Nord-Amerika-Feeling in Arosa

Arosa, Schweiz

Es verwundert nicht, dass gerade im grössten „Kanton der Welt“ ein Stück Nord-Amerika zu finden ist. Heute nehme ich Euch mit auf eine leichte Wanderung oder Spaziergang welche einem gefühlsmässig auf einen anderen Kontinent führt. Die Berge, der lichte Wald und der reissende Fluss erinnert in der Isla (Welschtobel, Arosa) immer etwas auch an die White Mountains im Herzen von New Hampshire. Nord-Amerika Berg-Feeling in Arosa!

Der Rundweg ist im Prinzip der „Naturkundliche Wanderweg Isla“ (ausgeschildert) – diesem einfach folgen. Wir starten in der ARA (Kläranlage) und folgen dem Weg über die kleine Hängebrücke, welche die Plessur überspannt. Die Locals nennen diese Brücke die Golden Gate Bridge von Arosa – ist also so das Gate in das „nordamerikanische“ Arosa!

Der gute Weg führt uns durch einen wunderschönen, lichten Wald – über uns thront das mächtige Schiesshorn. Nach ca. 20 min können wir noch einen lohnenden Abstecher zum unteren Fall der Alteiner Wasserfälle machen. (ca. 10 min hin und zurück, gut ausgeschildert)

Lässig ist die Tour in Verbindung mit einem ausgedehnten Picknick vor allem für Familien mit Kindern, faszinierend ist der Fluss, spannend der Wasserfall und es hat einige richtig schöne Grillplätze mit viel „Auslauf“. Im lichten Wald hat es viele Pfade, für abenteuerliche Entdeckungstouren.

Der Weg führt über eine Holzbrücke wieder zurück auf der anderen Seite der Plessur, wo wir nach ca. 20 min wieder zurück bei der ARA sind.

ÖV
Ab Chur mit der RhB nach Arosa, vom Bahnhof geht es zu Fuss runter in die Isla (Wanderwegweiser folgen). Zur Isla hinunter ca. 40min einrechnen, von der Isla rauf nach Arosa ca. 1 h – oder über die „alte Poststrasse“ (Wanderweg) nach Litzirüti hinunter (ca. 1h) und von dort mit der RhB zurück nach Chur.

Auto
Von Chur die 365 Kurven nach Arosa, am Dorfeingang dem Schild Isla folgen, Gratisparkplätze direkt an der ARA (Kläranlage).

Tipp

Tolle Picknickplätze mit Feuerstellen entweder auf einer Alpwiese oder direkt am Wasser (keine direkte Einkehrmöglichkeit). Mit Kindern viel Zeit einrechnen. Unbedingt Abstecher zum unteren Alteiner Wasserfall einplanen.

Tipp für Fotografen:
Ende Juni / Anfangs Juli blüht in der Isla der Gelbe Frauenschuh. Es ist eine der prächtigsten wildwachsenden Orchideenarten Europas.

Dieser Beitrag ist zu erst auf Pro Life Family erschienen: Isla – ein bisschen Nord-Amerika-Feeling in Arosa

BergLiebe: Urdensee (Arosa)

Arosa, Top

Letzte Woche ist die Ausgabe „Sommer 2020“ der beliebten Zeitschrift „BergLiebe“ erschienen. Ein Bild, welches ich vom zauberhaften Urdensee geschossen habe, hat den Weg in diese Ausgabe gefunden!

Über die Anfrage der Bildredaktion von LandLiebe, ob sie dieses Bild über den Urdensee (Arosa) für ihre Ausgabe „BergLiebe“ zum Thema „sagenhafte Berge“ verwenden dürfen, habe ich mich gefreut. Und noch schöner ist, dass dieses Bild jetzt erschienen ist und hoffentlich viele Leser dieses beliebten Magazins erfreut.

Bild Michael Schneider / Text Redaktion „BergLiebe“

Die „LandLiebe“ ist ein aufwendiges und sehr schön gemachtes Magazin. Es vermittelt die Schweiz so wie sie ist – authentisch und bodenständig. Dabei wird von aussergewöhnlichen Menschen und faszinierenden Naturschauspielen erzählt – einfach schöne Geschichten vom Land, seinen Bergen und seinen Menschen, Rezepte aus der Landfrauenküche, wertvolle Gartentipps und innovative Strickideen.

Weitere Informationen findest Du unter https://www.landliebe.ch/

Das Bild vom kleinen Bergsee habe ich auf einer Wanderung an einem frühen Sommermorgen geschossen. Dabei hatte ich mich erinnert, dass dieser See etwas geheimnisvolles hat. So scheint die Untiefe im westlichen Teil des Sees sehr tief zu gehen, diese wurde aber noch nie ausgemessen. Und dann war da noch eine Sage von einem geizigen Senn und einer roten Kuh. Von dieser Sage habe ich später in einem Post zusammen mit den Bildern dieses zauberhaften Sees erzählt. Du findest diesen Post hier: Die Sage vom Urdensee.

Letzte Woche ist die Ausgabe „Sommer 2020“ der beliebten Zeitschrift „BergLiebe“ erschienen. Dieses Bild, welches ich vom zauberhaften Urdensee geschossen habe, hat den Weg in diese Ausgabe gefunden!
LandLiebe ist auch Bergliebe: Hier wird durchs Land gewandert, Gipfel erklommen und die ursprünglichen und überraschenden Seiten der Schweiz gezeigt.

