Neuenburg – Tausendjährige Stadt aus gelbem Stein

Schweiz

Neuenburg ist Belle Époque, besticht durch seine wundervollen Lage am Neuenburger See. Über der Stadt thront sein Schloss und die Basilika mit Zwillingsturm. Verschlungene Gässchen mit eleganten Häusern aus Hautrive-Stein, jenem speziellen gelben Kalkstein, der die ganze Stadt erstrahlen lässt. Wunderschön zum Flanieren, zumal Neuenburg über die grösste Fussgängerzone der Schweiz verfügt.

„Ferien in der Schweiz“ – dies brachte uns hierher an den Neuenburgersee in das wunderschöne Städtchen Neuenburg bzw. Neuchâtel. Die Stadt überraschte uns mit ihrem Charme und der schönen Lage am See. Übrigens der grösste See, welcher komplett in der Schweiz liegt.

Während der Belle Époque (zwischen ca. 1871 – 1914) war Neuenburg ein beliebter Ausflugs- und Ferienort der Reichen. Die Stadt Neuenburg ist mit rund 34’000 Einwohner eher klein, doch die vielen prunkvollen Gebäude lassen die Stadt grösser wirken, schon fast etwas “weltstädisch”.

Nun nehme ich Euch auf einen fotografischen Stadtspaziergang durch diese romantische Stadt mit, zeige ein paar Sehenswürdigkeiten und schöne Orte.

La Passarelle de l’Utopie

Wir starten auf der beeindruckenden Aussichtsplattform Utopie, welcher an der Seepromenade liegt. Die Konstruktion wirkt beeindruckend leicht. Dieser Steg ruht auf nur einer Stütze und ragt wie eine Wippe in den See hinaus. Der Besuch lohnt sich besonders bei Sonnenuntergang!

Altstadt

Auf kleinen Raum bietet die charmante Altstadt von Neuenburg viel. Wir sind durch die hübschen Gassen geschlendert, haben die alten Gebäude und die vielen Brunnen bewundert. Viele Restaurants und kleine Läden gibt es zu entdecken.

Le Cabinet d’Amateur

In der Altstadt gibt es eine sehenswerte Bücherei – le Cabinet d’Amateur.

Markt, Place des Halles

Auf dem Place des Halles mitten in der Stadt gibt es drei mal wöchentlich einen Lebensmittelmarkt. Früchte, Gemüse, Blumen, Milchprodukte, Fische und vieles mehr wird angeboten.

Hotel DuPeyrou

Eines dieser imposanten Bauwerk in Neuenburg ist das Hotel DuPeyrou. Erbaut von der gleichnamigen wohlhabenden Familie als Herrenhaus um 1764 bis 1772. Seit Ende des 19. Jahrhunderts gehört es der Stadt. Die besonders prunkvollen Räume dienen der Stadt zu Repräsentationszwecken. Heute behergt das Hotel DuPeyrou keine Gäste mehr, aber es gibt ein sehr gutes, ausgezeichnetes Restaurant im imposanten Gebäude.

Fischerhütten

Die farbige Fischerhütten am Hafen verbreiten etwas südenglisches Flair (siehe auch mein Post „Brighton, Neuenburgersee„). Tolles Sujets für Fotografen!

Chaumont

Der Aussichtsberg von Neuenburg. Dieser ist einfach mit der Standseilbahn La Coudre-Chaumont oder mit dem Auto zu erreichen. Oben gibt es einen Panoramaturm mit herrlicher Aussicht über Neuenburger-, Bieler- und Murtensee.

Rue de Chavannes 

Diese Strasse ist so etwas wie ein wechselndes Kunstwerk – daher lohnt es sich immer hier vorbei zuschauen. 

Kollegiatskirche Neuenburg und Schloss

Oben über Stadt liegt die 1190 erbaute Kollegiatskirche Neuenburg, gleich daneben das Schloss Neuenburg. Einen Spaziergang hoch lohnt sich. Einerseits um die sehenswerte Kirche (Kreuzgang) zu besuchen, anderseits um die wunderbare Aussicht über Stadt und den See zu geniessen. Das Schloss hat einen sehr schönen Innenhof, welcher wochentags öffentlich zugänglich ist. 

Belle Époque

Es gibt verschiedene Besichtigungsprogramme über das «Neuenburg der Belle Époque», welche einen Einblick in das Leben der Neuenburger vor 100 Jahren bieten. Einfach im TI nachfragen. 

Neuenburgersee

Eine Fahrt mit einem Schiff der LNM ist der ideale Weg, um den Neuenburgersee und seine Ufer zu entdecken.

Laténium – Parc et Musée d’archéologie de Neuchâtel

Das grösste Archäologiemuseum der Schweiz steht an der Stelle, wo Überreste von drei prähistorischen Fundstellen gefunden wurden: 3000 faszinierende Fundstücke, die das Alltagsleben unserer Vorfahren auf einer Fläche von 2200 m2 zeigen. Ein Archäologiepark zeigt originalgetreue, authentische Nachbauten.


Zum Schluss ein paar Tipps:

Spezialitäten

  • Saucisson Neuchâtelois (die berühmte Wurst à la Neuchâtel)
  • Gâteau à la crème neuchâtelois (scheint der Renner bei den Locals zu sein, ist aber wirklich ein Versuch wert)
  • Absinth (ein Schnaps für die Verdauung, nach der Wurst und dem Gâteau. La fée verte – die berühmte „grüne Fee“ hat den Ursprung im neuenburgischen Val-de-Travers)
  • Taillaule (eine Art Neuenburger Brioche)
  • Nusskuchen (eine Art Bündner Nusstorte …)
  • Neuenburger Weine – tolle, grosse Weinlagen rund um die Stadt. (Zahlreiche Spezialitäten wie Oeil de Perdrix, Pinot Noir und Chasselas, gutes Weingut ist beispielsweise Grillette Domaine De Cressier, kurz nach der Stadtgrenze)
La fée verte

