Klöster, Gemüse und maritimes Feeling

Bodensee, Deutschland, Wanderungen Bodensee, Wanderungen und Touren

Das Erlebnis Insel Reichenau beginnt schon mit der Anreise. Eine lange Pappelallee verbindet die Insel mit dem Festland und erlaubt einen Blick auf das Schweizer Ufer und den Gnadensee. Rechts und links der Strasse erstreckt sich das Wollmatinger Ried, das grösste Naturschutzgebiet auf der deutschen Seite des Bodensees. Am Ende der langen Allee treffen wir den Wanderbischoff Pirmin, der hier 724 ein Kloster gründete und an die Kirchengeschichte erinnert. Spätestens mit der Überquerung des Bruckgrabens sind wir auf der Insel der Gärtner, Fischer und Winzer angekommen. Und wir spüren sofort das maritime Lebensgefühl sowie den Charme welcher die Insel hier über die Jahrhunderte behalten hat.

Auf der Suche nach den idyllischen Winkel, Naturschönheiten und Baudenkmale lasse ich Euch in meine Impressionen, die auch etwas von dem gelassenen-maritimen Lebensgefühl und dem südländischen Feeling weitergeben, eintauchen. Die Fotos sind auf einer Rundwanderung (Insel–Flanieren wäre wohl eher richtig) entstanden, der Tourbericht zum nachwandern, findet Ihr wieder am Schluss dieses Posts.

Impressionen

Der Hochwart genannte, höchste „Gipfel“ der Insel liegt 40m über dem See – darauf steht ein Teehäuschen.

Mehr über das Teehäuschen und die Hochwart findest Du in meinem Post Ein Teehäuschen auf dem höchsten Punkt der Insel Reichenau.

Blick auf den Untersee und in rüber in den Thurgau (Schweiz)

Die „Schiffslände“

Der Uferweg

Ausblicke

kleine Badeplätze

Die Kirche St. Peter und Paul wurde bereits im Jahre 799 geweiht.

Kirche St. Peter und Paul

Fischernetze

Die von ihrem Ursprung älteste Kirche der Insel ist das Münster St. Maria und Markus, die ehemalige Klosterkirche (Klostergründung 724).

Münster St. Maria und Markus

Münster St. Maria und Markus

Michael’s Beers & Beans Insel-Tipps:

  • Gemüse und Obst direkt von der Insel – frischer und knackiger geht’s nicht! Es gibt viele grosse und kleine Verkaufsstellen auf der ganzen Insel.
  • Georg’s Fischerhütte – beliebtes, rustikales Lokal mit Fischangebot nach Fang
  • „Café“ Hochwart (Öffnungszeiten Di, Mi, Fr, Sa 14.00 bis 18.00 Uhr, Sonntags auf „gut Glück“)
  • Ein Sommerabend auf der Restaurant-Terrasse des Standhotels Löchnerhaus (Tisch reservieren notwendig)
  • Herrliche rote oder weisse „Insel-Weine“ können direkt beim Winzerverein gekauft werden – neben dem tollen Weinen spricht mich der Winzersekt „Reichenauer Hochwart Cuvée“ sehr an.
  • UNESCO Weltkulturerbes mit dem Besuch der drei romanischen Kirchen. Sehenswert (u.a.) sind die Wandmalerei St. Georg, die Schatzkammer St. Maria und Markus sowie die idyllisch gelegene Kirche St. Peter und Paul. Darüber hinaus gibt es drei Museen, in die man sich in die Geschichte vertiefen kann.

Beschreibung Tour

Ausgangspunkt dieser Wanderung sind die Parkplätze im Ortsteil Mittelzell (z.B. unmittelbar in der Nähe vom Hotel Mohren) oder die Bushaltestelle am Museum Reichenau.

Für den Start muss man die „Hochwartstrasse“ erwischen, die direkt am Hotel Mohren (Pirminstrasse) beginnt. Einfach dieser Strasse leicht bergauf folgen, bis ein kleiner Parkplatz kommt, jetzt findet man den Weg hoch zum Teehäuschen „Hochwart“ einfach. Zu diesem Aussichtspunkt wandern wir hoch. Von der Hochwart müssen wir uns jetzt irgendwie zur Schiffslände durchschlagen. Am besten man geht den Weg ein kurzes Stück bis zum kleinen Parkplatz zurück, dann links bergab bis zur Vorfahrtstrasse, die wir kreuzen. Weiter in die Markusstrasse. Entweder man folgt nun dem Rad-Symbol, welches auf der Strasse aufgezeichnet ist, bis wir zur Schiffslände kommen (nur zum Teil Fussgänger-Wegweiser vorhanden). Oder wir gehen die Markusstrasse bis ganz zum See herunter und suchen dort etwas nach dem kleinen Fussweg, der einem ebenfalls zur Schiffslände bringt. Ab der Schiffslände wird die Orientierung der restlichen Wanderung einfach. Der Uferweg startet bei der Schiffslände, am Strandhotel Löchnerhaus – der Uferweg ist ein Pfad der meistens direkt am Seeufer weiter führt. Diesem kann man folgen bis man beim Campingplatz/ Strand Sandseele ankommt. Weiter folgen wir dem gleichen Uferweg mit Blick auf reizvolle Buchten bis nach Niederzell (Doppelturmkirche, Schloss Windeck). Von hier verläuft der Wanderweg am Nordufer weiter, am Strandbad Reichenau vorbei bis zum Jachthafen. Von dort erkennen wir das Münster St. Maria und Markus, durch dessen Parkanlage (Kräutergarten) wir durchgehen und so kommen wir nach Mittelzell, zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Dies ist (in Teilabschnitten) beliebt bei Spaziergängern, daher auch in zahlreichen Wanderführer ähnlich aufgeführt und beschrieben. Daher vielleicht etwas früher am Morgen zur Wanderung starten. Es ist eine leichte, gemütliche Wanderung, wir haben dafür ca. 2 Stunden (Gehzeit) gebraucht. Distanz ca. 8 – 9km. Möglichkeit für Pausen oder zum Einkehren gibt es genug. Höhenunterschied 44 m, höchster Punkt Hochwart, danach keine Anstiege mehr. Fotografen sollten viel Zeit einrechnen, wegen dem Licht natürlich eher in den frühen Morgenstunden unterwegs sein. Es gibt viele schöne Insel-Sujets.

