Das Haus der Elfenkönigin

Iceland, Photo&Lyric

In Island fand ich dieses alte Haus,
hier ging das Leben ohne Rückkehr hinaus.

Die Fenster sind zersplittert und blind,
durch den Dachstuhl pfeift eisig der Wind.

Doch in der einen oder anderen klaren Winternacht,
waren hier Naturgeister erwacht.

Grün erschien am Horizont das Nordlicht,
nahm die Elfen in die Pflicht.

In einer Polarnacht Musik erklang,
man hier das Lied für die Asen sang.

Óðinn forderte die Zwischenwelt auf zum Tanz,
das Haus wuchs empor zum Schloss voller Glanz.

Doch dann, vor dem ersten Sonnenschein,
kehrte schnell Ruhe ein.

Der neue Tag war erwacht,
Polarnächte enden anders als gedacht.

In Island fand ich dieses alte Haus,
schweigend fühlte ich, Titania, die Elfenkönigin ist hier zuhaus.

In meiner Serie PhotoLyric poste ich ab und zu Fotografien, welche ich versuche mit „lyrischen“ Texten zu untermalen  – zum tiefer reinschauen, bildlich lesen oder einfach etwas nachfühlen.

Foto und Text by michael’s beers & beans
Bild: Old Shack, Eyjafjörður, Iceland

Goðafoss – Götterwasserfall im Schnee

Iceland

Es hatte geschneit in der Nacht – der frische Schnee verzauberte den Goðafoss in ein reines Wintermärchen.

Iceland15-7453

Der Goðafoss ist einer der bekanntesten Wasserfälle in Island. Er liegt gut erreichbar über die Ringstrasse und am Beginn der Sprengisandur-Hochlandpiste. Östlich des Goðafoss liegt der Ort Laugar.

Iceland15-7422

Das Wasser des Flusses Skjálfandafljót stürzt hier etwa 12 m hinunter in die Tiefe.

Iceland15-1060664

Der Sage nach soll der Gott Þorgeir um das Jahr 1000 n. Chr. nach der beschlossenen Übernahme des Christentums als Staatsreligion die letzten heidnischen Götterbilder in den Goðafoss geworfen haben. Daher der Name Götterwasserfall.

Iceland15-7414-2

Iceland15-1060666

Iceland15-1060638-2

In der Nähe vom Visitor Centre steht dieser kleine Gasthof – mit dem Neu-Schnee ein schönes Sujet.

Iceland15-1060608

Die Fahrt zum Godafoss führte über winterliche Strassen.

 

Tipps und Posts zu Island findest Du hier: Posts über Island

Bilder von Island findest du in meinem Portfolio: Iceland

Startpunkt Leuchtturm – the Lighthouse on Garðskagi

Iceland

Auf der isländischen Halbinsel Rekjanes – unweit vom National Airport Keflavik – liegt draussen an der äussersten Nordwestspitze verschlafen und durchaus idyllisch das Dorf Garður. Hier beim alten Leuchturm begannen und endeten meistens meine Reisen durch Island. 

Für einen Iceland-Workshop musste ich einige Bilder aus dem Archiv heraussuchen und bin dabei auf dieses Foto gestossen. Der alte Leuchtturm von Garður mit diesem wunderschönen Sonnenuntergang steht für mich als Anfangspunkt für eine meiner spannensten Reise in das einsame Hochland von Island.

The Lighthouse of Garður Iceland

Nur wenig Touristen kommen zum Leuchtturm raus, auch wenn der Flughafen nicht weit ist. Dabei ist Garður schon wegen den beiden Leuchttürmen ein Abstecher wert. Auf einer kleinen Landzunge steht der 1897 erbaute „alte“ Leuchtturm, der sich mit seiner eckigen Form und den leuchtend roten Streifen von der Umgebung schön abhebt. Von dort hat man eine herrliche Aussicht. Und kann viele Seevögel und Robben beobachten. Ein paar Meter von der Küste weg versetzt steht der neue Leuchtturm, der höchste von Island.

Neben dem ebenfalls schönen, neuen Leuchtturm sowie den tollen Wanderwegen an der Küste entlang lohnt sich auch ein Blick auf die kleine Kirche mit dem grünen Dach. (Útskálakirkja)

Bei den beiden Leuchttürmen liegt direkt am Meer ein kleiner Campingplatz. Diesen nutzte ich gerne für die erste Nacht, um alles für die Reisen ins Hochland vorzubereiten.

Übrigens ist hier Nanna Bryndís Hilmarsdóttir, die Sängerin und Frontfrau der Band „Of Monsters And Man“, zur Schule gegangen.

Wer sich gerne weiter mit meinen Reisen durch Island beschäftigen möchte, findet hier viele Posts von und über Iceland – von der Küste bis zum Hochland.

Isländischer Vulkan Laki zerstörte Brücke in Heidelberg

Deutschland, Iceland, Vulkan

In Europa ging 1783 die Angst um. Das Wetter war extrem. Der Sommer war sehr heiss, bei den Sonnenuntergängen leuchte der Himmel in allen Farben und nachts schien ein blutroter Mond. Gewaltige Gewitter gingen nieder. Aus England wurde von einem blauem Dunst, seltsamen Nebeln berichtet und es schien, dass die Sonne keine Kraft mehr hätte. Auf den heissen Sommer folgte in ganz Mittel-Europa ein harter, eisiger Winter.

