Achtsam durch die bunte Herbstzeit

Life&Style, Top

Die Badesaison hier am See ist vorbei, die Temperaturen ziehen sich nach diesem „Hochsommer im Spätsommer“ langsam doch in etwas tiefere Bereiche zurück. Die Tage werden kürzer. Der Herbst steht vor Tür. Die Natur bereitet sich auf den Winter vor und präsentiert sich nochmals in voller Schönheit.

Mit dem Herbst kommt dieses Jahr die grosse Ungewissheit, wie er in Corona-Zeiten aussehen wird. Wenn die Erkältungszeit anklopft und das öffentliche Leben möglicherweise wieder stärker eingeschränkt wird, ist es umso wichtiger auch auf seine Liebsten und sich selber zu achten. Ich möchte deshalb im Herbst nochmals einen Gang zurückschalten und ein wenig Entschleunigen. Achtsam durch die bunte Herbstzeit zu gehen.

Als kleine Einstimmung in den Herbst habe ich wieder ein paar Herbstbilder herausgesucht und erzähle Euch wie ich mit „Slow Living“ durch den Herbst komme und warum ich mich darauf freue.

Tschüss Sommer

Gerne schliesse ich mit dem Sommer gedanklich ab, zelebriere bewusst meinen letzten Sommertag draussen. Suche mir einen spätsommerlichen Tag aus, paddle vielleicht nochmals über den See zu meiner Lieblingsbucht. Gehe schwimmen. Abends die Beine hoch, die Wärme nochmals geniessen, bei Kerzenschein und einem Glas Wein. Dabei gehe ich die in diesem Sommer entstandenen Fotos durch, schwelge in Erinnerung in den schönsten Sommer-Momenten. Mit dieser Art der Verabschiedung bereite ich mich auf etwas Neues vor, kann gleichzeitig den Sommer nochmals tief einatmen.

Die Veränderung sehen

Alles wird farbig! Die Natur verändert, es wird anders. Auf meinen Wanderungen nehme ich dies wahr, sehe spannende Dinge der Natur. Die frische, kühle Luft einzuatmen ist ein wunderbares Gefühl.

Wechselhaftes Wetter

Dieses Jahr reichte der Sommer noch spät in den September hinein. Doch jetzt wird es merklich kühler und die Tage kürzer. Ist nicht zu ändern. Dies akzeptiere ich einfach und freue mich über das herbstliche Wetter. Wenn es regnet – dann nehme ich mir Zeit. Einmal einfach nichts zu unternehmen. Ein Buch zu lesen, dem Regen zu hören. Kommen die herbstlichen Sonnentage, dann geniesse ich das goldige Licht.

Staunen, wandern, fotografieren und schreiben

Farben der unterschiedlichen Herbstblätter, das Herbstlicht oder einfach drinnen zu wohnen, gemütliche Stunden zu erleben. Mit Wanderschuhen und Kamera Herbstmotive einsammeln. Und abends habe ich jetzt ab und zu wieder meine Zeit, wo ich gerne schreibe. Der Herbst hält für mich Wohfühl-Momente bereit.

Die Vergänglichkeit spüren

Der Herbst lässt mich die Vergänglichkeit spüren – dies zeigt mir auf, dass ich mein Leben wieder etwas entschleunigen sollte. Gerade dieses Jahr hat mich vieles bewusster erleben lassen. Rückblickend waren es oft die kleinen Momente, die heute grossartig erscheinen.

Rhythmus der Natur

Bereits wird es früh dunkel, ich brauche mehr Schlaf. Die Natur ändert wirklich meinen Tag-Nacht Rhythmus. Dies bedeutet für mich vom aktiven „Sommermodus“ umzuschalten und mir wieder etwas mehr Ruhe zu gönnen.

Gemütlichkeit schaffen

Ich wohne gerne, habe es gerne gemütlich. Ziehe mich im späten Herbst öfters zurück. Zeit zum Musik hören, der Kerzenschein taucht alles in eine ruhige Atmosphäre.

Herbsterlebnisse

Klar, der Herbst bietet sich für Ausflüge an. Beispielsweise fahre ich gerne in die sonnigen Berge, wenn sich hier am See im Spätherbst der Hochnebel festsetzt. Oder besuche endlich die Ausstellungen, die eigentlich schon immer wollte.