Übernachten 

  • Hotel Palafitte (Das Hotel Palafitte, einziges Pfahlbau-Hotel Europas befindet sich im Stadtteil Hautrive in privilegierter Lage auf dem Neuenburger See – man fühlt sich fast wie auf den Malediven)
  • Hotel Beu Rivage (altehrwürdiges 5-Sterne Haus an bester Lage mit bemerkenswert gutem Service und wunderbarer Küche)
  • Hotel Beaulac (moderne, wunderschöne Zimmer, tolle Lage, Wave Bar)
Hotel Palafitte
Hotel Beu Rivage


Restaurants / Apéro

  • Brasserie Le Cardinal (schöne Jugenstileinrichtung, gute, regionale Küche, aber auch guten Fisch, mein Tipp)
  • Bain des Dames (ehem. Frauen Strandbad)
  • Cafe de la Collegiale
  • Wave Bar (Apéro im 7 Stock des Hotel Beaulac, traumhafter Blick, tolle Terrasse)
  • In den Hotels Palafitte, Beau Rivage und Beaulac sind ebenfalls erstklassige Restaurants zu finden. 

Bilder Juni 2020 / Text August 2020

„Das einzige Mittel, den Irrtum zu vermeiden, ist die Unwissenheit.“

Jean Jacques Rousseau

Jean-Jacques Rousseau lebte eine Zeit lang am Neuenburgersee, vorallem verband ihn aber die Freunschaft zu Pierre-Alexandre DuPeyrou (dem Erbauer des Hotel DuPeyrou) mit der Stadt Neuenburg. DuPeyrou war auch einer der Verleger des Gesamteswerkes von Rousseau.

Reha für Fischadler, Uhu & Co. – die Greifvogelstation Berg am Irchel

Fauna, Schweiz

Der Fischadler ist sehr selten in der Schweiz zu beobachten. Manchmal entdecken geübte Ornithologen die Vögel während der Zugzeit hoch oben am Himmel. Doch einer der in der Schweiz ausgestorbenen Greifvögel ist zur Zeit Patient in der Greifvogelstation Berg am Irchel.

Dieses Jungtier war auf dem Durchzug und fand es wohl eine gute Idee in einer Fischereiaufzucht nach Beute zu jagen. Dabei muss ihm etwas zugestossen sein. Fast leblos lag er in einem Fischbecken, wurde zum Glück schnell entdeckt. Der Tierrettungsdienst brachte das Tier zur Greifvogelstation Berg am Irchel. Dort wurde der Vogel medizinisch untersucht. Die Diagnose: Erschöpfung!

Inzwischen geht es dem Patient wieder besser und er hat bereits grossen Appetit. Zum Zeitpunkt unseres Besuches befand sich der Vogel in der Flugkammer, was ein gutes Zeichen ist. So wird er in einigen Tagen bis Wochen wieder in die Freiheit entlassen werden.

In der Tat ist so ein «Klinik- und Reha-Aufenthalt» für die Tiere in erster Linie «Freiheitsberaubung». Kommt ein verletzter oder angeschlagener Vogel bei der Greifvogelstation an, wird das Tier erstmals untersucht und fachmännisch verarztet. Dann heisst es für den Vogel ab in die Einzelhaft! Er kommt in eine kleine, dunkle Kiste mit einer Sitzstange und Türchen, durch die er gefüttert werden kann.

Diese Ruhekammer ist heute zentral in der Pflege und wurde von der Gründerin der Greifvogelstation Veronika von Stockar vermutlich in den 1960er Jahren bereits entwickelt. In dieser Box wird der Vogel so lange ruhig gestellt bis seine Verletzung geheilt ist. Die nächste Station ist dann die Flugkammer, ein etwas grösseres Gehege, wo sich der Patient wieder etwas bewegen darf. Bevor die Freilassung ansteht, muss das Tier noch einige Zeit in die grosse Flugvolière, wo er seine Flugeigenschaft wiedererlangt.

Die Vögel werden vor Ort frei gelassen. Fliegen einfach auf und davon. Interessant ist, dass die meisten Vögel direkt bei der Station frei gelassen werden und von dort sofort den Rückweg in ihr Revier finden. Auch wenn dies beispielsweise über 50km entfernt ist. Übrigens die Vögel sagen nicht Danke, diese sind einfach froh, wenn sie von hier so schnell wie möglich wegkommen.

Dankbar sollten wir sein, dass es so ein tolles, kleines Team in Berg am Irchel gibt, die sich der Rettung dieser stolzen Könige und Königinnen der Lüfte verschrieben haben!

Fischadler

Der Fischadler ist ein sehr seltener Patient in der Greifvogelstation. Als Brutvogel sind die Fischadler in der Schweiz schon vor über 100 Jahren ausgestorben. Diese wurden durch Abschüsse ausgerottet, weil die Fischer ihre Konkurrenz fürchteten. Dieser Greifvogel ist mittelgross und schlank. Mit einer Flügelspannweite von rund 1.70 Meter sind sie etwa so gross wie ein Rotmilan. Es gibt ein Versuch, den Fischadler in der Schweiz wieder anzusiedeln. Der Westschweizer Vogelschutzverband «Nos Oiseaux» versucht am Murtensee auf dem gesperrten Landwirtschaftsareal einer Strafanstalt die Wiederansiedlung. Nachdem die ersten beringten Jungadler wieder zurückgekehrt sind, steigt dort die Hoffnung, dass die Wiederansiedlung gelingt.

Uhu

Die grösste Eule, der Uhu, ist öfters Patient in der Greifvogelstation. Oft wird der Uhu mit einem Flügelbruch, einer Kopfverletzung mit Gehirnerschütterung oder Prellungen eingeliefert.

Rotmilan

Der Rotmilan ist nach Bartgeier und Steinadler der drittgrösste einheimische Greifvogel. Einige kennen die Vögel vor allem, da diese in der Luft stundenlang auf ihren schmalen, langen Flügeln kreisen. Neben „Bruchpiloten“ kommen auch Jungvögel an, welche ausgehungert sind. Es wird aufgrund der intensiven Landwirtschaft für die Eltern immer schwieriger nach Beute für ihre Jungen zu jagen.