Heidelberg 1783 – im Dezember. Die Bevölkerung kämpfte gegen die heftigen Schneefälle und einer eisigen Kälte von bis zu minus 30 Grad. Diese wurde immer wieder von Tauwetter abgelöst, welche den Wasserstand des Neckar anschwellen liess. Auf dem Fluss türmten sich Eisschollen bis zu 8 Meter hoch. Im Februar 1784 kam es zur Katastrophe – die Fluten des Hochwassers führenden Neckar trieben riesige Eisschollen mit sich und zerstörten die berühmte Heidelberger Brücke. Und damit viele Mühlen und Häuser.

Die Alte Brücke (Karl-Theodor-Brücke) ist insgesamt die neunte Brücke, welche an dieser Stelle errichtet wurde. Die Vorgängerbrücke war noch aus Holz und überdacht. Diese Holzbrücke wurde von einer Jahrhundertflut mit Eisgang 1784 zerstört. Die heutige wurde 1788 unter Kurfürst Karl Theodor aus Sandstein errichtet.

Alles begann in Island!

Im Juni 1783 öffnete sich im  Vulkangebiet des Laki Gigar eine Spalte und schleuderte riesige Mengen Magma und Asche in den Himmel. Der Vulkanausbruch in der Laki Spalte veränderte das Klima in Europa und führte zu viel Elend in der Bevölkerung. Der Vulkanausbruch löste in den Jahren 1783/1784 viele Naturkatastrophen aus, wie diejenige die schlussendlich am 27. Februar 1784 zur Zerstörung der Heidelberger Brücke führte.

In Frankreich beschleunigte die Klimaveränderung, welche durch den Ausbruch in der Laki Spalte ausging, die Französische Revolution. So war der Vulkan im entfernten Island mitverantwortlich, dass Napoleon zum Kaiser wurde und Europa sich politisch und gesellschaftlich drastisch veränderte.

Die Eruption in Süd-Island begann am 8. Juni 1783. Es war ein Pfingstsonntag. Nach mehreren leichten Erdbeben öffnete sich zunächst eine 12 km lange Eruptionsspalte. Bis zu 1000 m hohe Lavafontänen schossen in den Himmel. Die Lava floss durch 2 Flusstäler Richtung Meer. Das Wasser der Flüsse verdampfte unter der Lava. Selbst in 40 km Entfernung wurden Bauernhöfe vernichtet. Im Laufe der Eruption verlängerte sich die Spalte auf 27 km Länge. Auf ihr wuchsen mehr als 130 Schlackenkegel. Der Ausbruch förderte fast 15 Kubikkilometer Lava und 0,6 Kubikkilometer Tephra. Die Stärke des explosiven Anteils der Eruption war unglaublich. In Bezug auf die geförderte Lavamenge war es die 2. stärkste Eruption auf Island. Nur die Eldgjá pumpte mehr Magma an die Erdoberfläche.

Vor meinen Besuchen im Gebiet Lakagígar, Eldgjá and Langisjór (Vatnajökulsþjóðgarður National Park) hätte ich nie gedacht, was dieser Vulkanausbruch für Katastrophen und Schicksale in Mitteleuropa auslösten. HIer habe ich verstanden, dass auch heute noch ein Vulkan-Ausbruch in Island eine sehr grosse Auswirkungen auf das Klima in Europa hätte.

Neben einer Aschewolke bildete Schwefeldioxid und das giftige Flour eine Gaswolke, die über Mittel-Europa zog. Der Winter 1783 – 1784 war einer der Härtesten und äusserst schneereich. Ende Februar führten viele Flüsse in Deutschland extremes Hochwasser. Besonders betroffen war Köln. Mehr als 60 Menschen starben in den Fluten, auch dort wurden wie in Heidelberg zahlreiche Brücken und Gebäude entlang der Flüsse zerstört. Ein Problem waren Eismassen, die sich an vielen Stellen stauten und meterhoch auftürmten.

Die Menschen in Heidelberg kannten damals die Zusammenhänge nicht und glaubten die Klimaveränderung und die vielen Katastrophen seien die Vorzeichen des Jüngsten Gerichts.

Die schöne Karl-Theodor-Brücke, besser bekannt als Alte Brücke, verbindet die Altstadt mit dem gegenüberliegenden Neckarufer (Stadtteil Neuenheim). Die Alte Brücke wurde 1788 als insgesamt neunte Brücke an dieser Stelle errichtet. Heute gehört sie zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen Heidelbergs. Sie wird für den Fussgänger- und Veloverkehr genutzt.

Mehr zur Laki Spalte (Laki Gigar) findest Du im folgenden Post: Laki Gigar – warum ein Vulkan Napoleon zum Kaiser machte! 

Quellen:

Erinnerungstafel (Hochwassermarkierung) in der Altstadt Heidelberg
Wikipedia alte Brücke
Homepage Vatnajökull National Park 
Tages Anzeiger: Auf die Eruption in Island folgte die Revolution in Frankreich
Bilder Laki Gebiet Island / Alte Brücke Heidelberg by michael’s beers & beans
Besuch vor Ort

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Sounds of Northern Lights – kann man Nordlichter hören?

