollen zwischen den Felsen aus Kalkstein wächst, ist sehr nahrhaft.” Auch heute verwundert die Reisenden, dass auf diesen felsigen Flächen Kühe weiden.

Michael’s Beers & Beans Tipps:

Wanderungen im Burren National Park – es gibt sieben markierte Wanderwege. Von einem kleinen 30 minütigen „Loop“ bis zu einer dreistündigen Wanderungen über die Limestone Hills.

Lisdoonvarna – Zentrumsort des Burren. Ein langweiliger irischer Ort an der Küste, der trotzdem irgendetwas hat. Das Beste ist vielleicht, dass der Songwriter Christy Moore über diesen Ort ein Lied geschrieben hat, der Refrain sagt viel über den Ort aus: „Oh, Lisdoonvarna, Lisdoon, Lisdoon, Lisdoon, Lisdoonvarna“. Es gibt ein Dutzend Bars und Pubs, kein schlechtes Angebot für rund 800 Einwohner. Und über dem Dorf liegt immer ein bisschen vom Geist des „Matchmaking Festivals“. Denn einmal im Jahr zieht es Singles aus der ganzen Welt in dieses etwas vergessene Örtchen an Irlands Westküste. Aus einer Viehversteigerung ist hier Europas bekanntester Heiratsmarkt erwachsen.

Monk’s in Ballyvaughan, direkt an der Pier ist noch ein richtiger Seafood Pub. Hier wird „währschaft“ Fisch und Seafood in Pub-Atmosphäre serviert. Monks Seafood Restaurant & Bar

Gregans Castle Hotel in Corkscrew Hill. Ganz anders, als der Name es vermuten lässt, ist das Gregans Castle kein Schloss, sondern ein 250 Jahre altes Herrenhaus. Ein liebevoll geführtes und schön renoviertes Country House Hotel mitten in der wilden Landschaft des Burren. Gergans Castle Hotel

The Burren Perfumery – ein Besuch wert. Man findet hier nicht nur Düfte sondern spürt den Burren intensiv, da die Perfumery wunderschön abgelegen ist. Post: Duft des wilden Bruren – The Burren Perfumery

Black Head Lighthouse – am Black Head, der nördlichsten Spitze des County Clare, befindet sich seit 1936 ein kleiner, weisser Leuchtturm. Dieser Leuchtturm steht einsam in der bizarren, kargen Karstlandschaft des Burren. Vor sich das Meer, hinter sich erhebt sich der Berg Slieve Elva. Post: Black Head Lighthouse

Reisezeit: Der Frühling und Sommer lässt den Burren in ein  Farbenmeer von feingliedrigsten, zarten, winzigen Blüten tauchen. Der farbige Herbst passt wunderbar zum felsigen Charakter dieser Landschaft.

Karstlandschaft am Black Head

Die Felsspalten sind im Frühling voller Blumen.

Auch im späten Herbst findet man blühende Pflanzen.

Karstflächen

Abendstimmung

The Burren – wind-umtoste Karstlandschaft

Strassen ins Nirgendwo

Rosen vor dem Gegans Castle Hotel

 

The Burren Perfumery – der Duft des wilden Burren

Clare, Ireland, Irland

Parfüms erzeugen schöne und harmonische Düfte und gehören zu unserem Liftstyle, zu unserem urbanen Leben. Nun stell Dir vor, Du wanderst im Herbst auf einer einsamen Landstrasse irgendwo in der irischen Country Site, atmest die klare und frische Luft ein. Dann trittst Du unvermittelt in eine Parfümerie ein. Würde die eigene Nase erblinden, käme es zu einem Geruchsschock?

The Burren Perfumery Carron Co. Clare Ireland

Dies habe ich mich tatsächlich gefragt, als ich über gewundene Strässchen durch den vom Regen frisch gewaschenen Burren Nationalpark zur Burren Perfumery gefahren bin.

Eine Parfumerie inmitten dieser unbewohnten Landschaft? Und wie komme ich auch noch dazu diese zu besuchen? Tatsächlich eher zufällig, – ich bin beim googeln auf die schön gestaltete Homepage der „The Burren Perfumery“ gestossen und so neugierig geworden.

