Dag & Nacht: De hemel verklaard

Arosa, Nordlicht, Photography

Wenn ich unterwegs bin, schiesse ich zahlreiche Bilder. Viele verstauben auf meinem Rechner, einige davon schaffen es hier auf meinen Blog. Als ich den „Halo von Arosa“ fotografierte war ich mir nicht bewusst, dass dieses Bild besonders ist, einmal „berühmt“ wird. Und schon gar nicht, dass es eine Reise um die Welt antreten wird. Und nun wurde dieses Bild von der holländischen Meteorologin Helga van Leur in ihrem erfolgreichen Buch „Dag und nacht“ verewigt.

Irgendwie über die sozialen Medien wurde auch Helga van Leur auf dieses Bild aufmerksam, ist dann zur Quelle gegangen und hat mich kontaktiert. Sie hatte gerade ein Buch über Wetter- und Himmelsphänomene in Arbeit und wollte den „Halo von Arosa“ als Bild für das Kapitel optische Täuschung mit aufnehmen. Ich sagte sofort zu und freute mich, dass mein Bild neben vielen anderen Bildern eines erlauchten Kreises von Fotografen verewigt wird.

Jetzt ist das Buch „Dag & Nacht: De hemel verklaard“ in Holland erschienen – ein wundervolles Buch. Warum ist der Himmel blau und der Sonnenuntergang rot? Wie entsteht der Regenbogen mit all seinen Farben? Ist es möglich das Nordlicht von Holland aus zu sehen?


In diesem Buch beschreiben Helga van Leur und Govert Schilling alles, was Tag und Nacht am Himmel zu sehen ist. Von Wolkentypen, optischen Phänomenen und Blitzen bis hin zu Sternschnuppen, Planetenkonstellationen und Sonnenfinsternissen. Mit wunderschönen Fotos versehen geht es auf eine faszinierende Entdeckungsreise, vom frühen Morgen bis spät in die Nacht. Dag & Nacht.

Helga van Leur hat mir berichtet, dass das Buch in Holland ein grosser Erfolg ist. Aufgrund einer Fernsehsendung im holländischen TV vor über 1.5 Mio Zuschauern war das Buch in kürzester Zeit ausverkauft, die 3. Auflage ist bereits erschienen. Und eine 4. Auflage ist bereits in Planung. So geht mein „Halo von Arosa“ weiter erfolgreich seinen Weg. Schön daran ist, dass in einem Buch verewigt dieses Bild nun unvergessen bleibt.

Helga van Leur und Govert Schilling denken zusammen mit ihrem Verlag sogar darüber nach, das Buch in deutscher Sprache zu übersetzen und in Deutschland zu veröffentlichen. Sollte dies Tatsache werden, dann werde ich natürlich sofort hier darüber posten! Vielleicht wird es dann auch in der Schweiz erhältlich sein.

Übrigens ein Blick auf den Blog von Helga van Leur lohnt sich, übersetzen geht ja heute einfach, beispielsweise mit Deepl.com:

Zu den Autoren des Buches „Dag & Nacht“:

Helga van Leur ist Meteorologin und präsentierte die RTL-Wettervorhersage seit zwanzig Jahre. Als Botschafterin unseres Planeten hält sie Vorträge über Wetter, Klima, Nachhaltigkeit und Verhalten.

Govert Schilling ist Wissenschaftsjournalist und schreibt für Zeitungen und Zeitschriften im In- und Ausland über Astronomie und Weltraumforschung. Er hat Dutzende von Büchern veröffentlicht.

Das Buch wurde auch im Internet vorgestellt. So in der holländischen Ausgaben von NewScientist – diese wählten den „Halo von Arosa“ in Ihrer kleinen Auswahl gleich als erstes Bild. Der Halo fasziniert weiter …

Hintergrund: Der „Halo von Arosa“

Dieser Schnappschuss ist ganz gross rausgekommen. Es zeigt ein Lichtphänomen bei sich auflösendem Nebel auf dem Hörnligrat (2511 müM) in der Bergwelt von Arosa. Per Twitter gepostet erreichte dieses Bild völlig unerwartet tausende Leser weltweit. Am Schluss wurde es sogar im morgendlichen Wetterbericht eines TV-Senders in Florida gezeigt und von einem französischen Observatorium für Tornados und schwere Gewitter retweetet und kommentiert. Und eben auch in das Buch „Dag & Nacht“ von Helga van Leur aufgenommen.

Alles über den „Halo von Arosa“ findest Du hier.

Buch bestellen?

Natürlich lässt sich das Buch bestellen: https://www.amazon.de/Dag-nacht-verklaard-Govert-Schilling/dp/9059565428

Quellen: Helga van Leur, Amazon, NewScientist, Titelbild und Banner aus Homepage von Helga van Leur gesnippt, Bilder 1 und 2 bei Michael’s Beers & Beans.

Vielen Dank

An dieser Stelle möchte ich mich bei Helga van Leur ganz herzlich für den spannenden und interessanten Austausch bedanken. Und natürlich, dass sie mein Bild ausgewählt hat und ich so ein klein wenig zu ihrem tollen Buch beitragen durfte! Thank you!

Dies ist ein Bericht über ein Bild, welches um die Welt ging. Es ist keine Werbung oder sponsored Post. Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.

Nordlicht Vorhersage – gibt es eine Prognose für Polarlichter?

Nordlicht

Das Nordlicht vorherzusagen ist heute tatsächlich möglich. Wie für das Wetter auf der Erde gibt es auch App’s und Webseiten die Prognosen für das Wetter im Weltraum stellen. Denn um Nordlichter zu sehen muss nicht nur das Wetter auf unserer Erde mitspielen, sondern das “Wetter im Weltraum” hat ebenfalls einen direkten Einfluss, ob es überhaupt zu einer Lichterscheinung kommt. 

Verantwortlich für das Leuchtspektakel sind die extrem schnellen Partikel des Sonnenwindes, vor allem Elektronen und Protonen. Die prasseln mit bis zu drei Millionen Kilometern pro Stunde auf die hohen Schichten der Erd-Atmosphäre. Dabei folgen die Teilchen den Linien des Erdmagnetfeldes und crashen irgendwann mit den Sauerstoff-Ionen. Dies lässt den Himmel grün strahlen, wenn er in etwa hundert Kilometern Höhe stattfindet. Zusammenstösse in grösseren Höhen hinterlassen rote Lichteffekte.

Als Polarlicht-Fan wüsste man natürlich gerne den Zeitpunkt, wann genau die Nordlichter erscheinen und fast noch wichtiger, mit welcher Intensität diese dann glühen.

Für eine Vorhersage wichtig ist die Sonnenaktivität, die mehreren langfristigen Zyklen folgt. Die Sonne schleudert Partikel in Richtung Erde. Dieser Partikelexpress legt den Weg für die 150 Millionen Kilometer von der Sonne bis zur Erde in zwei bis vier Tage zurück. So lang ist die “maximale Vorwarnzeit”. Und darauf bauen die Wissenschaftler eine Prognose auf, die wir dann auf verschiedenen Websites und Apps abrufen können. 
Natürlich arbeitet die Wissenschaft wie beim Wetter auch hier daran, damit die Prognosen immer genauer werden. Inzwischen wird sogar eine 27-Tage-Prognose erstellt, die auf der Sonnenbeobachtung und Algorithmen basiert.

Der Abruf von Vorhersagen für das Nordlicht ist durch die ständige Verfügbarkeit des Internets heute kaum mehr ein Problem. Die Wahrscheinlichkeit eines bevorstehenden Nordlicht-Ereignis lässt sich so überall jederzeit abrufen.

Nachfolgend einige Beispiele für Vorhersagemöglichkeiten. In Island und Norwegen/Schweden habe ich mit folgenden “Aurora Forecast” gute Erfahrung gemacht, diese sind über den Webbrowser vom Smartphone gut lesbar: 
Aurora forecasts – Icelandic Meteorological Office – Vedur.is: https://en.vedur.is/weather/forecasts/aurora/

Norwegian Centre for Space Weather(NOSWE)
https://site.uit.no/spaceweather/data-and-products/aurora/

Auch auf Twitter gibt es zahlreiche Alert-Service, mit denen eine gute Planung möglich ist. Beispielsweise sind das AuroraWatch Shetland und AuroraWatch UK (@aurorawatchuk @AWUK_Shetland) – aber auch in anderen Ländern sind solche Twitter-Dienste zu finden.

Die 27-Tage-Prognose von NOAA (NATIONAL OCEANIC AND ATMOSPHERIC ADMINISTRATION) findest Du hier: https://www.swpc.noaa.gov/products/27-day-outlook-107-cm-radio-flux-and-geomagnetic-indices

Natürlich gibt es sehr viele spannende Apps zu diesem Thema, allerdings bin ich persönlich mit diesen weniger klar gekommen, als mit den Websites des isländischen Wetterdienst oder jener der UIT (Arctic University of Norway).
Hier zwei Apps als Beispiel: 
Aurora Forecast (IOS): https://apps.apple.com/ch/app/aurora-forecast/id539875792
Nordlichtmelder (Android): https://play.google.com/store/apps/details?id=com.beebeetle.auroranotifier&hl=de_CH

Das Nordlicht vorherzusagen bleibt ein heikles Geschäft, da verschiedene Faktoren zusammenfliessen, die schon alleine für die Entstehung des Nordlicht verantwortlich sind. Auch habe ich erlebt, dass die Vorhersagen auf den Websites vielversprechend waren. Trotz klarer Nacht erschien dann aber kein Nordlicht – oder eben auch umgekehrt. Aber die Vorhersagen sind trotzdem ein guter Helfer um sich auf die nächsten Nächte vorzubereiten. Die langfristige Prognose kann sogar helfen den Reisezeitpunkt mit den Wetterprognosen abzustimmen um so die Chance, ein (starkes) Nordlicht in der Arktis zu sehen, zu verbessern.

