Die Jólasveinarnir – eine weihnachtliche Geschichte aus Island

Advent 2020, Iceland

Halló. Mein Name ist Ragnheiður und ich bin hier in Ísland zu Hause. Genau genommen wohne ich im Jólagarðurinn, also im Weihnachtsgarten. Und ich bin eine Elfe, eine Weihnachts-Elfe. Normalerweise könnt ihr Menschen uns Elfen ja nicht sehen, doch als Weihnachts-Elfe schlüpfe ich während der Adventszeit in eine Weihnachtsfigur und freue mich bei den Menschen zu sein.

Weihnachtsgeschichte veröffentlicht 2019 / Recycled und überarbeitet Nov./Dez. 2020 / Teil 1

Ja, ihr habt richtig gesehen, hier in Island hat es bereits geschneit und es verbreitet sich schon eine weihnachtliche Stimmung. In den Häusern ist es gemütlich und warm. Und während draussen der kalte Wind heult haben die Menschen etwas Zeit für schöne Geschichten. So werde ich Euch während der Adventszeit etwas begleiten und auf diesem Blog eine Weihnachtsgeschichte aus Island erzählen.

Wie ihr vielleicht wisst, gibt es in Island neben Eurer Welt noch unsere Welt – die Welt der Elfen und Trolle. Und von einer Trollfamilie, die im schneebdeckten Esja-Gebirge lebt, handelt meine Geschichte. Dort oben wohnt die Trollfrau Gryla zusammen mit ihrem Mann Leppaludi und ihren 13 Söhnen, ein richtig wilder Haufen.

Gryla, so wird erzählt, ist eine hässliche und gemeine Trollfrau. Mit Hausarbeit hat Gryla gar nichts am Hut – manchmal gab es deswegen für ihre ganze Familie Jahrzehnte nichts zu essen. Doch, es kann sein, dass Gryla ganz aus dem nichts heraus wie wild anfängt zu kochen. Dann lässt sie es so richtig zischen und krachen bis der Berg brennt. Die Menschen haben dafür sogar einen Namen – Vulkanausbruch!

Also ihr könnt Euch gut vorstellen, dass dieses Essen nicht wirklich gut war, was da Gryla bruzelte und kochte. Und in der Tat, es war nicht nur schlecht, sondern Grotten-schlecht!

Daher stahlen sich so um die Weihnachtszeit die 13 Söhne von Gryla hin und wieder davon um bei den Menschen vorbeizuschauen, um dort Menschenfutter zu bekommen. Das liebten die Brüder, zudem hatten sie herausgefunden, dass das Essen der Menschen um die Weihnachtszeit besonders lecker war.

Die Menschen dagegen mochten das Treiben der Trolle aus den Bergen nicht so sehr. Nach einigem hin und her merkten die Trolle, dass sie die Menschen für sich gut stimmen konnten, wenn sie als Gegenleistung für das weggefutterte Essen den Kindern kleine Geschenke brachten.

So langsam entwickelten sich die wüsten Trolle in eine Art Weihnachtsmänner, mittlerweile tragen sie sogar eine anständige, rote Kutte. Für die Kinder bedeutet es, dass sie sich mit 13 Jólasveinarnir , also mit 13 Weihnachtsmänner beschäftigen und jede Nacht einen Schuh hinausstellen müssen. Waren die Kinder artig, dann gibt es von jedem Jólasveinar ein Geschenk, sind sie nicht artig gewesen, dann gibt es nur Kartoffeln in die Schuhe. In den 13 Tagen vor Weihnachten steigen die Trolle vom schneebedeckten Esja-Gebirge hinab. Zu den Menschen kommt aber immer nur ein Weihnachtsmann nach dem anderen – vermutlich wäre das Chaos zu gross, wenn alle 13 Brüder auf einmal erscheinen würden.

Auch wenn die Trolle heute freundlicher sind, sind es doch ganz schön gerissene Gesellen und treiben am liebsten viel Blödsinn. So ärgern sie gerne die Schafe, knallen nachts mit den Türen, stehlen die Fressnäpfe der Katzen, Glotzen durchs Fenster und scheppern mit den Kochtöpfen.

Die 13 Jólasveinarnir stelle ich Euch einzeln in den nächsten Posts zum Advent vor. Da ist Stekkjarstaur, der aus seiner Welt keine Schafe kennt bis zu Kertasníkir, der am 24. Dezember zwischendurch einfach mal Kerzen verschwinden lässt.