Sich etwas verwöhnen …

Slow & Soul Food at it’s best! Im Herbst und Winter koche ich gerne für uns, meine Partnerin backt feines Brot oder Kuchen. Und jeden Abend ein kleiner Time Out bei einem Kräutertee! Dieses Jahr ist es besonders wichtig, dass ich etwas für meine Gesundheit tue, mein Immunsystem unterstütze.

Zeit für Familie und Freunde

Eigentlich ist der Herbst für mich eine gute Zeit um Momente in guter Gesellschaft zu verbringen. Doch im Corona-Jahr wird dies etwas schwieriger, wir müssen vorsichtig bleiben. Daher freue ich mich auf die Momente im kleinen Rahmen.

Herbst lernt mich Achtsamkeit

Was könnte schöner sein, als durch raschelndes Laub zu wandern, während die Sonne in spürbar flacherem Winkel durch das rotgoldene Blätterdach durchschimmert! Oder durch die Weinberge zu laufen, die bereits abgeerntet sind und ruhig im goldigen Sonnenlicht stehen. Der Herbst zeigt mir vieles auf und er bringt mich dazu wieder achtsamer zu sein.

Kürbis darf nicht fehlen …

Herbst ohne Kürbis geht gar nicht. Überall leuchtet es in goldgelben Farben, die Zeit der Kürbis Ernte ist gekommen. Ob aromatischer Butternut, riesiger Gelber Zentner oder farbenfrohe Zierkürbisse – die Vielfalt an Formen und Mustern ist gross.

Wintergäste

Herbst ist wenn viele Vögel als Durchzügler über den See in Richtung Süden hinwegziehen. Und die ersten Wintergäste aus dem Norden kommen und sich für die kalte Jahreszeit an den Ufern einleben.

Herbst
 
Wenn ich an einem schönen Tag
Der Mittagsstunde habe acht,
Und lehne unter meinem Baum
So mitten in der Trauben Pracht:
 
Wenn die Zeitlose übers Tal
Den amethystnen Teppich webt,
Auf dem der letzte Schmetterling
So schillernd wie der frühste bebt:
 
Dann denk‘ ich wenig drüber nach,
Wie’s nun verkümmert Tag für Tag,
Und kann mit halbverschloßnem Blick
Vom Lenze träumen und von Glück.
 
Du mit dem frischgefallnen Schnee,
Du tust mir in den Augen weh!
Willst uns den Winter schon bereiten:
Von Schlucht zu Schlucht sieht man ihn gleiten,
Und bald, bald wälzt er sich herab
Von dir, o Säntis! ödes Grab!

Annette von Droste-Hülshoff (1797- 1848) – Auszug aus dem Gedicht „Säntis“
(Bild: Säntis s/w by michael’s beers & beans)

Willkommen Herbst

Tammie norrie heisst der Puffin auf Shetland

Das Königreich der Papageientaucher

Shetland, Top, Wildlife Shetland

In den Sommermonaten ist Shetland das Königreich der Papageientaucher. Tammie norrie, wie der Vogel auf Shetland genannt wird, übernimmt dann für eine kurze Zeit die Macht über die Insel-Gruppe. Shetland ist weit weg von allem, daher begegnen die Menschen hier den Papageientaucher noch mit Respekt und Distanz. Auch wir haben uns diesem wundervollen Vogel vorsichtig genähert und haben Stunden verbracht, den bruchpilotenhaften Flugmanöver und den Kapriolen der Papageientaucher zuzuschauen. Meine Frau hat die Vogelbeobachtungen viel Spass gemacht und verspürte daher Lust wieder einmal zur Kamera zu greifen. Dabei sind ihr wunderschöne Aufnahmen gelungen.

Der Papageientaucher hat viele schöne Namen: In Shetland nennt man ihn Tammie norrie, in Island Lundi und in Italien Pulcinella di Mare

Nach Shetland kommen die Papageientaucher nur zum brüten. Hoch oben auf dem von Gras überwachsenen Klippen bauen die Vögel ihre Nester. Das Weibchen legt nur ein einziges Ei, um welches sich die Eltern gemeinsam kümmern. Im August sind die Tiere dann wieder für den Rest des Jahres vom Erdboden verschwunden. In dieser Zeit sind die Vögel auf dem offenen Meer, Tag und Nacht. Das Wasser ist ihr Element, trotzen selbst im Winter dort draussen der Kälte und den Stürmen. Die Papageientaucher ernähren sich von kleinen Fischen und Krebstieren, daher kann er mit seinen kurzen Flügeln hervorragend schwimmen und mehr als 50 Meter tief tauchen.

