Hotel Relais Castello di Morcote

Let my favourites places ... become yours., Schweiz

Das Tessin – der schweizerische Süden zwischen Seen und Berge. Und genau dort zwischen Wäldern und Weinbergen liegt das kleine, malerische Dorf Vico Morcote. Verträumt und in einer herrlichen Panoramalage weit oben über dem Luganersee. Vico Morcote sind gepflegte, enge Gässchen, Laubengänge, gut erhaltene Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Und eine majestätische Barockkirche mit einem herrlichen Blick.

Morcote, besonders Vico Morcote ist einer unserer Lieblingsorte im Tessin. Und nicht nur das, hier haben wir auch unser Lieblingshotel im Tessin gefunden, welches ich Euch heute gerne vorstelle.

Kleine Hotels haben den Charme der kleinen Dörfer am Seeufer des Luganersees rund um Morcote früher einmal ausgemacht. Diese Hotels bekundeten in der vergangenen Zeit aber oft Mühe und in der Folge fehlte das Geld für dringend nötige Renovationen. So sind die meisten dieser Pensionen in der Zwischenzeit geschlossen und zu Ferienwohnungen umgebaut worden.

Ein wirklicher Contrapunkt setzt da das Hotel Relais Castello di Morcote. Das Patrizierhaus eines alten Klosters aus dem 17. Jahrhundert wurde mit viel Leidenschaft in ein wunderschönes Hotel mit dem Ambiente eines südländischen Herrenhauses verwandelt. In diesem Hotel stehen 12 elegante Zimmer oder Suiten für Gäste zur Verfügung.

Im inneren des wunderschönen, etwas verschachtelten Hauses befindet sich ein grosser Salon mit Kassettendecke und grossem Kamin – mein Lieblingsraum. Der kleine Balkon, welcher dazugehört, war spät nachts noch unser Platz, wo wir bei einem Glas Wein den Sommerabend ausklingen liessen.

Die Zimmer sind modern und sehr stilvoll eingerichtet. Das kleine Charme-Hotel ist optimal für einen romantischen Kurzurlaub, eignet sich daher sehr gut für Paare und Single. Dieses Hotel ist weniger auf einen Familienurlaub ausgerichtet, sondern für Gäste die etwas Ruhe und Abgeschiedenheit suchen.

Auf einen Blick

  • Charme Hotel am schönsten Landstrich im Tessin, der Ort Vico Morcote befindet sich auf einer vom Luganer-See umgebenen Landzunge.
  • stilvolle, komfortable Zimmer mit Air Condition, WLan, usw.
  • Im Gebäude des neuen Hotels befindet sich das Restaurant La Sorgente (15 Gault-Millau-Punkte), das bereits seit 2008 Feinschmecker auf die Terrasse hoch über dem Luganersee lockt.
  • Das Hotel gehört zur Familie, welche seit vier Generationen das bekannte Weingut Tenuta Castello di Morcote betreibt, darum steht ein Aufenthalt im Relais Castello di Morcote ganz im Zeichen des Weins.
  • Viele Ausflugsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe: Morcote (heute etwas verträumt, war früher einmal fast so etwas wie ein St. Tropez im Tessin), Parco Scherrer, die lebendige Stadt Lugano, das Bergdorf Carona, Vico Morcote, das Weingut Tenuta Castello di Morcote, Fondazione Hermann Hesse Montagnola , usw.
  • Sich das Buch „Und werde immer Ihr Freund sein“ schnappen und im romantischen Garten lesen. In ihrem Roman erzählt die Schriftstellerin Eveline Hasler von der Begegnung zwischen Hermann Hesse, Emmy Hennings und Hugo Ball hier im Tessin.
  • feines, kleines Frühstück draussen auf der Terrasse

Michael’s Beers&Beans Tipp:

Alpa Vicania – vom Hotel geht ein Wanderweg hoch zur wunderschönen Alpa Vicania, ca eine Stunde zu Fuss. Dort befindet sich das Ristorante Vicania, welches ebenfalls wie das Hotel zum Landgut Castello di Morcote gehört. Die Küchen-Crew (14 Gault-Millau-Punkte) verwöhnt seine Gäste mit Tessiner Alp-Gerichten, selbstgemachter Pasta und anderen Köstlichkeiten.

„Hier scheint die Sonne inniger und die Berge sind röter, hier wächst Kastanie und Wein, Mandel und Feigen, die Menschen sind gut, gesittet und freundlich.“
Hermann Hesse, der Schriftsteller lebte von 1919 bis 1962 in Montagnola. Dieses Dorf liegt auf der gleichen vom Luganer-See umgebenen Landzunge, wie Vico Morcote

Dies ist ein Erfahrungsbericht als zahlender Gast, keine Werbung oder sponsored Post. Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.