Arosa: 10 Seen entdecken und erwandern

Arosa, Schweiz, Wanderungen und Touren

Zum Start in den Aroser Bergsommer habe ich hier mit dem 10 Seen Plausch für alle Berggänger einen tollen Tipp. Als ich vor einigen Jahren den 10 Seen-Plausch von Arosa-Lenzerheide Tourismus „entdeckte“, war mir eigentlich gar nicht bewusst, dass es rund um Arosa so viele Seen gibt. Auf jedenfall war für mich schnell klar, dass ich alle diese Seen erwandern musste und dies inspirierte mich zu meiner Fotoserie Top 10 Lakes of Arosa, die Du nachfolgend findest.

Inzwischen ist der 10 Seen-Plausch beliebt und wird daher von Arosa – Lenzerheide Tourismus weiter angeboten. Die Seen sind für die Wanderer auf der Arosa-Seite gut zu erreichen, ungeeignet dafür von der Lenzerheide aus. Zwei der Seen befinden sich mitten im Dorf Arosa, einer ist ein sehenswerter Stausee, der auf einem Wanderweg umrundet werden kann. Die übrigen sieben Seen erreichst Du auf schönen Spaziergängen oder längeren Wanderungen. Einer davon – der hochgelegene Alteinsee – verlangt dann doch etwas Kondition ab. Und am Schluss der Wanderungen empfiehlt sich das Strandbad von Arosa am idyllischen Untersee – ein Bad im glasklaren Bergsee.

So funktionierts:

Am Ausfluss jedes Sees sind blau-weisse Tafeln mit einer Nummer angebracht, übertrage diese Nummer auf den Flyer, den Du hier runterladen oder am Schalter von Arosa Lenzerheide Tourismus abholen kannst. Wenn Du alle Seen abgewandert und die entsprechenden Nummern auf dem Flyer notiert hast, erhälst Du bei Abgabe des ausgefüllten Flyers am Info-Schalter von Arosa Tourismus eine kleine Überraschung.

Top 10 Lakes of Arosa

Älplisee

Eine schöne Wanderung führt am Schwellisee vorbei hoch zum Älplisee. Der Älplisee kann man mit einigen Wanderrouten verbinden oder aber auch den See zum Ziel machen. Der Älplisee liegt auf 2156 m ü.M. auf dem Aroser Älpli.

Schwellisee

Von Innerarosa ist der Schwellisee mit einem gemütlichen Spaziergang von weniger als einer Stunde erreichbar. Der Schwellisee auf 1933 m ü.M. liegt auf der Aroser Alp. Die Arvenstämme im See zeugen noch vom ausgedehnten Arvenwald, der einst weit über den See hinauf reichte.

Unterer Prätschsee

Der untere Prätschsee liegt auf 1910 m ü.M. und etwas versteckt. Der See ist über einen kleinen Pfad erreichbar. Er ist ein Abstecher wert auf dem Weg zum Oberen Prätschsee oder auf der Wanderung in Richtung Scheidegg und Ochsenalp. (ein bisschen mein Favorit)

Scheideggseeli

Das Scheideggseeli findest Du in einer Alpweidemulde auf 2080 m ü.M., in der alpinen Zone an der Scheidegghalde. Bei diesem Seeli brüten auch ab und zu Wildenten. Rund um das Seeli werden oft Fuchs, Marder, Wiesel und Kolkraben gesichtet.

Oberer Prätschsee

Die Wanderung zum Oberen Prätschsee auf 1987 m ü.M. führt über den Eichhörnliweg und am Hotel Prätschli vorbei. Der obere Prätschsee ist bei den Locals sehr beliebt. Tipp: Mit einer Wanderung zur Ochsenalp verbinden.

Alteinsee

Der Härtetest! Auf 2251 m ü.M. liegt der Alteinsee, auf einem Alpplateau in der Strelakette. Dieser See kann man mit einer attraktiven Bergwanderung nach Davos, Glaris oder Wiesen oder auf das Schiesshorn verbinden. Oben hat es eine kleine Alphütte – manchmal wird hier frischer Joghurt verkauft.