Mit seinem bunten Schnabel, dem schwarz-weissen Körper und dem tollpatschigen Watschelgang sieht der Papageientaucher aus wie ein Clown im Frack. Dies ist sicherlich ein Grund, dass dieser Vogel in der ganzen Welt so viele Fans hat. Und die Italiener ihm den schönsten Namen gegeben haben – Pulcinella di mare!

Über die Papageientaucher gibt es viel zu erzählen. Wie viele Vögel bleiben auch die Papageientaucher ihrem Partner treu, allerdings nicht ohne Beziehungspausen. Zoologen der University of Oxford haben herausgefunden, dass die Eltern, nachdem sie ihren Nachwuchs grossgezogen haben, gemeinsam auf das offene Meer hinausfliegen. Dort trennen sich ihre Wege, den Winter verbringen sie getrennt.

Auch die farbigen Schnäbel geben Rätsel auf. Schliesslich leuchten diese in strahlendem Orangerot, während der Rest des Vogelkörpers in in dezentem Schwarz-Weiss gehalten ist. Eine Zufallsentdeckung eines Ornithologen der Universität Nottingham liess den Schnabel unter UV-Licht im gelben Bereich leuchten. Die Papageientaucher – so die Schlussfolgerung – sehen nicht nur rotes, blaues und grünes Licht, sondern auch UV-Strahlen. Die Funktion des glühenden Schnabels des Papageientauchers ist vorerst noch ein Rätsel. Eine Vermutung ist, dass die Vögel beim Tauchen mit dieser Lichterzeugung untereinander kommunizieren.

Beziehungspause der Papageientaucher

Wir werden unsere Zeit und die vielen Begegnungen mit den Papageientaucher oben am Sumburgh Head nie vergessen. So bleibt uns die erste Beobachtung tief in unserer Erinnerung. Wir waren auf das Kap hoch gestiegen. Zuerst entdeckten wir kein Vogel, alles war wie leergefegt. Dann plötzlich, als würde ein Schauspiel starten: Ein Vogel nach dem anderen lässt sich auf den Klippen nieder und geniesst nach getanem Fischfang seinen Feierabend. Immer wieder neigen sie dabei ihre Köpfe oder flattern mit den kurzen Flügeln. Tief unten das Meeresrauschen. Sonst liegt eine wundervolle Ruhe über dem Felsen. Wir behalten Abstand, wollen die Tiere in Ruhe lassen. Schliesslich wollen wir ihr Vogelparadies nicht stören. Wir sind einfach dankbar, dass wir an diesem Ort die Natur so erleben durften.

Das Königreich der Papageientaucher

Pulcinella die Mare
Il Pulcinella di Mare
Bruchpiloten Puffin Papageientaucher
Der Papageitaucher ist ein Taucher und Flieger, allerdings die Landungen haben eher was von einem Bruchpilot
Schnabel leuchten im UV Licht
Papageientaucher im Anflug
Tammie norrie heisst der Puffin auf Shetland

Bilder 1,2,3,6,7,8 bei ACS (vielen Dank), Bilder 4,5 bei Michael’s Beers & Beans, Shetland im Juni 2018

Quellen:  Shetland Nature, National Geographic, Wikipedia (u.a.)

Mehr Wildlife, mein „Shetland Picture Book“ sowie Tipps und Infos zu Shetland findest hier. (Bild anklicken)

Reise zum Nordlicht – wo gibt es gute Orte für die Beobachtung?

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Die Polarlichter zu beobachten ist ein unbeschreibliches Erlebnis. Draussen in einer kalten, klaren Nacht hoch oben im Norden zu stehen, den unvergleichlichen Anblick dieser grün-weisslichen Licht-erscheinungen, die sich schnell in der Bewegung und Intensität ändern. Plötzlich verschwinden und wieder kommen.

Polarlichter – wo und wann kann man diese bestaunen? Wo tauchen diese Nordlichter auf, an welchen Orten kann man diese gut beobachten?

(Refresh September 2019 / Juli 2020)

Je näher man sich zum Nordpol befindet, umso intensiver sind die Lichterscheinungen. Daher sind die besten, erreichbaren Standorte für uns Europäer am nördlichen Polarkreis, also auf 66° nördlicher Breite, zu finden.