Faszination Polarlicht by Michael’s Beers&Beans! Alle meine Berichte zum Nordlicht findest Du hier.

Fotos by Michael’s Beers&Beans, Nordlichter über dem Eyjafjörður, Iceland Herbst 2019

Nordlicht-Fotografie mit MFT Micro Four Third (Panasonic Lumix DC-GX9)

Nordlicht, Photography

Für die Nordlicht-Jagd vom letzten Herbst habe ich meine Lumix DC-GX9 in den Fotorucksack gepackt, zusammen mit dem Leica 8-18mm/F2,8-4,0 sowie einem Standard- und Teleobjektiv. Ohne Spiegelreflex auf Polarlicht-Jagd?

Natürlich war ich etwas unsicher, ob sich die MFT-Kamera mit etwas kleinerem Sensor für diese Aufgaben überhaupt behaupten kann. Das Fazit nach dieser Reise ist positiv: Die Panasonic Lumix DC-GX 9 eignet sich sehr gut für die Nordlicht-Fotografie! Zur vorher verwendeten Spiegelreflex (APS-Sensor) konnte ich in der Qualität keinen Unterschied feststellen.  Mit leichtem Gepäck machen Foto-Reisen einfach noch mehr Spass! Meine ganze Ausrüstung inkl. Zweitkamera passte in meinen kleinen Fotorucksack. Und ich konnte jede Fotosituation – inkl. der Nordlichtfotografie – perfekt meistern.

Im wesentlichen hat sich zu meinem Ratgeber “Nordlichtfotografie” nichts geändert, die Tipps sind dort immer noch aktuell. Ob mit Spiegelreflex oder mit MFT. Denn für eine erfolgreiche Nordlicht-Fotografie braucht es eine Kamera, welche manuell bedient werden kann. Ein lichtstarkes Weitwinkel-Objektiv und um Verwacklungen bei den Nachtaufnahmen zu verhindern, ein richtig stabiles Stativ. Stabil deswegen, da im Norden doch oft ein kräftiger Wind weht. 

Ist die Kamera auf dem Stativ montiert, reduziere ich die Display-Helligkeit etwas (damit die Augen nicht geblendet werden) und drehe alles auf “manuell”. Zudem schalte ich die Bildstabilisierung am Objektiv aus. Die Bildqualiät ändere ich von JEPG auf RAW mit automatischem Weissabgleich, damit kann ich später in Lightroom etwas feiner weiter arbeiten. 

Nun kann es los gehen. Jetzt ist manuelles Fokussieren angesagt. Dazu stelle ich bei der Lumix GX9 die Entfernungsskala auf “unendlich”, auf dem Display muss einfach der Zeiger unter dem “Landschaftsymbol” stehen. Wenn etwas Zeit vorhanden ist, dann suche ich mit der digitalen Sucherlupe einen hellen Stern, damit kann ich den richtigen Schärfepunkt gut einstellen.

Für die Belichtung stelle ich das Drehrad auf “M” und die grösstmögliche Blende ein. Bei meiner GX9 mit dem Leica-Objektiv ist dies eine Offenblende von F2.8. 

Jetzt muss nur noch das Nordlicht kommen. Wenn es kommt heisst es etwas tüfteln. Ein Ziel muss sein das Bildrauschen gering zu halten. Daher wähle ich eine möglichst niedrige Empfindlichkeit. Je nach Intensität der Nordlichter benutze ich ISO 400 bis maximal ISO 1600. Bei den Belichtungszeiten gilt es ebenfalls ein wenig zu experimentieren. Eine zu lange Belichtungszeit ist oftmals ungünstig, weil die Nordlichter dann zu einer grossen “grünen Matschsuppe” verkommen. Daher starte ich inzwischen immer mit einer Belichtung von 15 Sekunden. Dann reduziere ich die Belichtungszeit und taste mich so langsam an die individuelle Situation  an. 

Früher habe ich gerne mit einem Fernauslöser gearbeitet um nicht durch das Drücken des Auslösetaster alles zu verwackeln. Hier bin ich etwas faul geworden und nutze den 2-Sekunden Selbstauslöser.

Ausprobiert habe ich zudem die Fernauslösung mittels Smartphone über die “Panasonic Image App”. Alle “Profi-Polarlicht-Jäger” jetzt bitte nicht mehr weiterlesen, weil jetzt wird es ganz bequem. Kamera mit Stativ draussen im Garten aufgestellt und die Kamera gemütlich aus dem Wohnzimmer auslösen. Sogar die meisten Kamera- und Belichtungseinstellungen können direkt in der App angepasst werden. Klingt jetzt total faul, kann im Winter bei Eiseskälte durchaus ein Segen sein, so ist der Rückzug ins Auto möglich. 

Fazit: Gut gemeistert, aber …

Die kleine Panasonic Lumix GX9 hat sich sehr gut geschlagen und sogar der eisigen Kälte getrotzt. Die anspruchsvolle Ausstattung – 20 MP-Sensor, flexibler Sucher, 5-Achsen-Dual-Bildstabilisator, 4K Foto/ Video, DFD-Autofokus und neigbarer Touch-Screen-Monitor – machen die GX9 mit ihrer dennoch kompakten Bauweise zu einem Top-Werkzeug.  Und damit ist sie für die Nordlicht-Fotografie perfekt ausgerüstet.

Trotzdem ist die Lumix GX9 nicht die optimale Kamera für den harten Einsatz im Outdoor-Bereich. Grösstes Manko für die Outdoor-Fotografie ist der fehlende Staub und Spritzwasserschutz sowie ein Magnesiumgehäuse. Gerade bei Ausflügen an regnerischen Tagen musste ich schon etwas “schonender” mit der Kamera umgehen. Zudem hatte ich ein paar mal das Gefühl ich bringe die Kamera an ihre Grenzen, wenn beispielsweise der Wind dann doch sehr eisig war.

Aus diesem Grund werde ich mir für die Outdoor-Fotografie eine robuste Lumix G91 (oder allenfalls die G9) anschaffen. Die Lumix GX9 wird für Städtereisen und Street-Fotografie aber weiterhin meine erste Wahl sein.

Abgesehen davon hat die kleine GX9 einen richtig guten Nordlicht-Job gemacht!

Faszination Polarlicht by Michael’s Beers&Beans! Alle meine Berichte zum Nordlicht findest Du hier.

Dies ist keine Werbung oder sponsored Post, sondern ein subjektiver, persönlicher Erfahrungsbericht. Die Verwendung von Panasonic Kameras ist von mir selber so entschieden. Spiegelloses Systemskameras werden u.a. auch von Leica (M, T, SL), Olympus (MFT), Sony (α E-Mount – in zwei Varianten: Vollformat oder APS-C-Format), Pentax (K, Q) und Sigma hergestellt. Der Markt der spiegellosen Systemskameras ist inzwischen sehr in Bewegung, da auch Nikon mit der Z-Serie und Canon mit der EOS R in dieses Segment vorgestossen sind. 

Grün oder Grau? Was mir niemand über die Nordlichter erzählt hat!

Nordlicht

Mit ganz falschen Vorstellungen und Ansprüche ging ich auf meine erste Nordlicht-Reise nach Island. Heute nach zahlreichen unvergesslichen Nordlicht-Begegnungen weiss ich, dass ich mich von vielen Berichten und Fotografien in Magazinen und am Fernsehen hatte blenden lassen.

Entdeckt habe ich ein ganz anderes Nordlicht, anders als erwartet. Und doch so faszinierend. Meine Wahrnehmung der Nordlichter sowie die Erfahrung in der „Nordlicht-Jagd“ habe ich hier zusammengefasst und gebe diese gerne weiter. Denn mit dem richtigen Wissen und runtergeschraubten Erwartungen macht eine Reise zu den Nordlichtern viel Freude.

Im Jahre 2015 begann meine Suche nach den Nordlichtern und ich hatte seit her das Glück bereits das dritte Mal in Norden zu reisen um die ästhetischen Polarlichter zu beobachten.

Im Herbst 2015 reisten meine Lebens-Partnerin und ich nach Nord-Island. Etwas südlich vom 66° Breitengrad (Polarkreis) bezogen wir ein schönes, etwas abgelegenes Ferienhaus am Eyjafjörður.

Schon in der zweiten Nacht erschienen die erhofften Nordlichter. Zuerst waren wir unsicher, sind es wirklich Nordlichter? Am Himmel erschienen weiss-gräuliche Schleier, die sich bewegten. Nach einer Stunde verschwanden diese wieder. Waren dies jetzt die Nordlichter? Auch in der nächsten Nacht erschienen diese blassen, weisslichen Schleier – anfänglich machte sich bei mir Enttäuschung breit. Wo waren diese knalligen, leuchtenden Polarlichter?

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Ahnung, was sich in diesem Moment dort oben in dieser arktischen Nacht abspielte. Doch sie waren da – diese Polarlichter!

Was mir niemand über die Nordlichter erzählt hatte

Nachfolgend erzähle ich Euch, warum die Nordlichter weiss-gräulich und eigentlich doch grün oder sogar farbig sind, erzähle von meinen falschen Erwartungen und gebe viele Tipps und Erfahrungen weiter. Damit vielleicht Deine Reise zum Nordlicht spannend und ohne Enttäuschungen bleibt.