Logo „The Burren Perfumery“ (Deeplink)

Der Besuch hat sich gelohnt, die erste Begegnung mit der Parfumerie inmitten des einsamen Burren war wohlriechend angenehm. Vielleicht liegt es daran, dass der Parfümeur sich für seine handgefertigten Parfüms und Kosmetika von der steinernen Schönheit der Landschaft hier und seiner reichen Vielfalt an einheimischer Flora inspirieren lässt. Lässt Düfte entstehen, die von hier kommen und in die Welt hinaus gehen.

Die Karstlandschaft Burren im County Clare hat zwei Gesichter. Auf den ersten Blick wirkt alles karg. Aber in den Wiesen nahe des Kalkstein-Karst wachsen viele irische Sommerblumen und Orchideen. Die Gegend gilt sogar als einer spektakulärsten Blumenlandschaften der Welt. Dies wird für mich einmal eine Rückkehr in einem der Sommermonate bedeuten. Jetzt im Herbst, nach den starken Stürmen, ist davon nichts zu sehen.

The Burren Perfumery Carron Co. Clare Ireland
Der Burren ist eine wilde Kartslandschaft in Co. Clare, Irland

Vorstellen kann ich mir,  dass ein Parfümeur die klare und sehr saubere Luft hier oben sehr schätzt. Kann er so seine Kompositionen noch besser riechen, feiner mischen?

Die Vielfalt der Produkte, die hier im Familienunternehmen mitten in der Einsamkeit hergestellt werden, ist beeindruckend. Neben den schönen Parfüms und After Shaves gibt es Seifen, Hautcremes, Bodylotions und Lippenbalsame. Sehr gut gefallen haben mir die Verpackungen der Parfumes, welche mit verschiedenen Burren-Pflanzen von einem irischen Künstler illustriert worden sind.

Irische Leidenschaft und handgemachte Produkte schaffen feinste Düfte, die in Balance mit der wilden Landschaft des Burrens stehen.

The Burren Perfumery Carron Co. Clare Ireland
The Burren Perfumery

Die Produkte werden als „organic“ gekennzeichnet, da die Produkte zertifiziert sind (UK Soil Association). Herstellungsprozess, Verpackung und Zutaten entsprechen hohen Standards.

The Burren Perfumery Carron Co. Clare Ireland

The Burren Perfumery und Floral Centre ist bei einem Aufenthalt im County Clare einen Besuch wert. So ist man bei der Seifenherstellung dabei, sieht die Destillation- und Mischungsräume. Es gibt einen wunderschönen, weitläufigen Garten (Gewinner des Sonderpreises National Biodiversity Garden of the Year 2009)  ein gemütliches Café. In „The Tea Rooms“ werden  lokale Spezialitäten (Bio) und feinen, selbstgemachten Kuchen angeboten.

Tea Rooms - The Burren Perfumery Carron Co. Clare Ireland

Natürlich gibt es einen tollen Laden, wo man die Produkte kaufen kann. Sehr freundliche Mitarbeiterinnen beantworten Fragen und erklären die verschiedenen Mischverfahren.

Soap Room

Mein Tipp:

Für sich oder seine Liebsten zu Hause sind die „Candles“ ein Mitbringsel wert. Die Kerzen in der „Konservendose“ sind gut mitzunehmen. Die Kerzen werden aus Sojawachs hergestellt und nur mit ätherischen Ölen parfümiert. Die Kerzen entfalten einen angenehmen Duft, nicht zu vergleichen mit den künstlich hergestellten Duftkerzen.

Kontakt:

The Burren Perfumery
Carron
Co. Clare
Ireland

Phone +353 65 7089102
Email info@burrenperfumery.com

https://burrenperfumery.com (Online Shop)

Rechte Logo (Deeplink): The Burren Perfumery

Nachfolgend noch ein paar Bilder von der Parfumerie, dem Laden sowie dem Coffee Shop:

