Old Dirty Baltimore

Ireland, West Cork

Baltimore in West Cork, einer der südlichsten Hafenorte der grünen Insel Irland, ist im Sommer bei den Iren ein beliebtes Ziel für ein Weekend oder einen längeren Urlaub. Im Sommer blickt man von hier auf die tiefblaue Roaringwater Bay, die in der Sonne glitzert. Dann ist Baltimore leicht und unbeschwert.

Im Herbst, wenn der Regen übers Land peitscht, dann wirkt Baltimore verlassen. Geprägt vom Fischerhafen und der Burg, scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Rund um den Hafen gibt es verfallene Häuser, die Werft hat schon seit Jahrzenten geschlossen, aber auch eine kürzlich gebaute Hotelanlage ist bereits dem Verfall überlassen.

Ich habe im Hafen nach maroden Motiven gesucht, den grauen Nieselregen dabei bewusst in Kauf genommen. Das graue Licht sowie eine leichte Nachbearbeitung  in Lightroom (Weiss, Schwarz, Helligkeit) haben dann diesen Look hervorgebracht.

Gerne nehme ich Euch mit auf diese Bilder-Reise „Old Dirty Baltimore“ in zwei Teilen:

 

 

 

 

 

Wanderung im Grau

Ireland, Photo&Lyric, West Cork

Impressionen West Cork (1 von 1)-3

Gischt
von vorn
Wind, Regen
im Gesicht
Wanderung
durch das Grau
der Sturm
nimmt den Horizont
die Flut
den Strand
für sich allein
isoliert

 

In meiner Serie SkriptFoto poste ich ab und zu Fotografien, welche ich versuche mit „lyrischen“ Texten zu untermalen.  Zum tiefer reinschauen, bildlich lesen oder einfach etwas nachfühlen.

Dieses Bild auf den Inchydoney Island, West Cork, Irland entstanden. Auf dieser vor Clonakilty vorgelagerten Insel hat es eine langen wunderschönen Strand, selbst im Regen ein Erlebnis.

Bild by Michael’s Beers & Beans / Text im Oktober 2017

Hurrikan Ophelia, mittendrin im heftigsten Sturm seit 50 Jahre

Clare, Ireland, Irland, West Cork

“Bleiben Sie drinnen, bis der Sturm vorbeigezogen ist“, sagte Irlands Ministerpräsident Leo Varadkar bei einer Pressekonferenz in Dublin. Und machte klar, dass es sich um einen nationalen Notstand handelt. Kurze Zeit später erreichte der Hurrikan Ophelia die Küsten im Südwesten von Irland.

Der starke Regen verschluckte die Landschaft – Blick aus dem sicheren Hotel.

Dieses Bild vom Poulnabrone-Dolmen habe ich kurz nach dem sich der Sturm legte aufgenommen, der Wind war allerdings immer noch recht kräftig.

Genau am Montag, 16. Oktober hatten wir geplant mit dem Auto von Ballyvaughan (Co. Clare) in Richtung Südwesten der Insel zu reisen. Wir entschieden uns die Reise auf den nächsten Tag zu verschieben, wie uns geraten wurde drinnen zu bleiben. So verlängerten wir unseren Aufenthalt im Hotel. Der Sturm kam pünktlich und heftig. Im sicheren Hotel zeigte sich schnell, der Entscheid nicht zu reisen war richtig. Der Sturm dauerte Stunden, von Anfang an hatten wir keinen Strom mehr. Im kleinen Hotel waren die Gäste bald eine verschworene, aber immer gut gelaunte Gemeinschaft. Man vertrieb sich bei Kerzenschein die Zeit in der Bar mit Gesprächen, die Kinder spielten irgendwelche Brettspiele, die sie aufgetrieben hatten. Andere zogen sich in den schönen Living Room des ehemaligen Landsitzes zurück und lasen vor dem wärmenden Kaminfeuer ein Buch. Gelassen blieb die Gemeinschaft auch nachts, als der Feueralarm uns aus den Betten riss und wir uns alle wieder in der Lobby trafen. Zum Glück stellte sich schnell heraus, es war ein Fehlalarm. Die Stimmung im Hotel, draussen der heftige Sturm – es hatte etwas von einem falschen Film.

