Lichtermeer auf dem Seerhein

Schweiz, Seerhein, Thurgau

Eine schöne Tradition zum Nationalfeiertag der Schweiz (1. August) gibt es am Seerhein. Hier werden Gondeln und Boote mit Lampione und Lichter beschmückt, welche nach Einbruch der Dunkelheit als Gondel-Corso an der Gottlieber Seerhein-Promenade vorbeifahren. Romantik pur, das anschliessende Feuerwerk ist dann ein Spektakel für die Augen.

Der Nationalfeiertag der Schweiz ist am 1. August, dieses Datum ist für die Schweizer so etwas wie für die Amerikaner der 4. Juli. Alle Schweizerinnen und Schweizer dekorieren an diesem Tag ihre Gärten und Balkone mit Schweizer Flaggen, roten Lampione und Girlanden mit dem Schweizer Kreuz drauf. Gegen Abend werden die Würste auf den Grill gelegt und die Kinder sind schon ganz gespannt auf das hauseigene, kleine Feuerwerk.

Im schmucken Dorf Gottlieben gibt es auf der Seepromenade eine grosse Festwirtschaft, wo man den Nationalfeiertag ausgelassen feiert. Traditionel werden „Fischknusperli“ (gebackene kleine Fische) gegessen. Der Höhepunkt des Abends ist der Gondel-Corso sowie das Feuerwerk über dem Fluss.

Gerne führe ich Euch mit meinen Bildern* vom diesjährigen Gondel-Corso zurück an einen schönen, romantischen Sommerabend.

*Die Bilder vom Gondel-Corso habe ich mit einer kleinen Kompakten geschossen, die bei diesen Lichtverhältnissen an die Grenzen gestossen ist. Daher ist die Qualität etwas bescheiden.

Lichtermeer auf dem Seerhein

Heiligkreuz

Bodensee, Schweiz, Thurgau

Auf meiner Wanderung zum Nollen bin ich der Kirche Heiligkreuz begegnet. Diese Kirche ist zauberhaft in die sehr ländliche Landschaft des Thurgau eingebettet.

Viel zu erzählen habe ich über diese schmucke, aufgrund des markanten Turmes mittelalterlich anmutenden Kirche, eigentlich nicht. Ganz sicher würde man hier Geschichten finden, immerhin war der Weiler Heiligkreuz (heute Gemeinde Wuppenau/TG) im späten Mittelalter Sitz eines Berggerichtes.

Die Gründung der Kirche geht auf das 9. Jahrhundert zurück und ist dem „Brückenheiligen“ St. Johannes Nepomuk geweiht. Erwähnenswert ist der Heiligkreuz-Hochalter aus dem Jahre 1676.

Aufgrund seiner wunderschönen Lage ist die Kirche Heiligkreuz eine sehr beliebte Hochzeitskirche, die 120 Personen Platz bietet. Die Kirche, die Landschaft und der Weiler mit dem mächtigen Gasthof Kreuz bieten sich als Sujets für tolle Hochzeitsfotos wirklich geradezu an.

Nollen – die Rigi des Thurgaus

Bodensee, Schweiz, Thurgau

Sonntagsausflug auf den Nollen, „die Rigi des Thurgaus“. Dort wo die Natur idyllisch ist und die Aussicht spektakulär sein kann.

Bei unserer Wanderung auf den Nollen können wir das grossartige Postkartenpanorama allenfalls erahnen. Die Kulisse der Voralpen und des Alpstein-Gebirges ist zu diesem Zeitpunkt im Mittagsdunst verblasst.

Trotzdem nehme ich Euch heute mit auf eine fotografische Wanderung in den Thurgau, dort in eine Ecke, wo die Schweiz wirklich sehr ländlich ist. Von unserem Startpunkt, dem idyllischen Dorf Neukirch a. Thur, geht es vorbei an Bauernhöfen, Streuobstwiesen und Weilern mit gepflegten Fachwerkhäusern. Am Schluss stehen wir auf der höchsten Erhebung* des Kantons, dem Nollen, dieser liegt lediglich 735 Meter über dem Meeresspiegel und trotzdem kann man bei gutem Wetter hier hier eine grossartige Rundumsicht vom Bodensee bis in die Alpen hinein geniessen.