Diesem noch vor kurzem unterernährten Tier auf dem Bild geht es übrigens gut, auch wenn es nicht so aussieht. Der Rotmilan stellt sich bei Gefahr gerne tot, hier sieht er die Gefahr in der Mitarbeiterin der Greifvogelstation. «Die Vögel hassen uns für alles was wir ihnen antun», sagte seine Pflegerin lachend.

Hintergrund:

Die Greifvogelstation Berg am Irchel ist eine überraschend kleine Anlage. Trotzdem werden hier sehr viele Greifvögel aufgenommen. Der Pflegeerfolg liegt an die 80%, dies ist auch im internationalen Vergleich ein Spitzenwert. In erster Linie steht hinter dem Erfolg die Leidenschaft und der riesige Einsatz von Andi Lischke (Biologe und Leiter Greifvogelstation), Mark Ormistion (StV) sowie der Mitarbeiterin für Umweltbildung Amber Gooijer. Zusammen mit freiwilligen Helfern, Praktikant*innen und Zivi’s betreuen sie rund um die Uhr die pflegebedürftigen Vögel.

Zudem werden viele Führungen durchgeführt, jährlich fast 5000 Besucherinnen und Besucher begrüsst und so für die Greifvögel und deren Gefährdung sensibilisiert.

Die Greifvogelstation Berg am Irchel wurde 1956 von Veronika von Stockar gegründet. Sie gründete die Station an ihrem Wohnort, im eigenen Garten. Im Laufe der Jahre entwickelte sich so eine schweizweit bekannte Anlaufstelle für verletzte Greifvögel und Eulen. In Anerkennung für ihr Lebenswerk wurde Veronika von Stockar 2007 mit die Ehrendoktorwürde der Universität Zürich ausgezeichnet.

Die Greifvogelstation Berg am Irchel ist ein Projekt der Stiftung PanEco. 96% des Betriebs der Greifvogelstation wird durch Spenden von Privaten und Gönnerstiftungen finanziert. Eine schöne Idee ist, die Patentschaft eines „Patienten“ zu übernehmen und so dessen Genesung zu ermöglichen. Als Dankeschön darf der Gönner bei der Freilassung persönlich dabei sein. Mehr Infos dazu findest Du hier: Patenschaft. Natürlich sind auch Spenden sehr willkommen: Spenden

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Besuch in der Greifvogelstation: 29.8.2020

Brighton, Lake Neuchâtel

Schweiz

Am Neuenburgersee habe ich Brighton gefunden! Okay, dies ist jetzt etwas dick aufgetragen. Doch die Atmosphäre rund um das Hafenbecken vom Port de Neuchâtel erinnert mich ein wenig an Brighton. Was an der Küste Südenglands die Badehäuschen sind, sind hier am Neuenburgersee die bunten Fischerhütten, die regelmässig neu gestrichen werden.

Vibrant, Colourful & Creative! Ein überraschendes Fotomotiv!

Nord-Amerika-Feeling in Arosa

Arosa, Schweiz

Es verwundert nicht, dass gerade im grössten „Kanton der Welt“ ein Stück Nord-Amerika zu finden ist. Heute nehme ich Euch mit auf eine leichte Wanderung oder Spaziergang welche einem gefühlsmässig auf einen anderen Kontinent führt. Die Berge, der lichte Wald und der reissende Fluss erinnert in der Isla (Welschtobel, Arosa) immer etwas auch an die White Mountains im Herzen von New Hampshire. Nord-Amerika Berg-Feeling in Arosa!

Der Rundweg ist im Prinzip der „Naturkundliche Wanderweg Isla“ (ausgeschildert) – diesem einfach folgen. Wir starten in der ARA (Kläranlage) und folgen dem Weg über die kleine Hängebrücke, welche die Plessur überspannt. Die Locals nennen diese Brücke die Golden Gate Bridge von Arosa – ist also so das Gate in das „nordamerikanische“ Arosa!

Der gute Weg führt uns durch einen wunderschönen, lichten Wald – über uns thront das mächtige Schiesshorn. Nach ca. 20 min können wir noch einen lohnenden Abstecher zum unteren Fall der Alteiner Wasserfälle machen. (ca. 10 min hin und zurück, gut ausgeschildert)

Lässig ist die Tour in Verbindung mit einem ausgedehnten Picknick vor allem für Familien mit Kindern, faszinierend ist der Fluss, spannend der Wasserfall und es hat einige richtig schöne Grillplätze mit viel „Auslauf“. Im lichten Wald hat es viele Pfade, für abenteuerliche Entdeckungstouren.

Der Weg führt über eine Holzbrücke wieder zurück auf der anderen Seite der Plessur, wo wir nach ca. 20 min wieder zurück bei der ARA sind.

ÖV
Ab Chur mit der RhB nach Arosa, vom Bahnhof geht es zu Fuss runter in die Isla (Wanderwegweiser folgen). Zur Isla hinunter ca. 40min einrechnen, von der Isla rauf nach Arosa ca. 1 h – oder über die „alte Poststrasse“ (Wanderweg) nach Litzirüti hinunter (ca. 1h) und von dort mit der RhB zurück nach Chur.

Auto
Von Chur die 365 Kurven nach Arosa, am Dorfeingang dem Schild Isla folgen, Gratisparkplätze direkt an der ARA (Kläranlage).

Tipp

Tolle Picknickplätze mit Feuerstellen entweder auf einer Alpwiese oder direkt am Wasser (keine direkte Einkehrmöglichkeit). Mit Kindern viel Zeit einrechnen. Unbedingt Abstecher zum unteren Alteiner Wasserfall einplanen.

Tipp für Fotografen:
Ende Juni / Anfangs Juli blüht in der Isla der Gelbe Frauenschuh. Es ist eine der prächtigsten wildwachsenden Orchideenarten Europas.

Dieser Beitrag ist zu erst auf Pro Life Family erschienen: Isla – ein bisschen Nord-Amerika-Feeling in Arosa

Ferien in der Schweiz – Grüezi mitenand!

