Was macht den irischen Whiskey besonders?

Ireland, Whiskey

Im Grundsatz wird der der irische Whiskey auf dieselbe Weise wie ein Scotch hergestellt. Das heisst,  Single Malt Irish Whiskey wird nur aus gemälzter Gerste hergestellt und in Pot Stills aus Kupfer gebrannt. Die meisten irischen Whiskeys werden noch im klassischen Verfahren der Dreifach-Destillation gebrannt, was man in Schottland nicht kennt. Zudem wird im Malzverfahren darauf geachtet, dass nur eine leichte Torfnote dazukommt.

Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold (4)

Nachfolgend skizziere ich Euch im Rahmen meiner „Blog-Whiskey-Tour“ welche Zutaten ein Whiskey benötigt und wie dieser in Irland entsteht.

In meiner „Blog-Whiskey-Tour“ gibt es viel spannendes zum Thema Irish Whiskey:

Teil 1: Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold

Teil 2: Die Geschichte des irischen Whiskey

Teil 3: ein paar persönliche Verkostungsnotizen

Teil 4: Etwas über die Herstellung von irischem Whiskey

Cliffs of Moher, faszinierende Steilklippen in Irland. Die Westküste Irlands gilt als raue Schönheit, geprägt von schroffen Felsen und unendlich grünen Weiten.

Etwas über die Herstellung von irischem Whiskey

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Das Getreide

Gerste, Weizen und Mais ist die Basis – die jeweilige Menge hängt von der Whiskeysorte ab.

Die besten Whiskeys werden aus gemälzter Gerste hergestellt. Allerdings sind sie auch die teuersten und arbeitsintensivsten. In Irland wird übrigens inzwischen so viel Whiskey produziert, dass der Getreidebedarf nicht alleine aus einheimischer Produktion gedeckt werden kann. Daher wird zusätzlich Getreide importiert.

Das Wasser

Wasser ist entscheidend für die Qualität des Whiskey. Man benötigt das Wasser zum Einweichen der Gerste, zum Maischen, zur Kühlung und um den Whiskey auf Trinkstärke zu verdünnen.

Die meisten Brennereien beziehen ihr Wasser aus lokalen Quellen um die Qualität sicher zu stellen. Bushmills bezieht das Wasser aus dem Fluss Bush, welcher unter Naturschutz steht.

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Wasser ist wichtig als Zutat sowie früher als Wasserkraft

Mälzen

Das heutige Verfahren unterscheidet sich wesentlich von den traditionellen Methoden. Die Gerste wird von den grossen Malzfirmen gemälzt, die effizienter produzieren und sowohl die Whiskey- als auch die Bierindustrie beliefern. Der gewünschte Torfgehalt kann genau angegeben werden. Wobei die meisten irischen Whiskey keine starke torfige Noten haben – im Gegensatz zu den stark torfigen Whisky aus Schottland.

Brennprozess „Pot Still“

Der Brennprozess beginnt damit, dass das Wash in die erste Pot Still, genannt Wash Still, gefüllt wird. Die Brennblase wird dann beheizt und produziert eine Alkohollösung mit etwas 20 bis 25 % vol, die Low Wines genannt wird.

Durch Erhitzen der Wash Still auf eine bestimmte Temperatur verdampft der leichtere Alkohol und steigt im Hals der Brennblase nach oben. Der Rest der Wash bleibt in der Brennblase zurück. Der Alkoholdampf wird dann abgekühlt und in Spirit Receivers aufgefangen.

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Um Whiskey zu erhalten, muss der Prozess wiederholt werden. Die erste Charge Low Wines wird dann in die zweite Pot Still, die Spirit Still, gefüllt, die meistens etwas kleiner ist und Alkohol mit 60 bis 70% vol erzeugt. Bei Bushmills und New Midleton wird noch das klassische Verfahren der Dreifach-Destillation angewandt.

