Bilderbuch Elsass: Kaysersberg

Elsass

Nordwestlich von Colmar liegt der kleine Ort Kaysersberg. Typische verzierte Fachwerkhäuser mit schönen Innenhöfen säumen gepflasterte Altstadtgassen. Darin finden sich kleine Geschäfte mit kulinarischen Spezialitäten, Kunsthandwerk und Weinstuben. Rote Geranien verzieren die prächtigen Patrizierhäuser. Ein Flüsschen plätschert durch das Dorf vorbei an einer Wassermühle und an den mittelalterlichen Gebäuden. 

Kaysersberg könnte nicht besser in mein „Bilderbuch Elsass“ passen. Im südlichen Elsass sehr Nahe zu den Vogesen und an der Weinstrasse gelegen ist dieser Ort ein besonderes Schmuckstück.  In einem dieser pittoresken Häuser erblickte übrigens der Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer das Licht der Welt. Das komplett erhalten gebliebene historische Stadtbild mit seiner romantischen Atmosphäre ist zudem eine kleine berühmte Weinbaugemeinde. Hier befindet sich der Schlossberg, ein Weinberg dem als erster das Prädikat Alsace Grand cru verliehen wurde. Das mit Abstand bedeutendste lokale Weingut ist die Domaine Weinbach (Faller Frères), welche sich einen ausserordentlichen Namen mit Rieslingen und Gewürztraminern gemacht hat. Zudem stammt von hier die beliebte Rebsorte Grauburgunder (Pinot Gris).

Michael’s Beers & Beans Tipps:

  • malerische Altstadt
  • Pont fortifié (Weissbrücke)
  • Burg Kaysersberg – Spaziergang zur Ruine, herrliche Aussicht
  • Weindegustation – wer sich hier etwas informieren will findet vielleicht unter La parenthese vigneronne (Vallée de Kaysersberg) den passenden Winzer.
  • Flamme & Co (Createurs de tartes flammées) – Flammkuchen auf sehr moderne Art

Und jetzt zum fotografischen Rundgang durch das idyllische Wein-Städtchen an der Elsässer Weinstrasse.

Bilder by Michael’s Beers&Beans (Herbst 2018)

Bilderbuch Elsass: Quartier de la Poissonnerie (Colmar)

Elsass, Frankreich

Eines der schönsten Stadtviertel in der elsässischen Stadt Colmar ist das Quartier de la Poissonnerie (Fischmarkt-Quartier), durch welches das Flüsschen Lauch fliesst.

Quartier de la Poissonnerie (Colmar, Elsass)

Im Mittelalter wohnten und arbeiteten hier die Fischer und Bootsleute. Die Fische, die in den Flüssen rund um Colmar gefangen wurden, lieferte man über das Flüsschen Lauch hier an. Hier im Fischmarkt-Quartier wurde diese dann auf dem Markt weiterverkauft oder in den hier ansässigen Fischfabriken weiterverarbeitet.

Das heutige Gesicht mit den schönen, bunten Fachwerkhäuser erhielt das Quartier zwischen 1978 und 1981. In dieser Zeit wurde das ganze Quartier grundlegend restauriert und das Fachwerk freigelegt. So verbindet sich das Quartier de la Poissonnerie harmonisch mit den anderen pittorkesen Stadtteilen wie Quartier des Tanneurs (Gerberviertel) sowie dem Petite Venise (Klein Vendig).

Heute nehme ich Euch mit auf einen kleinen fotografischen Spaziergang entlang der Lauch durch das Quartier de la Poissonnerie.

Michael’s Beers & Beans Tipps:
Besuch der Markthalle
Winzerbrunnen (Rebmännele, ein Werk des Colmarers Bartholdi)
Fischerhäuser am Quai de la Poissonnerie

Alle weiteren Posts über das schöne Elsass findest Du hier: Bilderbuch Elsass

Bilderbuch Elsass: Weinberge

Elsass, Frankreich

Ruhig liegen die elsässischen Weinberge im herbstlichen Licht, die Trauben sind dieses Jahr schon längst abgelesen. Auf einer Anhöhe nahe der „Route de Vins“ schweift der Blick über ein paar verstreute Weiler, die Rheinebene, die Vogesen und weit in der Ferne zum Schwarzwald. Es ist die für das Elsass charakteristische Landschaftsform – Flachland, Weinberge sowie Gebirge, die jetzt im Spät-Herbst besonders reizvoll ist.