Schweiz

Ob die Schweiz im Sommer für ausländische Touristen geöffnet wird, ist noch unklar. Dies liegt nicht an der Schweiz alleine, sondern die umliegenden Ländern könnten die Reisebeschränkung noch lange aufrecht erhalten. Reisen generell wird dieses Jahr wohl weiterhin schwierig bleiben. Selbst wenn eine Reise ins Ausland möglich ist, muss man sich erheblichen, pandemiebedingten Einschränkungen stellen.

Die gute Nachricht ist: Ferien in der Schweiz sind möglich. Soweit so gut, aber wohin?

Ferien im eigenen Land bedeutet endlich einmal Zeit für die Postkarten-Landschaft der Schweiz: erhabene Berge, lebendige Städte, malerische Landschaften, inspirierende Kunst und palmengesäumte Seeufer!

Allegra, Grüezi, Buongiorno und Bonjour! Grüezi mitenand im eigenen Land!

Mein Blog ist ein Art „Travel Blog“ und so gibt es bei mir viel „Beers & Beans“ von meinen Reisen aus Nah und Fern. Daher habe ich mal in diese „Beers&Beans-Kiste“ reingegeschaut und daraus das eine oder andere rausgeholt! So sind ein paar persönliche Ideen für Ferien und Reisen in der Schweiz entstanden – bekanntes und unbekanntes überraschendes!

Viel Spass auf meiner kleinen Blog-Reise durch die Schweiz!

Zürich – the little Big City

Überschaubar und gemütlich, und doch voll pulsierender Urbanität: eine Stadt ist im innovativen Wandel. Warum also nicht bei einem Städteurlaub dieses neue, innovative Zürich entdecken und gleichzeitig dabei in das fast südländische Sommerfeeling eintauchen, welches für diese Stadt so typisch ist.

Zürich ist eine Klasse für sich. Es gibt viele verrückte Dinge zu entdecken! Und von wegen klein, beschaulich und reich! Um diese Stadt, die aus ehemaligen Dörflis zu unterschiedlichen Quartieren zusammengewachsen ist, zu entdecken hat man gar nicht genug Zeit. Und in der Ferne grüssen romantisch schneebedeckte Alpengipfel und das Ganze ist noch eingerahmt vom betörend schönen Zürichsee.

Summer in the City – an heissen Sommertagen gibt es nichts Besseres als den Sprung in das kühle Wasser des Zürisees oder der Limmat. Entdecke bei einem Stadturlaub die vielen See- und Flussbäder mitten in der Stadt Zürich!

Und wer gerne zwischendurch in die Natur geht, steht mit dem Zürcher Oberland ein wahres, unbekanntes Wanderparadies quasi vor der Haustüre der Stadt.

Zürich bewusst als Tourist besuchen – ein Hotel in der Innenstadt buchen und mit einem Reiseführer durch die Stadt streifen. Und Badezeug nicht vergessen!

Gute Tipps rund ums touristische Zürich findest Du auf dem beliebten Blog „New in Zurich“ – er ist in englischer Sprache, aber gerade dies verändert den Blickwinkel um hier Ferien zu machen. Christina und ihr Team – bestehend aus Schriftstellern, Fotografen und vielen Helfern – betreibt diesen Blog. Sie geben Tipps für ein Wochenende, Städtereisen und selbst Insider finden immer wieder viel „Neues aus Zürich“!

Nollen – die Rigi des Thurgaus

Countryside pur – ländlicher geht es in der Schweiz vermutlich (fast) nicht! Hier Ferien zu machen ist schon fast exotisch – wer weiss schon wo der Nollen ist! Der Nollen ist ein Hügel im Kanton Thurgau und ist etwas über 700 Meter über Meer. Durch seine Rundumsicht auf den Bodensee, die Alpen und die Vulkanlanschaft des Hegau ist er ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Er wird auch als „die Rigi des Thurgaus“ bezeichnet.

Und hier ist nichts los! Es gibt auf dem Hügel ein kleines, bescheidenes Hotel, welches aber einen guten Ruf hat. Wenn man dort ein Zimmer bucht, ist Beschäftigung mitzunehmen: Bücher zum Lesen, Pinsel und Stafette zum Bilder malen oder seine „Schreibmaschine“. Freude am Wandern sollte auch vorhanden sein, so kannst Du diese wunderschöne und reizvolle Hügellandschaft erwandern und dabei neben den ländlichen Ortschaften Wuppenau, Heiligkreuz und Hosenruck spannende und abgelegene Weiler entdecken. Oder vielleicht sogar einmal Barfuss eine Wanderung unternehmen – es gibt hier einen schönen Barfussweg.

Der Nollen steht hier etwas stellvertretend für viele schöne Ausflugsorte, die wir in der Jugendzeit mit unseren Eltern und Grosseltern manchmal besucht haben, aber irgendwie in Vergessenheit geraten sind. Warum nicht diese „vergessenen“ Ausflugszielen wieder neu entdecken und dort einmal Urlaub machen?

Matterhorn – Berg der Berge

Das Matterhon – der Berg der Berge! Das Matterhorn ist ein Mythos. Der Berg mit seiner charakteristischen, kühn-eleganten Pyramidenform ist einer der berühmtesten Berge der Welt. Und wohl das am meisten fotografierte Alpenmotiv.

Diesen Sommer gibt es vielleicht die Chance diesen Berg etwas ruhiger anzugehen, da kaum noch Touristen aus aller Welt nach Zermatt kommen werden. Es gibt so viele Möglichkeiten den Grenzberg zwischen der Schweiz und Italien zu „erwandern“ oder zu „erfahren“. Der Klassiker ist sicher eine Fahrt auf das Gornergrat. Von dort oben hat man ein atemberaubendes Panorama auf mächtige Gletscher und 29 schneebedeckte Viertausender. Auch von der Sunnegga oder dem darüber gelegenen Rothorn eröffnet sich einen herrlicher Blick aufs Matterhorn und die Zermatter Bergwelt.