Die Sonne scheint, der Frühling lockt – es gibt immer wieder einen guten Grund, innezuhalten und hinzuschauen. Die blühenden Obstbäume, die Kühe liegen zufrieden auf den Weiden, wir schauen bei einer Käserei rein, eine Kutsche kommt uns entgegen. „Living the Country Life“ würde man wohl in Irland dazu sagen!

*Nicht zu verwechseln mit dem höchsten Punkt des Thurguas, dieser liegt irgendwo am Hang des Berges „Grat“ im „Tannzapfenland“ bei Fischingen und beträgt 991 müM.

Impressionen „Wanderung auf den Nollen“

Der letzte „Aufstieg“ – dann ist der Nollen erreicht. Durch seine Rundumsicht auf den Bodensee, die Alpen und den Hegau ist er ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Darum wird er auch auch gerne als „die Rigi des Thurgaus“ bezeichnet.

Der Name Nollen stammt vom althochdeutschen Wort „hnol“ oder „chnol“ ab, was so viel wie Knollen bedeutet. (Wikipedia)

Michael’s Beers & Beans Tipps

  • Der klassische Weg startet in Wuppenau, hier gibt es einen ausgeschilderten Panorama- und Barfussweg, der über den Nollen führt (ca. 2 Stunden)
  • Wir starten gerne im Dorf Neukirch an der Thur (Wanderwegweiser bei der Kirche, Nollen ist beschildert) und kommen hierher wieder zurück. (Hin- und zurück ca. 3 Stunden Gehzeit)
  • Am „Gipfel“ findet man das Hotel-Restaurant Nollen, welches regional einen guten Ruf hat. Auch einen „Biergarten“ gibt es.
  • Der Ausblick – zum Beispiel bei Föhn – von den Alpen über den Bodensee bis zu den Vulkankegeln des Hegaus ist empfehlenswert.
  • Der Nollen erreicht man auch über den Thurgauer Panorama-Weg

«Wir waren auch dabei» – Männer aus der Schweiz und das Konstanzer Regiment Nr. 114 im Krieg 1914 – 1918

Bodensee, Seerhein, Thurgau

Am 11. 11. 1918 um 11:00 Uhr verstummten die Waffen: Der Erste Weltkrieg war Geschichte. Letzten Sonntag jährte sich das Kriegsende zum hundertsten Mal. 

Wer einen Blick zurück auf den ersten Weltkrieg und dabei auf einen besonderen Aspekt werfen möchte, der findet im Schloss Arenenberg die Ausstellung „«Wir waren auch dabei» – Männer aus der Schweiz und das Konstanzer Regiment Nr. 114 im Krieg 1914 – 1918“. Diese Ausstellung wurde verlängert und modifiziert. Diese dauert noch bis Ende 2019.

Ein Besuch im Schloss Arenenberg lässt einem in eine sehr düstere Zeit eintauchen. Denn die diesjährige Sonderausstellung des Napoleonmuseum zeigte ein bisher vergessenes Kapitel der europäischen Geschichte auf: die Kriegserfahrungen der mehr als 50‘000 Soldaten aus der Schweiz, die zwischen 1914 und 1918 im ersten Weltkrieg auf deutscher Seite kämpften.

Die Ausstellung gibt einem fast das Gefühl, einzelne Soldaten und Offiziere aus dieser Zeit persönlich kennenzulernen. Dies entsteht, da das Napoleonmuseum auf unveröffentlichte Erinnerungen, Briefe, Zeichnungen und vor allem mehrere Tausend Fotos zurückgreift. Dokumente die aus Privatbesitz in den vergangenen Jahren zusammentragen wurden. So wird ein Bogen vom Bodensee an die nordfranzösische und belgische Westfront gespannt und zeigt Alltag und Erlebnisse des an Grauen kaum zu überbietenden Stellungskrieges.