Unscheinbar in einem schönen, parkähnlichen Garten stehen die Häuser, in welchen die Seifen und Parfüms hergestellt werden.
Produktion The Burren Perfumery Carron Co. Clare Ireland
Produktion
Shop The Burren Perfumery Carron Co. Clare Ireland
The Burren Perfumery Shop
Entrance The Burren Perfumery Carron Co. Clare Ireland
Welcome to the Tea Rooms
Coffee Shop The Burren Perfumery Carron Co. Clare Ireland
The Tea Rooms
Garden The Burren Perfumery Carron Co. Clare Ireland
Floral Centre
Flower The Burren Perfumery Carron Co. Clare Ireland
Der Duft des Burren

(Dies ist ein Erfahrungsbericht, die eingekauften Produkte habe ich selber bezahlt, keine Werbung oder sponsored Post. Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell)

Black Head Lighthouse ~ The Burren, County Clare

Clare, Ireland

Am Black Head, der nördlichsten Spitze des County Clare,  befindet sich seit 1936 ein kleiner, weisser Leuchtturm. Dieser Leuchtturm steht einsam in der bizarren, kargen Karstlandschaft des Burren. Vor sich das Meer, hinter sich der Slieve Elva, der sich auf 345m ü.M. erhebt.

Die Stadt Galway – auf der anderen Seite der Bucht –  wurde Anfang des 20. Jahrhunderts regelmässig von transatlantischen Linienschiffen angelaufen. Diese Schiffe brachten Touristen mit und „sammelten“ Emigranten für die Rück-Reise nach Übersee auf. Daher gingen diese Schiffe gerne an der Landzunge von Black Head vor Anker. Von hier unternahmen die Touristen Ausflüge zu den Cliffs oder zu den Aran Islands. Und es konnten gleichzeitig Emigranten aus der Gegend aufgenommen werden.

Zwei „einsame“ Touristinnen geniessen die Stimmung am Black Head – ob früher die Emigranten so auf ihr Schiff gewartet haben?

Zum Schutz der vor Anker liegenden Schiffe wurde 1936 dieser kleine Leuchtturm in Betrieb genommen.

Der zweite Weltkrieg brachte eine Wende – die Linienschiffe liefen Galway nicht mehr an. Dies führte zu finanziellen Problemen der zuständigen Hafenbehörde und man wollte in den 1950er Jahre den Betrieb dieses Leuchtturms einstellen.

Ein Kostenpunkt war der „Leuchtturmwärter“, welcher jeden Tag zwei Mal mit dem Fahrrad  über 3 Meilen (4.8km) zum Leuchtturm raus fahren musste. Eine Stunde vor Sonnenuntergang schaltete er die Karbidlampe ein, eine Stunde nach Sonnenaufgang löschte er diese wieder.

Auf den kargen Flächen finden Kühe doch noch etwas zu fressen.

Die lokalen Kapitäne erreichten nach einem langen hin- und her, dass die Finanzierung für den fahrradfahrenden Leuchtturmwärter und die Wartung des Gebäudes sichergestellt wurde.

Noch bis 1977 wurde das Leuchtfeuer mit Carbidgas betrieben, dann bis 2002 mit Propangas. Seit 2002 nutzt man eine Solar-Anlage.

Der kleine Leuchtturm ist selber nur 8m hoch, die Höhe des Lichts über Meer 20m. Damit ist das weisse Licht in einer Entfernung bis zu 20km zu erkennen. (11 nautische Meilen)

Die exakten Koordinaten sind 53°09.253′ North 009°15.839′ West. Alle fünf Sekunden erscheint ein Lichtblitz. (Fl WR 5s = Flashing White / Red 5s)

Quelle: Commissioners of Irish Lights, Info-Tafel vor Ort
Photos: Michael’s Beers & Beans, Oktober 2017

Hurrikan Ophelia, mittendrin im heftigsten Sturm seit 50 Jahre

Clare, Ireland, Irland, West Cork

“Bleiben Sie drinnen, bis der Sturm vorbeigezogen ist“, sagte Irlands Ministerpräsident Leo Varadkar bei einer Pressekonferenz in Dublin. Und machte klar, dass es sich um einen nationalen Notstand handelt. Kurze Zeit später erreichte der Hurrikan Ophelia die Küsten im Südwesten von Irland.

Der starke Regen verschluckte die Landschaft – Blick aus dem sicheren Hotel.