Die von mir vorgestellten Restaurants, Hotels oder B&B’s  bezaubern durch Charme, Lage und der Leidenschaft der Gastgeber. Es sind keine perfekten Orte, sondern Orte in die man gerne zurück kommt, in denen man sich Wohl fühlt. Zudem bin ich eher ein „anspruchsloser“ Gast, d.h. ich suche nicht die totale Perfektion, lasse auch einmal „s’Füfi la grad sii“. Zudem „indexiere“ ich nicht immer gleich das Preis-Leistungs-Verhältnis. Lieber lasse ich mich auf den Moment, auf den Ort ein. Ich bin ein Gast der sich einfach freut, wenn eine Köchin oder Koch, mit Herzblut hinter dem Herd steht und aus guten Produkten, unvergessliche Gerichte zaubert. Die MitarbeiterInnen im Service freundlich, aufmerksam und zuvorkommend sind. Und vielleicht noch etwas Humor haben. Da kann auch mal was schief gehen, denn wo gearbeitet wird …

Labyrinth auf der Insel

Bodensee, Schweiz

Zwei Touristinnen schlendern über die kleine Insel Werd, ohne dem Rasenlabyrinth, an welchem sie vorbeigehen, Beachtung zu schenken. So geht es vermutlich den meisten von uns – was sollen wir auch mit einem Labyrinth anfangen?

Auf der kleinen Insel Werd am Ausflusses des Bodensee werde ich aufgrund einer kleinen Tafel auf das Rasenlabyrinth selbst erst aufmerksam. Auf dieser Tafel steht, wenn ich den Weg durch das Labyrinth gehe, dann werde ich die Mitte finden, dort zu Fragen Antworten erhalten und gestärkt in den Alltag zurückkommen.

Also nichts wie los. Die Mitte liegt nur einen Steinwurf von mir entfernt, doch trotte ich brav dem Pfad entlang durch das Labyrinth, konzentriere mich auf den Wegverlauf und vergesse nach und nach die Umwelt. Exakt nach 444m komme ich in der Mitte an. Das Labyrinth ist kein Irrgarten, das Labyrinth besteht aus einem einzigen gewundenen Weg, der ohne Sackgasse und Irrwege stets weiter bis in die Mitte führt. In der Mitte verweile ich kurz, lasse den Moment auf mich wirken. Über den geschwungen Pfad geht es zurück an den Ausgangspunkt. Kaum bin ich retour aus dem Labyrinth, quasi wieder im Alltag, schlägt die kleine Glocke der Kapelle Werd gegenüber 12 Uhr.

12 Uhr? Zufall? Denn dieses Labyrinth besteht aus 12 Kreisen und der Weg bis zur Mitte ist 444 Meter, die Quersumme davon ist 12!

Dass ich genau um 12 Uhr aus dem Labyrinth zurück in den Alltag gefunden habe, ist Zufall. Die 12 Kreise dagegen nicht. Die Franziskaner-Mönche, die hier in einem Konvent auf der Insel Werd leben, haben dieses gotische Labyrinth im Jahre 2006 erstellt. Es ist eine Nachbildung des Labyrinths der Notre-Dame de Chartres – welches so eine Art Referenz der Labyrinthe darstellt. Und daher die 12 Kreise (=12 Apostel, 12 Monate, 12 Sternzeichen, usw.) .

Wer als erster so ein Labyrinth erfunden hat, scheint schwierig zu sagen. Spuren führen nach Kreta und Ägypten, aber auch hoch in den Norden. In Schweden beispielsweise gibt es frühzeitliche Labyrinthe – die Trojaburgen. Einiger dieser Labyrinthe sind bereits 2000 Jahre alt, es kann daher durchaus sein, dass der Ursprung der Labyrinthe in den skandinavischen Länder liegt.

Vom Christentum wurde das Labyrinth früh als Symbol aufgenommen. Bereits in einer der ältesten erhaltenen Kathedralen, der Reparatusbasilika in El Asnam in Algerien (erbaut 324), befindet sich ein Bodenlabyrinth.

Während des 12. bis 16. Jahrhunderts erlebte das Labyrinth in der Kirchenbaukunst eine Blüte. Mittelalterliche Labyrinthe finden sich in vielen Kathedralen, wie in Notre-Dame de Chartres. Der Pfad eines kirchlichen Fussbodenlabyrinths galt als heilige Linie, die mit Bedacht und Konzentration abgeschritten wurde. In Reims ist dieser rituelle Weg mehr als einen Kilometer lang.

Die christliche Mystik unterscheidet zwischen drei Phasen des Labyrinthweges:

  • via purgativa – der Weg zur Mitte –  der Weg der Läuterung, des Loslassens
  • illuminatio – die Mitte –  der Ort der Erleuchtung
  • via activa – der Rückweg –  der Weg in das aktive Leben, zurück in den Alltag.

Das Begehen eines Labyrinths galt im Mittelalter auch als Ersatz für Pilgerfahrten nach Jerusalem oder Santiago de Compostela.

Im 18. Jahrhundert verschwanden die Labyrinthe allmählich ganz aus den den Kirchen. Erst Ende des 20. Jahrhunderts entstanden wie hier auf der Insel Werd wieder neue Labyrinthe.

“Nimm einen Gedanken, ein Gebet oder einfach Nichts mit auf den Weg und lass dich überraschen was geschieht. Aus Respekt vor diesem gesegneten Platz, gehe bitte nur ins Labyrinth, wenn du es gesammelt und in Ruhe betreten willst. … Am besten gehst du ohne Schuhe.”