Don’t go for the Northernlights

Nordische Landschaften

Heute reise ich auch im Herbst- und Winter wegen der Schönheit der Landschaft und der Lebensart der dortigen Menschen in den hohen Norden. Eine Reise nur mit dem Zweck Nordlichter zu sehen, mache ich nicht mehr und empfehle dies auch niemandem. Denn es gibt keine Garantie Nordlichter wirklich zu sehen. Es kann sein, dass die Nordlichter keine Lust haben zu erscheinen, die Sonne gerade eine ruhige Kugel schiebt, das Wetter tagelang regnerisch und stürmisch ist, ich selber gerade am falschen Ort bin oder ganz einfach verschlafe!

REISE ZUM NORDLICHT – WO GIBT ES GUTE ORTE FÜR DIE BEOBACHTUNG? Du findest unter diesem Link eine paar Tipps, an welchen Orten die Nordlichter gut zu sehen sind – von Shetland bis Norwegen.

Nordlichtjäger – die Nordlichter sind unberechenbar

Der Nordlicht-Jäger (2019)

Eines habe ich schnell gelernt, der Begriff „Nordlicht-Jäger“ ist gar nicht so falsch. Wie ein Jäger muss ich die Natur lesen können, die Zusammenhänge verstehen, damit ich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort stehe. Als erstes brauche ich eine dunkle, klare Nacht. Am Polarkreis sind daher die Nordlichter von Ende August bis Anfang April während der dunklen Stunden sichtbar.

Ein weiterer Aspekt sind die Sonneneruptionen oder Sonnenwinde; die Aurora Borealis entsteht, wenn Partikel aus der Sonne in die Erdatmosphäre gelangen und heftig mit den Gasatomen kollidieren. Dies bedeutet, ich muss also auch ein bisschen die Sonne beobachten, was die Sonne gerade für Teilchen ins All schleudert. Normalerweise erreicht dieser Teilchenstrom bei einer Geschwindigkeit von ca. 400 km pro Sekunde innerhalb von zwei bis drei Tagen die Erde. Damit ich weiss, wann die Teilchen das Nordlicht zum glühen bringen, brauche ich eine Aurora-Vorhersage. Zum Glück gibt es heute dazu verschiedene Apps, welche den Grad der Aurora-Aktivität vorhersagen.

Und ich brauche Zeit, daher gilt je länger mein Aufenthalt in einer Polargegend, umso mehr die Chance Nordlichter zu sehen. Ein kurzer Wochenend-Trip wird dann doch öfters in einer Enttäuschung enden, einfach weil auf die Nordlichter kein Verlass ist.

Nach den Nordlichtern kann ich die Uhr stellen …

Nordlicht vor dem Haus während der blauen Stunde (2016)

Irgendwo hatte ich gelesen, dass das Nordlicht pünktlich um Mitternacht erscheint. So hatte ich mich anfänglich darauf eingestellt, erst nach Mitternacht raus in die dunkle Nacht zu gehen. Inzwischen weiss ich, auch das war falsch. Eines meiner schönsten Nordlicht-Erlebnisse hatte ich im Herbst auf den Lofoten nach Sonnenuntergang, während der blauen Stunde.

Wobei eine gewisse Regel scheint es doch zu geben. In der dunklen Jahreszeit erscheint das Nordlicht selten vor 18.00 Uhr. Nach 19.00 Uhr ist die Chance am grössten, das Nordlicht mehrmals zu sehen, am kräftigsten leuchten diese zwischen 22.00 und 23.00 Uhr, nach Mitternacht nimmt die Häufigkeit dann wieder ab.

Es muss nicht kalt sein, um das Nordlicht zu sehen

Pause vor der Nordlichtjagd bei 18 Grad im September auf den Lofoten – mildere Tage können vorkommen, die Nächte sind gerade anfangs Herbst noch „erträglich kühl“. Rund zwei Stunden nach dem dieses Bild entstanden ist, erschienen die ersten Nordlichter am Himmel.

Anfänglich war ich der Meinung, dass es eisig kalt sein muss um das Nordlicht zu sehen. Der Bergriff Polarnacht, welcher oft im Zusammenhang mit den Nordlichtern genannt wird, hat mich zu diesem Missverständnis gebracht. Richtig ist, dass die Nordlichter das ganze Jahr erscheinen, auch im Sommer. Sehen kann man diese nur in der Dunkelheit, daher eigenen sich die langen Nächte in der Zeit von August – März am Besten.

In der Arktis sind die Polarnächte meistens klar

Klare Nacht über Island – aber weit und breit kein Nordlicht, nur die Sterne funkeln am Himmel.

Nun, darauf bin ich dann nicht hereingefallen. Wohl schon zuviel schlechtes Wetter in Lappland und in Island erlebt. Klar ist, das Wetter in der Arktis genauso unvorhersehbar ist wie das Nordlicht selbst. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Sonne, Wolken, Regen, Graupel, Hagel, Schnee und starke Winde an einem Tag auftreten. Die vier Jahreszeiten an einem Tag, wie die Isländer dies nennen. Und oft war es so, dass ich bei einem aufgeklartem Himmel aufgewacht bin, dies aber nicht bedeutete, dass dieser kristallklare Himmel bis zur Sichtbarkeit des Nordlichts bestehen blieb. Einer der spannendsten und stärksten Nordlicht-Beobachtung hatte ich nachdem es den ganzen Tag geregnet hatte. Der Himmel riss erst nach 22.00 Uhr völlig überraschend auf – bis 03.00 Uhr erlebte ich zusammen mit meiner Frau die bisher intensivsten Nordlichter.

Du musst Dich aktiv bemühen um das Nordlicht zu sehen

Auf der Suche nach geeigneten Beobachtungsplätzen – die Strassenverhältnisse in der Polarregion sind oft schwierig – besonders nachts.

Ich wiederhole mich, aber es muss dunkel sein, um das Nordlicht zu sehen. Dies bedeutet, dass ich die Stadt oder Siedlung verlassen muss, um der Lichtverschmutzung zu entgehen. Das Nordlicht ist in Städten wie Reykjavik und Tromsø nur sichtbar, wenn es sehr stark leuchtet. Daher gibt es nur eins, raus fahren in die arktische Landschaft. Schlussendlich bedeutet dies für mich viele Nächte durchzumachen, den Wecker stündlich zu stellen. Kamera und Jeep einsatzbereit, damit wenn es los geht, ich sofort an einen vorher rekognoszierten dunklen Platz fahren kann. Aber Achtung, die Strassenverhältnisse nachts sind gerade in Island wieder eine Herausforderung für sich.

Blick in Richtung Norden

Wo ist Norden?

Dies ist jetzt logisch, oder? Na ja, irgendwie war ich ja im Norden und hab dies halt wieder vergessen. In die falsche Richtung geguckt. Es ist aber wirklich so, in Richtung Norden sehe ich die ersten Anzeichen, wenn Nordlichter entstehen.

Das Nordlicht erscheint in einem Spektrum von Farben, aber meistens ist es weiss-grau

grün-rotes Nordlicht über dem Eyjafjörður (2019)

Meine ersten Nordlichter waren weiss-graue Schleier oben am Himmel. Nur zu unterscheiden von den Schleierwolken, da sich die weiss-grauen Nordlichter anders bewegten. Bei stärkeren Nordlichter empfand ich diese als pastellfarben grün, manchmal mischte sich ein leichtes rot darunter.

In diesem Punkt bin ich mit einer ganz falschen Vorstellung erstmals in den Norden gereist. Die Langzeitaufnahmen vieler Fotografen sind intensiv, leuchtend grün, bei einigen sind sogar rote, violette Farbtöne dabei. Am PC werden diese Nordlicht-Aufnahmen mit dem weiss/schwarz Regler (oder anderen Techniken) sogar noch intensiver zum Leuchten gebracht. Auch meine Bilder gleichen in den Farben den gängigen, intensiven Fotografien von Nordlichtern. Gesehen habe ich die Nordlichter in der Realität ganz anders.

Mein erstes Nordlicht habe ich etwa in dieser Art gesehen. Die Kamera hat dieses als grünes Licht aufgezeichnet, ich habe dies dann in Lightroom nachträglich korrigiert, so wie ich es wirklich gesehen habe. (Bild 2015)

Die heutigen digitalen Fotokameras nehmen mit ihren hochempfindlichen Sensoren das elektrische Licht im Prinzip wahrheitsgetreu auf. Wir Menschen dagegen sehen die Polarlichter unterschiedlich. Und die Erklärung dafür, wie könnte es anders sein, ist kompliziert. Eine Rolle spielt der Standort, das noch vorhandene Restlicht aus den umliegenden Siedlungen, die Intensität des Nordlichtes selber sowie allfälliger Mondschein. Und das eigene Sehvermögen. Ich habe in der Dämmerung und Nacht ein durchschnittliches Sehvermögen, daher nehme ich erst bei stärkeren Lichterscheinungen leichte Farbtöne wahr. So kann ein jüngerer Mensch durchaus gleichzeitig ein intensiveres Farberlebnis empfinden.

Nachts sind alle Katzen grau, daher sind die Nordlichter weiss-grau?

MEIN ERSTES NORDLICHT SAH ICH WEISS, NICHT GRÜN … Mehr zu diesem Thema, wie ich die Nordlichter persönlich gesehen habe findest Du unter diesem Link.

Bei Vollmond gibt es kein Nordlicht

Nordlicht und Vollmond (2016)

Noch so ein Missverständnis, dass ich anfänglich hatte, bei Vollmond sei das Nordlicht nicht sichtbar. Ich habe das Nordlicht – wie dieses Foto beweist – schon mehrmals bei Mondschein beobachtet. Für mich als Fotograf eine tolle Sache, so kann ich mit den verschieden Lichtern spielen, der Mond erhellt dazu wunderschön die umgebende Landschaft.