20 Minuten: Schweizer Halo-Foto geht um die Welt

Arosa

Überraschend, aber auch sehr lässig fand ich die Anfrage für die Publikation des Bildes „Halo von Arosa“ der Tageszeitung „20 Minuten“. Und es war die erste Anfrage aus der Schweiz. Allerdings hatte ich überhaupt nicht damit gerechnet, dass es dieses Bild mit der zugehörigen Story am letzten Montag morgen gleich auf die Titelseite dieser sehr beliebten Schweizer Tageszeitung schaffte!

So bleibt mein Schnappschuss des „Halo von Arosa“ weiterhin für Überraschungen gut. Allerdings hatte es auch eine Kehrseite. Die vielen Anfragen, meistens aus dem englischen Sprachraum, konnte ich aus zeitlichen Gründen nicht bearbeiten. So nahm ich das Angebot einer englischen Bildagentur dankend an. Diese haben inzwischen die Vermarktung von Bild und Story für mich übernommen. Sehr aktiv, so wurde das Bild während der letzten Zeit in verschiedenen bekannten britischen und amerikanischen Online-Magazinen publiziert.

Ehrlich gesagt, es ist ein schönes, aber auch seltsames Gefühl wenn ein Bild, dass du selber geschossen hast, in den Headlines von FoxNews und Daily Mail auftaucht!

Und jetzt natürlich die „Top-Story“ auf 20 Minuten, dies ist für mich der krönende Abschluss der Reise dieses Bildes durch Internet und Medien.

Damit schliesse ich jetzt meine Berichte über den „Halo von Arosa“ hier auf meinem Blog ab, man soll ja schliesslich aufhören, wenn es am schönsten ist!

Printausgabe vom 20. Januar 2020

Tages Anzeiger und andere grosse Tageszeitungen veröffentlichten Artikel ebenfalls

Der Bericht in „20 Minuten“ wurden im Laufe des Tages von weiteren bekannten Schweizer Tageszeitungen aus dem Verlagshaus TA Media übernommen:

In der einflussreichen, überregionalen Tageszeitung „Tages Anzeiger“ erschien der Artikel eher etwas dezenter und war ist dort unter Panorama zu finden: Das Foto eines Zürchers geht um die Welt

viele positive Kommentare

Und es sind doch einige Kommentare zusammengekommen. Über diese Kommentare habe ich mich sehr gefreut, denn die Leserinnen und Leser haben im Bild das gesehen, was es war: ein kurzer Moment, in dem sich ein Naturphänomen wunderschön gezeigt hat. Klar waren auch „Kritiker“ dabei, dies ging von „ob ich jetzt vor einem Sessellift oder Skilift gewartet habe“ bis hin „das ganze sei auf eine schlechte oder verschmutzte Linse zurückzuführen“. Aber viele der „KommentatorInnen“ haben gerade meine Verteidigung übernommen, sofort darauf geantwortet und alles ins richtige Licht zurückgerückt – dafür auch einfach vielen herzlichen Dank!

Zudem haben mich auch sehr viele tolle Kommentare aus meinem direkten Umfeld sowie aber auch aus der „Community“ erreicht und dies sind halt immer die wertvollsten!

Nachfolgend der ganze Bericht von „20 Minuten“ (Link: Aufnahme von Hobby-Blogger geht um die Welt)

Aufnahme von Hobby-Blogger geht um die Welt

(Auszug erfolgt mit freundlicher Genehmigung von „20 Minuten“)

Als Michael Schneider kürzlich in Arosa GR beim Skilift auf seinen Freund wartete, entschloss er sich spontan, ein paar Bilder zu schiessen. Das Ergebnis ging um die Welt.

Der Zürcher Hobby-Blogger Michael Schneider postet immer wieder beeindruckende Bilder von den verschiedensten Ecken Europas. Ausgerechnet eine Aufnahme aus den Bergen in Arosa GR verschafft ihm nun weltweite Bekanntheit. Darauf sieht man mehrere Halos, die sich um die über dem Bergpanorama liegende Sonne schwingen. Halos sind Lichteffekte, die dadurch entstehen, dass Licht an Eiskristallen reflektiert und gebrochen wird. Das Naturspektakel ereignete sich Ende November 2019.

«Ich habe zwar schon öfter Halos gesehen, aber immer nur vereinzelte Teile. Dass ich sie an diesem Tag in dieser Vollständigkeit festhalten konnte, ist faszinierend», sagt Michael Schneider. Wie es scheint, ist nicht nur er fasziniert, denn als er die Aufnahme am Mittag desselben Tages auf Twitter postete, überrollte ihn eine Welle von Rückmeldungen. Er habe Anfragen in allen möglichen Sprachen erhalten.

Bild durch Zufall entstanden

«Zuerst retweetete Daniel Gerstgrasser von Meteo Schweiz meinen Beitrag», sagt Schneider. Danach ein französisches Observatorium, von wo es in die ganze Welt gelangte. Diverse internationale Medien schrieben über den Zürcher und zeigten sein Bild. Unter anderem war es auch in der britischen «Daily Mail» und der amerikanischen «MetArt» zu sehen. Zudem nahmen einflussreiche Blogger, wie beispielsweise die Amerikanerin Jessica Stewart, das Foto bei sich auf. In wie vielen Zeitungen er genau gelandet ist, weiss Schneider nicht. Das Bild sei aber sicher in Japan, Griechenland, Argentinien, Finnland und den USA gezeigt worden. Mit so einer Reichweite hat der Zürcher nicht gerechnet: «Ich dachte nur: Was ist jetzt los?»