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Brennprozess „Column Stills“

Heutzutage wird irischer Whiskey, hauptsächlich Grain und Blended Whiskey, auch in  Column Stills gebrannt. Diese Mehtode ist effizienter und kostengünstiger. Hochwertiger Malt Whiskey wird dagegen immer auf Pot Stills gebrannt.

Das Brennen in den „Column Stills“  (Brenn- oder Rektifikationskolonne) ist ein komplexes industrielles Verfahren – eine Technik für diskontinuierliches Brennen.

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Das Fass und die Reifung

Die Iren reifen ihre Whiskeys gerne und eigentlich hauptsächlich in Ex-Bourbon-Fässern aus den USA. Die amerikanische Eiche macht den Whisky weich und mild.

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Einige der Spezialabfüllungen werden in Ex-Sherry- oder anderen Weinfässern gelagert, welche üblicherweise aus europäischer Eiche gefertigt sind. Die in diesen Fässern entstehenden Aromen sind intensiver und manchmal bitter durch Tannine, aber auch fruchtiger durch die Weinrückstände in der porösen Eiche.

Während der Reifezeit verdunstet ein Teil der Flüssigkeit, die man Angels‘ Share nennt, der Anteil für die Engel. Mit zunehmender Reifung wird der Whiskey dunkler und weicher.

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Die Lagerung

In den frühen Tagen der irischen Whiskeyproduktion wurde der Whiskey in flachen „dunnage“ genannten Lagerhäusern gelagert. Die Fässer wurden in die Lagerhäuser gerollt und liegend in bis zu drei Lagen aufeinander gestapelt.

Heute ist die Nachfrage höher und der Prozess rationalisierter. Die Fässer werden aufrecht auf Paletten gestapelt und in höheren Lagerhäusern gelagert.

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Lagerhallen in Bushmills

Whiskey-Blending und Filterung

Natürlich ist die Arbeit des „Masterblenders“ ein ganz wichtiger Schritt, dass es ein guter „Blended Whiskey“ wird. Der Verschnitt von verschiedenen Whiskey, verschiedenen Reifegraden oder verschiedenen Fässern erfordert grosses handwerkliches Können. Ziel ist es, dass Qualität und Geschmack gleichbleibend sind.

Bevor der Whiskey in Flaschen abgefüllt wird, muss dieser gefiltert werden. Damit er auch „on the Rocks“ nicht eintrübt!

Natürlich ist der aufwendige Prozess der Whiskey-Herstellung hier in meinem Post nur grob skizziert.

In meiner „Blog-Whiskey-Tour“ gibt es viel spannendes zum Thema Irish Whiskey:

Teil 1: Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold

Teil 2: Die Geschichte des irischen Whiskey

Teil 3: ein paar persönliche Verkostungsnotizen

Teil 4: Etwas über die Herstellung von irischem Whiskey

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Dies ist ein Erfahrungsbericht,  keine Werbung oder sponsored Post. Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.

Irish Whiskey – Tipps von Michael’s Beers&Beans

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Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold (3)

Die Verkostungsnotizen sind so etwas wie das Herzstück meines Whiskey-Blog-Trails! Diese sind aber ganz klar „subjektiv“! Aber so kann ich Dir spannende Whiskey aus Irland vorstellen und Du bekommst konkrete Tipps.

Den irischen Whiskey zeichnet eine milde, runde und sanfte Charakteristik aus. Manchmal ist er in seiner Sanftheit näher dem französischen Cognac als dem schottischen Whiskey.

Dies ist auf einen wesentlichen Unterschied in der Herstellung zurückzuführen. Der irische Whiskey wird im Gegensatz zum schottischen Whisky nicht über dem Torffeuer gedarrt, damit findet man im irischen Whiskey keine herben und torfigen Rauchnoten. Für die Blends wird teilweise als Getreide auch Hafer verwendet.

