Laki Gigar – warum ein Vulkan Napoleon zum Kaiser machte!

Iceland, Vulkan

Wenn ich in Süd-Island bin, dann zieht mich das Gebiet rund um die Laki-Spalte fast schon magisch an. In dieser unheimlich schönen und jungen Landschaft liegt schliesslich die Wiege der französischen Revolution! Und da nun Louis Napoleon, der spätere Kaiser Napoleon III, fast in meiner Nachbarschaft aufgewachsen ist, interessierte mich natürlich, warum ein Vulkan in Island die Dynastie Bonaparte besiegelt haben sollte.

Laki Iceland Lakigigar

Die Eruption im Jahr 1783 begann am 8. Juni. Es war ein Pfingstsonntag. Nach mehreren leichten Erdbeben öffnete sich zunächst eine 12 km lange Eruptionsspalte. Bis zu 1000 m hohe Lavafontänen schossen in den Himmel. Die Lava floss durch 2 Flusstäler Richtung Meer. Das Wasser der Flüsse verdampfte unter der Lava. Selbst in 40 km Entfernung wurden Bauernhöfe vernichtet. Im Laufe der Eruption verlängerte sich die Spalte auf 27 km Länge. Auf ihr wuchsen mehr als 130 Schlackenkegel. Der Ausbruch förderte fast 15 Kubikkilometer Lava und 0,6 Kubikkilometer Tephra. Die Stärke des explosiven Anteils der Eruption war unglaublich. In Bezug auf die geförderte Lavamenge war es die 2. stärkste Eruption auf Island. Nur die Eldgjá pumpte noch  mehr Magma an die Erdoberfläche.

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Neben der schieren Lava-Menge stellten die ausgestossenen Gase ein grosses Problem dar. Sie verursachten in vielen Regionen der nördlichen Halbkugel undurchdringlichen Smog. Schwefeldioxid und das giftige Flour bildeten Gaswolken, die bis nach Schottland und England drifteten. Sie beeinflussten das Klima und vergifteten Weiden und Feldfrüchte. Es kam zu Missernten. Unzählige Tiere verendeten. Auf Island verhungerten mehr als 10.000 Menschen. Auf den Britischen Inseln waren es sogar 25.000 die den Tod fanden. Der Winter 1783 – 1784 war in ganz Mitteleuropa einer der Härtesten und äusserst schneereich. Ende Februar führten viele Flüsse in Deutschland extremes Hochwasser. Besonders betroffen war Köln. 65 Menschen starben in den Fluten, zahlreiche Brücken und Gebäude entlang der Flüsse wurden zerstört. Darunter war auch die Holzbrücke in Heidelberg  Ein Problem waren Eismassen, die sich an vielen Stellen stauten und meterhoch auftürmten. Extremes Tauwetter liess die zugefrorenen Flüsse in unglaubliche zerstörerische Fluten verwandeln.

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Die Laki-Erhebungen im Süden Islands haben somit auch historische Bedeutung. Nicht nur in vulkanologischer Hinsicht. Die Folgen dieser massiven Vulkanausbrüche zwischen 1783 und 1785 haben möglicherweise, so vermuten Umwelthistoriker, 1789 in Frankreich die Revolution ausgelöst. So kam Napoleon Bonaparte an die Macht, der Ursprung seiner Herrschaft liegt somit vermutlich im unglaublichen Ausbruch der Laki Spalte begründet. Kalte Sommer nach den Eruptionen brachten Missernten und Hungersnöte. Die dramatischen Folgen waren selbst in Nordamerika zu spüren. Benjamin Franklin schrieb 1783 von einem «trockenen Nebel» und machte die dadurch verminderte Sonneneinstrahlung für die ungewöhnliche Kälte im Folgejahr verantwortlich.

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Eine wichtige Erfindungen dieser Zeit war das Lokomobil: eine mobile Dampfmaschine, die überwiegend in der Landwirtschaft eingesetzt wurde. Durch das Sterben vieler Nutztiere in Schottland als Auswirkungen der Gase aus den Laki-Vulkanen wurde der Erfinder, der Schotte William Murdoch vermutlich zu dieser Erfindung motiviert.