Die Ausstellung wurde verlängert und dauert in modifizierten Form bis Ende 2019: «Wir waren auch dabei»

Werbeplakat, Poster, Bild: Rechte bei Arenenberg / Napoleonmuseum Thurgau / Schloss und Park Arenenberg / 8268 Salenstein / Schweiz

Eine Königin macht Dampf – Zeitenwende am Bodensee

Bodensee, Schweiz, Thurgau

Seit 1906 beherbergt das Schloss Arenenberg das Napoleonmuseum, das einzige deutschsprachige Museum zur napoleonischen Geschichte. Zum Jubiläum 200 Jahre Bonaparte am Bodensee gibt es zurzeit auf dem Arenenberg die sehenswerte Sonderausstellung „Eine Königin macht Dampf“. Hortense de Beauharnais, die Mutter des letzten Kaisers der Franzosen, steht dabei im Fokus. (verlängert bis 22.12.2017)

Hortense de Beauharnais – ihr ist die Ausstellung  «Eine Königin macht Dampf – Zeitenwende am Bodensee 1817-1837» gewidmet.

Hortense ging in die Geschichtsbücher in erster Linie als Mutter des letzten französischen Kaisers ein. Dabei zeigten neue Forschungen, dass Hortense eine mächtige Macherin war. Ihre nachhaltigen Impulse katapultierte die Region rund um Konstanz vom Mittelalter in die Gegenwart. Genau dieses Licht wirft die Sonderausstellung auf die Herzogin.

Die Sonderausstellung integriert sich schön in das Napoleonmuseum. Insbesondere der Rundweg über das Schloss, die Gärten und zum Weinkeller, wo sich die Sonderausstellung befindet, ist empfehlenswert.

Die Sonderausstellung ist modern, kurzweilig und informativ

Die Ausstellung «Eine Königin macht Dampf – Zeitenwende am Bodensee 1817-1837» wird vom 23. Mai bis zum 22. Oktober 2017 im Napoleonmuseum Thurgau gezeigt. Öffnungszeiten und weitere Informationen unter www.napoleonmuseum.ch

Diese Aufnahmen in der Sonderausstellung sind mit einem Smartphone entstanden. Für mich war es gerade der „Testfall“ einmal das „Lightroom Mobile“ App auszuprobieren.

Franz Müller Rieser: Impressionen – oder die Leidenschaft des Schauens

Photography, Schweiz, Thurgau

Es beginnt mit einem Kommentar über ein Foto, in welches ich etwas Arbeit gesteckt hatte: „Klasse Bilder wie immer. Vor allem das Erste mit dem dreiteiligen Handlauf ins Wasser gefällt mir sehr gut, diese minimalen, einfachen Strukturen, einfach sehr gut.“ Ein schönes Feedback macht immer Freude, dies kam jetzt allerdings doch etwas fachlich daher. Wie immer will ich sofort wissen, wer steckt dahinter? Dem Kommentar liegt der Link foto-stil.com bei – ich falle umgehend in die impressionistische Bilderwelt eines Fotografen.

Franz Müller Rieser Ausstellung Foto Impressionen Weinfelden Thurgau Schweiz

„time and passengers“ by Franz Müller Rieser

Fasziniert erkenne ich erst mit der Zeit Motive aus meiner Gegend, klar wird mir dies bei den Bildern „Gangellisteg“ und „the only way“.

foto-stil.com – dahinter steht der Fotograf Franz Müller Rieser, wir wohnen etwas mehr wie ein Steinwurf von einander entfernt. Inzwischen gab es den einen oder anderen kurzen Kontakt über meinen und seinen Blog. Und so habe ich Wind bekommen, dass Franz Müller Rieser eine Foto-Ausstellung für den September vorbereitet. Und wenn mir etwas sympathisch ist, dann erzähle ich gerne davon. Dafür habe ich ja meinen Blog. Und die Bilder von Franz Müller Rieser sind einfach toll.