Die Destillation und Lagerung ist ähnlich wie beim schottischen Whiskey, ausser dass in Irland immer drei Mal destilliert wird. Die irischen Malts werden zudem unterteilt in Single Malt (nur Gerstenmalz) und Pot Still Malts (gemälzte und ungemälzte Gerste).

Die meisten in Irland hergestellten Whiskeys sind Blends. Beim „blenden“ des irischen Whiskeys gibt es eine weitere Besonderheit, die ihn vom schottischen unterscheidet. Hier durchläuft jede Abfüllung verschiedene Reifeprozesse in unterschiedlichen Fasstypen. Häufig genutzt werden z. B. Sherry-, Bourbon- und Portweinfässer. Die verschiedenen Sorten zeichnen sich entsprechend durch ihre Komplexität aus.

In letzter Zeit werden jedoch auch mehr und mehr Single Malts hergestellt. Eine wichtige Qualitätsbezeichnung ist „Single Malt“ wie auch „Single Pot Still oder Pot Still Malts“. Letzteres bedeutet, dass der Whiskey aus einer Mischung gemälzter und ungemälzter Gerste besteht, der Anteil an ungemälzter Gerste aber höher ist.


Richtig geniessen – das richtige Glas

Ich gebe zu – ich liebe meine Whiskey Tumbler. Diese habe ich mir vor vielen Jahren in einer kleinen irischen Kristallgläser-Manufaktur nach und nach gekauft. Leider ist die Tradition der Kristallmanufakturen in Irland vollständig verschwunden. Meine Gläser sind noch nach alter irischer Tradition von Hand verarbeitet und mit aufwendigen Facetten geschliffen worden. Und haben halt noch etwas wie aus alten Hollywoodfilmen …

Der Whiskey Tumbler ist in vielen Fällen gar keine schlechte Wahl. Das Aroma eines Blended Whiskey entfaltet sich wunderbar, auch einen Bourbon aus den USA ist ein Genuss daraus zu trinken. Und warum nicht einmal „on the rocks“, der dicke Glasboden isoliert die Kälte bestens.

Möchte man allerdings einen feinen „Pot Still Malt“ geniessen, dann empfiehlt sich das Nosingglas oder Tastingglas. Whiskeygläser dieser Art erinnern an einen Cognac-Schwenker und besitzen eine rundliche Tulpenform. Die Aromen bleiben hier schön im Glas und entfalten sich wunderbar.