Im äussersten Osten Frankreichs gelegen, vereint das Elsass die Schönheit der Vogesen mit der Weite der Rheinebene. Sonnige Täler wechseln mit dicht bewaldeten Hängen und Hügeln ab, durchzogen von Dörfern und kleinen Städtchen. Der Weinbau prägt in weiten Teilen die Landschaft. 

Die Landschaft strahlt Ende Herbst etwas ruhiges aus. Dies habe ich versucht mit der Kamera einzufangen.

Zum Schluss: Sieben verschiedene Weinsorten bauen die Elsässer Winzer übrigens an, nur eine davon – der Pinot Noir – ist ein Rotwein. Vom fein fruchtigen Riesling bis zum intensiven Gewürztraminer reicht das Spektrum, es gibt hier über fünfzig Spitzenlagen. 

herzliche Fassade

Elsass, Photo&Lyric

Nah in der Ferne
gemütlich im Elsass
in einer Taverne
ein Wein im Glas

Schaue raus
in regnerische Gassen
ein Haus
lässt Trübseligkeit verblassen

Fassade alt herzlich bunt
rot übertrieben
gedreht vom Hintergrund
Dinge organisch wiegen

Gedanken ordnend
ein Sylvaner im Glas
der Lebensfreude staunend
im fernen nahen Elsass

In meiner Serie SkriptFoto poste ich ab und zu Fotografien, welche ich versuche mit „lyrischen“ Texten zu untermalen  – zum tiefer reinschauen, bildlich lesen oder einfach etwas nachfühlen.

Foto und Text by michael’s beers & beans
Bild: Brasserie in Colmar, Elsass Juni 2017

Weitere Posts aus dem Elsass findest Du hier: Elsass

Musée Unterlinden de Colmar – Wunderwerke und Schätze

Elsass

Heute nehme ich Euch mit auf eine Tour in das Musée Unterlinden de Colmar (Elsass, Frankreich). Hier verstecken sich nämlich ein Wunderwerk sowie viele wahre Schätze. Das Wunderwerk ist der Isenheimer Altar. Gemalt wurde er Anfang des 16. Jahrhunderts von einem deutschen Meister namens Matthias Grünewald. Von Nahem betrachtet, kann man sich nur schwer vorstellen, dass das Altarbild 500 Jahre alt ist. Daneben gibt es einen grossen Schatz an Werken der Moderne, die alleine schon einen Besuch wert sind. 

Der berühmte Isenheimer Altar sowie die grosse Kunstsammlung stehen in einem ganz tollen Museumsgebäude, welches für sich alleine sehenswert ist. In Colmar haben die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron das Museum Unterlinden restauriert und erweitert, ein Flüsschen zutage gefördert und der Stadt gleich noch einen neuen Platz geschenkt.

Der neue Place Unterlinden

Die bisherigen Museums-Räume (von 1853) im Kloster und in der Kapelle wurden restauriert, die Ausstellungsflächen erweitert. Ein altes, leerstehendes Schwimmbad – im Jugendstil – wurde unterirdisch verbunden und zur Ausstellungsfläche. Dahinter wurde ein Neubau, der sogenannte Ackerhof, errichtet. Ein Flüsschen, das bislang unterirdisch unter dem Platz verlief, wurde offengelegt, seine Ufer mit einem Sandstein gefasst, der dem des Klosters ähnelt und gut zum Neubau des Ackerhofs passt. Am Schluss ist ein ganz neues Museumsareal entstanden, welches in Colmar Akzente setzt. Und ein Museum, welches heute viertausend Quadratmeter Ausstellungsfläche besitzt.

Die Treppe zur Passage

Die Verdopplung der Ausstellungsfläche war dringend nötig, denn grosse Teile der Sammlung des Musée Unterlinden konnten bislang aus Platzmangel nicht gezeigt werden.

Und so kommt neben dem berühmten Isenheimer Altar die eigentliche Überraschung – das Museum zeigt heute einen unglaublich reichen Bestand an Werken der Moderne: Monet, Bonnard, Léger, Picasso, Robert Delaunay, Chaim Soutine, Joseph Cornell, aber auch Willi Baumeister und Otto Dix sind hier vertreten.