Die Nordlichter kann man anfassen …

wabernder Nordlichtregen über den Lofoten (2016)

Manchmal habe ich tatsächlich das Gefühl, die Nordlichter fallen auf mich herab und ich kann diese anfassen. Oder diese scheinen aus Bergen zu schiessen wie Lava aus einem Vulkan, aber klar es ist alles nur eine optische Illusion. Das Nordlicht, das der Erde am nächsten kommt, ist 80 Kilometer über der Erdoberfläche. Im Vergleich dazu fliegen Flugzeuge etwa 10 Kilometer über der Oberfläche. Also nichts zum anfassen …

Die Nordlichter werden für immer verschwinden, sind nur noch eine Zeit lang zu sehen

schwaches Nordlicht in Nord-Norwegen (2016)

Diesem Irrtum bin ich richtig aufgesessen. Das Jahr 2015 hätte eines der letzten grossen Nordlicht-Jahre werden sollen. Ich habe meine erste Nordlicht-Reise nach Island tatsächlich aufgrund eines Berichtes „Last chance to see the Northern Lights before they disappear“ auf das Jahr 2015 vorgezogen.

Ist natürlich quatsch … und doch nicht ganz. Und schon wird es wieder kompliziert. Die Anzahl der Sonnenflecken wirkt sich irgendwie auf die Nordlicht-Aktivitäten aus. Es gibt einen Sonnenfleckenzyklus, das heisst die Anzahl der Sonnenflecken schwankt mit einer Periode von rund 11 Jahren. Am meisten Sonnenflecken sind im April 2014 beobachtet worden, das Aktivitätsminimum fand zuletzt 2008 und nächstens um 2020 statt, dann sind gar keine Sonnenflecken auszumachen.

Es scheint zu sein, dass die Nordlichter beim Sonnenfleckenmaximum aktiver und intensiver sind. Allerdings hat dies nur eine Auswirkung, dass während dieser Zeit die Nordlichter weiter südlich als üblicherweise zu sehen sind, da mehr elektrisch geladene Teilchen die Erde erreichen. Auf die Aurora Borealis im hohen Norden hat dies fast keinen Einfluss. Umgekehrt gesehen, die Polarlichter erscheinen auch wenn keine Sonnenflecken auf der Sonne zu sehen sind.

Gerade im Juni 2019 waren die Aktivitäten relativ stark. Dies zeigt, dass auch bei geringen Sonnenfleckenanzahl es trotzdem zu starken Eruptionen auf der Sonne kommen kann, bei denen grosse Mengen an Plasma in den Weltraum ausgestossen werden.

Die Idee der „Nordlicht-Touristiker“ mit dem verschwindenden Nordlicht war ein guter Werbegag. Ich bin darauf hereingefallen. Und ich bin mir sicher, dass die Werbung um das Jahr 2025, diesen Gag wieder auspackt und dann heisst es wieder „Letzte Chance, die Nordlichter zu sehen, bevor sie für immer verschwinden.“

Wie auch immer – wer die Chance hat eine Reise in den hohen Norden zu unternehmen sollte unbedingt die Polarlichter miteinplanen. Es ist immer wieder ein faszinierendes und mystisches Erlebnis in der Nacht draussen in der Natur zu stehen und die Nordlichter oben am Himmel zu beobachten!

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Alle Fotos by michaels’s beers&beans, diese wurde auf Island (2015 – 2019) oder den Lofoten (2016) aufgenommen

Nordlichter als Anreiz zum Reisen

Nordlicht

In meinem Umfeld beobachte ich ein zunehmendes Interesse für Reisen und Touren zu den Polarlichtern. Gerade für den Winter steht diesen Interessierten ein riesiges Angebot für Winter-Reisen zum Nordlicht zur Verfügung. Verschiedene Veranstalter vermarkten die Nordlichtern sehr offensiv.

Viele Menschen reizen Natur-Phänomene, die eher selten sind. Die Nordlichter sind ein solches einzigartiges und ästhetisches Naturschauspiel. Allerdings stelle ich öfter fest, dass es „Polarlicht-Reisende“ gibt, denen es eher darum geht, dass sie ihren „Sozialstatus“ aufwerten und mit einem hippen Wochenendtripp das Nordlicht schnell mitnehmen wollen. Sehr oft sind diese Reisenden enttäuscht, da sie das ganze Wochenende vor einer geschlossenen Wolkendecke gestanden sind. Oder das Nordlicht nur als kaum wahrnehmbarer gräulicher Schleier gesehen haben, dafür aber in einem Bus stundenlang durch die winterliche Polar-Nacht gekarrt wurden.

Das Polarlicht ist kein Wasserfall, ein Berg oder sonst irgendeine Naturschönheit, dass man schnell besuchen kann. Es braucht wirklich etwas Glück und Zeit, wenn man sich dem Nordlicht erschliessen will.

Für mich gibt es einen Grundsatz:

Don’t go for the Northern Lights; go for the destination.

Es kann sein, dass in Island das Nordlicht wochenlang niemand gesehen hat. Ein Sturm nach dem anderen fegt über das Land und der Nachthimmel bleibt immer von Wolken behangen. Oder es gab einfach tagelang keine Nordlicht-Aktivitäten.

Hätte ich meine Reisen nach Island und Norwegen bisher nur in der Hoffnung besucht, das Nordlicht zu sehen, wäre ich wahrscheinlich enttäuscht gewesen. Stattdessen habe ich von Anfang an Ausflüge, Wanderungen, aber auch ein paar gemütliche Ferientage eingeplant. Und die Nordlichter kamen und tanzten. Für mich war dies einfach ein zusätzlicher Bonus zu einer wunderschönen Herbstreise in den Norden.

Um Nordlichter zu sehen muss man Zeit haben. Denn je länger der Aufenthalt am Polarkreis, desto realistischer die Chance, tatsächlich etwas von dem (intensiven) Leuchten am Himmel mitzubekommen. Wer dann am richtigen Ort, abseits von Siedlungen, dick verpackt um Mitternacht in der eisigen Stille steht, der erlebt etwas, dass er sein Leben lang nicht mehr vergessen wird.

Faszination Nordlichter
by Michael’s Beers & Beans

Bei mir auf dem Blog findest Du viele interessante Tipps und Bilder rund um das Thema Polarlichter: Faszination Polarlicht by Michael’s Beers&Beans! Alle meine Berichte zum Nordlicht findest Du hier.

Bilder: Island 2019 & 2015, Lofoten 2016

Magisches Himmelspektakel

Nordlicht

Tanzende Lichter, wehende Vorhänge oder imponsant aus dem Nacht-Himmel fallende Wasserfälle – wenn die Nordlichter in der arktischen Nacht aufleuchten habe ich als staunender Beobachter alles rundherum einfach vergessen. Die Lichterscheinungen in plastischen Formen verzaubert die Winternacht magisch.

Bald geht meine diesjährige Reise nach Island los und ich hoffe natürlich, dass ich gutes Wetter habe und das eine oder andere Nordlicht erleben kann.

Deswegen habe ich in meinem Foto-Archiv gestöbert und noch die eine oder andere Trouvaillen entdeckt, die ich Euch gerne nachfolgend präsentiere. Und wie gewohnt gibt es zu jedem Bild ein paar Information rund um die magischen Nordlichter.

Farbige Lichtbänder

Die Polarlichter treten in einem Gürtel rund um den magnetischen Pol auf – hier in der blauen Stunde kurz nach Sonnenuntergang auf den Lofoten aufgenommen. Die Abenddämmerung vereinigt sich mit dem ersten Nordlicht und kündigt die Nacht an. Das Nordlicht verläuft über Skandinavien, Shetland, Island, Teile Grönlands, Kanada, Alaska und die Nordküste Sibiriens.

Aurora Borelis oder Aurora Australis?

Sieht das nicht magisch aus? Zauberhaft? Von den Polarlichtern gibt es übrigens gleich zwei Sorten: das Nordlicht, das auf der Nordhalbkugel vorkommt – wissenschaftlich heisst es „Aurora borealis“ – und das Südlicht auf der Südhalbkugel – „Aurora australis“.

Atomphysik am Himmel

Der Ursprung der Nordlichter liegt bei der Sonne. Wenn der Sonnenwind Partikel in Richtung Erde schleudert, werden diese Partikel von der Erdatmosphäre geblockt. Ein paar dringen denoch durch, folgen den Magnetströmungen zu den Polarregionen und kollidieren dort mit Molekülen unserer Luft. Whoom! Durch den Zusammenstoss wird Energie freigesetzt – dies sieht dann so aus wie hier über den Lofoten.

Formen und Farben

Abhängig von den Sonnenwinden treten Nordlichter in vier verschiedenen Arten auf: als Corona, als Vorhänge (wir hier im Bild), Bögen und Bänder. Und in verschiedenen Farben: Grünes Licht entsteht in rund 100 Kilometer Höhe, rotes Licht in 200 Kilometern Höhe – beide durch Sauerstoffatome. Violett bis blau dagegen entsteht durch angeregte Stickstoffatome.

Glück oder Zufall?

Eine Garantie für die Beobachtung von Nordlichter gibt es nicht. Hier ist es wie mit den anderen Himmelsserscheinungen, bei denen ebenfalls ein bisschen Glück und mehr noch die richtigen Wetterverhältnisse dazugehören – also ein möglichst klarer Himmel! Dazu sollte die Nacht möglichst dunkel sein, dann steigen die Chancen schöne Polarlichter zu beobachten.