Und jetzt zu meinen Verkostungen …

Verkostungsnotizen

Irische Single Malts
NameNotizTrifft mein Geschmack?
Locke’s 8 YearsSubtile Balance zwischen Frucht und Süsse. Ein guter, ehrlicher Single Malt
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Connemara Peated 12 yearsAnklang von Torf, Rauch und Jod, langer Nachhall. Mir ist er etwas zu aufgesetzt torfig, nicht harmonisch.
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Bushmills Rum Cask 12 yearsRarität mit filigranen Fruchtaromen. Für mich einer der besten Malts aus Irland!
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Bushmills 16 yearsAroma von Honig und Mandeln. Für mich ein „Favorite“.
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Brogans Legacy
10 years
Eine Sinfonie von feinen Fruchtaromen. Leicht pfeffrig im Nachhall. Diesem Whiskey bin ich in einem Hotel begegnet, ich glaube aber dieser wird nicht mehr hergestellt. 
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Bushmills 10 years.Fruchtig, leicht holzig. Mit subtilen Getreidenoten. Ein solider Malt.
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ClontarfStrenger, grasartiger Malzgeruch, mit einem Hauch von Frucht
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The TyrconnellKonventioneller Malt, mit Noten nach Menthol, Vanille und Gras.
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Knappogue Castle 1994Stechend, Anmutung von Süsse, Gras und Heu, etwas unharmonisch.
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Irische Blends
NameNotizTrifft mein Geschmack?
Redbreast 15  yearsPure pot still, non chill filtered. Frucht, Würze, Pfeffer und Süsse, unendlich lang. Für mich sind die Redbreast wirklich ein Genuss!
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Redbreast 12 years, pure pot stillSchokoladenaroma, würzig im Geschmack.
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Tullamore Dew
12 years
Zitrusaromen, süss-rauchiger Geschmack. Achtung ein riesiger Unterschied zum „normalen“ Tullamore Dew.
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Clontarf ReserveElegante Frucht (Aprikose, Stachelbeere), delikate Süsse auf der Zunge. Bei den Malt enttäuschend, hier bei den Blends ein toller Whiskey
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Bushmills 1608
12 Years
Kräftige Fruchtaromen (Zitrus), feuriger Nachhall.
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Power’s GoldFruchtbetonter Blend mit angenehmen Toffeenoten. Ein guter Whiskey – vorallem für Einsteiger sehr gut geeignet, damit macht man auch „Whiskey-Unkundige“ zu Freunden.
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Bushmills Black BushReift in Sherryfässern. Frucht-, Malz- und Nussanklänge, sehr nachhaltig
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Midleton Very Rare
– 2004 Selection.
Fruchtig und ölig, aber auch bitter und schwer. Für mich zu teuer und eher enttäuschend.
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Jameson 12 yearAngenehme Süsse mit Gewürznoten. Leicht bitter im Nachhall. Jameson ist einfach gut!
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Jameson 18 yearLeichte Röstaromen, Orangenblüten, sehr mild im Geschmack. Einfach ein fantastischer Blend!
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Clontarf ClassicLeicht spritzig, dezente Fruchtaromen. Kurzer Nachhall.
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KilbegganDeutliche Karamelsüsse. Sehr kurz im Nachhall.
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PaddyFlorale Noten, leichte Frucht, kurzer Nachhall. Tradition in Irland und einfach ein ehrlicher Whiskey. Toll „on the Rocks“ im Sommer.
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Jameson Crested TenGetreidelastiges Aroma, zartbitter im Geschmack. Für mich gibt es Besseres von Jameson.
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Tullamore DewKaum Entfaltung in Aroma, Geschmack und Nachhall. Belanglos. Für mich gehört er in den Irish Coffee!
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Die neue Destillery Teeling Whiskey ist ein Geheimtipp für Kenner wie auch die wiederbelebten Color-Spot Whiskey’s – Red, Yellow und Green Spot.

kürzlich entdeckt (Blended & Malts)
NameNotizTrifft mein Geschmack?
Teeling Vintage Reserve
21 Jahre (Single Malt)
In der Nase süsslicherer Malz , Apfel und Quitte, leichte Zitrusnoten. Er schmeckt etwas ölig, aber elegant mit Malz und süsslichem Getreide, schöner langer Abgang mit leichtem Holzton. Für meinen Geschmack ist der Abgang etwas zu scharf.

Diese „Vintage-Abfüllungen“ sind für mich allerdings nicht ganz durchschaubar, woher diese kommen. Oft gibt es noch alte Bestände, die beim Re-Start quasi als Startinvestition abgefüllt und verkauft werden. Teeling’s gibt es noch nicht so lange auf dem Markt.
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Teeling Small Batch (Blend) Im Gegensatz zu vielen anderen irischen Whiskeys recht kräftig, würzig und mit schärferem Nachgang. Schmeckt komplex und vollmundig. Geschmacklich ganz anders als die Whiskey aus dem Haus Jameson und Bushmills. Ich mag diesen Whiskey – ein feiner, neuer Geschmack aus Irland.
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Red SpotLange wurde die „Color Spots“ nicht mehr produziert, nach und nach kamen diese wieder auf den Markt. Am Schluss ist jetzt sogar der Red Spot Single Pot Still Irish Whiskey wieder zurück. Ein altes Rezept der Familie Mitchell ist die Basis dieses traditionellen irischen Pot Still Whiskeys, der jetzt in der Midleton Distillery hergestellt wird.