Grüenseeli

Auf 1811 m ü.M. liegt das Grüenseeli, umgeben von einem idyllischen Wäldchen und mit traumhaft klarem Wasser. Vom Ausfluss des Stausees die Strasse hinauf, anschliessend durch einen schmalen Waldweg, erreichst Du das Grüenseeli in ca. 45 Minuten. Am See gibt’s eine Feuerstelle.

Obersee

Der Obersee auf 1739 m ü.M., der grössere der beiden Seen mitten in Arosa. Diesen empfehle ich so als Anfang mit dem Boot zu erkunden (man findet das blau/weisse Schild auch per Boot). Also ein Gratis-Pedalo schnappen und einmal um den See rum –  mitten in der grandiosen Bergkulisse!

Stausee

Der Stausee in Arosa wird auch Iselsee genannt. Du kannst den idyllisch gelegenen Stausee auf einem Wanderweg umrunden.

Untersee

Ein der schönsten natürlichen Badeseen im Kanton Graubünden! See und die klassische, alte Badeanstalt – was für ein Fotomotiv! Eigentlich fast ein Wahrzeichen von Arosa. Und diesen See muss man badend und schwimmend erkunden.

(Die Fotoserie entstand im Juni 2012, das Titelbild 2016. Tipps Juli 2015/Refresh im Juli 2020)

Alle Posts über Arosa – Sommer wie Winter – findest Du hier

Ferien in der Schweiz

Kartäuser, Hopfen und Reben

Bodensee, Schweiz, Thurgau, Wanderungen und Touren

Wenn die vielen Obstbäume aufblühen, ist für viele der Thurgau (Schweiz) ein Inbegriff von Frühling. In dieser Zeit bietet sich diese Region für wunderschöne Frühlings-Wanderungen an. 

Die nachfolgenden Impressionen sind von einer Wanderung, welche wir im April unternommen haben. Diese Rund-Wanderung startet in der schönen Kartause Ittingen (Nähe Frauenfeld). Der Rundweg führt durch einen frühlings-haften Wald, über sattgrüne Wiesen auf denen der Löwenzahn blüht und immer wieder an wunderschön blühenden Obstbäumen vorbei. Man streift einzelne Bauernhöfen und es eröffnet sich ein schöner Panorama-Blick runter auf die Ebene des Thurtals. Idylle pur. Sogar der der Traktor, der durch die Weinberge tuckerte, passte irgendwie in dieses idyllische Bild.

Eine kleine Beschreibung des Wegverlaufes dieser Rund-Wanderung gibt es am Schluss dieses Posts.

Kartause Ittingen

Die Kartause Ittingen wurde im Jahr 1152 als Augustinerabtei gegründet, später war es ein Kartäuserkloster. Heute gibt es hier viel zu sehen. Neben der barocken Klosterkirche, dem Kunstmuseum des Kantons Thurgau, dem Ittinger Museum mit Konzertsaal sowie einem Bildungszentrum gibt es einen grossen Gutsbetrieb. Sehenswert sind der Barockgarten (mit vielen Rosen) sowie der Kräutergarten. Hinzu kommen eine Käserei sowie ein renommierter Weinbaubetrieb. Und bekannt ist der Hopfengarten, welcher den „Stoff“ für das bekannte „Original Ittinger Kloserbräu“ liefert.

Impressionen der Rundwanderung

Ittinger Waldreservat

Etwas vergessene Wegweiser in der „Countryside“

Typische Thurgauer Idylle

Rebhäuschen Weingut Hausamann, Iselisberg

Auf dem Holzweg …

Der Fluss Thur, der Namensgeber des Kantons Thurgau

Bolzengerade – der Damm-Wirtschaftsweg an der Thur entlang. Die Thur ist manchmal ein reissender, unbändiger Fluss, daher wurde die Thur früher an vielen Orten eingedämmt. Heute geht man andere Wege, der Flusslauf wird teilweise Re-naturalisiert.

Zurück in der Kartause Ittingen

Genuss am Ende der Tour! Käse, Schinken, Wein – alles kommt aus der eigenen Herstellung der Kartause Ittingen.

 

Tipps by Michael’s Beers & Beans:

Klosterladen Kartause Ittingen

Der Klosterladen ist ein Besuch wert. Spannend zu sehen, welche Vielfalt an feinen Spezialitäten hier im ehemaligen Kloster produziert werden. Produkte aus der eigenen Kelterei, der Käserei, der Metzgerei und der Bäckerei. Neben Anbau und Verarbeitung von Lebensmitteln werden in den Werkstätten verschiedene Handwerke ausgeübt. Aus der Schreinerei kommt zum Beispiel das beliebte Wildbienenhotel, aus der Töpferei tolle Kunstwerke. Und natürlich bekommt man hier auch das „Klosterbräu“.

Die Rezeptur des 1982 erstmals gebrauten Biers wird heute von Heineken verwendet und in der Brauerei Calanda-Haldengut in Chur produziert. Der Hopfen kommt aus dem Klostergarten der Kartause, dem diesem Bier sein typisches Aroma gibt.