Und all der Rummel um einen Schnappschuss, der eigentlich aus einem riesigen Zufall entstand, wie Schneider sagt. «Ich habe vor dem Skilift auf meinen Freund gewartet und währenddessen mein neues iPhone ausprobiert», erklärt er. Plötzlich habe sich der Nebel verzogen und die Halos seien sichtbar geworden. Im Nachhinein ärgert sich der 55-Jährige etwas über sein Equipment: «Mit einer professionellen Kamera wäre das Bild sicher noch besser geworden.»

Gewinn spenden

Geld habe er mit dem Bild bisher nicht verdient. Da er aber so viele Anfragen dafür bekommen habe, dass er nicht alle beantworten könne, habe er die Aufnahme einer Bilderagentur in England weitergegeben. Diese kümmere sich seit letzter Woche darum. «Dort könnte vielleicht noch etwas Umsatz anfallen», sagt Schneider. Mit dem Geld möchte er eine gemeinnützige Organisation in Arosa GR unterstützen.

Auf seinem Blogg «Michael’s Beer & Beans» finden Sie weitere Details zur Aufnahme sowie die genaue Erklärung, um was für eine Art von Halos es sich handelt.

(viv)

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Wo bleibt der Schnee?

Arosa, Bodensee, Seerhein

Am Bodensee ist – wie auch in anderen Gegenden der Schweiz – noch keine Flocke gefallen. Der laufende Winter hat bereits Halbzeit und nach dem äusserst milden Dezember ist auch der Januar bisher um mehrere Grad zu warm. Diese Wetter-Situation ist – wieder einmal – ungewöhnlich für unsere Region.

Verschneite Ufer am Seerhein werden immer seltener … (Bild 1/2019)

Und wo bleibt er jetzt, der erste Schnee? Es besteht immerhin eine kleine Chance, dass es bald so weit ist: Auf Ende Woche sind Niederschläge angesagt – allerdings bei relativ milden Temperaturen. Ob es hier am See ein bisschen Schnee gibt ist dann doch fraglich, aber vielleicht reicht es für die umliegenden Hügel.

Der grosse Schnee ist bisher auch in den Bergen der Alpennordseite noch ausgeblieben. (Bild Arosa 2017)

Und wie sieht es in den Bündner Bergen aus?

Oben gut, unten noch ok! Wie ein Weihnachtsgeschenk gab es in der Nacht auf den 25. Dezember des letzten Jahres in vielen Regionen Neuschnee. Nötig und hilfreich – denn er rettete die Festtagsbilanz vieler Bündner Wintersportgebiete. Seit dem 27. Dezember gab es jedoch kein Neuschnee mehr. Inzwischen wird für die Wintersportler viel Kunstschnee produziert, allerdings erschweren die milden Temperaturen hier die Arbeit. Skigebiete in Höhen von 1200 bis 1600 Metern über Meer leiden bereits unter dem Schneemangel.

Der Meteorologe Daniel Gestgrasser hat heute morgen ein interessanten Tweet über die Schneehöhen in Arosa gepostet, in dem er diese mit dem Vorjahr vergleicht. Aktuell sind es gerade 48 cm (Vorjahr 205cm)

Ein Blick ins Schanfigg zeigt auch, dass das tiefer gelegene Tschiertschen (1350 müM) bereits zwei Pisten und einen Skilift schliessen musste. Schaut man ganz hoch nach Arosa auf 1800 müM gibt es noch knapp genügend Schnee – Dank grossem Einsatz der “Schneemacher” sind hier alle Pisten top! Allerdings sind die Skigebiete, die genug Schnee haben, oft überfüllt. Blauer Himmel, Sonnenschein, windstill und angenehme Temperaturen locken die Wintersportler zahlreich in die Orte, wo es noch Schnee hat. 

Quellen: Tagespresse, SLF, Meteo Schweiz, Danel Gerstgrasser, eigene „subjektive“ Beobachtungen, (u.a.)

Titelbild: Sonnenschein im Januar / Bodensee / 12.1.20)

Schneeflocken sind die Schmetterlinge des Winters – wo sind diese nur geblieben?

Der Halo von Arosa auf „MyModernMet“

Arosa

Anfangs Dezember hat ich das Glück auf dem Hörnligrat in Arosa einen wunderschönen Halo zu beobachten und diesen mit dem Smartphone zu fotografieren. Dieses Bild ging über die sozialen Medien tatsächlich in die ganze Welt. Von überall her habe ich Anfragen erhalten, das Bild wurde in vielen wissenschaftlichen Blogs abgebildet und kommentiert. Auch viele Wetterkanäle haben das Bild publiziert. Der für mich schönste Artikel kommt allerdings von Jessica Stewart, die für das US Online-Magazin My Modern Met schreibt. Diesen Artikel wurde am 25. Dezember 2019 veröffentlicht, diesen „drucke“ ich gerne hier ebenfalls noch ab:

Alle Posts über meine Begegnung mit diesem Halo in Arosa sowie den Folgen findest Du hier: https://beersandbeans.ch/tag/halo/

Skier Uses Smartphone to Capture Incredible Light Halos in the Swiss Alps

By Jessica Stewart on December 25, 2019

Light Halo Explanation GIF

When amateur blogger Michael Schneider went skiing in the Swiss Alps with friends, he was looking to have a day of fun and adventure. But what he didn’t expect was to take a photograph that would cause a sensation online. As Schneider waited for a friend on the mountain, he took advantage of the moment to test out the camera on his new smartphone. The resulting photographs, which capture striking halos around the sun, went viral after he posted one to Twitter.