Eine Mischung von süssen Aromen reifer Früchte von den Marsala-Weinfässern. Während die Fruchtaromen andauern, pfefferige Würze, Eiche- und Gerstenoten. Schöner Abgang.
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West Cork Irish Single Malt Whiskey Rum Cask
12 Age
Fruchtige Noten, fast etwas nach Grapefruit und Äpfel. Kandiszucker, Malz. Cremig, am Schluss leicht pfeffrig 
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West Cork Glengarriff Series
Peat Charred Cask
Zart geräucherte Zitrusfrüchte, Nuancen von Kräutern, ein Hauch von Süssigkeit. Starker Abgang.

Dieser Whiskey überrascht, genau darum mag ich heute die Whiskey’s der West Cork Distillers. Hier findet sich traditionelle Kompetenz mit viel Mut zu Experimenten. Beim „Peat Oak Charred Cask“ werden die Fässer mit Torf, beim „Bog Oak Charred Cask“ mit Mooreichenholz ausgebrannt. Diese mehrere hundert Jahre alten Eichen wurden im Moor unter Abwesenheit von Sauerstoff und in der dortigen sauren Umgebung konserviert.
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In meiner „Blog-Whiskey-Tour“ gibt es viel spannendes zum Thema Irish Whiskey:

Teil 1: Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold

Teil 2: Die Geschichte des irischen Whiskey

Teil 3: ein paar persönliche Verkostungsnotizen

Teil 4: Etwas über die Herstellung von irischem Whiskey

Disclaimer

Wie alle alkoholischen Getränke soll Whiskey mit Mass und Verstand genossen werden. Das Konsum-verhalten geht denn auch ganz in diese Richtung: Es wird weniger Whiskey als früher getrunken und mehr Wert gelegt auf Qualität und Erlebniswelt der Marken.

  • Alkohol erfordert einen verantwortungsvollen Umgang! 
  • Hoher Alkoholkonsum kann Deine Gesundheit gefährden!
  • Alkohol kann abhängig machen!
  • Bitte nimm nicht am Strassenverkehr teil, wenn Du etwas getrunken haben!
  • Beachte bitte die Vorschriften!

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Dies ist keine Werbung oder sponsored Post, sondern ein subjektiver, persönlicher Erfahrungsbericht. Die Verwendung der von mir vorgestellter Produkte ist von mir selber so entschieden und auch von mir bezahlt.  

Urheber Smile: kanate / 123RF Lizenzfreie Bilder

Die Geschichte des irischen Whiskey

Ireland, Whiskey

Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold (2)

Die Iren sind ganz klar der Meinung, den Whiskey erfunden zu haben. Viel spricht eigentlich auch dafür, denn die älteste lizenzierte Whiskey-Brennerei der Welt, Bushmills aus dem Jahre 1608, befindet sich in Irland. Auch die Geschichtsbücher berichten davon, dass keltische Mönche die Herstellung von destilliertem Malzbräu über Irland nach Schottland gebracht haben.

In diesem Kapital meiner „Blog-Whiskey-Tour“ nehme ich Euch etwas mit in die irische Vergangenheit.

In meiner „Blog-Whiskey-Tour“ gibt es viel spannendes zum Thema Irish Whiskey:

Teil 1: Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold

Teil 2: Die Geschichte des irischen Whiskey

Teil 3: ein paar persönliche Verkostungsnotizen

Teil 4: Etwas über die Herstellung von irischem Whiskey

Die Geschichte des irischen Whiskey

Dass die Iren den Whiskey erfunden haben sollten, damit sind die Schotten natürlich gar nicht einverstanden. Dagegen halten diese mit einer Urkunde aus 1494, auf der ein Verkauf von Gerste zur Whisky-Produktion verbrieft ist. Schlussendlich scheint aber die „Mönchstheorie“ fundiert zu sein und gibt den Iren recht, den Whiskey erfunden zu haben.

Übrigens wurde noch im 18. Jahrhundert in Schottland hauptsächlich irischen Whiskey getrunken.

