Nordlichter: Von der Dunkelkammer zur digitalen Fotografie
In der vorherigen Folge habe ich recherchiert, wie Nordlichter in der Vergangenheit – von der Antike bis zum 19. Jahrhundert – traditionell gemalt oder gezeichnet wurden. Doch wie hat sich ihre Darstellung anschliessend entwickelt? Nordlichter haben den Sprung von der Dunkelkammer in die Welt der digitalen Fotografie geschafft.
Die Tradition der Nordlichtfotografie
Die französischen Erfinder Nicéphore Niépce und Louis Daguerre führten im frühen 19. Jahrhundert die analoge Fotografie ein. Die Nordlichtfotografie selbst existiert erst seit etwa 125 Jahren. Zu Beginn wurde sie hauptsächlich durch die damals teure und fragile Fotoausrüstung behindert.
Die Pionierarbeit
Die Fortschritte in der Fotografie im 19. Jahrhundert ermöglichten schliesslich die Aufnahme von Nordlichtern. Das erste bekannte Nordlichtfoto soll angeblich 1885 von Sophus Tromholt in der Nähe von Oslo aufgenommen worden sein. Das offiziell veröffentlichte erste Nordlichtfoto stammt jedoch aus dem Jahr 1892 von dem deutschen Mathematiker und Astronomen Martin Brendel, welches er in der Nähe der nordnorwegischen Stadt Alta aufgenommen hatte.

Weiterentwicklung und Verbreitung
Mit der Verbreitung der Fotografie wurde das Fotografieren von Nordlichtern für mehr Menschen zugänglich. In den 1950er Jahren wurden die ersten Farbfotos von Nordlichtern aufgenommen, was die Schönheit der Polarlichter noch besser zur Geltung brachte. Dennoch blieben Nordlichter bis in die 1990er Jahre hierzulande ein seltenes Thema, da Reisen in die winterliche Polarregion sehr kostspielig waren.
Herausforderungen der analogen Fotografie
Das Fotografieren mit analogen Kameras war eine Herausforderung, die Geduld und Experimentieren erforderte. Die Fotografen im Norden mussten den perfekten Fokuspunkt und die richtige Belichtungszeit finden, was oft schwierig war, da der Film ursprünglich für Tageslichtaufnahmen entwickelt worden war. Nicht zu vergessen ist, dass die klirrende Kälte der Polarnächte „Mensch und Maschine“ schwer zusetzte.
Die Digitalisierung der Fotografie
Die Fotografie ist durch die Digitaltechnik erheblich vereinfacht worden, sodass heute Nordlichter bereits mit einem Smartphone, einem Stativ und etwas Wissen über manuelle Einstellungen von praktisch jedem fotografiert werden können.

Neue Möglichkeiten in der digitalen Ära
Ab den 2000er Jahren konnten Nordlichter nicht nur in der Digitalfotografie, sondern auch in Zeitraffern und Videos festgehalten werden. Neue Technologien und verbesserte Kameras ermöglichen heute hochwertige Nordlichtaufnahmen sowohl in Echtzeit als auch in Zeitraffern.
Ausblick in die Zukunft
Sicherlich wird die KI die Nordlichtfotografie generell weiter vereinfachen. Die grösste Entwicklung wird vermutlich in den Smartphones stattfinden. Dort werden spezielle Nordlicht-Einstellungen oder Nordlicht-Apps entwickelt, die auf einfachen Knopfdruck hin und ohne Stativ faszinierende Nordlichtaufnahmen für die Masse ermöglichen. Damit werden die sozialen Medien durch Nordlicht-Aufnahmen gänzlich überflutet.
Aber auch die kontinuierliche Weiterentwicklung in der klassischen Fotografie lässt auf noch faszinierendere Bilder der Aurora Borealis in der Zukunft hoffen.
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