Flaschenpost vom Seerhein (Juli & August 20)

Bodensee, Flaschenpost, Seerhein

Liebe FollowerInnen,
liebe Leserinnen und Leser meines Blogs

Bodensee statt Beach Resort, Apfelsaft statt Amaretto – selbst hier am Seerhein ist der „Tourismus-Boom“ zu spüren. Dies ist aussergewöhnlich. Das deutsche Nordufer des Bodensees ist zwar eine sehr beliebte Ferienregion, das schweizerische Südufer liegt dagegen touristisch gesehen im tiefen Dornröschenschlaf. Doch dieses Jahr ist es anders.

Viele sind dem Aufruf unseres Bundesrats gefolgt und verbringen ihre diesjährigen Sommerferien wegen des Coronavirus in der Schweiz. Dies kommt auch der Bodenseeregion des Kantons Thurgau zugute, rein gefühlsmässig zeichnet sich ein Rekordsommer für die Hotels, Campingplätze und Restaurants am See ab. Ein bisschen zu hoffen wäre, dass die einheimischen Touristinnen und Touristen den Apfelkanton mit seinem schönen Seeufer in guter Erinnerung behalten und wiederkommen. Vielleicht entsteht aus der Krise eine Chance, das touristische Angebot für die Zukunft qualitativ zu verbessern. Schlussendlich profitieren davon auch die Orte und seine Bevölkerung am See.

Für mich, der nur an den Wochenenden am See ist, war diese Stimmung ansteckend – reinstes Ferienfeeling! Auch unser kleines Dorf am Seerhein glich zeitweise einem italienischen Ferienort: Die Hotels sind gut gebucht, auf den Seeterrassen ist es voll, die Stimmung ausgelassen, südlich. Der Sommer zum Glück oft schön, sogar heiss. Die Menschen bummeln an der kleinen Seepromenade, gehen Baden und geniessen die einmaligen Sonnenuntergänge. Die Feriengäste verbreiteten eine friedliche Stimmung.

Meine Flaschenpost – mit meinen Fotografien vom Juli und August aus der Gegend des Seerheins – kommen sommerlich daher, transportieren auch etwas den Hauch dieses speziellen Sommers.

Liebe Grüsse, passt auf Euch auf. Bleibt gesund und weiterhin vorsichtig! Stay well and safe.

Sprungturm

Noch ist es ruhig in der Seerheinbadi, niemand auf dem Sprungturm. Letzte Nebelschwaden lösen sich in der frühen, sommerlichen Sonne auf.

Feriendörfer

Dieses Jahr verbringen viele Schweizerinnen und Schweizer ihre Sommerferien in der Heimat. Einige davon machten Urlaub am Südufer des Bodensees und so verwandelte sich das eine oder andere Dorf am See in ein richtiges Feriendorf.

Genussmomente

Es sind diese Genussmomente, die der Sommer für uns alle so schön hervorzaubert und vieles vergessen lässt.

Sonnenblumen

Sommer, Sonne, Sonnenblume … Wie kaum eine andere Blume gehören die gelben Korbblütler ins sommerliche Landschaftsbild. Besonders beeindruckend für mich ist es immer wieder, wie die Sonnenblumen ihre Köpfe nach der Sonne richten. 

Marina at night

Glücklich schätzen konnte sich in diesem Sommer wer ein eigenes Boot hatte und die Ferien auf dem See verbringen durfte. Dies taten viele Bootsbesitzer, so war in den Häfen und an den Anlegestellen immer viel Betrieb.

Beach Chair

If it’s the right chair, it doesn’t take too long to get comfortable in it.

Robert De Niro

Sommerbegleiter

Eigentlich blüht der rote Mohn bereits im Frühjahr, nämlich im Mai und Juni. Dennoch gilt er als einer der Sommerbegleiter schlechthin. Und einige Exemplare blühen ja tatsächlich weit in den Sommer hinein.

Sommer-Nebel

Manchmal legte sich morgens der Nebel über den Seerhein. Es ist Sommernebel. Dieser zeigte sich dieses Jahr öfter, verschwand aber mit der aufsteigenden Sonne meistens sehr schnell.

SUP to meet the Beauty

Den Tag mit einem unvergesslichen Erlebnis zu beenden. Ein Klassiker für alle Stand Up Paddle-Begeisterte. In der Abenddämmerung noch rechtzeitig aufs Wasser, um den wunderschönen Sonnenuntergang zu geniessen. Die letzten Sonnenstrahlen und das ruhige paddeln lässt mich die strenge Arbeitswoche schnell vergessen.

Kirschen

Pflückfrisch – Kirschen vom Bodensee.

Wenige Gewitter, ein paar Hitzetage – ein wunderschöner Sommer

Der August startete mit einem sehr heissen Bundesfeiertag. Die Tageshöchstwerte stiegen hier am Seerhein über 34 °C. Dieser Hitzetag war einer der wenigen, es gab im Juli und August nur kurze Hitzeperioden, die immer wieder von kühleren Tagen abgelöst wurde. Zudem gab es am westlichen Bodensee nur wenige und kurze Gewitter. Das richtige Gemisch für einen wunderschönen Sommer!

Südsee – Blick

Dieser „Südsee-Blick“ freute mich und meine Kamera. (Insel Mainau)

Neowise

Der Komet Neowise über dem Seerhein, fotografiert am Abendhimmel. (Darüber habe ich hier schon berichtet). Der Komet mit dem Namen C / 2020 F3 Neowise war der hellste Komet seit 7 Jahren. Für mich steht dieses Bild für ein cooles Himmelsereignis direkt vor der eigenen Haustüre.

Pegelstand Seerhein: Wasserstand auf tiefem Niveau

Auf den ersten Blick scheint alles normal. Doch der Wasserstand des Seerheins liegt derzeit auf einem relativ niedrigen Niveau. Dies ist natürlich kein Vergleich zum Niedrigwasser, welches wir im Jahre 2018 hatte. Etwas Entspannung haben die intensiven Niederschläge vom letzten Wochenende gebracht, dies hat den Pegel kurzfrisitig um ca 50cm ansteigen lassen.

Stand am 03.09.2020 Konstanz/Rhein: 378cm*

*Quelle: Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg

Bild by michael’s beers&beans: Eine friedliche und vergnügte „Gummiböötli-Party“ auf dem Seerhein. Allerdings bitte nicht nachmachen! Die Gefahren auf Fluss und See sind nicht zu unterschätzen. Darum unbedingt aufpassen: keine Boote wie hier im Bild zusammenbinden, aufmerksam sein und Abstand von Kursschiffen und Schiffszeichen (Wiffen können sehr gefährlich sein) halten.

Noch mehr vom See&Rhein

Seerosen sorgen für eine romantische Stimmung und verzaubern mich immer wieder mit ihren schönen Blüten.

Frühere Ausgaben der „Flaschenpost vom See&Rhein“ findest Du hier: Flaschenpost vom See&Rhein

Einen ausführlichen Post zum Reisewetter am Bodensee findest Du hier, vielleicht möchtest Du einen Urlaub in unserer Region planen: Beste Reisezeit – wie ist eigentlich das Wetter am Bodensee?

Alle Posts über den Bodensee – vom Obersee über den Seerhein bis zum Unterseee – findest Du hier.

Schlusspunkt: Auf dem Wasser „wandern“ …

Tipp: Thurgauer Köpfe

Die sechs kantonalen Museen im Kanton Thurgau präsentieren ab dem 6. Juni 2020 zum ersten Mal ein gemeinsames Projekt: die Ausstellung «Thurgauer Köpfe». Verteilt auf vier Standorte zeigt sich der Kanton Thurgau im Spiegel seiner Bewohnerinnen und Bewohner auf unkonventionelle Art und Weise. Fern der gängigen Stereotypen wird das, was den Thurgau ausmacht, aus neuen Perspektiven sichtbar.

Weitere Informationen: Thurgau Kultur

Plakat/Text: Thurgau Kultur

Flaschenpost vom Seerhein (Juni 20)

Bodensee, Flaschenpost, Seerhein

Liebe FollowerInnen,
liebe Leserinnen und Leser meines Blogs

Die Sonne geniessen, durchatmen, draussen sein. Die wiedergewonnene Freiheit sollten wir besonders schätzen und diesen besonderen Sommer so richtig geniessen. Statt einer schönen Reise nach Shetland gab es bei mir im Juni ein „all inklusive“ Urlaub auf meinem Balkon. Im eigenen komfortablen Liegestuhl und einem guten Buch. Mit Ausflügen im eigenen Land! Diese Flaschenpost habe ich in den Ferien verfasst und so kommt diese einfach etwas leichter, sommerlicher und beschwingter daher!

Meine Ferien sind zwar schon zu Ende, doch wie jedes Jahr mache ich auf meinem Blog wieder eine Sommerpause. Diesen werde ich nutzen um mein digitales Kunstwerk aufzuräumen, aufzufrischen und neue Ideen zu entwickeln.

Aber jetzt ganz viel Spass mit dieser Flaschenpost und ich wünsche Euch einen tollen Sommer!