Möbelhandwerk Schweizer, Üsslingen

Du suchst einen schönen Esstisch aus Apfelbaum-Holz? Im Dorf Uesslingen scheint ein Schreiner mit grosser „Tsch-Kompetenz“ zu sein, der Hölzer von den lokalen Waldbesitzer verarbeitet. Durch die Fenster konnten wir einen Blick in den Showroom/Werkstatt werfen. Bei den schönen Tischen kommt man sofort ins schwärmen.

Möbelhandwerk Schweizer, Ittingerstrasse 3, 8524 Uesslingen, https://www.moebelhandwerk.ch/

Tourbeschreibung / Wanderführer:

Startpunkt ist der Parkplatz bei der Kartaus Ittingen (416 müM). Von dort kann mach sich gut an der Beschilderung „Iselisberg“ orientieren. Diesem Weg folgen wir, der uns durch das Ittinger Waldreservat, einem schönen lichten Wald führt. Wir begegnen einem Holzkohle-Meiler (die Holzkohle kann man im Klosterladen in der Kartause kaufen) . Der Wanderweg bringt uns überwiegend flach auf einen freien Höhenzug mit Obstwiesen bis zu den Weinbergen von Uesslingen. In Iselisberg haben wir mit 485 müM den höchsten Punkt erreicht, jetzt geht es über eine Art Holztreppe hinunter nach Uesslingen. Dort sind wir dann weiter dem Wanderweg über die Thurbrücke in Richtung Ellikon a.d. Thur gefolgt, haben den Wegweiser Kartause Ittingen ignoriert.  (Möglichkeit der Verkürzung der Rund-Wanderung). Unmittelbar nach dem wir die  Thurbrücke überquert haben, verlassen wir den offiziellen Wanderweg und folgen dem „Damm-Wirtschaftsweg“  in Richtung Rorenbrücke (Warth). Dieser „Dammweg“ führt uns „Bolzengerade“ durch ein schönes Auenschutzgebiet mit schmalen Uferwiesen. Über die Rohrenbrücke wandern wir zurück ans nördliche Thurufer und folgen jetzt wieder dem Wanderwegweiser „Kartause Ittingen“, der uns den Weg zurück zum Startpunkt weist.

Diese leichte Tour ist ca. 11 km lang und wir brauchten dafür ca. 2.45 Uhr (reine Gehzeit). Leichte Orientierung. Nur leichte Steigungen, Höhenunterschied ca. 100 – 110m.

Mount Errigal, Co. Donegel

Donegal, Ireland, Walks Ireland, Wanderungen und Touren

Donegal2014 (174 von 429)

Was für ein Berg im Norden Irlands! Der Mount Errigal am Rande des Gleanveagh-Nationalpark mit seinem charakteristischen Bergkegel ist schon von weitem sichtbar. Er ist mit 749 m der höchste Berg im irischen County Donegal und gehört zur Bergkette der Derryveagh Mountains.

Das Portfolio mit weiteren schönen Fotos von meiner Reise in den Donegal  findest Du hier: Donegal

Natürlich kann man auch auf diesen Berg hoch. Es ist eine einfache Tour. Start ist der Parkplatz an der R251 in ca. 200m Höhe. Der Aufstieg zum Gipfel ist recht beliebt. Möglich ist auch eine  Tourerweiterung über den kleinen Nachbargipfel Mackoght. Hier hat man einen Rundblick hinüber zum Glenveagh Nationalpark. Der Weg dorthin zweigt am Fuss des felsigen Gipfelaufbaus des Errigal Mountains ab, bald darauf verliert sich der Pfad und man muss den Weg auf den Gipfel und auch die Rückkehr zum Parkplatz selber finden. (100% weglos)

Erzhornsattel – alpine Wanderung

Arosa, Wanderungen und Touren

Arosa wird von Bergsteigern eher wenig besucht. Obwohl es hier einige mächtige Berge hat, auch mit anspruchsvollen Kletter-Routen. Aber den Bergsteigern fehlt verständlicherweise in den Plessurer Alpen die Gletscher und Berge über der Dreitausendmetermarke. Obwohl das Aroser Rothorn mit 2´980 müM an dieser Marke kratzt. Wie auch immer, die Plessurer Alpen sind eher etwas für Biker, Bergwanderer und Berggänger. Besonders für die Berggänger gibt es  mit dem Aufstieg auf den Erzhornsattel eine richtige „alpinistische Herausforderung“! Eine sehr schöne Tour. Ganz ohne Kletterei!

Erzhornsattel Arosa-1040373

Ich habe lange gezögert diese Route zu begehen. Einerseits verlangt diese Tour doch etwas an Kondition ab, andererseits war ich mir nie sicher, was beim Erzhorn wirklich Sache ist. Berggänger, die diese Route gegangen sind, berichteten unterschiedliches: von „easy, kein Problem“ bis zu „oben ist es ganz gefährlich“! Da ich in den Bergen meine Grenzen kenne, dazu nicht ganz schwindelfrei bin, lasse ich solche Sachen eigentlich eher unversucht. Und doch reizte mich und meine Frau diese Tour und wir beschlossen diese in den Angriff zu nehmen. Und wenn es uns zu schwierig wird, dann können wir ja immer noch umkehren.