Laki Gigar Iceland Jeep
Wer heute den Schauplatz eine der folgenschwersten Eruptionen der letzten 2000 Jahre besichtigen möchte, erreicht die Laki-Spalten über die Piste F206. Diese ist keine der leichtesten Strecken und sollte nur mit einem Jeep bewältigt werden. Von der Ringstrasse aus, erreicht man den Laki-Krater in etwa 3 Stunden, Parkplatz mit Infotafel. Von dort kann man mit dem Jeep der Strasse weiter folgen – die Piste ist ein Rundweg und führt so wieder zurück.

Laki Gigar Iceland Hiking

BESTEIGUNG LAKI-KRATER

Der Parkplatz ist unmittelbar vor dem Berg Laki, der diesem Gebiet den Namen gab. Auf dem Gipfel hat man eine tolle Aussicht auf die Kraterreihe nach Osten und Westen.
Dauer: ca. 1 h (h)

WEITERE WANDERUNGEN

Route 2: Wanderung zum Krater
Dauer: ca. 20 min
Route 3: Wanderung um den Laki
Dauer: ca. 2-3  h
Route 4: Zum Krater und zur Höhle
Dauer: ca. 20 min

KRATERRUNDWEG

Direkt vom Parkplatz aus beginnt der Rundwanderweg. Nach 300 m erreicht man einen Holzsteg, der als Aussichtspunkt für den Kratersee gedacht ist. In unmittelbarer Umgebung sieht man weitere farbenprächtige Vulkanschlote und Lavaskulpturen. Lohnenswerter Weg!
Dauer: ca. 1,5 h

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Quellen:

Homepage Vatnajökull National Park 
Tages Anzeiger: Auf die Eruption in Island folgte die Revolution in Frankreich
Bilder Laki Gebiet Island by michael’s beers & beans
Erinnerungstafel (Hochwassermarkierung) in der Altstadt Heidelberg

Das Hochland in Island – Weit weg von Allem

Iceland
Blick über den Sandur zum Kerlingarfjöll

Blick über den Sandur zum Kerlingarfjöll

Mit dem Jeep durch den Sprengisandur – durch die Wüsten und Weiten des Hochlandes! Der Sprengisandur ist die grösste Wüste Europas.

Die mysteriöse Route durch die schwarze Wüste Sprengisandur wird von den Isländern seit jeher gefürchtet. Die Isländer erzählen heute noch gerne Geschichten, von verschwunden Reisenden, welche die Wüste durchqueren wollten und nie am anderen Ende angekommen sind. Denn irgendwo da draussen ist immer noch die unheimliche Bergkönigin. Jeder in Island kennt das Lied „À Sprengisandi“, welches die Geschichte eines einsamen Reiters erzählt, der nordwärts durch die Sprengisandur-Wüste reitet und dem die Bergkönigin auf den Fersen ist. Davon mehr am Schluss dieses Posts. Die Route verbindet im Sommer den Norden mit dem Süden Islands. Die Bergstrasse (nur 4×4) führt zwischen den beiden mächtigen Gletschern Vatnajökull und Langjökull hindurch. 

Die Kontraste in der Landschaft sind beeindruckend auf dieser Tour. Wir fahren durch grüne, fruchtbare Täler und durch die steinige Wüste mit einem beeindruckenden Blick auf die von den beiden Gletscher geformte Bergwelt. Dabei kann man mit dem einsamen Reiter aus dem Lied durchaus mitfühlen. Auch heute noch ist es für Geländewagen-Fahrer ein langer Ritt.

Wir machen diese Route am liebsten von Süden nach Norden, weil diese so im Laufe der Tour immer spannender und landschaftlich schöner wird. Durch den Sprengisandur verläuft heute ein ausgebauter Jeep-Track, der mit einem richtigen Geländewagen und bei schönem Wetter gut zu bewältigen ist. Trotzdem sollte man die lange Distanz berücksichtigen, man sitzt einige Stunden hinter dem Steuer. Dazu kommen einige Stellen sowie Furten, bei denen man seinen Geländewagen beherrschen sollte. Bei schlechtem Wetter kann dieser Trip endlos werden. Vorsicht auch vor starken Stürmen, die sich zu unangenehmen Sandstürmen entwickeln können.