Und trotz schönem Sommer dürfen wir nicht vergessen, dass der Virus noch da ist – in den letzten Tagen haben die Fallzahlen deutlich zugenommen. Dies macht nachdenklich, aber wir wissen, was hilft: „Abstand halten, Hygienemassnahmen, kein Händeschütteln!“

Liebe Grüsse, passt auf Euch auf. Bleibt gesund und weiterhin vorsichtig! Stay well and safe.

Es lächelt der See

Es lächelt der See, er ladet zum Bade.
― Friedrich Schiller 1759-1805

Schiffsreise

Manchmal nutze ich das Kursschiff als ÖV und freue mich auf die gemächliche Reise.

Lavendel

Forgiveness is the fragrance that the violet sheds on the heel that has crushed it.
― Mark Twain

Beachlife

Es ist Sommer und die SUP’s bringen Farbe auf den Strand.

Regenbogen

Ein besonders leuchtender „Teil-Regenbogen“ gab es nach einem Gewitter. Das richtige „Regenbogenwetter“ stellt sich übrigens ein wenn bei einem Gewitterschauer im Sommer der Himmel sehr schnell aufklart. Besonders gute Voraussetzungen (so ist auch dieses Foto entstanden) sind am späten Nachmittag gegeben. Dann steht die Sonne so tief, dass sie nicht von den letzten Regenwolken verdeckt wird.

Die weissen Schiffe fahren wieder

Fast ein historisches Bild – das erste Kursschiff der URh (Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein) verkehrt nach der langen Corona-Pause wieder auf dem Seerhein.

Sommersonnenwende

Am 20. Juni 2020 war die Sommersonnenwende und damit der längste Tag des Jahres. Und mir wird richtig bewusst, dass der Sommer da ist!

Romantik

Ein Abendessen direkt am Wasser, schöne Gespräche und ein Sonnenuntergang als Zugabe – Ferien am Bodensee!

Segelboot vor Anker

Es sind diese Motive, die einem kurz glauben lassen, dass wir irgendwo am Meer leben.

Gewitter über dem Seerhein

Am Bodensee lagen die Niederschläge erneut unter der Norm, schon die vorangegangenen Frühlingsmonate fielen zu trocken aus und zum Monatsende zeigte sich der Hochsommer, mit dem einen oder anderen Gewitter.

blauer Horizont

Blauer Horizont, ein ruhiger Sommermorgen.

goldenes Licht

Die untergehende Sonne taucht dieses Motorboot in ein weiches, goldenes Licht.

Pegelstand Seerhein: trockener Monat sorgt für eher tiefen Wasserstand

Auch wenn es das eine oder andere Gewitter gegeben hat, war der Juni am Bodensee und in den Alpen sehr trocken. Dies wirkt sich auch auf den Pegelstand des Seerheins aus. Normalerweise ist der Seerhein gerade im Juni „sehr voll“, auch dieses Jahr scheint dies so zu sein. Aber der Eindruck täuscht, der Wasserstand ist zwar gegenüber dem Vormonat gestiegen, er liegt aber unter dem Durchschnitt für diese Jahreszeit.

Stand am 01.07.2020 Konstanz/Rhein: 382cm*

*Quelle: Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg

Bild: Ein sportliches Motorboot kämpft gegen einen Gewittersturm auf dem Seerhein.

Noch mehr vom See&Rhein

Rosen klettern, ranken und erklimmen die barocke Balustrade im italienischen Rosengarten auf der Insel Mainau Dabei verströmen sie ihren lieblichen Duft und bezaubern mit einer unglaublichen Blüten- und Farbfülle.

Frühere Ausgaben der „Flaschenpost vom See&Rhein“ findest Du hier: Flaschenpost vom See&Rhein

Einen ausführlichen Post zum Reisewetter am Bodensee findest Du hier, vielleicht möchtest Du einen Urlaub in unserer Region planen: Beste Reisezeit – wie ist eigentlich das Wetter am Bodensee?

Alle Posts über den Bodensee – vom Obersee über den Seerhein bis zum Unterseee – findest Du hier.

Schlusspunkt: Schwanenflug

Tipp: Thurgauer Köpfe

Die sechs kantonalen Museen im Kanton Thurgau präsentieren ab dem 6. Juni 2020 zum ersten Mal ein gemeinsames Projekt: die Ausstellung «Thurgauer Köpfe». Verteilt auf vier Standorte zeigt sich der Kanton Thurgau im Spiegel seiner Bewohnerinnen und Bewohner auf unkonventionelle Art und Weise. Fern der gängigen Stereotypen wird das, was den Thurgau ausmacht, aus neuen Perspektiven sichtbar.

Weitere Informationen: Thurgau Kultur

Plakat/Text: Thurgau Kultur

Flaschenpost vom Seerhein (Mai 20)

Bodensee, Flaschenpost, Seerhein

Liebe FollowerInnen,
liebe Leserinnen und Leser meines Blogs

Unser Land kehrt mit grossen Schritten zur Normalität zurück. Niemand hätte es vor kurzem noch für realistisch gehalten, dass wir schon Anfang Juni wieder an kleineren Anlässen und Familienfesten teilnehmen oder sogar bald wieder nach Deutschland reisen können. Selbst die Kultur und der Sport fängt an aufzuleben.

Für mich ist es eine langsame Rückkehr zur Normalität. Am letzten Wochenende traf ich mich erstmals seit Beginn der Coronakrise mit meiner Mutter – zum Spaziergang und Kaffee und Kuchen draussen auf dem Balkon. Und mit der Schwester meiner Frau und ihrem Ehemann zum Distanz-Grillen – sie am oberen Ende das langen Tisches, wir am unteren. Musste schon schmunzeln ob der Verrenkungen, mit denen wir mit weit ausgestreckten Armen Salatschüssel & Co. den Tisch hoch- und runterschoben. Und doch war es ein Fortschritt, es machte Freude. Ein Stück Idylle.

Im Grundsatz bin ich ein „urbaner“ Mensch, ein Stadtmensch, schätze aber die Überschaubarkeit der ländlichen Gegenden wie hier in der Bodenseeregion.

Hier am Ufer des Seerheins und an vielen Orten des Bodensees ist es ruhiger und weniger hektisch, als in der grossen Stadt und Agglomeration Zürich. Natürlich ist mein Blick durch diese Idylle verklärt, da ich nur am Wochenende jeweils hier sein kann. Mein Arbeitsleben ist städtisch, mein Freizeitleben ist ländlich geprägt.

Gerade jetzt in der Corona-Krise wirkt das „Landleben“ als Rückzugsort, als einfache Alternative zur komplizierten Realität. Natürlich ist dies ein Trugschluss – die Probleme sind überall die gleichen. Trotzdem wirkten in den vergangen Wochen die leer gefegten, unbelebten Strassen in den Städten viel härter als das friedfertige, geborgene und harmonische Land.

Dieser oberflächlichen, landschaftlichen Idylle war ich mit der Kamera in der südlichen Region des Untersees auf der Spur. So findet Ihr in der Flaschenpost vom Mai viel fotografisches Prosa.

Manchem glückt es, überall ein Idyll zu finden: und wenn er’s nicht findet, so schafft er’s sich.

Theodor Fontane, (1819 – 1898), Schriftsteller

Liebe Grüsse, passt auf Euch auf. Bleibt gesund und weiterhin vorsichtig! Stay well and safe.

Idyllische Dörfer

Vom Seerücken ans Ufer gedrängt, präsentieren sich die Orte am Untersee als Idylle in einer reizvollen Landschaft. Markante Kirchen, historisch wertvolle Dorfkerne mit gepflegten Riegelhäusern und schon fast mediterrane Seepromenaden zeichnen diese beschaulichen Orte aus.

Wild Garlic

Bärlauch wird auch wilder Knoblauch oder Waldknoblauch genannt. Der Duft erinnert tatsächlich stark an den echten Knoblauch. Dies ist eigentlich nicht verwunderlich, den der Bärlauch gehört gehört zur selben Gattung wie Frühlingszwiebeln und Schnittlauch. Der Bärlauch beginnt – je nach Witterung – zwischen März und April zu spriessen. Nur rund zwei Wochen im Jahr kann der Bärlauch geerntet werden; denn sobald er zu blühen beginnt, verliert er sein Aroma. Allerdings sind die weissen Blüten, die man oft auch noch im Mai im dunklen Wald findet, ein wunderschönes Motiv.

Aber nicht nur fotografisch, sondern auch in der Küche verwende ich den Bärlauch sehr gerne. Sein rassiger Geschmack mag ich. Gerne mache ich herzhaftes Bärlauchpesto und habe die „Spaghetti Portofino“ etwas abgeändert. (mit Kartoffeln, Spaghetti und Bärlauchpesto). Und auch auf die Gesundheit soll sich das Lauchgewächs positiv auswirken.