Franziskaner, St. Otmar im Werd

Quellen: Wiki, https://www.franciscan.ch/, https://www.labyrinth-international.org/labyrinth-eschenz-insel-werd-sh.html, diverse Internet

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Die Sage vom Urdensee

Arosa, Schweiz

Der Urdensee – war bei den Wanderer ein fast etwas „vergessener“ See. Nur wer die Route durch das Urdental nach Tschiertschen nahm, kam am kleinen See vorbei. Inzwischen ist der See sichtbarer geworden, seit es die talüberschreitende Urden-Seilbahn gibt. Auf der Fahrt vom Hörnli (Arosa) rüber zum Urdenfürggli (Lenzerheide) sehen die Besucher den See von der Gondel aus. Etwas unscheinbar liegt er in einer Senke.

Erst wenn man am Ufer steht, zeigt er seine wirkliche Schönheit. Der See ist umrahmt von Bergen. Plattenhorn, Hörnli – markant thront der Hörnlistein über dem kleinen See. Das auf Schieferfelsen und schwarzgrünem Serpentin ruhende, kalte Seewasser ist äusserst klar und schimmert bei Sonnenschein türkisblau.

Refresh 2020 / Bilder 2017

Der Urdensee liegt auf 2‘249 müM in einem Seitental des mittleren Schanffigg. De Untiefe im westlichen Teil des Sees scheint sehr tief zu gehen, diese wurde aber noch nie ausgemessen. Der See entstand durch einen natürlichen Riegel einer Seitenmoräne.

Die Eisbedeckung beträgt bis gegen acht Monate im Jahr.

Der Urdensee – und das verwundert dann eigentlich nicht – ist sehr sagenumwoben. In Arosa erzählt man dann auch gerne die eine oder andere Geschichte, in verschiedenen Versionen. Vor allem die Tiefe und die Farbe des Sees hatte den Aroser Walser früher sehr Eindruck gemacht. Sie hielten den See für unergründlich und sagten, sein Wasser wirble und bilde ein Trichterloch, zudem brülle er, wenn sich das Wetter ändert.

Am eindrücklichsten ist wohl die Sage, wie der Urdensee entstanden ist. Ich gebe hier die Version wieder, welche ich früher einmal auf der Homepage von Arosa Tourismus gefunden und archiviert habe:

Die Sage vom Urdensee

Vom Rothorn zieht sich ein enges Bergtal hinunter zur Plessur. In diesem wilden, engen Tal, das im Sommer von einigen Schafen besucht wird, liegt ein kleiner Bergsee. 

Wo jetzt der See ist, stand vor Zeiten eine Sennhütte und um die Hütte herum breitete sich eine schöne Alp. Dort wohnte ein böser Senn, der die Armen unerquickt des Weges ziehen liess. Einst kam ein armes, altes, schwaches Weib den Weg gezogen, müde von der weiten Reise und schmachtend vor Durst. Sie klopfte an der Sennhütte an und bat um eine Labung, aber der Senn antwortete ihr mit Scheltworten: „Mach dich fort, alte Bettlerin, wenn ich allem Lumpenpack, das hier vorüberzieht, Milch geben sollte, so müsste ich selbst bald Hungers sterben.“ Das arme, alte Weib flehte um Gotteswillen nur um eine kleine Labung, damit sie ihren Weg fortsetzen könne. „Meine Knie brechen mir“, sagte sie, „und meine Zunge brennt mich wie Feuer.“ Der Senn aber schlug die Tür zu. Das Weib sank vor der Türe nieder und als der Senn sie wieder öffnete und es noch dort erblickte, rief er fluchend aus: „Bist du noch da, Alte, wart, ich will dir jetzt Milch geben, dass dein Durst gestillt wird.“ Mit diesen Worten nahm er den Eimer und molk seine große, rote Kuh und kam dann zum Weib und gab ihr zu trinken. Die Alte trank und dankte dem Senn warm und erflehte Gottes Segen auf ihn herunter. Der Senn aber verzog seine Züge zu einem spöttischen Hohnlächeln, denn er hatte Magen (Lab) in die Milch geworfen. Kaum hatte die Alte neugestärkt ihren Weg eine Strecke weit fortgesetzt, als sie die fürchterlichsten Schmerzen im Leibe fühlte und wie sie sterbend hinsank, verfluchte sie den Senn und seine Alpe, und in dem Augenblick donnerte es in der Höhe, ein Blitz zuckte auf die Hütte, sie versank mit dem Senn und mit der roten Kuh und an jener Stelle quoll ein See. Noch sieht man den Weg, der zur Hütte führte, sich im See verlieren und noch sieht man deutlich denselben am jenseitigen Ufer wieder aus dem Wasser auftauchen und sich in die Höhe ziehen, denn bei der Sennhütte vorbei führte der Weg über das Gebirge nach Obervaz. Noch sieht man mitten im See einen schwarzen Fleck, das ist die Sennhütte, die dort versunken ist. Alle sieben Jahre einmal steigt bei furchtbarem Donner und Unwetter der Senn aus dem See hervor und melkt über den stürmischen Wellen des Sees seine rote Kuh und versinkt dann händeringend wieder mit fürchterlichem Geheul. Das ist die Entstehung des Urdensees.

