Korsika – Reisenotizen #09: Stufen der Macht und der Legenden.
The Brew
Zwei Städte, eine Geschichte. Ajaccio und Bonifacio. Die eine weitläufig, imperial, stolz. Die andere schroff, vertikal, gebaut auf dem brüchigen Kalkstein des Abgrunds. Das Licht ist gnadenlos. Es reflektiert auf dem hellen Stein und brennt in den schmalen Gängen der Oberstädte. Man spürt das Alter der Insel unter den Sohlen.
The Grit
Die Escalier du Roy d’Aragon in Bonifacio ist keine Architektur. Sie ist eine geologische Verwerfung, irgendwann zur Treppe umgestaltet. Man setzt mir einen Helm auf. Die Enge ist beklemmend, der Fels rau. 187 Stufen führen fast senkrecht hinab. Ein Weg der Legenden. Beim Abstieg zählt nur die Vorsicht; der Kopf darf nicht am Stein anschlagen. Unten kristallklares, blaues Meer. Der Aufstieg in der Hitze ist brutal. Die Lunge brennt, das Hemd klebt am Körper. Dann, oben angekommen: Der Schweiss brennt in den Augen, aber das Gefühl ist purer Triumph.
The Note
Ajaccio ist heute lebendig, urban, voller korsischem Lifestyle. Eine Stadt, die atmet. Bonifacio dagegen wirkt wie eine Schönheit auf Abruf. Der Kalkstein ist brüchig; Geologen rechnen damit, dass der Ort eines Tages ins Meer stürzen wird. Die Einheimischen ziehen fort, die Stadt mutiert zum Museum. Dennoch: Die engen Gassen, die versteckten Plätze und dieser eine Blick hinüber nach Sardinien lassen einen nicht mehr los. Es ist die Faszination des Vergänglichen.
The Picturebook
Ajaccio







Bonifaciu








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