Korsika – Reisenotizen #10: Die Wächter von Cauria.
The Brew
Das Plateau de Cauria im Herbst. Die anhaltende Trockenheit hat die Landschaft in eine Steppe verwandelt. Ockerfarben, staubig, weitläufig – eine Kulisse wie im Wilden Westen. Über allem liegt eine absolute, fast sakrale Stille. Es ist ein Ort ausserhalb der Zeit. Man geht durch das hohe, trockene Gras und spürt, dass hier seit Jahrtausenden nichts Wesentliches mehr passiert ist.
The Grit
Die Anfahrt zu den prähistorischen Stätten ist die übliche Prüfung. Kurven, die kein Ende nehmen. Schlaglöcher, die den Sprinter fordern. Der Einstiegspunkt für die Wanderung ist in keinem Kartenwerk präzise vermerkt; man muss ihn finden wollen. Die Sonne brennt mit spätsommerlicher Kraft auf den Staub der Piste. Es gibt keinen Schatten, nur das metallische Ticken des abkühlenden Motors und den Weg ins Unbekannte.
The Note
Wir begegnen den Zeugen. Zuerst Stantari: Menhirstatuen, perfekt aufgereiht, die Erosion und Jahrhunderten trotzen. Dann Rinaju: eine Ansammlung von bis zu 180 Steinen, eine Chronologie aus Granit. Schliesslich Funtanaccia: Der Dolmen. Eine riesige Platte auf sechs vertikalen Steinen. Ein kollektives Grabmal von vollkommener Symmetrie. Die Ruhe hier ist schwer. Man fragt sich nicht, wie sie die Steine bewegt haben, sondern warum. Es ist eine Architektur für die Ewigkeit, während wir nur Durchreisende sind.
The Picturebook









Curves & Soul – Michael’s Reisenotizen aus Korsika
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