BergLiebe: Urdensee (Arosa)

Arosa, Top

Letzte Woche ist die Ausgabe „Sommer 2020“ der beliebten Zeitschrift „BergLiebe“ erschienen. Ein Bild, welches ich vom zauberhaften Urdensee geschossen habe, hat den Weg in diese Ausgabe gefunden!

Über die Anfrage der Bildredaktion von LandLiebe, ob sie dieses Bild über den Urdensee (Arosa) für ihre Ausgabe „BergLiebe“ zum Thema „sagenhafte Berge“ verwenden dürfen, habe ich mich gefreut. Und noch schöner ist, dass dieses Bild jetzt erschienen ist und hoffentlich viele Leser dieses beliebten Magazins erfreut.

Bild Michael Schneider / Text Redaktion „BergLiebe“

Die „LandLiebe“ ist ein aufwendiges und sehr schön gemachtes Magazin. Es vermittelt die Schweiz so wie sie ist – authentisch und bodenständig. Dabei wird von aussergewöhnlichen Menschen und faszinierenden Naturschauspielen erzählt – einfach schöne Geschichten vom Land, seinen Bergen und seinen Menschen, Rezepte aus der Landfrauenküche, wertvolle Gartentipps und innovative Strickideen.

Weitere Informationen findest Du unter https://www.landliebe.ch/

Das Bild vom kleinen Bergsee habe ich auf einer Wanderung an einem frühen Sommermorgen geschossen. Dabei hatte ich mich erinnert, dass dieser See etwas geheimnisvolles hat. So scheint die Untiefe im westlichen Teil des Sees sehr tief zu gehen, diese wurde aber noch nie ausgemessen. Und dann war da noch eine Sage von einem geizigen Senn und einer roten Kuh. Von dieser Sage habe ich später in einem Post zusammen mit den Bildern dieses zauberhaften Sees erzählt. Du findest diesen Post hier: Die Sage vom Urdensee.

Letzte Woche ist die Ausgabe „Sommer 2020“ der beliebten Zeitschrift „BergLiebe“ erschienen. Dieses Bild, welches ich vom zauberhaften Urdensee geschossen habe, hat den Weg in diese Ausgabe gefunden!
LandLiebe ist auch Bergliebe: Hier wird durchs Land gewandert, Gipfel erklommen und die ursprünglichen und überraschenden Seiten der Schweiz gezeigt.

Irish Whiskey – Tipps von Michael’s Beers&Beans

Ireland, Top, Whiskey

Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold (3)

Die Verkostungsnotizen sind so etwas wie das Herzstück meines Whiskey-Blog-Trails! Diese sind aber ganz klar „subjektiv“! Aber so kann ich Dir spannende Whiskey aus Irland vorstellen und Du bekommst konkrete Tipps.

Den irischen Whiskey zeichnet eine milde, runde und sanfte Charakteristik aus. Manchmal ist er in seiner Sanftheit näher dem französischen Cognac als dem schottischen Whiskey.

Dies ist auf einen wesentlichen Unterschied in der Herstellung zurückzuführen. Der irische Whiskey wird im Gegensatz zum schottischen Whisky nicht über dem Torffeuer gedarrt, damit findet man im irischen Whiskey keine herben und torfigen Rauchnoten. Für die Blends wird teilweise als Getreide auch Hafer verwendet.

Die Destillation und Lagerung ist ähnlich wie beim schottischen Whiskey, ausser dass in Irland immer drei Mal destilliert wird. Die irischen Malts werden zudem unterteilt in Single Malt (nur Gerstenmalz) und Pot Still Malts (gemälzte und ungemälzte Gerste).

Die meisten in Irland hergestellten Whiskeys sind Blends. Beim „blenden“ des irischen Whiskeys gibt es eine weitere Besonderheit, die ihn vom schottischen unterscheidet. Hier durchläuft jede Abfüllung verschiedene Reifeprozesse in unterschiedlichen Fasstypen. Häufig genutzt werden z. B. Sherry-, Bourbon- und Portweinfässer. Die verschiedenen Sorten zeichnen sich entsprechend durch ihre Komplexität aus.

In letzter Zeit werden jedoch auch mehr und mehr Single Malts hergestellt. Eine wichtige Qualitätsbezeichnung ist „Single Malt“ wie auch „Single Pot Still oder Pot Still Malts“. Letzteres bedeutet, dass der Whiskey aus einer Mischung gemälzter und ungemälzter Gerste besteht, der Anteil an ungemälzter Gerste aber höher ist.


Richtig geniessen – das richtige Glas

Ich gebe zu – ich liebe meine Whiskey Tumbler. Diese habe ich mir vor vielen Jahren in einer kleinen irischen Kristallgläser-Manufaktur nach und nach gekauft. Leider ist die Tradition der Kristallmanufakturen in Irland vollständig verschwunden. Meine Gläser sind noch nach alter irischer Tradition von Hand verarbeitet und mit aufwendigen Facetten geschliffen worden. Und haben halt noch etwas wie aus alten Hollywoodfilmen …

Der Whiskey Tumbler ist in vielen Fällen gar keine schlechte Wahl. Das Aroma eines Blended Whiskey entfaltet sich wunderbar, auch einen Bourbon aus den USA ist ein Genuss daraus zu trinken. Und warum nicht einmal „on the rocks“, der dicke Glasboden isoliert die Kälte bestens.

Möchte man allerdings einen feinen „Pot Still Malt“ geniessen, dann empfiehlt sich das Nosingglas oder Tastingglas. Whiskeygläser dieser Art erinnern an einen Cognac-Schwenker und besitzen eine rundliche Tulpenform. Die Aromen bleiben hier schön im Glas und entfalten sich wunderbar.