Idylle – Inspired by Claude Monet

Wer kennt sie nicht die friedvollen Gemälde von Wiesen und Mohnfelder von Claude Monet. Dies inspirierte mich zu diesem Bild eines Mohnfeldes im Zürcher Weinland*. Claude Monet nutzte oft die Landschaften die sein Wohnort umgaben als Inspirationsquelle. So ging es mir eigentlich auch, das Mohnfeld liegt quasi auf meinem Nachhauseweg.

*Das Zürcher Weinland ist stark mit der Bodenseeregion verbunden. Ca 40 min von der Stadt Zürich entfernt, beginnt die grüne Lunge des Kantons Zürich. Ländlicher Charme und langgezogene Reblagen ziehen sich bis nach Deutschland und an den Untersee des Bodensees.

Der Schatz im Telekom-Bunker

Regenbogen und Sonnenuntergang leuchten besonders intensiv, geben einen reizvollen Moment ab.

„Ausgerechnet im Telekom-Bunker liegt der Schatz vergraben“, meinte eine „Instagramerin“ aus Konstanz, als sie dieses Bild gesehen hat. Der Telekom-Bunker, also das Fernmeldegebäude Konstanz, ist nach dem 78 Meter hohen Konstanzer Münster das zweithöchste Bauwerk der Stadt Konstanz, gilt allerdings bei vielen Konstanzer als Bausünde.

Libellentanz

Für einmal hatte ich das Glück mich einer Libelle zu nähern und diese in aller Ruhe zu fotografieren. Bewegte ich mich, flog diese Libelle sofort weg, landete aber nach wenigen Sekunden später wieder am gleichen Ort. Ich nahm den Tanz auf und konnte so einige tolle Fotos schiessen.

Vielleicht handelt es sich hier um eine „gemeine Heidelibelle“. Wie auch immer, Libellen sind meistens in der Nähe von Gewässern zu finden, da ihre Larven auf Wasser als Lebensraum angewiesen sind. Allerdings fliegen Libellen zum Beutefang jedoch auch weite Gebiete abseits der Gewässer ab.

Segelboot

Ein Segelboot gleitet lautlos auf dem Blau des idyllischen Untersees.

Flug gegen die Sonne

Einfach die Flügel ausbreiten und gegen die Sonne bis ans Meer fliegen. Ein Vogel müsste man sein.

Dorfplatz – Idylle

In den Dörfern am Seerhein und am Untersee gibt es viele idyllische Plätze. Der Dorfplatz von Gottlieben ist so ein bezauberndes Fleckchen.

Idyllische Häuser

Zur ländlichen Idylle hier in der Region gehören die vielen prächtigen Riegelhäuser.

Rosen

A single rose can be my garden… a single friend, my world. (Felice Leonardo Buscaglia, US-Autor)

Idylle am Ufer

Der Tag sanft, ein Platz zum sein.

Urwald

Die Natur hatte hier wieder viel Zeit, sich in Richtung Urwald zu entwickeln. Eine Idylle für Eichen und Buchen, für Insekten wie Blattläuse, Ameisen, Käfer, Fliegen und Mücken. Und für den Mittelspecht, der zurückgekehrt ist.

Pegelstand Seerhein: trockener Monat sorgt für eher tiefen Wasserstand

Der Mai hat etwas Regen gebracht, so ist der Pegel des Seerheins wieder etwas gestiegen. Der Wasserstand liegt trotzdem für die Jahreszeit auf leicht unterdurchschnittlichem Niveau. Die Wassertemperatur im Seerhein beträgt ca. 16 Grad.

Stand am 01.06.2020 Konstanz/Rhein: 332cm*

*Quelle: Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg

Bild: „Stand up Paddling – der Mai hatte schon etwas sommerliches“

Noch mehr vom See&Rhein

Frühere Ausgaben der „Flaschenpost vom See&Rhein“ findest Du hier: Flaschenpost vom See&Rhein

Einen ausführlichen Post zum Reisewetter am Bodensee findest Du hier, vielleicht möchtest Du einen Urlaub in unserer Region planen: Beste Reisezeit – wie ist eigentlich das Wetter am Bodensee?

Alle Posts über den Bodensee – vom Obersee über den Seerhein bis zum Unterseee – findest Du hier.

Schlusspunkt: Öpfel-Boxenstopp

Am Auffahrts-Donnerstag und am Pfingstsonntag überraschte Thurgau Tourismus und die Mosterei Möhl AG auf verschiedenen Wander- und Velowegen mit einem fruchtig-frischen Durstlöscher. Die in der Schweiz beliebten Shorly’s standen gekühlt als Geschenk in ausgewählten Brunnen im ganzen Kanton Thurgau.

Flaschenpost vom Seerhein (Apr 20)

Bodensee, Flaschenpost, Seerhein

Liebe FollowerInnen,
liebe Leserinnen und Leser meines Blogs

Wer von uns hätte noch Anfang März für möglich gehalten, dass nur wenige Tage später die schlimmste Krise losbrechen würde, die unsere Welt seit langem erlebt hat. Und der Lockdown mit all diesen Beschränkungen so schnell Alltag werden kann. Ausgerechnet im Frühling, der sich gerade im April von seiner schönsten Seite zeigte, mussten wir zu Hause in der „Selbstisolation“ bleiben. Doch seit einigen Tagen ist die Zeit des Aufbruchs gekommen und der Frühling gibt uns mit seinen Farben und Licht die Kraft für die Neugestaltung, die vor uns liegt.

Überzeugt bin ich, dass ich noch mehr als vor der Krise zu schätzen weiss, wie wertvoll und erfüllend es ist, mein Leben positiv zu bestreiten, aber auch zu geniessen – wie jetzt im Frühling die Strahlen der Sonne auf der Haut, gutes Essen, ein Glas Wein und hoffentlich bald die Gesellschaft lieber Menschen.

Der Frühling war das beste Mittel gegen meinen Corona-Koller. Einfach nach draussen gehen und Vögel, Schmetterlinge und Blumen bestaunen. Tief einatmen, ausstrecken und die grauen Wintertage abschütteln! So ist auch meine Flaschenpost vom April ein bunter Gute-Laune-Booster. Mit den farbigen Blumen, den ergrünenden Bäumen und Wiesen habe ich versucht die Frühlingsgefühle wieder rund ums Haus einzufangen. „Stay at home“ in der Flaschenpost!

Liebe Grüsse, passt auf Euch auf. Bleibt gesund! Und bleibt zuversichtlich!

Michael

Vollmond

Anfangs April kam in der Nacht der Vollmond der Erde besonders nah – und erschien grösser. Ein Supermond! Klar versuchte ich den Mond mit der Kamera einzufangen, dies war für mich eine gute Übung, um den Umgang mit der Kamera „mondmässig“ etwas aufzufrischen. Der Zufall wollte es, dass sich die Wetterfahne von Schloss Gottlieben genau zwischen Mond und mein Objektiv stellte.

Blütenzauber am Seeufer

Immer wieder wunderbar, wie der Frühling das Landschaftsbild hier am See verändert.

Pfirsichblüte am Bodensee

Da es bei uns am Bodensee, ähnlich wie bei den Aprikosen, nur sehr wenige Pfirsiche gibt, ist dies doch eine Begegnung der eher seltenen Art. Pfirsiche aus hiesigem Anbau werden im Herbst hier übrigens reif geerntet und meistens in den Hofläden direkt verkauft. Diese Früchte duften intensiv und ein Biss in eine solche Frucht ist ein Genuss!

Geheimnisvolle Schlösser im Thurgau

Es gibt versteckte, geheimnisvolle Schlösser im Thurgau, die sich als Schauplatz grosser Romane eignen würden. Einige – wie hier Schloss Eugensberg – verstecken sich hinter hohen Mauern und Zäunen. Um die Schlossherren selber wuchern Gerüchte wie die Hecken rundherum. Einige dagegen sind heute öffentlich zugänglich und erzählen vom Glanz längst vergangener Zeiten.

Blumenstrauss

Selbst ein Blumenstrauss aufzutreiben war in diesen Corona-Zeiten nicht einfach. Für die Floristen war der Grat zwischen zulässigem und verbotenem Verkauf schmal. Unser Blumenladen hielt durch und so machte für einmal ein frühlingshaftes Blumengesteck noch mehr Freude, als sonst schon. 

Frühlingsweg

Diesen Frühlingsweg zu gehen machte einfach Freude und stärkte die Zuversicht.

Abendstimmung

Der wiederkehrende Tag verabschiedet sich hier wieder einmal mit einer wunderschönen Abendstimmung.

früher Frühling

Kalendarisch gesehen kam der Frühling dieses Jahr am 20. März, meteorologisch war es am 1. März. Gefühlt schon im Januar, als es so sonnig und warm war wie selten. Zusammen mit Rekordtemperaturen im Dezember und Februar erlebte die Bodenseeregion einen sehr milder Winter. So verwunderte es kaum, dass sich der April eher schon sommerlich anfühlte. In meiner Jugend begann der Kirschbaum immer etwa Mitte April zu blühen, jetzt ist das schon Ende März, Anfang April der Fall. Auch die Rapsblüte startete anfang April, was sehr früh ist.

