Nordlichter: Neues Licht auf ein altes Phänomen

Nordlichter: Neues Licht auf ein altes Phänomen

Während wir einfach fasziniert sind von den Nordlichtern, wirft die Forschung neues Licht auf ein altes Phänomen. Was steckt wirklich hinter ihrem Farbenspiel? Überraschende Erkenntnisse kommen ans Licht – von seltenen blauen Lichtern über künstliche Farbtupfer bis zu rätselhaften Geräuschen. Und das Beste: Der Höhepunkt der Nordlicht-Saison liegt noch vor uns.

In den letzten drei Jahren hat die Nordlichtforschung deutliche Fortschritte gemacht. Satellitendaten, Hobbybeobachtungen und künstliche Polarlichter bringen neue Erkenntnisse über Entstehung, Vielfalt und Wirkung.

Hier eine kurze Zusammenfassung der spannendsten Entwicklungen, die ich da und dort aufgeschnappt habe.

Nordlichter: Neues Licht auf ein altes Phänomen

Farben und Formen, die verblüffen

Blaue Polarlichter, erstmals präzise lokalisiert – zwischen 400 und 900 Kilometern Höhe. Wie Stickstoff so hochkommt und leuchtet, ist noch ein Rätsel. Selten, fast unglaubwürdig – aber echt.

Die “Dünen”: Wellenförmige, grüne Lichter in nur 100 Kilometern Höhe. Ursprünglich von Amateuren entdeckt. Kein Zufall, sondern Schwerewellen, die sie formen. Eine feine Verbindung zwischen Ionosphäre und Atmosphäre.

Dann “STEVE” (Strong Thermal Emission Velocity Enhancement). Ein Phänomen heisser Gasschichten, häufig und trotzdem jung in der Forschung. Kein klassisches Aurora, eher ein Cousin, wie so oft von Amateuren zuerst entdeckt. Auch hier steckt noch viel Unbekanntes drin.

Experimentelle Lichtshows und mysteriöse Geräusche

In Alaska basteln Forscher mit HAARP künstliche Polarlichter. Radiowellen treffen die Ionosphäre und erzeugen blasse grüne Lichter. Kein Spektakel für Touristen, sondern Laborarbeit, um Polarlichter besser zu verstehen – und vielleicht auch Satelliten zu schützen.

Finnland forscht weiter an den Geräuschen der Polarlichter. Wie ich hier schon berichtete: Töne gibt es, kommen aber eher vom Magnetfeld, nicht vom Licht. Akustisches Nordlicht? Noch offen für Spekulationen.

Sonne, Zyklus, Polarlicht – Nordlichter über der Schweiz

Wir stecken derzeit mitten im Sonnenmaximum (2024/2025). Die Sonne spuckt mehr Massen und Stürme aus als sonst – beste Voraussetzungen für Polarlichter in ungewöhnlichen Breiten. Aber Achtung: noch ist nicht der Höhepunkt. Die echten Feuerwerke erwarten wir erst 2026 bis 2029. Geduld lohnt sich. Aufgrund der erhöhten Sonnenaktivität kam es, wie im Mai 2024, zu extrem starken Polarlichtern, die in Mittel- und Südeuropa sichtbar waren. Aufgrund der erhöhten Intensität stehen die Chancen gut, dass wir mit etwas Glück auch hier am Bodensee bald wieder eigene Nordlichter sehen.

Nordlichter über der Schweiz Bodensee
Nordlichter über dem Wollmatinger Ried, Bodensee
Nordlichter: Neues Licht auf ein altes Phänomen


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