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In früheren Zeiten war diese Route die einzige Möglichkeit, um von Norden den Versammlungsort Pingvellir im Süden zu erreichen. Aufgrund der rauen Wetterverhältnisse sowie mangels Futter und Wasser für die Pferde, ritten (sprengten) die Menschen möglichst an einem Tag durch diese Hochlandwüste, daher auch der Name Sprengisandur. Nicht zuletzt hatte man auch Angst vor Trollen und Elfen, die die Gegend unsicher machten. Für viele Jahre geriet der „gefährliche“ Sprengisandur in Vergessenheit. Anfang des 20. Jahrhunderts hat man die Route mit Steinmarkierungen versehen und 1933 passierte das erste Auto diese einsame Hochlandroute.

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Hrauneyjar – die letzte Tankstelle im Süden. Dann geht es ins Hochland. Hier tankt auch schon mal ein Flugzeug.

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Endlose Weiten …

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Stundenlang unterwegs – ohne dass uns irgend ein anderes Fahrzeug entgegenkommen wäre!

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Westlich des Tungnafellsjökull befindet sich das Tal Nýidalur. Es wird auch Jökuldalur genannt. Seine höchstgelegenen Teile, welche am meisten bewachsen sind, deuten nach Norden. Die durchschnittliche Höhe ü.M. beträgt 800 m. Hier oben zu übernachten bedeutet auch im Sommer, dass es ganz schön frisch wird.

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Ein grosser und „richtiger“ Geländewagen ist auf dieser Route sehr empfehlenswert. Furten und einige Steigungen sind zu bewältigen.

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Und immer wieder faszinieren die Gletscher am Horizont …

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Das Hochland – Weit weg von Allem

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Unsere Route führte uns über den Skagafjarðarleið (F752) nach Laufafjell heraus aus dem Sprengisandur und dann weiter die Bergstrasse F821 (mittelmässiger Zustand) nach Akureyri.

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Isländische Bergstrassen bleiben eine Herausforderung – vorallem wenn man schon stundenlang durch eine Wüste gefahren ist.

Bilder/Reise 2012 (letzter Besuch 2015, Refresh 2016)

Aus der Zeit als die Isländer den Sprengisandur noch mit Pferden durch diese Wüste ritten, entstand das eindrückliche Volkslied „In der Sprengisandwüste (Ljóðmæli)“  Eine schöne, sehr moderne Version davon gibt es von der Musikerin Isgaard im Album WOODEN HOUSES , die auch den Text etwas abgeändert hat:

The Queen (Die Bergkönigin)

Geschwind, reit` geschwind
Über den Sand jage hin
Schon senkt sich die Dämmerung
Über die Berge herab
Dann sattelt ihr Ross die Bergkönigin
Und Gnade dem, der ihr kommt in den Weg
Gott schütze all den Anhang mein
Gar lang wird die letzte Strecke sein
Geschwind, reit` geschwind
Über den Sand jage hin
Schon schwindet die Sonne hinterm Berg
Viele böse Geister von den Gletschern dann zieh`n
Die sich im Dunkeln verbergen
Das beste Pferd gern gäb` ich es fort
Wenn ich nur erst wäre an sicherem Ort

(Music: Jens Lück, Lyrics: Traditional)

MEHR BILDER, BERICHTE UND TIPPS VON MEINEN REISEn NACH ISLAND GIBT ES HIER: „ISLAND – „WEIT WEG VON ALLEM“

 

