Jütland – Reisenotizen #01: Geht Hygge im Reisemobil?

Jütland – Reisenotizen #01: Geht Hygge im Reisemobil?

The Brew

Das Licht im Mai ist anders. Es ist kühl, klar und von einer Intensität, die die Farben der Welt verdichtet. In Skagen erreicht diese Klarheit ihren Höhepunkt. Wo Skagerrak und Kattegat aufeinanderstossen, stehen wir mit einem Fuss in der Nordsee und mit dem anderen in der Ostsee. Es ist die Grenze zweier Meere. Kleine Fähren unterbrechen unsere Fahrt. Zweimal setzen sie uns allein über den Fjord. Wir sprechen mit dem Kapitän über den Wind und das Wasser. Es gibt hier keinen Grund zur Eile. In Aarhus weicht die Weite der Geschichte. „Gamle By“ ist ein konzentriertes Gestern aus Fachwerk und Kopfsteinpflaster. Der Mariagerfjord ist Stille. Das Wasser liegt unbewegt zwischen grünen Hügeln. Eine mediterrane Sanftheit im Norden. Hygge ist kein Marketingbegriff. Es ist unser Zustand.

The Grit

Der Anfang ist Arbeit. Die Autobahn durch Deutschland ist laut. Ein Kampf gegen den Verkehr. Dann der Schreck auf Rømø: über tausend Stellplätze, ein Feiertag, die Masse. Wir lernen schnell, das Reisemobil zu führen. Es ist ein Leben auf Rädern. Es fordert Raum. Technisch ist Jütland dankbar. Die Strassen sind gut, das Land ist flach. Wo es erlaubt ist, fahren wir mit dem Sprinter auf Stränden bis direkt an die brechenden Wellen. Der Sand ist meist fest, dennoch ist Vorsicht geboten. Wer die Spur verliert, bleibt stecken. Unsere Herausforderung bleibt die Suche nach der Stille. Wir finden sie hinter den Dünen von Skagen oder am Mandø Ebbevej. Dort, wo uns das Watt und die Vögel für kurze Zeit allein gehören.

The Note

Geht Hygge im Reisemobil? Die Antwort ist ja. Jütland war keine Reise, sondern ein Gefühl. Es lehrte uns Geborgenheit. Unvergessen bleiben die langen Spaziergänge barfuss über endlose weisse Stränden. Die Sonne, die nur zögernd untergeht. Das Bad in der Ostsee auf der Insel Als. Achtzehn Grad im Mai. Das Wasser ist klar, der Sand unter unseren Füssen fein. Wir wandern durch ein Bilderbuch am Mariagerfjord. Die Belohnung liegt in der Qualität der einfachen Dinge: der Geschmack von frischem Wienerbrød, die Krabben in Havneby, der erste Kaffee vor dem Mobil. Dazu die Menschen: Die Dänen begegnen uns mit einer ruhigen Selbstverständlichkeit. Keine unnötigen Regeln. Das Land erlaubt uns das freie Stehen, das Übernachten in der Natur. Wir nutzen diese Freiheit oft. Wir finden unsere eigene Ordnung und lernen, autark zu sein. Das Reisemobil wird zu unserem Zuhause in der Weite. Jütland war der Testlauf. Die Wiege einer neuen Unabhängigkeit, die uns im Sommer 2026 bis nach Island führen wird.

The Picturebook

Jütland – Reisenotizen #01: Geht Hygge im Reisemobil?
Ribe Jütland Dänemark
Wikingermuseum Dänemark
Stilleben Skagen
Die St. Clemens-Kirche auf der Insel Rømø in Tønder, Dänemark.
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Wattemeer Dänemark grosser Brachvogel
Jütland – Reisenotizen #01: Geht Hygge im Reisemobil?
Arhus Gamle By Dänemark
Skagen Bryghus
Jütland – Reisenotizen #01: Geht Hygge im Reisemobil?
Strand Dänemark
Skagen zwischen Nordsee und Ostsee
Dannebrog oder Danebrog

Hygge im Reisemobil – Michael’s Reisenotizen aus Jütland


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