Und wer weiss vielleicht schauen die 13 Kobolde vom Esja-Gebirge auch einmal bei Euch vorbei – schliesslich gbit es ja auch in Euren Ländern inzwischen Skyr*!

Also seid gespannt, geniesst die Vor-Weihnachtliche Zeit und ich freue mich, wenn ihr am nächsten Adventssonntag hier wieder vorbeischaut.

Bis bald

Eure Weihnachts-Elfe

*Skyr ist ein Milchprodukt und ein isländisches Nationalgericht

Dieser Weihnachtsbrauch in Island basiert auf uralten Überlieferungen und kommt aus der grossen Sagen-Welt, die bis zu den Wikingern zurückreichen. Auf den Hintergrund dieser Weihnachtsmänner werde ich dann in einem letzten Post noch etwas näher eingehen.

Munkaþverár Kirkja

Iceland, Kirchen von Island

Eine besonders schöne Bauernhof-Kirche steht im Eyjafjörður Tal, nördlich von Akureyri. Die Munkaþverárkirkja ist eine Holzkirche, welche 1844 von Thor Danielsson gebaut wurde. In den Jahren 1985 – 1986 wurde die Kirche renoviert.

Die Geschichte der Kirche und dieses schönen Ortes geht allerdings weit ins 11. Jahrhundert zurück. Bemerkenswert ist, dass der Clan-Anführer Sighvatur Sturluson zusammen mit seinen Söhnen hier begraben liegt. Sie alle starben während eines Bürgerkrieges in der grössten Schlacht von Island, der Orlygsstadabardagi. Sighvatur Sturluson war zudem der Bruder von Snorri, dem bekannten altisländischer Historiker, welcher die Snorri-Edda verfasst hat.

Munkaþverár Kirkja Iceland Kirchen Island

Eine andere Geschichte besagt, dass Jon Arason, der letzte katholische Bischof in Island vor der Reformation, welcher in Skalholt 1550 enthauptet wurde, möglicherweise hier geboren wurde. Daher gibt es hier eine Gedenkstätte für Jon Arason, der in Island so eine Art Nationalheld ist.

Schön ist der Baumbestand mit vielen Vogelbeerbäumen, eher eine Seltenheit hier auf Island.

Diese Kirche erreicht man gut über die Strasse 829 von Akureyri in Richtung Hochland.

Refresh / Receycled 2020

Munkaþverár Kirkja

Album Iceland 2015-1 (261)
Album Iceland 2015-1 (268)
Album Iceland 2015-1 (271)
Album Iceland 2015-1 (269)
Album Iceland 2015-1 (263)
Album Iceland 2015-1 (264)
Album Iceland 2015-1 (266)

Schwefelgestank im Hexenkessel von Hverarönd

Iceland, Vulkan

Grün ist eine Farbe die man hier vergeblich sucht. Die allgegenwärtigen Gase sind giftig und vereiteln jeglichen Besiedlungsversuch der kargen arktischen Landschaft. Dieser lebensfeindlichen Umwelt trotzen nur ein paar Bakterien, die sich im vulkanischen Höllenschlamm wohl fühlen und dessen Wärme geniessen.

Hverarönd heisst dieser Hexenkessel am Námaskarð-Pass und liegt nur wenige Kilometer südöstlich des Calderavulkanes Krafla.

Kochende Schlammpools, zischende Fumarolen und eine bizarre Marslandschaft. Ocker ist die dominierende Farbe in allen Schattierung, die blubbernden „Schlammvulkane“ setzen graue Aktzente. Da und dort entdeckt man das Gelb des Schwefels. Dessen penetrante Geruch ist dagegen überall. Der fiese Gestank nach faulen Eier breitet sich aus den warmen Dampfschwaden aus, nur allmählich gewöhnt man sich daran.

Das Thermalgebiet Hverarönd gehört zu den attraktivsten auf Island und zieht jeden Besucher in den Bann!