Und der Isenheimer Altar? Klar, dieser steht an erster Stelle, er hat seinen Platz in der ehemaligen Klosterkapelle gefunden.

Matthias Grünewalds Isenheimer Altar, ein Werk, das mit Ikonen der Kunstgeschichte wie Jan van Eycks Genter Altar oder dem Mailänder Abendmahl von Leonardo da Vinci verglichen wird.

Seit 1853 beherbergt das Museum den Flügelaltar. Ursprünglich war das zwischen 1512 und 1516 entstandene Wunderwerk für die Antoniterkirche im Dörfchen Isenheim bei Colmar geschaffen worden. Die Mönche des dortigen Klosters führten Kranke vor den Altar, um ihnen zu zeigen, dass Jesu‘ Leid grösser war als ihr eigenes, aber auch, um den ebenso dargestellten heiligen Antonius anzurufen.

Wer sich hinter Matthias Grünewald (vermutlich 1480 – 1528) verbirgt, ist unklar. Irgendwie tauchte dieser Grünewald – es könnte sein, dass er ein Schüler Albrecht Dürers gewesen ist – ab 1500 auf. Sein Werk blieb in der Quantität eher bescheiden. Heute sind von ihm fünf, eventuell auch sechs Altäre erhalten. Vielleicht noch ein paar Andachtsbilder und Zeichnungen. Und doch gehört der von ihm gemalte Isenheimer Altar zu den bedeutendsten Meisterwerke der deutschen Tafelmalerei. 

Nun komme ich zu den Werken der Moderne. Pablo Picasso – für mich immer wieder faszinierend. Überraschend war für mich, dass der weltbekannte, überdimensionale Teppich «Guernica» von Jacqueline de la Baume-Dürrbach, entworfen und von Picasso in Auftrag gegeben, hier in der Ausstellung bei besten Lichtverhältnissen hängt. Eine weitere Version dieser Tapisserie hängt übrigens im Vorraum zum Sitzungssaal des UN-Sicherheitsrats. Ein schönes Werk von Picasso ist der „Männerkopf mit Strohhut“ (Tête d’homme au chapeau de paille) von 1971, welcher im Musée Unterlinden im Original gezeigt wird.

Tête d’homme au chapeau de paille, Pablo Picasso 1971, Musée d’Unterlinden

Das Bildnis einer Frau wurde von Hans Holbein d.Ä. (in Isenheim 1524 gestorben) gemalt, ein faszinierendes Bild heute noch.

Bildnis einer Frau, Hans Holbein d.Ä.

Eine erfreuliche Begegnung  war „Das Tal der Creuse bei untergehender Sonne“ von Claude Monet. Dieser Grossmeister finde ich sehr interessant, da er unglaublich mit dem Licht und seinen Wirkungen umgehen konnte. In diesem Bild konzentrierte sich Monet auf den Boden und das Wasser.

„Das Tal der Creuse bei untergehender Sonne“ 1899

Zum Schluss ein eher unbekanntes Bild. Es zeigt das frühere Dominikanerinnenkloster Unterlinden in Colmar, welches heute das Museum ist.

 

Quelle: Musée Unterlinden, Informationen innerhalb der Ausstellung

Musée Unterlinden
Place Unterlinden
F-68000 Colmar

http://www.musee-unterlinden.com

Vom 17. Februar bis 14. Mai 2018 stellt das Unterlinden Museum in Colmar eine Retrospektive vor, die dem elsässischen Fotografen Adolphe Braun (1812-1877) gewidmet ist. Braun war einer der einflussreichsten französischen Fotografen des 19. Jahrhunderts. 

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Bilderbuch Elsass: Airstream `72 – like a stream of air

Elsass

Camping war früher für die Harten – Schlafen auf der Isomatte, geweckt werden von den ersten Sonnenstrahlen, Kaffee vom Gaskocher. Aber schon in den 1970er gabe es die absolut Luxus-Variante für Camper – ein Jeep Cherokee mit einem 10 Meter langen Airstream als Vier-Sterne-Hotel am Haken. Auf meinen USA-Reisen habe ich diese Gespanne immer bewundert – elegant waren sie schon, wenn diese luxuriöse Wohn-Zigarre aus Aluminium auf dem Highway vorbeirauschte.