Wer das Matterhorn noch nicht gesehen hat – wenn nicht jetzt, wann dann?

Sehr eindrücklich ist eine Wanderung auf dem „Matterhorn Glacier Trail“ welche einem fast direkt zum Fuss dieses gigantischen Berges führt. Für Fotografen eine sehr schöne Wanderung, mit einigen unbekannteren Blickwinkeln auf diesen Berg – für mich war faszinierend, sich bis zum Fusse des Matterhorns nähern zu können.

Zermatt – der Ferienort am Fusse des Matterhons – ist sehr populär und steht mit vielen zeitgemässen Übernachtungsmöglichkeit, tollen Restaurants und einer riesigen Infrastruktur für eine erstklassige Erholung. Tipps und Inspiration findest Du auf dem Matterhorn Blog von Zermatt Tourismus.

Schweizer Palace- und Grand-Hotels

Gerade in der Schweiz gibt es eine jahrhundertealte Tradition der Grand- und Palace-Hotels. Jetzt wäre es einmal an der Zeit in die Welt der renovierten Belle-Epoque-Säle, der polierten Parkette und integrierten Hightech-und Wellnesswelten einzutauchen. Dafür stehen Namen wie das Grand-Hotel Dolder in Zürich, das Bürgenstock Resort bei Luzern, das Tschuggen Grandhotel in Arosa oder der «Kronenhof» in Pontresina. Und natürlich viele andere mehr.

Gstaad Palace – it’s truly a palace! Dieses Haus zählt zum Luxuriösesten, was die Schweiz an Hotels zu bieten hat. Wie ein Schloss thront das legendäre Gstaad Palace vor der schönen Kulisse der Berge. Eröffnet vor knapp hundert Jahren, avancierte das Hotel bald zum beliebten Treffpunkt des internationalen Jet Set. Das berühmte Hotel ist eine eigene Welt, daher eine eigene Reise wert!

Arosa – das Eldorado für Mountainbiker und Wanderer

Der traditionsreiche Bündner Ferienort Arosa ist in erster Linie bekannt als Wintersportort. Doch auch im Sommer bietet der Ort, der am Ende des romantischen Tals des Schanfigg auf rund 1800m liegt, sehr viel. Und garantiert trotz der hochalpinen Lage viel Sonne!

Arosa ist in den letzten Jahren zu einem Mekka für Mountainbiker geworden. Es wurden abwechslungsreiche Trails gebaut, die jeden Biker Typ seinen Flow finden lassen. Es warten Routen mit Fahrspass für jeden Fahrstil: Von gemütlich bis sportlich und einfach bis schwierig. Auch die vielen Wanderwege stehen den Biker für Touren zur Verfügung. Im ganzen Dorf wurde das Angebot auf die Biker ausgerichtet: Bike Shops, Bike Services, Bike Hotels und Bike-Schulen.

Aber auch die „Nicht-Biker“ finden in Arosa etwas, denn die Ferienregion Arosa ist im Sommer sehr vielseitig. Zu entdecken gibt es beispielsweise das neue Bärenland. Das Wandergebiet verfügt allein in Arosa über 200 Kilometer abwechslungsreiche Spazier- und Wanderwege. Es gibt hier sogar einer der schönsten Badeseen der Schweiz!

Eine empfehlenswerte Wanderung ist die 10-Seen-Wanderung, bei welcher nach Lust und Laune glasklare Bergseen gesammelt werden können. Oder bei guter Kondition den Erzhornsattel überqueren, eine fast hochalpine Route mit wunderschönen Blick in die Bündner Bergwelt. Und ein Bad im Untersee – einer der schönsten Badi der Schweiz – ist ein Muss! Dort ein Liegestuhl schnappen und sich in den Roman „Zauberberg“ von Thomas Mann vertiefen – immerhin hat dieser grosse Schriftsteller sich die Inspiration zu seinem Jahrhundertwerk teilweise in Arosa geholt.

Gottlieben – die vergessene Perle am Seerhein

Gottlieben liegt am Seerhein, der kurzen Wasserstrasse zwischen Bodensee und Untersee. Das malerische Ortsbild wird geprägt von wunderschönen Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert, idyllischen Winkeln und einer kleinen, schönen Seepromenade gesäumt von Platanen. Der kleine Ort birgt grosse Schätze. Schloss Gottlieben war einst im Besitz von Franzosenkaiser Napoleon III., desweiteren sind die berühmten Gottlieber Hüppen, das Literaturhaus „Bodman“, eine kleine Szene an Künstler zu nennen. Dem einen oder anderen ist vielleicht noch geläufig, dass der Komponist und Sänger Udo Jürgens hier seine letzten Jahre verbrachte.

Der imposanteste Fachwerkbau beherbergt das Hotel-Restaurant „Drachenburg“, dieses Hotel war in den 1970er Jahre einmal einer der Leuchttürme der Schweizer Hotellerie. Ebenfalls zu dieser Zeit kochte die berühmte Schweizer Köchin Rosa Tschudi in der benachbarten „Krone“. Damals war Gottlieben vielleicht so etwas wie das kleine St. Tropez vom Bodensee. Der Ort ging danach für auswärtige Besucher immer mehr in Vergessenheit und liegt heute im Dornröschenschlaf.

Heute ist der Ort wieder im Wandel – viele Ideen wurden entwickelt. Zudem hat eine kapitalkräftige Stiftung vor kurzem das Hotel-Restaurant „Drachenburg“ übernommen und wird in diesem Ort neue touristische Impulse setzen – also wer hier Ferien macht wird vielleicht zum Trendsetter. Und wird den idyllischsten Dorfplatz der Schweiz kennenlernen.