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Man sollte die Gefahren dieser Route wirklich ernst nehmen, auch wenn diese Bergstrasse in den letzten Jahren „ausgebaut“ wurde. Die Furten können immer noch „tricky“ sein. Mietwagen, die in einer Furt stecken bleiben und dadurch Schaden erleiden, sind nicht versichert. Ein im Gletscherfluss „abgesoffner“ Jeep der hier draussen in der Wildnis geborgen, zurück in eine Werkstatt gebracht werden und dann repariert (Motorschaden) werden muss, kann die Urlaubskasse sehr stark belasten. Regen und Gletscherschmelze unbedingt ernst nehmen. Auch Sandstürme sind nicht wirklich lustig. Daher die Tour nur bei gutem Wetter machen oder sonst nur mit einem richtigen, robusten Jeep, wie Toyota Landcruiser, Nissan Pajero, dem alten gute Landy (Defender), Jeep Wrangler oder einem Dodge Ram. Auch ein Lada Niva überlebt noch eine Tauchfahrt resp. man kriegt diesen vor Ort wieder flott. Die heutigen permanenten Allrad-Antriebe, welche wir in den SUV’s kennen, sind zwar gut auf der Strasse, aber vielen Herausforderungen im Gelände nicht gewachsen. Falsch eingesetzt können Assistenz-Systeme versagen und das Fahrzeug lässt sich am Steilhang oder mitten in der Furt nicht mehr bewegen. Daher sollte man mit einem SUV wie KIA Sorento, VW Tiguan, Suzuki Vitara new, u.a. eine solche Tour sehr sorgfältig planen. Ich empfehle auf jedenfall, dass man weiss, was für ein Antriebssystem, welchen Böschungswinkel, Bodenfreiheit sowie Watttiefe das verwendete Fahrzeug hat. Technisch sollte man verstehen, warum ein Landrover Defender einem VW Tiguan im harten Gelände weit überlegen ist. Stelle Dir einfach die Frage, wo z.B. die Höhe der Luftansaugung des Motors, die Höhe der Lichtmaschine und der Zündung am Motor ist, wie Wasserbeständigkeit ist die Elektrik/Elektronik. Dann wirst Du schnell verstehen, mit welchem Geländewagen Du Dich in die Flüsse von Island wagen solltest. (Bild youtube)

 

Jeeptour zum Mt. Mælifell , Iceland

Iceland
Mt. Mælifell Sandur Iceland

Ziel der Jeep-Tour war der Mt. Mælifell , ein grüner Berg inmitten eines Sandurs.

Da standen wir mit unseren Geländewagen im strömenden Regen am Ufer eines unüberwindbaren Flusses. Damit wir unsere Route zum Mt. Mælifell fortsetzen können, sollten wir hier durch den Fluss Holmsá furten! Ein kurzer Versuch da reinzufahren hatte sofort gezeigt – viel zu tief! Wir mussten umkehren ….

Refresh 8.6.2016

Askja Iceland

Auf unserer Reise im Jahr 2005 hatten wir wenig Wetter-Glück. Bereits auf der Tour zur Askja ging wegen des „Sommer-Schnees“ nichts mehr und wir mussten abbrechen. Auch die erste grosse Furt durch den Fluss Holmsá auf der Route zum Mt. Mælifell war wegen den starken Regenfällen unüberwindbar.

In Island gab es für mich immer wieder Situationen im Hochland, dass wir eine Jeep-Tour abbrechen musste. So auch diese zum Tour zum Mt. Mælifell. Einige Jahre später starteten wir erneut zu dieser Tour. Diesmal war es August und wir hatten schönstes Wetter. Zudem hatte es einige Tage nicht mehr geregnet.

Diesmal gelang es! Die Tour war auch bei diesen Konditionen für „Mensch und Maschine“ hart und sehr anspruchsvoll. Aber alle Flüsse hatten wenig Wasser, so dass wir überall problemlos durchkamen. Auch die berüchtigte Furt durch den Fluss Holmsá.

Mt. Mælifell Iceland

An dieser Furt mussten wir vor 7 Jahren kapitulieren – kein Durchkommen. Dort wo wir heute stehen, war damals ein reissender, breiter Fluss. Diese Furt durch die Holmsá ist berüchtigt – hier haben schon einige ihre Fahrzeuge versenkt.