Dieses Bild vom Poulnabrone-Dolmen habe ich kurz nach dem sich der Sturm legte aufgenommen, der Wind war allerdings immer noch recht kräftig.

Genau am Montag, 16. Oktober hatten wir geplant mit dem Auto von Ballyvaughan (Co. Clare) in Richtung Südwesten der Insel zu reisen. Wir entschieden uns die Reise auf den nächsten Tag zu verschieben, wie uns geraten wurde drinnen zu bleiben. So verlängerten wir unseren Aufenthalt im Hotel. Der Sturm kam pünktlich und heftig. Im sicheren Hotel zeigte sich schnell, der Entscheid nicht zu reisen war richtig. Der Sturm dauerte Stunden, von Anfang an hatten wir keinen Strom mehr. Im kleinen Hotel waren die Gäste bald eine verschworene, aber immer gut gelaunte Gemeinschaft. Man vertrieb sich bei Kerzenschein die Zeit in der Bar mit Gesprächen, die Kinder spielten irgendwelche Brettspiele, die sie aufgetrieben hatten. Andere zogen sich in den schönen Living Room des ehemaligen Landsitzes zurück und lasen vor dem wärmenden Kaminfeuer ein Buch. Gelassen blieb die Gemeinschaft auch nachts, als der Feueralarm uns aus den Betten riss und wir uns alle wieder in der Lobby trafen. Zum Glück stellte sich schnell heraus, es war ein Fehlalarm. Die Stimmung im Hotel, draussen der heftige Sturm – es hatte etwas von einem falschen Film.

Kein Strom mehr …

Am nächsten Tag schien bereits wieder die Sonne. Der Strom war immer noch weg, unsere Hotel musste den Betrieb einstellen. Irgendwann hatte das Improvisieren mit Kerzen, Taschenlampen und Gaskocher ein Ende.  So reisten wir bei herrlichem Sonnenschein ab und nahmen den 4 stündigen Weg in den Südwesten unter die Räder. Diese fast etwas unwirkliche Fahrt hat uns nochmals gezeigt, wie der Hurrikan im ganzen Land gewütet hat. Viele umgestürzte Bäume führten zu blockierten Strassen. Zudem beschädigte der Sturm viele Stromleitungen, mehr als 300’000 Haushalte hatten zeitweise keinen Strom mehr.

Der Tag danach – Sonnenschein. Mitten in diesem Tal – im Herzen des „Burren“ – wetterten wir den Hurrikan Ophelia ab.

Die Iren haben die Warnstufe rot, welche das Wetteramt ausgerufen hatte, sehr ernst genommen und sich gut vorbereitet. Man schloss Schulen, stoppte den öffentlichen Verkehr. Supermärkte und viele Firmen stellten den Betrieb ein. Auf den Strassen war kaum noch jemand unterwegs.

Wie hier am Lough Hyne (WestCork) sieht es an vielen Orten aus.

In einigen Gesprächen danach habe ich immer wieder gehört, dass der Sturm gar nicht so heftig war wie die sonst üblichen starken Herbststürme. Der Wind wäre allerdings von einer unüblichen Seite, von Osten gekommen. Zudem sei die Dauer des Sturms erschreckend gewesen. Und es komme zudem selten vor, dass ein Sturm fast gleichzeitig alle Teile des Landes derart heftig treffe.

Neben den vielen umgestürzten Bäumen und beschädigten Stromleitungen ist mir positiv aufgefallen, dass wir kaum beschädigte Häuser gesehen haben. Man scheint hier robust zu bauen.

Leider sind drei Menschen bei Unfällen im Zusammenhang mit dem aussergewöhnlichen Sturm ums Leben gekommen.

Aber was war das nun, diese Ophelia? Stürme hier am Atlantik sind doch nichts aussergewöhnliches?

Üblicherweise entstehen tropische Wirbelstürme in der Passatwindzone vor der afrikanischen Küste. Dort bildete sich auch Ophelia, allerdings ein wenig weiter nördlich als die Hurrikane Irma und Maria, die in der Karibik so schwere Schäden angerichtet hatten. Im Gegensatz zu Irma und Maria zeigte der Hurrikan Ophelia ein gänzlich anderes Verhalten. Er zog über die Azoren direkt nach Norden bis Nordosten und traf am Montag, 16. Oktober hier auf die irische Küste. Allerdings als der Sturm Irland erreichte, war Ophelia kein Hurrikan mehr, sondern nur noch ein „Sturm-Tief“. Dieses „Sturm-Tief“ hatte noch genug Kraft für Windgeschwindigkeiten von über 190 km/h (Fastnet Lighthouse).