Warum nicht Urlaub in diesem zauberhaften und verschlafenen Ort Gottlieben am Bodensee im Thurgau? Mit dem Hotel Krone und Hotel Hecht (3*) hat es hier zwei wunderschöne Hotels direkt am See. Zudem gibt es zwei Gasthäuser sowie Cafés mit traumhafter Lage direkt am Seerhein. Gottlieben bietet Schiffsrundfahrten, Ausflüge ins Thurgauer Land, Birdwatching im angrenzenden Naturschutzgebiet oder wunderschöne Wanderwege direkt am Bodensee. Baden ist direkt an der Seepromenade möglich (kleiner Badeplatz) oder in der Seerhein Badi, welche zu Fuss in wenigen Minuten ereichbar ist. Und als Abenteurer ist unterwegs, wer auf einem SUP oder Kanu den Seerhein entdeckt.

Luzern – die schönste Stadt der Schweiz

Queen Victoria und der Märchenkönig Ludwig II., Goethe und Tolstoi, Audrey Hepburn und andere Berühmtheiten suchten einst die Gegend um Luzern auf. Die Stadt liegt am weltberühmten Vierwaldstättersee, mitten im Herzen der Schweiz. Passagierschiffe legen hier ab und bringen ihre Fahrgäste im Sommer in die Berge und zu legendären Schauplätzen nationaler Mythen.

Luzern, die schönste Stadt der Schweiz? Vermutlich ist das so. Luzern bietet einfach die perfekte Kombination aus Stadt, Wasser und Bergen und gehört zu einer der sehenswertesten Destinationen weltweit.

Luzern wird in diesem Sommer ruhiger sein, anders als sonst, der Ansturm asiatischer Reisegruppen auf die Souvenirläden wird wohl nicht stattfinden. Darum wäre jetzt der ideale Zeitpunkt für ein paar Tage in Luzern Urlaub zu machen. Einfach in eines der traditionellen Hotels einchecken und die Lebensart der Luzerner geniessen. Shoppen ist in Luzern noch ein Erlebnis, der Markt direkt am Ufer der Reuss macht Spass. Zwischendurch als Kontrast hoch hinaus auf die umliegenden Gipfel – mit den Wanderschuhen oder mit einer der vielen Bergbahnen. Am Nachmittag ein frisches Bad im Vierwaldstättersee. Danach für einen unvergesslichen Apéro hoch zum „Hotel Château Gütsch“, welches seit 1888 über der Stadt thront. Es wurde übrigens nach dem Vorbild des Schlosses Neuschwanstein in Bayern gebaut. Und zum Abendessen, wie wäre es mit „Lozärner Chögalipaschtetli met Riis ond Gmües“?

Wein – Vino – Vin

Auch wenn die Schweiz ein kleines Land ist, werden bei uns spannende Qualitätsweine produziert. In der Schweiz hat der Weinbau Tradition: Schon die Römer sollen um 800 vor Christus herum im heutigen Gebiet der Schweiz damit angefangen haben. Zu den bekanntesten Weinbaugebieten gehören das Wallis, die Ostschweiz, die Bündner Herrschaft, das Tessin, die Romandie, Lavaux und Waadt. Nach dem Wallis ist Waadt der grösste Produzent für köstliche Trauben. Zudem werden viele Sorten nah an der Grenze zu Frankreich angebaut, da dort wiederum das Klima besonders für den Anbau von Wein geeignet ist.

Was gibt es Schöneres als ein Glas Wein zu geniessen? Warum dies nicht gleich mit einer „Tour de Suisse“ als Geniesserreise zu den bekannten und unbekannten Weinbaugebiete in wunderschönen Landschaften mit tollen Geschichten und Menschen verbinden?

Die junge Weinbloggerin Madelyne Meyer steht für eine neue Generation von Weinfreunden. Sie betreibt mit „Edvin“ einen sehr lesenwerten und toll illustrierten Blog. Geschrieben in einer genussvollen, verständlichen Sprache findest Du hier viele Tipps über (Schweizer) Weine. So als Einstieg für die eigene Weinreise durch die Schweiz.

Und ich ?

Also mein „Schiff“ liegt gedanklich noch vor Anker. Vorgenommen habe ich mir dieses Jahr für einmal nicht in die Bergregionen zu reisen. Einen anderen, mir noch unbekannten See zu entdecken ist so meine Idee. Und so steht bei mir der Neuenburgersee im Moment ganz oben auf der Liste. On verra bien !

«Machen Sie Ferien in der Schweiz»

Ueli Maurer, Bundesrat

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Weihnachtlicher Sternenhimmel über dem Neumarkt (Zürich)

Schweiz, Zürich

Sie appellieren an meine Vorweihnachtsgefühle und zielen nebenbei wahrscheinlich auf mein Portemonnaie: Lichterketten illuminieren Zürichs Strassen, verbreiten überall einen grossen Zauber und laden zum Christmas-Shopping ein. Der grosse Star im adventlichen Sternenmeer ist «Lucy». So nennt sich das Werk aus tausenden Leuchtdioden über der berühmten Bahnhofstrasse. «Lucy» finde ich schon deswegen schön, da es bei seiner Einweihung im Jahr 2010 dem „Star Wars“-Experiment mit den kalten und hängenden «Lichtsäbeln» ein Ende bereitete.

Dagegen weniger bekannt ist das zauberhafte Licht im Altstadt-Teil «Niederdörfli». Ein herzerwärmender Sternenhimmel überzieht zur Adventszeit Rinder- und Neumarkt, Spiegel-, Prediger-, Froschau- und Brungasse.

Kurz vor Weihnachten nehme ich mir gerne noch ein paar Stunden Zeit und schlendere durch das weihnachtliche Zürich. Im Advent und zu Weihnachten erstrahlt die Stadt in einer zauberhaften Atmosphäre. Und auf so einer Tour zu Fuss gibt es neben den märchenhaften Weihnachtsmärkten und Lichtinstallationen auch viel urbanes zu entdecken: schräge Pop-Up-Bars, Design-Märkte und nicht ganz so stille Weihnachtsklänge machen den Advent in Zürich einmalig.

Schlussendlich sind es die Gassen im alt-städtischen Niederdorf die mich am meisten bezaubern, diesen Zauber habe ich auf folgenden Fotos für Euch etwas eingefangen.