Quelle: http://www.arosa.com (ursprüngliche Homepage wurde mit der „Fusion“ Arosa-Lenzerheide eingestellt), vermutlich Version von Christian Tester, Chur

weitere Quelle: Theodor Vernaleken, Alpensagen – Volksüberlieferungen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland

Receycled / Refresh August 2020 / Bilder 2017

Bilder: Michael’s Beers & Beans
Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.  Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

BergLiebe

In der Ausgabe „Sommer 2020“ ist in der beliebten Zeitschrift „BergLiebe“ ein Bild vom zauberhaften Urdensee aus dieser Serie erschienen. Mehr dazu im Post „BergLiebe: Urdensee (Arosa)“

Vielen Dank an Ursula Dahinden für die freundliche Empfehlung aut Twitter.

Lichtermeer auf dem Seerhein

Schweiz, Seerhein, Thurgau

Eine schöne Tradition zum Nationalfeiertag der Schweiz (1. August) gibt es am Seerhein. Hier werden Gondeln und Boote mit Lampione und Lichter beschmückt, welche nach Einbruch der Dunkelheit als Gondel-Corso an der Gottlieber Seerhein-Promenade vorbeifahren. Romantik pur, das anschliessende Feuerwerk ist dann ein Spektakel für die Augen.

Der Nationalfeiertag der Schweiz ist am 1. August, dieses Datum ist für die Schweizer so etwas wie für die Amerikaner der 4. Juli. Alle Schweizerinnen und Schweizer dekorieren an diesem Tag ihre Gärten und Balkone mit Schweizer Flaggen, roten Lampione und Girlanden mit dem Schweizer Kreuz drauf. Gegen Abend werden die Würste auf den Grill gelegt und die Kinder sind schon ganz gespannt auf das hauseigene, kleine Feuerwerk.

Im schmucken Dorf Gottlieben gibt es auf der Seepromenade eine grosse Festwirtschaft, wo man den Nationalfeiertag ausgelassen feiert. Traditionel werden „Fischknusperli“ (gebackene kleine Fische) gegessen. Der Höhepunkt des Abends ist der Gondel-Corso sowie das Feuerwerk über dem Fluss.

Gerne führe ich Euch mit meinen Bildern* vom diesjährigen Gondel-Corso zurück an einen schönen, romantischen Sommerabend.

*Die Bilder vom Gondel-Corso habe ich mit einer kleinen Kompakten geschossen, die bei diesen Lichtverhältnissen an die Grenzen gestossen ist. Daher ist die Qualität etwas bescheiden.

Lichtermeer auf dem Seerhein

Heiligkreuz

Bodensee, Schweiz, Thurgau

Auf meiner Wanderung zum Nollen bin ich der Kirche Heiligkreuz begegnet. Diese Kirche ist zauberhaft in die sehr ländliche Landschaft des Thurgau eingebettet.

Viel zu erzählen habe ich über diese schmucke, aufgrund des markanten Turmes mittelalterlich anmutenden Kirche, eigentlich nicht. Ganz sicher würde man hier Geschichten finden, immerhin war der Weiler Heiligkreuz (heute Gemeinde Wuppenau/TG) im späten Mittelalter Sitz eines Berggerichtes.

Die Gründung der Kirche geht auf das 9. Jahrhundert zurück und ist dem „Brückenheiligen“ St. Johannes Nepomuk geweiht. Erwähnenswert ist der Heiligkreuz-Hochalter aus dem Jahre 1676.

Aufgrund seiner wunderschönen Lage ist die Kirche Heiligkreuz eine sehr beliebte Hochzeitskirche, die 120 Personen Platz bietet. Die Kirche, die Landschaft und der Weiler mit dem mächtigen Gasthof Kreuz bieten sich als Sujets für tolle Hochzeitsfotos wirklich geradezu an.

Nollen – die Rigi des Thurgaus

Bodensee, Schweiz, Thurgau

Sonntagsausflug auf den Nollen, „die Rigi des Thurgaus“. Dort wo die Natur idyllisch ist und die Aussicht spektakulär sein kann.

Bei unserer Wanderung auf den Nollen können wir das grossartige Postkartenpanorama allenfalls erahnen. Die Kulisse der Voralpen und des Alpstein-Gebirges ist zu diesem Zeitpunkt im Mittagsdunst verblasst.

Trotzdem nehme ich Euch heute mit auf eine fotografische Wanderung in den Thurgau, dort in eine Ecke, wo die Schweiz wirklich sehr ländlich ist. Von unserem Startpunkt, dem idyllischen Dorf Neukirch a. Thur, geht es vorbei an Bauernhöfen, Streuobstwiesen und Weilern mit gepflegten Fachwerkhäusern. Am Schluss stehen wir auf der höchsten Erhebung* des Kantons, dem Nollen, dieser liegt lediglich 735 Meter über dem Meeresspiegel und trotzdem kann man bei gutem Wetter hier hier eine grossartige Rundumsicht vom Bodensee bis in die Alpen hinein geniessen.

Die Sonne scheint, der Frühling lockt – es gibt immer wieder einen guten Grund, innezuhalten und hinzuschauen. Die blühenden Obstbäume, die Kühe liegen zufrieden auf den Weiden, wir schauen bei einer Käserei rein, eine Kutsche kommt uns entgegen. „Living the Country Life“ würde man wohl in Irland dazu sagen!

*Nicht zu verwechseln mit dem höchsten Punkt des Thurguas, dieser liegt irgendwo am Hang des Berges „Grat“ im „Tannzapfenland“ bei Fischingen und beträgt 991 müM.