Die beste Zeit zur Beobachtung ist zwischen September und März, wenn die Nächte lang sind. Eine Reise in diesen Monaten an den Polarkreis garantiert noch keine Polarlichter. Im hohen Norden ist das Wetter im Herbst und Winter oft rau und der Wind peitscht einem ins Gesicht. Das Wetter ist sehr wechselhaft. Da ich den eisigen Winter in Norwegen einmal kennen gelernt habe, habe ich mich bewusst für den Herbst entschieden. Wir hatten im September 2016 (Lofoten) oder im Oktober 2015 (Island) wunderschöne, sonnige und ruhige Phasen, damit auch klare, schon fast „warme“ Nächte. Dies darf keine falschen Hoffnungen wecken, denn das Wetter oben am Polarkreis kann auch ganz anders! Es kann auch einmal tagelang durchregnen und stürmen. Es gehört schon ein bisschen Glück dazu, dass sich der Himmel aufklart. Pflicht sind im Herbst und Winter warme Kleidung, dazu gehören Mütze und Handschuhe.

In Island kann bereits Ende August der Winter einbrechen. (Bild Nord-Island im September 2015)

Das Wetter ist das eine, aber selbst wenn die Nächte klar sind, das Nordlicht ist immer noch nicht garantiert. Die Lichterscheinung hängt stark von der Aktivität auf der Sonne ab. Und es gibt weitere Faktoren, die man berücksichtigen muss: Standort, Umgebungslicht, Mondschein sowie Intensität des Nordlichtes. In den nachfolgenden aufgeführten Orten kann man von 10 Nächten zwischen 7 – 9 Nächten mit einem Polarlicht rechnen.

Meine Empfehlung ist nicht eine Reise einzig und alleine wegen den Nordlichtern zu unternehmen. Sondern eine Herbst- oder Winterreise an den Polarkreis zu planen und wenn es gutes Wetter ist und Nordlicht-Aktivitäten hat, diese quasi „on top“ mitzunehmen.

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Hier am Polarkreis ist der richtige Ort um nachts die Lichterscheinungen zu beobachten. (Foto Halbinsel Flateyjarskagi, wenige Kilometer nördlich von dieser Spitze verläuft der 66° Breitengrad durch die Insel Grímsey)

Nachfolgend eine Zusammenfassung an welchen Orten die Nordlichter gut zu sehen sind. Diese Aufstellung basiert einerseits auf eigene Erfahrungen (Island, Norwegen, Irland, Färöer Inseln), anderseits auf Informationen aus meinem Bekanntenkreis, dem Internet sowie Touristikorganisationen der betreffenden Länder.

Nordlicht und Wolken (Kabelvåg, Lofoten, Norwegen, September 2016)

Finnland (Revontulet)

In Finnland setzt zur Zeit der Herbst-/Winter-Tourismus voll auf das Nordlicht. Das Angebot rund um das Nordlicht ist riesig und sehr vielfältig. Sehr beliebt ist Nellim am Inari-See, dem drittgrössten See Finnlands sowie die Glas-Iglus in Kakslauttanen. Ich kann mir vorstellen, dass der tiefverschneite Winter zusammen mit den Nordlichtern ein Erlebnis sein muss.

Empfohlene Orte: Nellim, Utsjoki, Kakslauttanen, Ivalo.

Norwegen (Polarlys, Nordlys)

Die Stadt Tromsø ist ein Hotspot für Nordlicht-Fans: wenn sich in der nordnorwegischen Stadt das Tageslicht allmählich verabschiedet, erscheint bei gutem Wetter die Aurora borealis schon fast zuverlässig. Hier, nördlich des Polarkreises, ist die Aktivität der Polarlichter am grössten, oft ist der Himmel stundenlang von leuchtenden Grüntönen erhellt.

Empfohlene Orte:  Tromsø, Alta, Lofoten

Im September 2016 habe ich die Lofoten besucht. Wir hatten grosses Glück und einige klare Nächte mit vielen Nordlichter und sehr langen Phasen. Gerade im September war faszinierend, dass die Nordlichter in der Abenddämmerung zu beobachten waren. Die Lofoten gehören sicher zu den Top-Standorten für die Nordlicht-Beobachtung.

Nordlicht in der Abenddämmerung (Kabelvåg, Lofoten, Norwegen)

Grönland

Natürlich ist Grönland eine grosse Option. Die gesamte Insel ist ein fabelhafter Platz für die Polarlichter. Die Eiswüsten im Inselinneren sind unzugänglich, die südlichen und östlichen Küstenregionen kann man erreichen, allerdings ist hier die Anreise nicht so einfach. Für Grönland gilt: Überall ist Nordlicht!