Iceland, Nordlicht

Haben Nordlichter einen Sound, entwickeln diese wirklich Geräusche? In Fachbüchern findet man darüber Erzählungen von Menschen, die am Polarkreis wohnen. Diese berichten, dass sie in einzelnen Fällen während des Lichtschauspiels ein Knistern und Knacken gehört haben. Ein wissenschaftlicher Beleg, z.B. durch Tonaufnahmen, fehlte bisher. Jetzt gibt es dazu neuste Forschungen, die dem Klang auf der Spur sind und bestätigen, dass Nordlichter tatsächlich hörbare Geräusche entwickeln können.

Kann man Nordlichter hören? Diese Begegnung mit einem Polarlicht in Island fand in absoluter nächtlicher Stille statt.

Um es vorweg zu nehmen, während meinen Nordlicht-Beobachtungen in Island und Norwegen habe ich gar nichts gehört. Ich habe auch nicht darauf geachtet, denn ein Nordlicht zu hören, war für mich unwahrscheinlich. Die Lichtphänomene entstehen in ca. 100km Entfernung zur Erde. Meine einfache Überlegung war, dass einerseits sich im Weltraum keine für uns Menschen hörbare Geräusche entwickeln können, andererseits falls doch, der Schall sowie das Licht mit einer unterschiedlichen Geschwindigkeit auf der Erde eintreffen würden.

Nun bin ich vor kurzem über Berichte der Aalto University in Finnland gestolpert, die meine laienhafte Meinung widerlegen. Die Forschergruppe um den Professor Unto K. Laine beweist inzwischen die Existenz von Geräuschen und Tönen, die eindeutig von Nordlichter stammen. Wie in den früheren Erzählungen handelt es sich um ein Knistern und Knacken. Zwischendurch gibt es zusätzliche Geräusche wie von einem Klatschen oder einem Peitschenhieb.

Im Juni 2016 wurde von der finnischen Universität ein weiterer Bericht veröffentlicht, der eine Erklärung der Herkunft der „Nordlicht-Töne“ aufzeigt. Das Wetter – so die Forscher – spielt eine entscheidende Rolle. Um die Töne überhaupt zu hören, benötigt es eine Inversionsschicht. Eine solche Schicht entwickelt sich in den arktischen Regionen bei klarem, sehr kaltem und ruhigem Wetter. Dabei „schwimmt“ etwas wärmere Luft in einer Höhe von ca.  70m über dem Boden wie auf einem Kälte-See und bildet einen Art Deckel.

Nur bei dieser ganz speziellen Inversions-Wetterlage konnten die Forscher die Klänge hören und aufnehmen. Warum diese Töne allerdings entstehen, darüber wird noch gerätselt und weiter geforscht.

Für alle die auf Nordlicht-Beobachtung gehen heisst es jetzt also „Augen und Ohren auf“!

Sound of Northern Lights - kann man Polarlichter hören?

Sound of Northern Lights – Forscher in Finnland haben nachgewiesen, dass bei speziellen Wetterlagen die Nordlichter knistern und Geräusche verursachen, die man hören kann.

Ein Auszug aus dem Bericht von Prof. Unto K. Laine über die hörbaren Nordlichter kannst Du unter folgendem Link “Acoustics researcher finds explanation for auroral sounds“ nachlesen.

Alle meine Posts und Bilder zum Thema Nordlichter (Polarlichter / Aurora Borealis) findest Du hier: Faszination Nordlichter by Michael’s Beers & Beans

 

Quellen:
Polarlichter zwischen Wunder und Wirklichkeit: Kulturgeschichte und Physik einer Himmelserscheinung, Kindle Edition von Kristian Schlegel (allgemeine Informationen über das Nordlicht)
“Acoustics researcher finds explanation for auroral sounds“ Prof. Unto K. Laine Aalto University Finland htttp://www.aalto.fi/en/current/news/2016-06-22/
Bilder: Michael’s Beers & Beans, Nordlichter über Island (Akureyri)
Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.  Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den 
(wissenschaftlichen) Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Islandpferde im Schneetreiben

Iceland

Es bebt der Boden – mit erhobenen Haupt, wirbelnden Hufen und wehender Mähne – so begegnete uns das Islandpferd. Auf unseren Reisen hatten wir viele Begegnungen mit diesem starken, kräftigen Pferd. Eindrücklich waren diese in den Bergen, wo die Pferde im Sommer in Freiheit leben. Erst im Winter werden sie zurück auf die weiten Weiden der Höfe geholt.

Eine schöne Begegnung hatte ich an einem Spätherbsttag, es hatte gerade angefangen zu schneien. So sind die folgende Fotos der Islandpferde entstanden.

Album Iceland 2015-1 (289)

Das Islandpferd ist eine der ursprünglichsten und reinsten Pferderassen der Welt. Die raue Natur von  Island formte ein robustes und charakterstarkes Pferd mit einem schier unglaublichen Leistungswillen. Denn um in der harten Umgebung zurecht zu kommen, musste das Islandpferd stark, ausdauernd, widerstandsfähig, genügsam und trittsicher sein. Noch heute werden die Pferde natürlich und meist im freien Herdenverband gehalten.