Kein Strom mehr …

Am nächsten Tag schien bereits wieder die Sonne. Der Strom war immer noch weg, unsere Hotel musste den Betrieb einstellen. Irgendwann hatte das Improvisieren mit Kerzen, Taschenlampen und Gaskocher ein Ende.  So reisten wir bei herrlichem Sonnenschein ab und nahmen den 4 stündigen Weg in den Südwesten unter die Räder. Diese fast etwas unwirkliche Fahrt hat uns nochmals gezeigt, wie der Hurrikan im ganzen Land gewütet hat. Viele umgestürzte Bäume führten zu blockierten Strassen. Zudem beschädigte der Sturm viele Stromleitungen, mehr als 300’000 Haushalte hatten zeitweise keinen Strom mehr.

Der Tag danach – Sonnenschein. Mitten in diesem Tal – im Herzen des „Burren“ – wetterten wir den Hurrikan Ophelia ab.

Die Iren haben die Warnstufe rot, welche das Wetteramt ausgerufen hatte, sehr ernst genommen und sich gut vorbereitet. Man schloss Schulen, stoppte den öffentlichen Verkehr. Supermärkte und viele Firmen stellten den Betrieb ein. Auf den Strassen war kaum noch jemand unterwegs.

Wie hier am Lough Hyne (WestCork) sieht es an vielen Orten aus.

In einigen Gesprächen danach habe ich immer wieder gehört, dass der Sturm gar nicht so heftig war wie die sonst üblichen starken Herbststürme. Der Wind wäre allerdings von einer unüblichen Seite, von Osten gekommen. Zudem sei die Dauer des Sturms erschreckend gewesen. Und es komme zudem selten vor, dass ein Sturm fast gleichzeitig alle Teile des Landes derart heftig treffe.

Neben den vielen umgestürzten Bäumen und beschädigten Stromleitungen ist mir positiv aufgefallen, dass wir kaum beschädigte Häuser gesehen haben. Man scheint hier robust zu bauen.

Leider sind drei Menschen bei Unfällen im Zusammenhang mit dem aussergewöhnlichen Sturm ums Leben gekommen.

Aber was war das nun, diese Ophelia? Stürme hier am Atlantik sind doch nichts aussergewöhnliches?

Üblicherweise entstehen tropische Wirbelstürme in der Passatwindzone vor der afrikanischen Küste. Dort bildete sich auch Ophelia, allerdings ein wenig weiter nördlich als die Hurrikane Irma und Maria, die in der Karibik so schwere Schäden angerichtet hatten. Im Gegensatz zu Irma und Maria zeigte der Hurrikan Ophelia ein gänzlich anderes Verhalten. Er zog über die Azoren direkt nach Norden bis Nordosten und traf am Montag, 16. Oktober hier auf die irische Küste. Allerdings als der Sturm Irland erreichte, war Ophelia kein Hurrikan mehr, sondern nur noch ein „Sturm-Tief“. Dieses „Sturm-Tief“ hatte noch genug Kraft für Windgeschwindigkeiten von über 190 km/h (Fastnet Lighthouse).

Bild NASA – der Hurrikan trifft auf Irland (via Twitter)

Nach Angaben von Met Eireann, dem Wetterdienst des Landes, ist Ophelia die schlimmste Sturm-katastrophe in Irland seit fünfzig Jahren.

Die Menschen in Irland sind jetzt mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Mehrere tausend Fachkräfte sind derzeit mit Reparaturarbeiten beschäftigt, man hofft, dass die Schäden an der Strom- und Wasserversorgung innerhalb der nächsten drei bis vier Tage behoben sein werden.

Karte der ESB (Electricity Supply Board), an welchen Stellen in Irland der Strom ausgefallen ist. (18.10.17)

Mit „Storm Brian“ hat sich der nächste starke Sturm für das Wochenende angekündigt. Es werden an der Küste Böen mit einer Geschwindigkeit von 110 – 130 km/h, dabei soll es sehr viel Regen geben.

Met.ie: STATUS ORANGE

Wind Warning for Wexford, Clare, Cork, Kerry and Waterford

West to Southwest winds veering Northwest will reach mean speeds of 65-80 km/h with gusts 110-130 km/h in coastal parts of Munster and coastal parts of Wexford with the risk of coastal flooding, as storm Brian tracks Eastwards across central and Southern parts of Ireland.

