Meine Seemomente im Winter
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Wenn die Hektik des Herbstes verstummt, zieht sich der letzte warme Tag zurück. Der Bodensee hüllt sich in Stille. Das Hupen der Rheinschiffe schweigt, die Seepromenade im Dorf ist leer. Der Seerhein zeigt sich anders, reserviert.
Kühle Luft weht vom Berg, durchsetzt von klarem Frost — ein Vorgeschmack auf den Winter. Die bunten Riegelhäuser in Rot, Blau, Grün leuchten warm im Tageslicht, ein starker Kontrast zur frostigen Landschaft.
In der ruhigen Zeit entstehen die schönsten Momente. Beim Spaziergang am Ufer bleibe ich stehen. Ich sehe das „Winterseeleuchten“: Nebel löst sich auf, das Wasser scheint blass-blau, Sonnenstrahlen wärmen sanft.
In Konstanz pulsiert die Stadt auch im Winter. Cafés, Weinstuben, Kneipen füllen die mittelalterliche Altstadt mit Leben — selbst an kühleren Tagen. Zwischen Boutiquen und Geschäften schlendere ich, sauge die Behaglichkeit des Winters auf.
Fällt der Schnee, verwandelt sich die Region in ein Winterwunderland. Der See schimmert vor frostig-weisser Kulisse. Ein Anblick, der still macht.

Komm mit. Tauche ein in den verzauberten Winter am Bodensee und Seerhein. In meinem Post „Meine Seemomente im Winter“ entdecken wir diese besondere Zeit gemeinsam.
Liebe Grüsse

Home again

Der erste Schnee fällt. Ein weisses Tuch breitet sich übers Ried aus. Zeit, wieder zu Hause zu sein. Home again. Gemütlich. Ruhe. Ankommen.
Bodensee im Winter – Winterliebe am See & Rhein
„Das blasse, kalte Licht des winterlichen Sonnenuntergangs verschönert nicht — es ist wie das Licht der Wahrheit selbst.“
– D.E. Stevenson
Winterwelten: Zwischen Nebelruhe und Sonnenlicht

Unter dem Hochnebel ist es kalt und grau. Die Welt wirkt still, fast im Schlaf versunken. Doch darin liegt eigentümliche Gemütlichkeit — man zieht sich zurück, geniesst die Ruhe um sich. Darüber erstreckt sich der blaue Himmel, das Licht strahlt klar und warm. Der Bodensee verborgen unter dem grauen Nebelmeer. Zwei Welten, dicht beieinander. Der Nebel hält uns, die Sonne lockt uns. So zeigt der Winter seine wahre Gestalt: Gegensätze, die sich ergänzen.
Weihnachtliche Ruhe am Seerhein

Der Winter haucht den See mit eisigem Atem an. Gleichzeitig erwacht die Sehnsucht nach Wärme, nach Nähe, nach Licht. In der ruhigen Abenddämmerung tragen Menschen diese Sehnsucht nach draussen. Die Weihnachtsbeleuchtung wird zum Zeichen der Behaglichkeit — ein stilles Versprechen auf gesellige Stunden. Der Seerhein ruht, umgeben von diesem warmen Schein.
See-Leuchten

Im Winter hüllt Nebel den Bodensee ein. Die Landschaft taucht in mystisches Licht. Dann bricht die Sonne durch den Schleier. Der Nebel erwacht zum Leuchten — das stille See-Leuchten. Wie im Leben sind es die Momente des Durchbruchs, die das Verborgene offenbaren. Das Leuchten entsteht erst im Spiel von Licht und Schatten. Ein stiller Beweis: Auch im Grau liegt Schönheit — verborgen, wartend, bereit zu erstrahlen.
Wintergäste

Im Winter zieht es Vögel aus dem hohen Norden an den Bodensee. Dort, wo Seen zufrieren, finden sie hier milderen Atem und reichlich Nahrung. Tausende versammeln sich am Bodensee, Seerhein und Untersee — stille Gäste in der kalten Jahreszeit.
Tauchenten, Singschwäne, Zwergschwäne und Seetaucher tauchen auf. Möwen in allen Varianten durchziehen den Himmel. Watvögel und kleine Singvögel komplettieren das Bild.
Vielfalt lebt hier – vom offenen Wasser bis zu Schilfgürteln, Wiesen und Wäldern. Der Bodensee wird so zum wichtigen Winterquartier für Vögel aus Nordeuropa. Ein stilles Naturspektakel, das vom Leben in der Kälte erzählt.
Ein anderer Winter

Der Bodensee ist mehr als See. Er ist das Tor zu den Bergen. Schnell erreicht man sie — dort, wo Schnee das Wasser für den Sommer speichert. Rau, verschneit, still. Täler und Dörfer, die Ruhe versprechen. Ein anderer Winter, nur einen Steinwurf entfernt.
Weihnachtsmärkte am See

Weihnachtsmärkte am Bodensee sind mehr als Lichterketten und Glühwein. Sie liegen direkt am Wasser, wo der See das Licht spiegelt und die Luft nach Winter duftet. Hier begegnen sich Kulturen — Deutschland, Schweiz, Österreich, Liechtenstein. Vielfalt, die man sieht, schmeckt und fühlt. Ein Zauber, der vom Wasser getragen wird und Weihnachten am Bodensee einzigartig macht.
Zürich

Eine Stunde Zugfahrt trennt mich vom Bodensee und Zürich. Die Stadt verbindet weltstädtisches Flair mit Schweizer Tradition. Mittelalterliche Gassen, glitzernder See, kreative Energie — Zürich hat alles. Zur Weihnachtszeit zeigt sie ihr unvergleichliches Gesicht. Ein Spaziergang, ein Hauch Shopping, ein gutes Essen in einem gemütlichen Zunfthaus — so schliesst sich mein Besuch in dieser Stadt, die ich mag.
Frühlingsbote

Ende Januar, wenn der Winter mild ist, tauchen die ersten Schneeglöckchen auf. Kleine weisse Glöckchen, die vorsichtig aus der Erde spähen. Sie läuten das Ende der Kälte ein. Doch der Winter gibt nicht auf. Im Februar beginnt der eigentliche Kampf. Schnee und Frost machen das Leben schwer. Doch die Schneeglöckchen trotzen. Ihre Blätter schützen sie vor dem Erfrieren. Selbst unter Schneedecke geben sie nicht nach. Sobald die Sonne scheint, öffnen sie ihre Blüten.Sie sind ein Zeichen der Hoffnung. Zeigen, dass selbst das Zerbrechlichste dem Winter widersteht. Am Ende gewinnen sie immer. Mit ihrer Kraft vertreiben sie die Kälte. Machen den Weg frei für den Frühling.
Wintersonne

Wintersonne steigt auf,
trägt bereits den Hauch von Frühling.
Leise bricht sie durch das Grau,
wärmt unsere Schatten,
verlässt das Verborgene.
Wir sind allein hier,
im ersten Licht.
Heimat, Heimat –
an diesem stillen Morgen
sind wir zuhause
in der Wintersonne.
Sunrise-Moments

„Winter’s sky is an old blue soul weaving dark clouds with wonder.“
– Angie Weiland-Crosby
Titelbild: Winterliche Idylle am Untersee

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