Album Iceland 2015-1 (291)

Island kennt schon seit sehr langer Zeit ein absolutes Einfuhrverbot für andere Pferderassen, mit dem Ziel die Rasse rein und frei von Krankheiten zu halten. Auch einmal exportierte Islandpferde dürfen nicht mehr in ihre ursprüngliche Heimat zurückkehren.

Bekannt ist das Islandpferd durch seine Mehrgängigkeit – so beherrscht es neben Schritt, Trab und Galopp noch den Tölt und Pass. Im Pass kann das Pferd Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 45km/h erreichen.

Album Iceland 2015-1 (423)

Islandpferde im Schnee

Bilder: Nord-Island im Herbst 2015 / Refresh 2018

Mehr zum Thema Tierwelt auf Island findest Du hier: Tierwelt Island

 

 

 

 

 

 

 

 

Gullfoss – der Gold-Wasserfall

Iceland

Eines der schönsten und eindrücklichsten Wasserfälle von Island ist der Gullfoss, eigentlich ist dieser weltweit einzigartig.

Der Gullfoss ist eine sehr beliebte Touristenattraktion, insbesondere dieser einfach zu erreichen ist. Er liegt im Süden der Insel, im Tal Haukadalur. Das Wasser des Flusses Hvítá stürzt hier über zwei massive, beinahe im rechten Winkel zueinander stehende Kaskaden in eine 2.5 km lange und 70 m tiefe Schlucht. Im Sommer krachen pro Sekunde bis zu 1200 m³ Wasser hinab. Der Gullfoss ist Teil des so genannten Gullni Hringurinn, des Goldenen Rings, zu dem auch der Nationalpark Þingvellir und die benachbarten Geysire gehören.

Gullfoss der Gold-Wasserfall Iceland Island Golden Circle

Gullfoss der Gold-Wasserfall Iceland Island Golden Circle

Gullfoss der Gold-Wasserfall Iceland Island Golden Circle

Im Jahr 1920 wollten britische Spekulanten den Gullfoss und das Gelände kaufen, um einen Staudamm zu errichten und Elektrizität zu gewinnen. Der Bauer Tomas Tomasson und seine Tochter Sigridur Tomasdottir wehrten sich gegen die Spekulanten und führten einen jahrelangen juristischen Kampf. Schliesslich drohte Sigridur, sich in die Fluten des Gullfoss‘ zu stürzen. Daraufhin liessen die Briten von ihrem Vorhaben ab. Eine Steintafel neben dem Wasserfall erinnert an Sigridur und ihren Einsatz.

Interessant erscheint mir auch, dass hier zwei Gletscherläufe* im 20. Jahrhundert bekannt sind und zwar aus den Jahren, 1930 und 1948. Bei diesen wurde die Schlucht völlig mit Wasser gefüllt, so dass die niedrigere Wasserfallstufe zeitweilig darunter verschwand.

Tipp: Besuche den Gullfoss abends oder früh morgens. Das Licht – vorallem im Sommer – ist schöner und es hat viel weniger Besucher. Etwas abenteuerlicher ist es, wenn man versucht sich dem Wasserfall von der gegenüberliegenden Seite zu nähern. Mit einem Jeep kommt man auf einem sehr schlechten Feldweg relativ nahe dran, dann ist aber ein Fussmarsch angesagt. (kein Weg)

Mehr Posts über Island gib es hier: Iceland

 *Gletscherläufe entstehen, wenn ein Vulkan unter dem Gletscher das Eis schmilzt und das Schmelzwasser über einen Gletscherfluss abfliesst.

Öraefajökull – ein Vulkan wacht auf

Iceland, Vulkan

In der Schweizer Presse konnte man lesen, dass ein Vulkan auf Island etwas für Unruhe sorgt. Für mich die Gelegenheit für einen kleinen (Online-) Blick auf die Insel aus Feuer und Eis. Was tut sich bei den Vulkanen, die ich teilweise besucht habe, im Moment so.

Öræfajökull stratovolcano – aufgenommen vom Eisstrand Jökulsárlón (Bild by Michael’s Beers and Beans 2012)  Im Gletschergebiet Öræfajökull scheint der gleichnamige Vulkan unter dem Eis erwacht zu sein.

Spannend ist die Information des Icelandic Met Office (meine Quelle für diesen Post) über den Vulkan Bárdabunga. Hier soll die Aktivität so hoch sein, dass aus den Eislöchern im Vatnajökull Dampf aufsteigt.

Beim Vulkan Katla – welcher unter besonderer Beobachtung steht – zeigen sich seit einiger Zeit immer wieder kleine Erdbebenschwärme, die stärksten Beben waren auch für Menschen spürbar.

Die Aufmerksamkeit der Presse hat aber der Vulkan Öraefajökull auf sich gezogen. Dieser Vulkan liegt ebenfalls unter dem Gletscher Vatnajökull. Dieser Vulkan ist letztmals 1727 ausgebrochen und scheint in den letzten Wochen wieder aufgewacht zu sein. Im Gebiet dieses Vulkans wurde erhöhte Erdbebenaktivität gemessen. Das Schmelzwasser eines Gletscherfluss aus dem Bereich dieses Vulkans hat einen Schwefelgeruch.