Logenplatz

Wenn alle Faktoren stimmen, dann kann man Nordlichter auch in der Schweiz beobachten. Doch die besseren Karten hat, wer ans sogenannte Polarlichtoval reisen kann. Dieses erstreckt sich um den geomagnetischen Pol im Norden Grönlands. So zeigen sich die Polarlichter über Nordskandinavien, Island, Grönland, dem nördlichen Nordamerika und Nordsibirien. Die Polarlicht-Aktivitäten erstrecken sich über das ganze Jahr, aber nur in den Herbst- und Wintermonaten bei Dunkelheit lassen sich diese gut beobachten. Allerdings statistisch gesehen kommt es jedoch um die Tag-Nacht-Gleiche am 23. September und 21. März am häufigsten zu Sichtungen. Ein Teil dieser Bilder wurde so im September auf den Lofoten aufgenommen.

Mein Post „Reise zum Nordlicht – wo gibt es die besten Orte für die Beobachtung“ findest Du hier. Dort findest Du eine Zusammenfassung an welchen Orten die Nordlichter gut zu sehen sind. Diese Aufstellung basiert einerseits auf eigene Erfahrungen (Island, Norwegen, Irland, Färöer Inseln, Shetland), anderseits auf Informationen aus meinem Bekanntenkreis, dem Internet sowie Touristikorganisationen der betreffenden Länder. 

Fotogenes Licht

Doch Vorsicht: Wenn Du jetzt extra in den hohen Norden reist, dann sei nicht enttäuscht, wenn das Nordlicht nicht so aussieht, wie in meiner Galerie. Das Verrückte ist: Aufnahmen von Nordlichter sind viel farbintensiver als in der Realität. Daher mein Tipp: eine Reise nicht einzig und alleine wegen den Nordlichtern zu unternehmen. Sondern eine Herbst- oder Winterreise an den Polarkreis zu planen und wenn es gutes Wetter ist und Nordlicht-Aktivitäten hat, diese quasi „on top“ mitzunehmen. Und klar, Kamera nicht vergessen, dann macht die Nordlicht-Jagd eigentlich erst richtig Spass.

Wie ich die weissen Nordlichter zum ersten Mal gesehen habe, darüber habe ich einen Artikel „Wie Nordlichter wirklich aussehen …“ verfasst.

Weitere Informationen und Bilder

Weitere Bilder und alle Posts auf meinem Blog zum Thema Nordlicht findest Du hier: https://beersandbeans.ch/category/nordlicht/

Sind Nordlichter gefährlich?

Nordlicht

Können Nordlichter für Menschen gefährlich sein? Dies wurde ich schon ab und zu gefragt. Dies hat mich neugierig gemacht und so bin ich dieser Frage im Netz sowie in einem Fachbuch* etwas nachgegangen.

Dancing Mirrors (aufgenommen auf den Lofoten, Bild by Michael’s Beers & Beans)

In den Presse-Archiven habe ich tatsächlich Warnungen vor starken Sonnenstürmen gefunden. Gewarnt wurde insbesondere vor der Auswirkung der energiereichen, elektrischen geladenen Teilchen des Sonnenwindes. Diese sind einerseits für die Entstehung der Polarlichter verantwortlich, andererseits erzeugen diese elektromagnetischen Felder, die elektronische Geräte stören könnten.

Es gibt vereinzelt Berichte zu Schäden an elektrischen und elektronischen Einrichtungen, welche allenfalls auf Nordlichter resp. starke Sonnenstürme zurückzuführen sind. Starke Plasmastürme könnten so in den Jahren 1989 und 2012 zu Störungen in Radio, Funk und Satellitennavigation geführt haben. Auch ist die Rede davon, dass in Kanada 1989 (während eines Sonnenflecken-maximums) starke Sonnenwinde einen regionalen Stromausfall verursacht haben könnte. Eine zentrale Trafostation sei wegen zusätzlichen elektrischen Strömen durchgebrannt und hätte so eine Kettenreaktion ausgelöst, welche zu einem „Black Out“ führte.

Vor den starken energiereichen, elektrisch geladenen Teilchen des Sonnenwindes wird gewarnt. Diese sind einerseits für die Entstehung der Polarlichter verantwortlich, andererseits erzeugen diese elektromagnetischen Felder, die elektronische Geräte stören könnten.

Dagegen habe ich keine glaubhaften Quellen gefunden, dass Menschen durch starke Nordlicht-Aktivitäten gesundheitlichen Schaden davon getragen hätten. Das starke Erdmagnetfeld scheint uns wie auch die Menschen am Polarkreis genug zu schützen.

Selber habe ich bei Beobachtungen der Nordlichter nichts gespürt. Auch mein elektronisches Equipment hatte keine Störungen. Für mich in Erinnerung bleibt eher das wohltuende Gefühl, Nordlichter zu beobachten, dieses Wunder der Natur auf mich wirken zu lassen.

Ein Aspekt, auf den mich ein Leser über Twitter aufmerksam gemacht hat, habe ich tatsächlich vergessen: Nordlichter können Nordlandsüchtig machen!

Viele Posts zum Thema Polar- und Nordlicht findest Du auf meinem Blog: Faszination Nordlicht

Das starke Erdmagnetfeld scheint uns Menschen vor den energiereichen, elektrischen geladenen Teilchen des Sonnenwindes zu schützen.

Quellen: Google –>  wetter.de; NASA; FAZ; Wikipedia; usw. usw. sowie *Polarlichter zwischen Wunder und Wirklichkeit: Kulturgeschichte und Physik einer Himmelserscheinung 1 , Kindle Edition von Kristian Schlegel

Bilder: Michael’s Beers & Beans (Lofoten Herbst 2016)
Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.  Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den (wissenschaftlichen) Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Sounds of Northern Lights – kann man Nordlichter hören?

Iceland, Nordlicht

Haben Nordlichter einen Sound, entwickeln diese wirklich Geräusche? In Fachbüchern findet man darüber Erzählungen von Menschen, die am Polarkreis wohnen. Diese berichten, dass sie in einzelnen Fällen während des Lichtschauspiels ein Knistern und Knacken gehört haben. Ein wissenschaftlicher Beleg, z.B. durch Tonaufnahmen, fehlte bisher. Jetzt gibt es dazu neuste Forschungen, die dem Klang auf der Spur sind und bestätigen, dass Nordlichter tatsächlich hörbare Geräusche entwickeln können.

Kann man Nordlichter hören? Diese Begegnung mit einem Polarlicht in Island fand in absoluter nächtlicher Stille statt.

Um es vorweg zu nehmen, während meinen Nordlicht-Beobachtungen in Island und Norwegen habe ich gar nichts gehört. Ich habe auch nicht darauf geachtet, denn ein Nordlicht zu hören, war für mich unwahrscheinlich. Die Lichtphänomene entstehen in ca. 100km Entfernung zur Erde. Meine einfache Überlegung war, dass einerseits sich im Weltraum keine für uns Menschen hörbare Geräusche entwickeln können, andererseits falls doch, der Schall sowie das Licht mit einer unterschiedlichen Geschwindigkeit auf der Erde eintreffen würden.

Nun bin ich vor kurzem über Berichte der Aalto University in Finnland gestolpert, die meine laienhafte Meinung widerlegen. Die Forschergruppe um den Professor Unto K. Laine beweist inzwischen die Existenz von Geräuschen und Tönen, die eindeutig von Nordlichter stammen. Wie in den früheren Erzählungen handelt es sich um ein Knistern und Knacken. Zwischendurch gibt es zusätzliche Geräusche wie von einem Klatschen oder einem Peitschenhieb.

Im Juni 2016 wurde von der finnischen Universität ein weiterer Bericht veröffentlicht, der eine Erklärung der Herkunft der „Nordlicht-Töne“ aufzeigt. Das Wetter – so die Forscher – spielt eine entscheidende Rolle. Um die Töne überhaupt zu hören, benötigt es eine Inversionsschicht. Eine solche Schicht entwickelt sich in den arktischen Regionen bei klarem, sehr kaltem und ruhigem Wetter. Dabei „schwimmt“ etwas wärmere Luft in einer Höhe von ca.  70m über dem Boden wie auf einem Kälte-See und bildet einen Art Deckel.

Nur bei dieser ganz speziellen Inversions-Wetterlage konnten die Forscher die Klänge hören und aufnehmen. Warum diese Töne allerdings entstehen, darüber wird noch gerätselt und weiter geforscht.

Für alle die auf Nordlicht-Beobachtung gehen heisst es jetzt also „Augen und Ohren auf“!

Sound of Northern Lights - kann man Polarlichter hören?

Sound of Northern Lights – Forscher in Finnland haben nachgewiesen, dass bei speziellen Wetterlagen die Nordlichter knistern und Geräusche verursachen, die man hören kann.

Ein Auszug aus dem Bericht von Prof. Unto K. Laine über die hörbaren Nordlichter kannst Du unter folgendem Link “Acoustics researcher finds explanation for auroral sounds“ nachlesen.