Von Grittibänzen und Elggermannen

Food-Blog, Schweiz

In diesen Tagen – vorallem aber heute am Samichlaus-Tag – bekommt man bei uns in der Schweiz wieder die feinen Grittibänzen. In unserem Haus haben wir ja eine gute Fee, die hat schon gestern Abend die feinen Grittibänzen gebacken und wir alle haben wieder etwas davon abbekommen. Was für eine tolle Überraschung!

p2470368

Der Teigmann hat in meiner „Heimat“ früher noch Elggermann geheissen. Gehört habe ich, dass man in Deutschland das Gebäck in einzelnen Regionen unter dem Namen Stutenkerl kennt. Im Elsass gibt es diese Tradition ebenfalls, dort heisst er Mannala.

Der Grittibänz (Saint Nicolas / Pupazzo di San Nicolao) ist in der ganzen Schweiz sehr beliebt und gehört in die Vorweihnachtszeit. Bei den Berner Brotforschern bin ich auf die Geschichte des Grittbänz gestossen:

Der Name „Chriddibränz“, für ein Gebäck in Mannsform, so wie wir es heute kennen, taucht erstmals im Aargau Anno 1857 auf, und zwar in folgendem Text: „Wir haben aber ein Festbrot, in Mannsform gebacken, Namens Chriddibänz“. Er war damals schon weit verbreitet. In einem Kalender von 1860 heisst es unter anderem: „S’Liseli das springt und rönnt und hed bim Usezieh, wie trurig, em Bänz es Hängli (Händchen) fasch verbrönnt“,  sowie im gleichen Jahr: „Mach Wegge, Züpfe und Grittibänze“.

Woher kommt der Name Grittibänz? „Gritte, grittle oder grättle“ bedeutete die gespreizte Stellung der Beine. „Benz oder Bänz“ war der Kurzname für Benedikt. Dieser Vorname war damals so geläufig wie Hans und „Heiri“ und wurde so verallgemeinert, dass man ihn für einen „Maa“, also Mann, gebrauchte.

Fast überall in der Schweiz findest Du die Grittibänzen auch morgen noch in den Bäckereien.

Quellen: Fachschule Richemont; Dr. h.c. Max Währen (Berner Brotforscher)

Weitere Informationen: http://www.patrimoineculinaire.ch/Produkte?text=grittibänz&canton=&categorie=#146

Recycled / Refresh 12/19

Wasserstadt Zürich

Schweiz

Meistens hetzte ich geschäftlich durch die Stadt Zürich, stecke mit dem Auto im Stau oder in der ÖV eingeklemmt zwischen vielen Menschen. Da bleibt leider oft keine Zeit für einen fotografischen Blick auf diese schöne Stadt. Eine Ausnahme habe ich an einem schönen Herbsttag im Oktober gemacht, als ich zwischen zwei Terminen etwas Zeit hatte. In solchen Momente gehe ich – wie könnte es anders sein – einfach gerne ans Wasser.

Wasser fliesst, plätschert und sprudelt irgendwie überall durch Zürich. Mit seinen Flüssen und seinem “eigenen” See ist Zürich eine Wasserstadt. Dies prägt auch die Menschen dieser Stadt, die sich einfach gerne am Wasser aufhalten. Und wo erreicht man in einer Grossstadt im Sommer so schnell das Wasser zum schwimmen, surfen, SUPen oder segeln. Oder einfach um am Ufer entlang zu spazieren.

Wasser ist in dieser Stadt allgegenwärtig, so fliesst rund um die Uhr aus über 1200 Brunnen bestes Trinkwasser.

In diesem Post führe ich Euch mit ein paar Bildern zu einigen der schönen Plätzen in der Wasserstadt Zürich.

Wasserstadt Zürich

Der erste Steinbock wurde geklaut!

Fauna, Schweiz

Da und dort kommt es vor, dass böses Tun im Rückblick zu einer guten Tat mutiert. Ein Beispiel dafür ist die Wiedereingliederung des Steinbocks in den Schweizer Alpen vor über einem Jahrhundert. Die einstigen Diebe sind heute grosse Helden!

Es ist fast eine Operette vom Sterben und Auferstehen des Alpensteinbocks, die ich Euch heute erzähle. Vor über hundert Jahren war der Steinbock in den Schweizer Alpen völlig ausgerottet. Der Grund dafür – wie so oft – war rücksichtslose Bejagung und Wilderei. Dabei ging es gar nicht so um das Fleisch und Trophäen sondern um einen Irrglauben in früheren Zeiten.

Der Steinbock galt als kletternde Apotheke

Die damaligen Volksmedizin wurde nämlich dem Alpensteinbock zum Verhängnis. Der kräftige Hornträger, welcher den harten Bergwinter trotzte, war Symbol für robuste Gesundheit. Die kletternde Apotheke war gegen oder für alles – heilend oder magisch. Und so wurde vom Horn über Herz, Mark und Blut alles für die „Medizin“ verwendet.

Bereits im 15. Jahrhundert fielen im Kanton Glarus und im Gotthardgebiet die letzten Steinböcke den Jägern zum Opfer. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts war das Steinwild in Graubünden Legende. Der letzte Schweizer Steinbock wurde dann im Wallis 1809 zur Strecke gebracht – der „König der Berge“ war ausgerottet. Ironie des Schicksals – der Bundesrat stellte den Steinbock 1875 unter Schutz, als es längst kein einziges Tier mehr gab.

Nur noch ein König besass einige Tiere

Ausserhalb der Schweiz – im Alpenraum Österreichs, Deutschlands, Italien und Frankreichs war es dem Steinbock nicht besser gegangen. Einzig im italienischen Aostatal überlebte eine Kolonie Steinböcke – diese wurde für die königliche Jagd unter Schutz gestellt und von einer grossen Zahl Wildhüter strengstens bewacht. Nur die Könige selber durften die Steinböcke jagen. Der letzte König, der dieses Jagdrevier pflegte, war Vittorio Emmanuele III. So durch die Könige geschützt vermehrten sich die Steinböcke erfreulicherweise.

