Nord-Amerika-Feeling in Arosa

Arosa, Schweiz

Es verwundert nicht, dass gerade im grössten „Kanton der Welt“ ein Stück Nord-Amerika zu finden ist. Heute nehme ich Euch mit auf eine leichte Wanderung oder Spaziergang welche einem gefühlsmässig auf einen anderen Kontinent führt. Die Berge, der lichte Wald und der reissende Fluss erinnert in der Isla (Welschtobel, Arosa) immer etwas auch an die White Mountains im Herzen von New Hampshire. Nord-Amerika Berg-Feeling in Arosa!

Der Rundweg ist im Prinzip der „Naturkundliche Wanderweg Isla“ (ausgeschildert) – diesem einfach folgen. Wir starten in der ARA (Kläranlage) und folgen dem Weg über die kleine Hängebrücke, welche die Plessur überspannt. Die Locals nennen diese Brücke die Golden Gate Bridge von Arosa – ist also so das Gate in das „nordamerikanische“ Arosa!

Der gute Weg führt uns durch einen wunderschönen, lichten Wald – über uns thront das mächtige Schiesshorn. Nach ca. 20 min können wir noch einen lohnenden Abstecher zum unteren Fall der Alteiner Wasserfälle machen. (ca. 10 min hin und zurück, gut ausgeschildert)

Lässig ist die Tour in Verbindung mit einem ausgedehnten Picknick vor allem für Familien mit Kindern, faszinierend ist der Fluss, spannend der Wasserfall und es hat einige richtig schöne Grillplätze mit viel „Auslauf“. Im lichten Wald hat es viele Pfade, für abenteuerliche Entdeckungstouren.

Der Weg führt über eine Holzbrücke wieder zurück auf der anderen Seite der Plessur, wo wir nach ca. 20 min wieder zurück bei der ARA sind.

ÖV
Ab Chur mit der RhB nach Arosa, vom Bahnhof geht es zu Fuss runter in die Isla (Wanderwegweiser folgen). Zur Isla hinunter ca. 40min einrechnen, von der Isla rauf nach Arosa ca. 1 h – oder über die „alte Poststrasse“ (Wanderweg) nach Litzirüti hinunter (ca. 1h) und von dort mit der RhB zurück nach Chur.

Auto
Von Chur die 365 Kurven nach Arosa, am Dorfeingang dem Schild Isla folgen, Gratisparkplätze direkt an der ARA (Kläranlage).

Tipp

Tolle Picknickplätze mit Feuerstellen entweder auf einer Alpwiese oder direkt am Wasser (keine direkte Einkehrmöglichkeit). Mit Kindern viel Zeit einrechnen. Unbedingt Abstecher zum unteren Alteiner Wasserfall einplanen.

Tipp für Fotografen:
Ende Juni / Anfangs Juli blüht in der Isla der Gelbe Frauenschuh. Es ist eine der prächtigsten wildwachsenden Orchideenarten Europas.

Dieser Beitrag ist zu erst auf Pro Life Family erschienen: Isla – ein bisschen Nord-Amerika-Feeling in Arosa

Ferien in der Schweiz – Grüezi mitenand!

Schweiz

Ob die Schweiz im Sommer für ausländische Touristen geöffnet wird, ist noch unklar. Dies liegt nicht an der Schweiz alleine, sondern die umliegenden Ländern könnten die Reisebeschränkung noch lange aufrecht erhalten. Reisen generell wird dieses Jahr wohl weiterhin schwierig bleiben. Selbst wenn eine Reise ins Ausland möglich ist, muss man sich erheblichen, pandemiebedingten Einschränkungen stellen.

Die gute Nachricht ist: Ferien in der Schweiz sind möglich. Soweit so gut, aber wohin?

Ferien im eigenen Land bedeutet endlich einmal Zeit für die Postkarten-Landschaft der Schweiz: erhabene Berge, lebendige Städte, malerische Landschaften, inspirierende Kunst und palmengesäumte Seeufer!

Allegra, Grüezi, Buongiorno und Bonjour! Grüezi mitenand im eigenen Land!

Mein Blog ist ein Art „Travel Blog“ und so gibt es bei mir viel „Beers & Beans“ von meinen Reisen aus Nah und Fern. Daher habe ich mal in diese „Beers&Beans-Kiste“ reingegeschaut und daraus das eine oder andere rausgeholt! So sind ein paar persönliche Ideen für Ferien und Reisen in der Schweiz entstanden – bekanntes und unbekanntes überraschendes!

Viel Spass auf meiner kleinen Blog-Reise durch die Schweiz!

Zürich – the little Big City

Überschaubar und gemütlich, und doch voll pulsierender Urbanität: eine Stadt ist im innovativen Wandel. Warum also nicht bei einem Städteurlaub dieses neue, innovative Zürich entdecken und gleichzeitig dabei in das fast südländische Sommerfeeling eintauchen, welches für diese Stadt so typisch ist.

Zürich ist eine Klasse für sich. Es gibt viele verrückte Dinge zu entdecken! Und von wegen klein, beschaulich und reich! Um diese Stadt, die aus ehemaligen Dörflis zu unterschiedlichen Quartieren zusammengewachsen ist, zu entdecken hat man gar nicht genug Zeit. Und in der Ferne grüssen romantisch schneebedeckte Alpengipfel und das Ganze ist noch eingerahmt vom betörend schönen Zürichsee.

Summer in the City – an heissen Sommertagen gibt es nichts Besseres als den Sprung in das kühle Wasser des Zürisees oder der Limmat. Entdecke bei einem Stadturlaub die vielen See- und Flussbäder mitten in der Stadt Zürich!

Und wer gerne zwischendurch in die Natur geht, steht mit dem Zürcher Oberland ein wahres, unbekanntes Wanderparadies quasi vor der Haustüre der Stadt.

Zürich bewusst als Tourist besuchen – ein Hotel in der Innenstadt buchen und mit einem Reiseführer durch die Stadt streifen. Und Badezeug nicht vergessen!