Bild NASA – der Hurrikan trifft auf Irland (via Twitter)

Nach Angaben von Met Eireann, dem Wetterdienst des Landes, ist Ophelia die schlimmste Sturm-katastrophe in Irland seit fünfzig Jahren.

Die Menschen in Irland sind jetzt mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Mehrere tausend Fachkräfte sind derzeit mit Reparaturarbeiten beschäftigt, man hofft, dass die Schäden an der Strom- und Wasserversorgung innerhalb der nächsten drei bis vier Tage behoben sein werden.

Karte der ESB (Electricity Supply Board), an welchen Stellen in Irland der Strom ausgefallen ist. (18.10.17)

Mit „Storm Brian“ hat sich der nächste starke Sturm für das Wochenende angekündigt. Es werden an der Küste Böen mit einer Geschwindigkeit von 110 – 130 km/h, dabei soll es sehr viel Regen geben.

Met.ie: STATUS ORANGE

Wind Warning for Wexford, Clare, Cork, Kerry and Waterford

West to Southwest winds veering Northwest will reach mean speeds of 65-80 km/h with gusts 110-130 km/h in coastal parts of Munster and coastal parts of Wexford with the risk of coastal flooding, as storm Brian tracks Eastwards across central and Southern parts of Ireland.

Valid:

Saturday 21 October 2017 00:01 to Saturday 21 October 2017 12:00

Abendstimmung am River Ilen (West Cork) am Abend danach.

Noch zwei Bilder am Schluss aus der http://www.irishtimes.com, welche für mich stellvertretend für die Wucht des Hurrikans Ophelia sind:

Hier in der Nähe des Baltimore Beacon befinde ich mich zur Zeit. Gerne gehe ich abends zu diesem Seezeichen, bei schönem Wetter ist es ein toller Platz für unendliche Sonnenuntergänge.

Diese Bilder sind aus Ophelia in Pictures (Irish Times)

Fallen Trees, Lough Hyne, Skibbereen, West Cork

 

Cliffs of Moher: tiefe Abgründe, saftige Wiesen und die Weite des Meers

Clare, Irland

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Here we are in the County Clare, it’s a long, long way from here to there, there’s Burren and the Cliffs of Moher …

So singt der irische Folksänger und Songschreiber Christie Moore in seinem Lied Lisdoonvarna. Und in der Tat – es ist von überall her ein langer Weg, welche die Touristen auf sich nehmen, um diese Steilklippen zu besuchen. Vor allem die Tagestouristen aus Dublin nehmen doch einen Tagesritt hin und zurück von fast 600km mit den Bussen unter die Räder, so eine Tour geht schon mal 12 – 14 Stunden.

Selber war ich schon sehr lange nicht mehr an den Cliffs – auch die Berichte, dass es dort oben ganz schön voll geworden ist, hat mich bisher abgehalten. Auf meiner letzten Irland-Reise habe ich aber bewusst die Cliffs in meine Tour eingebaut. Und ich muss zugeben, es ist halt wirklich ein absolutes Highlight in Irland. Und ganz schön voll ist es tatsächlich – vor allem beim Visitor Centre! Darum habe ich Euch ein Tipp, wie man die Cliffs etwas ruhiger angehen kann. Allerdings ist dies schon lange kein Geheimtipp mehr, daher lohnt sich diese Tour etwas früher am Morgen zu starten oder in den späten Nachmittag zu legen.

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Auf dem Pfad vom Hag’s Head zum Brien’s Tower

Die wilden Cliffs of Moher konnten lange Zeit nur mit etwas Mut und einigen Kletterkünsten abgewandert werden. Dann machten die irischen Farmer den Weg frei, so dass es heute einen Pfad gibt – und der ist immer noch schwindelerregend. Aber gut und sicher zu begehen, dies gilt besonders für den Pfad vom Hag’s Head rüber zum Visitor Centre. Heute gibt es einen durchgehender Pfad vom Hag’s Head über das Moher Visitor Centre bis nach Doolin. Je nach Saison bringt einem sogar ein Bus wieder an den Ausgangsort zurück.