Schwarzmilan

Meine Frau hatte das Glück einem Schwarzmilan während der Fischjagd zuzusehen. Und sie schoss dabei gleich noch ein paar eindrückliche Fotos. Als gewandter Flieger greift der Schwarzmilan in einem spektakulären Sturzflug Fische im Wasser an, schwingt sich wieder in die Höhe und kröpft seine Beute gleich im Flug. Der Schwarzmilan ist bei uns heimisch und gehört nicht zu den gefährdeten Arten. (Bilder ASC April 2020; Quelle: vogelwarte.ch)

Obstblüten

„Selbst wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Martin Luther, Reformator

Zottel

Auch am Bodensee begegnet man wie hier auf der thurgauischen Seite diesen zottligen Rindern. Es sind schottischen Hochlandrinder, die sich hier wohl fühlen. Diese Tiere sind sehr robust und benötigen dank ihrem dicken Fell auch im Winter keinen Unterstand.

Tiger

Der kleine Tiger interessiert sich für die Vögel mehr als für mich.

Pegelstand Seerhein: trockener Monat sorgt für eher tiefen Wasserstand

Natürlich ist auch hier die Trockenheit spürbar – so liegt der Wasserstand auf einem für die Jahreszeit leicht unterdurchschnittlichen Niveau. In extremen Jahren kann der Wasserstand schon einmal 1m höher liegen. Tendenziell sollte der Wasserstand im Seerhein in den kommenden Monaten bis zum Sommer ansteigen. Dies hängt mit der Schneeschmelze zusammen. Zudem führt das Ansteigen der Schneegrenze im alpinen Bereich dazu, dass allfällige Niederschläge direkt in die Flüsse und Bäche abfliessen.

Stand am 01.05.2020 Konstanz/Rhein: 306cm*

*Quelle: Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg

Bild: „Sunrays through the clouds“ (Seerhein)

Noch mehr vom See&Rhein

Frühere Ausgaben der „Flaschenpost vom See&Rhein“ findest Du hier: Flaschenpost vom See&Rhein

Einen ausführlichen Post zum Reisewetter am Bodensee findest Du hier, vielleicht möchtest Du einen Urlaub in unserer Region planen: Beste Reisezeit – wie ist eigentlich das Wetter am Bodensee?

Alle Posts über den Bodensee – vom Obersee über den Seerhein bis zum Unterseee – findest Du hier.

Insel Mainau öffnet wieder am 6.Mai – mit Einschränkungen

Die beliebte Blumeninsel im Bodensee öffnet nach 7 Wochen wieder – allerdings mit Einschränkungen. Mehr darüber findet ihr unter: Insel Mainau öffnet wieder am 6.Mai

Schlusspunkt: rote Stunde

Flaschenpost vom Seerhein (Mar 20)

Bodensee, Flaschenpost, Seerhein

Liebe FollowerInnen,
liebe Leserinnen und Leser meines Blogs

Buschwindröschen und Kirschbäume stehen bereits in Blüte. Die ersten Bienen waren schon unterwegs. Der Frühling entfaltet bereits seine Pracht. Trotz des frühen Frühlings, der diesen warmen Winter ablöst, entwickle ich gar keine Frühlingsgefühle. Diese werden fast erstickt in den im Minutentakt aktualisierenden Nachrichten, im unaufhörlichen klingeln des Smartphones und den Bildern aus den Spitälern und leeren Supermarktregalen.

Gegen diese ohnmächtigen, freudlosen Gefühle muss ich etwas tun, ich muss zwischendurch abschalten können. Und ich muss raus an die frische Luft. Die Bewegung in der Natur ist gut für mein Gemüt und stärkt den Körper. Endlich draussen sein, sich frei fühlen, die Ausnahmesituation eine Zeit lang vergessen. Den Frühling spüren!

Und meine Kamera habe ich einfach mitgenommen, habe dem Frühling kurz hallo gesagt. Da und dort fotografiert. Und so kann ich ein paar Aufnahmen in diese Flaschenpost stecken und zu Euch senden. Vielleicht als Inspiration oder als Zeichen, dass wir mit unseren Gedanken nicht alleine sind. Dieser April, dieser Frühling wird anders sein. Allem zum trotz dürfen wir nicht vergessen bunt zu denken und den Frühling zu leben.

Liebe Grüsse, Passt auf Euch auf. Bleibt gesund – werdet gesund!

Michael

Krokusse

Wenn die ersten Krokusse ihre Knospen spriessen lassen, kann der Frühling nicht mehr weit sein. Mit dem Krokus beginnt für mich die farbenfrohe Frühjahrszeit und der graue Winter gehört endlich der Vergangenheit an.

Er ist’s

Er ist’s

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
—  Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab‘ ich vernommen!

Eduard Mörike, 1828

Frühling der einsamen Spaziergänge

Die Wiesen werden grün, die Bäume sind noch kahl. Die Sonne wärmt die Bise langsam weg. Es ist der Frühling der einsamen Spaziergänge.

Wandern gegen den Isolationskoller

Wandern ist für mich genau das richtige im Moment – auch wenn die Wanderungen viel kürzer sind wie sonst. So kann ich entspannen und die Welt mit dem Coronavirus scheint für eine Zeit einmal weit weg zu sein.

Aber bitte, Social Distancing auch auf dem Wanderweg – wir Wanderer müssen uns unbedingt zum Schutze anderer an die Verhaltens- und Hygieneregeln vom BAG halten:

  • wer sich krank fühlt unbedingt zu Hause bleiben
  • empfohlener Abstand von zwei Metern muss unbedingt auch beim Wandern und in den Wanderpausen eingehalten werden
  • keine Hände schütteln
  • wandern in Gruppen ist verboten
  • wandern alleine oder höchstens mit einer Person aus dem gleichen Haushalt
  • Getränke, Picknick und Desinfektionsmittel mitnehmen
  • Und meine Bitte: keine Bergtouren wegen der Unfallgefahr, die Spitäler haben anderes zu tun.

Bettseicherli

Letztes Jahr hatten wir noch fröhlich auf meinem Blog diskutiert, wie diese Buschwindröschen in den verschieden Dialekten in der Schweiz und Deutschland bezeichnet werden. Diesen Beitrag findest Du zum nachlesen hier: Bettseicherli

Kein Schiffsverkehr

Kein Schiffsverkehr nach Deutschland – es bleibt nur noch der Blick rüber ins ferne Europa …

Osterglocken

Wie klingen Osterglocken wenn sie den Frühling einläuten?

Blick auf den Untersee

Die Frühlingssonne lässt den winterlichen, grauen See verschwinden.

Muscheln am Ufer

Es ist die Zeit in dem uns am Seeufer auch schon die kleinen Dinge Freude machen.

Haus am See

Und am Ende der Strasse steht ein Haus am See
Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg
Ich hab‘ zwanzig Kinder meine Frau ist schön
Hmm, alle kommen vorbei, ich brauch‘ nie rauszugehen…

Peter Fox, deutscher Reggae- und Hip-Hop-Musiker

Schlüsselblüemli

Die Schlüsselblüemli markieren das Frühlingserwachen im sonst noch winterlichen Wald.

Wenn das Wasser funkelt und glitzert

Auf dem Steg sitzen, die warme Sonne geniessen und zuschauen, wie das Wasser glitzert und funkelt – dies sind kleine, wunderbare Auszeiten.

Tim Mälzer im Napoleonschloss

Der selbsternannte Kaiser der deutschen Küche auf dem Schloss des Kaisers Napoleon III. – ist natürlich ein Bild aus pre-social-distance-Zeiten. Denn schon im September 2019 fanden im Napoleonmuseum auf dem Arenenberg (Thurgau, Schweiz) Dreharbeiten zur Koch-Show «Kitchen Impossible» statt. In den Räumlichkeiten des späteren Kaisers von Frankreich musste sich Tim Mälzer seiner Aufgabe stellen: Eine Apfeltarte des Thurgauer Spitzenkochs Christian Kuchler wurde ihm in der berühmten schwarzen Box überreicht. Sie galt es nun von ihm ohne Kenntnis der genauen Zutatenliste so originalgetreu wie möglich nachzubacken. Dazu begab er sich in die Küche seines Kollegen in der Wigoltginger «Taverne zum Schäfli». Am Sonntag, 8. März strahlte der TV-Sender VOX die Thurgauer Challenge in «Kitchen Impossible» aus. (Bild/Copyright: Napoleonmuseum Arenenberg)

Pegelstand Seerhein: relativ hohes Niveau für März

Der Wasserstand des Seerheins liegt inzwischen auf einem für die Jahreszeit relativ hohen Niveau. Tendenziell muss in den kommenden Monaten mit einem Anstieg gerechnet werden. Insbesondere die Schneeschmelze ist ein Faktor, welcher den Wasserstand im Frühling und Sommer beeinflusst.
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Stand am 01.04.2020 Konstanz/Rhein: 303cm*

*Quelle: Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg

Bild 2/20: Dieses Bild habe ich Anfangs März geschossen. Zu diesem Zeitpunkt durfte dieses Schiff noch Gäste aufnehmen. Das Schiff im Hintergrund ist ein Zollboot der deutschen Grenzwache.