Und jetzt zu meinen Verkostungen …

Verkostungsnotizen

Irische Single Malts
NameNotizTrifft mein Geschmack?
Locke’s 8 YearsSubtile Balance zwischen Frucht und Süsse. Ein guter, ehrlicher Single Malt
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Connemara Peated 12 yearsAnklang von Torf, Rauch und Jod, langer Nachhall. Mir ist er etwas zu aufgesetzt torfig, nicht harmonisch.
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Bushmills Rum Cask 12 yearsRarität mit filigranen Fruchtaromen. Für mich einer der besten Malts aus Irland!
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Bushmills 16 yearsAroma von Honig und Mandeln. Für mich ein „Favorite“.
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Brogans Legacy
10 years
Eine Sinfonie von feinen Fruchtaromen. Leicht pfeffrig im Nachhall. Diesem Whiskey bin ich in einem Hotel begegnet, ich glaube aber dieser wird nicht mehr hergestellt. 
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Bushmills 10 years.Fruchtig, leicht holzig. Mit subtilen Getreidenoten. Ein solider Malt.
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ClontarfStrenger, grasartiger Malzgeruch, mit einem Hauch von Frucht
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The TyrconnellKonventioneller Malt, mit Noten nach Menthol, Vanille und Gras.
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Knappogue Castle 1994Stechend, Anmutung von Süsse, Gras und Heu, etwas unharmonisch.
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Irische Blends
NameNotizTrifft mein Geschmack?
Redbreast 15  yearsPure pot still, non chill filtered. Frucht, Würze, Pfeffer und Süsse, unendlich lang. Für mich sind die Redbreast wirklich ein Genuss!
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Redbreast 12 years, pure pot stillSchokoladenaroma, würzig im Geschmack.
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Tullamore Dew
12 years
Zitrusaromen, süss-rauchiger Geschmack. Achtung ein riesiger Unterschied zum „normalen“ Tullamore Dew.
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Clontarf ReserveElegante Frucht (Aprikose, Stachelbeere), delikate Süsse auf der Zunge. Bei den Malt enttäuschend, hier bei den Blends ein toller Whiskey
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Bushmills 1608
12 Years
Kräftige Fruchtaromen (Zitrus), feuriger Nachhall.
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Power’s GoldFruchtbetonter Blend mit angenehmen Toffeenoten. Ein guter Whiskey – vorallem für Einsteiger sehr gut geeignet, damit macht man auch „Whiskey-Unkundige“ zu Freunden.
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Bushmills Black BushReift in Sherryfässern. Frucht-, Malz- und Nussanklänge, sehr nachhaltig
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Midleton Very Rare
– 2004 Selection.
Fruchtig und ölig, aber auch bitter und schwer. Für mich zu teuer und eher enttäuschend.
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Jameson 12 yearAngenehme Süsse mit Gewürznoten. Leicht bitter im Nachhall. Jameson ist einfach gut!
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Jameson 18 yearLeichte Röstaromen, Orangenblüten, sehr mild im Geschmack. Einfach ein fantastischer Blend!
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Clontarf ClassicLeicht spritzig, dezente Fruchtaromen. Kurzer Nachhall.
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KilbegganDeutliche Karamelsüsse. Sehr kurz im Nachhall.
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PaddyFlorale Noten, leichte Frucht, kurzer Nachhall. Tradition in Irland und einfach ein ehrlicher Whiskey. Toll „on the Rocks“ im Sommer.
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Jameson Crested TenGetreidelastiges Aroma, zartbitter im Geschmack. Für mich gibt es Besseres von Jameson.
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Tullamore DewKaum Entfaltung in Aroma, Geschmack und Nachhall. Belanglos. Für mich gehört er in den Irish Coffee!
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Die neue Destillery Teeling Whiskey ist ein Geheimtipp für Kenner wie auch die wiederbelebten Color-Spot Whiskey’s – Red, Yellow und Green Spot.

kürzlich entdeckt (Blended & Malts)
NameNotizTrifft mein Geschmack?
Teeling Vintage Reserve
21 Jahre (Single Malt)
In der Nase süsslicherer Malz , Apfel und Quitte, leichte Zitrusnoten. Er schmeckt etwas ölig, aber elegant mit Malz und süsslichem Getreide, schöner langer Abgang mit leichtem Holzton. Für meinen Geschmack ist der Abgang etwas zu scharf.

Diese „Vintage-Abfüllungen“ sind für mich allerdings nicht ganz durchschaubar, woher diese kommen. Oft gibt es noch alte Bestände, die beim Re-Start quasi als Startinvestition abgefüllt und verkauft werden. Teeling’s gibt es noch nicht so lange auf dem Markt.
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Teeling Small Batch (Blend) Im Gegensatz zu vielen anderen irischen Whiskeys recht kräftig, würzig und mit schärferem Nachgang. Schmeckt komplex und vollmundig. Geschmacklich ganz anders als die Whiskey aus dem Haus Jameson und Bushmills. Ich mag diesen Whiskey – ein feiner, neuer Geschmack aus Irland.
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Red SpotLange wurde die „Color Spots“ nicht mehr produziert, nach und nach kamen diese wieder auf den Markt. Am Schluss ist jetzt sogar der Red Spot Single Pot Still Irish Whiskey wieder zurück. Ein altes Rezept der Familie Mitchell ist die Basis dieses traditionellen irischen Pot Still Whiskeys, der jetzt in der Midleton Distillery hergestellt wird.