Neben den wenigen Bakterien in den blubbernden Schlammlöchern profiteren auch die Menschen von der urgewaltigen Energie. Der geothermische Verlauf ist hier sehr hoch und das Thermalgebiet wurde als Hochtemperaturgebiet eingestuft. So befindet sich in Sichtweite das Geothermalkraftwerk Krafla, welches das Umland mit Strom versorgt. Auch am Rand von Námaskarð hat man bereits eine Versuchs-Bohrung vorgenommen, welche heute mit einem Steinhaufen abgedeckt ist. Zwischen den Ritzen des Haufens entweicht tosend Wasserdampf. Glücklicherweise hat man den Versuch der Nutzung der Erdwärme an dieser Stelle eingestellt. Dies ist Naturschützern und Anwohnern zu verdanken, die das Gebiet vor der Zerstörung bewahrten.

Michael’s Beers&Beans Tipp:

Die Erdwärme stammt vom Vulkan Krafla, der zuletzt zwischen 1975 und 1984 aktiv war. Im Anschluss an den Besuch des Thermalgebiets Hverarönd empfehle ich daher die Reste dieser Eruptionsspalte zu erwandern. Noch heute ist das Lavafeld der letzten Ausbruchserie (Krafla-Feuer) am abkühlen und buchstäblich am dampfen. Ein kurzer und gut ausgeschilderter Rund-Wanderweg führt über die noch warme Lava. (mit dem Auto von Hverarönd das kurze Stück auf der Strasse 863 bis zum Parkplatz Leirhnjúkur Mountain, Wander-Route 7)

Danach bietet sich ein Bad im Myvatn Natural Bath an. Intensiver kann man die wärmenden, vulkanischen Kräfte des Erdinneren wohl kaum spüren. 

Das Hochtemperturgebiet Hverarönd wird irrtümlich oft mit dem Namen Námaskarð (auch Namaskard oder Namasgard geschrieben) bezeichnet, also nach dem Pass welcher über den Rhyolith-Rücken Namafjall führt. Die Pass-Strasse beginnt am 5 km entfernten Myvatn und verläuft Richtung Eglistadir.

Ein weiterer Bericht zum Hexenkessel von Hverarönd mit winterlichen Bildern findest Du unter: Námaskarð – Tanz auf dem Vulkan

Buchtipp: «Kalmann» von Joachim B. Schmidt

Iceland

Island ist für uns im Moment so weit weg, unerreichbar. Daher kommt das neue Buch von Joachim B. Schmidt gerade richtig.

Am 1. September 2020 ist sein neustes Werk „Kalmann“ erschienen. Der Roman führt in den rauhen Norden von Island – nach Raufarhöfn. Dort lebt Kalmann, der selbsternannte Sheriff dieser Gegend. Als er eines Winters eine Blutlache im Schnee entdeckt, überrollen ihn die Ereignisse. Mit seiner naiven Weisheit und dem Mut des reinen Herzens wendet er alles zum Guten.

Das Buch habe ich noch nicht ganz fertig gelesen, aber es hält mich bereits im Bann. Eine kleine Zusammenfassung folgt hier in Kürze.

Das Buch ist im Verlag Diogenes erschienen

Joachim B. Schmidt, geboren 1981 in Graubünden, ist Journalist, Autor dreier Romane, die in einem kleinen Verlag aus dem bernischen Emmental erschienen und diverser Kurzgeschichten. 2007 ist er nach Island ausgewandert, wo er mit seiner Familie in Reykjavik lebt und Touristen über die Insel führt. (literaturblatt.ch)

Auf meinem Blog findest Du auch einen Post über sein Buch „Moosflüstern“ und „In Küstennähe“.

Zurzeit ist Joachim B. Schmidt in der Schweiz unterwegs. Am Samstag, 31. Oktober 2020 hält Joachim B. Schmidt beispielsweise im Literaturhaus Thurgau, Bodmannhaus eine Lesung. Alle Termine findest Du auf der Homepage des Schriftstellers.

Quelle/Bild: Buchcover Diogenes (Link), Literaturhaus Thurgau (Link), Homepage Joachim B. Schmidt, Titelbild by michael’s beers & beans

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Der Stern der Liebe über Steeple Rock

Iceland


Jeder der die Ringstrasse zwischen Rekjavik und Akureyri im Norden von Island unter die Räder nimmt fährt durch das Hochtal Öxnadalur. Links und rechts sind die schroffen Berge meist wolkenverhangen. Die Reisenden nehmen daher den spitzigen Gipfelkegel des Hraundrangi kaum wahr. 


The star of love
over Steeple Rock
is cloaked in clouds of night.