Mitten im Elsass stehe ich tatsächlich vor solch einem Airstream Overlander International aus dem Jahre 1972   – die Sonne bricht durch die Wolken. Spot an, Auftritt Airstream. Strahlend steht er da im hellen Licht, frisch gewaschen und poliert, mitten im Garten eines wunderschönen Hotels.

Der Hotelier des Hôtel des Berges hatte diese etwas schräge Idee, einen alten Airstream zu restaurieren und diesen mitten in seinen schönen Hotel-Garten zu stellen.

Neben der ungewöhnlichen Unterkunft habe ich mich über das tolle Fotosujet gefreut. Wobei an der „Spieglung“ habe ich mir dann fast die Zähne ausgebissen.

Bevor ich Euch allerdings zu einem kleinem Rundgang in „meinen“ Airstream `72 mitnehme, noch ein bisschen Geschichte zu dieser legendären „Landjacht“.  Und am Schluss verrate ich Euch natürlich an welcher edlen Adresse die silberne Zigarre steht und wo man diese buchen kann.

Der Airstream-Trailer ist eine amerikanische Ikone – bei uns bekannt durch viele Hollywood-Filme. Auch die Geschichte des Airstream ist filmreif. Vor 80 Jahren baute Wallace Merle Byam, genannt Wally, aus Leinwand und Sperrholz einen aerodynamisch gestylten Wohnwagen auf ein altes Ford-T-Fahrgestell auf. Kaum war dieser fertig, wollten andere diesen Wohnwagen ebenfalls haben. Eine kleine Werkstatt entstand und 1932 standen die ersten Wohnwagen zum Verkauf. Ihr Name: Airstream, denn „sie bewegen sich auf der Strasse wie ein Luftzug“ – like a stream of air.

Bild aus Airstream Owners Manual 1972

Drei Jahre später übernahm Wally die „Bowlus-Teller Trailer Company“. Deren stromlinienförmige Wohnwagen waren konstruiert wie ein Flugzeug ohne Flügel. Ein Monocoque aus Aluminiumrohr, mit zusammengenieteten Aluminiumblechen beplankt, das ergab eine sehr stabile und gleichzeitig relativ leichte Konstruktion.

Seither gab es fast keine Korrekturen am Design. Noch heute wird jedes Modell in Jackson Center, Ohio, von Hand und mit mehreren Tausend Nieten zusammengesetzt.

Wie die Harley, Monroe oder die Route 66 ist die Landjacht aus Silber zu einem amerikanischen Symbol geworden. Eine Sternstunde hatte der Aristream nach der Mondlandung, als die ganze Welt zusah, wie die zurückgekehrten Astronauten von Apollo 11 in Airstream-Trailern verschwanden, die zu Quarantäne-Stationen umgebaut worden waren.

Impressionen:

Auberge de l’Ill /Hôtel des Berges in Illhäusern

Der Airstream `72 wird vom Hôtel des Berges (5*) angeboten. Das Hotel liegt abseits im elsässischen Dorf Illhäusern am Fluss Ill. Abgeschieden inmitten der elsässischen  „Country Side“ sagen sich hier die Störche gute Nacht. Der tägliche Besuch der Störche ist nur eines der Dinge, welche sich hier niemals ändern. Eines dieser unveränderlichen Elemente in diesem Dorf ist die Familie Haeberlin, die hier die Auberge de l’Ill sowie das Hôtel des Berges betreiben. Seit 1882 ist das Gasthaus in ihrem Besitz. In der Auberge de l’Ill wird im Michelin-Himmel gekocht, heute gehört das Restaurant zu den 25 besten in Frankreich. Seit 50 Jahren (!) hat man ununterbrochen den „drei Michelin-Stern-Status“, welches zur höchsten Auszeichnung in der Gastronomie weltweit zählt. Es gibt nur noch ein zweites Restaurant, die L’Auberge du Pont de Collonges von Paul Bocuse, welches ebenfalls dieses Kunststück fertig brachte und über 50 Jahre bis heute jedes Jahr drei Michelin-Sterne erhielt.