Eine Mischung von süssen Aromen reifer Früchte von den Marsala-Weinfässern. Während die Fruchtaromen andauern, pfefferige Würze, Eiche- und Gerstenoten. Schöner Abgang.
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West Cork Irish Single Malt Whiskey Rum Cask
12 Age
Fruchtige Noten, fast etwas nach Grapefruit und Äpfel. Kandiszucker, Malz. Cremig, am Schluss leicht pfeffrig 
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West Cork Glengarriff Series
Peat Charred Cask
Zart geräucherte Zitrusfrüchte, Nuancen von Kräutern, ein Hauch von Süssigkeit. Starker Abgang.

Dieser Whiskey überrascht, genau darum mag ich heute die Whiskey’s der West Cork Distillers. Hier findet sich traditionelle Kompetenz mit viel Mut zu Experimenten. Beim „Peat Oak Charred Cask“ werden die Fässer mit Torf, beim „Bog Oak Charred Cask“ mit Mooreichenholz ausgebrannt. Diese mehrere hundert Jahre alten Eichen wurden im Moor unter Abwesenheit von Sauerstoff und in der dortigen sauren Umgebung konserviert.
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In meiner „Blog-Whiskey-Tour“ gibt es viel spannendes zum Thema Irish Whiskey:

Teil 1: Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold

Teil 2: Die Geschichte des irischen Whiskey

Teil 3: ein paar persönliche Verkostungsnotizen

Teil 4: Etwas über die Herstellung von irischem Whiskey

Disclaimer

Wie alle alkoholischen Getränke soll Whiskey mit Mass und Verstand genossen werden. Das Konsum-verhalten geht denn auch ganz in diese Richtung: Es wird weniger Whiskey als früher getrunken und mehr Wert gelegt auf Qualität und Erlebniswelt der Marken.

  • Alkohol erfordert einen verantwortungsvollen Umgang! 
  • Hoher Alkoholkonsum kann Deine Gesundheit gefährden!
  • Alkohol kann abhängig machen!
  • Bitte nimm nicht am Strassenverkehr teil, wenn Du etwas getrunken haben!
  • Beachte bitte die Vorschriften!

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Dies ist keine Werbung oder sponsored Post, sondern ein subjektiver, persönlicher Erfahrungsbericht. Die Verwendung der von mir vorgestellter Produkte ist von mir selber so entschieden und auch von mir bezahlt.  

Urheber Smile: kanate / 123RF Lizenzfreie Bilder

Kleiner Reiseführer Shetland – vom Wetter über Blogs bis zur Anreise (Teil 1)

Shetland, Top

Wer eine Destination mit grossem «Wow»-Effekt sucht, sollte nicht nach Shetland reisen. Auch wer ein „Schottland in Miniatur“ erwartet, wird enttäuscht.

Es ist eher die schroffe Schönheit und die wunderbare Idylle was die Inselgruppe ausmacht, diese unglaubliche Küste durchbrochen von malerischen Stränden und kristallklarem, blauem Wasser. Immer wieder faszinieren glitzernde Lochs, mit Heidekraut bedeckte Moorlandschaften, Klippen, die über Jahrtausende von Wind, Meer und Sand geformt wurden.

Was man findet sind die berühmten Ponys, handgestrickte Pullover und Öl, respektive einen Blick in die gigantische Ölindustrie – also die drei Dinge mit denen man die Shetland-Inseln verbindet.

Nach meinem „Picturebook“ Shetland – Sechzig Grad Nord habe ich Euch nachfolgend einen kleinen Reiseführer zusammengestellt – handfeste Informationen und Tipps über Shetland. (Refresh 2020)

Shetland Allgemein: vom Wetter über Blogs bis zur Anreise (Teil 1)

Teil 1: Shetland Allgemein: vom Wetter über Blogs bis zur Anreise
Teil 2: Reisetipps vom Mainland bis Unst
Teil 3: Zwei wunderschöne Ferienhäuser auf Shetland


Bilderbuch Shetland: Shetland – 60 Grad Nord

Shetland Islands – Copyright by lesniewski/123RF.com

Literatur / Reiseführer / Info’s / Blogs

Wirklich gute Informationen über Shetland sind eher rar. Shetland wird in den meisten Schottland-Reisebüchern „by the way“ etwas lustlos oder oberflächlich abgehandelt. Liegt der Fokus einzig auf Shetland, rate ich vom Kauf dieser Schottland-Reiseführer eher ab.

Eine gute erste Übersicht bringt der „Foodprint Travel Guides“ Orkney & Shetland Islands von Alan Murphy (ISBN 978 1 909268 83 8), gefunden habe ich diesen im „Travel Book Shop am Rindermarkt“ in Zürich. (in englisch)

Der beste Reiseführer in Deutsch ist ein E-Book von Lars Schmitz-Eggen (Autor und Herausgeber). Shetland Inseln – Der Reiseführer für Entdecker und Liebhaber ist für jeden Besucher einfach Gold wert. Sehr umfassend. Viel Wissen und Inspiration habe ich aus diesem Buch geholt.  (nur als E-Book erhältlich, über Kindle-Shop bezogen)

Eine sehr schöne Homepage wird von Shetland Tourismus betrieben. Viele schöne Bilder und gute Ideen für den Aufenthalt. Zudem ein sehr guter Service-Teil. www.visitshetland.com

Den schönen Blog „Britta wandert“ habe ich gekannt, aber viel zu spät realisiert, das Britta ein absoluter Shetland-Fan ist. Daher empfehle ich diesen jetzt hier wärmsten. Viele spannende Posts, authentisch und mit viel Freude geschrieben. Auch zum Thema Handarbeit – eine wichtige Tradition auf den Shetland – findet man Infos. Zum Beispiel über das berühmte Fair Isle Stricken.