„Ich sehe nicht die Welt wie sie ist. Ich sehe sie wie ich bin.“

Franz Müller Rieser hat dieses Zitat aus dem Talmud auf seinem Blog, es scheint für seine Art der Fotografie fundamental wichtig zu sein. Jeder Mensch baut sich im Laufe seines Lebens sein eigenes Bild von der Welt auf. So ein Bild basiert auf einem Werteystem aus persönlicher Erfahrung, seiner Kultur, seiner Auseinandersetzung mit dem Leben sowie der Einfluss ausgehend von wertvollen Menschen. Dies macht gerade vor Fotografen nicht halt, welche ihre Art des Schauens in eine eigene Bildsprache bringen. Ganz wenige Fotografen überschreiten in ihrer Bildsprache Grenzen und lösen sich von der klaren Abbildungsfunktion. Diese Linie hat Franz Müller Rieser überschritten, er sieht anders, tiefer. Er erkennt die Unmittelbarkeit des Moments und spielt mit der Zufälligkeit seines Bildauschnittes. Sein Blick erkennt fasziniert vom Licht der Farben die Atmosphäre. Er schafft es dies auf seine Fotografien zu transportieren. Dabei nutzt er Techniken wie „Intentional Camera Movement“ – löst sich von Technik und Konventionen. Spielt den Freejazz der Fotografie, unvorhersehbar das Ergebnis.

In seiner Foto-Ausstellung wird Franz Müller Rieser rund 50 Bilder, die überwiegend impressionistisch, einige auch ganz abstrakt wirken, zeigen.

Link zur Ausstellung: Franz Müller Rieser: Impressionen – oder die Leidenschaft des Schauens

zum Download: Plakat

Das Beitragsbild und das Plakat wurde mir mit freundlicher Genehmigung von Franz Müller Rieser, Weinfelden zur Verfügung gestellt. Alle Rechte verbleiben beim Fotografen.

Von Freiherren, Rennfahrern und der Windows-Wiese

Bodensee, Schweiz, Thurgau, Wanderungen Bodensee

Am paradiesischen Untersee gibt es ruhige Orte und eine Landschaft zum Schwärmen. Früher waren es Freiherren, die sich hier gerne niederliessen. Heute zieht diese Gegend den einen oder anderen Prominenten an, der hier die Ruhe, den Kontrast zum aufregenden Jet-Set-Leben sucht. Ein Formel 1 – Rennfahrer hat sich am Ufer der „Westbucht“ sogar ein Badehäuschen gekauft. 

Heute nehme ich Euch auf eine kleine Tour durch die wunderschöne Untersee-Landschaft mit. Es geht vom Seedorf Mammern bis zum letzten Dorf am Bodensee nach Eschenz. Am Schluss – nach den Impressionen – findest Du eine kleine Tour-Beschreibung. Und natürlich wirst Du auch etwas über das Badehäuschen des Formel-1 Weltmeister finden. Ach ja, der Windows-Wiese aus den alten XP-Zeiten wirst Du hier wieder begegnen.

Impressionen

Die Wanderung startet in Mammern und beginnt mit einem kleinen Aufstieg durch den saftig grünenden Tobelwald.

Nach dem Tobelwald erreichen wir die offene Landschaft des Seerückens.

Dieses Bild erinnert irgendwie an die „Window-Wiese“ («Bliss»), einst das Standard-Hintergrundbild von Windows XP. Das Original entstand übrigens in Kalifornien.

Ein Pfad führt durch die „Windows-Wiese“ zum Aussichtspunkt Hochwacht (590m). Von hier hat man einen der schönsten Panorama-Blicke auf den Untersee.

Blick auf den sattblauen Untersee von der Hochwacht aus.

Kurz nach der Hochwacht erreichen wir die beliebte Wallfahrtskapelle „Sieben Schmerzen Mariä“ (Kapelle Klingenzell). Über dieses herzige Kirchlein findest Du in meinem Post Kapelle Klingenzell – von Hochzeiten und Wildschweinen noch weitere Bilder und ein paar Infos.

Von der Kapelle Klingenzell hat man einen schönen Blick nach Stein am Rhein – hier beginnt der Hochrhein.

Nun führt die Wanderung runter an den See und wir geniessen den weiteren Wegverlauf am Ufer des Untersee.

Ein Wasserbüffel? Kein Scherz, auf einem Bauernhof in der Nähe von Eschenz wird Milch für Mozzarella hergestellt.

Am Hafen von Eschenz – hier endet der Bodensee und fliesst in den Hochrhein ab.

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Was für ein Kontrast zu Monaco! Hier an diesem Ufer – versteckt hinter Bäumen – hat ein berühmter Formel 1- Weltmeister sein Badehaus (inkl. Bootsgarage). Wer mehr darüber wissen möchte, am Schluss dieses Posts findest Du einen Link zu einem Bericht über dieses Badehaus.