Impressionen „Wanderung auf den Nollen“

Der letzte „Aufstieg“ – dann ist der Nollen erreicht. Durch seine Rundumsicht auf den Bodensee, die Alpen und den Hegau ist er ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Darum wird er auch auch gerne als „die Rigi des Thurgaus“ bezeichnet.

Der Name Nollen stammt vom althochdeutschen Wort „hnol“ oder „chnol“ ab, was so viel wie Knollen bedeutet. (Wikipedia)

Michael’s Beers & Beans Tipps

  • Der klassische Weg startet in Wuppenau, hier gibt es einen ausgeschilderten Panorama- und Barfussweg, der über den Nollen führt (ca. 2 Stunden)
  • Wir starten gerne im Dorf Neukirch an der Thur (Wanderwegweiser bei der Kirche, Nollen ist beschildert) und kommen hierher wieder zurück. (Hin- und zurück ca. 3 Stunden Gehzeit)
  • Am „Gipfel“ findet man das Hotel-Restaurant Nollen, welches regional einen guten Ruf hat. Auch einen „Biergarten“ gibt es.
  • Der Ausblick – zum Beispiel bei Föhn – von den Alpen über den Bodensee bis zu den Vulkankegeln des Hegaus ist empfehlenswert.
  • Der Nollen erreicht man auch über den Thurgauer Panorama-Weg

So feiert die Schweiz das Osterfest

Life&Style, Schweiz

Ostern ist bunt – und das nicht nur, weil es farbenfrohe Frühlingsblumen und bemalte Eier gibt. Auch die unterschiedlichen Bräuche und Traditionen machen Ostern zu einem besonders vielfältigen und fröhlichen Fest.

Für Christen ist Ostern das Fest, an dem die Auferstehung Christi gefeiert wird. Für viele ist es heute in erster Linie einfach eine wunderbare Gelegenheit mit der Familie oder Freunden Zeit zu verbringen und das milde Frühlingswetter zu geniessen.

Trotzdem werden in vielen Regionen der Schweiz traditionelle Osterbräuche gepflegt. Bekannt sind darunter Prozessionen wie in Romont, wo am Karfreitag «Les Pleureuses», schwarz gekleideten, verhüllten Klageweiber durch die Strassen ziehen und den Tod Christi beklagen. Oder wie in vielen Tessiner Dörfern, in denen Osterfeuer entzündet werden und die Kinder danach die durch Priester geweihte Glut, in Metallkesseln, heim tragen. In anderen Regionen werden Osterbrot und Osterwein verteilt, es gibt Eier-Skirennen und Eierläufe.

Einige der wichtigsten und schönsten Bräuche der Schweiz gehe ich nachfolgend etwas auf die Spur und habe diese für Euch zusammengefasst:

Osterbäumli

An Eiern führt an Ostern auch in der Schweiz kein Weg vorbei. Eierfärben ist eine Tradition die eng mit dem Feiertag verbunden ist. Egal, ob man hartgekochte Eier oder die ausgeblasenen Schalen bemalt – Hauptsache, farbig und kreativ. Eine besonders schöne Variante die ausgeblasenen Ostereier zu präsentieren, ist ein Osterbaum, der in vielen Familien zu Hause im Wohnzimmer aufgestellt wird. Zweige von Weiden und Haselsträuchern werden in eine Vase gestellt und mit ausgeblasenen Eiern dekoriert.

Osterhäsli

Klar, auch bei uns hüpft der Osterhase herum und bringt die Ostereier oder versteckt diese im Garten oder in der Wohnung. Anstatt des Eiersuchens am Ostermorgen ist es durchaus Brauch, dass die Kinder kleine Osternester basteln, die sie am Abend für den Osterhasen bereitstellen.

Übrigens bis ins 17. Jahrhundert wurden die Ostereier von allerlei Tieren gebracht wie Fuchs, Kuckuck, Storch oder dem Ostervogel.

Eiertütschä

Fast ein Volkssport ist das Eiertütschen in der Schweiz. Dabei nimmt sich jeder Spieler ein hartgekochtes, buntes Osterei. Dann schlägt der erste Spieler mit der Spitze seines Eis auf die Eierspitze seines Gegners. Dann ist der nächste an der Reihe. Ziel ist es, das gegnerische Ei zu zerbrechen. Gewonnen hat, wer als letztes noch ein unversehrtes Ei besitzt. Eiertütschen kann man mit der ganzen Familie spielen. In der Stadt Bern werden seit 1892 sogar Eiertütsch-Duelle ganz offiziell jeden Ostersonntag ausgetragen.

Zwänzgerle

Während man sich in Bern gegenseitig die Eierköpfe einschlägt, geht es bei uns in der Stadt Zürich am Ostermontag um Geld, was zuerst nicht gross überraschen mag. So gibt es hier wohl einer der skurrilsten Osterbräuche – das Zwänzgerle. Dabei spielen traditionell Kinder gegen Erwachsene. Die Kinder halten ein hartgekochtes Ei in der Hand. Die Erwachsenen werfen ein Zwanzigrappenstück auf das Ei. Bleibt es in der Eierschale stecken, bekommt der Erwachsene das Ei. Prallt die Münze ab, gehört das Geld dem Kind: Eine coole Sache für die Kinder an der Limmat um ihr Taschengeld aufzubessern.