Auf der anderen Seite des Alpenkammes hegten die Schweizer immer mehr den Wunsch, den Steinbock wieder anzusiedeln. Die Schweizer Regierung bat den italienischen König um ein paar Exemplare, aber dieser hatte dafür kein Gehör und rückte kein einziges Exemplar heraus.

Dann wird halt geklaut!

Da entschieden einige Schweizer sich die Tiere beim italienischen König einfach zu klauen. Ein Arzt, ein Hotelier und Sympathisanten heuerten einen italienischen Wilddieb an. Diesem gelang es 1906 ein Böcklein und zwei Geisslein zu klauen und in einer abenteuerlichen Schmuggelaktion vom Aostatal ins Wallis zu tragen.

Im St. Galler Wildpark „Peter und Paul“ wurden die drei Jungtiere aufgepäppelt und grossgezogen. Diese drei „geklauten“ Tiere gelten heute als Ausgangspunkt für eine in der Geschichte einmalige Wiederansiedlungsaktion. In der Folge wurden noch weitere Jungtiere geklaut und in die Schweiz gebracht – diese Diebstähle wurden vermutlich noch bis 1915 fortgesetzt.

Nachwuchs stellte sich ein und die ersten Tiere wurden ausgesiedelt

1909 war die Freude in St. Gallen gross, als sich der erste Nachwuchs einstellte. Bereits 1911 konnten so fünf Steinbock-Paare im St. Galler Oberland ausgesetzt werden. Mehr als hundert Jahre nach dem Aussterben waren freilebende Alpensteinböcke in der Schweiz wieder Tatsache! Der „König der Alpen“ war zurück!

Der Steinbockbestand entwickelt sich sehr gut. In den 1950er Jahre wurden Tiere mit Narkosegewehren betäubt und in andere Berg-Regionen, wie auch im alpinen Ausland, angesiedelt.

Heute gibt es in der Schweiz wieder mehr als 17’000 freilebende Steinböcke

6’000 Capricorns (Steinbock auf Rätoromanisch) leben heute in Graubünden, in der ganzen Schweiz schätzt man auf 17’000 freilebende Exemplare. Rund 45’000 Exemplare umfasst der Gesamtbestand in den Alpen, wobei hier stets der Alpensteinbock gemeint ist. Seine nahen Verwandten, der Äthiopische oder Westkaukasische Steinbock findet man auch in anderen Gebirgsregionen.

Inzwischen haben sich die Kolonien derart vermehrt, dass die Jagd auf die Tiere im beschränkten Umfang seit einiger Zeit wieder frei gegeben wurde. (Hegejagd)

In der Schweiz ist der Alpensteinbock Symboltier des Naturschutzes geworden und die Wieder-Ansiedlung dieses wunderschönen Tieres gilt weltweit als einzigartig. Allerdings basiert dieser Erfolg auf Wilderei, Diebstahl und Schmuggel! Der Zweck heiligt halt manchmal doch die Mittel …

Wie und wo sind die Bilder entstanden?

Die Bilder dieses schönen, kapitalen Steinbocks habe ich im Wallis geschossen. Völlig unerwartet, denn ich war lange Zeit in den Plessurer Alpen (Graubünden) unterwegs und hoffte immer, dass ich mich irgendwo einmal einem Steinbock nähern kann. Viele Tipps hatte ich von den Einheimischen erhalten und diese auch berücksichtigt. Steinbock-Herden hatte ich zwar gesehen, aber meistens waren diese irgendwo auf der anderen Talseite oder weit oben über mir.

Ausgerechnet im Wallis auf einer Wanderung im Gonergrat-Gebiet bin ich quasi auf „Steinbocksprung-Distanz“ einem solchen Tier begegnet.

Dass dies nur mit Glück zu tun hat, bezweifle ich dann doch etwas. Vermutlich hat es eher mit den von „Touristikern“  gelegten Salzsteinen zu tun, welche die Steinböcke in die Nähe der Wanderwege anlocken. Wie auch immer, so bin ich zu einem wunderschönen Fotomotiv und einer tollen Begegnung gekommen. Und endlich hatte ich meinen Steinbock in meiner Fotosammlung.

Die Steinböcke am Gornergrat (Zermatt) sind natürlich trotzdem Wildtiere – es hat in diesem Gebiet einige Herden.

Quellen: Wikipedia, Homepage Graubünden Ferien, Erzählungen von bekannten Jägern, Berichte in der Presse, usw.

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Text 2019 / Bilder September 2016

Blickwinkel Lugano

Schweiz, Tessin

Ein sonntäglicher Spaziergang durch die noch ruhige Stadt Lugano gleicht einem Rundgang in einer Stadt am Mittelmeer. Oleander und Palmen gehören zum Stadtbild. Die Stadt liegt direkt am See und ist eingebettet zwischen den mächtigen Bergen Monte San Salvatore im Süden und Monte Brè im Norden.

Mein sonntäglicher Bummel führte für einmal durch Lugano, zur Uferpromenade, zu malerischen Plätzen, verwinkelten Gassen, prachtvollen Palazzi mit Arkaden, Bars, Geschäfte. Einfach herrlich, mediterran!

Mit ein paar Bildern aus dem einen oder anderen ungewohnten Blickwinkel nehme ich Euch mit durch diese wunderschöne Stadt im Tessin

Lugano – Blickwinkel eines Sonntagsspazierganges

Michael’s Beers&Beans Tipp:

Die unscheinbare Kirche Santa Maria degli Angioli hat ein sehenswertes Geheimnis: im Inneren des Gotteshauses verbirgt sich ein berühmtes Kunstwerke der Renaissance, das Freskengemälde von der Passion und der Kreuzigung Christi. Das Bild stammt von Bernardino Luini, einem Schüler Leonardo da Vinci und wurde ca. im Jahre 1529 gemalt. Es handelt sich um das berühmteste Renaissancebild der Schweiz. Das Gemälde ist so prächtig wie das berühmte Abendmahl von Leonard da Vinci, welches in Mailand zu sehen ist.

Bilder by Michael’s Beers&Beans (Sommer 2019)