Auberge de l’Ill

Früher war der Auberge ein kleines Hotel angegliedert. Heute hat man es zum wunderschönen, luxuriösen Hôtel des Berges ausgebaut. Das Hotel wird von der Schwester des grossen Küchenmeisters Marc Haeberlin betrieben. Danielle Haeberlin und ihr Mann Marco Baumann führen das Hotel familiär und mit viel Herzlichkeit. Und genau die sind auf die Idee gekommen, diesen alten Airstream `72 zu renovieren und mitten in den herrlichen Park, unmittelbar zum Fluss zu stellen und als „Hotelzimmer“ anzubieten. So ist eine etwas spezielle Verbindung zwischen „Retro-Camping“ und Luxushotellerie entstanden.

Hôtel des Berges mit Spa-Bereich (rechts)

Der Airstream ist trotzdem mehr Camper als Hotelzimmer. Man sollte sich wirklich darauf einlassen, schlussendlich übernachtet man „draussen“ in einem Wohnwagen. Dieser verfügt über folgende Annehmlichkeiten:

  • 18m²
  • Ebenerdige Terrasse mit Blick auf die Ill
  • Klimaanlage
  • Doppelbett von 1.60m Breite
  • Badezimmer mit Italienischer Dusche und chemischem WC (Der Spa in unmittelbarer Nähe steht für die „Camper“ auch in der Nacht zur Verfügung. Dorf findet man ein richtiges WC und schöne Duschen)
  • Minibar
  • Safe
  • Kostenloses W-LAN
  • Gemütliche Sitzecke

Wer einmal etwas spezielles, luxuriöses und ausserhalb des normalen Rahmens sucht, eine Nacht im Airstream `72 bleibt unvergesslich. Verbindet man dies mit einem Abendessen im hoch angesehenen Sternerestaurant beim „Mâitre de Grande Cuisine“ Marc Haeberlin, was für ein Kontrast! (Man muss lange vorher ein Tisch reservieren). Zugegeben ein Abendessen ist sehr, sehr, sehr teuer , aber auch sehr lohnend! Es ist so etwas um irgendein wichtiges Jubiläum so richtig edel zu feiern und vor allem zu geniessen.  Und danach die Nacht im Airstream-Camper – ein weicher und gemütlicher Touchdown!

(Dies ist ein Erfahrungsbericht als zahlender Gast, keine Werbung oder sponsored Post. Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell)

Bilderbuch Elsass: Berge, Gipfel und Pässe, Cols und Ballons

Elsass, Frankreich

Die Hochvogesen – eine der schönsten Landschaften Europas. Nur selten trifft man in Mitteleuropa auf kurzen Wegen so viel Unterschiedliches, vom sanften Bergrücken bis zur hochalpinen Felswand, vom schattigen (Ur)wald bis zur weiten Hochweide.

Und entlang der Gipfel zieht sich eine atemberaubende Panoramastrasse, die berühmte Route des Crêtes.

Damit ist die nächste Seite in meinem Bilderbuch Elsass aufgeschlagen. Dieses Kapitel wird vor allem die Sportwagen- und Cabriofahrer, Autowanderer, Biker und Velofahrer freuen.

Die Vogesen-Kammstrasse, die Route des Crêtes, zählt zu den imposantesten Bergstrassen in Frankreich. Eine aussichtsreiche, kurvige Strasse verläuft entlang des Hauptkammes der Südvogesen immer auf einer Höhe zwischen 900 – 1200m ü.M. Diese Strasse verbindet keine Dörfer, sondern die Gipfel  und Hochlagen in dieser sehr bergigen Region. Diese Strasse wurde für die Versorgung der französischen Truppen im Ersten Weltkrieg angelegt.  Die Route des Crêtes  führt auf rund 75 km Länge von Thann im Süden über Cernay, Grand Ballon, Markstein Hohneck, Col de la Schlucht in den Norden bis zum Col du Bonhomme und endet in Sainte-Marie-aux-Mines. Den höchsten Punkt erreicht man unter dem Grand Ballon, die Strasse führt im Osten um den Gipfel herum und überwindet in 1343 Meter Höhe den Pass zwischen dem Le Markstein und dem Hartmannswillerkopf. Der Gipfel des Grand Ballon – damit der höchste Punkt der Vogesen – ist von der Passstrasse aus mit einem Fussmarsch von ungefähr 15 Minuten leicht erreichbar.