Osterchüechli und Gitzi (und an andere Schweizer Oster-Spezialitäten)

Vielleicht denkst Du jetzt gerade an den internationalen bekannten, goldenen Osterhasen und andere Kreationen des Hauses Lindt und Sprüngli. Unsere Super-Märkte sind voll davon, auch bei uns fahren Smart’s verkleidet als goldener Osterhase durch die Gegend oder diese stehen aufgeblasen auf irgendwelchen Dächern von Tankstellen.

Doch in vielen Schweizer Osternester ist der goldene Schoggi-Osterhase nicht zu finden, vielmehr wird vor allem handgefertigtes Süsses, aber auch Herzhaftes aufgetafelt. Viele Schweizer nutzen die Osterfeiertag, um Familie und Freunde zu treffen und sich zu Hause kulinarisch verwöhnen zu lassen.

Eine Osterspezialität sind die Osterchüechli. Fast jede Familie hat hier ihr eigenes Geheimrezept, aber auch Bäckereien bieten zu Ostern ihre eigene, oftmals kreative Variante der Köstlichkeit an. Traditionell wird dieses nicht zu süsse Osterchüechli auf Weizenmehlbasis mit Griess oder Reis gefertigt, welcher zusammen mit Aprikosenkonfitüre die Füllung bildet.

Ostern – Osterhase – Rüebli … irgendwie liegt damit vielleicht nahe, dass in vielen Familien heute eine Aargauer Rüeblitorte zu Ostern gebacken wird. In Bern gibt es „Osterflädli“ – eine mit Reis-Rosinen-Korinthenmasse gefüllte Oster-Spezialität aus Blätterteig.

Zu Hause nicht mehr so verbreitet ist ein herzhaftes Osteressen, welches meine Grosseltern noch zelebrierten. Damals kam an Ostern ein währschafter Gitzibraten auf den Tisch. Heute haben viele Restaurants diese Tradition wiederbelebt und es gibt Gitzi in allen Variationen. Das Ostergitzi – also das Osterzicklein oder Osterlamm – wird ausschliesslich mit Milch und Heu gefüttert.

Wie fast in der ganzen Schweiz Tradition gibt es bei mir einen Osterbrunch. Dazu dürfen die “Zopf-Osterhäsli” nicht fehlen – also so eine Art Sonntags-Butterzopf in Osterhasen-Form. Darauf freue ich mich besonders.

So vielleicht ist die eine oder andere Inspiration sich auf das kommende Osterfest zu freuen mit dabei. Ich wünsche Euch zu Ostern ganz viel Sonnenschein, einen fleissigen Osterhasen und erholsame Feiertage!

Über 100 Millionen Goldhasen erblicken bei Lindt & Srpüngli Jahr für Jahr das Licht der Welt und werden in über 60 Ländern angeboten. Viele meinen hierzulande es sei ein Schweizer Exportschlager, dabei werden die Goldhasen in Aachen (Deutschland) hergestellt.

Fondue ohne Brot – Rezept

Food-Blog, Life&Style, Schweiz

Es ist fast unvorstellbar – aber: Fondue geht auch ohne Brot! Obwohl, diese Aussage könnte fast zum Entzug meines Schweizer Pass führen. Daher bitte ich alle Liebhaber des klassischen Fondues hier nicht mehr weiterzulesen.

Wir ernähren uns weitgehend ohne Produkte aus Süssgräsern (Weizen, usw.), daher haben wir beim Fondue nach Alternativen zum Brot gesucht. Aus einigen Versuchen hat sich inzwischen unser “Lieblingsfondue” entwickelt. Selbst Gäste konnten wir schon für diese Variante des Winterklassikers begeistern. Passend zum „Märzwinter“ gebe ich dieses Rezept gerne weiter:

Zutaten für 4 Personen

1 kg mittelgrosse Süsskartoffeln
4 Birnen
400 g Freiburger Vacherin, grob gerieben
400 g Appenzeller Käse rezent, grob gerieben
1EL Kartoffelmehl (oder Maizena)
1EL Curry (mild oder scharf)
3 dl Prosecco (oder Weisswein)
1 EL Limettensaft
1 TL schwarzer Sesam

Zubereitung:

Kartoffeln und Birnen auf ein Blech legen, max. 45 min in der Mitte des auf 220 Grad vorgeheizten (Ober- und Unterhitze) Ofens backen. Kartoffeln sollten noch “knackig” sein. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen. Kartoffeln können jetzt ganz einfach aus der Schale gelöst werden. Diese dann in Würfel schneiden. Birnen halbieren.

Käse, Kartoffelmehl und Curry in ein Caquelon (Tipp: vorher mit Knoblauch einreiben) geben, mischen. Prosecco und Limettensaft dazu giessen. Unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze kochen, bis der Käse geschmolzen ist. Sich hier Zeit lassen, bis das Fondue gebunden ist.

Sesam über das Fondue streuen. Kartoffeln und Birnenhälften dazu servieren.

Kleiner Tipp: Wir schmuggeln am Schluss noch 1 Messerspitze Natron unters Fondue, damit wird es schön luftig.