Noch mehr vom See&Rhein

Frühere Ausgaben der „Flaschenpost vom See&Rhein“ findest Du hier: Flaschenpost vom See&Rhein

Einen ausführlichen Post zum Reisewetter am Bodensee findest Du hier, vielleicht möchtest Du einen Urlaub in unserer Region planen: Beste Reisezeit – wie ist eigentlich das Wetter am Bodensee?

Alle Posts über den Bodensee – vom Obersee über den Seerhein bis zum Unterseee – findest Du hier.

Tipp: Landesgartenschau in der Bodenseeregion

Die Stadt Überlingen am Ufer des Bodensee ist bekannt für seine Herrlichen, schattigen Parks, verwunschenen Gärten und der begrünten ehemaligen Festungsanlagen. Hier wachsen sogar Bananen. Die grösste gotische Kirche am Bodensee ist ein Highlight des freundlichen Städtchens. Und auf der Fussgängerzone hat man das Gefühl irgendwo in Italien zu sein. Dieses Jahr setzt Überlingen mit der ersten Landesgartenschau in der Bodenseeregion ihrem Ruf als grüne Stadt noch eins drauf.

Leider wird die Landesgartenschau Überlingen nicht wie geplant am Donnerstag, 23. April, eröffnen. Die Organisatoren werden am 19. April die Lage neu bewerten. Und wenn es los gehen sollte, werde ich sicher hier kurz darüber schreiben.

Corona Weblog #4

Corona Weblog

Silberstreifen am Horizont? Ab wann spürt man beim Marathon, dass das Ziel näher, vorallem erreichbar ist? Ist es möglich, dass bereits zwei Wochen nach dem Shut Down positive Resultate zu erkennen sind? Ja, ich glaube es gibt positive Zeichen – aber es ist als wie wir spürten, dass wir über den Berg kommen, aber den Berg noch vor uns haben.

.An einer der letzten Medienkonferenz spricht der Bundesrat Alain Berset zu den aktuellen Fallzahlen von einem «erwarteten Anstieg». Es sei «keine Explosion». Der unermüdliche “Krisenmanager” Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten, äussert sehr vorsichtig, man sehe einen Silberstreifen am Horizont.

Positiv für die Zukunft werte ich die Massnahmen in den Spitäler, im Bereich Bevölkerungsschutz und den gewaltigen Aktionen zur Stützung der Arbeitnehmer und der Wirtschaft. Für einmal wird den Kleinen geholfen. Dies gibt eine Basis um jetzt den Weg auf den Berg zu nehmen und einigermassen heil wieder runter zu kommen. Es ist kein 100-Meter-Lauf, sondern ein Marathon.

Die strengen Massnahmen wie „Selbstisolation“ und „Social Distancing“ müssen wir noch lange einhalten, selbst der 19.4. ist erst in drei Wochen. Und wir werden noch von viel Leid hören und spüren – in unserem Umfeld, im Land und in Europa. Die Einschläge kommen auch bei mir immer näher. Aber die Hoffnung und Zuversicht nimmt mir die Angst.

Angst? Ja, bei dieser Unsicherheit und Bedrohung verspüre ich Angst. Diese Angst ist für mich neu. Doch diese Angst scheint angebracht und wichtig zu sein. Meine Ängste zwangen mich in den letzten Tagen sofort auf die neue Situation zu fokussieren, mein Verhalten zu überdenken, mich schnell zu ändern und anzupassen. Angst, so erinnere ich mich, ist ein Reflex der hilft mich auf eine Bedrohung richtig einzustellen, mich zu wehren.

Meine Angst zu unterdrücken wäre falsch, genauso wie in Panik zu geraten. Aus dieser Angst heraus habe ich reagiert. Ein Schritt war indem ich für eine ganz kurze Zeit alles rund um mich herum gestoppt habe. Die Corona-Pandemie ausgeblendet und mir ein Time Out verpasste. Dabei habe ich versucht meine Angst zu verstehen und mir Wege überlegt wie ich meine Ohnmacht überwinden kann. Ich habe mich an die kleinen und grossen Katastrophen in meinem Leben erinnert und mir die Frage gestellt, wie bin ich dort mit meiner Angst umgegangen und wie aus diesen Situationen wieder raus gekommen?

Inzwischen konnte ich daraus eine gewisse Gelassenheit und Ruhe gewinnen sowie eine innere Zuversicht entwickeln. Zuversicht für die nächsten Schritte in diesem Marathon über den Berg.

Euch alles Gute und bleibt oder werdet wieder gesund!

Indian Summer am Myvatn-See

Iceland

Die Bäume und Sträucher leuchten in den schönsten Herbstfarben und verbinden sich mit dem schwarzen Lavagestein zu einem einzigartigen Bild. Der Mývatn-See – hier ist die Welt am werden. Vulkane formten das Gesicht dieser Landschaft – und sie tun es immer noch.

Ich bin nicht auf der Durchreise, wie die meisten hier. Sondern ich komme hierher gerne zurück. Zurück an diesen so friedlich scheinenden Mývatn-See. Und trotzdem ist es jedes Mal völlig anders, so als wenn ich diese Landschaft noch nie gesehen habe. Letztes Mal war es ebenfalls Herbst, die Landschaft aber bereits tief verschneit. Jetzt scheint die Sonne, wärmend. Es ist Indian Summer und lässt den See tiefblau und die Landschaft in zauberhaftem Gold erscheinen.

Im Norden von Island liegt der wunderschöne See Mývatn, es ist der viertgrössten See des Landes. Er misst 36,5 km2 und hat etwa 50 Inselchen und Schären. Der flache See ist voller Fische und bietet eine interessante Flora und reiche Vogelwelt.

Der See liegt nur scheinbar so friedlich, denn rundherum ist es explosiv. Seine Umgebung ist voller vulkanischer Aktivitäten – überall sind Höhlen, Krater, heisse Quellen und dampfende Geothermalfelder zu finden.

Nur ein einziges, sehr kleines Örtchen liegt an der Ostseite des Sees. Es heisst Reykjahlíð. Eine Tankstelle mit Mini-Supermarkt, eine Bank, eine Autowerkstatt, eine Schule und ein Gesundheitszentrum. Die Infrastruktur für die Touristen, die den Myvatn in der Regel auf ihrer grossen Island-Umrundung mitnehmen, ist schon bald grösser, wie das Dorf selbst. So gibt es zwei, drei Hotels, Cafés, Restaurants, Gästehäuser, Sommerhütten, Campingplatz und ein Wellness-Bad.

An diesem schönen Tag im Spät-Herbst ist von den Touristen nicht viel zu sehen. Umso mehr spüre ich die Grenze der bewohnbaren Welt. Staune über die atemberaubend schönen, oft surreal anmutenden Urlandschaft. Kraftvolle Bilder die für mich unvergesslich bleiben. Bilder die mich wieder zurückkehren lassen.

Michael’s Beers & Beans Tipps:
Schnee und schwarze Lava findet man in meiner Winter-Wanderung auf den Vulkan Hverfjall
Explosiv ist es auf dem Namafjall – Tanz auf dem Vulkan

(Myvatn = Mückensee)

Der Halo von Arosa geht um die Welt

Arosa

Dieser Schnappschuss ist ganz gross rausgekommen. Es zeigt ein Lichtphänomen bei sich auflösendem Nebel auf dem Hörnligrat (2511 müM) in der Bergwelt von Arosa. Per Twitter gepostet erreichte dieses Bild völlig unerwartet tausende Leser weltweit. Am Schluss wurde es sogar im morgendlichen Wetterbericht eines TV-Senders in Florida gezeigt und von einem französischen Observatorium für Tornados und schwere Gewitter retweetet und kommentiert.

(Refresh 20.1.2020) Heute morgen ist der Halo quasi von seiner viralen Reise rund um die Welt wieder zurückgekehrt und hat es auf die Titelseite von „20 Minuten“ geschafft – herzlichen Dank der Bildredaktion sowie dem Journalisten von „20 Minuten“ für ihre Arbeit und die lässige Umsetzung: Schweizer Halo geht um die Welt

Zudem hat der „Tages Anzeiger“ den Ball ebenfalls aufgenommen und in der Rubrik Panorama diesen Artikel unter dem Titel „Dieses Foto eines Zürchers geht um die Welt“ veröffentlicht.

Alle Posts über meine Begegnung mit diesem Halo in Arosa sowie den Folgen findest Du hier: https://beersandbeans.ch/tag/halo/

Es war Ende November, gegen 11.00 Uhr auf dem Hörnligrat, der Bergstation der Bergbahnen Hörnli-Express und Urdenbahn. Also mitten in der Bergwelt von Arosa (Graubünden). Seit rund einer Stunde kämpfte sich die Sonne durch die letzten Schneewolken. Es herrschte eine Temperatur von -7 Grad. Ich wartete hier oben auf meinen Kollegen, mit welchem ich mich zum Skifahren verabredet hatte. Die Zeit nutzte ich um die wunderschönen Lichtstimmungen mit dem Smartphone fotografisch einzufangen. Dies passte gerade gut, da ich mir vor einigen Tagen ein Smartphone mit neuer Kameratechnik angeschafft hatte, so konnte ich diese etwas testen.