Der Erste Weltkrieg ist auf der ganzen Strecke gegenwärtig und man kommt an mehreren Schauplätzen und Denkmäler vorbei. Am Hartmannswillerkopf – der wegen der schlimmen Schlachten auch „Menschenfresser“ genannt wurde – ist zur Zeit ein deutsch-französisches Museum im Bau.

Meist säumen Laub- und Mischwälder die Strasse. Auf den „Gipfeln“ und sonnigen Hochlagen öffnen sich dann die Wälder und es bieten sich herrliche Ausblicke auf die bewaldeten Hänge der Vogesen, auf die Rheinebene und den gegenüberliegenden Schwarzwald. An klaren Tagen reicht die Fernsicht bis zu den Schweizer Alpen und dem Montblanc.

Der Strassenverlauf ist speziell etwas für die Geniesser unter den Sportwagen-, Cabrio- und Oldtimerfahrer sowie Autowanderer. Allerdings ist auf der ganzen Strecke Höchstgeschwindigkeit 70, daher eher etwas zum gemütlichen cruisen.

Besonders sind die einsamen Berggasthöfe an der Strecke, die Ferme Auberges, die sehr beliebt sind. Man geniesst auf einfachen Holzbänken die frische Höhenluft und bekommt feine, traditionelle Gerichte aus heimischen Produkten.

Nachfolgend ein paar Impressionen von unserem „Roadtrip“ quer durch die Vogesen:

Der Strassenverlauf ist einmalig

Unter der Woche in der Vor-Saison hatten wir die ganze Strecke für uns alleine, aber Achtung auf der ganzen Strecke ist Höchstgeschwindigkeit 70! Allerdings aufgrund der vielen, vielen Kurven liegt meistens gar nicht viel mehr drin. Im Sommer, dann vor allem an schönen Wochenenden ist hier sehr viel Verkehr.

Immer wieder schöne Aussichten auf die Vogesen. Die Vogesen sind das grösste, zusammenhängende Waldgebiet Frankreichs.

Blick auf einen Stausee (Lac de Kruth-Wildenstein)

Ganz schön bergig – hier oben war der Frühling im Mai noch weit weg. In den Vogesen bildet die Buche die Waldgrenze.

Vogesen ist ein Wanderparadies – es gibt ein enges Netz an gut markieren Wanderwegen.

Der kurze Aufstieg zum Grand Ballon (1424 m)

Der Grand Ballon ist der kälteste Ort des Elsass. Die tiefste gemessene Temperatur betrug ca. minus 30 Grad. Im Winter liegt hier oft viel Schnee, meist über einen Meter, oft 1,50 m. Der Temperaturunterschied zur Rheinebene schwankt gemessen bei Mülhausen zwischen 7 und 10 Grad.

Grand Ballon – der höchste Gipfel in den Vogesen (1424 müM).

Blick in die Rheinebene – dort unten ist es schon fast Frühsommer

Bergfrühling

Wolfgang von www.vogesenchalet.bplaced.net schreibt im Kommentar zum obigen Bild: Das Stiefmütterchen auf dem Bild ist etwas Besonderes. Es ist ein glaziales Relikt. Das Vogesen-Stiefmütterechen (Viola lutea) kommt sonst nur noch in den Alpen vor.

MIt dem Auto von Gipfel zu Gipfel

Dazwischen geht es durch viel Wald …

… mit vielen Kurven.

1. Weltkrieg

Die Vogesen waren im Ersten Weltkrieg Schauplatz erbitterter Schlachten. Auf der Ostseite der Vogesen liegen Soldatenfriedhöfe. Auch heute noch sind an vielen Stellen die Schützengräben deutlich sichtbar, in denen sich die Feinde oft nur wenige Meter voneinander entfernt gegenüberlagen. An der Routes des Crêtes liegt die Gedenkstätte Hartmannswillerkopf und erinnert an die gefallenen Soldaten: Nationalfriedhof, eine Krypta mit je einem katholischen, evangelischen und jüdischen Altar wurde 1918 errichtet. Die  Gedenkstätte gehört zu einer der gut besuchten Tourismuszielen des Elsass.