Dieses Fondue ist auch als Low-Carb Variante etwas feines, dann einfach die Süsskartoffeln durch Brokkoli, Blumenkohl, Äpfel oder Karotten ersetzen. (blanchiert oder als knackiges Ofengemüse mit Kümmel).

Süsskartoffeln haben viel Karotin, Vitamin E und C – der Kohlenhydrat- und Zuckergehalt schliesst diese gesunde Knolle aber für die Low Carb Variante aus.

Dieses Rezept ist u.a. von „Betty Bossi“ Kochbüchern inspiriert

Skifahren wie die „Kuhfürsten“ im Toggenburg

Bodensee, Schweiz

Heute nehme ich Euch mit auf eine Foto-Skitour quer durch die wunderschöne, archaische Gebirgswelt der Churfirsten in den Appenzeller Alpen. Die Churfirsten, das sind sieben Gipfel im Kanton St. Gallen (Schweiz) mit zwei Gesichtern. Es sind nach Norden hin breite, flache Rücken, während sie nach Süden mit steilen Felswänden zum Walensee hin abfallen. Chäserrugg, Hinterrugg, Schibenstoll, Zuestoll, Brisi, Frümsel, Selun – sieben Berge, die den Grenzkamm zwischen Toggenburg und Sarganserland bilden, eine alte natürlich Grenze zwischen Nord und Süd. 

Mit den Skiern hier unterwegs zu sein ist für mich eine reine Panoramatour. Gefühlt bin ich mir allerdings in diesem Berggebiet nie sicher, ob ich mich wirklich in den Alpen befinde. Der Blick wechselt ständig runter ins grüne Rheintal, rüber zum Säntis oder südlich in die gewaltigen Alpen. Auf der anderen Seite führt die Piste durch ein seltsames, archaisches Gebirge voller Geheimnisse.

Churfirsten im Sommer – Sondermarken 2017 (Urheber „Die Post“)

Churfirsten – Bedeutung des Namens

Lange bin ich davon ausgegangen, dass diese Berge „Kurfürsten“ heissen und irgendwie der Name von den deutschen Kurfürsten herstammt. Es gibt sogar Theorien, die dies bestätigen. Nun, weit aus­einander liegen «First» und «Fürst» nicht: In vielen Schweizer Dialekten kommt «Fürschte» in der Bedeutung von «Firschte» vor.

Andere Quellen sagen, dass der Name von der Funktion des Bergkamms abgeleitet ist, der das Toggenburg von Churrätien trennt.

Ein Erklärung findet man auch aus den Konflikten mit den Toggenburgern, die man gerne als „Kuhfürsten“ verspottete. Im 18. Jahrhundert findet man auf den Karten die Bezeichnung „VII Churfürsten“ und der Chäserrugg wurde als „Kaiserruck“ bezeichnet. Erst seit dem 19. Jahrhundert verwendet man den Begriff „Churfirsten“.

Panorama vom Chäserrugg – Blick in Richtung Bündner Alpen

Das Skigebiet

Es ist ein überraschendes Skigebiet, abseits der grossen Wintersport-Orte der Schweiz. Das Skigebiet ist etwas für Genussfahrer, wobei gerade die langen Abfahrten bemerkenswert sind. Das 60 km Pisten umfassende Skigebiet wird durch 16 teilweise sehr moderne Transportanlagen erschlossen. Winterwanderwege werden ebenfalls unterhalten.

Meine Lieblingspiste – die Warmtobelpiste

Idylisch, zuweilen auch schroff präsentiert sich die fast 2km lange Warmtobelpiste. Durch ein malerisches Tal führt diese schwarze Piste von der Gamsalp auf die Freienalp. In einem schmalen Couloir gleitet man über sanftere Hänge, wird zwischendurch durch steile Kuppen gefordert. Das Gelände ist unglaublich abwechslungsreich und gibt immer wieder den Blick auf den Schafberg, das Wildhauser Wahrzeichen, frei.

Link zum Skigebiet: https://www.wildhaus.ch/winter.html

Das Skigebiet Toggenburg ist rund eine Autostunde von Zürich und vom Bodensee (Konstanz) entfernt.

Blick auf den flachen Gamserrugg – ein Berg irgendwie nicht von diesen Alpen

Blick in Richtung Bodensee – an solchen Tagen kann man von hier den Feldberg (Schwarzwald) und die Vogesen (Frankreich) gut erkennen. (Bergstation Chäserrugg)

„Red Deskchairs“ mit einem unglaublichem Alpen-Panorama

Das Rheintal – hier fliesst der Alpenrhein in Richtung Bodensee

Blick auf den Schafberg (2384 müM)

Auf einer Höhe von 2000müM mit Blick runter ins Rheintal (ca. 400müM)

Farbenfrohe Skifahrer – im Hintergrund der 2502 müM hohe Säntis.

Dynamische Preissysteme in Skigebieten: Frühbucher profitieren, Familien haben eher das Nachsehen.