What followed were a flurry of explanations about why, and how, these rings appear around the sun. A light halo is an optical phenomenon that occurs when light interacts with ice crystals suspended in the atmosphere. While we often think of a halo as being exclusively circular, they can actually take many different shapes. From arcs to light pillars, some are more common than others.

Luckily for us novices, several specialists set about annotating Schneider’s photograph. Mark McCaughrean, Senior Advisor for Science & Exploration at the European Space Agency, used information gathered from the website Atmospheric Optics to create a wonderful annotation of the different halos visible in Schneider’s photo. Looking at his diagram, it’s incredible to see how many halo examples were captured in one image.

The complete circle formed closest to the sun is what most people simply call a halo; but to be more specific, it’s actually known as a 22° halo. There are also rarer halos in the photo, such as a Supralateral arc toward the top of the image. This faintly colored rainbow arc forms when “rays pass between the side and basal (end) faces of singly oriented hexagonal columns.”

Overall, Schneider’s experience is a great reminder that even if you don’t have professional equipment on hand, it doesn’t mean that you can’t capture a meaningful photograph. Read more about Schneider’s experience on his blog and see more photographs from his time on the mountain below.

While skiing in Switzerland, Michael Schneider captured an incredible photo of light halos on the mountain.

Light Halo by Michael Schneider

This annotation helps explain the different light phenomena seen in the image.

Explanation of How a Light Halo Works

Illustration: Mark McCaughrean

Here are more photos from the mountain, which show how the halos became more apparent over time.

Light Halo by Michael Schneider
Light Halo by Michael Schneider
Light Halo by Michael Schneider
Light Halo by Michael Schneider

Michael Schneider: Website | Twitter

My Modern Met granted permission to feature photos by Michael Schneider.

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Incredible Display of Ice Crystal Halos Around the Sun in the Swiss Alps

Arosa

Der Halo, welchen ich letzte Woche auf dem Hörnli fotografiert habe, zieht weiter weltweit seine Kreise. Inzwischen wurde er von einem berühmten Blogger in New York aufgefangen und in einem eigenen Post kommentiert. Während in Arosa ein Halo etwas alltägliches ist und dort kaum jemand davon Notiz nimmt, finden wie ich viele andere diesen Lichteffekt besonders und aussergewöhlich.

Alle Posts über meine Begegnung mit diesem Halo in Arosa sowie den Folgen findest Du hier: https://beersandbeans.ch/tag/halo/

Es wunderten sich auch einige auf Twitter „Why are all those people not staring at this?!“ Tatsächlich interessierte es nur ganz wenige, was da gerade für ein wunderschönes Lichtphänomen auf dem Hörnligrat oberhalb von Arosa erstrahlte. Ein Vater reagierte kurz, in dem er zu seinen Kindern sagte, „schaut, ein Regenbogen“.

Einerseits denke ich, dass die Wintersportler vielleicht zu sehr mit ihrem schönen Sport beschäftigt sind und viele von der Natur und der wunderschönen Bergwelt von Graubünden gar nicht so viel wahrnehmen. Andererseits kann es auch sein, dass auf dem Hörnli die Halo’s so oft vorkommen, dass es für viele einfach langweilig geworden ist.

Die Hörnlihütte im Skigebiet von Arosa – dies ist ein hervorragender Beobachtungsplatz für Halos, die hier bei geeigneter Wetterlage im Dezember oder Januar oft vorkommen.

Die „Reise“ meines Halos hat inzwischen New York und Pitsburgh erreicht. Dort wurde mein Post von Jason Kottke aufgegriffen, übersetzt und in einem Post kommentiert. Der Blogger Jason Kottke ist insofern sehr interessant, da sein Blog kottke.org 1998 gegründet wurde und einer der ältesten Blogs im Internet ist. „The Guardian“ zählte kottke.org zu den 50 mächtigsten Blogs der Welt, „Time“ hat Jason Kottke zu einem der 25 besten Blogger gekürt.

Wow, und mein Post „Der Halo von Arosa geht um die Welt“ wurde von Jason Kotke aufgenommen und er hat folgenden Post veröffentlicht. Aber auch bei Sculptor Guide hat Managing Director Grace Ebert den Post aufgenommen und zig Webseiten veröffentlicht. Aber zuerst der Bericht von Jason Kotke:

Incredible Display of Ice Crystal Halos Around the Sun in the Swiss Alps

posted by Jason Kottke   Dec 05, 2019

This is a photo of several ice crystal halos around the Sun taken by Michael Schneider in the Swiss Alps with an iPhone 11 Pro. It. Is. Absolutely. Stunning. I can barely write more than a few words here without stealing another peek at it. According to Schneider’s post (translated from German by Google), this display developed gradually as he waited for a friend as some icy fog and/or clouds were dissipating at the top of a Swiss ski resort and he was happy to capture it on his new phone.

Using this site on atmospheric optics, Mark McCaughrean helpfully annotated Schneider’s photo to identify all of the various halos on display:

Displays like this are pretty rare, but Joshua Thomas captured a similar scene in New Mexico a few years ago and Gizmodo’s Mika McKinnon explained what was going on.

Ice halos happen when tiny crystals of ice are suspended in the sky. The crystals can be high up in cirrus clouds, or closer to the ground as diamond dust or ice fog. Like raindrops scatter light into rainbows, the crystals of ice can reflect and refract light, acting as mirrors or prisms depending on the shape of the crystal and the incident angle of the light. While the lower down ice only happens in cold climates, circus clouds are so high they’re freezing cold any time, anywhere in the world, so even people in the tropics mid-summer have a chance of seeing some of these phenomena.