Bei Britta heisst es „Shetland – closer than you think“ – darum unbedingt bei ihr vorbei schauen: Britta wandert – Shetland

 

Wetter

Die Shetland-Inseln sind weit draussen im Meer und ganz schön nördlich. So trifft man auf den Inseln bereits einen kühlen Sommer an – im August klettert das Thermometer kaum über 12 Grad Celsius. An geschützten Lagen gibt es ab und zu 20 Grad Celsius. Die Sommer können trocken sein, ein ganz so nasser Ort wie viele denken ist es dann doch nicht. Was die Anzahl Sonnenstunden betrifft gibt es Jahre da schlagen die Shetland Inseln sogar Cornwall. Was nicht bedeutet, dass man zum Badeurlaub nach Shetland reisen wird. Trotz wunderschönen Stränden beträgt selbst im August die Wassertemperatur von Atlantik / Nordsee kaum mehr als 13 Grad Celsius.

stürmisches Wetter vor Yell

Die Winter gelten daher eher als mild, Frost ist weitgehend unbekannt. Natürlich gibt es Ausnahmen und so kann für einige Tage der Schnee liegen bleiben. Stürmische Tage sind im Winter garantiert.

sonnige Stunden auf Muckle Roe

Von Mitte Mai bis Mitte Juli herrscht aufgrund der nördlichen Lage „Simmer Dim“, so nennen die Shetländer die Mittsommernacht. In dieser Zeit wird es auf Shetland nicht mehr dunkel, bei schönem Wetter scheint die Sonne bis zu 19 Stunden ununterbrochen. Im Winter dagegen sind die Nächte sehr lang, es gibt weniger als sechs Stunden Tageslicht.

Mitternacht am Hafen von Lerwick

Quellen: Shetland Inseln (Lars Schmitz-Eggen) // Met Office UK

Mirrie Dancers (Nord- oder Polarlichter)

Shetland ist eine gute Option für die Beobachtung von Nordlichtern – an ganz klaren Tagen im Winter kann man in ganz Shetland die Auora Borealis sehen. Dies insbesondere da Shetland bereits auf 60° nördlicher Breite liegt.

In Shetland nennt man die Polarlichter „Mirrie Dancers“ – für mich der schönste Name für die mystischen Himmelserscheinungen.

Ein Chocolatier in Lerwick benutzt diesen Namen als Marke für seine Produkte …

Bei mir auf dem Blog findet man alles zum Thema Nordlichter – wo kann man diese beobachten, Tipps zur Fotografie, usw.: Faszination Polarlicht by Michael’s Beers&Beans! Alle meine Berichte zum Nordlicht findest Du hier.

Anreise

Die Reise auf die Shetland-Inseln ist umständlich. Man kommt hier nicht einfach so mal schnell hin, daher muss man die Anreise gut planen. Zudem ist es keine „Pauschal-Destination“, dies macht eine Reise hierher recht teuer.

Kreuzfahrt-Schiff wäre eine Option – aber die traditionelle Anreise erfolgt über die Fähre von Aberdeen.

Traditionell reist man mit der Fähre von Aberdeen nach Lerwick. NorthLink Ferries bedient die Strecke mit den modernen Passagier- und Autofähren „Hjaltland“ und „Hrossey“ täglich. Abfahrt ist in Aberdeen um 17.00 Uhr oder 19.00 Uhr – über Nacht geht es durch die raue Nordsee. In den Sommermonaten sollten die Kabinenplätze frühzeitig gebucht werden.

NorthLink Ferries:  Fähre direkt über Aberdeen – Lerwick oder über Kirkwall (Orkney)

Wir sind über Edinburgh mit dem Flugzeug gekommen – sicher die einfachste und schnellste Art nach Shetland zu reisen. Die Logan Air hat die Flüge von FlyBe übernommen und ist somit die wichtigste Fluggesellschaft für Shetland. Eine sehr angenehme und sichere Fluggesellschaft, die sich zudem sehr um uns gekümmert hat. (Gepäck in Edinburgh verschwunden, Flugplan-Änderungen).  Geflogen wird mit Propeller-Flugzeugen (Turboprop).

Logan Air – kurz vor dem AbFlug in Edinburgh

Die Logan Air fliegt diverse Destinationen in Grossbritannien an, wie Edinburgh, Aberdeen, Inverness, Manchester, usw. Zudem werden Linieflüge nach Dublin und Bergen angeboten.

Eine kleine Fluggesellschaft bietet zu dem Linienflüge auf die abgelegenen Inseln wie Islands of Fair Isle, Foula, Outer Skerries und Papa Stour an, diese operieren vom Flughafen in Tingwall aus.

Der moderne Flughafen Sumburgh liegt im südlichen Mainland. Im Sommer kann es vorkommen, dass dort dichter Nebel liegt und der Flughafen vorübergehend geschlossen werden muss. Ist dies von längerer Dauer müssen Flugpassagiere auf die Fähre nach Aberdeen ausweichen.

Logan Air – Scotland’s Airline: https://www.loganair.co.uk/

Sumburg Airport: http://www.hial.co.uk/sumburgh-airport/

Shetland Islands Inter Island Service: https://www.airtask.com

Die Weiterreise vom Flughafen ist mit dem Bus oder Taxi aus möglich. Oder man mietet sich ein eigenes Auto.