Erzhornsattel Arosa-1040404

Mein Fazit nach der Tour ist, dass diese alpine Route bei trockenen Verhältnissen ohne grössere Schwierigkeiten zu bewältigen ist. Im letzten Abschnitt vor dem Erzhornsattel verläuft in recht vielen Kehren ein schmaler, steiler Steig hinauf. An dieser Schlüsselstelle ist in erster Linie „Puste“, Konzentration und Trittsicherheit gefragt. Aber für einen Bergwanderer sehr gut zu machen. Auch hatte ich nie Angst oder bin an meine Grenzen gestossen.

Der Abschnitt hinauf zum Erzhornsattel und dann hinunter zur Ramozhütte ist die einzige weiss/blau/weiss-markierte Route im Gebiet von Arosa. Die Höhendifferenz vom Älplisee hinauf zum Sattel beträgt knapp 600 Meter, hinunter zur Ramozhütte sind es dann noch 450 Höhenmeter.

Wie bereits sein Name verrät, wurden am Erzhorn wie an den Rothörnern, dem Guggernellgrat und am Tschirpen im Mittelalter Eisenerze sowie andere Bodenschätze abgebaut und in den Schmelzöfen in der Isel bei Arosa verhüttet.

Ein ausführlicher Tourbericht folgt am Schluss dieses Post. Jetzt wieder ein paar Fotos der Highlights dieser Route, denn davon gibt es wirklich viele. Vorallem hatten wir am Tag dieser Tour einfach herrliches Bergsommer-Wetter!

Älplisee

Erzhornsattel Arosa-1040190

Der Älplisee ist auf 2’156m gelegen und gilt als einer der schönsten Seen im Kanton Graubünden.

Der Aufstieg

Erzhornsattel Arosa-1040250

Erzhornsattel Arosa-1040301

Beim Aufstieg zum Erzhornsattel sind einige anstrengende Höhenmeter zu bewältigen, begleitet von einem unbeschreiblichen Panorama.

Das Ziel – der Erzhornsattel

Erzhornsattel Arosa-1040406

Hier auf dem Erzhornsattel steht man auf 2744 müM. zwischen dem mächtigen Erzhorn und dem fast „dreitausender“ Aroser Rothorn. Und mit einem grossartigen Panorama!

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Blick vom Erzhornsattel in Richtung Arosa

Erzhornsattel Arosa-1040388

Blick in Richtung Arosa (links) – im Vordergrund das Erzhorn.

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Blick in Richtung Alp Ramoz (Gemeinde Alvaneu)

Das Bernina-Massiv

An einem solch klaren Tag hat man einen Fernblick bis zum Bernina-Massiv, dessen Gipfel über 4000 müM hoch sind.

Erzhornsattel Arosa-1040390

Der Abstieg

Erzhornsattel Arosa-1040477

Der Abstieg führt über die Alp Ramoz – Einsamkeit in einer wunderschönen Bergwelt.

Ramoz-Hütte

Erzhornsattel Arosa-1040542

Irgendwann taucht die Ramoz-Hütte unter uns auf. Die SAC-Hütte ist unbewirtet und liegt am Fusse des Erzhorns auf einer Höhe von 2’293 müM. Das Gebiet gehört zur Gemeinde Alvaneu. Über die Hütte gibt es demnächst einen eigenen Post.

Welsch-Tobel

Erzhornsattel Arosa-1040631

Tobel? Der Name verwirrt, das Welsch-Tobel ist ein mächtiges, langgezogenes Gebirgstal – durch dieses Tal kommt man runter nach Arosa.

Alteiner Wasserfälle

Am Schluss der Tour – kurz vor Arosa – sieht man auf der anderen Talseite die schönen Alteiner Wasserfälle.

Erzhornsattel Arosa-1040770

Viel Flower – Power auf der Tour …

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Erzhornsattel Arosa-1040812

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Erzhornsattel Arosa-1040829

Tour-Verlauf und Bericht

Von Innerarosa folgt man einfach weiter der Strasse, welche den Ort bis zum Ende durchquert, wobei man dem Wanderweg-Weiser Richtung Schwellisee, Älplisee folgt. Ein guter Weg (Schottersträsschen) führt zum glasklaren Schwellisee. Der Weg führt links weiter hoch bis zu den „Arven“. Dort überquert man die junge Plessur. Nun geht ein Pfad weiter in Richtung Älplisee – einer der schönsten Seen Graubündens. Und für mich ein tolles Fotomotiv: Sei es das direkt über dem See aufragende Älplihorn oder der See mit dem  leuchtendn Rothorn im Hintergrund.

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Vor dem Aufstieg – das Rothorn im Hintergrund wird uns ständig begleiten.

Der See wird rechts umgangen und nach kurzer Zeit gabelt sich der Pfad. Wiederum dem linken Pfad und den blauen Markierungen folgend, gelangt man nach kurzem Zwischenabstieg und einer weiteren Überquerung der Plessur in eine Schuttwüste mit etwas spärlichen blauen Markierungen. Etwas weiter oben ist der Weiterweg zum Erzhornsattel aber wieder leicht auszumachen und nicht zu verfehlen. Nun folgen 400-500 anstrengende Höhenmeter in steilem Geröll.