Explaining the optics of these phenomena involves a lot of discussing angular distances.

So so so so cool.

Der Original Post von Jason Kottke findest Du hier: Incredible Display of Ice Crystal Halos Around the Sun in the Swiss Alps

Ein weiterer Bericht wurde von Grace Ebert wurde bei „Colossal“ veröffentlicht. (Reaching 1-2 million readers monthly, Colossal explores contemporary art and visual culture across a wide range of disciplines including fine art, craft, illustration, street art and animation. Founded in 2010 by writer and curator Christopher Jobson.)

Tiny Ice Crystals Simulate a Halo Around the Sun in Photograph by Michael Schneider

By Sculptor Guide – December 12, 2019 18 0

Grace Ebert

Photo by Michael Schneider, shared with permission

On a November trip to the Arosa mountains in the Swiss Alps, Michael Schneider snapped a photo using his iPhone 11. The Zurich-based photographer and writer says the image he captured as the fog dissipated shows small ice crystals in the clouds, which break up the sunlight. The crystals’ insides reflect the sun, which is then broken again as it leaves the inside chamber, resulting in the halo of light.

Gizmodo’s Mika McKinnon elucidated the phenomenon when a similar shot was taken a few years ago.

ICE HALOS HAPPEN WHEN TINY CRYSTALS OF ICE ARE SUSPENDED IN THE SKY. THE CRYSTALS CAN BE HIGH UP IN CIRRUS CLOUDS, OR CLOSER TO THE GROUND AS DIAMOND DUST OR ICE FOG. LIKE RAINDROPS SCATTER LIGHT INTO RAINBOWS, THE CRYSTALS OF ICE CAN REFLECT AND REFRACT LIGHT, ACTING AS MIRRORS OR PRISMS DEPENDING ON THE SHAPE OF THE CRYSTAL AND THE INCIDENT ANGLE OF THE LIGHT.

You can find an analysis by Mark McCaughrean of the atmospheric optics at work in the image below. Keep up with Schneider’s travel writing and the frozen landscapes he frequents on his Instagram. (via Kottke)

Der Original Post von Jason Kottke findest Du hier: Tiny Ice Crystals Simulate a Halo Around the Sun in Photograph by Michael Schneider

Meine Faszination gilt auch einer anderen Lichterscheinung – der Aurora Borealis, dem Nordlicht. Bilder und alle Posts mit vielen Tipps zum Thema Polarlicht findest Du auf meinem Blog: Faszination Nordlicht by Michael’s Beers&Beans

Der Halo von Arosa geht um die Welt

Arosa

Dieser Schnappschuss ist ganz gross rausgekommen. Es zeigt ein Lichtphänomen bei sich auflösendem Nebel auf dem Hörnligrat (2511 müM) in der Bergwelt von Arosa. Per Twitter gepostet erreichte dieses Bild völlig unerwartet tausende Leser weltweit. Am Schluss wurde es sogar im morgendlichen Wetterbericht eines TV-Senders in Florida gezeigt und von einem französischen Observatorium für Tornados und schwere Gewitter retweetet und kommentiert.

(Refresh 20.1.2020) Heute morgen ist der Halo quasi von seiner viralen Reise rund um die Welt wieder zurückgekehrt und hat es auf die Titelseite von „20 Minuten“ geschafft – herzlichen Dank der Bildredaktion sowie dem Journalisten von „20 Minuten“ für ihre Arbeit und die lässige Umsetzung: Schweizer Halo geht um die Welt

Zudem hat der „Tages Anzeiger“ den Ball ebenfalls aufgenommen und in der Rubrik Panorama diesen Artikel unter dem Titel „Dieses Foto eines Zürchers geht um die Welt“ veröffentlicht.

Alle Posts über meine Begegnung mit diesem Halo in Arosa sowie den Folgen findest Du hier: https://beersandbeans.ch/tag/halo/

Es war Ende November, gegen 11.00 Uhr auf dem Hörnligrat, der Bergstation der Bergbahnen Hörnli-Express und Urdenbahn. Also mitten in der Bergwelt von Arosa (Graubünden). Seit rund einer Stunde kämpfte sich die Sonne durch die letzten Schneewolken. Es herrschte eine Temperatur von -7 Grad. Ich wartete hier oben auf meinen Kollegen, mit welchem ich mich zum Skifahren verabredet hatte. Die Zeit nutzte ich um die wunderschönen Lichtstimmungen mit dem Smartphone fotografisch einzufangen. Dies passte gerade gut, da ich mir vor einigen Tagen ein Smartphone mit neuer Kameratechnik angeschafft hatte, so konnte ich diese etwas testen.

Doch schnell erkannte ich, dass sich im Gegenlicht zur Sonne ein Halo entwickelte, anfänglich ganz unscheinbar, bis sich dieses Lichtphänomen unglaublich steigerte. Für mich faszinierend waren die zwei Ringe um die Sonne und die vielen Lichtreflexionen.

Noch ist vom Halo nicht viel zu sehen …

Mit der kleinen Weitwinkel-Linse brachte ich viele der Lichteffekte auf ein Bild und so fand ich es interessant genug um dieses Foto zu twittern und mit meinen Followern zu teilen.

Doch bald musste ich mir eingestehen, dies war kein gewöhnliches „Beer&Beans-Gezwitscher“ – der “Likezähler” ging für meinen Twitter-Account buchstäblich durch die Decke!

„Wunderschönes Eisnebelhalo-Phänomen mit ungewöhnlichen vielen Arten. Danke für’s teilen“ meinte der Meteorologe von MeteoSchweiz @danivumalvier als erstes Feedback. Und dann ging es den ganzen Tag so weiter – für mich war es am Schluss unmöglich auf alle Feedbacks zu antworten.