Idyllisch gelegenes Badehaus

Ein Bauernhof unterwegs bewirtet Gäste, es gibt auch einen kleinen Hofladen.

Hier werden an bester Sonnelage Trübeli angebaut (rote Johannisbeeren)

Beschreibung Rund-Tour:

Die ganze Tour verläuft immer auf gelb markierten Wanderwegen.

Der Bahnhof in Mammern ist Startpunkt. Hier findest Du Parkplätze, falls Du mit dem Auto anreisen möchtest. Am Bahnübergang hat es Wanderwegweiser – hier dem Wegweiser „Amenhusen“ folgen. Der erste Teil geht an der Landstrasse entlang bis zum Ortsende. Dann von der Landstrasse abbiegen, der Weg geht rechts in eine Forststrasse hinein. Diesem Waldsträsschen folgen – es geht bergauf – mal rechts, dann links dem Bach entlang. Nach dem Aufstieg kommst Du aus dem Wald auf eine offene Landschaft. (Eggmüli oder Eggmiili). Der gelben Wandermarkierung weiter in Richtung Hochwacht dem Strässchen folgen, später wird es ein Wirtschaftsweg. Am Schluss bis zur Hochwacht ist es dann noch ein kleiner Pfad. Von der Hochwacht dem Wegweiser Klingenzell folgen. Von der Kapelle Klingenzell verläuft der Weg (ausgeschildert, nicht den „Kreuzweg“ nehmen) dann nach Eschenz hinunter. In Eschenz vielleicht noch ein Abstecher zur schönen Badi (inkl. Bad) machen. Von Eschenz ist der Uferweg gut ausgeschildert, der Dich dann an den Ausgangspunkt nach Mammern zurückbringt.

Gasthöfe: wenig Möglichkeiten, eigentlich nur der Klingenzellerhof (bei der Kapelle)

Diese leichte Tour ist ca. 11 km lang und wir brauchten dafür ca. 2.45 Uhr (reine Gehzeit). Leichte Orientierung. Am Anfang eine mittlere Steigung, Höhenunterschied ca. 220m.

Und hier noch der Link zum Bericht „Das Bootshaus des Formel-1-Stars“ (Quelle http://www.tagblatt.ch St. Galler Tagblatt)

Kapelle Klingenzell – von Hochzeiten und Wildschweinen

Bodensee, Schweiz, Thurgau

Hoch über dem Bodensee in prächtiger Aussichtslage liegt die vielbesuchte Kapelle Klingenzell. Bei einem Besuch verwundert es nicht, dass diese abgeschiedene Kappelle zu einer der schönsten Hochzeitskirchen der ganzen Bodenseeregion zählt. Verwundert ist man eher, dass die Gründung dieser Kapelle auf ein Wildschwein zurückzuführen ist.

Eine Legende berichtet von einem Freiherrn Walter von Hohenklingen, der ein Wildschwein angeschossen hatte. Das gereizte Tier bedrohte den Freiherrn so stark, dass dieser Angst um sein Leben hatte. In diesem Moment gelobte er, eine Wallfahrtskirche zu bauen, sollte er dies überleben. Er wurde gerettet, hielt sein Versprechen und liess die Wallfahrtskirche „Sieben Schmerzen Mariä“ zu Ehren der Gottesmutter sowie den Heiligen Georg, Christophorus und Jodokus bauen. Bereits 1336 übergab er die Wallfahrtskapelle an ein Kloster im nahen Stein am Rhein.

Im Jahre 1698 drohte die Kirche nach starken Regenfällen abzurutschen und einzustürzen. In der Folge wurde der Bau an dem Ort, wo sie heute noch steht, neu errichtet. Die Kapelle erhielt ein Zwiebeltürmchen und wurde im barocken Stil prächtig ausgestattet. Diese gilt noch heute als Juwel barocker Architektur und Ausstattungskunst. Am alten Standort erinnert eine Lourdes-Grotte, zu der ein Kreuzweg führt.

Erwähnenswert ist das kleine Gnadenbild im rechten Seitenaltar aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhundert.  Diese Pietà gehört zu den bewegenden Zeugnissen der Mystik am Bodensee. Es war für Jahrhunderte Ziel einer blühenden Wallfahrt.