Gute Tipps rund ums touristische Zürich findest Du auf dem beliebten Blog „New in Zurich“ – er ist in englischer Sprache, aber gerade dies verändert den Blickwinkel um hier Ferien zu machen. Christina und ihr Team – bestehend aus Schriftstellern, Fotografen und vielen Helfern – betreibt diesen Blog. Sie geben Tipps für ein Wochenende, Städtereisen und selbst Insider finden immer wieder viel „Neues aus Zürich“!

Nollen – die Rigi des Thurgaus

Countryside pur – ländlicher geht es in der Schweiz vermutlich (fast) nicht! Hier Ferien zu machen ist schon fast exotisch – wer weiss schon wo der Nollen ist! Der Nollen ist ein Hügel im Kanton Thurgau und ist etwas über 700 Meter über Meer. Durch seine Rundumsicht auf den Bodensee, die Alpen und die Vulkanlanschaft des Hegau ist er ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Er wird auch als „die Rigi des Thurgaus“ bezeichnet.

Und hier ist nichts los! Es gibt auf dem Hügel ein kleines, bescheidenes Hotel, welches aber einen guten Ruf hat. Wenn man dort ein Zimmer bucht, ist Beschäftigung mitzunehmen: Bücher zum Lesen, Pinsel und Stafette zum Bilder malen oder seine „Schreibmaschine“. Freude am Wandern sollte auch vorhanden sein, so kannst Du diese wunderschöne und reizvolle Hügellandschaft erwandern und dabei neben den ländlichen Ortschaften Wuppenau, Heiligkreuz und Hosenruck spannende und abgelegene Weiler entdecken. Oder vielleicht sogar einmal Barfuss eine Wanderung unternehmen – es gibt hier einen schönen Barfussweg.

Der Nollen steht hier etwas stellvertretend für viele schöne Ausflugsorte, die wir in der Jugendzeit mit unseren Eltern und Grosseltern manchmal besucht haben, aber irgendwie in Vergessenheit geraten sind. Warum nicht diese „vergessenen“ Ausflugszielen wieder neu entdecken und dort einmal Urlaub machen?

Matterhorn – Berg der Berge

Das Matterhon – der Berg der Berge! Das Matterhorn ist ein Mythos. Der Berg mit seiner charakteristischen, kühn-eleganten Pyramidenform ist einer der berühmtesten Berge der Welt. Und wohl das am meisten fotografierte Alpenmotiv.

Diesen Sommer gibt es vielleicht die Chance diesen Berg etwas ruhiger anzugehen, da kaum noch Touristen aus aller Welt nach Zermatt kommen werden. Es gibt so viele Möglichkeiten den Grenzberg zwischen der Schweiz und Italien zu „erwandern“ oder zu „erfahren“. Der Klassiker ist sicher eine Fahrt auf das Gornergrat. Von dort oben hat man ein atemberaubendes Panorama auf mächtige Gletscher und 29 schneebedeckte Viertausender. Auch von der Sunnegga oder dem darüber gelegenen Rothorn eröffnet sich einen herrlicher Blick aufs Matterhorn und die Zermatter Bergwelt.

Wer das Matterhorn noch nicht gesehen hat – wenn nicht jetzt, wann dann?

Sehr eindrücklich ist eine Wanderung auf dem „Matterhorn Glacier Trail“ welche einem fast direkt zum Fuss dieses gigantischen Berges führt. Für Fotografen eine sehr schöne Wanderung, mit einigen unbekannteren Blickwinkeln auf diesen Berg – für mich war faszinierend, sich bis zum Fusse des Matterhorns nähern zu können.

Zermatt – der Ferienort am Fusse des Matterhons – ist sehr populär und steht mit vielen zeitgemässen Übernachtungsmöglichkeit, tollen Restaurants und einer riesigen Infrastruktur für eine erstklassige Erholung. Tipps und Inspiration findest Du auf dem Matterhorn Blog von Zermatt Tourismus.

Schweizer Palace- und Grand-Hotels

Gerade in der Schweiz gibt es eine jahrhundertealte Tradition der Grand- und Palace-Hotels. Jetzt wäre es einmal an der Zeit in die Welt der renovierten Belle-Epoque-Säle, der polierten Parkette und integrierten Hightech-und Wellnesswelten einzutauchen. Dafür stehen Namen wie das Grand-Hotel Dolder in Zürich, das Bürgenstock Resort bei Luzern, das Tschuggen Grandhotel in Arosa oder der «Kronenhof» in Pontresina. Und natürlich viele andere mehr.

Gstaad Palace – it’s truly a palace! Dieses Haus zählt zum Luxuriösesten, was die Schweiz an Hotels zu bieten hat. Wie ein Schloss thront das legendäre Gstaad Palace vor der schönen Kulisse der Berge. Eröffnet vor knapp hundert Jahren, avancierte das Hotel bald zum beliebten Treffpunkt des internationalen Jet Set. Das berühmte Hotel ist eine eigene Welt, daher eine eigene Reise wert!

Arosa – das Eldorado für Mountainbiker und Wanderer

Der traditionsreiche Bündner Ferienort Arosa ist in erster Linie bekannt als Wintersportort. Doch auch im Sommer bietet der Ort, der am Ende des romantischen Tals des Schanfigg auf rund 1800m liegt, sehr viel. Und garantiert trotz der hochalpinen Lage viel Sonne!

Arosa ist in den letzten Jahren zu einem Mekka für Mountainbiker geworden. Es wurden abwechslungsreiche Trails gebaut, die jeden Biker Typ seinen Flow finden lassen. Es warten Routen mit Fahrspass für jeden Fahrstil: Von gemütlich bis sportlich und einfach bis schwierig. Auch die vielen Wanderwege stehen den Biker für Touren zur Verfügung. Im ganzen Dorf wurde das Angebot auf die Biker ausgerichtet: Bike Shops, Bike Services, Bike Hotels und Bike-Schulen.

Aber auch die „Nicht-Biker“ finden in Arosa etwas, denn die Ferienregion Arosa ist im Sommer sehr vielseitig. Zu entdecken gibt es beispielsweise das neue Bärenland. Das Wandergebiet verfügt allein in Arosa über 200 Kilometer abwechslungsreiche Spazier- und Wanderwege. Es gibt hier sogar einer der schönsten Badeseen der Schweiz!