Aber was habe ich denn da nun fotografiert?

Viele Erklärungen zu diesem Phänomen erhielt ich direkt über Twitter, eine davon scheint vom Humorfestival zu stammen, welches demnächst hier in Arosa statt findet: “… bist Du sicher das es nicht der heilige Geist war …?“

Es handelt sich hier nicht um den heiligen Geist, sondern um ein Lichteffekt, welches als Halo bezeichnet wird. Der Ursprung dafür findet sich in den auflösenden, aus kleinen Eiskristallen bestehenden Wolken. Diese hauchdünnen Wolken sind ähnlich der Cirren, also den hauchdünnen “Eiswolken” die in ganz grosser Höhe vorkommen. Nun kommt das Sonnenlicht und wird durch diese kleinen Eiskristalle unzählig gebrochen. Im Innern dieser winzigen Kristalle wird das Sonnenlicht reflektiert und beim Austritt nochmals gebrochen. Eigentlich wie beim Regenbogen, wo die Wassertropfen das Licht sichtbar in die verschiedenen Farben aufbrechen. Diese Lichtreflexionen ergeben dann (teils farbige) Kreise, Bögen, Säulen und Lichtflecken.

Beim Aroser Halo war wohl mein Standpunkt genau richtig. Ich schaute quasi horizontal durch die dünne Eiswolke direkt in die Sonne. So konnte ich verschiedene Lichtbrechungen sehen. Am besten illustriert dies das folgende Bild, was mir @DuncanWingen aus Spanien erstellt und über Twitter zugestellt hat:

@DuncanWingen thx for the exiting explanations!

Halo ist nicht gleich Halo

Eines ist mir über Twitter klar geworden, mein zufällig geschossenes Bild ist genial – aber die Erklärung, was ich darauf nun wirklich gesehen habe, können wohl nur Fachleute und Wissenschaftler nachvollziehen.

Aufgrund der vielfältigen Formen der Eiskristalle gibt es ganz viele Haloarten. Eine sehr interessante Übersicht darüber findest Du hier: Arbeitskreis Meteore / Haloarten. (Vielen Dank nochmals an @danivumalvier für diesen tollen Tipp)

Etwas bringt mich am Schluss fast zu meinen Nordlicht-Beobachtungen (siehe „mein erstes Nordlicht war weiss, nicht grün„) auf Island und in Norwegen: wie bei den Nordlichter sieht jeder Beobachter seinen „persönlichen“ Halo – hier handelt es sich aber um eine optische Täuschung! In der Natur gibt es nur die Eiskristalle und das Licht der Sonne, der Halo entsteht erst für uns in unserem Auge oder durch die Kameralinse. Sind doch einfach faszinierend, diese Halos!

Die beste Kamera ist gerade die, die man dabei hat.

Eliott Erwitt

Quellen: SRF Meteo, Arbeitskreis Meteore e.V. (Themengebiet Halo), Wikipedia, Twitter (u.a.)

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Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Arosa in 100 Geschichten

Arosa

Da landete doch letzthin dicke Post in meinem Briefkasten. Buchstäblich. In einem grossen Paket waren zwei richtig dicke Bücher. Mir dämmerte es – das Buch «Arosa in 100 Geschichten» war erschienen. Ein Buch, welches ich sehnlichst erwartet hatte und worauf ich richtig gespannt war.

Bild: mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers

Die Spannung war etwas erhöht, da ich ein ganz bisschen zu diesem Buch beigetragen hatte. Einerseits als „Mit-Financier“ über das vorgegangene Crowdfunding, andererseits gab es ein kurzer Kontakt zwischen dem Herausgeber Peter Röthlisberger und mir. Dieser war über seine Recherchen auf meinen Blog gestossen. Und so auf mich als „Arosa-Fan“, der ihm in einer ganz kleinen Sache vielleicht etwas weiterhelfen konnte.

Ein Buch für alle die in den Schanfigger Ferienort verliebt sind oder es vielleicht besser kennenlernen möchten. Eine Art „Book to Heaven“ – denn in Arosa ist man dem Himmel etwas näher, als anderswo.


Seit ich Arosa kenne, höre ich dort oben Geschichten und Anekdoten aus der Vergangenheit und dem Jetzt. Es sind Geschichten aus einem Mikrokosmos der durch die Vermischung urbanen Lebens mit der Bergwelt entstehen. Die ewige Sonne, die Illusion des leichten Lebens und die Abgeschiedenheit vom Rest der Welt – dies lässt im Bündner Bergdorf Arosa viel ungewöhnliches aufblühen. Gestern wie Heute.

Dem Herausgeber Peter Röthlisberger ist es gelungen aus diesem riesigen Fundus an Erzählungen und Überlieferungen genau 100 Geschichten herauszunehmen. Zusammen mit einem grossen Team von einheimischen Autoren und Autorinnen erzählt der Aroser die Geschichte und Gegenwart des Ortes, seine Menschen, seinen Gästen, der Wirtschaft und Politik, Natur und Kultur. Verdichtet in Reportagen, Interviews und historischen Abrissen, ergänzt mit wunderschönen Bildern und Grafiken. Daraus entstand ein sehr modern gestaltetes Buch über ein Dorf, das von der Sonne und dem Schicksal verwöhnt ist.