Alle meine Posts und Bilder zum Thema Nordlichter (Polarlichter / Aurora Borealis) findest Du hier: Faszination Nordlichter by Michael’s Beers & Beans

 

Quellen:
Polarlichter zwischen Wunder und Wirklichkeit: Kulturgeschichte und Physik einer Himmelserscheinung, Kindle Edition von Kristian Schlegel (allgemeine Informationen über das Nordlicht)
“Acoustics researcher finds explanation for auroral sounds“ Prof. Unto K. Laine Aalto University Finland htttp://www.aalto.fi/en/current/news/2016-06-22/
Bilder: Michael’s Beers & Beans, Nordlichter über Island (Akureyri)
Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.  Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den 
(wissenschaftlichen) Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Fotografie Nordlicht – ein kleiner Ratgeber

Iceland, Nordlicht, Photography

Das Nordlicht zu fotografieren ist eine spannende Herausforderung – hier wird das Können und die Beherrschung der eigenen Kamera zentral. Sollte man die Chance bekommen, das Nordlicht zu sehen, hat man keine Zeit mehr „herumzupröbeln“. Dann muss einerseits die eigene Amateur-Foto-Ausrüstung à jour sein, andererseits sollte man die Kamera in der Dunkelheit beherrschen. Aber was ist die richtige Ausrüstung? Und wie krieg ich das grüne Licht überhaupt auf den Sensor? Nachfolgend meine Erfahrungen und Tipps als Leitfaden für eine erfolgreiche Polarlicht-Fotografie.

Das Nordlicht ist eindeutig ein „Fotografen-Ding“, denn es macht wirklich Spass die Nordlichter zu fotografieren. Interessant ist, dass die Kamera die Aurora Borealis „wahrheitsgemäss“ grün, farbig aufgezeichnet hat, während ich mit meinem Auge die Nordlichter weiss, grau – bei stärkeren Erscheinungen leicht grünlich wahr genommen habe. Daher kann es bei „Nicht-Fotografen“ zu Enttäuschungen kommen, wenn man die Lichterscheinung nicht knallig leuchtend grün, sondern in Natura nur grau- weiss oder pastellfarben türkis sieht. Darüber habe ich einen Post geschrieben: Mein erstes Nordlicht sah ich weiss, nicht grün …

norway-8553
faszinierende Nordlichter (Lofoten, September 2016)

Schnell habe ich gelernt, dass tolle Aufnahmen von Nordlichtern nur mit einer guten Kamera-Ausrüstung möglich ist, die mindestens folgende drei Voraussetzungen mit sich bringt:

  • lichtstarkes Weitwinkel-Objekt
  • Kamera mit grossem Sensor (4:3, Vollformat oder APS-C, was ich eingesetzt habe)
  • rauscharme, hohe ISO Werte

Sehr wichtig für gute Fotos ist in erster Linie ein sehr gutes – also ein lichtstarkes Weitwinkel-Objektiv. Ein solches Objektiv mit einer Lichtstärke von < 2.8 geht auch heute noch richtig ins Geld. Da ich ein lichtstarkes Weitwinkel-Objektiv in der Regel nicht einsetze, habe ich für die Dauer meiner Reise ein solches gemietet.

dsc_0517

Ich nehme schlussendlich folgende Ausrüstung für die Reise an den Polarkreis mit. Natürlich sind auch Objektive für die Landschaftsfotografie dabei.

  • Nikon D7100
  • Nikon AF-S 14-24mm f/2.8 G ED (gemietet)
  • Nikon AF 18-105mm f/3.5-5.6G Nikkor-Objektiv
  • Nikon AF Nikon 70-210mm f/4-5.6 (mein Oldtimer, aber geht)
  • Panasonic Lumix DMC-FZ 1000 f/2.8 (mit Leica 24 – 400mm, als Ersatzkamera)
  • robustes Stativ (sollte auch starken Winden widerstehen)
  • Funk-Fernauslöser (in der Winter-Kälte von Arosa ausgetestet)
  • Filter, Akkus, SD-Karten, kleine Taschenlampe mit Rotlicht,  usw.
  • Notebook mit Lighroom, IPad

Alles muss in meinen Fotorucksack passen ….

Hier fehlt noch das Wichtigste – das Nikon-Objektiv AF-S 14-24mm f/2.8 G ED

Die Kälte kenne ich aus den Wintermonaten in Arosa (1800 müM), diese ist beim Fotografieren nicht zu unterschätzen. Wenigstens weiss ich, dass meine Nikon dies aushält. Somit gehen natürlich auch warme Kleider ins Gepäck, vorallem  Handschuhe, bei denen ich weiss, dass ich damit in der Kälte die Kamera manipulieren kann. Unterschätze die Kälte nicht – in den nördlichen Länder kommt meistens ein starker Wind hinzu. Daher sollte das Stativ stabil sein. Es lohnt sich einmal zu Hause in einer ganz kalten Nacht raus zu gehen und alles auszutesten, auch den eigenen „Workflow“.

Allerdings bevor Du Dir jetzt sofort eine teure Kamera kaufst, solltest Du überlegen, ob vielleicht auch eine kompakte Kamera dafür taugt. Denn für schöne Schnappschüsse kann eine gute oder hochwertige Kompaktkamera gut geeignet sein. Am Schluss dieses Post gehe ich nochmals mit Tipps auf dieses Thema ein.

norway-9717
Nordlichter „regnen“ über die Lofoten (Bild September 2016)

Profis fotografieren natürlich im RAW-Format, damit bei der Nachbearbeitung keine Qualitätsverluste auftreten. Meine Kamera (Nikon D7100)  habe ich einfach so eingestellt, dass beide Formate – also RAW und JPEG – abgespeichert werden. Die Nachbearbeitung in JPEG ist aus meiner Sicht einfacher und aus meinen den Bildern hätte ich aus dem RAW-Format nur unwesentlich mehr rausgeholt. Aber zugegeben, hier bin ich etwas faul …

Die Nordlichter erhellen den Himmel nicht, es ist eine schwache Lichterscheinung. Somit fotografiert man nachts, also ist es logischerweise dunkel. Damit gibt es nur eines rauf mit dem ISO Wert. Für mich war ISO 1000 bis ISO 1600 ein guter Richtwert. Hier muss man einfach auf das Rauschverhalten aufpassen. Bei schwachen Lichter habe ich doch ein stärkeres Rauschen festgestellt. Diese Bilder konnte ich aber in Lightroom und/oder NoiseNinja gut entrauschen, auf ein verträgliches Mass reduzieren.

Schwierig wird es etwas mit der Schärfe. Der Autofokus ist nachts ziemlich auf verlorenem Posten, daher habe ich diese Funktion ausgeschaltet. Die manuelle Scharfstellung ist etwas tückisch, denn diese sollte per Hand auf Unendlich eingeschaltet werden. Gerade wenn man Positionswechsel mit der Kamera vornimmt, kann es sein, dass die Einstellung verstellt wird. Hier immer wieder kontrollieren, nicht dass man nachher unscharfe Bilder hat. Dafür braucht man eine Taschenlampe.

Belichtung habe ich in der Einstellung M (steht für manuell) vorgenommen, also Blende und Zeit von Hand eingestellt. Ob die Belichtung in Ordnung war, habe ich jeweils über das Histogramm im Display kontrolliert.

Die beste Belichtungszeit für Nordlichter ist die kürzest mögliche. Die vorhandene Kamera bestimmt die Grenzen des Machbaren, bei mir war dies so im Zeitenbereich zwischen fünf und fünfundzwanzig Sekunden. Dies ist abhängig von der Stärke des Nordlichts, dem Mondschein oder sonstiges Restlicht. Länger wie dreissig Sekunden habe ich nicht belichtet, da aufgrund der Erddrehung die Sterne seltsam oval werden oder zu Strichen mutieren.

Das nachfolgenden Bild ist mit der Belichtungsmethode M, Blende f=2.8, ISO 1250 und 15 Sekunden aufgenommen worden.

Iceland15-7878-2
Nordlicht über dem Eyjafjörður (Island 2015)

Unbedingt sollte man das richtige Zubehör dabei haben: Funk- oder Kabelauslöser, Stativ (sollte robust sein, den der Wind in Island rüttelt ganz schön am Stativ) und eine kleine Taschenlampe, damit man in der Dunkelheit die Einstellungen immer überprüfen kann.

Erfahrung mit MFT Micro Four Third System Kamera

Für die Nordlicht-Jagd vom letzten Herbst habe ich meine Lumix DC-GX9 in den Fotorucksack gepackt, zusammen mit dem Leica 8-18mm/F2,8-4,0 sowie einem Standard- und Teleobjektiv. Ohne Spiegelreflex auf Polarlicht-Jagd? Darüber habe ich ein Erfahrungsbericht geschrieben welchen Du hier findest.

Tipp: Nordlichter mit einer Kompaktkamera

Wenn man im Besitz einer etwas hochwertigen Kompakten ist, dann kann man auch ganz gute Nordlicht-Fotografien machen. Wichtig ist, dass man die ISO raufschrauben kann, ohne die Bilder verrauschen zu lassen. Mit einer günstigen Kompaktkamera oder dem Smartphone ist hier wenig zu machen. Auch hier gilt je grösser der Sensor umso besser. Mit einer Canon Powershot G-Reihe, Sony Cyber Shot RX-Reihe oder auch einem Reisezoomer (wie z.B. Panasonic Lumix FZM 1000 / FZM 2000) gelingen überraschend gute Bilder. Ich habe mit der Pananonic DMC-TZ101 ein paar Probeaufnahmen gemacht und war über das gute Ergebnis erstaunt. Etwas „hinderlich“ ist, dass diese Kamera eine Brennweite von 27 – 270mm hat, damit erreicht man das Ziel mit dem Weitwinkel so viel Himmel wie möglch abzubilden, nicht. 

Auch die Kompaktkamera gehört auf ein standfestes Stativ, wobei ein flexibles Stativ wie eines der bekannten GorillaPods von Joby ausreicht. Hat man keines dabei, nimmt man ein kleines Kissen mit und sucht sich eine Mauer, so lässt sich mit etwas Kreativität etwas brauchbares zusammenbasteln.