Klingenzell, ist die einzige Marienwallfahrtsstätte im Thurgau, die seit Jahrhunderten ohne Unterbruch besteht.

Der Besuch der Kirche Klingenzell kann in eine wunderschöne Rundwanderung integriert werden, die auch die Nahe Hochwacht miteinbezieht. Diese Tour beschreibe ich in meinem Post „Freiherrn mit Weitblick und ein Formel 1-Fahrer im Badehäuschen“.

Panoramablick: 

Der eine oder andere „pensionierte“ Kirchenmann wählte die Gegend rund um die kleine Kapelle für seinen Ruhestand aus, bei dieser Lage mit diesem Blick kaum verwunderlich.

Blick Richtung Osten – Untersee (Rheinsee)

Blick auf die „Westbucht“ – Untersee (Rheinsee)

Blick auf Stein am Rhein – hier endet der Bodensee und der Hochrhein beginnt

Impressionen:

Das kleine Gnadenbild im rechten Seitenaltar, eine Pietà aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, gehört zu den bewegenden Zeugnissen der Mystik am Bodensee.

Hier startet der Kreuzweg, welcher zur Lourdes-Grotte führt.

 

Bilder Michael’s Beers & Beans 2017 / Quellen: Homepage Kirchgemeinde Eschenz, Wikipedia, diverse Internet, Erzählungen

Kartäuser, Hopfen und Reben

Bodensee, Schweiz, Thurgau, Wanderungen und Touren

Wenn die vielen Obstbäume aufblühen, ist für viele der Thurgau (Schweiz) ein Inbegriff von Frühling. In dieser Zeit bietet sich diese Region für wunderschöne Frühlings-Wanderungen an. 

Die nachfolgenden Impressionen sind von einer Wanderung, welche wir im April unternommen haben. Diese Rund-Wanderung startet in der schönen Kartause Ittingen (Nähe Frauenfeld). Der Rundweg führt durch einen frühlings-haften Wald, über sattgrüne Wiesen auf denen der Löwenzahn blüht und immer wieder an wunderschön blühenden Obstbäumen vorbei. Man streift einzelne Bauernhöfen und es eröffnet sich ein schöner Panorama-Blick runter auf die Ebene des Thurtals. Idylle pur. Sogar der der Traktor, der durch die Weinberge tuckerte, passte irgendwie in dieses idyllische Bild.

Eine kleine Beschreibung des Wegverlaufes dieser Rund-Wanderung gibt es am Schluss dieses Posts.

Kartause Ittingen

Die Kartause Ittingen wurde im Jahr 1152 als Augustinerabtei gegründet, später war es ein Kartäuserkloster. Heute gibt es hier viel zu sehen. Neben der barocken Klosterkirche, dem Kunstmuseum des Kantons Thurgau, dem Ittinger Museum mit Konzertsaal sowie einem Bildungszentrum gibt es einen grossen Gutsbetrieb. Sehenswert sind der Barockgarten (mit vielen Rosen) sowie der Kräutergarten. Hinzu kommen eine Käserei sowie ein renommierter Weinbaubetrieb. Und bekannt ist der Hopfengarten, welcher den „Stoff“ für das bekannte „Original Ittinger Kloserbräu“ liefert.

Impressionen der Rundwanderung

Ittinger Waldreservat

Etwas vergessene Wegweiser in der „Countryside“

Typische Thurgauer Idylle

Rebhäuschen Weingut Hausamann, Iselisberg

Auf dem Holzweg …

Der Fluss Thur, der Namensgeber des Kantons Thurgau

Bolzengerade – der Damm-Wirtschaftsweg an der Thur entlang. Die Thur ist manchmal ein reissender, unbändiger Fluss, daher wurde die Thur früher an vielen Orten eingedämmt. Heute geht man andere Wege, der Flusslauf wird teilweise Re-naturalisiert.

Zurück in der Kartause Ittingen

Genuss am Ende der Tour! Käse, Schinken, Wein – alles kommt aus der eigenen Herstellung der Kartause Ittingen.