Eine empfehlenswerte Wanderung ist die 10-Seen-Wanderung, bei welcher nach Lust und Laune glasklare Bergseen gesammelt werden können. Oder bei guter Kondition den Erzhornsattel überqueren, eine fast hochalpine Route mit wunderschönen Blick in die Bündner Bergwelt. Und ein Bad im Untersee – einer der schönsten Badi der Schweiz – ist ein Muss! Dort ein Liegestuhl schnappen und sich in den Roman „Zauberberg“ von Thomas Mann vertiefen – immerhin hat dieser grosse Schriftsteller sich die Inspiration zu seinem Jahrhundertwerk teilweise in Arosa geholt.

Gottlieben – die vergessene Perle am Seerhein

Gottlieben liegt am Seerhein, der kurzen Wasserstrasse zwischen Bodensee und Untersee. Das malerische Ortsbild wird geprägt von wunderschönen Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert, idyllischen Winkeln und einer kleinen, schönen Seepromenade gesäumt von Platanen. Der kleine Ort birgt grosse Schätze. Schloss Gottlieben war einst im Besitz von Franzosenkaiser Napoleon III., desweiteren sind die berühmten Gottlieber Hüppen, das Literaturhaus „Bodman“, eine kleine Szene an Künstler zu nennen. Dem einen oder anderen ist vielleicht noch geläufig, dass der Komponist und Sänger Udo Jürgens hier seine letzten Jahre verbrachte.

Der imposanteste Fachwerkbau beherbergt das Hotel-Restaurant „Drachenburg“, dieses Hotel war in den 1970er Jahre einmal einer der Leuchttürme der Schweizer Hotellerie. Ebenfalls zu dieser Zeit kochte die berühmte Schweizer Köchin Rosa Tschudi in der benachbarten „Krone“. Damals war Gottlieben vielleicht so etwas wie das kleine St. Tropez vom Bodensee. Der Ort ging danach für auswärtige Besucher immer mehr in Vergessenheit und liegt heute im Dornröschenschlaf.

Heute ist der Ort wieder im Wandel – viele Ideen wurden entwickelt. Zudem hat eine kapitalkräftige Stiftung vor kurzem das Hotel-Restaurant „Drachenburg“ übernommen und wird in diesem Ort neue touristische Impulse setzen – also wer hier Ferien macht wird vielleicht zum Trendsetter. Und wird den idyllischsten Dorfplatz der Schweiz kennenlernen.

Warum nicht Urlaub in diesem zauberhaften und verschlafenen Ort Gottlieben am Bodensee im Thurgau? Mit dem Hotel Krone und Hotel Hecht (3*) hat es hier zwei wunderschöne Hotels direkt am See. Zudem gibt es zwei Gasthäuser sowie Cafés mit traumhafter Lage direkt am Seerhein. Gottlieben bietet Schiffsrundfahrten, Ausflüge ins Thurgauer Land, Birdwatching im angrenzenden Naturschutzgebiet oder wunderschöne Wanderwege direkt am Bodensee. Baden ist direkt an der Seepromenade möglich (kleiner Badeplatz) oder in der Seerhein Badi, welche zu Fuss in wenigen Minuten ereichbar ist. Und als Abenteurer ist unterwegs, wer auf einem SUP oder Kanu den Seerhein entdeckt.

Luzern – die schönste Stadt der Schweiz

Queen Victoria und der Märchenkönig Ludwig II., Goethe und Tolstoi, Audrey Hepburn und andere Berühmtheiten suchten einst die Gegend um Luzern auf. Die Stadt liegt am weltberühmten Vierwaldstättersee, mitten im Herzen der Schweiz. Passagierschiffe legen hier ab und bringen ihre Fahrgäste im Sommer in die Berge und zu legendären Schauplätzen nationaler Mythen.

Luzern, die schönste Stadt der Schweiz? Vermutlich ist das so. Luzern bietet einfach die perfekte Kombination aus Stadt, Wasser und Bergen und gehört zu einer der sehenswertesten Destinationen weltweit.

Luzern wird in diesem Sommer ruhiger sein, anders als sonst, der Ansturm asiatischer Reisegruppen auf die Souvenirläden wird wohl nicht stattfinden. Darum wäre jetzt der ideale Zeitpunkt für ein paar Tage in Luzern Urlaub zu machen. Einfach in eines der traditionellen Hotels einchecken und die Lebensart der Luzerner geniessen. Shoppen ist in Luzern noch ein Erlebnis, der Markt direkt am Ufer der Reuss macht Spass. Zwischendurch als Kontrast hoch hinaus auf die umliegenden Gipfel – mit den Wanderschuhen oder mit einer der vielen Bergbahnen. Am Nachmittag ein frisches Bad im Vierwaldstättersee. Danach für einen unvergesslichen Apéro hoch zum „Hotel Château Gütsch“, welches seit 1888 über der Stadt thront. Es wurde übrigens nach dem Vorbild des Schlosses Neuschwanstein in Bayern gebaut. Und zum Abendessen, wie wäre es mit „Lozärner Chögalipaschtetli met Riis ond Gmües“?

Wein – Vino – Vin

Auch wenn die Schweiz ein kleines Land ist, werden bei uns spannende Qualitätsweine produziert. In der Schweiz hat der Weinbau Tradition: Schon die Römer sollen um 800 vor Christus herum im heutigen Gebiet der Schweiz damit angefangen haben. Zu den bekanntesten Weinbaugebieten gehören das Wallis, die Ostschweiz, die Bündner Herrschaft, das Tessin, die Romandie, Lavaux und Waadt. Nach dem Wallis ist Waadt der grösste Produzent für köstliche Trauben. Zudem werden viele Sorten nah an der Grenze zu Frankreich angebaut, da dort wiederum das Klima besonders für den Anbau von Wein geeignet ist.

Was gibt es Schöneres als ein Glas Wein zu geniessen? Warum dies nicht gleich mit einer „Tour de Suisse“ als Geniesserreise zu den bekannten und unbekannten Weinbaugebiete in wunderschönen Landschaften mit tollen Geschichten und Menschen verbinden?