Unter dem Vatnajökull – Europas grösster Gletscher – gibt es viele aktive Vulkan. Auch hier ist der Öræfajökull sehr schön zu sehen. Es handelt sich um einen südlicher Ausläufer des Vatnajökull.  (Bild by Michael’s Beers & Beans 2012)

Die Auswertungen der Satellitenbilder aus dem Gebiet des Öraefajökull haben ergeben, dass sich über dem Vulkan auf ungefähr 1km Durchmesser eine 15 – 20 m Vertiefungen im Gletschereis gebildet hat.

Mittlerweile wurde die Warnstufe für den Vulkan Öraefajökull von grün (keine Aktivität) auf gelb (aktiv, unsicher) angehoben und der isländische Wetterdienst hat die Beobachtung des Gebietes verschärft. Dies ist aber nur eine Vorsichtsmassnahme, aktuell steht nach Aussage der Experten kein Ausbruch unmittelbar bevor.

Karte mit Vulkanstatus vom 27.11.2017 (Icelandic Met Office)

Sollte dieser Vulkan einmal ausbrechen, werden sich die Nachrichtensprecher wieder mit einem schwer auszusprechenden Namen herumschlagen. Öraefajökull ist etwas einfacher auszusprechen wie Eyjafjallajökull , aber eben nur ein bisschen einfacher.

Der Vulkan Eyjafjallajökull – schwer auszusprechen – sorgte für viel Asche und legte den Flugverkehr in Europa zeitweise lahm. (Hinter dem kleine Vulkankegel erhebt sich der Eyjafjallajökull, man kann den grossen Krater noch gut erkennen. Das Bild stammt von 2012, also 2 Jahre nach dem Ausbruch) Bild by Michael’s Beers and Beans

Wenn sich etwas tun sollte, melde ich mich zu diesem Thema wieder.

Das Icelandic Met Office (isländischer Wetterdienst) publiziert auf ihrer Homepage den aktuellen Vulkanstatus . Link zu Karte hier. Dorf findet man viele Information über die isländischen Vulkane.

Quelle: http://en.vedur.is/ (Icelandic Met Office)

Folgende Posts über Vulkane in Island habe ich auf meinem Blog bisher veröffentlicht:

Alle Posts über Island findest Du hier: Iceland

Mit einem Lada Niva 4×4 in den 1980er „around Iceland“

Iceland

Als ich vor einiger Zeit eine weitere Reise nach Island vorbereitet habe, bin ich auf alte Fotos meiner ersten Island-Reise gestossen. Damals – in den 1980er Jahre – fuhr ich auf der „Ringstrasse“ mit einem gemieteten Lada Niva 4×4 rund um die Insel aus Feuer und Eis. Auf abenteuerlichen Wegen – ein wirkliches Strassennetz ausserhalb der Hauptstadt gab es noch nicht, die „Ringstrasse“ war eher eine „gute Piste“. Und Abstecher ins Hochland waren wirklich beschwerlich und zum Teil nicht ungefährlich, dort war Hilfe weit weg.

Im Lada Niva 4×4 rund um Island

Mobile Telefone gab es damals noch nicht und der Begriff „Off-Road“ war uns unbekannt. Wir trugen Levi’s-Jeans, hatten Walkman’s dabei, die „neue Deutsche Welle“ rauschte über uns hinweg. Und der Twix hiess Raider. Die harten Typen rauchten Marlboro, die „gesundheitsbewussten“ Barclay. Und mit dem Lada Niva gab es einen günstigen, kleinen Geländewagen – dieser hatte einen Anteil von 40% Prozent am Geländewagenmarkt in Deutschland. In Island war er damals fast ein Volkswagen.

Ein Auto zu mieten war in den 1980er auf Island eine kostspielige Angelegenheit, die richtigen Geländewagen wie ein Land Rover (Defender) waren für uns unerschwinglich. Wir hatten vor Ort irgendwie einen Vermieter gefunden, der uns einen Lada Niva 4×4 zur Verfügung stellte. Bald würde sich herausstellen, dass dies genau das richtige Auto für uns war.

Aber am Anfang hatten wir schon Zweifel, ob wir mit diesem „Russen“ weit kommen würden.  In den ersten Tagen übernachteten wir in einem Guesthouse in Reykjavik –  auf dessen Parkplatz standen die von den anderen Gästen gefahrenen Fahrzeuge wie Unimog, Pinzgauer, MAN 6X6 Lastwagen, Land Rover, usw. Hier waren wir mit unserem kleinen Lada fehl am Platz und die Typen dieser Fahrzeuge machten sich lustig über uns. Später erfuhren wir, dass der Unimog-Fahrer es in 5 Wochen nicht weiter als 100 km schaffte – diverse Defekte zwangen ihn immer wieder zurück nach Reykjavik. Dort beschäftigte er sich damit fehlende Ersatzteile zu beschaffen oder eher endlos darauf zu warten. In dieser Zeit fuhren wir pannenfrei und fröhlich rund um die Insel.