Mit der Kompaktkamera werden die Nordlicht-Fotografien am besten bei Mondschein, wenn also die Umgebung erleuchtet ist. Dann ISO rauf, auch hier irgendwo zwischen ISO 1000 und ISO 1600, Einstellung auf M, Blende voll auf und Zeit einmal auf 20 Sek einstellen. Somit hat man ein Referenzfoto, von dieser Aufnahme her kannst Du dann die Einstellung ISO und Belichtungszeit ändern, bis Du eine Einstellung gefunden hast. Etwas vorsichtig bitte bei der Prüfung über den Display – diese sind bei den Komapkten relativ klein und hell und lassen die Bilder allenfalls heller erscheinen als diese in der Realität sind.

Iceland15-7875
Nordlicht und Wolken (Island Oktober 2015)
Iceland15-7897-3
Nordlicht im Mondschein (Island Oktober 2015)
grün und rotes Nordlicht, aufgenommen in der Abenddämmerung (Lofoten, September 2016)

Faszination Polarlicht by Michael’s Beers&Beans! Alle meine Berichte zum Nordlicht findest Du hier.

Die verwendeten Bilder sind alle im Oktober 2015 auf Island sowie im September 2016 auf den Lofoten entstanden (Fotos by Michael’s Beers & Beans)

Quellen: eigene Erfahrungen in Island und Norwegen, dabei habe ich Tipps von Fotografen, aus Fotomagazinen und aus dem Internet umgesetzt, die ich zum Teil hier wiedergegeben haben.

Reise zum Nordlicht – wo gibt es gute Orte für die Beobachtung?

Faroe Islands, Iceland, Irland, Lofoten, Nordlicht, Norwegen, Shetland, Top

Die Polarlichter zu beobachten ist ein unbeschreibliches Erlebnis. Draussen in einer kalten, klaren Nacht hoch oben im Norden zu stehen, den unvergleichlichen Anblick dieser grün-weisslichen Licht-erscheinungen, die sich schnell in der Bewegung und Intensität ändern. Plötzlich verschwinden und wieder kommen.

Polarlichter – wo und wann kann man diese bestaunen? Wo tauchen diese Nordlichter auf, an welchen Orten kann man diese gut beobachten?

(Refresh September 2019 / Juli 2020)

Je näher man sich zum Nordpol befindet, umso intensiver sind die Lichterscheinungen. Daher sind die besten, erreichbaren Standorte für uns Europäer am nördlichen Polarkreis, also auf 66° nördlicher Breite, zu finden.

Die beste Zeit zur Beobachtung ist zwischen September und März, wenn die Nächte lang sind. Eine Reise in diesen Monaten an den Polarkreis garantiert noch keine Polarlichter. Im hohen Norden ist das Wetter im Herbst und Winter oft rau und der Wind peitscht einem ins Gesicht. Das Wetter ist sehr wechselhaft. Da ich den eisigen Winter in Norwegen einmal kennen gelernt habe, habe ich mich bewusst für den Herbst entschieden. Wir hatten im September 2016 (Lofoten) oder im Oktober 2015 (Island) wunderschöne, sonnige und ruhige Phasen, damit auch klare, schon fast „warme“ Nächte. Dies darf keine falschen Hoffnungen wecken, denn das Wetter oben am Polarkreis kann auch ganz anders! Es kann auch einmal tagelang durchregnen und stürmen. Es gehört schon ein bisschen Glück dazu, dass sich der Himmel aufklart. Pflicht sind im Herbst und Winter warme Kleidung, dazu gehören Mütze und Handschuhe.

In Island kann bereits Ende August der Winter einbrechen. (Bild Nord-Island im September 2015)

Das Wetter ist das eine, aber selbst wenn die Nächte klar sind, das Nordlicht ist immer noch nicht garantiert. Die Lichterscheinung hängt stark von der Aktivität auf der Sonne ab. Und es gibt weitere Faktoren, die man berücksichtigen muss: Standort, Umgebungslicht, Mondschein sowie Intensität des Nordlichtes. In den nachfolgenden aufgeführten Orten kann man von 10 Nächten zwischen 7 – 9 Nächten mit einem Polarlicht rechnen.

Meine Empfehlung ist nicht eine Reise einzig und alleine wegen den Nordlichtern zu unternehmen. Sondern eine Herbst- oder Winterreise an den Polarkreis zu planen und wenn es gutes Wetter ist und Nordlicht-Aktivitäten hat, diese quasi „on top“ mitzunehmen.

Album Iceland 2015-1 (434)
Hier am Polarkreis ist der richtige Ort um nachts die Lichterscheinungen zu beobachten. (Foto Halbinsel Flateyjarskagi, wenige Kilometer nördlich von dieser Spitze verläuft der 66° Breitengrad durch die Insel Grímsey)

Nachfolgend eine Zusammenfassung an welchen Orten die Nordlichter gut zu sehen sind. Diese Aufstellung basiert einerseits auf eigene Erfahrungen (Island, Norwegen, Irland, Färöer Inseln), anderseits auf Informationen aus meinem Bekanntenkreis, dem Internet sowie Touristikorganisationen der betreffenden Länder.

Nordlicht und Wolken (Kabelvåg, Lofoten, Norwegen, September 2016)

Finnland (Revontulet)

In Finnland setzt zur Zeit der Herbst-/Winter-Tourismus voll auf das Nordlicht. Das Angebot rund um das Nordlicht ist riesig und sehr vielfältig. Sehr beliebt ist Nellim am Inari-See, dem drittgrössten See Finnlands sowie die Glas-Iglus in Kakslauttanen. Ich kann mir vorstellen, dass der tiefverschneite Winter zusammen mit den Nordlichtern ein Erlebnis sein muss.

Empfohlene Orte: Nellim, Utsjoki, Kakslauttanen, Ivalo.

Norwegen (Polarlys, Nordlys)

Die Stadt Tromsø ist ein Hotspot für Nordlicht-Fans: wenn sich in der nordnorwegischen Stadt das Tageslicht allmählich verabschiedet, erscheint bei gutem Wetter die Aurora borealis schon fast zuverlässig. Hier, nördlich des Polarkreises, ist die Aktivität der Polarlichter am grössten, oft ist der Himmel stundenlang von leuchtenden Grüntönen erhellt.

Empfohlene Orte:  Tromsø, Alta, Lofoten

Im September 2016 habe ich die Lofoten besucht. Wir hatten grosses Glück und einige klare Nächte mit vielen Nordlichter und sehr langen Phasen. Gerade im September war faszinierend, dass die Nordlichter in der Abenddämmerung zu beobachten waren. Die Lofoten gehören sicher zu den Top-Standorten für die Nordlicht-Beobachtung.

Nordlicht in der Abenddämmerung (Kabelvåg, Lofoten, Norwegen)

Grönland

Natürlich ist Grönland eine grosse Option. Die gesamte Insel ist ein fabelhafter Platz für die Polarlichter. Die Eiswüsten im Inselinneren sind unzugänglich, die südlichen und östlichen Küstenregionen kann man erreichen, allerdings ist hier die Anreise nicht so einfach. Für Grönland gilt: Überall ist Nordlicht!

Empfohlene OrteKulusuk, Ammassalik

Schweden (Polarsken)

Dank ihres einzigartigen Mikroklimas – wenig Regen und oft wolkenloser Himmel – ist die Gegend um Abisko in Schwedisch-Lappland der wissenschaftlich nachweislich ideale Ort, um die Polarlichter in ihrer ganzen Intensität zu erleben. Man spricht hier von einem „Blauen Loch von Abisko“, welches sich im Himmel auftut, ein Stück klarer Himmel, auch wenn der Rest des Himmels doch wolkenverhangen sein sollte.

Empfohlene Orte: Kiruna, Abisko (Schwedisch-Lappland)

Einer der Pioniere des Nordlicht-Tourismus in Schweden ist der amerikanische Fotograf Chad Blakley. Er hat 2010 ein das Unternehmen „Lights over Lapland“ gegründet und sich darauf spezialisiert Touristen aus der ganzen Welt zu helfen, die Nordlichter in Abisko-Nationalpark zu sehen und zu fotografieren. Sehenswert ist seine Aurora Webcam, welche in den Wintermonaten in Betrieb ist.

Alaska und Kanada (Aurora, Polar Lights or Northern Lights)

Der nördlichste US-Bundesstaat sowie die weite Tundra im Norden Kanadas sind grosse Bühnen für Polarlichter. Auch hier ist im Winter ein wahrer „Northern Lights“-Reiseboom entbrannt. Die University of Alaska bietet eine Polarlichter-Vorhersage an.

Empfohlene Orte in Alaska: Anchorage, Fairbanks, Denali Nationalpark

Empfohle Orte in Kanada: Calgary, Ontario, Yukon Territory, Manitoba

Schottland (Northern Lights)

Schottland ist eine gute Option – an ganz klaren Tagen kann man in ganz Schottland die Aurora sehen. Vor allem im Norden von Schottland hat man die grösste Chance die Northern Lights gut zu beobachten.

Empfohle Orte: nördlich von Ullapool, nördliche Spitze Isel of Skye, äussere Hebriden, Orkney

Shetland (Mirrie Dancers)

Die Shetlandinseln gehören natürlich auch zu Schottland. Allerdings liegt die Insel-Gruppe auf 60° nördlicher Breite und dabei näher zum norwegischen Bergen als zu Edinburgh. Shetland ist vermutlich die beste Option ausserhalb der Regionen die am Polarkreis liegen. Die Winter gelten eher als mild, Frost ist weitgehend unbekannt. Natürlich gibt es Ausnahmen und so kann für einige Tage der Schnee liegen bleiben. Stürmische Tage sind im Winter garantiert.