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Vom Parkplatz geht es auf einem Weg an den Kühen vorbei zum Hag’s Head (Ruine im Hintergrund)

Wir wollen es aber etwas gelassener angehen, Zeit zum fotografieren sollte ja auch sein. Dafür ist der späte Nachmittag gut geeignet, wenn die Sonnenstrahlen die Cliffs erreichen. Mit dem Auto fährt man auf der R478 bis Liscannor und dann noch ca. 3 km weiter, bis in einer Kurve (Ballaun Bridge), wo ein „handmade“ Schild mit der Aufschrift Parking den Weg in Richtung Moher Sports Field weist. Der kleinen Strasse, welche sich durch das Farmland windet den Schilder weiter geduldig folgen, bis man den Parktplatz Moher Sports Field erreicht. Dieser Parkplatz gehört zu einem Bauernhof – man kann hier das Auto gegen eine Gebühr abstellen. Von hier geht es zu Fuss weiter zum Hag’s Head, (ca. 1km) von dort hat man schon der ersten tollen Blick auf die Cliffs. Dann  muss man eigentlich nur noch den Markierungen folgen und erreicht so nach rund 5km das Moher Visitor Centre. Und von hier den gleichen Weg einfach wieder zurück laufen, eine andere Perspektive ist garantiert. Auf dem beschriebenen Weg kann man das phantastische Fels- und Seepanorama der Steilklippen bewundern, mit seinem wechselnden Farbspiel. Die Kraft von Wind und Wellen spüren. Aber auch ein bisschen Nervenkitzel erleben. Fast senkrecht fallen die Steilwände ab und bieten schwindelerregende Ausblicke.

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Eine andere tolle Möglichkeit bei schönem Wetter: Etwa eineinhalb Stunde vor Sonneruntergang, pack Dir einen leckeren Cider ein, schnapp Dir eine Decke und Deine Reisebegleitung. Die Touris sind um diese Zeit schon fast alle weg. Bei gutem Wetter erwartet Dich ein atemberaubender Farbzauber am Himmel, der in den stürmischen Atlantik sinkt. (Startpunkt ebenfalls Moher Sports Field / Hag’s Head)

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Leider spielen sich in der dramatischen Kulisse der Cliffs of Moher von Zeit zu Zeit menschliche Dramen ab. Die wildromantischen Klippen im Westen Irlands haben eine magische Anziehungskraft. Unter den Hunderttausenden Besuchern jährlich befindet sich auch eine gewisse Anzahl Lebensmüder. Aus diesem Grund bietet der irischen Samaritervereinigung über Schilder ein Gesprächsangebot an.

Die allermeisten Touristen wollen freilich oben bleiben, allerdings sollte man sich an den Cliffs vorsichtig bewegen – Wind und Wetter machen die Cliffs wirklich gefährlich.

Am  Pfad entlang findet man „unlogische“ Begrenzungen, welche früher nicht nur dazu dienten die Kühe und Schafe zusammenzuhalten, sondern diese sollten auch Touristen abhalten. Grund war eine diffuse Mischung aus Sicherheitsüberlegungen der Behörden – an manch halsbrecherischen Engpässen geht es immerhin bis zu 200 Meter tief hinunter – und Sturheit. Nicht jeder Bauer konnte sich vorstellen, zugunsten eines Wanderwegs auf ein paar Grashalme zu verzichten. Aber wie gesagt, heute gibt es einen offiziellen Cliff Walk, welcher durchgehend ist.

Anbei findest Du noch ein Flyer von discoverireland.ie über den „Cliffs of Moher Coastal Walk“.

Bei meiner letzten Wanderung hatten wir auf dem Weg vom Hag’s Head bis zum Moher Vistor Centre Sturm und Regen. Auf dem Rückweg Sonne pur! Hier an der Küste wechselt das Wetter schnell. Nachfolgend ein paar fotografische Eindrücke – Regen und Sonne über dem Cliff.

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