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Das Ziel – der Erzhonrsattel – ist erreicht.

Anfänglich geht es einfach geradeaus hinauf, dann macht der schmale Steig recht viele Kehren. Und dann steht man endlich oben auf 2744 müM! Zwischen dem mächtigen Erzhorn und dem „fast dreitausender“ Aroser Rothorn.

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Wenn man genügend alpinistische Erfahrung und Ausrüstung mit bringt, kann man von hier aus das Aroser Rothorn oder das Erzhorn besteigen. Für mich ist der Erzhornsattel Ziel und entschädigt den stapaziösen Aufstieg mit einer herrlichen Fernsicht – das imposante Bernina-Massiv taucht vor uns auf. Der Blick ist grandios – allerdings wollen wir noch ein gutes Stück weiter und darum steigen wir vom Erzhornsattel runter zur Ramozhütte (unbewirtete SAC Hütte). Dieser Weg ist zwar noch blau-weiss markiert, aber entspricht schon eher einem normalen Bergwander-Weg.

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Auch der Abstieg bleibt weiss-blau-weiss markiert …

Nach kurzer Pause in der Ramoz-Hütte geht unsere Rundtour weiter durch das Welschtobel (rot weisse Markierung).

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SAC Hütte auf der Alp Ramoz

Wenn ich durch das Welschtobel wandere dann denke ich, wer ist wohl auf diese Idee gekommen, dieses lange, mächtige und wilde Bergtal als Tobel zu bezeichnen? Welsch macht dagegen wieder Sinn – „Welsch“ oder die „Welschen“ war früher eine Bezeichnung für „Anders-Sprachig“. So kennen wir in Chur auch das „Welschdörfli“ oder bezeichnen heute noch die Romands auch als „Welschen“. Und hier in den Plessurer-Alpen war man bereits im „Grenzgebiet“ zwischen den Walsern und den Rätromanen.

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Blick auf das Schiesshorn

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Hängebrücke

Irgendwann tauchen dann die Alteiner Wasserfälle auf und wir erreichen die Isel. Von dort gibt es als Zugabe nochmals rund 200m Höhenmeter hoch und so erreichen wir Arosa. (Oder den Bus am Strandbad Untersee) Am Schluss  zieht sich die Strecke etwas hin und nach knapp 7 Stunden reiner Wanderzeit sind wir doch eher geschafft!

Erzhornsattel Arosa-1040788

Schöne Chalets in Arosa …

Die Rund-Tour Arosa – Älplisee – Erzhornsattel – Ramozhütte – Welschtobel – Arosa ist mit einer Distanz von rund 17km „offiziell“ angegeben. Mein eigener „Tracker“ hat am Schluss 22 km angeben, dies hat sicherlich damit zu tun, dass wir etwas anders von Arosa aus gestartet sind, als hier angegeben. Aber 17km scheint mir dann doch fast etwas wenig. Die reine Gehzeit lag bei uns etwas unter 7 Stunden – allerdings verlieren wir sowieso immer viel Zeit gegenüber den offiziellen Angaben, da ich doch viel am fotografieren bin. Die reine Gehzeit liegt für normale Wanderer bei ca. 6.5 Stunden. Beim Aufstieg „macht“ man ca. 1200 Höhenmeter, beim Abstieg sind es ebenfalls ca. 1‘200 Höhenmeter. Der „Höhepunkt“ – also der höchste Punkt der Wanderung – ist auf dem Erzhornsattel mit 2‘744 Meter über Meer erreicht. Meine eigene „Aster“-Messung hat sogar noch ganz leicht mehr gegeben – die kam nämlich auf 2‘757 Meter über Meer. Der „Tiefpunkt“ ist dann unten in der Isel – hier sind es dann noch 1‘641 Meter über Meer.

Für Kinder ist zu prüfen, ob diese Tour geeignet ist. Wenn man genügend Erfahrung hat, empfiehlt es sich vielleicht auf der letzten Passage (vom Älplisee herkommend) kurz vor dem Erzhornsattel die Kinder an einem stabilen Sicherheitsseil zu führen. (Zweier- oder Dreier Seilschaft)

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idyllische Landschaften

Arosa Prätschli Prätschalp winterwonderland Spaziergang Wanderung

Prätschalp – Bergfeeling pur – Winter wie Sommer!

Arosa, Wanderungen und Touren

Es hat sich in Arosa schon lange herumgesprochen, dass die Prätschalp im Winter wie auch im Sommer bewirtet ist. Bei den Spaziergängern und Wanderer hat sich die Prätschalp zu einem Highlight entwickelt! Was für ein schönes Ziel! Im Gebiet des idyllischen Prätschsee findet man Ruhe und tankt neue Energie beim Anblick der imposanten Bergkulisse. Man wandert durch diese wunderschöne Landschaft mit Blick auf die Weissfluh und kann dann in der urchigen und gemütliche Prätschalp einkehren.