Doch schnell erkannte ich, dass sich im Gegenlicht zur Sonne ein Halo entwickelte, anfänglich ganz unscheinbar, bis sich dieses Lichtphänomen unglaublich steigerte. Für mich faszinierend waren die zwei Ringe um die Sonne und die vielen Lichtreflexionen.

Noch ist vom Halo nicht viel zu sehen …

Mit der kleinen Weitwinkel-Linse brachte ich viele der Lichteffekte auf ein Bild und so fand ich es interessant genug um dieses Foto zu twittern und mit meinen Followern zu teilen.

Doch bald musste ich mir eingestehen, dies war kein gewöhnliches „Beer&Beans-Gezwitscher“ – der “Likezähler” ging für meinen Twitter-Account buchstäblich durch die Decke!

„Wunderschönes Eisnebelhalo-Phänomen mit ungewöhnlichen vielen Arten. Danke für’s teilen“ meinte der Meteorologe von MeteoSchweiz @danivumalvier als erstes Feedback. Und dann ging es den ganzen Tag so weiter – für mich war es am Schluss unmöglich auf alle Feedbacks zu antworten.

Aber was habe ich denn da nun fotografiert?

Viele Erklärungen zu diesem Phänomen erhielt ich direkt über Twitter, eine davon scheint vom Humorfestival zu stammen, welches demnächst hier in Arosa statt findet: “… bist Du sicher das es nicht der heilige Geist war …?“

Es handelt sich hier nicht um den heiligen Geist, sondern um ein Lichteffekt, welches als Halo bezeichnet wird. Der Ursprung dafür findet sich in den auflösenden, aus kleinen Eiskristallen bestehenden Wolken. Diese hauchdünnen Wolken sind ähnlich der Cirren, also den hauchdünnen “Eiswolken” die in ganz grosser Höhe vorkommen. Nun kommt das Sonnenlicht und wird durch diese kleinen Eiskristalle unzählig gebrochen. Im Innern dieser winzigen Kristalle wird das Sonnenlicht reflektiert und beim Austritt nochmals gebrochen. Eigentlich wie beim Regenbogen, wo die Wassertropfen das Licht sichtbar in die verschiedenen Farben aufbrechen. Diese Lichtreflexionen ergeben dann (teils farbige) Kreise, Bögen, Säulen und Lichtflecken.

Beim Aroser Halo war wohl mein Standpunkt genau richtig. Ich schaute quasi horizontal durch die dünne Eiswolke direkt in die Sonne. So konnte ich verschiedene Lichtbrechungen sehen. Am besten illustriert dies das folgende Bild, was mir @DuncanWingen aus Spanien erstellt und über Twitter zugestellt hat:

@DuncanWingen thx for the exiting explanations!

Halo ist nicht gleich Halo

Eines ist mir über Twitter klar geworden, mein zufällig geschossenes Bild ist genial – aber die Erklärung, was ich darauf nun wirklich gesehen habe, können wohl nur Fachleute und Wissenschaftler nachvollziehen.

Aufgrund der vielfältigen Formen der Eiskristalle gibt es ganz viele Haloarten. Eine sehr interessante Übersicht darüber findest Du hier: Arbeitskreis Meteore / Haloarten. (Vielen Dank nochmals an @danivumalvier für diesen tollen Tipp)

Etwas bringt mich am Schluss fast zu meinen Nordlicht-Beobachtungen (siehe „mein erstes Nordlicht war weiss, nicht grün„) auf Island und in Norwegen: wie bei den Nordlichter sieht jeder Beobachter seinen „persönlichen“ Halo – hier handelt es sich aber um eine optische Täuschung! In der Natur gibt es nur die Eiskristalle und das Licht der Sonne, der Halo entsteht erst für uns in unserem Auge oder durch die Kameralinse. Sind doch einfach faszinierend, diese Halos!

Die beste Kamera ist gerade die, die man dabei hat.

Eliott Erwitt

Quellen: SRF Meteo, Arbeitskreis Meteore e.V. (Themengebiet Halo), Wikipedia, Twitter (u.a.)

Meine Faszination gilt auch einer anderen Lichterscheinung – der Aurora Borealis, dem Nordlicht. Bilder und alle Posts mit vielen Tipps zum Thema Polarlicht findest Du auf meinem Blog: Faszination Nordlicht by Michael’s Beers&Beans

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Tammie norrie heisst der Puffin auf Shetland

Das Königreich der Papageientaucher

Shetland, Wildlife Shetland

In den Sommermonaten ist Shetland das Königreich der Papageientaucher. Tammie norrie, wie der Vogel auf Shetland genannt wird, übernimmt dann für eine kurze Zeit die Macht über die Insel-Gruppe. Shetland ist weit weg von allem, daher begegnen die Menschen hier den Papageientaucher noch mit Respekt und Distanz. Auch wir haben uns diesem wundervollen Vogel vorsichtig genähert und haben Stunden verbracht, den bruchpilotenhaften Flugmanöver und den Kapriolen der Papageientaucher zuzuschauen. Meine Frau hat die Vogelbeobachtungen viel Spass gemacht und verspürte daher Lust wieder einmal zur Kamera zu greifen. Dabei sind ihr wunderschöne Aufnahmen gelungen.

Tammie norrie heisst der Puffin auf Shetland

Der Papageientaucher hat viele schöne Namen: In Shetland nennt man ihn Tammie norrie, in Island Lundi und in Italien Pulcinella di Mare

Nach Shetland kommen die Papageientaucher nur zum brüten. Hoch oben auf dem von Gras überwachsenen Klippen bauen die Vögel ihre Nester. Das Weibchen legt nur ein einziges Ei, um welches sich die Eltern gemeinsam kümmern. Im August sind die Tiere dann wieder für den Rest des Jahres vom Erdboden verschwunden. In dieser Zeit sind die Vögel auf dem offenen Meer, Tag und Nacht. Das Wasser ist ihr Element, trotzen selbst im Winter dort draussen der Kälte und den Stürmen. Die Papageientaucher ernähren sich von kleinen Fischen und Krebstieren, daher kann er mit seinen kurzen Flügeln hervorragend schwimmen und mehr als 50 Meter tief tauchen.

Mit seinem bunten Schnabel, dem schwarz-weissen Körper und dem tollpatschigen Watschelgang sieht der Papageientaucher aus wie ein Clown im Frack. Dies ist sicherlich ein Grund, dass dieser Vogel in der ganzen Welt so viele Fans hat. Und die Italiener ihm den schönsten Namen gegeben haben – Pulcinella di mare!

Über die Papageientaucher gibt es viel zu erzählen. Wie viele Vögel bleiben auch die Papageientaucher ihrem Partner treu, allerdings nicht ohne Beziehungspausen. Zoologen der University of Oxford haben herausgefunden, dass die Eltern, nachdem sie ihren Nachwuchs grossgezogen haben, gemeinsam auf das offene Meer hinausfliegen. Dort trennen sich ihre Wege, den Winter verbringen sie getrennt.

Auch die farbigen Schnäbel geben Rätsel auf. Schliesslich leuchten diese in strahlendem Orangerot, während der Rest des Vogelkörpers in in dezentem Schwarz-Weiss gehalten ist. Eine Zufallsentdeckung eines Ornithologen der Universität Nottingham liess den Schnabel unter UV-Licht im gelben Bereich leuchten. Die Papageientaucher – so die Schlussfolgerung – sehen nicht nur rotes, blaues und grünes Licht, sondern auch UV-Strahlen. Die Funktion des glühenden Schnabels des Papageientauchers ist vorerst noch ein Rätsel. Eine Vermutung ist, dass die Vögel beim Tauchen mit dieser Lichterzeugung untereinander kommunizieren.

Beziehungspause der Papageientaucher

Wir werden unsere Zeit und die vielen Begegnungen mit den Papageientaucher oben am Sumburgh Head nie vergessen. So bleibt uns die erste Beobachtung tief in unserer Erinnerung. Wir waren auf das Kap hoch gestiegen. Zuerst entdeckten wir kein Vogel, alles war wie leergefegt. Dann plötzlich, als würde ein Schauspiel starten: Ein Vogel nach dem anderen lässt sich auf den Klippen nieder und geniesst nach getanem Fischfang seinen Feierabend. Immer wieder neigen sie dabei ihre Köpfe oder flattern mit den kurzen Flügeln. Tief unten das Meeresrauschen. Sonst liegt eine wundervolle Ruhe über dem Felsen. Wir behalten Abstand, wollen die Tiere in Ruhe lassen. Schliesslich wollen wir ihr Vogelparadies nicht stören. Wir sind einfach dankbar, dass wir an diesem Ort die Natur so erleben durften.