In Shetland nennt man die Polarlichter „Mirrie Dancers“ – für mich der schönste Name für die mystischen Himmelserscheinungen.

„Simmer Dim“ in Lerwick – im Sommer scheint auf Shetland die Sonne schon mal bis zu 19 Stunden am Tag, Im Winter dagegen sind die Nächte sehr lang, es gibt weniger als sechs Stunden Tageslicht. Optimal für die Nordlichtbeobachtung. (Foto Juni 2018)

Empfohlene Orte: Leuchtturm von Eshaness, Sumburgh Head, Wormadale – grundsätzlich erreicht man auf dem Mainland viele gute dunkle Orte mit Weitblick. Doch selbst am Hafen von Lerwick oder oberhalb auf dem Fort Charlotte sind gut Plätze.

Färöer Inseln (Norðlýsið)

Natürlich liegen die Färöer Inseln wie Shetland genug im Norden um mit Erfolg Nordlichter beobachten zu können. Allerdings sind die Färöer Inseln weit draussen im Nord-Atlantik wettermässig sehr exponiert. Die Wolken ziehen tief über das Meer und verfangen sich in den relativen hohen Bergen der Inseln, daher gibt es viel Nebel und Regen. Wenn der Himmel einmal frei ist, kann man aufgrund der niedrigen Luftverschmutzung immer mit einer klaren Sicht rechnen.

Ein ganz besonderes Erlebnis im ist der Nachtflug der Atlantic Airways über den Nord-Atlantik, während die Lichter am Himmel tanzen.

Empfohlene Orte: dazu habe ich nichts gefunden, aber es gibt genug „Nord-Kaps“ oder Gipfel auf der Insel-Gruppe. Vielleicht ist der Hausberg von Klaksvik, der Klakkur mit 413 Meter über Meer ein guter Ort. Die freundlichen Färöer werden sicherlich vor Ort sofort weiterhelfen und einen guten Beobachtungsort kennen.

Irland (Northern Lights, An Chaor Aduaidh)

Irland wird keine touristische Nordlicht-Destination werden, überrascht aber trotzdem mit seinen Nordlichtern. Diese sind zwar eher schwach zu sehen, es ist aber erstaunlich, wie viel Sichtungen letztes Jahr im Norden von Irland gemacht worden sind. Ich konnte dies auf Twitter verfolgen, zum Teil haben die irischen Fotografen ganz tolle Bilder geschossen und veröffentlicht.

Gute Plätze zur Beobachtung gibt es an der Nord-Küste im County Donegal. Hier ist der Malin Head ein sehr guter Platz. Es gibt in Irland sogar einen Aurora Alert @Aurora_ireland, welcher einem zuverlässig über bevorstehende Nordlicht-Phasen informiert.

Empfohlene Orte: Malin Head, Inishowen (Co. Donegal), Lough Melvin, (Co. Leitrim), Gortmore View Point, (Co. Londonderry), Giants Causway (Co. Antrim), Rathlin Island (Co. Antrim) – bei stärkeren Nordlichter kann man an den Stränden von Dublin Glück haben und Nordlichter beobachten.

Island (Segulljós)

Unsere ersten Beobachtungen haben wir hier in Island gemacht. Wer im August in Island unterwegs ist, sollte in der Nacht schon die Augen offen haben, dann beginnt bereits die Nordlicht-Saison.

Nordlichter am Himmel über dem Fjord Eyjafjörður (Island)

Im Oktober 2015 haben wir am Fjord Eyjafjörður ein Ferienhaus gemietet – und dies war auch in Punkto Nordlicht ein Volltreffer. Von der Terrasse aus hatten wir – bei gutem Wetter – eine perfekte Beobachtungsstation für das Nordlicht. Und wenn es los ging, dann waren wir halt wirklich quasi schon vor Ort. Vom Ferienhaus waren wir zudem schnell oben in den Bergen, in der totalen Dunkelheit.

Iceland15-8012-2
In Nord-Island hat man das Nordlicht vor der Haustüre

Natürlich kann man es in Island einfacher haben, als zuerst noch 5 Stunden von Reykjavik an den Fjord Eyjafjörður zu reisen. Man muss eigentlich nur das elektrisierende Nachtleben von Reykjavik und damit die Lichter der Stadt hinter sich lassen und den Thingvellir Nationalpark ansteuern. In diesem Park, der zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, wird das Auseinanderdriften der amerikanischen und europäischen tektonischen Platten durch imposante Felsspalten und Risse sichtbar. Der Nationalpark ist aber auch ein Mekka für die Fans von Polarlichtern, die hier besonders eindrucksvolle Tänze aufführen. Bei starken Lichterscheinungen stellt die Stadt Reykjavik die Strassenbeleuchtung aus, so dass man sogar aus der Stadt die Aurora Borealis sehen kann.

Empfohlene Orte: Ausserhalb von Reykjavik, Thingvellir Nationalpark, Rangá/Hella, Akureyri (Nordisland) – überall auf der gesamten Insel findet man gute Plätze.

Schweiz (Polarlicht)

Wenn verschiedene Kriterien zusammentreffen, besteht sogar in der Schweiz die Möglichkeit, die Nordlichter zu beobachten. Solange der Himmel klar ist und nicht durch die elektrischen Lichter unserer Agglomerationen beeinflusst werden, ist das Naturschauspiel nicht ausgeschlossen. Im Jahr 2011 gab es einige Nächte in der Schweiz (Raum Basel) in denen Nordlichter gesichtet wurden.

Deutschland (Nordlicht)

Das gleiche gilt für Deutschland. In Nord-Deutschland werden öfters Sichtungen gemeldet. Wie in der Schweiz, darf man nur ein diffuses Leuchten erwarten. Vielfach sind diese Nordlicht-Erscheinungen mit dem Auge nicht zu erkennen sondern nur fotografisch erfassbar.

Niederlande (Poollicht)

In Holland kommt das Polarlicht nur sehr selten vor und ist in der Regel nicht so spektakulär. Nordlichter erscheinen oft rot. Diese entstehen, wenn der Sonnenwind in grosser Höhe auf Stickstoff trifft. Infolgedessen ist manchmal rotes Polarlicht im nördlichen Holland sichtbar. (Draft 1.10.2020)

Russland (Северное сияние)

Der Norden von Russland ist eine gute Nordlicht-Destination und bietet hervorragende Bedingungen. Hier scheint Murmansk (mit der angrenzenden Halbinsel Kola) das Nordlicht-Zentrum in Russland geworden sein.

Aurora Australis – das Polarlicht des Südens (Südlichter)

Südlichter down under. Das Schwesterphänomen Südlichter ist eher unbekannt. Schon weil Anreise an Orte mit Südlichter schwieriger ist. Bilder von Südlichter zeigen, dass diese genauso spannend und spaktakulär sein müssen.

Empfohlene Orte: Südgeorgien, Falklandinseln, Stewartinseln, Tasmanien – als einer der besten Orte gilt Ushuaia im Süden von Argentinien, allerdings braucht es bei den berüchtigten Wetterverhältnissen dort viel Glück für eine Nacht mit klarem Himmel.

Wie ich die Nordlichter gesehen und erlebt habe…

Wie Nordlichter wirklich aussehen? Ich habe die Nordlichter als weisse, graue Lichttschleier wahrgenommen. Stärkere Nordlichter nahm ich in einem pastellen Grün wahr. Allerdings hatte ich bisher noch nie das Glück ein ganz starkes Nordlicht mit tiefgrünen und tiefroten, leuchtenden Segeln, die wie Fahnen im Wind flattern, zu sehen. Solche Nordlichter habe ich bisher nur auf den Videos von Nordlicht-Experten und Profi-Filmern gesehen. Der Grund für meine Wahrnehmung „weiss/grau“ liegt neben anderen Faktoren an meinem Sehvermögen bei Dämmerung und in der Nacht.

Mein eigenes Sehvermögen lässt die Nordlichter weiss/grau erscheinen. Erst bei stärkeren Nordlichter konnte ich Pastell-Töne (grün, rot) erkennen.

Dafür sieht meine Kamera alles leuchtend knallig grün, manchmal sogar rot, violett. Die Erklärung dafür ist einfacher, denn die Aurora Borealis ist ein elektrisches Licht und wird von den empfindlichen Sensoren während den üblichen Langzeitbelichtung „wahrheitsgemäss“ farbig aufgezeichnet.

Wie ich die weissen Nordlichter zum ersten Mal gesehen habe, darüber habe ich einen Post „Wie Nordlichter wirklich aussehen …“ verfasst.

Dieses Bild zeigt ein starkes Nordlicht welches ich mit einer Langzeitaufnahme von ca. 8 sek aufgenommen habe. Auch dieses Nordlicht habe ich mit eigenem Auge nur leicht grünlich erkennen können. Die Spieglung auf dem Wasser konnte ich mit eigenem Auge nicht sehen.

Was man weder auf den Fotos noch auf den Zeitraffer-Videos transportieren kann, ist das Erlebnis, das Gefühl wenn die Lichter am Himmel erscheinen, tanzen, sich bewegen, verschwinden und wieder kommen. Oder Leuchtbogen an den Himmel zeichnen. Und alles ist plastisch, man hat das Gefühl das Licht könnte man berühren. Ob weiss oder bunt – das Polarlicht ist faszinierend!

Faszination Polarlicht by Michael’s Beers&Beans! Alle meine Berichte zum Nordlicht findest Du hier.

Die verwendeten Bilder sind alle im Oktober 2015 auf Island sowie im September 2016 auf den Lofoten entstanden (Fotos by Michael’s Beers & Beans)

Refresh September 2019 / Oktober 2020