Ein Buch zum Wiederlesen, zum Antworten suchen, zum immer mal wieder stöbern. Ein Refresh für die eigenen Arosa-Erlebnisse. Oder einfach ein Buch, dass einem näher an Arosa heranbringt. Also ein bisschen ein „Book to Heaven“ – denn in Arosa ist man dem Himmel etwas näher, als anderswo.

Herausgeber: Peter Röthlisberger & Barbara Lienhard für Chefredaktion GmbH

264 Seiten, Hardcover
21 x 26 cm | zahlreiche Fotos
CHF 39.–, zuzüglich Versandkosten
September 2019

Du kannst dieses Buch (gegen Einzahlungsschein) direkt beim Verleger bestellen: peter.roethlisberger@chefredaktion.ch, einfach die gewünschte Anzahl Bücher und die Lieferadresse mitteilen. Zudem kann man das Buch im Office der Gästeinformation von Arosa-Lenzerheide Tourismus im Ort Arosa direkt kaufen.

Viel verbindet mich mit Arosa: Ferien mit Familie und Freunden, mein erster (inzwischen eingestellter) Blog „Arosa1800Blog“, lange war Arosa „my second home“, Berg-Wanderungen, eine kurze, aber intensive Zeit als Vorstand beim EHC Arosa, die Liebe zu dieser Berg-Landschaft, meine Freude am Skifahren, durchgefeierte Nächte und so vieles mehr. Und jetzt noch ein Buch.

Viele tolle Tipps und Infos zu Arosa findest Du in meinem Post: Arosa – ein Ticket zum Himmel? (Refresh 2018/2019)

Alle Posts zum Thema Arosa (inkl. Wandertouren) findest Du hier: Arosa

Dies ist keine Werbung oder sponsored Post. Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Die Sage vom Urdensee

Arosa, Schweiz

Der Urdensee – war bei den Wanderer ein fast etwas „vergessener“ See. Nur wer die Route durch das Urdental nach Tschiertschen nahm, kam am kleinen See vorbei. Inzwischen ist der See sichtbarer geworden, seit es die talüberschreitende Urden-Seilbahn gibt. Auf der Fahrt vom Hörnli (Arosa) rüber zum Urdenfürggli (Lenzerheide) sehen die Besucher den See von der Gondel aus. Etwas unscheinbar liegt er in einer Senke.

Erst wenn man am Ufer steht, zeigt er seine wirkliche Schönheit. Der See ist umrahmt von Bergen. Plattenhorn, Hörnli – markant thront der Hörnlistein über dem kleinen See. Das auf Schieferfelsen und schwarzgrünem Serpentin ruhende, kalte Seewasser ist äusserst klar und schimmert bei Sonnenschein türkisblau.

Refresh 2020 / Bilder 2017

Der Urdensee liegt auf 2‘249 müM in einem Seitental des mittleren Schanffigg. De Untiefe im westlichen Teil des Sees scheint sehr tief zu gehen, diese wurde aber noch nie ausgemessen. Der See entstand durch einen natürlichen Riegel einer Seitenmoräne.

Die Eisbedeckung beträgt bis gegen acht Monate im Jahr.

Der Urdensee – und das verwundert dann eigentlich nicht – ist sehr sagenumwoben. In Arosa erzählt man dann auch gerne die eine oder andere Geschichte, in verschiedenen Versionen. Vor allem die Tiefe und die Farbe des Sees hatte den Aroser Walser früher sehr Eindruck gemacht. Sie hielten den See für unergründlich und sagten, sein Wasser wirble und bilde ein Trichterloch, zudem brülle er, wenn sich das Wetter ändert.

Am eindrücklichsten ist wohl die Sage, wie der Urdensee entstanden ist. Ich gebe hier die Version wieder, welche ich früher einmal auf der Homepage von Arosa Tourismus gefunden und archiviert habe:

Die Sage vom Urdensee

Vom Rothorn zieht sich ein enges Bergtal hinunter zur Plessur. In diesem wilden, engen Tal, das im Sommer von einigen Schafen besucht wird, liegt ein kleiner Bergsee. 

Wo jetzt der See ist, stand vor Zeiten eine Sennhütte und um die Hütte herum breitete sich eine schöne Alp. Dort wohnte ein böser Senn, der die Armen unerquickt des Weges ziehen liess. Einst kam ein armes, altes, schwaches Weib den Weg gezogen, müde von der weiten Reise und schmachtend vor Durst. Sie klopfte an der Sennhütte an und bat um eine Labung, aber der Senn antwortete ihr mit Scheltworten: „Mach dich fort, alte Bettlerin, wenn ich allem Lumpenpack, das hier vorüberzieht, Milch geben sollte, so müsste ich selbst bald Hungers sterben.“ Das arme, alte Weib flehte um Gotteswillen nur um eine kleine Labung, damit sie ihren Weg fortsetzen könne. „Meine Knie brechen mir“, sagte sie, „und meine Zunge brennt mich wie Feuer.“ Der Senn aber schlug die Tür zu. Das Weib sank vor der Türe nieder und als der Senn sie wieder öffnete und es noch dort erblickte, rief er fluchend aus: „Bist du noch da, Alte, wart, ich will dir jetzt Milch geben, dass dein Durst gestillt wird.“ Mit diesen Worten nahm er den Eimer und molk seine große, rote Kuh und kam dann zum Weib und gab ihr zu trinken. Die Alte trank und dankte dem Senn warm und erflehte Gottes Segen auf ihn herunter. Der Senn aber verzog seine Züge zu einem spöttischen Hohnlächeln, denn er hatte Magen (Lab) in die Milch geworfen. Kaum hatte die Alte neugestärkt ihren Weg eine Strecke weit fortgesetzt, als sie die fürchterlichsten Schmerzen im Leibe fühlte und wie sie sterbend hinsank, verfluchte sie den Senn und seine Alpe, und in dem Augenblick donnerte es in der Höhe, ein Blitz zuckte auf die Hütte, sie versank mit dem Senn und mit der roten Kuh und an jener Stelle quoll ein See. Noch sieht man den Weg, der zur Hütte führte, sich im See verlieren und noch sieht man deutlich denselben am jenseitigen Ufer wieder aus dem Wasser auftauchen und sich in die Höhe ziehen, denn bei der Sennhütte vorbei führte der Weg über das Gebirge nach Obervaz. Noch sieht man mitten im See einen schwarzen Fleck, das ist die Sennhütte, die dort versunken ist. Alle sieben Jahre einmal steigt bei furchtbarem Donner und Unwetter der Senn aus dem See hervor und melkt über den stürmischen Wellen des Sees seine rote Kuh und versinkt dann händeringend wieder mit fürchterlichem Geheul. Das ist die Entstehung des Urdensees.