Was wir nicht wussten, der Lada Niva stellte in den 1980er Jahre die technologische Speerspitze im Geländewagenbau dar:  1,6-Liter-OHC-Motor mit ca. 70 PS, Einzelradaufhängung und Scheibenbremsen vorn, Längslenker-Starrachse mit Schraubenfedern hinten. Ausgerüstet mit permanentem Allrad fuhr er der Geländewagen-Elite davon. Ein emotionsfreier Geländewagen – genau richtig für die Pisten in Island.

Auf der Reise entwickelte sich der Lada Niva für uns schnell zum verlässlichen Kumpel und brachte uns in die unglaublichen Landschaften von Island, trug dazu bei, bei mir den Island-Virus zu setzen.

ERINNERUNG 80S: IM LADA NIVA 4×4 „AROUND ICELAND“

Der Motor des Lada Niva lief laut, das ganze Ding gab immer irgendwelche rumpelnde Geräusche von irgendwoher ab. Das Getriebe kreischte andauernd vor sich hin. Die Lenkung setzte die Befehle des Fahrers mehr oder weniger um. Und bei Tempo 100 km/h (was wir vermutlich nur einmal erreicht haben), klappten die Seitenspiegel vom Fahrtwind ein.

Das Zündschloss lag wie beim Landie links, das „Cockpit“ machte damals schon den Eindruck eines Oldies.

Aber sobald es ins Gelände ging oder auf den langen, ruppigen Pisten der Ringstrasse war er für uns einfach das richtige Auto. Er verfügte über zwei „Gelände“-Schalthebel. Der im Strassenbetrieb offene permanente Allrad liess sich mit einem Ruck am vorderen Hebel sperren, ein etwas kräftiger,  kurzer „Schlag“ auf den  hinteren Hebel aktivierte die Geländeuntersetzung. Diese getrennt schaltbare Mittelsperre hat der Lada Niva bis heute dem grössten Teil der Geländewagen und SUV’s voraus. Diese führt dazu, dass man auch in der Untersetzung ohne Verspannungen im Antriebsstrang enge Passagen befahren konnte. Und genau dies war ein riesiger Vorteil gegenüber den schweren und grossen Geländewagen jener Zeit.

Dazu kam eine bemerkenswert gute Verschränkung der Hinterachse, welche den Lada Niva lange alle Viere auf dem Boden behalten liess. Eine elektronische Traktionskontrolle gab es natürlich nicht. ABS unbekannt. Sein geringes Gewicht und seine vergleichsweise hohe Bodenfreiheit liess uns auf den ruppigen Jeep Tracks weiterkommen, wo andere, schwere Geländewagen zur Aufgabe gezwungen wurden. Allerdings grobe Hindernisse und tiefe Löcher musste man mit ihm besser umfahren. Langsames, gefühlvolles kraxeln war trotz Untersetzung angesichts des schwachen Motor nicht drin. Anlauf war gefragt. Und dann meldete sich die Kupplung schnell mit einem beissendem Geruch.

ERINNERUNG 80S: IM LADA NIVA 4×4 „AROUND ICELAND“

Die erste Reise nach Island brachte uns Menschen und Landschaften näher und wir konnten dank dem kleinen Geländewagen eine tolle und pannenfreie Reise unternehmen. Zudem habe ich bei dieser Reise zum ersten Mal einen Geländewagen auf ruppigen und schwierigen Pisten bewegt und so Vertrauen in einen Geländewagen bekommen.

Was wir am Lada hatten wurde mir so richtig klar, als ich vor einigen Jahren auf einer „Off Road“-Tour mit einem Land Rover Defender im schwierigen Gelände einen sehr steilen Track zu bewältigen hatte. Wir kamen diese Passage (Dank einiger Erfahrung) hoch – die anderen modernen Geländewagen mit Traktionskontrollen mussten alle kapitulieren. Einer schaffte es trotzdem – mit etwas Schwung und Gefühl bewältigte ein Lada Niva diese steile Passage mit einer Unbekümmertheit, die mich schon in 1980er-Jahre faszinierte.

Es ist unglaublich, der Lada Niva ist 1976 erschienen und wird heute noch gebaut –  in Island (hier heisst er oft Lada Sport)  sind immer noch einige im Einsatz. Damals wie heute steht er da, als käme er aus einer ganz anderen Zeit. Und für mich ist der Lada Niva immer mit einer schönen Erinnerung an meine erste Reise nach Island verbunden und mit dem Beginn einer Liebe zu diesem unglaublich schönen Land!

Fotografie Nordlicht – ein kleiner Ratgeber

Iceland, Nordlicht, Photography

Das Nordlicht zu fotografieren ist eine spannende Herausforderung – hier wird das Können und die Beherrschung der eigenen Kamera zentral. Sollte man die Chance bekommen, das Nordlicht zu sehen, hat man keine Zeit mehr „herumzupröbeln“. Dann muss einerseits die eigene Amateur-Foto-Ausrüstung à jour sein, andererseits sollte man die Kamera in der Dunkelheit beherrschen. Aber was ist die richtige Ausrüstung? Und wie krieg ich das grüne Licht überhaupt auf den Sensor? Nachfolgend meine Erfahrungen und Tipps als Leitfaden für eine erfolgreiche Polarlicht-Fotografie.