Arosa, Life&Style, Schweiz

Die Ruhe der Berge, die verschneiten Tannen neben der Piste, die klare Luft des Morgens und die Sonne. Bei keiner Sportart erlebe ich die vielfältige Natur der Berge so wie beim Skifahren. Daher ist ein Skitag für mich immer etwas spezielles, ein Genuss, für den ich gerne bezahle. Inzwischen geht das Ganze aber richtig ins Geld. Und es wird für spontane Menschen in Zukunft noch teurer. Neue dynamische Preissysteme treiben die Preise für eine Tageskarte bald über den Bereich von 100 Franken. Der Grund dafür liegt darin, dass viele Schweizer Skigebiete den Preis für den Skipass von der Nachfrage abhängig machen. Frühbucher profitieren, Familien haben das Nachsehen. Nachfolgend ein paar Gedanken und Beobachtungen.

Bergbahnen in der Schweiz haben Milliarden in die Pistenanlagen investiert. Ein beschneiter Pistenkilometer kostet rund eine Million Schweizer Franken. Dazu kommen hohe Betriebskosten für Strom, Wasser und Pisten-Präparation. Da verwundert es nicht, dass auch schon vor der Einführung der dynamischen Preis-Systeme eine „normale“ Tageskarte in einem der teuersten Schweizer Skigebiet wie z.B. St. Moritz oder Zermatt fast 80 Schweizer Franken kostete. (ca. 70 Euro)

Um mehr Umsatz zu generieren haben Schweizer Skigebiete dynamische Preissysteme lanciert. Das Prinzip ist mir schon von Flug- und Hotelbuchungen bekannt: Kostete der Flug an einem Buchungstag noch 200 Franken, lege ich ein paar Tage später schon 50 Franken drauf, weil die Nachfrage gestiegen ist – oder umgekehrt: Sinkt die Nachfrage, sinkt der Preis.

Bereits in der vergangenen Saison hat “mein” Skigebiet Arosa-Lenzerheide auf ein solches dynamisches Preissystem umgestellt. Andere Skiarenen wie Andermatt-Sedrun, Zermatt und St. Moritz-Oberengadin (u.a.) bieten jetzt ebenfalls seit diesem Jahr flexible Preismodelle an.

«First Minute Deal» heisst dies in Arosa-Lenzerheide:  Eine heute für in vier Wochen gekaufte Tageskarte in Arosa Lenzerheide ist günstiger, als wenn ich diese erst in vier Wochen an der Talstation löse. Da ich die Möglichkeit habe ausserhalb der Hauptsaison meine Skiferien zu nehmen profitiere ich von attraktiven Rabatten von bis zu 35 Prozent. Das Nachsehen haben Familien, die davon nur wenig profitieren können. Die Eltern von schulpflichtigen Kindern können meist nur zu Spitzenzeiten fahren und kommen nur auf einen minimalen Frühbucher-Rabatt. Positiv an diesem System finde ich, dass die maximalen Preise „gedeckelt“ sind. Bedeutet eine Tageskarte hat einen festgelegten Höchst-Preis.

Schlussendlich steckt hinter diesem Pricing eine Wette, die sich für die Bergbahnen immer auszahlt. Den sie verdienen, ganz egal, ob in meiner gebuchten Woche das Wetter nicht mitspielt oder im Fall, wenn ich verhindert bin. Gehe ich auf die Wette nicht ein, dann bezahle ich bei schönem Wetter den Höchstpreis – dieser kann in einigen Skigebieten in Zukunft sogar nach oben offen sein.


Daher bin ich überzeugt, dass das dynamische Pricing die Durchschnittspreise in den nächsten Jahren in der Schweiz nochmals deutlich ansteigen lassen wird. Dagegen wird man sich kaum wehren können, denn im Grunde sind diese hohen Preise gerechtfertigt. Die Wintersportorte und Bergbahnen betreiben einen hohen organisatorischen und technischen  Aufwand. Die Freizeit auf spektakulären Abfahrten sicher zu verbringen und dies dann gemütlich bei Sonnenschein auf einer urchigen Berghütte inmitten der unwirklichen Alpen ausklingen zu lassen, hat seinen Preis.

Tageskarte für 105 Schweizer Franken?*

Etwas problematisch sehe ich, dass zukünftig die Tarife aufgrund Algorithmen automatisch berechnet werden. Irgendwann werden die Preise in den grossen Skigebieten bei schönem Wetter die 100 Schweizer Franken-Marke für das Tagesbillet an der Kasse durchbrechen. Solche Rekorde werden das Image vom unbezahlbaren und teuren Skisport in der Schweiz zementieren,

Alternativen gibt es. Denn es bleiben immer noch die kleinen, fast unbekannten Skigebieten in den ursprünglichen Bergdörfern. Abseits des grossen Après-Ski-Klamauks warten hier kleine, aber feine Pisten und das originale, Schweizer Märchenland-Gefühl mitten in den Alpen. Zum Fixpreis für jedemann.

*Am 4.2.2109 wurde auf dem Online-Portal von St. Moritz die Tageskarte für den 5.2.2019 zum Preis von CHF 92.– angeboten. Nach den Schneefällen war die Prognose für den 5.2.2109 „Sonne pur“. Zudem hatte in dieser Woche u.a. der Kanton Zürich Wintersportferien. Würde ich am 4.2.2019 über Snow Deal eine Wette auf den 5.4.2019 abschliessen, könnte ich die Tageskarte für CHF 42.– kaufen. 

Quellen: Tagespresse, Homepage Bergbahn Arosa Lenzerheide, eigene Erfahrungen

Bilder: Michael’s Beers & Beans (Arosa / Archiv)
Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.  Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.