Valid:

Saturday 21 October 2017 00:01 to Saturday 21 October 2017 12:00

Abendstimmung am River Ilen (West Cork) am Abend danach.

Noch zwei Bilder am Schluss aus der http://www.irishtimes.com, welche für mich stellvertretend für die Wucht des Hurrikans Ophelia sind:

Hier in der Nähe des Baltimore Beacon befinde ich mich zur Zeit. Gerne gehe ich abends zu diesem Seezeichen, bei schönem Wetter ist es ein toller Platz für unendliche Sonnenuntergänge.

Diese Bilder sind aus Ophelia in Pictures (Irish Times)

Fallen Trees, Lough Hyne, Skibbereen, West Cork

 

Treffe ich auf Hurrikan Ophelia?

Ireland, Irland, West Cork

Alles gepackt, morgen früh geht es endlich los in Richtung Irland. Gleichzeit mit uns scheint auch der Hurrikan Ophelia seine Reise von den Azoren her in Richtung Irland anzutreten. Die Meteorologen melden, dass der Wirbelsturm Ophelia immer schneller nach Nordosten zieht. Etwas beruhigend scheint, dass der Wirbelsturm auf dem Atlantik bald kühleres Wasser erreicht und dann allmählich schwächer wird.

Allerdings dürfte er dann immer noch Orkanstärke haben.

Storm Frank erlebte ich am 29. Dezember 2015 im Südwesten Irlands

Met Éireann – the Irish Meteorological Service – rätselt noch etwas ob der Sturm am Montag die Südküste Irlands trifft – genau dahin sind wir dann am Montag unterwegs. Sicher scheint, es wird ein starker Sturm mit viel Regen geben, nur wie stark er Irland trifft ist noch ungewiss.

Stürme ist man Irland gewohnt, aber ein Hurrikan ist auch in Irland wirklich eine Seltenheit. Der letzte „irische“ Hurrikan ist 56 Jahre her: 1961 traf Sturm Debbie die Insel und sorgte für schwere Schäden. Unzählige Bäume stürzten um, Dächer wurden abgedeckt. Debbie’s Orkanböen drehten sogar die Fliessrichtung des mächtigen Flusses Shannon um, der dadurch über die Ufer trat. (Irish Times)

Ich denke die Kraft von Ophelia sollte man nicht unterschätzen.

Es kann wirklich kräftig stürmen in Irland, dies habe ich schon zwei, drei Mal selbst erlebt. Vor zwei Jahren erwischte mich der Orkan Frank zwischen Weihnachten und Neujahr – dieser war allerdings von den Windstärken nicht gerade sehr heftig, dafür brachte er unglaubliche Regenmengen!

Am Tag nach dem Orkan Frank sind nachfolgende Bilder entstanden. Übrigens beschert Ophelia, der Hurrikan auf Abwegen, am Bodensee eine Hochdrucklage und damit ein wunderschönes Herbstwochenende – mit bis zu 22 Grad!

Natürlich werde ich Euch berichten, ob ich mit Ophelia zusammengetroffen bin.

Storm Frank, Ende Dezember 2015

 

 

Route 66 Feeling am Healy Pass!

Irland, West Cork

Irland 2016 (1 von 1)-73

Der Healy Pass ist eine Passstrasse, welche die Küstenregionen der Halbinsel Beara verbindet. Heute ist diese Verbindung eher in Vergessenheit geraten. Auch liegt diese nicht gerade auf den üblichen Touristenpfaden. Seit vielen, vielen Jahr gammelt am Start zur Passstrasse ein verlassener Pub mit einer alten Tankstelle vor sich her. Die Tankestelle ist ein schönes Fotomotiv – etwas „Route 66“ Feeling am Healy Pass!