Das Königreich der Papageientaucher

Pulcinella die Mare

Il Pulcinella di Mare

Bruchpiloten Puffin Papageientaucher

Der Papageitaucher ist ein Taucher und Flieger, allerdings die Landungen haben eher was von einem Bruchpilot

Schnabel leuchten im UV Licht
Papageientaucher im Anflug

Bilder 1,2,3,6,7 bei A.C.S (vielen Dank), Bilder 4,5 bei Michael’s Beers & Beans, Shetland im Juni 2018

Quellen:  Shetland Nature, National Geographic, Wikipedia (u.a.)

Mehr Wildlife, mein „Shetland Picture Book“ sowie Tipps und Infos zu Shetland findest hier. (Bild anklicken)

Reise zum Nordlicht – wo gibt es gute Orte für die Beobachtung?

Faroe Islands, Iceland, Irland, Lofoten, Nordlicht, Norwegen, Shetland, Top

Die Polarlichter zu beobachten ist ein unbeschreibliches Erlebnis. Draussen in einer kalten, klaren Nacht hoch oben im Norden zu stehen, den unvergleichlichen Anblick dieser grün-weisslichen Licht-erscheinungen, die sich schnell in der Bewegung und Intensität ändern. Plötzlich verschwinden und wieder kommen.

Polarlichter – wo und wann kann man diese bestaunen? Wo tauchen diese Nordlichter auf, an welchen Orten kann man diese gut beobachten?

(Refresh September 2019 / Juli 2020)

Je näher man sich zum Nordpol befindet, umso intensiver sind die Lichterscheinungen. Daher sind die besten, erreichbaren Standorte für uns Europäer am nördlichen Polarkreis, also auf 66° nördlicher Breite, zu finden.

Die beste Zeit zur Beobachtung ist zwischen September und März, wenn die Nächte lang sind. Eine Reise in diesen Monaten an den Polarkreis garantiert noch keine Polarlichter. Im hohen Norden ist das Wetter im Herbst und Winter oft rau und der Wind peitscht einem ins Gesicht. Das Wetter ist sehr wechselhaft. Da ich den eisigen Winter in Norwegen einmal kennen gelernt habe, habe ich mich bewusst für den Herbst entschieden. Wir hatten im September 2016 (Lofoten) oder im Oktober 2015 (Island) wunderschöne, sonnige und ruhige Phasen, damit auch klare, schon fast „warme“ Nächte. Dies darf keine falschen Hoffnungen wecken, denn das Wetter oben am Polarkreis kann auch ganz anders! Es kann auch einmal tagelang durchregnen und stürmen. Es gehört schon ein bisschen Glück dazu, dass sich der Himmel aufklart. Pflicht sind im Herbst und Winter warme Kleidung, dazu gehören Mütze und Handschuhe.

In Island kann bereits Ende August der Winter einbrechen. (Bild Nord-Island im September 2015)

Das Wetter ist das eine, aber selbst wenn die Nächte klar sind, das Nordlicht ist immer noch nicht garantiert. Die Lichterscheinung hängt stark von der Aktivität auf der Sonne ab. Und es gibt weitere Faktoren, die man berücksichtigen muss: Standort, Umgebungslicht, Mondschein sowie Intensität des Nordlichtes. In den nachfolgenden aufgeführten Orten kann man von 10 Nächten zwischen 7 – 9 Nächten mit einem Polarlicht rechnen.

Meine Empfehlung ist nicht eine Reise einzig und alleine wegen den Nordlichtern zu unternehmen. Sondern eine Herbst- oder Winterreise an den Polarkreis zu planen und wenn es gutes Wetter ist und Nordlicht-Aktivitäten hat, diese quasi „on top“ mitzunehmen.

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Hier am Polarkreis ist der richtige Ort um nachts die Lichterscheinungen zu beobachten. (Foto Halbinsel Flateyjarskagi, wenige Kilometer nördlich von dieser Spitze verläuft der 66° Breitengrad durch die Insel Grímsey)

Nachfolgend eine Zusammenfassung an welchen Orten die Nordlichter gut zu sehen sind. Diese Aufstellung basiert einerseits auf eigene Erfahrungen (Island, Norwegen, Irland, Färöer Inseln), anderseits auf Informationen aus meinem Bekanntenkreis, dem Internet sowie Touristikorganisationen der betreffenden Länder.

Nordlicht und Wolken (Kabelvåg, Lofoten, Norwegen, September 2016)

Finnland (Revontulet)

In Finnland setzt zur Zeit der Herbst-/Winter-Tourismus voll auf das Nordlicht. Das Angebot rund um das Nordlicht ist riesig und sehr vielfältig. Sehr beliebt ist Nellim am Inari-See, dem drittgrössten See Finnlands sowie die Glas-Iglus in Kakslauttanen. Ich kann mir vorstellen, dass der tiefverschneite Winter zusammen mit den Nordlichtern ein Erlebnis sein muss.

Empfohlene Orte: Nellim, Utsjoki, Kakslauttanen, Ivalo.

Norwegen (Polarlys, Nordlys)

Die Stadt Tromsø ist ein Hotspot für Nordlicht-Fans: wenn sich in der nordnorwegischen Stadt das Tageslicht allmählich verabschiedet, erscheint bei gutem Wetter die Aurora borealis schon fast zuverlässig. Hier, nördlich des Polarkreises, ist die Aktivität der Polarlichter am grössten, oft ist der Himmel stundenlang von leuchtenden Grüntönen erhellt.

Empfohlene Orte:  Tromsø, Alta, Lofoten

Im September 2016 habe ich die Lofoten besucht. Wir hatten grosses Glück und einige klare Nächte mit vielen Nordlichter und sehr langen Phasen. Gerade im September war faszinierend, dass die Nordlichter in der Abenddämmerung zu beobachten waren. Die Lofoten gehören sicher zu den Top-Standorten für die Nordlicht-Beobachtung.

Nordlicht in der Abenddämmerung (Kabelvåg, Lofoten, Norwegen)

Grönland

Natürlich ist Grönland eine grosse Option. Die gesamte Insel ist ein fabelhafter Platz für die Polarlichter. Die Eiswüsten im Inselinneren sind unzugänglich, die südlichen und östlichen Küstenregionen kann man erreichen, allerdings ist hier die Anreise nicht so einfach. Für Grönland gilt: Überall ist Nordlicht!

Empfohlene OrteKulusuk, Ammassalik

Schweden (Polarsken)

Dank ihres einzigartigen Mikroklimas – wenig Regen und oft wolkenloser Himmel – ist die Gegend um Abisko in Schwedisch-Lappland der wissenschaftlich nachweislich ideale Ort, um die Polarlichter in ihrer ganzen Intensität zu erleben. Man spricht hier von einem „Blauen Loch von Abisko“, welches sich im Himmel auftut, ein Stück klarer Himmel, auch wenn der Rest des Himmels doch wolkenverhangen sein sollte.

Empfohlene Orte: Kiruna, Abisko (Schwedisch-Lappland)

Einer der Pioniere des Nordlicht-Tourismus in Schweden ist der amerikanische Fotograf Chad Blakley. Er hat 2010 ein das Unternehmen „Lights over Lapland“ gegründet und sich darauf spezialisiert Touristen aus der ganzen Welt zu helfen, die Nordlichter in Abisko-Nationalpark zu sehen und zu fotografieren. Sehenswert ist seine Aurora Webcam, welche in den Wintermonaten in Betrieb ist.

Alaska und Kanada (Aurora, Polar Lights or Northern Lights)

Der nördlichste US-Bundesstaat sowie die weite Tundra im Norden Kanadas sind grosse Bühnen für Polarlichter. Auch hier ist im Winter ein wahrer „Northern Lights“-Reiseboom entbrannt. Die University of Alaska bietet eine Polarlichter-Vorhersage an.

Empfohlene Orte in Alaska: Anchorage, Fairbanks, Denali Nationalpark

Empfohle Orte in Kanada: Calgary, Ontario, Yukon Territory, Manitoba

Schottland (Northern Lights)

Schottland ist eine gute Option – an ganz klaren Tagen kann man in ganz Schottland die Aurora sehen. Vor allem im Norden von Schottland hat man die grösste Chance die Northern Lights gut zu beobachten.

Empfohle Orte: nördlich von Ullapool, nördliche Spitze Isel of Skye, äussere Hebriden, Orkney

Shetland (Mirrie Dancers)

Die Shetlandinseln gehören natürlich auch zu Schottland. Allerdings liegt die Insel-Gruppe auf 60° nördlicher Breite und dabei näher zum norwegischen Bergen als zu Edinburgh. Shetland ist vermutlich die beste Option ausserhalb der Regionen die am Polarkreis liegen. Die Winter gelten eher als mild, Frost ist weitgehend unbekannt. Natürlich gibt es Ausnahmen und so kann für einige Tage der Schnee liegen bleiben. Stürmische Tage sind im Winter garantiert.

In Shetland nennt man die Polarlichter „Mirrie Dancers“ – für mich der schönste Name für die mystischen Himmelserscheinungen.