Das Ziel und das Highlight der Tour war der Mt. Mælifell sowie der Mælifellsandur – eine grosse Sand-Ebene nördlich des Mýrdalsjökull-Gletschers. Diese Ebene liegt etwas 600 müM, ist flach und öde. Im Frühsommer – während der Schneeschmelze – sind grosse Teile dieser Ebene unter Wasser. Dann ist hier für die Geländewagen-Fahrer eine ganz schwierige Situation und höchste Konzentration gefordert. Die Route führt dann über Quicksand –  ein gefährliches Sand-Wasser-Gemisch. Man muss dann mit Schwung darüber und darf an diesen Stellen nicht stehen bleiben, da sonst der Wagen einsinkt. Daran denken – Hilfe ist weit weg!

Expeditionen, welche im Winter früher hierherführten standen übrigens nicht immer unter einem guten Stern – so starben im Jahr 1868 bei einer Expedition vier Männer.

Maelifellsandur Iceland

Fast ausgetrocknet, wenig Wind! Ideale Bedingungen für die Durchquerung des Mælifellsandur. Eigentlich fährt man auf dem ausgetrockneten Grund eines Sees.

Unsere Route führte uns von Kirkjubæjarklaustur über verschiedene Bergstrassen (F232, F210, F26, F249) zum  Mælifell–Sandur, dann in Richtung Ejafjalljökull und so schlussendlich durch das Markarfljót-Tal zurück auf die Ringstrasse. Diese Route ist eine sehr lange und anstrengende Tour! Fahrerwechsel empfohlen.

Auf der ganzen Tour begegneten wir zudem gerade nur einem anderen Geländewagen.

Es war einer der schönsten und spannendsten Hochlandtouren – viele Worte braucht es hier nicht mehr, die nachfolgenden Bilder sprechen für sich.

Kirkjubæjarklaustur

Start der Tour war Kirkjubæjarklaustur – dann lag zuerst einmal eine lange und ruppige Bergstrasse vor uns.

Axlarfoss Iceland

Auf der Bergstrasse F 210 ca. bei Kilometer 23 kommt ein Abzweig zum Axlarfoss. Ein kurzer Abstecher – der unseren Geländewagen schon wieder fordert. Aber es hat sich gelohnt. Ein schöner Wasserfall mit Basaltformationen. Und im Hintergrund sehen wir zum ersten Mal unser Ziel – die Spitze vom Mælifell.

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Die Holmsá führte wenig Wasser – aber unser Geländewagen verlor kurz den Bodenkontakt . Zudem war der Untergrund ganz schön „weich“. Auf jedenfall volle Konzentration beim Fahrer und Stille bei den Mitfahrern.

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Auf dem Sandur

Mælifellsandur Iceland

Unser Ziel – der Mt. Mælifell kommt immer Näher.

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Ziel erreicht – leider hatten wir die Tour zeitlich falsch eingeschätzt, daher entschieden wir auf den Aufstieg zu verzichten.

Mælifell Iceland

Der Mt. Mælifell!

Mælifell Iceland

Kurz nach dem Mt. Mælifell kommt eine Furt – wenig Wasser, etwas „holprig“.

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Weiter über den Sandur – mit Blick auf die Rigolithberge.

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On Track …

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Pause vor dem Mýrdals-Gletscher

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Ein etwas seltsamer Weg – glatte Platten, fast wie auf einer normalen Strasse.

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Keine künstliche Strasse – Natur pur für den Geländewagen!

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Ein Wegweiser – Juhuii wir sind richtig unterwegs. (Brücke im Hintergrund ist für Wanderer)

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Davon blieben wir verschont …

Jeep Iceland

Auch Spezialreifen können den Geist aufgeben.

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Die Spannung steigt wieder an – der Eyjafjallajökull, auf deutsch Eyjafjöll-Gletscher, liegt vor uns. Der Krater des Vulkanes sieht man hier gut (hinter dem kleinen, grünen Vulkan) – die Explosion hat die ganze „Bergkappe“ weggesprengt.

Ejafjalljökull Iceland

Der Eyjafjallajökull vor uns …

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Der Weg bleibt ruppig – slow going!