Die junge Weinbloggerin Madelyne Meyer steht für eine neue Generation von Weinfreunden. Sie betreibt mit „Edvin“ einen sehr lesenwerten und toll illustrierten Blog. Geschrieben in einer genussvollen, verständlichen Sprache findest Du hier viele Tipps über (Schweizer) Weine. So als Einstieg für die eigene Weinreise durch die Schweiz.

Und ich ?

Also mein „Schiff“ liegt gedanklich noch vor Anker. Vorgenommen habe ich mir dieses Jahr für einmal nicht in die Bergregionen zu reisen. Einen anderen, mir noch unbekannten See zu entdecken ist so meine Idee. Und so steht bei mir der Neuenburgersee im Moment ganz oben auf der Liste. On verra bien !

«Machen Sie Ferien in der Schweiz»

Ueli Maurer, Bundesrat

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Weihnachtlicher Sternenhimmel über dem Neumarkt (Zürich)

Schweiz, Zürich

Sie appellieren an meine Vorweihnachtsgefühle und zielen nebenbei wahrscheinlich auf mein Portemonnaie: Lichterketten illuminieren Zürichs Strassen, verbreiten überall einen grossen Zauber und laden zum Christmas-Shopping ein. Der grosse Star im adventlichen Sternenmeer ist «Lucy». So nennt sich das Werk aus tausenden Leuchtdioden über der berühmten Bahnhofstrasse. «Lucy» finde ich schon deswegen schön, da es bei seiner Einweihung im Jahr 2010 dem „Star Wars“-Experiment mit den kalten und hängenden «Lichtsäbeln» ein Ende bereitete.

Dagegen weniger bekannt ist das zauberhafte Licht im Altstadt-Teil «Niederdörfli». Ein herzerwärmender Sternenhimmel überzieht zur Adventszeit Rinder- und Neumarkt, Spiegel-, Prediger-, Froschau- und Brungasse.

Kurz vor Weihnachten nehme ich mir gerne noch ein paar Stunden Zeit und schlendere durch das weihnachtliche Zürich. Im Advent und zu Weihnachten erstrahlt die Stadt in einer zauberhaften Atmosphäre. Und auf so einer Tour zu Fuss gibt es neben den märchenhaften Weihnachtsmärkten und Lichtinstallationen auch viel urbanes zu entdecken: schräge Pop-Up-Bars, Design-Märkte und nicht ganz so stille Weihnachtsklänge machen den Advent in Zürich einmalig.

Schlussendlich sind es die Gassen im alt-städtischen Niederdorf die mich am meisten bezaubern, diesen Zauber habe ich auf folgenden Fotos für Euch etwas eingefangen.

Von Grittibänzen und Elggermannen

Food-Blog, Schweiz

In diesen Tagen – vorallem aber heute am Samichlaus-Tag – bekommt man bei uns in der Schweiz wieder die feinen Grittibänzen. In unserem Haus haben wir ja eine gute Fee, die hat schon gestern Abend die feinen Grittibänzen gebacken und wir alle haben wieder etwas davon abbekommen. Was für eine tolle Überraschung!

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Der Teigmann hat in meiner „Heimat“ früher noch Elggermann geheissen. Gehört habe ich, dass man in Deutschland das Gebäck in einzelnen Regionen unter dem Namen Stutenkerl kennt. Im Elsass gibt es diese Tradition ebenfalls, dort heisst er Mannala.

Der Grittibänz (Saint Nicolas / Pupazzo di San Nicolao) ist in der ganzen Schweiz sehr beliebt und gehört in die Vorweihnachtszeit. Bei den Berner Brotforschern bin ich auf die Geschichte des Grittbänz gestossen:

Der Name „Chriddibränz“, für ein Gebäck in Mannsform, so wie wir es heute kennen, taucht erstmals im Aargau Anno 1857 auf, und zwar in folgendem Text: „Wir haben aber ein Festbrot, in Mannsform gebacken, Namens Chriddibänz“. Er war damals schon weit verbreitet. In einem Kalender von 1860 heisst es unter anderem: „S’Liseli das springt und rönnt und hed bim Usezieh, wie trurig, em Bänz es Hängli (Händchen) fasch verbrönnt“,  sowie im gleichen Jahr: „Mach Wegge, Züpfe und Grittibänze“.

Woher kommt der Name Grittibänz? „Gritte, grittle oder grättle“ bedeutete die gespreizte Stellung der Beine. „Benz oder Bänz“ war der Kurzname für Benedikt. Dieser Vorname war damals so geläufig wie Hans und „Heiri“ und wurde so verallgemeinert, dass man ihn für einen „Maa“, also Mann, gebrauchte.

Fast überall in der Schweiz findest Du die Grittibänzen auch morgen noch in den Bäckereien.

Quellen: Fachschule Richemont; Dr. h.c. Max Währen (Berner Brotforscher)

Weitere Informationen: http://www.patrimoineculinaire.ch/Produkte?text=grittibänz&canton=&categorie=#146

Recycled / Refresh 12/19

Wasserstadt Zürich

Schweiz

Meistens hetzte ich geschäftlich durch die Stadt Zürich, stecke mit dem Auto im Stau oder in der ÖV eingeklemmt zwischen vielen Menschen. Da bleibt leider oft keine Zeit für einen fotografischen Blick auf diese schöne Stadt. Eine Ausnahme habe ich an einem schönen Herbsttag im Oktober gemacht, als ich zwischen zwei Terminen etwas Zeit hatte. In solchen Momente gehe ich – wie könnte es anders sein – einfach gerne ans Wasser.

Wasser fliesst, plätschert und sprudelt irgendwie überall durch Zürich. Mit seinen Flüssen und seinem “eigenen” See ist Zürich eine Wasserstadt. Dies prägt auch die Menschen dieser Stadt, die sich einfach gerne am Wasser aufhalten. Und wo erreicht man in einer Grossstadt im Sommer so schnell das Wasser zum schwimmen, surfen, SUPen oder segeln. Oder einfach um am Ufer entlang zu spazieren.

Wasser ist in dieser Stadt allgegenwärtig, so fliesst rund um die Uhr aus über 1200 Brunnen bestes Trinkwasser.

In diesem Post führe ich Euch mit ein paar Bildern zu einigen der schönen Plätzen in der Wasserstadt Zürich.