Mietauto

Man kann ein Auto über alle bekannten internationalen Autovermieter buchen. Mein Tipp ist dies über Bolts Car Hire direkt zu machen. Auto online aussuchen, E-Mail senden – geht alles ganz einfach. Man wird mit einem VW-Bus am Flughafen abgeholt – 10 min später hat man das Auto schon. Alles ganz einfach gemacht, Autos sind top und sehr freundlicher Service. Nach der Reise wird das Fahrzeug am Flughafen abgestellt, Schlüssel hinter die Sonnenblende – that’s it.

Mietwagen ist praktisch auf den Shetland

Gesundheit

Auf Shetland hat man einen hohen Lebenstandard – so gibt es auch ein gutes, funktionierendes Gesundheitswesen. In den grösseren Ortschaften gibt es moderne „Health Centres“, in Lerwick das Gilbert Bain Hospital, eine Klinik, die sich mit einem regionalen Spital in der Schweiz vergleichen lässt.

Apotheken gibt es in Lerwick, in Brae und Scalloway.

Die Notfall-Nummer lautet 999

Touristinformationen

In Lerwick (Market Cross) gibt es eine schöne TI, wo man sich informieren kann. Oder Online über:  www.visitshetland.com

Der TI befindet sich im Zentrum von Lerwick

Übernachten

Das Angebot an Hotels, Ferienhäuser und B&B ist recht überschaubar. Einen guten Überblick erhält man auf https://www.shetlandvisitor.com/.

Wir haben uns für zwei Ferienhäuser, eines auf Mainland und eines auf Muckle Roe entschieden, diese beiden tollen Häuser findest Du hier.

Einer der besten und beliebtesten Adressen ist das Busta House Hotel in der Nähe von Brae

Einkauf, Essen & Trinken

Shetland ist von der Gastronomie her dann doch very, very British. Vorallem im Hauptort Lerwick gibt es vom einfachen Fish & Chips-Shop über Pubs bis hin zu guten Restaurants ein schönes Angebot. Als regionale Spezialitäten gelten Lamm- und Fischgerichte.

Wir waren als Selbstversorger unterwegs. In Lerwick haben wir mit Tesco und Co-op zwei grosse Supermärkte gefunden, das Angebot ist dem bei uns vergleichbar. Beide Supermärkte liegen verkehrsgünstig an der A 970 und haben sieben Tage in der Woche geöffnet. Ausserhalb von Lerwick ist das Angebot kleiner, aber man findet überall kleine „General merchants“ – Läden, die für den Alltag alles im Sortiment haben.

Tesco in Lerwick

Aufgefallen sind mir folgende Restaurants, Pubs oder Läden:

  1. Fjara Café Bar, Lerwick (beim Tesco) – https://www.fjaracoffee.com/ (mein Favorit)
  2. Bierbrauerei Lerwick Brewery – https://www.lerwickbrewery.co.uk/ (mein Bier)
  3. Schokolade-Manufaktur „Mirrie Dancers Ltd.“, Comercial Street, Lerwick,  https://www.mirriedancers.co.uk/ (meine Schoggi – der Hammer für Schoggi-Fans)
  4. MacKenzies Farm Shop, Aithsetter: http://www.nortowerlodges.co.uk/mackenzies-farm-shop/ (meine frischen Produkten vom Hof, Confiture, usw.)
  5. Shetland Fudge, Lerwick:  https://www.shetlandfudge.co.uk/ (meine Caramel)
  6. Scoop Wholefoods, Lerwick  http://www.scoopwholefoods.co.uk/ (mein Favorit für gesunde Ernährung – von regionalen Spezialitäten, sehr gutes Brot bis zu Gluten Freie Produkte)
  7. The Lounge Bar, Mounthooly Street, Lerwick – Traditional music session
  8. Fish Shop von Byldoit Fish Ltd, Rudda Court, Lerwick
Gutes Essen und richtig guten Kaffe im Fjara Café

Frischen Fisch habe ich im Fish Shop von Byldoit Fish Ltd, Rudda Court, Lerwick gefunden und gekauft.

Fish Shop von Byldoit Fish Ltd

Souveniers

Viel handwerkliches gibt es auf den Shetland – von den schönen Pullovern bis zu selbstgemachter Seife aus Ziegenmilch. In der Commercial Street findet man daher schöne kleine Geschäfte, wo man diese Sachen kaufen kann. Aufgefallen sind uns die Burra Bears – the original Shetland Teddy Bear. Darüber gibt es dann bald noch ein Post.

richtig viel Wolle …

Teil 1: Shetland Allgemein: vom Wetter über Blogs bis zur Anreise
Teil 2: Meine fünf Lieblingsplätze / Reisetipps vom Mainland bis Unst
Teil 3: Zwei wunderschöne Ferienhäuser auf Shetland


Bilderbuch Shetland: Shetland – 60 Grad Nord

Quellen: Shetland Inseln (Lars Schmitz-Eggen), Broschüren und Website von http://www.visitshetland.com, eigene Erfahrungen vor Ort, Orkney & Shetland Islands von Alan Murphy, https://brittawandert.de, usw.

Alle Posts über Shetland – Papageientaucher, Geschichten, Reiseführer, usw. findest Du hier: Shetland – das unbekannte Land

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Reise zum Nordlicht – wo gibt es gute Orte für die Beobachtung?

Faroe Islands, Iceland, Irland, Lofoten, Nordlicht, Norwegen, Shetland, Top

Die Polarlichter zu beobachten ist ein unbeschreibliches Erlebnis. Draussen in einer kalten, klaren Nacht hoch oben im Norden zu stehen, den unvergleichlichen Anblick dieser grün-weisslichen Licht-erscheinungen, die sich schnell in der Bewegung und Intensität ändern. Plötzlich verschwinden und wieder kommen.