Jónas Hallgrímsson


Kurz vor seinem Tod schrieb diese Zeilen der isländische Nationaldichter und Naturwissenschaftler Jónas Hallgrímsson (1807-1845) in seinem Gedicht Ferðalok (Ende der Reise) über den ausgeprägten Hraundrangi im Öxnadalur-Tal. Jónas Hallgrímsson wuchs auf dem Bauernhof Hraun auf, der am Fusse des Gipfels liegt.

Dieser Berg erhebt sich auf eine ungewöhnlich scharfe Spitze, die Gipfelfläche ist weniger als ein halber Quadratmeter gross. Entstanden ist dieser nach dem Zusammensturz des Berges Háafjall, übrig geblieben von diesem Berg ist nur noch der spitzige Lavaturm.

Der Gipfel wirkt für Bergsteiger fast unbezwingbar! Doch der 1’075 M.ü.m. hohe Gipfel wurde bereits 1956 erstmals von zwei isländischen und einem amerikanischen Bergsteiger bestiegen. Die Leistung war für die damalige Zeit aussergewöhnlich, denn heute noch ist die Besteigung des Hraundrangi nur etwas für sehr erfahrene Bergsteiger.

Dagegen braucht es nur ein paar gute Wanderschuhe um zum mystischen Bergsee Hraunsvatn zu gelangen. Dieser kleine See ist 50 bis 60 Meter tief und liegt im Tal Vatnsdalur auf einer Höhe von 490 m.ü.M zwischen den steilen Bergen Þverbrekkufjall und Háafjall/Hraundrangi.

Der Abfluss des Hraunsvatn ist vor ewiger Zeit ausgetrocknet und fliesst jetzt durch unterirdische Kanäle in den Fluss Öxnadalsá. Trotzdem ist der See voller Seesaiblinge, dem in Island sehr beliebten Fisch “Arctic Char”. Die Einheimischen erzählen, dass dieser “Arctic Char” in den See gelangte, als der Fluss vor Tausenden von Jahren noch an der Oberfläche floss. Seither leben die Fische isoliert in diesem wunderschönen Bergsee.

 
Der Stern der Liebe über Steeple Rock ist in Wolken der Nacht gehüllt.

Jónas Hallgrímsson

Das ganze Gedicht in englischer Sprache findest Du hier: Journey’s End (Ferðalok) by Jónas Hallgrímsson

Quellen: All Poetry (USA), Wikipedia, Info vor Ort, Internet, usw.

Hochtal Öxnadalur

Die Torfkirche von Saurbæjar

Iceland, Kirchen von Island

In Island gibt es heute nur noch sechs Torfkirchen. Früher wurden in Island fast alle Kirchen in diesem Baustil erbaut. Die Saurbæjarkirkja gehört daher zu diesen heute seltenen Gotteshäuser und liegt im Eyjafjörður-Tal, rund 30 km südlich von Akureyri.

Die Torf-Kirche wurde im Jahre 1858 erbaut. Die Kirche ist eine Holzrahmenkonstruktion. Zum Schutz gegen das Wetter wurde diese Konstruktion aussen mit Torf-Stücken und einer Steinmauer isoliert. Typisch ist auch das Grasdach. Die Abdichtung mit Torf lässt solche Kirchen eher wie ein Grashügel aussehen, als wie ein Gebäude. Dadurch auch die Bezeichnung Torf-Kirche. Diese Bauart benutzten die Isländer früher auch für ihre Bauernhäuser. Diese Art von Kirchen hatte keinen Turm, die Glocken waren in der Regel oben am vorderen Giebel aufgehängt.

Die Saurbæjarkirkja Kirche gehört heute dem isländischen National Museum. Da diese Kirche etwas abseits liegt, wird diese kaum von Touristen besucht.

Refresh / Receycled 2019

Weitere Posts „Kirchen in Island“ findest Du hier.

Torfkirche von Saurbæjar

Album Iceland 2015-1 (214)
Album Iceland 2015-1 (213)
Album Iceland 2015-1 (215)
Album Iceland 2015-1 (218)
Album Iceland 2015-1 (219)
Album Iceland 2015-1 (223)
Album Iceland 2015-1 (209)

Bilder Oktober 2015 / Oktober 2019

Vulkanismus auf Island: Bricht der Berg Þorbjörn aus?