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Herausforderung am Schluss im Gebiet des Markarfljöt – die Strasse ist weggebrochen, gesperrt. Das kleine Umleitungsschild zeigt einfach auf den Flusslauf – bitte da lang. Wir müssen uns den Weg durch das Flussbett selber suchen – irgendwie kreuz und quer. Nochmals volle Konzentration – auch wenn wir schon Stunden hinter dem Steuer gesessen sind. Irgendwann finden wir auch die Strasse wieder. Off Road ist in Island verboten, also hier waren wir quasi mit amtlicher Genehmigung im Flussbett unterwegs. Und unseren Spuren werden hier – im Gegensatz zum empfindlichen Hochland – beim nächsten Regen durch den Fluss wieder weggespült.

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Wo ist wohl der Rest des Wagens geblieben …

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Den Luxus gönnen wir uns – Hotpot und ein Bier! Eine unglaubliche Tour geht für uns so zu Ende!

Bemerkung:

Für alle meine Touren in Island gilt der absolute Grundsatz die Strassen und vorgegebenen Routen nicht zu verlassen. Wirklich Off Road kommt für mich nicht in Frage – bei mir heisst es On Track!

Eine ganz grosse Bitte an alle 4×4, Jeep, Landi,  Geländewagen und Unimog-Fahrer – bleibt auf den Strassen und Tracks – querfeldein off road durch die Gegend zu brausen, zerstört die Natur! Und ist in Island strengstens verboten. Die Natur ist sehr empfindlich – im Sprengisandur findet man Spuren von Fahrzeugen, die über 40 Jahre alt sind. Da sollten wir zeigen, dass wir heute anders mit der Natur umgehen – es ist schon ein Privileg in diese Wildnis hereinfahren zu dürfen.

Askja – Reise auf ein Pulverfass

Iceland, Vulkan
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Im HIntergrund die Caldera der Askja

Heute mag es lächerlich erscheinen, aber ich habe über die Jahre mehrere Versuche gebraucht um zur Askja zu kommen. In den 1980er Jahre war das Wetter so schlecht, dass wir einfach zu viel Respekt hatten noch zur Askja  zu fahren. Beim zweiten Versuch viele Jahre später zwang uns ein gerissener Keilriemen zur Umkehr. Und wieder ein paar Jahre später war es dann eine defekte Wasserpumpe – langsam hatte ich schon das Gefühl hier hätte es Kräfte, die irgendwie nicht auf unserer Seite waren.

Nun, in der Zwischenzeit habe ich es doch schon öfters geschafft. Die Route ist im Gegensatz zu früher allerdings auch besser zu befahren. Auf der Route F88 hat es heute eigentlich nur zwei Furten, die etwas schwierig sein können. Hier sollte man allerdings wirklich aufpassen, je nach Witterung kann eine Furt sehr tief sein.  Fakt ist nämlich, dass der Garagist „Karl“  (Auto and Tire Repair) aus Reykjahlíð  in der Hochsaison hier jede Woche 4 – 5 x im Durchschnitt irgendwelche SUV’s aus dem Wasser zieht und auf seinem Tieflader zurück nach Myvatn bringt. Die Überraschung kommt dann für diese SUV-Fahrer meistens am Flughafen bei der Rückgabe des (Ersatz-) Fahrzeuges, wenn diese realisieren, dass sie für den gesamten Schaden aufkommen müssen. Schäden die bei der Durchquerungen von Wasserläufen und Flüssen entstehen sind nicht versichert!

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Die Furten auf dem Weg zur Askja sind nicht zu unterschätzen … relativ tiefe Furten gibt es an der Grafarlandaa sowie Lindaá, diese Stellen können bei Hochwasser auch schon mal unpassierbar sein.

Etwas entspannter, allerdings muss man viel mehr Zeit einrechnen, ist wenn man über Möðrudalur  auf der Route F905 / Route F910 zur Askja fährt. Hier hat es eine Brücke und der Rest ist ein schöner Jeep-Track durch eine unglaubliche faszinierende Landschaft. Ich fahre diese Route lieber, auch habe ich das Gefühl diese ist weniger befahren.