Empfohlene OrteKulusuk, Ammassalik

Schweden (Polarsken)

Dank ihres einzigartigen Mikroklimas – wenig Regen und oft wolkenloser Himmel – ist die Gegend um Abisko in Schwedisch-Lappland der wissenschaftlich nachweislich ideale Ort, um die Polarlichter in ihrer ganzen Intensität zu erleben. Man spricht hier von einem „Blauen Loch von Abisko“, welches sich im Himmel auftut, ein Stück klarer Himmel, auch wenn der Rest des Himmels doch wolkenverhangen sein sollte.

Empfohlene Orte: Kiruna, Abisko (Schwedisch-Lappland)

Einer der Pioniere des Nordlicht-Tourismus in Schweden ist der amerikanische Fotograf Chad Blakley. Er hat 2010 ein das Unternehmen „Lights over Lapland“ gegründet und sich darauf spezialisiert Touristen aus der ganzen Welt zu helfen, die Nordlichter in Abisko-Nationalpark zu sehen und zu fotografieren. Sehenswert ist seine Aurora Webcam, welche in den Wintermonaten in Betrieb ist.

Alaska und Kanada (Aurora, Polar Lights or Northern Lights)

Der nördlichste US-Bundesstaat sowie die weite Tundra im Norden Kanadas sind grosse Bühnen für Polarlichter. Auch hier ist im Winter ein wahrer „Northern Lights“-Reiseboom entbrannt. Die University of Alaska bietet eine Polarlichter-Vorhersage an.

Empfohlene Orte in Alaska: Anchorage, Fairbanks, Denali Nationalpark

Empfohle Orte in Kanada: Calgary, Ontario, Yukon Territory, Manitoba

Schottland (Northern Lights)

Schottland ist eine gute Option – an ganz klaren Tagen kann man in ganz Schottland die Aurora sehen. Vor allem im Norden von Schottland hat man die grösste Chance die Northern Lights gut zu beobachten.

Empfohle Orte: nördlich von Ullapool, nördliche Spitze Isel of Skye, äussere Hebriden, Orkney

Shetland (Mirrie Dancers)

Die Shetlandinseln gehören natürlich auch zu Schottland. Allerdings liegt die Insel-Gruppe auf 60° nördlicher Breite und dabei näher zum norwegischen Bergen als zu Edinburgh. Shetland ist vermutlich die beste Option ausserhalb der Regionen die am Polarkreis liegen. Die Winter gelten eher als mild, Frost ist weitgehend unbekannt. Natürlich gibt es Ausnahmen und so kann für einige Tage der Schnee liegen bleiben. Stürmische Tage sind im Winter garantiert.

In Shetland nennt man die Polarlichter „Mirrie Dancers“ – für mich der schönste Name für die mystischen Himmelserscheinungen.

„Simmer Dim“ in Lerwick – im Sommer scheint auf Shetland die Sonne schon mal bis zu 19 Stunden am Tag, Im Winter dagegen sind die Nächte sehr lang, es gibt weniger als sechs Stunden Tageslicht. Optimal für die Nordlichtbeobachtung. (Foto Juni 2018)

Empfohlene Orte: Leuchtturm von Eshaness, Sumburgh Head, Wormadale – grundsätzlich erreicht man auf dem Mainland viele gute dunkle Orte mit Weitblick. Doch selbst am Hafen von Lerwick oder oberhalb auf dem Fort Charlotte sind gut Plätze.

Färöer Inseln (Norðlýsið)

Natürlich liegen die Färöer Inseln wie Shetland genug im Norden um mit Erfolg Nordlichter beobachten zu können. Allerdings sind die Färöer Inseln weit draussen im Nord-Atlantik wettermässig sehr exponiert. Die Wolken ziehen tief über das Meer und verfangen sich in den relativen hohen Bergen der Inseln, daher gibt es viel Nebel und Regen. Wenn der Himmel einmal frei ist, kann man aufgrund der niedrigen Luftverschmutzung immer mit einer klaren Sicht rechnen.

Ein ganz besonderes Erlebnis im ist der Nachtflug der Atlantic Airways über den Nord-Atlantik, während die Lichter am Himmel tanzen.

Empfohlene Orte: dazu habe ich nichts gefunden, aber es gibt genug „Nord-Kaps“ oder Gipfel auf der Insel-Gruppe. Vielleicht ist der Hausberg von Klaksvik, der Klakkur mit 413 Meter über Meer ein guter Ort. Die freundlichen Färöer werden sicherlich vor Ort sofort weiterhelfen und einen guten Beobachtungsort kennen.