Iceland, Vulkan

Eyjafjallajökull, Grímsvötn, Holuhraun – dies waren einige der isländischen Vulkane die vor gar nicht so langer Zeit aktiv waren. Und nun scheint es wieder stärkere vulkanische Aktivitäten auf Island zu geben. Auf der Halbinsel Reykjanes (Reykjanesskagi) verzeichnet man seit Dezember 2019 leichte Erdbeben und Nachbeben (Bebenschwärme). Gerade am letzten Wochenende meldete die Behörde weitere Erdbeben in diesem Gebiet. Das stärkste Erdbeben wurde mit 4.4 (Richterskala) in der Nähe des Ortes Grindavik aufgezeichnet.

Daher habe ich mich auf den isländischen Online-Medien und auf der Homepage des örtlichen Wetterdienstes umgeschaut und Euch daraus eine kleine Zusammenfassung über die aktuelle Situation zusammengestellt.

Diese Erdbebenschwärme sind auf eine Landhebung des Berges Þorbjörn zurückzuführen. Der Berg hebt sich seit einigen Wochen immer wieder um einige Zentimeter an. Als Erklärung gehen die Wissenschaftler auf Island von einer Magma-Ansammlung (Magmaintrusion) in drei bis fünf Kilometer Tiefe westlich des Berges Þorbjörn aus.

Die isländische Behörde hat für die Halbinsel Reykjanes die Warnstufe „yellow alert“* herausgegeben und die Bevölkerung von Grindavik über die Evakuierungspläne informiert.

Dies heisst nicht, dass es unmittelbar zu einem Ausbruch kommt. Ein mögliches Szenario ist, dass die Aktivitäten ohne Ausbruch verebben. Selbst wenn es zu einem Ausbruch kommen sollte, gehen die isländischen Spezialisten davon aus, dass dieser nicht explosiv sein wird. Eher wird sich eine Erdspalte öffnen und langsam Lava ausfliessen. Für die Bewohner der Region würde dies bedeuten, dass sie genügend Zeit hätten, sich in Sicherheit zu bringen.

Viele Reisende kennen von Reykjanes meist nur die Schnellstrasse, die vom internationalen Flughafen Keflavík bis nach Reykjavík durch beeindruckende Lavafelder führt. Diese Lavafelder sind durch verschiedene Vulkanausbrüche in den letzten Jahrhunderten entstanden.

Die Halbinsel ist inzwischen wegen der Nähe zur Hauptstadt Reykjavík recht dicht besiedelt. Hier befinden sich die Städte Hafnarfjörður sowie Keflavík mit dem internationalen Leifur-Eiríksson-Flughafen, das bekannte Wellness-Bad „Blaue Lagune“ sowie etliche Dörfer wie der Ort Grindavík.

Diese neusten vulkanischen Aktivitäten werde ich weiter über die isländischen Online-Medien verfolgen und wenn sich was tut darüber eine Zusammenfassung posten.

*Warnstufe Gelb: Der Vulkan zeigt Anzeichen für erhöhte Aktivitäten welche über den bekannten Werten liegen. Die Behörde überwacht diesen Vulkan besonders aufmerksam.

Weitere Berichte zum Thema Vulkanismus auf Island gibt es hier.

Quellen: Icelandic Met Office https://en.vedur.is/, diverse Online-Medien

Bilder: Die Bilder by michael’s beers&beans, es sind Symbolbilder und stammen von einem Hochtemperaturfeld im Norden Islands, welches ähnlich ist zum Hochtemperaturgebiet Krísuvík auf Reykjanes. (Bilder 2015 und 2019)

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Indian Summer am Myvatn-See

Iceland

Die Bäume und Sträucher leuchten in den schönsten Herbstfarben und verbinden sich mit dem schwarzen Lavagestein zu einem einzigartigen Bild. Der Mývatn-See – hier ist die Welt am werden. Vulkane formten das Gesicht dieser Landschaft – und sie tun es immer noch.

Ich bin nicht auf der Durchreise, wie die meisten hier. Sondern ich komme hierher gerne zurück. Zurück an diesen so friedlich scheinenden Mývatn-See. Und trotzdem ist es jedes Mal völlig anders, so als wenn ich diese Landschaft noch nie gesehen habe. Letztes Mal war es ebenfalls Herbst, die Landschaft aber bereits tief verschneit. Jetzt scheint die Sonne, wärmend. Es ist Indian Summer und lässt den See tiefblau und die Landschaft in zauberhaftem Gold erscheinen.