Im Jahr 2018, 100 Jahre nach Kriegsende, soll ein deutsch-französisches Museum als Symbol für die Aussöhnung eröffnet werden. (Bei unserem Besuch noch im Bau)

Tourbeschreibung:

Als Start der Tour wähle ich den Süden. Die Vogesen-Tour beginnt in der Ortschaft Uffholtz (nördlich von Mullhouse bei Cernay)

In der Ortschaft Uffholtz biegst Du auf die D431 (Rue du Ballon) ein und fährst nun auf den Vieil-Armand, im deutschen Sprachraum als Hartmannswillerkopf bekannt. Die Strasse ist gut ausgebaut, prächtige Kurven! Geniesse die Kurven und die Landschaft, nach kurzer Zeit erreichst du den Col Amic auf 825 m.ü.M. Weiter folgst Du der D431 in Richtung Grand Ballon / Markstein. Diese Landschaft hier hat es in sich, wunderschön! Der Grand Ballon (Grosser Belchen) ist mit seiner mächtigen Radarkuppel von weitem sichtbar. Die Fahrt über den Höhenzug mit prächtiger Weitsicht bringt Dich bald nach Le Markstein, ein reiner Wintersport-Ort. Folge dem Wegweiser Richtung  Col de la Schlucht auf die D430. Fahre über die Höhenstrasse weiter bis kurz vor die Passhöhe des Col de la Schlucht, für die letzten paar Meter musst Du auf die D417 einbiegen. Auf dem Col de la Schlucht (Schluchtpass) geht die Routes des Crêtes als D61 geradeaus in Richtung Col du Calvair weiter. Auf dem Pass Col du Calvair folgst Du der D148, später der D48 über den Col du Bonhomme bis nach Sainte-Marie-aux-Mines – wo für mich diese Tour endet. Von hier führt eine schöne Strecke runter ins Elsass nach Ribeauvillé.

Weitere Tipps und Berichte über das Elsass findest Du hier.

Für Ribeauvillé habe ich noch einen schönen Tipp für die Übernachtung: La Grange du Couvent – eine Scheune zum Träumen!

La Grange du Couvent

Bilderbuch Elsass: unbekanntes, malerisches Zellenberg

Elsass

Das Elsass bietet einer der schönsten französischen Weinlandschaften. Die ersten Eindrücke wirken fast klischeehaft: urige Ortschaften mit jahrhundertealten Fachwerkhäusern und Storchennestern auf den Dächern, einladende Weinlandschaften, Trachten und gemütliche Weinstuben. Wenn man durch das Elsass reist, taucht man in ein wunderschönes Bilderbuch ein. Und genau dieses „Bilderbuch Elsass“ eröffne ich heute in meinem Blog.

Lange habe ich mir überlegt, womit ich beginnen soll. Durch meine vielen Besuche in dieser Region, ist eine grosse Fülle für ein Bilderbuch vorhanden. Entschieden habe ich mich schlussendlich als erstes Euch über ein ungewöhnliches Dorf auf einem 280m hohen Hügel mitten in den Weinbergen (fotografisch) zu erzählen.

Zellenberg – ein malerischer Ort auf einem 285 m hohen Hügel mitten in den Weinbergen,

Das kleine Dorf Zellenberg mit seinen 400 Einwohnern ist eine der Perlen des Elsass. Der Ort befindet sich am Rande der elsässischen Weinstrasse, zwischen Riquewihr (1km) und Ribeauvillé (3 km). Von Touristen wird  dieses beschauliche Dorf in den meisten Fällen links liegen gelassen, weil die beiden grossen Hotspots Riquewihr und Ribeauvillé in unmittelbarer Nähe liegen. Dabei ist Zellenberg ein romantisches Dorf, es gibt viele alte Häuser, kleine enge Strassen und einen schönen Brunnen. Und einen wunderbaren Panoramablick über die Landschaft des Elsass.