Ein Post über den Healy Pass findest Du hier: Healy Pass – der Gotthard von Irland

Irland 2016 (1 von 1)-77

Irland 2016 (1 von 1)-76

Irland 2016 (1 von 1)-75

Himmelfahrt für Schafe und Touristen

Ireland, West Cork
 Beara Peninsula in the west of County Cork in Ireland

Die Seilbahn führt vom Dursey Point (Festland, Beara Peninsula, West Cork, Ireland) rüber zur Insel Dursey

Seilbahnen faszinieren mich und normalerweise fahre ich gerne mit diesen Dingern irgend auf einen Berg hoch. Dabei habe ich – vorallem im Ausland – auch schon abenteuerliche Gondelfahrten erlebt. Aber hier in die Seilbahn rüber nach Dursey Island bin ich nicht eingestiegen – ich bin doch kein Schaf! Und auch nicht lebensmüde! Und zum Glück haben Schafe und Kühe hier ganz klar Beförderungspriorität – vor den Touristen!

Bilder NS (759)

Die Dursey Cable Car ist die einzige Seilbahn in Irland. Es ist eine Pendelbahn. Das Seil ist insgesamt 360 m lang und hat zwischen den beiden Stützen eine Spannweite von 250 m. Die Bahn überspannt den Dursey Sound – ein enger Sund zwischen Festland und Insel, der aber eine tückische Strömung hat. Bei stürmischem Wetter kommt hier keine Fähre rüber auf die Insel. Die einzige Kabine fährt durch eine Öffnung in der Mitte der Stützen hindurch und braucht für eine Strecke etwa 10 min. Sie hängt an einem rechteckigen Metallrahmen, an dessen Ecken 4 Rollen befestigt sind, mit denen die Kabine auf den beiden Tragseilen fährt. Mit einem umlaufenden Zugseil wird die Kabine über den Dursey Sound hin und her gezogen. Die Schiebetüren der Kabine sind von den Passagieren von Hand zu schliessen. Während die zulässige Nutzlast von 544 kg für 6 Personen grosszügig bemessen ist (90 kg/Person), wird sie von einer Kuh (500 bis 800 kg) voll beansprucht. Deutsche TÜV-Kriterien erfüllt das in die Jahre gekommene Gefährt angeblich nicht. Die Seilbahn – Baujahr 1969 – wird jedoch jährlich vom zuständigen County überprüft.

„Zur Hölle oder nach Connaught“ heisst es doch in Irland – ist wohl diese Seilbahn so ein Stück der heutigen „Connaught“?

Doch die Seilbahn surrt jeden Tag ohne jegliche Probleme über den Dursey Sound. Es gibt sogar einen festen Fahrplan. Wenn keine Schafe anstehen, dann dürfen Touristen – meistens Wanderer – rüber. Wenn der Wind es will, kommt die Gondel ins Schaukeln – die Schafe scheint es nicht zu stören, bei den Touristen bin ich mir nicht so sicher. Bei Windstärke 8 wird die Bahn eingestellt. (Die Pendelbahn „Urdenbahn“ in Arosa (Schweiz) ist einer der modernsten Seilbahnen in Europa, diese kapituliert bereits bei einer  Windstärke 6 – 7 und stellt den Betrieb dann sofort ein.)

Die Statistik der Seil-Bahn ist eindrücklich: 9000 Touristen, 500 Schafe und 100 Kühe werden so im Schnitt pro Jahr befördert. Wurde mir wenigstens erzählt.

Und vielleicht bin ich wirklich einfach nur zu ängstlich.

P.S. Hier heisst es nicht Berg- und Talfahrt sondern „Richtung Insel“ und „Richtung Festland“.

Dursey Point

Vom Dursey Point (Beara Peninsula, West Cork, Ireland) sind es nur noch 5’129km bis New York – Schwimmen ist vielleicht auch nicht so eine gute Idee!  Und zum Glück sind die Iren nicht auf die Idee gekommen, die Seilbahn gleich bis New York durchzuziehen …

Mizen Halbinsel und Mizen Head

Ireland, West Cork

Für mich einer der schönsten Gegenden in Irland ist die Mizen Halbinsel im äussersten Südwesten. Hier hat es ein wenig von allem was West Cork so einzigartig macht. Steile Klippen, grüne Weiden und raue Heidelandschaften, lebhafte Örtchen, Megalithbauten und mit Barley Cove einer der schönsten Strände hier in dieser Gegend.