Polarlichter – wo und wann kann man diese bestaunen? Wo tauchen diese Nordlichter auf, an welchen Orten kann man diese gut beobachten?

(Refresh September 2019 / April 2020)

Je näher man sich zum Nordpol befindet, umso intensiver sind die Lichterscheinungen. Daher sind die besten, erreichbaren Standorte für uns Europäer am nördlichen Polarkreis, also auf 66° nördlicher Breite, zu finden.

Die beste Zeit zur Beobachtung ist zwischen September und März, wenn die Nächte lang sind. Eine Reise in diesen Monaten an den Polarkreis garantiert noch keine Polarlichter. Im hohen Norden ist das Wetter im Herbst und Winter oft rau und der Wind peitscht einem ins Gesicht. Das Wetter ist sehr wechselhaft. Da ich den eisigen Winter in Norwegen einmal kennen gelernt habe, habe ich mich bewusst für den Herbst entschieden. Wir hatten im September 2016 (Lofoten) oder im Oktober 2015 (Island) wunderschöne, sonnige und ruhige Phasen, damit auch klare, schon fast „warme“ Nächte. Dies darf keine falschen Hoffnungen wecken, denn das Wetter oben am Polarkreis kann auch ganz anders! Es kann auch einmal tagelang durchregnen und stürmen. Es gehört schon ein bisschen Glück dazu, dass sich der Himmel aufklart. Pflicht sind im Herbst und Winter warme Kleidung, dazu gehören Mütze und Handschuhe.

In Island kann bereits Ende August der Winter einbrechen. (Bild Nord-Island im September 2015)

Das Wetter ist das eine, aber selbst wenn die Nächte klar sind, das Nordlicht ist immer noch nicht garantiert. Die Lichterscheinung hängt stark von der Aktivität auf der Sonne ab. Und es gibt weitere Faktoren, die man berücksichtigen muss: Standort, Umgebungslicht, Mondschein sowie Intensität des Nordlichtes. In den nachfolgenden aufgeführten Orten kann man von 10 Nächten zwischen 7 – 9 Nächten mit einem Polarlicht rechnen.

Meine Empfehlung ist nicht eine Reise einzig und alleine wegen den Nordlichtern zu unternehmen. Sondern eine Herbst- oder Winterreise an den Polarkreis zu planen und wenn es gutes Wetter ist und Nordlicht-Aktivitäten hat, diese quasi „on top“ mitzunehmen.

Album Iceland 2015-1 (434)
Hier am Polarkreis ist der richtige Ort um nachts die Lichterscheinungen zu beobachten. (Foto Halbinsel Flateyjarskagi, wenige Kilometer nördlich von dieser Spitze verläuft der 66° Breitengrad durch die Insel Grímsey)

Nachfolgend eine Zusammenfassung an welchen Orten die Nordlichter gut zu sehen sind. Diese Aufstellung basiert einerseits auf eigene Erfahrungen (Island, Norwegen, Irland, Färöer Inseln), anderseits auf Informationen aus meinem Bekanntenkreis, dem Internet sowie Touristikorganisationen der betreffenden Länder.

Nordlicht und Wolken (Kabelvåg, Lofoten, Norwegen, September 2016)

Finnland (Revontulet)

In Finnland setzt zur Zeit der Herbst-/Winter-Tourismus voll auf das Nordlicht. Das Angebot rund um das Nordlicht ist riesig und sehr vielfältig. Sehr beliebt ist Nellim am Inari-See, dem drittgrössten See Finnlands sowie die Glas-Iglus in Kakslauttanen. Ich kann mir vorstellen, dass der tiefverschneite Winter zusammen mit den Nordlichtern ein Erlebnis sein muss.

Empfohlene Orte: Nellim, Utsjoki, Kakslauttanen, Ivalo.

Norwegen (Polarlys, Nordlys)

Die Stadt Tromsø ist ein Hotspot für Nordlicht-Fans: wenn sich in der nordnorwegischen Stadt das Tageslicht allmählich verabschiedet, erscheint bei gutem Wetter die Aurora borealis schon fast zuverlässig. Hier, nördlich des Polarkreises, ist die Aktivität der Polarlichter am grössten, oft ist der Himmel stundenlang von leuchtenden Grüntönen erhellt.

Empfohlene Orte:  Tromsø, Alta, Lofoten

Im September 2016 habe ich die Lofoten besucht. Wir hatten grosses Glück und einige klare Nächte mit vielen Nordlichter und sehr langen Phasen. Gerade im September war faszinierend, dass die Nordlichter in der Abenddämmerung zu beobachten waren. Die Lofoten gehören sicher zu den Top-Standorten für die Nordlicht-Beobachtung.

Nordlicht in der Abenddämmerung (Kabelvåg, Lofoten, Norwegen)

Grönland

Natürlich ist Grönland eine grosse Option. Die gesamte Insel ist ein fabelhafter Platz für die Polarlichter. Die Eiswüsten im Inselinneren sind unzugänglich, die südlichen und östlichen Küstenregionen kann man erreichen, allerdings ist hier die Anreise nicht so einfach. Für Grönland gilt: Überall ist Nordlicht!

Empfohlene OrteKulusuk, Ammassalik

Schweden (Polarsken)

Dank ihres einzigartigen Mikroklimas – wenig Regen und oft wolkenloser Himmel – ist die Gegend um Abisko in Schwedisch-Lappland der wissenschaftlich nachweislich ideale Ort, um die Polarlichter in ihrer ganzen Intensität zu erleben. Man spricht hier von einem „Blauen Loch von Abisko“, welches sich im Himmel auftut, ein Stück klarer Himmel, auch wenn der Rest des Himmels doch wolkenverhangen sein sollte.