Quelle: http://www.arosa.com (ursprüngliche Homepage wurde mit der „Fusion“ Arosa-Lenzerheide eingestellt), vermutlich Version von Christian Tester, Chur

weitere Quelle: Theodor Vernaleken, Alpensagen – Volksüberlieferungen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland

Receycled / Refresh August 2020 / Bilder 2017

Bilder: Michael’s Beers & Beans
Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.  Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

BergLiebe

In der Ausgabe „Sommer 2020“ ist in der beliebten Zeitschrift „BergLiebe“ ein Bild vom zauberhaften Urdensee aus dieser Serie erschienen. Mehr dazu im Post „BergLiebe: Urdensee (Arosa)“

Vielen Dank an Ursula Dahinden für die freundliche Empfehlung aut Twitter.

Sesseli adieu – tschüss alter „Brügger“-Sesselift

Arosa

Nach fast 50 Jahren geht die 2er Sesselbahn „Brüggerhorn“ im Skigebiet Arosa-Lenzerheide in Rente. Viele werden sagen, endlich wird das veraltete Ding abgebrochen – es wurde auch Zeit! Für mich dagegen geht eine schöne Ära zu Ende. Unzählige Fahrten, viele schöne Momente und zweisame, gute Gespräche verbinde ich mit dieser wackligen Sesselbahn.

Heute also meine letzte Fahrt mit der altehrwürdigen 2er-Sesselbahn Brüggerhorn, ein letztes Mal ging es für mich auf’s „Sesseli“.

Noch einmal schiebe ich mich durch die Zutrittskontrolle bis zur Einstiegsstelle, dort öffnet sich eine alte Klappe und ich gleite auf das schnell rotierende Einstiegsförderband, erwische den richtigen Moment um leicht auf den Sessel aufzuspringen ohne blaue Flecken abzubekommen. Dann ziehe ich den Sicherheitsbügel runter und lehne mich zurück, geniesse die ruhige, langsame Fahrt. Doch, plötzlich knackt es unter mir, eine Quer-Latte des Sessels bricht durch. So hänge ich auf meiner letzten Fahrt mit dem Sessel Nr. 45 etwas durch. Kein Problem, die alte Bahn hat über 10 Millionen Gäste sicher auf den Berg transportiert, also wird sie mich heute auch noch schaffen. Es gab wohl turbulentere Momente, so wie bei einem Sturm im Februar 2016, als Bilder der wild schaukelnden Bahn es sogar in die Abendnachrichten schafften und diese sich in Windeseile in den sozialen Medien verbreiteten.

Nach über 12 Minuten komme ich oben an der „Endstation Brüggerhorn“ an. Ein letztes Mal schiebt mich der Sessel samt Skiern auf den letzten Meter, bevor ich mich mit einem leichten Stockstoss von der Sesselbahn löse. Ab jetzt bleibt nur noch die Erinnerung an eine alte, wacklige aber so sympathische Sesselbahn!

Der alte Doppelsessellift Brüggerhorn wurde 1970 in Betrieb genommen und ist die älteste Bergbahn des Skigebietes Arosa-Lenzerheide. Es steckt viel Geschichte in dieser Bahn, weshalb die Sessel nach dem Abriss der Bahn zum Verkauf stehen. Im Dorf wird erzählt, dass bereits alle Sessel verkauft sind. Ein deutscher Gastronom soll 30 Sessel gekauft haben und wird diese in seinem Biergarten aufstellen. Falls bei einem die Querlatte durchgebrochen ist, dann war ich das! Obwohl, an meinem Gewicht kann es eigentlich nicht gelegen haben …

Die neue Sesselbahn im „Porsche Design“ ist kuppelbar und somit erheblich komfortabler als der fix geklemmte Doppelsessellift. Zusätzlich verkürzt sich die Fahrzeit von aktuell zwölf auf fünf Minuten. Die Beförderungskapazität steigt auf 1’600 Personen/h. So werden die wegen ihres Bergpanoramas beliebten Pisten 10 und 11 («leichte Maran») in Zukunft besser erschlossen.

Talstation, im Vordergrund die moderne Weisshornbahn
Endstation Sesselbahn Brüggerhorn (2447 müM) mit Transportseilbahn zur Sattelhütte

Die Fotos sind im März 2019 entstanden, die Bahn wird ihren Betrieb am Sonntag, 7. April 2019 einstellen. Nachfolgend noch das Video „Sturm lässt Sessel von Bergbahn tanzen“ (Video by Gisler Marc)