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Die Erfindung des heute beliebten „Blended Whiskey“ führt einem ebenfalls nach Irland. Denn dies war anfänglich ein Trick um die „Malzsteuer“ zu umgehen, die vom irischen Staat erhoben wurden. Man verwendeten gerade einmal soviel Gerstenmalz zur Whiskeyproduktion, wie unbedingt nötig war. Als restliche Zutaten verwendeten die Brenner Weizen oder Mais, welche sie aus Amerika importierten und nicht den Steuern unterlagen.

Ein weiterer grosser Meilenstein war, als dieser „Blend“ in Pot Stills (Brennblasen aus Kupfer) gebrannt wurde und diesen Whiskey sehr beliebt machte. Heute gilt dieses Verfahren als sehr aufwändig und ist nur bedingt für die Massenproduktion geeignet. Heute wird in Irland fast nur Pot Still Whiskey hergestellt. Pot Still Whiskey entsteht, indem gemälzte und ungemälzte Gerste in kupfernen Brennblasen gemeinsam destilliert werden und dann gewöhnlich in Eichenfässern reifen.

Die USA und England wurden in der Folge ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu den Hauptabsatzländer.

Dann begann der Niedergang des Irish Whiskeys. In Schottland wurde ab ca. 1840 billige Blends industriel (Coffey still, kontinuierliche Destillation) hergestellt und der Markt damit überschwemmt. Man darf nicht vergessen, dass in dieser Zeit – gerade auch in Irland – Unmengen von Whiskey und Bier getrunken wurde. Es gibt Angaben, dass in dieser Zeit die männliche,  erwachsene Bevölkerung jährlich mehr als 100 Liter Whiskey getrunken haben soll. Ob dies stimmt ist fast zweitrangig – Fakt war, das in dieser sehr harten Zeit eine fast kollektive Trunksucht der Männer bestand.

Kollektive Trunksucht in Irland

Aufgrund der harten Zeit einerseits, und der Trunksucht andererseits verloren viele Familien ihren Broterwerber. Daher setzten sich vor allem die Frauen zusammen mit der Kirche gegen den Whiskeykonsum ein. Auch in USA – dort führte diese Bewegung schlussendlich zur Prohibition von 1919 bis 1933.

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Damit brach der Markt in USA, aber auch in England ein. Die vielen kleinen Privatbrennereien wurden dezimiert. Dazu kam noch, dass 1937 die Republik Irland faktisch aus dem Commonwealth austrat. Dies hatte zur Folge, dass die irischen Brennereien in den wichtigsten Märkten zusätzlich noch sehr hohe Importzölle bezahlen mussten – im Gegensatz zu den schottischen Herstellern.

In den 1950er Jahren stellten dann so berühmte Brennereien wie Tullamore und Kîlbeggan die Produktion endgültig ein.

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1966 schlossen sich eine Handvoll verbliebener Brennereien unter dem gemeinsamen Dach der Irish Distillers Group zusammen und produzierten nur noch an dem einzigen Standort in der Stadt Midleton im Süden Irlands. 1970 schloss sich auch die Brennerei Bushmills aus dem Norden von Irland an und liess den Whiskey ebenfalls in der Midleton Distillery produzieren. Die Talsohle war erreicht.

eine Handvoll verbliebener Brennereien vereinigten sich zur Irish Distillers Group

Auch die grossen Marken wie Powers und Jameson, für die Dublin an der Ostküste so berühmt war, mussten ihre Brennereien schliessen. Viele weitere Marken starben aus und nur wenige konnten nach gleichem Rezept auf den „fremden“ Destillationsgeräten in Midleton weiter produziert werden. Auf diese Weise überlebte wenigstens ein ganz kleiner Teil der ehemaligen Whiskey-Weltmacht.