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (16)

All das findet man auf einer Gesamtlänge von gerade einmal etwas über 25 km. Zum Glück wird die Mizen Peninsula noch in vielen Reiseführern eher am Rande erwähnt, daher ist es hier noch etwas irischer, als in anderen Gebieten. Auf jedenfall geht es auf der Halbinsel ruhig und beschaulich zu und her.

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (19)

Klippen am Mizen Head

Bei schönem Wetter geniesst man an vielen Stellen der Halbinsel eine atemberaubende Aussicht über das azurblaue Meer. In der Ferne erkennt man die „Insel“ Fastnet Rock, Irlands südlichster Punkt.

Was mir immer aufgefallen ist, dass die Mizen Peninsula stark vom Golfstrom und dem Wetter über dem Atlantik beeinflusst wird. Es kann in Skibbereen regnen, hier draussen scheint die Sonne. Und wenn die Sonne scheint, wird es sofort angenehm warm. Allerdings bei Regen und Sturm kann es richtig wild und unangenehm sein.

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (9)

Es ist mild draussen auf der Halbinsel

Die R 596 ist die Hauptverbindungsstrasse auf der Halbinsel und diese erreicht man über die N 71 (Skibberren – Bantry). Zu Beginn führt sie durch den malerischen Ort Ballydebob, dessen schmale Hauptstrasse sich entlang bunter Hausfassaden auf eine Anhöhe hinauf schlängelt.

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (7)

Ballydehob

Der Hauptort der Halbinsel ist Schull, ein lebhafter Fischer- und Seglerort. Und für viele Iren auch ein Ferienort, es hat hier in der Umgebung versteckt viele private Ferienhäuser. Unbedingt Zeit für diesen Ort einplanen oder als Ausgangspunkt wählen. Es hat einige Geschäfte (die immer etwas wechseln), Pubs sowie Coffee & Tea Shops. Unten an der Pier (Quay) hat es ein Fish Shop, frischer als hier bekommt den Fisch fast nirgends. Tipp: frische Prawns kaufen! Und diese mit Olivenöl und Knoblauch am Abend in der Pfanne braten, etwas Spaghetti dazu, einfach perfekt!

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (14)

Coffee Shop in Schull

Foto 24.10.13, 19 08 01

Frische Prawns gibt es unten am Quay von Schull im Fish Shop zu kaufen

Eine schöne Wanderung führt von Schull alles am Meer entlang zur Cola Pier. Von dort kann man rechts das Strässchen nehmen und über einen „Hill“ mit schönem Ausblick auf die Bay zurück nach Schull laufen.

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (17)

Wetterstimmungen

Nach Westen führt die landschaftlich reizvolle Route entlang der zerklüfteten Küste vorbei an einem bemerkenswerten Magelithbau, einem „Altar Wedge Tomb“. (Kurz vor Goleen) Dieses Grab ist weit über 2000 Jahre alt. Zudem hat man einen schönen Zugang direkt zum Meer und kann den meistens hohen Wellengang sehr schön beobachten.

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (22)

Der Altar Wedge Tomb in der Nähe von Goleen

Das nächste Highlight auf der Route ist der Strand bei Barley Cove, der in einer geschützten Bucht liegt. Sanft inmitten grüner Hügel eingebettet, liegt hier eine weitläufige Dünenlandschaft, die im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel für Familien ist.

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (5)

Südsee-Stimmung am Barley Cove

Vom Barley Cove sollte man die Stichstrasse zum kleinen Örtchen Crockhaven machen, das gerade mal aus einer Hand voll Häusern rechts und links der Strasse besteht. Hier gibt es noch einen richtigen irischen Pub: O’Sullivan ist sehr beleibt bei den Locals und den irischen Familien, die hier Ferien machen. Und er ist bekannt für seinen „Basket of Shrimps, if season“ – also unbedingt danach fragen, ob es gerade Saison für die feinen Shrimps ist. Dazu ein Glas Weisswein (für einmal lass ich das Murphys sein).

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (13)

O’Sullivan – noch ein echter alter irischer Pub

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (6)

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (25)

frische Shrimps

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (27)

The Most Southerly Pint in Ireland

Von hier geht es zurück zum Barley Cove und dann weiter ganz in den Westen zum Mizen Head. Die Strasse endet auf dem Parkplatz des Mizen Head Visitor Centre.