Wasserstadt Zürich

Der erste Steinbock wurde geklaut!

Fauna, Schweiz

Da und dort kommt es vor, dass böses Tun im Rückblick zu einer guten Tat mutiert. Ein Beispiel dafür ist die Wiedereingliederung des Steinbocks in den Schweizer Alpen vor über einem Jahrhundert. Die einstigen Diebe sind heute grosse Helden!

Es ist fast eine Operette vom Sterben und Auferstehen des Alpensteinbocks, die ich Euch heute erzähle. Vor über hundert Jahren war der Steinbock in den Schweizer Alpen völlig ausgerottet. Der Grund dafür – wie so oft – war rücksichtslose Bejagung und Wilderei. Dabei ging es gar nicht so um das Fleisch und Trophäen sondern um einen Irrglauben in früheren Zeiten.

Der Steinbock galt als kletternde Apotheke

Die damaligen Volksmedizin wurde nämlich dem Alpensteinbock zum Verhängnis. Der kräftige Hornträger, welcher den harten Bergwinter trotzte, war Symbol für robuste Gesundheit. Die kletternde Apotheke war gegen oder für alles – heilend oder magisch. Und so wurde vom Horn über Herz, Mark und Blut alles für die „Medizin“ verwendet.

Bereits im 15. Jahrhundert fielen im Kanton Glarus und im Gotthardgebiet die letzten Steinböcke den Jägern zum Opfer. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts war das Steinwild in Graubünden Legende. Der letzte Schweizer Steinbock wurde dann im Wallis 1809 zur Strecke gebracht – der „König der Berge“ war ausgerottet. Ironie des Schicksals – der Bundesrat stellte den Steinbock 1875 unter Schutz, als es längst kein einziges Tier mehr gab.

Nur noch ein König besass einige Tiere

Ausserhalb der Schweiz – im Alpenraum Österreichs, Deutschlands, Italien und Frankreichs war es dem Steinbock nicht besser gegangen. Einzig im italienischen Aostatal überlebte eine Kolonie Steinböcke – diese wurde für die königliche Jagd unter Schutz gestellt und von einer grossen Zahl Wildhüter strengstens bewacht. Nur die Könige selber durften die Steinböcke jagen. Der letzte König, der dieses Jagdrevier pflegte, war Vittorio Emmanuele III. So durch die Könige geschützt vermehrten sich die Steinböcke erfreulicherweise.

Auf der anderen Seite des Alpenkammes hegten die Schweizer immer mehr den Wunsch, den Steinbock wieder anzusiedeln. Die Schweizer Regierung bat den italienischen König um ein paar Exemplare, aber dieser hatte dafür kein Gehör und rückte kein einziges Exemplar heraus.

Dann wird halt geklaut!

Da entschieden einige Schweizer sich die Tiere beim italienischen König einfach zu klauen. Ein Arzt, ein Hotelier und Sympathisanten heuerten einen italienischen Wilddieb an. Diesem gelang es 1906 ein Böcklein und zwei Geisslein zu klauen und in einer abenteuerlichen Schmuggelaktion vom Aostatal ins Wallis zu tragen.

Im St. Galler Wildpark „Peter und Paul“ wurden die drei Jungtiere aufgepäppelt und grossgezogen. Diese drei „geklauten“ Tiere gelten heute als Ausgangspunkt für eine in der Geschichte einmalige Wiederansiedlungsaktion. In der Folge wurden noch weitere Jungtiere geklaut und in die Schweiz gebracht – diese Diebstähle wurden vermutlich noch bis 1915 fortgesetzt.

Nachwuchs stellte sich ein und die ersten Tiere wurden ausgesiedelt

1909 war die Freude in St. Gallen gross, als sich der erste Nachwuchs einstellte. Bereits 1911 konnten so fünf Steinbock-Paare im St. Galler Oberland ausgesetzt werden. Mehr als hundert Jahre nach dem Aussterben waren freilebende Alpensteinböcke in der Schweiz wieder Tatsache! Der „König der Alpen“ war zurück!

Der Steinbockbestand entwickelt sich sehr gut. In den 1950er Jahre wurden Tiere mit Narkosegewehren betäubt und in andere Berg-Regionen, wie auch im alpinen Ausland, angesiedelt.

Heute gibt es in der Schweiz wieder mehr als 17’000 freilebende Steinböcke

6’000 Capricorns (Steinbock auf Rätoromanisch) leben heute in Graubünden, in der ganzen Schweiz schätzt man auf 17’000 freilebende Exemplare. Rund 45’000 Exemplare umfasst der Gesamtbestand in den Alpen, wobei hier stets der Alpensteinbock gemeint ist. Seine nahen Verwandten, der Äthiopische oder Westkaukasische Steinbock findet man auch in anderen Gebirgsregionen.

Inzwischen haben sich die Kolonien derart vermehrt, dass die Jagd auf die Tiere im beschränkten Umfang seit einiger Zeit wieder frei gegeben wurde. (Hegejagd)

In der Schweiz ist der Alpensteinbock Symboltier des Naturschutzes geworden und die Wieder-Ansiedlung dieses wunderschönen Tieres gilt weltweit als einzigartig. Allerdings basiert dieser Erfolg auf Wilderei, Diebstahl und Schmuggel! Der Zweck heiligt halt manchmal doch die Mittel …

Wie und wo sind die Bilder entstanden?

Die Bilder dieses schönen, kapitalen Steinbocks habe ich im Wallis geschossen. Völlig unerwartet, denn ich war lange Zeit in den Plessurer Alpen (Graubünden) unterwegs und hoffte immer, dass ich mich irgendwo einmal einem Steinbock nähern kann. Viele Tipps hatte ich von den Einheimischen erhalten und diese auch berücksichtigt. Steinbock-Herden hatte ich zwar gesehen, aber meistens waren diese irgendwo auf der anderen Talseite oder weit oben über mir.

Ausgerechnet im Wallis auf einer Wanderung im Gonergrat-Gebiet bin ich quasi auf „Steinbocksprung-Distanz“ einem solchen Tier begegnet.