Irgendwann 1988 kam dann noch der grösste Schlag für Irland als Whiskey-Land. Irish Distillers Ltd. wurde an den französischen Konzern Pernod Ricard verkauft. Keine einzige irische Whiskey Brennerei befand sich mehr in nationaler Hand. Auch die Marken Paddy und Powers, sie stehen für den irischen Whiskey schlechthin, gehörten auf einmal Ausländern! Heute muss man aber – auch in Irland – erkennen, dass genau dies die Rettung für die irische Whiskey Industrie bedeutete. Pernod Ricard investierte, führte ein sehr gutes Marketing ein und baute das Geschäft international deutlich aus. Dank Pernod Ricard steht heute der irische Whiskey weltweit wieder sehr gut da. Im Sog der grossen Marke Jameson konnte sich in Irland inzwischen auch irische Brennereien wieder etablieren. Die erste „echte“ irische Brennerei war Cooley. Cooley produziert heute die Spezialitäten Connemara, Tyrconnell und Locke’s Single Malts. Und Cooley hatte Erfolg – seit 2009 produziert man in der ehemaligen Brennerei mit zwei Pot Stills wieder Malt Whiskey.

Das Revival des irischen Whiskey’s

Heute erfährt der irische Whiskey ein richtiges Revival – so kommen immer mehr „kleine“ Marken auf den Markt. Beispielhaft ist Teeling welcher mit hoher Qualität auf dem Markt ist. Namen wie St. Patrick’s Distillery, The Irishman, The Quiet Man Whiskey, The Wild Geese und Writers Tears sind heute mit eigenen Produkten auf dem Markt. Vor zwei Jahren bin ich in Skibbereen zum ersten Mal einem Whiskey der Brennerei West Cork Distillery begegnet – es war eine Freude diesen zu versuchen!

Teeling Whiskey aus Dublin

Die Familie Teeling brachte vor kurzem den Whiskey nach Dublin zurück. Früher – vor dem Niedergang der irischen Whiskey-Produktion –  war Dublin fast der Mittelpunkt in der Whiskey-Produktion und gelangte zu Weltruhm.

An den Teeling Whiskey habe ich mich erst seit kurzem etwas „rangewagt“ und entwickle mich so langsam zum richtigen Fan für diese Whiskeys.

Der klassische Teeling Irish Whiskey wird im Small Batch Verfahren hergestellt und in Rumfässern nachgereift. Mein Eindruck: Ein komplexes Aroma und ein herrlicher Geschmack sind das Ergebnis der Abfüllung, die ohne Kühlfiltration in die Flasche kommt.

Ein Farbklecks wurde zur Marke

Eine schöne Tradition wurde inzwischen wiederbelebt – die Whiskey’s Red Spot, Yellow Spot und Green Spot. Diese Tradition geht auf das Jahr 1805 zurück, als die Mitchells ihren Wein- und Süsswarenhandel in der Grafton Street in Dublin eröffneten.

1887 erweiterten sie ihren Geschäftszweig und liessen in der benachbarten Jameson Distillery leere Weinfässer mit New Spirit füllen. Der reifte dann in den verzweigten Kellern unter ihrem Gebäude und den Dubliner Strassen zu Whiskey heran. Eine Kennzeichnung durch einen Farbklecks auf den Fässern unterschied sie hinsichtlich der Länge der vorgesehenen Lagerzeit und das wurde zum Markenzeichen der Mitchell-Whiskeys: Blue Spot lagerte 7 Jahre, Green Spot 10 Jahre, Yellow Spot 12 Jahre und Red Spot 15 Jahre.

Wird der Brexit die irische Whiskey-Nation wieder teilen?

Bushmills gilt als älteste lizenzierte Whiskey-Brennerei der Welt, welche allerdings in Nord-Irland liegt und somit zu Grossbritannien gehört. Aber der Whiskey ist „irish“. Lange Zeit war Bushmills Whiskey der einzige Whiskey aus Nordirland, doch auch hier sind Unternehmer drauf und dran, den anhaltenden Boom auf dem Spirituosenmarkt auszukosten und neue Marken zu entwickeln.