Irland (Northern Lights, An Chaor Aduaidh)

Irland wird keine touristische Nordlicht-Destination werden, überrascht aber trotzdem mit seinen Nordlichtern. Diese sind zwar eher schwach zu sehen, es ist aber erstaunlich, wie viel Sichtungen letztes Jahr im Norden von Irland gemacht worden sind. Ich konnte dies auf Twitter verfolgen, zum Teil haben die irischen Fotografen ganz tolle Bilder geschossen und veröffentlicht.

Gute Plätze zur Beobachtung gibt es an der Nord-Küste im County Donegal. Hier ist der Malin Head ein sehr guter Platz. Es gibt in Irland sogar einen Aurora Alert @Aurora_ireland, welcher einem zuverlässig über bevorstehende Nordlicht-Phasen informiert.

Empfohlene Orte: Malin Head, Inishowen (Co. Donegal), Lough Melvin, (Co. Leitrim), Gortmore View Point, (Co. Londonderry), Giants Causway (Co. Antrim), Rathlin Island (Co. Antrim) – bei stärkeren Nordlichter kann man an den Stränden von Dublin Glück haben und Nordlichter beobachten.

Island (Segulljós)

Unsere ersten Beobachtungen haben wir hier in Island gemacht. Wer im August in Island unterwegs ist, sollte in der Nacht schon die Augen offen haben, dann beginnt bereits die Nordlicht-Saison.

Nordlichter am Himmel über dem Fjord Eyjafjörður (Island)

Im Oktober 2015 haben wir am Fjord Eyjafjörður ein Ferienhaus gemietet – und dies war auch in Punkto Nordlicht ein Volltreffer. Von der Terrasse aus hatten wir – bei gutem Wetter – eine perfekte Beobachtungsstation für das Nordlicht. Und wenn es los ging, dann waren wir halt wirklich quasi schon vor Ort. Vom Ferienhaus waren wir zudem schnell oben in den Bergen, in der totalen Dunkelheit.

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In Nord-Island hat man das Nordlicht vor der Haustüre

Natürlich kann man es in Island einfacher haben, als zuerst noch 5 Stunden von Reykjavik an den Fjord Eyjafjörður zu reisen. Man muss eigentlich nur das elektrisierende Nachtleben von Reykjavik und damit die Lichter der Stadt hinter sich lassen und den Thingvellir Nationalpark ansteuern. In diesem Park, der zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, wird das Auseinanderdriften der amerikanischen und europäischen tektonischen Platten durch imposante Felsspalten und Risse sichtbar. Der Nationalpark ist aber auch ein Mekka für die Fans von Polarlichtern, die hier besonders eindrucksvolle Tänze aufführen. Bei starken Lichterscheinungen stellt die Stadt Reykjavik die Strassenbeleuchtung aus, so dass man sogar aus der Stadt die Aurora Borealis sehen kann.

Empfohlene Orte: Ausserhalb von Reykjavik, Thingvellir Nationalpark, Rangá/Hella, Akureyri (Nordisland) – überall auf der gesamten Insel findet man gute Plätze.

Schweiz (Polarlicht)

Wenn verschiedene Kriterien zusammentreffen, besteht sogar in der Schweiz die Möglichkeit, die Nordlichter zu beobachten. Solange der Himmel klar ist und nicht durch die elektrischen Lichter unserer Agglomerationen beeinflusst werden, ist das Naturschauspiel nicht ausgeschlossen. Im Jahr 2011 gab es einige Nächte in der Schweiz (Raum Basel) in denen Nordlichter gesichtet wurden.

Deutschland (Nordlicht)

Das gleiche gilt für Deutschland. In Nord-Deutschland werden öfters Sichtungen gemeldet. Wie in der Schweiz, darf man nur ein diffuses Leuchten erwarten. Vielfach sind diese Nordlicht-Erscheinungen mit dem Auge nicht zu erkennen sondern nur fotografisch erfassbar.

Niederlande (Poollicht)

In Holland kommt das Polarlicht nur sehr selten vor und ist in der Regel nicht so spektakulär. Nordlichter erscheinen oft rot. Diese entstehen, wenn der Sonnenwind in grosser Höhe auf Stickstoff trifft. Infolgedessen ist manchmal rotes Polarlicht im nördlichen Holland sichtbar. (Draft 1.10.2020)

Russland (Северное сияние)

Der Norden von Russland ist eine gute Nordlicht-Destination und bietet hervorragende Bedingungen. Hier scheint Murmansk (mit der angrenzenden Halbinsel Kola) das Nordlicht-Zentrum in Russland geworden sein.