Vielleicht hat es diese „Story’s“ gebraucht, die ich rund um den Askja erlebt habe. Heute noch nähere ich mich diesem Vulkan mit viel Respekt. Und sind wir ehrlich, die Askja ist nicht ohne, eigentlich bewegt man sich hier auf einer gigantischen Zeitbombe.

Zuerst sind da einmal diese unglaubliche Dimensionen. Vom Zentralkrater Askja dehnt sich ein 200km langes Spaltensystem aus. Das Vulkansystem selber erstreckt sich über 40 km Entfernung südwestlich bis zum vom Tafelvulkan Herðubreið und der Oase Herðubreiðarlindir, über 150 km nach Norden bis zur Halbinsel Melrakkaslétta. Gleichzeitig reicht es noch ca. 30 km nach Süden.

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Öskjuvatn, mit 220 m einer der tiefsten Seen Islands. Auch der kleinere, ebenfalls von einem See ausgefüllte Víti-Krater befindet sich in der Caldera.

Der Zentralvulkan der Askja sind drei ineinander verschachtelte Calderen (ca. 45 km2), welche zusammen das Dyngjufjöll-Bergmassiv (z.T. über 1500müM hoch) bilden. In der Mitte der jüngsten, in der vulkanotektonischen Episode von 1875 entstandenen Caldera, befindet sich der See Öskjuvatn, mit 220 m einer der tiefsten Seen Islands. Auch der kleinere, ebenfalls von einem See ausgefüllte Víti-Krater befindet sich in der Caldera.

Natürlich ist auch die Historie von Ausbrüchen beeindruckend und geht in der Zeit weit zurück. In der neueren Zeit, als im März 1875 „brannten“ z.B.  die Askja-Feuer – ein Ausbruch der Ostisland mit Asche bedeckte. Im Sommer entdeckte ein dänscher Geologe, dass die Magmakammer, die sich entleert hatte, zusammengestürzt war – tiefster Punkt 238m unterhalb des Bodens. Es hatte sich also eine neue, „kleine“ Caldera gebildet.

In der Folge sollte sich herausstellen, dass es sich bei den Askja-Feuer um den zweit- oder drittstärksten explosiven Vulkanausbruch seit dem Beginn der Besiedelung in Island handelte (nach Hekla 1104 und Öræfajökull 1368).

Auch der Viti – in dem heute gerne gebadet wird – bildete sich in dieser Zeit.

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Ein Bad im „Vulkan“ – das Wasser im kleinen See des Krater Viti ist 20 °C bis 24 °C warm.

Im Oktober 1961 bauten sich neue Krater auf und schufen das Lavafeld Vikrahraun. Immerhin ging hier eine Lavafontäne bis zu 500 m hoch.

Seit dieser Zeit blieb es hier ruhig(er).

Am 24. Juli 2014 ereignete sich ein Erdrutsch, bei dem sich ein ca. 1 km breites Stück der Kraterwand löste und in den See Öskjuvatn glitt. Dabei kam es bis zu 50m hohen Tsunamis, welche sogar den benachtbarten Krater Viti erreichten.

Wenn man das alles im Kopf hat, wenn man sich hier aufhält, kann einem auch etwas mulmig werden. Aber das Gebiet ist unglaublich faszinierend und in diesem Post gar nicht zu beschreiben.

Daher lasse ich jetzt hier lieber einige Bilder sprechen, welche ich in 2013 aufgenommen habe. Wieder begleiteten mich starke Schneefälle, im Wechsel mit Sonnenschein verzauberte es die Landschaft auf eine spezielle Art.

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Four wheel drive only …

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Ein bisschen Action für die Kamera …

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Die Caldera der Askja kommt endlich in Sicht …

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typischer Gegenverkehr

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Ziel erreicht – die Dreki Hütten. Von hier geht es dann noch ein ganz schönes Stück weiter bis zum Parkplatz an der Askja.