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Beim bevorstehenden Brexit kommt die Frage nach Zöllen auf. Wird die EU Zölle, und insbesondere auf schottischen Whisky, erheben? Dies würde dann auch die irische Whiskey-Brennerei Bushmills betreffen. Bushmills ist übrigens auch in der Rebuplik sehr beliebt, würde sich dort aber dann wesentlich verteuern. Die Geschichte des irischen Whiskey geht weiter …

Tipp: Whiskey Trail

Gibt es eigentlich einen Whiskey Trail – eine Route durch Irland auf den Spuren des irischen Whiskey? Unter https://whiskeytrail.ie/ findest Du viele Touren und Möglichkeiten den irischen Whiskey vor Ort zu entdecken.

Und im nächsten Post …

Im nächsten Post habe ich ein paar Verkostungs-Notizen und eine Übersicht über die Brands zusammengestellt. Am Schluss dieser Serie dann noch ein umfassender Post über den Herstellungsprozesse des irischen Whiskey.

 Slainte agus Saol Agat!

In meiner „Blog-Whiskey-Tour“ gibt es viel spannendes zum Thema Irish Whiskey:

Teil 1: Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold

Teil 2: Die Geschichte des irischen Whiskey

Teil 3: ein paar persönliche Verkostungsnotizen

Teil 4: Etwas über die Herstellung von irischem Whiskey

Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold

Ireland, Whiskey

Was wird aus dem Schottischen Whisky nach dem Brexit? Wie auch immer, es gibt mit dem irischen Whiskey eine wunderbare Alternative – made in EU. Der Markt des irischen Whiskey ist in den letzten Jahren stark gewachsen – dennoch scheint er noch immer ein Geheimtipp zu sein.

Nach dem „Brexit“ wird Irland die einzige traditionelle Whiskey-Nation der EU sein. Und nirgendwo stimmt das Verhältnis von Tradition, Preis und Qualität so wie bei irischem Whiskey. Der erlebt seit einiger Zeit eine Art Wiedergeburt, eine Renaissance ohnegleichen. Jahrzehntelang fast in der Versenkung verschwunden, stehen die feinen Tropfen von der grünen Insel inzwischen für Eigenständigkeit, Handwerkskunst und Innovation. Und sie stossen auf grosses Interesse – bei Kennern wie bei Einsteigern.

Die Schotten, so erzählen die Iren, schreiben Whisky ohne ‚e‘ weil die Schotten die Druckfarbe für den Buchstaben sparen wollen. Und während die Schotten fast ausschliesslich zweifach destillieren, herrscht in Irland die dreifache Destillation vor. Dieses und mehr möchte ich Euch in einigen Posts lebendig veranschaulichen und Euch das Lebenswasser der Iren näher bringen.

Anders als in Schottland war die Produktion in Irland viele Jahre lang sehr stark auf einen Hersteller konzentriert und es wurde nur noch an wenigen Standorten produziert. In den letzten Jahren hat sich aber eine richtig tolle Whiskey-Szene gebildet, es gibt viele neue Brennereien oder solche die kurz vor der Vollendung stehen und neuen Whiskey auf den Markt bringen.

Mit dieser „Blog-Whiskey-Tour“ versuche ich Euch in ein paar Geheimnisse rund um den irischen Whiskey einzuweihen. Natürlich werden auch meine persönlichen Verkostungen und Bewertungen nicht fehlen. Diese basieren doch auf einige Jahre „Genuss-Erfahrung“ und gehen zurück als ich in 1990er Jahre meinen ersten Irish Whiskey versuchte: ein Paddy!

In meiner „Blog-Whiskey-Tour“ gibt es viel spannendes zum Thema Irish Whiskey:

Teil 1: Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold

Teil 2: Die Geschichte des irischen Whiskey

Teil 3: ein paar persönliche Verkostungsnotizen

Teil 4: Etwas über die Herstellung von irischem Whiskey