Empfohlene Orte: Kiruna, Abisko (Schwedisch-Lappland)

Einer der Pioniere des Nordlicht-Tourismus in Schweden ist der amerikanische Fotograf Chad Blakley. Er hat 2010 ein das Unternehmen „Lights over Lapland“ gegründet und sich darauf spezialisiert Touristen aus der ganzen Welt zu helfen, die Nordlichter in Abisko-Nationalpark zu sehen und zu fotografieren. Sehenswert ist seine Aurora Webcam, welche in den Wintermonaten in Betrieb ist.

Alaska und Kanada (Aurora, Polar Lights or Northern Lights)

Der nördlichste US-Bundesstaat sowie die weite Tundra im Norden Kanadas sind grosse Bühnen für Polarlichter. Auch hier ist im Winter ein wahrer „Northern Lights“-Reiseboom entbrannt. Die University of Alaska bietet eine Polarlichter-Vorhersage an.

Empfohlene Orte in Alaska: Anchorage, Fairbanks, Denali Nationalpark

Empfohle Orte in Kanada: Calgary, Ontario, Yukon Territory, Manitoba

Schottland (Northern Lights)

Schottland ist eine gute Option – an ganz klaren Tagen kann man in ganz Schottland die Aurora sehen. Vor allem im Norden von Schottland hat man die grösste Chance die Northern Lights gut zu beobachten.

Empfohle Orte: nördlich von Ullapool, nördliche Spitze Isel of Skye, äussere Hebriden, Orkney

Shetland (Mirrie Dancers)

Die Shetlandinseln gehören natürlich auch zu Schottland. Allerdings liegt die Insel-Gruppe auf 60° nördlicher Breite und dabei näher zum norwegischen Bergen als zu Edinburgh. Shetland ist vermutlich die beste Option ausserhalb der Regionen die am Polarkreis liegen. Die Winter gelten eher als mild, Frost ist weitgehend unbekannt. Natürlich gibt es Ausnahmen und so kann für einige Tage der Schnee liegen bleiben. Stürmische Tage sind im Winter garantiert.

In Shetland nennt man die Polarlichter „Mirrie Dancers“ – für mich der schönste Name für die mystischen Himmelserscheinungen.

„Simmer Dim“ in Lerwick – im Sommer scheint auf Shetland die Sonne schon mal bis zu 19 Stunden am Tag, Im Winter dagegen sind die Nächte sehr lang, es gibt weniger als sechs Stunden Tageslicht. Optimal für die Nordlichtbeobachtung. (Foto Juni 2018)

Empfohlene Orte: Leuchtturm von Eshaness, Sumburgh Head, Wormadale – grundsätzlich erreicht man auf dem Mainland viele gute dunkle Orte mit Weitblick. Doch selbst am Hafen von Lerwick oder oberhalb auf dem Fort Charlotte sind gut Plätze.

Färöer Inseln 

Natürlich liegen die Färöer Inseln wie Shetland genug im Norden um mit Erfolg Nordlichter beobachten zu können. Allerdings sind die Färöer Inseln weit draussen im Nord-Atlantik wettermässig sehr exponiert. Die Wolken ziehen tief über das Meer und verfangen sich in den relativen hohen Bergen der Inseln, daher gibt es viel Nebel und Regen. Wenn der Himmel einmal frei ist, kann man aufgrund der niedrigen Luftverschmutzung immer mit einer klaren Sicht rechnen.

Ein ganz besonderes Erlebnis im ist der Nachtflug der Atlantic Airways über den Nord-Atlantik, während die Lichter am Himmel tanzen.

Empfohlene Orte: dazu habe ich nichts gefunden, aber es gibt genug „Nord-Kaps“ oder Gipfel auf der Insel-Gruppe. Vielleicht ist der Hausberg von Klaksvik, der Klakkur mit 413 Meter über Meer ein guter Ort. Die freundlichen Färöer werden sicherlich vor Ort sofort weiterhelfen und einen guten Beobachtungsort kennen.

Irland (Northern Lights, An Chaor Aduaidh)

Irland wird keine touristische Nordlicht-Destination werden, überrascht aber trotzdem mit seinen Nordlichtern. Diese sind zwar eher schwach zu sehen, es ist aber erstaunlich, wie viel Sichtungen letztes Jahr im Norden von Irland gemacht worden sind. Ich konnte dies auf Twitter verfolgen, zum Teil haben die irischen Fotografen ganz tolle Bilder geschossen und veröffentlicht.

Gute Plätze zur Beobachtung gibt es an der Nord-Küste im County Donegal. Hier ist der Malin Head ein sehr guter Platz. Es gibt in Irland sogar einen Aurora Alert @Aurora_ireland, welcher einem zuverlässig über bevorstehende Nordlicht-Phasen informiert.

Empfohlene Orte: Malin Head, Inishowen (Co. Donegal), Lough Melvin, (Co. Leitrim), Gortmore View Point, (Co. Londonderry), Giants Causway (Co. Antrim), Rathlin Island (Co. Antrim) – bei stärkeren Nordlichter kann man an den Stränden von Dublin Glück haben und Nordlichter beobachten.

Island (Segulljós)

Unsere ersten Beobachtungen haben wir hier in Island gemacht. Wer im August in Island unterwegs ist, sollte in der Nacht schon die Augen offen haben, dann beginnt bereits die Nordlicht-Saison.