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (1)

alte Signalanlage am Mizen Head

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (2)

Blick zum Three Castle Head, im Hintergrund die Beara Peninsula

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (3)

Die kühne Brücke zur Cloghane Island

Der Mizen Head wurde mit verschiedenen Pfaden und Aussichtsplattformen ausgebaut und man kann sich hier wirklich verweilen. Highlight ist für mich die tolle Aussicht auf die Klippen und auf das offene Meer hinaus. Noch immer führt zuerst ein schmaler (gut befestigter) Pfad über die neue Fussgängerbrücke (die alte, verrostete Brücke war langsam nur noch etwas für Menschen mit starken Nerven), die das Festland mit der Cloghane Island verbindet. Hier – hoch über den Fluten des Atlantiks – war der Standort einer ehemaligen Signalstation. Heute ist die alte Signalstation ein Museum und zusammen mit dem Besucherzentrum sicher spannend, für jene die sich für die Schifffahrt interessieren.

Es gibt noch vieles auf der Mizen Peninsula zu entdecken. Übrigens lebte der Elsässer und bekannte Künstler Tomi Ungerer sehr lange hier auf der Halbinsel – sehr abgeschieden in einem wunderschönen Cottage. Auch Jeromy Irons, der grossartige britische Schauspieler (Oscar- und Golden-Globe-Preisträger), lebt in der Nähe von Ballydehob. Mehr über seinen Wohnort – einem wunderschön gelegenem Castle findest Du in meinem Post Kilcoe Castle.jeromy-irons

Irland 2016 (1 von 1)-48

Ein Tipp habe ich Euch noch: Nördlich vom  Mizen Head ragt mit Three Castle Head ein weiteres Kap in den Atlantik. Bei gutem Wetter sollte man hier unbedingt die Anhöhe empor wandern, um die Ruinen von Cloghane Castle zu besichtigen. Es lohnt sich – versprochen! Die Anfahrt mit dem Auto ist etwas schwierig. Beim Wegweiser auf dem „Mizen Head 3km“ steht, musst Du anstatt links einfach geradeaus. Das Strässchen endet irgendwann direkt an einem Rettungsring. Hier beginnt die Wanderung. Du siehst ein Gehöft. Durch das Gatter musst Du zu diesem Gehöft wandern – kurz vor dem Bauernhof erkennst Du ein Trampelpfad, ab hier hat es auch Hinweisschilder und jetzt findet man die Ruinen recht einfach. Früher konnte man dort den See zu Fuss umrunden, heute ist dies leider aufgrund von Weidezäunen nicht mehr so einfach möglich. Wanderschuhe oder gute Schuhe sind empfehlenswert.

Letzte Besuche: Januar 2016; Juni 2016 und Oktober 2017

Weitere Posts über Irland findest Du hier: Irland

 

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (11)

Empfehlenswert ist auch eine Wanderung auf den Mount Gabriel (Schull)

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (12)

Die Schafe interessieren die Wellen nicht gross.

The Mizen Head peninsula Ireland Schull (21)

Abendstimmung am Barley Cove

Kilcoe Castle

Ireland, West Cork

Irland (1 von 1)

Dieses irische Castle wäre ein Sujet für einen Tourismus-Prospekt, aber dort wird man es nirgends finden. Der Grund dafür ist sicher, dass die mittelalterliche Festung sehr abgelegen, in der Nähe des kleinen Ortes Ballydehop an der Südwestküste, liegt.

Vielleicht will man aber den Prominenten Besitzer dieses Schlosses einfach in Ruhe lassen. Der britische Oscar-Preisträger Jeremy Irons besitzt dieses Anwesen und wohnt mit seiner Frau Sinead Cusack zeitweise hier. Man erzählt, dass er sich hier in der Region sehr wohl fühlt und auch integriert hat. So besucht er an Weihnachten die Messe in der Kilcoe Church oder engagiert sich für lokale Projekte.