Aurora Australis – das Polarlicht des Südens (Südlichter)

Südlichter down under. Das Schwesterphänomen Südlichter ist eher unbekannt. Schon weil Anreise an Orte mit Südlichter schwieriger ist. Bilder von Südlichter zeigen, dass diese genauso spannend und spaktakulär sein müssen.

Empfohlene Orte: Südgeorgien, Falklandinseln, Stewartinseln, Tasmanien – als einer der besten Orte gilt Ushuaia im Süden von Argentinien, allerdings braucht es bei den berüchtigten Wetterverhältnissen dort viel Glück für eine Nacht mit klarem Himmel.

Wie ich die Nordlichter gesehen und erlebt habe…

Wie Nordlichter wirklich aussehen? Ich habe die Nordlichter als weisse, graue Lichttschleier wahrgenommen. Stärkere Nordlichter nahm ich in einem pastellen Grün wahr. Allerdings hatte ich bisher noch nie das Glück ein ganz starkes Nordlicht mit tiefgrünen und tiefroten, leuchtenden Segeln, die wie Fahnen im Wind flattern, zu sehen. Solche Nordlichter habe ich bisher nur auf den Videos von Nordlicht-Experten und Profi-Filmern gesehen. Der Grund für meine Wahrnehmung „weiss/grau“ liegt neben anderen Faktoren an meinem Sehvermögen bei Dämmerung und in der Nacht.

Mein eigenes Sehvermögen lässt die Nordlichter weiss/grau erscheinen. Erst bei stärkeren Nordlichter konnte ich Pastell-Töne (grün, rot) erkennen.

Dafür sieht meine Kamera alles leuchtend knallig grün, manchmal sogar rot, violett. Die Erklärung dafür ist einfacher, denn die Aurora Borealis ist ein elektrisches Licht und wird von den empfindlichen Sensoren während den üblichen Langzeitbelichtung „wahrheitsgemäss“ farbig aufgezeichnet.

Wie ich die weissen Nordlichter zum ersten Mal gesehen habe, darüber habe ich einen Post „Wie Nordlichter wirklich aussehen …“ verfasst.

Dieses Bild zeigt ein starkes Nordlicht welches ich mit einer Langzeitaufnahme von ca. 8 sek aufgenommen habe. Auch dieses Nordlicht habe ich mit eigenem Auge nur leicht grünlich erkennen können. Die Spieglung auf dem Wasser konnte ich mit eigenem Auge nicht sehen.

Was man weder auf den Fotos noch auf den Zeitraffer-Videos transportieren kann, ist das Erlebnis, das Gefühl wenn die Lichter am Himmel erscheinen, tanzen, sich bewegen, verschwinden und wieder kommen. Oder Leuchtbogen an den Himmel zeichnen. Und alles ist plastisch, man hat das Gefühl das Licht könnte man berühren. Ob weiss oder bunt – das Polarlicht ist faszinierend!

Faszination Polarlicht by Michael’s Beers&Beans! Alle meine Berichte zum Nordlicht findest Du hier.

Die verwendeten Bilder sind alle im Oktober 2015 auf Island sowie im September 2016 auf den Lofoten entstanden (Fotos by Michael’s Beers & Beans)

Refresh September 2019 / Oktober 2020

Arosa: 10 Seen entdecken und erwandern

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Zum Start in den Aroser Bergsommer habe ich hier mit dem 10 Seen Plausch für alle Berggänger einen tollen Tipp. Als ich vor einigen Jahren den 10 Seen-Plausch von Arosa-Lenzerheide Tourismus „entdeckte“, war mir eigentlich gar nicht bewusst, dass es rund um Arosa so viele Seen gibt. Auf jedenfall war für mich schnell klar, dass ich alle diese Seen erwandern musste und dies inspirierte mich zu meiner Fotoserie Top 10 Lakes of Arosa, die Du nachfolgend findest.