Nordlichter am Himmel über dem Fjord Eyjafjörður (Island)

Im Oktober 2015 haben wir am Fjord Eyjafjörður ein Ferienhaus gemietet – und dies war auch in Punkto Nordlicht ein Volltreffer. Von der Terrasse aus hatten wir – bei gutem Wetter – eine perfekte Beobachtungsstation für das Nordlicht. Und wenn es los ging, dann waren wir halt wirklich quasi schon vor Ort. Vom Ferienhaus waren wir zudem schnell oben in den Bergen, in der totalen Dunkelheit.

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In Nord-Island hat man das Nordlicht vor der Haustüre

Natürlich kann man es in Island einfacher haben, als zuerst noch 5 Stunden von Reykjavik an den Fjord Eyjafjörður zu reisen. Man muss eigentlich nur das elektrisierende Nachtleben von Reykjavik und damit die Lichter der Stadt hinter sich lassen und den Thingvellir Nationalpark ansteuern. In diesem Park, der zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, wird das Auseinanderdriften der amerikanischen und europäischen tektonischen Platten durch imposante Felsspalten und Risse sichtbar. Der Nationalpark ist aber auch ein Mekka für die Fans von Polarlichtern, die hier besonders eindrucksvolle Tänze aufführen. Bei starken Lichterscheinungen stellt die Stadt Reykjavik die Strassenbeleuchtung aus, so dass man sogar aus der Stadt die Aurora Borealis sehen kann.

Empfohlene Orte: Ausserhalb von Reykjavik, Thingvellir Nationalpark, Rangá/Hella, Akureyri (Nordisland) – überall auf der gesamten Insel findet man gute Plätze.

Schweiz 

Wenn verschiedene Kriterien zusammentreffen, besteht sogar in der Schweiz die Möglichkeit, die Nordlichter zu beobachten. Solange der Himmel klar ist und nicht durch die elektrischen Lichter unserer Agglomerationen beeinflusst werden, ist das Naturschauspiel nicht ausgeschlossen. Im Jahr 2011 gab es einige Nächte in der Schweiz (Raum Basel) in denen Nordlichter gesichtet wurden.

Deutschland 

Das gleiche gilt für Deutschland. In Nord-Deutschland werden öfters Sichtungen gemeldet. Wie in der Schweiz, darf man nur ein diffuses Leuchten erwarten. Vielfach sind diese Nordlicht-Erscheinungen mit dem Auge nicht zu erkennen sondern nur fotografisch erfassbar.

Russland

Der Norden von Russland ist eine gute Nordlicht-Destination und bietet hervorragende Bedingungen. Hier scheint Murmansk (mit der angrenzenden Halbinsel Kola) das Nordlicht-Zentrum in Russland geworden sein.

Aurora Australis – das Polarlicht des Südens

Das Schwesterphänomen Südlichter ist eher unbekannt. Schon weil Anreise an Orte mit Südlichter schwieriger ist. Bilder von Südlichter zeigen, dass diese genauso spannend und spaktakulär sein müssen.

Empfohlene Orte: Südgeorgien, Falklandinseln, Stewartinseln, Tasmanien – als einer der besten Orte gilt Ushuaia im Süden von Argentinien, allerdings braucht es bei den berüchtigten Wetterverhältnissen dort viel Glück für eine Nacht mit klarem Himmel.

Wie ich die Nordlichter gesehen und erlebt habe…

Wie Nordlichter wirklich aussehen? Ich habe die Nordlichter als weisse, graue Lichttschleier wahrgenommen. Stärkere Nordlichter nahm ich in einem pastellen Grün wahr. Allerdings hatte ich bisher noch nie das Glück ein ganz starkes Nordlicht mit tiefgrünen und tiefroten, leuchtenden Segeln, die wie Fahnen im Wind flattern, zu sehen. Solche Nordlichter habe ich bisher nur auf den Videos von Nordlicht-Experten und Profi-Filmern gesehen. Der Grund für meine Wahrnehmung „weiss/grau“ liegt neben anderen Faktoren an meinem Sehvermögen bei Dämmerung und in der Nacht.

Mein eigenes Sehvermögen lässt die Nordlichter weiss/grau erscheinen. Erst bei stärkeren Nordlichter konnte ich Pastell-Töne (grün, rot) erkennen.

Dafür sieht meine Kamera alles leuchtend knallig grün, manchmal sogar rot, violett. Die Erklärung dafür ist einfacher, denn die Aurora Borealis ist ein elektrisches Licht und wird von den empfindlichen Sensoren während den üblichen Langzeitbelichtung „wahrheitsgemäss“ farbig aufgezeichnet.

Wie ich die weissen Nordlichter zum ersten Mal gesehen habe, darüber habe ich einen Post „Wie Nordlichter wirklich aussehen …“ verfasst.

Dieses Bild zeigt ein starkes Nordlicht welches ich mit einer Langzeitaufnahme von ca. 8 sek aufgenommen habe. Auch dieses Nordlicht habe ich mit eigenem Auge nur leicht grünlich erkennen können. Die Spieglung auf dem Wasser konnte ich mit eigenem Auge nicht sehen.

Was man weder auf den Fotos noch auf den Zeitraffer-Videos transportieren kann, ist das Erlebnis, das Gefühl wenn die Lichter am Himmel erscheinen, tanzen, sich bewegen, verschwinden und wieder kommen. Oder Leuchtbogen an den Himmel zeichnen. Und alles ist plastisch, man hat das Gefühl das Licht könnte man berühren. Ob weiss oder bunt – das Polarlicht ist faszinierend!

Faszination Polarlicht by Michael’s Beers&Beans! Alle meine Berichte zum Nordlicht findest Du hier.

Die verwendeten Bilder sind alle im Oktober 2015 auf Island sowie im September 2016 auf den Lofoten entstanden (Fotos by Michael’s Beers & Beans)

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