Dass dies nur mit Glück zu tun hat, bezweifle ich dann doch etwas. Vermutlich hat es eher mit den von „Touristikern“  gelegten Salzsteinen zu tun, welche die Steinböcke in die Nähe der Wanderwege anlocken. Wie auch immer, so bin ich zu einem wunderschönen Fotomotiv und einer tollen Begegnung gekommen. Und endlich hatte ich meinen Steinbock in meiner Fotosammlung.

Die Steinböcke am Gornergrat (Zermatt) sind natürlich trotzdem Wildtiere – es hat in diesem Gebiet einige Herden.

Quellen: Wikipedia, Homepage Graubünden Ferien, Erzählungen von bekannten Jägern, Berichte in der Presse, usw.

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Text 2019 / Bilder September 2016

Blickwinkel Lugano

Schweiz, Tessin

Ein sonntäglicher Spaziergang durch die noch ruhige Stadt Lugano gleicht einem Rundgang in einer Stadt am Mittelmeer. Oleander und Palmen gehören zum Stadtbild. Die Stadt liegt direkt am See und ist eingebettet zwischen den mächtigen Bergen Monte San Salvatore im Süden und Monte Brè im Norden.

Mein sonntäglicher Bummel führte für einmal durch Lugano, zur Uferpromenade, zu malerischen Plätzen, verwinkelten Gassen, prachtvollen Palazzi mit Arkaden, Bars, Geschäfte. Einfach herrlich, mediterran!

Mit ein paar Bildern aus dem einen oder anderen ungewohnten Blickwinkel nehme ich Euch mit durch diese wunderschöne Stadt im Tessin

Lugano – Blickwinkel eines Sonntagsspazierganges

Michael’s Beers&Beans Tipp:

Die unscheinbare Kirche Santa Maria degli Angioli hat ein sehenswertes Geheimnis: im Inneren des Gotteshauses verbirgt sich ein berühmtes Kunstwerke der Renaissance, das Freskengemälde von der Passion und der Kreuzigung Christi. Das Bild stammt von Bernardino Luini, einem Schüler Leonardo da Vinci und wurde ca. im Jahre 1529 gemalt. Es handelt sich um das berühmteste Renaissancebild der Schweiz. Das Gemälde ist so prächtig wie das berühmte Abendmahl von Leonard da Vinci, welches in Mailand zu sehen ist.

Bilder by Michael’s Beers&Beans (Sommer 2019)

Hotel Relais Castello di Morcote

Let my favourites places ... become yours., Schweiz

Das Tessin – der schweizerische Süden zwischen Seen und Berge. Und genau dort zwischen Wäldern und Weinbergen liegt das kleine, malerische Dorf Vico Morcote. Verträumt und in einer herrlichen Panoramalage weit oben über dem Luganersee. Vico Morcote sind gepflegte, enge Gässchen, Laubengänge, gut erhaltene Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Und eine majestätische Barockkirche mit einem herrlichen Blick.

Morcote, besonders Vico Morcote ist einer unserer Lieblingsorte im Tessin. Und nicht nur das, hier haben wir auch unser Lieblingshotel im Tessin gefunden, welches ich Euch heute gerne vorstelle.

Kleine Hotels haben den Charme der kleinen Dörfer am Seeufer des Luganersees rund um Morcote früher einmal ausgemacht. Diese Hotels bekundeten in der vergangenen Zeit aber oft Mühe und in der Folge fehlte das Geld für dringend nötige Renovationen. So sind die meisten dieser Pensionen in der Zwischenzeit geschlossen und zu Ferienwohnungen umgebaut worden.

Ein wirklicher Contrapunkt setzt da das Hotel Relais Castello di Morcote. Das Patrizierhaus eines alten Klosters aus dem 17. Jahrhundert wurde mit viel Leidenschaft in ein wunderschönes Hotel mit dem Ambiente eines südländischen Herrenhauses verwandelt. In diesem Hotel stehen 12 elegante Zimmer oder Suiten für Gäste zur Verfügung.

Im inneren des wunderschönen, etwas verschachtelten Hauses befindet sich ein grosser Salon mit Kassettendecke und grossem Kamin – mein Lieblingsraum. Der kleine Balkon, welcher dazugehört, war spät nachts noch unser Platz, wo wir bei einem Glas Wein den Sommerabend ausklingen liessen.

Die Zimmer sind modern und sehr stilvoll eingerichtet. Das kleine Charme-Hotel ist optimal für einen romantischen Kurzurlaub, eignet sich daher sehr gut für Paare und Single. Dieses Hotel ist weniger auf einen Familienurlaub ausgerichtet, sondern für Gäste die etwas Ruhe und Abgeschiedenheit suchen.

Auf einen Blick

  • Charme Hotel am schönsten Landstrich im Tessin, der Ort Vico Morcote befindet sich auf einer vom Luganer-See umgebenen Landzunge.
  • stilvolle, komfortable Zimmer mit Air Condition, WLan, usw.
  • Im Gebäude des neuen Hotels befindet sich das Restaurant La Sorgente (15 Gault-Millau-Punkte), das bereits seit 2008 Feinschmecker auf die Terrasse hoch über dem Luganersee lockt.
  • Das Hotel gehört zur Familie, welche seit vier Generationen das bekannte Weingut Tenuta Castello di Morcote betreibt, darum steht ein Aufenthalt im Relais Castello di Morcote ganz im Zeichen des Weins.
  • Viele Ausflugsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe: Morcote (heute etwas verträumt, war früher einmal fast so etwas wie ein St. Tropez im Tessin), Parco Scherrer, die lebendige Stadt Lugano, das Bergdorf Carona, Vico Morcote, das Weingut Tenuta Castello di Morcote, Fondazione Hermann Hesse Montagnola , usw.
  • Sich das Buch „Und werde immer Ihr Freund sein“ schnappen und im romantischen Garten lesen. In ihrem Roman erzählt die Schriftstellerin Eveline Hasler von der Begegnung zwischen Hermann Hesse, Emmy Hennings und Hugo Ball hier im Tessin.
  • feines, kleines Frühstück draussen auf der Terrasse

Michael’s Beers&Beans Tipp:

Alpa Vicania – vom Hotel geht ein Wanderweg hoch zur wunderschönen Alpa Vicania, ca eine Stunde zu Fuss. Dort befindet sich das Ristorante Vicania, welches ebenfalls wie das Hotel zum Landgut Castello di Morcote gehört. Die Küchen-Crew (14 Gault-Millau-Punkte) verwöhnt seine Gäste mit Tessiner Alp-Gerichten, selbstgemachter Pasta und anderen Köstlichkeiten.