Michael’s Beers and Beans – Tipps:

  • die beiden Ecktürme der ehemaligen Stadtmauer (1252) mit ihren Storchennestern.
  • Barock-Kirche aus dem Jahre 1760 mit einer aus dem Mittelalter stammenden Pietà (Kirche Saint-Ulrich)
  • die Brunnen (Schwengel-Brunnen am Eingang des Dorfes, Brunnen aus dem 13 Jhd im Dorf)
  • am Eingang des alten Dorfes, der holzgeschnitzte Christus (1508).
  • die schönen Fachwerkhäuser aus dem Mittelalter und die die Überreste der Befestigungsmauer
  • die örtlichen Weine aus den  Alsace Grand Cru-Lagen Froehn und Schoenenbourg
  • der Winzerpfad des Grands Crus („Les Perles du Vignoble“)
  • die elsässische Ruhe und Idylle

Impressionen:

Eine Pietà aus dem Mittelalter (Kirche Saint-Ulrich)

Schwengel-Brunnen

Aut einem Roadtrip auf der „Route des vins d’Alsace“ (elsässischen Weinstrasse) kommt man an Zellenberg vorbei.

 

Vogesen: Der Odilienberg

Elsass, Frankreich

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Der Odilienberg wird der heilige Berg des Elsass genannt. Der Hauptanziehungspunkt ist das Kloster der heiligen Odilia, errichtet auf einem zur Rheinebene hin steil abfallenden Felsen. Die heilige Odilia ist die Schutzpatronin des Elsass. Sie hat um das Jahr 700 das Kloster hier oben gegründet.

Mein wichtigster Tipp am Anfang, besuche das Kloster unbedingt unter der Woche, am besten vormittags. Am Wochenende bei schönem Wetter verliert dieser Ort aufgrund der vielen Besucher teilweise seinen Reiz. Dann lieber Wanderungen in der Umgebung unternehmen, z.B. zum Männelstein. (siehe weiter unten)

In langen Kurven windet sich die Zufahrtsstraße durch die Wälder in die Höhe. An mehreren Stellen passiert die Straße einen Mauerwall – die Heidenmauer, eine über 10 km lange, teilweise bis zu 3 m hohe Steinmauer rund um den höchsten Teil des Odilienberges. Das genaue Alter dieser Mauer ist unbekannt, es wird vermutet, dass sie von keltischen Stämmen 400 v. Chr. wurde. Während des Mittelalters wurde die Mauer als Steinbruch zum Bau der umliegenden Burgen und Klöster verwendet.

Der Odilienberg ist ein schönes Wandergebiet. Verschiedene Wege an der Heidenmauer entlang sind gut ausgeschildert. Empfehlenswert ist der südliche Rundgang, teils an Felsen, teils an oder auf der Mauer entlang bis zum Männelstein (817 m hoch, herrliche Aussicht, schöner Platz), weiter bis zur Grotte des Druides und zurück zum Parkplatz.

Eine zweite Rundstrecke führt an zwei Burgen, der Ruine Hagelschloss am nördlichsten Ende der Heidenmauer und an der Burgruine Dreistein, vorbei. Auf beiden Wegen hat man eine herrliche Aussicht auf die bewaldeten Berge der Vogesen und auf die kleinen Dörfer und Städte in die Rheinebene.

Einkehrmöglichkeiten auf dem Odilienberg: im Pilgerheim (Salle des Pélerins) oder im Hotel-Restaurant des Klosters

Nachfolgend ein paar Impressionen:

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Bilderbuch Elsass: Die Kirche im Herzen der Weinberge

Elsass

Kirche Saint-Jacques-le-Majeur von Hunawihr

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Die Kirche im Herzen der Weinbergen – so bezeichnet man im Elsass gerne diese kleine, mittelalterliche Wehrkirche. Das mitten in den Weinbergen gelegene Hunawhir ist ein Winzerdorf wie aus dem Bilderbuch mit seinen Gässchen, Brunnen und Fachwerkhäusern. Blickfang ist die wuchtige Kirche mit dem niedrigen Turm.

Die Kirche Église Saint-Jacques-le-Majeur ist eine Wehrkirche aus dem 14. Jahrhundert. Die burgähnliche, gotische Kirche war anfänglich eine Wallfahrtskirche (Eine Frau Huna soll heilsame Kräfte gehabt haben) und später im Mittelalter eine Station auf einem der Jakobswege.

Ein wunderschönes Fotomotiv – allerdings immer wenn ich hier bin, passt das Wetter nicht so ganz. Aber die Bilder drücken wenigstens die herbstliche Stimmung aus.

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Die Kirchturmuhr hat lediglich einen Zeiger: einen mit Weintrauben verzierten Stundenzeiger.

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