Das Nordlicht ist eindeutig ein „Fotografen-Ding“, denn es macht wirklich Spass die Nordlichter zu fotografieren. Interessant ist, dass die Kamera die Aurora Borealis „wahrheitsgemäss“ grün, farbig aufgezeichnet hat, während ich mit meinem Auge die Nordlichter weiss, grau – bei stärkeren Erscheinungen leicht grünlich wahr genommen habe. Daher kann es bei „Nicht-Fotografen“ zu Enttäuschungen kommen, wenn man die Lichterscheinung nicht knallig leuchtend grün, sondern in Natura nur grau- weiss oder pastellfarben türkis sieht. Darüber habe ich einen Post geschrieben: Mein erstes Nordlicht sah ich weiss, nicht grün …

norway-8553
faszinierende Nordlichter (Lofoten, September 2016)

Schnell habe ich gelernt, dass tolle Aufnahmen von Nordlichtern nur mit einer guten Kamera-Ausrüstung möglich ist, die mindestens folgende drei Voraussetzungen mit sich bringt:

  • lichtstarkes Weitwinkel-Objekt
  • Kamera mit grossem Sensor (4:3, Vollformat oder APS-C, was ich eingesetzt habe)
  • rauscharme, hohe ISO Werte

Sehr wichtig für gute Fotos ist in erster Linie ein sehr gutes – also ein lichtstarkes Weitwinkel-Objektiv. Ein solches Objektiv mit einer Lichtstärke von < 2.8 geht auch heute noch richtig ins Geld. Da ich ein lichtstarkes Weitwinkel-Objektiv in der Regel nicht einsetze, habe ich für die Dauer meiner Reise ein solches gemietet.

dsc_0517

Ich nehme schlussendlich folgende Ausrüstung für die Reise an den Polarkreis mit. Natürlich sind auch Objektive für die Landschaftsfotografie dabei.

  • Nikon D7100
  • Nikon AF-S 14-24mm f/2.8 G ED (gemietet)
  • Nikon AF 18-105mm f/3.5-5.6G Nikkor-Objektiv
  • Nikon AF Nikon 70-210mm f/4-5.6 (mein Oldtimer, aber geht)
  • Panasonic Lumix DMC-FZ 1000 f/2.8 (mit Leica 24 – 400mm, als Ersatzkamera)
  • robustes Stativ (sollte auch starken Winden widerstehen)
  • Funk-Fernauslöser (in der Winter-Kälte von Arosa ausgetestet)
  • Filter, Akkus, SD-Karten, kleine Taschenlampe mit Rotlicht,  usw.
  • Notebook mit Lighroom, IPad

Alles muss in meinen Fotorucksack passen ….

Hier fehlt noch das Wichtigste – das Nikon-Objektiv AF-S 14-24mm f/2.8 G ED

Die Kälte kenne ich aus den Wintermonaten in Arosa (1800 müM), diese ist beim Fotografieren nicht zu unterschätzen. Wenigstens weiss ich, dass meine Nikon dies aushält. Somit gehen natürlich auch warme Kleider ins Gepäck, vorallem  Handschuhe, bei denen ich weiss, dass ich damit in der Kälte die Kamera manipulieren kann. Unterschätze die Kälte nicht – in den nördlichen Länder kommt meistens ein starker Wind hinzu. Daher sollte das Stativ stabil sein. Es lohnt sich einmal zu Hause in einer ganz kalten Nacht raus zu gehen und alles auszutesten, auch den eigenen „Workflow“.

Allerdings bevor Du Dir jetzt sofort eine teure Kamera kaufst, solltest Du überlegen, ob vielleicht auch eine kompakte Kamera dafür taugt. Denn für schöne Schnappschüsse kann eine gute oder hochwertige Kompaktkamera gut geeignet sein. Am Schluss dieses Post gehe ich nochmals mit Tipps auf dieses Thema ein.

norway-9717
Nordlichter „regnen“ über die Lofoten (Bild September 2016)

Profis fotografieren natürlich im RAW-Format, damit bei der Nachbearbeitung keine Qualitätsverluste auftreten. Meine Kamera (Nikon D7100)  habe ich einfach so eingestellt, dass beide Formate – also RAW und JPEG – abgespeichert werden. Die Nachbearbeitung in JPEG ist aus meiner Sicht einfacher und aus meinen den Bildern hätte ich aus dem RAW-Format nur unwesentlich mehr rausgeholt. Aber zugegeben, hier bin ich etwas faul …

Die Nordlichter erhellen den Himmel nicht, es ist eine schwache Lichterscheinung. Somit fotografiert man nachts, also ist es logischerweise dunkel. Damit gibt es nur eines rauf mit dem ISO Wert. Für mich war ISO 1000 bis ISO 1600 ein guter Richtwert. Hier muss man einfach auf das Rauschverhalten aufpassen. Bei schwachen Lichter habe ich doch ein stärkeres Rauschen festgestellt. Diese Bilder konnte ich aber in Lightroom und/oder NoiseNinja gut entrauschen, auf ein verträgliches Mass reduzieren.