Star (239)

Du kannst sogar einen Blick in das Gemäuer werfen, selbst dies lässt der Schauspieler zu – auf seiner Homepage: Inside Kilcoe Castle Spannend – er zeigt auch die Renovationsarbeiten: http://jeremyirons.net/kilcoe-castle/

Bild Herbst 2013 / Juni 2016 /  Refresh 2016

Thx for the Fav and the Retweet:

jeromy irons

Jermey Irons and Kilcoe Castle favorited

Irland 2016 (1 von 1)-48

 

Weitere Posts über die Gegend von Kilcoe Castle findest Du hier: WestCork, Skibbereen und vieles mehr

 

 

 

 

 

Sturm Frank – der Tag danach

Ireland, West Cork

Ireland-1090098

Der Sturm Frank – eines der grössten Orkane, welcher je über den Nordatlantik fegte, traf uns hier am 29. Dezember 2015 mit Wind-Geschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometer. Er hat in der Nacht vom 29.12. auf den 30.12. kräftig an unserem Cottage gerüttelt und gezehrt. Der Nachfolger von Eve brachte wieder über 100mm Niederschlag – zum Vergleich es regnet hier in dieser Gegend in einem Jahr durchschnittlich 1900 Milimeter.

Um die Stadt Skibbereen scheint das Ganze einigermassen glimpflich abgelaufen zu sein. Einige umgestürzte Bäume, überflutete Strassen und nur kurze Zeit Ausfall von Strom- und Internet.

skibbereen

Schlechter sah es in Midleton und Kinsale aus, dort waren doch einige Strassenzüge überflutet. Am schlimmsten traf es aber Nord-Irland und Schottland – dort kämpft man schon seit dem Sturm Eve mit grossen Überschwemmungen. 

Das kräftige Tiefdruckgebiet sorgte zum Jahresende auch für ungewöhnlich hohe Temperaturen in der Arktis. Am Nordpol wurden Temperaturen über dem Gefrierpunkt gemessen – am 30. Januar 2015 lag das Temperaturniveau nach Angaben des kanadischen Wetterdienstes bei null bis plus zwei Grad Celsius mindestens 20 Grad über dem für die Jahreszeit üblichen Wert.

Foto 01.01.16, 12 49 24

Auch hier an der Südwest-Küste war es so mild, dass vereinzelt sogar die Osterglocken anfingen zu blühen.

Die Windstärken sind in diesem Winter in Irland nicht das Problem. Alle Stürme hatten bislang nicht die Kraft und die Wucht der zerstörerischen Orkane vor zwei Jahren. Doch das Wasser macht den Menschen auf der Insel wirklich zu schaffen. Die Böden sind gesättigt, die Flüsse und Seen randvoll. Jeder zusätzliche Regen bringt neues Hochwasser — derzeit vor allem für die Anwohner an Irlands längstem Fluss, dem Shannon.

Für mein Foto-Hobby war das natürlich nicht das optimale Wetter, Regen folgte auf Regen und Regen! Und trotzdem gab es zwischendurch Wetterstimmungen, die einem den Sturm vergessen liessen.

Nachfolgend ein paar Impressionen:

Foto 30.12.15, 12 32 28

Noch am Morgen war es stürmisch … (Bild River Ilen)

Foto 30.12.15, 12 17 45

Und dann plötzlich schlief der Sturm ein, das Wetter wurde von der einen auf die andere Minute schön. (River Ilen)

Ireland-2

An der Küste hatte sich das Meer noch nicht beruhigt … (Bilder an der Küste in der Nähe von Schull)

Ireland-1080953

Ireland-1080964

Ireland-1080969

Ireland-1090098

Ireland-1090229

Irish Cottages an der Küste (Mizen Peninsula)

Foto 31.12.15, 16 53 14

Abendstimmung nach dem grossen Sturm Frank

 

Ein gutes Neues Jahr! Grüsse aus Irland …

Ireland, West Cork

Ireland-2

The road goes ever on …

Wish all my followers and readers a Happy New Year!

Ich wünsche allen meinen Lesern ein gutes neues Jahr! Und mit diesen Impressionen liebe Grüsse aus dem stürmischen aber immer schönen West Cork, Irland.

Ireland-2470711-2

Skibbereen – the soul of South West

Ireland-2470631

Peat Fire, a lovely glass of white wine

Ireland-1090229

Irish Farmhouses

Ireland-1090184

Die Schafe finden auch im Winter hier noch grünes Gras