„Hier scheint die Sonne inniger und die Berge sind röter, hier wächst Kastanie und Wein, Mandel und Feigen, die Menschen sind gut, gesittet und freundlich.“
Hermann Hesse, der Schriftsteller lebte von 1919 bis 1962 in Montagnola. Dieses Dorf liegt auf der gleichen vom Luganer-See umgebenen Landzunge, wie Vico Morcote

Dies ist ein Erfahrungsbericht als zahlender Gast, keine Werbung oder sponsored Post. Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.

Die von mir vorgestellten Restaurants, Hotels oder B&B’s  bezaubern durch Charme, Lage und der Leidenschaft der Gastgeber. Es sind keine perfekten Orte, sondern Orte in die man gerne zurück kommt, in denen man sich Wohl fühlt. Zudem bin ich eher ein „anspruchsloser“ Gast, d.h. ich suche nicht die totale Perfektion, lasse auch einmal „s’Füfi la grad sii“. Zudem „indexiere“ ich nicht immer gleich das Preis-Leistungs-Verhältnis. Lieber lasse ich mich auf den Moment, auf den Ort ein. Ich bin ein Gast der sich einfach freut, wenn eine Köchin oder Koch, mit Herzblut hinter dem Herd steht und aus guten Produkten, unvergessliche Gerichte zaubert. Die MitarbeiterInnen im Service freundlich, aufmerksam und zuvorkommend sind. Und vielleicht noch etwas Humor haben. Da kann auch mal was schief gehen, denn wo gearbeitet wird …

Labyrinth auf der Insel

Bodensee, Schweiz

Zwei Touristinnen schlendern über die kleine Insel Werd, ohne dem Rasenlabyrinth, an welchem sie vorbeigehen, Beachtung zu schenken. So geht es vermutlich den meisten von uns – was sollen wir auch mit einem Labyrinth anfangen?

Auf der kleinen Insel Werd am Ausflusses des Bodensee werde ich aufgrund einer kleinen Tafel auf das Rasenlabyrinth selbst erst aufmerksam. Auf dieser Tafel steht, wenn ich den Weg durch das Labyrinth gehe, dann werde ich die Mitte finden, dort zu Fragen Antworten erhalten und gestärkt in den Alltag zurückkommen.

Also nichts wie los. Die Mitte liegt nur einen Steinwurf von mir entfernt, doch trotte ich brav dem Pfad entlang durch das Labyrinth, konzentriere mich auf den Wegverlauf und vergesse nach und nach die Umwelt. Exakt nach 444m komme ich in der Mitte an. Das Labyrinth ist kein Irrgarten, das Labyrinth besteht aus einem einzigen gewundenen Weg, der ohne Sackgasse und Irrwege stets weiter bis in die Mitte führt. In der Mitte verweile ich kurz, lasse den Moment auf mich wirken. Über den geschwungen Pfad geht es zurück an den Ausgangspunkt. Kaum bin ich retour aus dem Labyrinth, quasi wieder im Alltag, schlägt die kleine Glocke der Kapelle Werd gegenüber 12 Uhr.

12 Uhr? Zufall? Denn dieses Labyrinth besteht aus 12 Kreisen und der Weg bis zur Mitte ist 444 Meter, die Quersumme davon ist 12!

Dass ich genau um 12 Uhr aus dem Labyrinth zurück in den Alltag gefunden habe, ist Zufall. Die 12 Kreise dagegen nicht. Die Franziskaner-Mönche, die hier in einem Konvent auf der Insel Werd leben, haben dieses gotische Labyrinth im Jahre 2006 erstellt. Es ist eine Nachbildung des Labyrinths der Notre-Dame de Chartres – welches so eine Art Referenz der Labyrinthe darstellt. Und daher die 12 Kreise (=12 Apostel, 12 Monate, 12 Sternzeichen, usw.) .

Wer als erster so ein Labyrinth erfunden hat, scheint schwierig zu sagen. Spuren führen nach Kreta und Ägypten, aber auch hoch in den Norden. In Schweden beispielsweise gibt es frühzeitliche Labyrinthe – die Trojaburgen. Einiger dieser Labyrinthe sind bereits 2000 Jahre alt, es kann daher durchaus sein, dass der Ursprung der Labyrinthe in den skandinavischen Länder liegt.

Vom Christentum wurde das Labyrinth früh als Symbol aufgenommen. Bereits in einer der ältesten erhaltenen Kathedralen, der Reparatusbasilika in El Asnam in Algerien (erbaut 324), befindet sich ein Bodenlabyrinth.

Während des 12. bis 16. Jahrhunderts erlebte das Labyrinth in der Kirchenbaukunst eine Blüte. Mittelalterliche Labyrinthe finden sich in vielen Kathedralen, wie in Notre-Dame de Chartres. Der Pfad eines kirchlichen Fussbodenlabyrinths galt als heilige Linie, die mit Bedacht und Konzentration abgeschritten wurde. In Reims ist dieser rituelle Weg mehr als einen Kilometer lang.

Die christliche Mystik unterscheidet zwischen drei Phasen des Labyrinthweges:

  • via purgativa – der Weg zur Mitte –  der Weg der Läuterung, des Loslassens
  • illuminatio – die Mitte –  der Ort der Erleuchtung
  • via activa – der Rückweg –  der Weg in das aktive Leben, zurück in den Alltag.

Das Begehen eines Labyrinths galt im Mittelalter auch als Ersatz für Pilgerfahrten nach Jerusalem oder Santiago de Compostela.

Im 18. Jahrhundert verschwanden die Labyrinthe allmählich ganz aus den den Kirchen. Erst Ende des 20. Jahrhunderts entstanden wie hier auf der Insel Werd wieder neue Labyrinthe.