Inzwischen ist der 10 Seen-Plausch beliebt und wird daher von Arosa – Lenzerheide Tourismus weiter angeboten. Die Seen sind für die Wanderer auf der Arosa-Seite gut zu erreichen, ungeeignet dafür von der Lenzerheide aus. Zwei der Seen befinden sich mitten im Dorf Arosa, einer ist ein sehenswerter Stausee, der auf einem Wanderweg umrundet werden kann. Die übrigen sieben Seen erreichst Du auf schönen Spaziergängen oder längeren Wanderungen. Einer davon – der hochgelegene Alteinsee – verlangt dann doch etwas Kondition ab. Und am Schluss der Wanderungen empfiehlt sich das Strandbad von Arosa am idyllischen Untersee – ein Bad im glasklaren Bergsee.

So funktionierts:

Am Ausfluss jedes Sees sind blau-weisse Tafeln mit einer Nummer angebracht, übertrage diese Nummer auf den Flyer, den Du hier runterladen oder am Schalter von Arosa Lenzerheide Tourismus abholen kannst. Wenn Du alle Seen abgewandert und die entsprechenden Nummern auf dem Flyer notiert hast, erhälst Du bei Abgabe des ausgefüllten Flyers am Info-Schalter von Arosa Tourismus eine kleine Überraschung.

Top 10 Lakes of Arosa

Älplisee

Eine schöne Wanderung führt am Schwellisee vorbei hoch zum Älplisee. Der Älplisee kann man mit einigen Wanderrouten verbinden oder aber auch den See zum Ziel machen. Der Älplisee liegt auf 2156 m ü.M. auf dem Aroser Älpli.

Schwellisee

Von Innerarosa ist der Schwellisee mit einem gemütlichen Spaziergang von weniger als einer Stunde erreichbar. Der Schwellisee auf 1933 m ü.M. liegt auf der Aroser Alp. Die Arvenstämme im See zeugen noch vom ausgedehnten Arvenwald, der einst weit über den See hinauf reichte.

Unterer Prätschsee

Der untere Prätschsee liegt auf 1910 m ü.M. und etwas versteckt. Der See ist über einen kleinen Pfad erreichbar. Er ist ein Abstecher wert auf dem Weg zum Oberen Prätschsee oder auf der Wanderung in Richtung Scheidegg und Ochsenalp. (ein bisschen mein Favorit)

Scheideggseeli

Das Scheideggseeli findest Du in einer Alpweidemulde auf 2080 m ü.M., in der alpinen Zone an der Scheidegghalde. Bei diesem Seeli brüten auch ab und zu Wildenten. Rund um das Seeli werden oft Fuchs, Marder, Wiesel und Kolkraben gesichtet.

Oberer Prätschsee

Die Wanderung zum Oberen Prätschsee auf 1987 m ü.M. führt über den Eichhörnliweg und am Hotel Prätschli vorbei. Der obere Prätschsee ist bei den Locals sehr beliebt. Tipp: Mit einer Wanderung zur Ochsenalp verbinden.

Alteinsee

Der Härtetest! Auf 2251 m ü.M. liegt der Alteinsee, auf einem Alpplateau in der Strelakette. Dieser See kann man mit einer attraktiven Bergwanderung nach Davos, Glaris oder Wiesen oder auf das Schiesshorn verbinden. Oben hat es eine kleine Alphütte – manchmal wird hier frischer Joghurt verkauft.

Grüenseeli

Auf 1811 m ü.M. liegt das Grüenseeli, umgeben von einem idyllischen Wäldchen und mit traumhaft klarem Wasser. Vom Ausfluss des Stausees die Strasse hinauf, anschliessend durch einen schmalen Waldweg, erreichst Du das Grüenseeli in ca. 45 Minuten. Am See gibt’s eine Feuerstelle.

Obersee

Der Obersee auf 1739 m ü.M., der grössere der beiden Seen mitten in Arosa. Diesen empfehle ich so als Anfang mit dem Boot zu erkunden (man findet das blau/weisse Schild auch per Boot). Also ein Gratis-Pedalo schnappen und einmal um den See rum –  mitten in der grandiosen Bergkulisse!

Stausee

Der Stausee in Arosa wird auch Iselsee genannt. Du kannst den idyllisch gelegenen Stausee auf einem Wanderweg umrunden.

Untersee

Ein der schönsten natürlichen Badeseen im Kanton Graubünden! See und die klassische, alte Badeanstalt – was für ein Fotomotiv! Eigentlich fast ein Wahrzeichen von Arosa. Und diesen See muss man badend und schwimmend erkunden.

(Die Fotoserie entstand im Juni 2012, das Titelbild 2016. Tipps Juli 2015/Refresh im Juli 2020)

Alle Posts über Arosa – Sommer wie Winter – findest Du hier

Ferien in der Schweiz