Viele tolle Tipps und Infos zu Arosa findest Du in meinem Post: Arosa – ein Ticket zum Himmel?

prätschalp collage

The Prätschalp above Arosa is a mountain hut. Here you will find a warm Welcome, fine food and a glass of wine. The trail is easy to walk. Start is at the Prätschli, the route is signposted.

Im Winter ist es einfacher sich zu orientieren. Du musst nur dem schön, präparierter Wanderweg ab dem Prätschli in Richtung Tritt folgen. Etwas vor dem Tritt kommt dann ein Abzweiger (Schild) zur Prätschalp. Von der Prätschalp kannst Du gemütlich zurückwandern oder aber über Tritt und Scheidegg die Wanderung fortsetzen. Für Anspruchsvolle empfehle ich den Weg über die Scheidegg, Tritt und dann zur Prätschalp.

Wer es lieber etwas gemütlicher nimmt, bucht einen Pferdeschlitten und geniesst die naturbelassene, tief verschneiten Landschaft bei der Fahrt zur Prätschalp.

Die Prätschalp (wird im Sommer von der Sennerei Maran betrieben) bietet Köstlichkeiten von Kuschi (Rest. Grischuna), Käse von der Sennerei Maran, aber auch selber gemachte Gerstensuppe und Kuchen an. Oder Fondue. Und eine schöne Weinkarte.

Geniessen kannst Du es draussen auf der schönen, sonnigen Terrasse oder drinnen in der sehr urchigen und gemütlichen „Senner-Stube“, die übrigens mit einem Holzofen geheizt wird. Auch im ungeheizten Stall, wer dies mag …

a wonderful walking through a winter wonderland
a wonderful walking through a winter wonderland

Dass die Prätschalp im Winter geöffnet hat, ist eine grosse Bereicherung für Arosa. Hier kann man (abseits des grossen Wintersports) durch ein absolutes, wunderschönes Winterwonderland wandern/spazieren und wird am Schluss von netten Gastgebern in einer richtigen, urchigen Alp herzlich willkommen geheissen. Bergromantik pur! Auch eine Schöne Sache wenn es so richtig schneit!

Und im Sommer? Einfach Bergfeeling pur!

Viele tolle Tipps und Infos zu Arosa findest Du in meinem Post: Arosa – ein Ticket zum Himmel?

Im Sommer führen viele Wege zur Prätschalp – unter anderem auch der Themenweg Glücksstein-Trail, der im Alpengarten Maran startet. Du kannst diesen Wanderweg auch über die Sennerei Maran, wenn Du von dort über den Ochsenalpweg ein Stück über den Golfplatz hinauf wanderst, erreichen. Oberhalb des Golfplatzes geht ein Wanderweg dann in Richtung Prätschsee ab. Ein schöner Weg, etwas abseits mit tollem Bergpanorama.

Prätschalp Arosa Switzerland
Bergblumenstrauss

more infos:

Das Prätsch-Alp Beizli mit schöner Sonnenterrasse und Wilderer-Bar, Fondue Abende im Alpenstübli oder draussen – Öffnungszeit bei Arosa-Lenzerheide Tourismus anfragen

aktualisiert 15.1.2016 /  15.3.2018 / 9.12.2018

Die Bilder meines Posts haben es auch auf die neue Homepage von Arosa Lenzerheide geschafft – herzlichen Dank!

Mathisleweiher – ein Märlisee!

Deutschland, Wanderungen und Touren

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Am Ende unserer kleinen Deutschlandreise sind wir in Hinterzarten im Hoch-Schwarzwald angekommen. Hinter uns lag eine Städtetour durch das Ruhrgebiet, daher war der Schwarzwald ein schönes „Kontrast- und Abschlussprogramm“. Aber für Outdoor-Aktivitäten waren wir natürlich nicht ausgerüstet. Gute Schuhe hatten wir aber dabei – und daher lockte uns das schöne Wetter doch, etwas in der wunderschönen Natur des Schwarzwaldes zu unternehmen. Die Mitarbeiterin an der Rezeption unseres Hotels kam aus der Gegend und wägte zuerst ab, was sie uns wohl für einen Kurz-Wandertipp geben sollte. Sie empfahl uns eine kleine Rundwanderung zum Mathisleweiher. Und der Tipp war ein Volltreffer. @hochschwarzwald schrieb als Antwort auf meinen Tweet „Ein echter Geheimtipp im Hochschwarzwald!“ Und wie wahr!

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Unser Ziel – der Mathisleweiher

Schneller kann man nicht in die schöne Natur des Hoch-Schwarzwald eintauchen!

Diesen „Geheimtipp“ gebe ich gerne weiter, vorallem für so Schwarzwald-Neulinge wie uns lohnt sich diese Kurz-Wanderung (Gehzeit ca. 2 Stunden). Und Kamera nicht vergessen!

Wir sind bei der Kirche in Hinterzarten resp. beim Parkhotel Adler gestartet. Von dort dem Wegweiser in Richtung Feldberg folgen. (Brudersteig – Erlenbruck). Nach einiger Zeit und etwas bergauf haben wir dann den Biohof Mathislehof erreicht. Später haben wir realisiert, dass man von hier noch auf den Dorneckfelsen hätte gehen können, mit schönem Blick auf Titisee und Hochfirst. Wir dagegen sind vom Hof direkt zum Weiher gelaufen.