“Nimm einen Gedanken, ein Gebet oder einfach Nichts mit auf den Weg und lass dich überraschen was geschieht. Aus Respekt vor diesem gesegneten Platz, gehe bitte nur ins Labyrinth, wenn du es gesammelt und in Ruhe betreten willst. … Am besten gehst du ohne Schuhe.”

Franziskaner, St. Otmar im Werd

Quellen: Wiki, https://www.franciscan.ch/, https://www.labyrinth-international.org/labyrinth-eschenz-insel-werd-sh.html, diverse Internet

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Die Sage vom Urdensee

Arosa, Schweiz

Der Urdensee – war bei den Wanderer ein fast etwas „vergessener“ See. Nur wer die Route durch das Urdental nach Tschiertschen nahm, kam am kleinen See vorbei. Inzwischen ist der See sichtbarer geworden, seit es die talüberschreitende Urden-Seilbahn gibt. Auf der Fahrt vom Hörnli (Arosa) rüber zum Urdenfürggli (Lenzerheide) sehen die Besucher den See von der Gondel aus. Etwas unscheinbar liegt er in einer Senke.

Erst wenn man am Ufer steht, zeigt er seine wirkliche Schönheit. Der See ist umrahmt von Bergen. Plattenhorn, Hörnli – markant thront der Hörnlistein über dem kleinen See. Das auf Schieferfelsen und schwarzgrünem Serpentin ruhende, kalte Seewasser ist äusserst klar und schimmert bei Sonnenschein türkisblau.

Refresh 2020 / Bilder 2017

Der Urdensee liegt auf 2‘249 müM in einem Seitental des mittleren Schanffigg. De Untiefe im westlichen Teil des Sees scheint sehr tief zu gehen, diese wurde aber noch nie ausgemessen. Der See entstand durch einen natürlichen Riegel einer Seitenmoräne.

Die Eisbedeckung beträgt bis gegen acht Monate im Jahr.

Der Urdensee – und das verwundert dann eigentlich nicht – ist sehr sagenumwoben. In Arosa erzählt man dann auch gerne die eine oder andere Geschichte, in verschiedenen Versionen. Vor allem die Tiefe und die Farbe des Sees hatte den Aroser Walser früher sehr Eindruck gemacht. Sie hielten den See für unergründlich und sagten, sein Wasser wirble und bilde ein Trichterloch, zudem brülle er, wenn sich das Wetter ändert.

Am eindrücklichsten ist wohl die Sage, wie der Urdensee entstanden ist. Ich gebe hier die Version wieder, welche ich früher einmal auf der Homepage von Arosa Tourismus gefunden und archiviert habe:

Die Sage vom Urdensee

Vom Rothorn zieht sich ein enges Bergtal hinunter zur Plessur. In diesem wilden, engen Tal, das im Sommer von einigen Schafen besucht wird, liegt ein kleiner Bergsee. 

Wo jetzt der See ist, stand vor Zeiten eine Sennhütte und um die Hütte herum breitete sich eine schöne Alp. Dort wohnte ein böser Senn, der die Armen unerquickt des Weges ziehen liess. Einst kam ein armes, altes, schwaches Weib den Weg gezogen, müde von der weiten Reise und schmachtend vor Durst. Sie klopfte an der Sennhütte an und bat um eine Labung, aber der Senn antwortete ihr mit Scheltworten: „Mach dich fort, alte Bettlerin, wenn ich allem Lumpenpack, das hier vorüberzieht, Milch geben sollte, so müsste ich selbst bald Hungers sterben.“ Das arme, alte Weib flehte um Gotteswillen nur um eine kleine Labung, damit sie ihren Weg fortsetzen könne. „Meine Knie brechen mir“, sagte sie, „und meine Zunge brennt mich wie Feuer.“ Der Senn aber schlug die Tür zu. Das Weib sank vor der Türe nieder und als der Senn sie wieder öffnete und es noch dort erblickte, rief er fluchend aus: „Bist du noch da, Alte, wart, ich will dir jetzt Milch geben, dass dein Durst gestillt wird.“ Mit diesen Worten nahm er den Eimer und molk seine große, rote Kuh und kam dann zum Weib und gab ihr zu trinken. Die Alte trank und dankte dem Senn warm und erflehte Gottes Segen auf ihn herunter. Der Senn aber verzog seine Züge zu einem spöttischen Hohnlächeln, denn er hatte Magen (Lab) in die Milch geworfen. Kaum hatte die Alte neugestärkt ihren Weg eine Strecke weit fortgesetzt, als sie die fürchterlichsten Schmerzen im Leibe fühlte und wie sie sterbend hinsank, verfluchte sie den Senn und seine Alpe, und in dem Augenblick donnerte es in der Höhe, ein Blitz zuckte auf die Hütte, sie versank mit dem Senn und mit der roten Kuh und an jener Stelle quoll ein See. Noch sieht man den Weg, der zur Hütte führte, sich im See verlieren und noch sieht man deutlich denselben am jenseitigen Ufer wieder aus dem Wasser auftauchen und sich in die Höhe ziehen, denn bei der Sennhütte vorbei führte der Weg über das Gebirge nach Obervaz. Noch sieht man mitten im See einen schwarzen Fleck, das ist die Sennhütte, die dort versunken ist. Alle sieben Jahre einmal steigt bei furchtbarem Donner und Unwetter der Senn aus dem See hervor und melkt über den stürmischen Wellen des Sees seine rote Kuh und versinkt dann händeringend wieder mit fürchterlichem Geheul. Das ist die Entstehung des Urdensees.

Quelle: http://www.arosa.com (ursprüngliche Homepage wurde mit der „Fusion“ Arosa-Lenzerheide eingestellt), vermutlich Version von Christian Tester, Chur

weitere Quelle: Theodor Vernaleken, Alpensagen – Volksüberlieferungen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland

Receycled / Refresh August 2020 / Bilder 2017

Bilder: Michael’s Beers & Beans
Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.  Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

BergLiebe

In der Ausgabe „Sommer 2020“ ist in der beliebten Zeitschrift „BergLiebe“ ein Bild vom zauberhaften Urdensee aus dieser Serie erschienen. Mehr dazu im Post „BergLiebe: Urdensee (Arosa)“

Vielen Dank an Ursula Dahinden für die freundliche Empfehlung aut Twitter.