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Eingang in die Drachenschlucht (Drekagil) – hier führt eine Wanderung ca. 30 min zu einem Wasserfall

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Blick von der Dreki-Hütte – hier beginnt die berühmte „Killer-Road“ in Richtung Sprengisandur

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Parkplatz Askja – ab hier geht es zu Fuss (ca. 1h) zum Krater-See der Askja

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Wanderer am Rande des Viti

Die Eisberge im Jökulsárlón

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Island hat eine beeindruckende, riesige Gletscherwelt. Unweigerlich treffen sich diese Gletscher mit dem Meer, was zu faszinierenden Naturschauplätzen führt. An einigen der zahlreichen Gletscherzungen des Vatnajökull sammelt sich das Schmelzwasser in Seen, welche Eisabbrüche aufnimmt und als Eisberge hinaus ins Meer befördern.

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Einer der schönsten Gletscherseen ist der Jökulsárlón. Seine Grösse, die vielzahl an blauen, weissen und schwarzen Eisbergen (gekalbte Eisbrocken) sowie die Verbindung zum offenen Meer macht diesen so besonders.

Der Jökulsárlón liegt direkt an der Ringstrasse am Fusse des Ausläufers Breiðamerkurjökull zwischen Skaftafell und Höfn.

Ich habe diese Gletscherlagune immer wieder auf meinen Reisen in Island besucht. Es ist selbst für mich augenscheinlich, dass sich der See rapide vergrössert hat. Heute ist der See ca. 5 Kilometer breit und hat eine Tiefe von 248 Metern.

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Spannend sind die Eisberge – diese ragen bis zu 15 Metern über Wasser. Das sind gewaltige Eismassen, wenn man bedenkt, dass die „Spitze des Eisberges“ ca. 1/8 des Volumens ausmacht. Dieses Eis ist über 1000 Jahre alt und verbleibt ca. 4 Jahre im See. Dann hat der Eisberg soviel an Grösse abgenommen, dass dieser mit der Strömung ins offene Meer getrieben wird.

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Dort trifft er auf die heftige See und wird buchstäblich in Eisstücke zermalmt und durch die Gezeiten an den schwarzen Basalt- und Lavastrand gespült. Früher wurde dies von den Besuchern übersehen, aber auch heute noch kann man dieses Schauspiel fast alleine geniessen. Das strahlende Blau des Eises im Kontrast zum schwarzen Strand ergeben eine skurrile Kulisse. Am Strand entlanglaufen und über die unzähligen, verschiedenen Eisskulpturen, welche die Natur erschaffen hat,  staunen.

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Diese einmalige Naturkulisse wurde oft als Drehort für Film- und Werbeaufnahmen verwendet. Die bekanntesten Filme, die den Jökulsárlón als Kulisse enthalten sind: „James Bond – Stirb an einem anderen Tag“, „James Bond – Im Angesicht des Todes“, „Tomb Raider“ und „Batman Begins“. Wer den Jökulsárlón kennt, wird diesen auch oft in Auto-Werbespots wiederfinden, wie z.B. für  Toyota oder BMW.

Für Besucher besteht die Möglichkeit, den See aus einer Fahrt mit Amphibienfahrzeugen  zu betrachten. Ich empfehle hier mitzufahren, auch wenn man vielleicht etwas warten muss. Man kann „Tickets“ im kleinen Café  lösen und erhält dann eine Abfahrtszeit. Die Wartezeit verkürzt man mit einer kleinen Wanderung an der Lagune entlang. Oder mit Fotografieren – es gibt genug Motive. Die Fahrt geht mit ursprünglich vom amerikanischen Militär stammenden, älteren Amphibienfahrzeuge auf den See hinaus. Die Tour zwischen den Eisbergen hindurch ist atemberaubend. Ein Meeresbiologe erklärt vieles über die Gletscher, den Abbrüchen und den Eisbergen. Oder hast Du gewusst, dass ein Eiswürfel aus dem Gletscher geschlagen 50zigmal länger im Whiskey-Glas schmilzt als einer aus dem Tiefkühlfach.

Wer den See möglichst für sich alleine geniessen will, sollte wie fast überall in Island früh morgens oder spät abends dort sein.

Impressionen

Die Eisberge

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Die Bootsfahrt

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Am Strand der sterbenden Eisberge

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Weitere Bericht aus Island findest Du hier: Iceland