Im Norden von Island liegt der wunderschöne See Mývatn, es ist der viertgrössten See des Landes. Er misst 36,5 km2 und hat etwa 50 Inselchen und Schären. Der flache See ist voller Fische und bietet eine interessante Flora und reiche Vogelwelt.

Der See liegt nur scheinbar so friedlich, denn rundherum ist es explosiv. Seine Umgebung ist voller vulkanischer Aktivitäten – überall sind Höhlen, Krater, heisse Quellen und dampfende Geothermalfelder zu finden.

Nur ein einziges, sehr kleines Örtchen liegt an der Ostseite des Sees. Es heisst Reykjahlíð. Eine Tankstelle mit Mini-Supermarkt, eine Bank, eine Autowerkstatt, eine Schule und ein Gesundheitszentrum. Die Infrastruktur für die Touristen, die den Myvatn in der Regel auf ihrer grossen Island-Umrundung mitnehmen, ist schon bald grösser, wie das Dorf selbst. So gibt es zwei, drei Hotels, Cafés, Restaurants, Gästehäuser, Sommerhütten, Campingplatz und ein Wellness-Bad.

An diesem schönen Tag im Spät-Herbst ist von den Touristen nicht viel zu sehen. Umso mehr spüre ich die Grenze der bewohnbaren Welt. Staune über die atemberaubend schönen, oft surreal anmutenden Urlandschaft. Kraftvolle Bilder die für mich unvergesslich bleiben. Bilder die mich wieder zurückkehren lassen.

Michael’s Beers & Beans Tipps:
Schnee und schwarze Lava findet man in meiner Winter-Wanderung auf den Vulkan Hverfjall
Explosiv ist es auf dem Namafjall – Tanz auf dem Vulkan

(Myvatn = Mückensee)

Hallo Winter

Iceland, Life&Style

Im Moment macht der Winter in unseren Breitengraden voll auf Frühling. Diese Woche bäumt sich der Föhn noch einmal richtig auf und bringt wieder sehr milde Temperaturen. Aber vielleicht wechselt es auf Ende Woche, wenn eine markante Kaltfront die Föhnphase hier beendet. In der Folge könnte es etwas kühler werden und vielleicht bringen die Westwinde etwas Winter ins Land.

Heute beginnt bei uns auf der Nordhalbkugel bereits der kürzeste Tag des Jahres, es ist der Tag der Wintersonnenwende. Da bei uns noch nicht viel von Winter zu spüren ist, habe ich zur Einstimmung ein paar Winterbilder aus Island ausgepackt.

Der Winter in Island ist hart, die Tage sind kurz. Und trotzdem kann sich der Winter in Island inszenieren, überrascht mit atemberaubenden Lichtstimmungen und verzaubert die Vulkanlandschaften.

Onset of winter. The first snow in North Iceland.

Bilder by Michael’s Beers & Beans
Die Bilder zu „Wintereinbruch in Island“ wurden im Oktober/November 2015 in Nord-Island aufgenommen

Stabkirche Gröf

Iceland, Kirchen von Island
Album Iceland 2015-1 (596)

Eine schöne, winzige Kirche findet man etwas 4km südlich von Hofsós. Die Torfkirche Gröf ist eigentlich von der Bauart her eine (sehr) kleine Stabkirche und erinnert im Innern an die grossen Baudenkmäler in Norwegen.

Die heutige Kirche stammt aus dem 17. Jh., wurde 1765 als Kirche aufgegeben und 1953 nach umfangreicher Renovierung wieder geweiht. Bei der Renovierung 1953 wurde versucht, die Kirche wieder in der ursprünglichen Form aufzubauen. Der Hof Gröf war früher einer der grössten Bauernhöfe im Skagafjörður und ist der Geburtsort des Psalmendichters Hallgrímur Pétursson, Namensgeber der Hallgrímskirche in Reykjavik.

Recycled / Refresh 2020

Weitere Posts „Kirchen in Island“ findest Du hier.

Stabkirche Gröf

Album Iceland 2015-1 (589)
Album Iceland 2015-1 (594)
Album Iceland 2015-1 (591)
Album Iceland 2015-1 (592)
Album Iceland 2015-1 (590)