„Simmer Dim“ in Lerwick – im Sommer scheint auf Shetland die Sonne schon mal bis zu 19 Stunden am Tag, Im Winter dagegen sind die Nächte sehr lang, es gibt weniger als sechs Stunden Tageslicht. Optimal für die Nordlichtbeobachtung. (Foto Juni 2018)

Empfohlene Orte: Leuchtturm von Eshaness, Sumburgh Head, Wormadale – grundsätzlich erreicht man auf dem Mainland viele gute dunkle Orte mit Weitblick. Doch selbst am Hafen von Lerwick oder oberhalb auf dem Fort Charlotte sind gut Plätze.

Färöer Inseln (Norðlýsið)

Natürlich liegen die Färöer Inseln wie Shetland genug im Norden um mit Erfolg Nordlichter beobachten zu können. Allerdings sind die Färöer Inseln weit draussen im Nord-Atlantik wettermässig sehr exponiert. Die Wolken ziehen tief über das Meer und verfangen sich in den relativen hohen Bergen der Inseln, daher gibt es viel Nebel und Regen. Wenn der Himmel einmal frei ist, kann man aufgrund der niedrigen Luftverschmutzung immer mit einer klaren Sicht rechnen.

Ein ganz besonderes Erlebnis im ist der Nachtflug der Atlantic Airways über den Nord-Atlantik, während die Lichter am Himmel tanzen.

Empfohlene Orte: dazu habe ich nichts gefunden, aber es gibt genug „Nord-Kaps“ oder Gipfel auf der Insel-Gruppe. Vielleicht ist der Hausberg von Klaksvik, der Klakkur mit 413 Meter über Meer ein guter Ort. Die freundlichen Färöer werden sicherlich vor Ort sofort weiterhelfen und einen guten Beobachtungsort kennen.

Irland (Northern Lights, An Chaor Aduaidh)

Irland wird keine touristische Nordlicht-Destination werden, überrascht aber trotzdem mit seinen Nordlichtern. Diese sind zwar eher schwach zu sehen, es ist aber erstaunlich, wie viel Sichtungen letztes Jahr im Norden von Irland gemacht worden sind. Ich konnte dies auf Twitter verfolgen, zum Teil haben die irischen Fotografen ganz tolle Bilder geschossen und veröffentlicht.

Gute Plätze zur Beobachtung gibt es an der Nord-Küste im County Donegal. Hier ist der Malin Head ein sehr guter Platz. Es gibt in Irland sogar einen Aurora Alert @Aurora_ireland, welcher einem zuverlässig über bevorstehende Nordlicht-Phasen informiert.

Empfohlene Orte: Malin Head, Inishowen (Co. Donegal), Lough Melvin, (Co. Leitrim), Gortmore View Point, (Co. Londonderry), Giants Causway (Co. Antrim), Rathlin Island (Co. Antrim) – bei stärkeren Nordlichter kann man an den Stränden von Dublin Glück haben und Nordlichter beobachten.

Island (Segulljós)

Unsere ersten Beobachtungen haben wir hier in Island gemacht. Wer im August in Island unterwegs ist, sollte in der Nacht schon die Augen offen haben, dann beginnt bereits die Nordlicht-Saison.

Nordlichter am Himmel über dem Fjord Eyjafjörður (Island)

Im Oktober 2015 haben wir am Fjord Eyjafjörður ein Ferienhaus gemietet – und dies war auch in Punkto Nordlicht ein Volltreffer. Von der Terrasse aus hatten wir – bei gutem Wetter – eine perfekte Beobachtungsstation für das Nordlicht. Und wenn es los ging, dann waren wir halt wirklich quasi schon vor Ort. Vom Ferienhaus waren wir zudem schnell oben in den Bergen, in der totalen Dunkelheit.

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In Nord-Island hat man das Nordlicht vor der Haustüre

Natürlich kann man es in Island einfacher haben, als zuerst noch 5 Stunden von Reykjavik an den Fjord Eyjafjörður zu reisen. Man muss eigentlich nur das elektrisierende Nachtleben von Reykjavik und damit die Lichter der Stadt hinter sich lassen und den Thingvellir Nationalpark ansteuern. In diesem Park, der zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, wird das Auseinanderdriften der amerikanischen und europäischen tektonischen Platten durch imposante Felsspalten und Risse sichtbar. Der Nationalpark ist aber auch ein Mekka für die Fans von Polarlichtern, die hier besonders eindrucksvolle Tänze aufführen. Bei starken Lichterscheinungen stellt die Stadt Reykjavik die Strassenbeleuchtung aus, so dass man sogar aus der Stadt die Aurora Borealis sehen kann.

Empfohlene Orte: Ausserhalb von Reykjavik, Thingvellir Nationalpark, Rangá/Hella, Akureyri (Nordisland) – überall auf der gesamten Insel findet man gute Plätze.

Schweiz (Polarlicht)

Wenn verschiedene Kriterien zusammentreffen, besteht sogar in der Schweiz die Möglichkeit, die Nordlichter zu beobachten. Solange der Himmel klar ist und nicht durch die elektrischen Lichter unserer Agglomerationen beeinflusst werden, ist das Naturschauspiel nicht ausgeschlossen. Im Jahr 2011 gab es einige Nächte in der Schweiz (Raum Basel) in denen Nordlichter gesichtet wurden.

Deutschland (Nordlicht)

Das gleiche gilt für Deutschland. In Nord-Deutschland werden öfters Sichtungen gemeldet. Wie in der Schweiz, darf man nur ein diffuses Leuchten erwarten. Vielfach sind diese Nordlicht-Erscheinungen mit dem Auge nicht zu erkennen sondern nur fotografisch erfassbar.

Russland (Северное сияние)

Der Norden von Russland ist eine gute Nordlicht-Destination und bietet hervorragende Bedingungen. Hier scheint Murmansk (mit der angrenzenden Halbinsel Kola) das Nordlicht-Zentrum in Russland geworden sein.

Aurora Australis – das Polarlicht des Südens (Südlichter)

Südlichter down under. Das Schwesterphänomen Südlichter ist eher unbekannt. Schon weil Anreise an Orte mit Südlichter schwieriger ist. Bilder von Südlichter zeigen, dass diese genauso spannend und spaktakulär sein müssen.

Empfohlene Orte: Südgeorgien, Falklandinseln, Stewartinseln, Tasmanien – als einer der besten Orte gilt Ushuaia im Süden von Argentinien, allerdings braucht es bei den berüchtigten Wetterverhältnissen dort viel Glück für eine Nacht mit klarem Himmel.

Wie ich die Nordlichter gesehen und erlebt habe…

Wie Nordlichter wirklich aussehen? Ich habe die Nordlichter als weisse, graue Lichttschleier wahrgenommen. Stärkere Nordlichter nahm ich in einem pastellen Grün wahr. Allerdings hatte ich bisher noch nie das Glück ein ganz starkes Nordlicht mit tiefgrünen und tiefroten, leuchtenden Segeln, die wie Fahnen im Wind flattern, zu sehen. Solche Nordlichter habe ich bisher nur auf den Videos von Nordlicht-Experten und Profi-Filmern gesehen. Der Grund für meine Wahrnehmung „weiss/grau“ liegt neben anderen Faktoren an meinem Sehvermögen bei Dämmerung und in der Nacht.

Mein eigenes Sehvermögen lässt die Nordlichter weiss/grau erscheinen. Erst bei stärkeren Nordlichter konnte ich Pastell-Töne (grün, rot) erkennen.

Dafür sieht meine Kamera alles leuchtend knallig grün, manchmal sogar rot, violett. Die Erklärung dafür ist einfacher, denn die Aurora Borealis ist ein elektrisches Licht und wird von den empfindlichen Sensoren während den üblichen Langzeitbelichtung „wahrheitsgemäss“ farbig aufgezeichnet.

Wie ich die weissen Nordlichter zum ersten Mal gesehen habe, darüber habe ich einen Post „Wie Nordlichter wirklich aussehen …“ verfasst.

Dieses Bild zeigt ein starkes Nordlicht welches ich mit einer Langzeitaufnahme von ca. 8 sek aufgenommen habe. Auch dieses Nordlicht habe ich mit eigenem Auge nur leicht grünlich erkennen können. Die Spieglung auf dem Wasser konnte ich mit eigenem Auge nicht sehen.

Was man weder auf den Fotos noch auf den Zeitraffer-Videos transportieren kann, ist das Erlebnis, das Gefühl wenn die Lichter am Himmel erscheinen, tanzen, sich bewegen, verschwinden und wieder kommen. Oder Leuchtbogen an den Himmel zeichnen. Und alles ist plastisch, man hat das Gefühl das Licht könnte man berühren. Ob weiss oder bunt – das Polarlicht ist faszinierend!

Faszination Polarlicht by Michael’s Beers&Beans! Alle meine Berichte zum Nordlicht findest Du hier.

Die verwendeten Bilder sind alle im Oktober 2015 auf Island sowie im September 2016 auf den Lofoten entstanden (Fotos by Michael’s Beers & Beans)

Refresh September 2019 / April 2020