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Unser Startpunkt in Hinterzarten …

Dieser Weiher oder eher dieser kleine See speist den Zartenbach und liegt zwischen Hinterzarten und Feldsee. Er liegt im Naturschutzgebiet Eschengrund und ist nur zu Fuss erreichbar.

Vom Weiher geht dann ein Pfad bergauf vorbei an eiszeitlichen Steinbrocken und Felsen wieder in Richtung Hinterzarten. Nach dem der Wald sich langsam wieder für die ersten Bergweiden öffnet, kommt man zu einem kleinen Fischweiher. Hier dem Pfad folgen und irgendwann ist man im Emil-Thoma Weg (oder eher Pfad), der einen dann zurück zum Ausgangs-Dorf führt.

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Diesem Wegweiser Richtung Feldberg – Titisee folgen.

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Nach dem ersten Aufstieg kommt man an dieser kleinen Kapelle vorbei.

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Vor dem Mathislehof etwas versteckt diese Kapelle, die auch zu einem Bauernhof gehört. Ein schönes Motiv …

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Man taucht in den tiefen Schwarzwald ein …

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Ein Märlisee …

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hochschwarzwald

P.S. Ein „Märli“ ist Dialekt und heisst „Märchen“, der Ausdruck „Märli“ wird im Schweizerdeutsch viel als synonym für „traumhaft“ verwendet.

 

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Refresh Juli 2019

Winter-Wanderung auf den Vulkan Hverfjall

Iceland, Wanderungen und Touren

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Im Hintergrund der grosse Krater des Hverfjall, im Vordergrund der Myvatn.

 

Eines der schönsten Gebiete ist zweifellos der Myvatn – der bekannte Mückensee. Dieser einmalige See gehört zum Krafla-Vulkansystem und liegt im Nordosten Islands.

Es gibt hier unzählige Natur-Sehenswürdigkeiten und daher ist dieses Gebiet in der Hauptsaison stark besucht. Aufgrund der vielen Sehenswürdigkeit vergessen die Touristen vielfach, wie wunderschön der See ist. Im Sommer allerdings hat dies ein Grund, warum der See gemieden wird – Menschen und Tiere werden von tausenden kleinen Fliegen (es sind keine Mücken) attackiert und gerade bei schönem Wetter hat man keine Chance den Viechern zu entkommen. Erst nach Sonnenuntergang ist die Plage vorbei – bis zum nächsten Morgen. Regen lässt die Fliegen auch verschwinden. Oder man ist wie wir im Oktober unterwegs – dann hat es zum ersten Mal geschneit und der See ist bereits am zufrieren.

Wenn ich am Myvatn bin ist zu jeder Jahreszeit die Wanderung auf Hverfjall auf dem Programm. Einerseits natürlich weil dieser Vulkan etwas besonderes ist (es gibt nur wenige davon, wie z.B. in Hawaii), andererseits weil man von hier oben den schönsten Blick auf den Myvatn und die ganze gewaltige Vulkan-Landschaft hat.

Der Ringwall des Hverfjall kann man auf zwei markierten Wanderwegen besteigen und von dort am Kraterrand umrunden.

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Eine Bitte noch, die markierten Wege nicht verlassen. Was vielleicht einfach als grosser Kieshaufen aussieht sind empfindliche geologische Tuff-Formationen, welche in wenigen Sekunden entstanden sind. Man würde dies für immer zerstören. Leider finden es einige Touristen spannend einfach querfeldein runter in den Krater zu laufen – die Isländer haben leider noch nicht begriffen, dass hier Ranger aufpassen sollten um fehlbare Besucher in die Schranken zu weisen. Einige (wenige) Touristen haben einfach keinen Respekt vor solchen geologischen Wundern. Wie gesagt, für diese ist es ein gigantischer Kieshaufen …

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Der Hverfjalll ist ein Tuffring und bildete sich vor etwa 2500 Jahren in gewaltigen Wasserdampfexplosionen, die ausgelöst wurden, als das heisse Magma auf das Grundwasser stieß. Die Lava am Hverfjall ist durch Wasserdampf glasig erstarrt. Am Rande einer mächtigen Wasserdampfsäule, in der nichts absinken konnte, rieselte vulkanisches Lockermaterial herab, das diesen Ring von 1 km Durchmesser und 90-150 m Höhe bildete. Viele der unzähligen Lagen entstanden durch pyroklastische Ströme.

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Auf der Erde existieren nur wenige Krater dieses Typs. Der etwas kleinere Lúdent liegt etwa 4 km südöstlich des Hverfjall. Andere Beispiele sind der Diamond Head und der Koko Head auf Hawaii oder einige Exemplare im Fort Rock Basin in Oregon, USA

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Blick auf die Pseudokrater im Myvatn

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Der Pfad führt weiter rund um den Kraterrand

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Blick in die schneebedeckten Vulkane

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Myvatn

Vielen Dank an Hans Bärtsch, Wirtschaftsredaktor bei der Südostschweiz für den Tweet/RT:

Hans Bärtsch, Wirtschaftsredaktor bei der Südostschweiz

7.3.2016

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