Schwierig wird es etwas mit der Schärfe. Der Autofokus ist nachts ziemlich auf verlorenem Posten, daher habe ich diese Funktion ausgeschaltet. Die manuelle Scharfstellung ist etwas tückisch, denn diese sollte per Hand auf Unendlich eingeschaltet werden. Gerade wenn man Positionswechsel mit der Kamera vornimmt, kann es sein, dass die Einstellung verstellt wird. Hier immer wieder kontrollieren, nicht dass man nachher unscharfe Bilder hat. Dafür braucht man eine Taschenlampe.

Belichtung habe ich in der Einstellung M (steht für manuell) vorgenommen, also Blende und Zeit von Hand eingestellt. Ob die Belichtung in Ordnung war, habe ich jeweils über das Histogramm im Display kontrolliert.

Die beste Belichtungszeit für Nordlichter ist die kürzest mögliche. Die vorhandene Kamera bestimmt die Grenzen des Machbaren, bei mir war dies so im Zeitenbereich zwischen fünf und fünfundzwanzig Sekunden. Dies ist abhängig von der Stärke des Nordlichts, dem Mondschein oder sonstiges Restlicht. Länger wie dreissig Sekunden habe ich nicht belichtet, da aufgrund der Erddrehung die Sterne seltsam oval werden oder zu Strichen mutieren.

Das nachfolgenden Bild ist mit der Belichtungsmethode M, Blende f=2.8, ISO 1250 und 15 Sekunden aufgenommen worden.

Iceland15-7878-2
Nordlicht über dem Eyjafjörður (Island 2015)

Unbedingt sollte man das richtige Zubehör dabei haben: Funk- oder Kabelauslöser, Stativ (sollte robust sein, den der Wind in Island rüttelt ganz schön am Stativ) und eine kleine Taschenlampe, damit man in der Dunkelheit die Einstellungen immer überprüfen kann.

Erfahrung mit MFT Micro Four Third System Kamera

Für die Nordlicht-Jagd vom letzten Herbst habe ich meine Lumix DC-GX9 in den Fotorucksack gepackt, zusammen mit dem Leica 8-18mm/F2,8-4,0 sowie einem Standard- und Teleobjektiv. Ohne Spiegelreflex auf Polarlicht-Jagd? Darüber habe ich ein Erfahrungsbericht geschrieben welchen Du hier findest.

Tipp: Nordlichter mit einer Kompaktkamera

Wenn man im Besitz einer etwas hochwertigen Kompakten ist, dann kann man auch ganz gute Nordlicht-Fotografien machen. Wichtig ist, dass man die ISO raufschrauben kann, ohne die Bilder verrauschen zu lassen. Mit einer günstigen Kompaktkamera oder dem Smartphone ist hier wenig zu machen. Auch hier gilt je grösser der Sensor umso besser. Mit einer Canon Powershot G-Reihe, Sony Cyber Shot RX-Reihe oder auch einem Reisezoomer (wie z.B. Panasonic Lumix FZM 1000 / FZM 2000) gelingen überraschend gute Bilder. Ich habe mit der Pananonic DMC-TZ101 ein paar Probeaufnahmen gemacht und war über das gute Ergebnis erstaunt. Etwas „hinderlich“ ist, dass diese Kamera eine Brennweite von 27 – 270mm hat, damit erreicht man das Ziel mit dem Weitwinkel so viel Himmel wie möglch abzubilden, nicht. 

Auch die Kompaktkamera gehört auf ein standfestes Stativ, wobei ein flexibles Stativ wie eines der bekannten GorillaPods von Joby ausreicht. Hat man keines dabei, nimmt man ein kleines Kissen mit und sucht sich eine Mauer, so lässt sich mit etwas Kreativität etwas brauchbares zusammenbasteln.

Mit der Kompaktkamera werden die Nordlicht-Fotografien am besten bei Mondschein, wenn also die Umgebung erleuchtet ist. Dann ISO rauf, auch hier irgendwo zwischen ISO 1000 und ISO 1600, Einstellung auf M, Blende voll auf und Zeit einmal auf 20 Sek einstellen. Somit hat man ein Referenzfoto, von dieser Aufnahme her kannst Du dann die Einstellung ISO und Belichtungszeit ändern, bis Du eine Einstellung gefunden hast. Etwas vorsichtig bitte bei der Prüfung über den Display – diese sind bei den Komapkten relativ klein und hell und lassen die Bilder allenfalls heller erscheinen als diese in der Realität sind.

Iceland15-7875
Nordlicht und Wolken (Island Oktober 2015)
Iceland15-7897-3
Nordlicht im Mondschein (Island Oktober 2015)
grün und rotes Nordlicht, aufgenommen in der Abenddämmerung (Lofoten, September 2016)

Faszination Polarlicht by Michael’s Beers&Beans! Alle meine Berichte zum Nordlicht findest Du hier.

Die verwendeten Bilder sind alle im Oktober 2015 auf Island sowie im September 2016 auf den Lofoten entstanden (Fotos by Michael’s Beers & Beans)

Quellen: eigene Erfahrungen in Island und Norwegen, dabei habe ich Tipps von Fotografen, aus Fotomagazinen und aus dem Internet umgesetzt, die ich zum Teil hier wiedergegeben haben.