 

Tipps by Michael’s Beers & Beans:

Klosterladen Kartause Ittingen

Der Klosterladen ist ein Besuch wert. Spannend zu sehen, welche Vielfalt an feinen Spezialitäten hier im ehemaligen Kloster produziert werden. Produkte aus der eigenen Kelterei, der Käserei, der Metzgerei und der Bäckerei. Neben Anbau und Verarbeitung von Lebensmitteln werden in den Werkstätten verschiedene Handwerke ausgeübt. Aus der Schreinerei kommt zum Beispiel das beliebte Wildbienenhotel, aus der Töpferei tolle Kunstwerke. Und natürlich bekommt man hier auch das „Klosterbräu“.

Die Rezeptur des 1982 erstmals gebrauten Biers wird heute von Heineken verwendet und in der Brauerei Calanda-Haldengut in Chur produziert. Der Hopfen kommt aus dem Klostergarten der Kartause, dem diesem Bier sein typisches Aroma gibt.

Möbelhandwerk Schweizer, Üsslingen

Du suchst einen schönen Esstisch aus Apfelbaum-Holz? Im Dorf Uesslingen scheint ein Schreiner mit grosser „Tsch-Kompetenz“ zu sein, der Hölzer von den lokalen Waldbesitzer verarbeitet. Durch die Fenster konnten wir einen Blick in den Showroom/Werkstatt werfen. Bei den schönen Tischen kommt man sofort ins schwärmen.

Möbelhandwerk Schweizer, Ittingerstrasse 3, 8524 Uesslingen, https://www.moebelhandwerk.ch/

Tourbeschreibung / Wanderführer:

Startpunkt ist der Parkplatz bei der Kartaus Ittingen (416 müM). Von dort kann mach sich gut an der Beschilderung „Iselisberg“ orientieren. Diesem Weg folgen wir, der uns durch das Ittinger Waldreservat, einem schönen lichten Wald führt. Wir begegnen einem Holzkohle-Meiler (die Holzkohle kann man im Klosterladen in der Kartause kaufen) . Der Wanderweg bringt uns überwiegend flach auf einen freien Höhenzug mit Obstwiesen bis zu den Weinbergen von Uesslingen. In Iselisberg haben wir mit 485 müM den höchsten Punkt erreicht, jetzt geht es über eine Art Holztreppe hinunter nach Uesslingen. Dort sind wir dann weiter dem Wanderweg über die Thurbrücke in Richtung Ellikon a.d. Thur gefolgt, haben den Wegweiser Kartause Ittingen ignoriert.  (Möglichkeit der Verkürzung der Rund-Wanderung). Unmittelbar nach dem wir die  Thurbrücke überquert haben, verlassen wir den offiziellen Wanderweg und folgen dem „Damm-Wirtschaftsweg“  in Richtung Rorenbrücke (Warth). Dieser „Dammweg“ führt uns „Bolzengerade“ durch ein schönes Auenschutzgebiet mit schmalen Uferwiesen. Über die Rohrenbrücke wandern wir zurück ans nördliche Thurufer und folgen jetzt wieder dem Wanderwegweiser „Kartause Ittingen“, der uns den Weg zurück zum Startpunkt weist.

Diese leichte Tour ist ca. 11 km lang und wir brauchten dafür ca. 2.45 Uhr (reine Gehzeit). Leichte Orientierung. Nur leichte Steigungen, Höhenunterschied ca. 100 – 110m.

Märzglöckchen im April

Bodensee, Flora, Schweiz, Thurgau

Eigentlich bin ich erst über den Post „ Auf der Suche nach Märzenbecher“ von Sabine auf ihrem Blog Klappspiegel aufmerksam geworden, was ich da eigentlich für Blumen fotografiert habe. Zuerst dachte ich nämlich,  es wären Maieriesli – beim archivieren irgendwie dann, es könnte eine Art von Schneeglöckchen sein. Blogs bilden! Und jetzt weiss ich es, es sind Märzglöckchen oder Märzenbecher. Diese gehören zu den Frühblühern, die Blütezeit liegt normalerweise zwischen März und April.

Gerade bei uns in den Alpen gehören diese zu den Frühlingsboten, da diese kurz nach der Schneeschmelze aufblühen. Diese Exemplare habe ich dagegen in der Bodensee-Region unter einer Baumgruppe auf einer feuchten Wiese gefunden.

Fotos April 2017