Corona Weblog #18: Shutdown II

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Die neue Version des Corona-Virus ist inzwischen in der Schweiz angekommen. Es verbreitet sich schnell und hat beispielsweise den Wintersportort Wengen im Berner Oberland in ein Geisterdorf verwandelt.

Unvermeidlich war daher der Shutdown II !

Für mich doch etwas überraschend hat sich gestern der Bundesrat mutig gegen die mächtigen, empörten Minderheiten gestellt, die vehement eine Welt mit dem Virus und ohne Massnahmen fordern. Hat sich für den Schutz und Gesundheit der Bevölkerung, insbesondere unserer Eltern und Grosseltern, entschieden. Hat die Ärzte und das Pflegepersonal gehört, die in vielen Krankenhäusern am Rande der Überforderung arbeiten. Nimmt dabei die Wissenschaft ernst und hilft der Wirtschaft aktiv mit Kompensationsmassnahmen.

Der Bundesrat handelt präventiv um zu verhindern, dass sich bei den ohnehin hohen, stagnierenden Fallzahlen eine dritte Welle auftürmt. Der Entscheid leuchtet ein, weil so eine ungünstige Entwicklung wie jene in Irland vielleicht noch abgeklemmt werden kann.

Mir bleibt die Demut vor dieser Krise sowie der Respekt gegenüber unserer gewählten Regierung und deren fachlichen Behörden. Ich selber kann meinen Teil dazu beitragen, indem ich nachdenke. Dem Virus mit meinem Wissen und meiner Logik begegne. Die Auflagen und Empfehlungen der Behörde ernst nehme und strikt einhalte.

Die Impfkampagnen sind angelaufen, doch dies gibt uns in den nächsten Monaten noch zu wenig Schutz. Trotzdem, der Impfstoff garantiert uns in der nahen Zukunft ein besseres Leben. Mit dieser Zuversicht müssen wir die „Coronamüdigkeit“ überwinden und gemeinsam mit viel Selbstdisziplin dieser dritten Welle begegnen um diese Pandemie zu überstehen.

Es war abzusehen, es wird im Winter zuerst schlimmer, bevor es im Frühling besser wird.

Stay well and safe!

Frohe Weihnachten

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Liebe Leserinnen, liebe Leser

Eine furchtbare Zeit. Für viele von uns. Die zweite Corona-Welle fordert uns allen enorm viel ab. Wir müssen uns überall Massnahmen und Einschränkungen unterwerfen um sich nicht anzustecken, um den Virus nicht weiterzugeben. Und wir wissen nicht, ob dies alles nachhaltig ist. Kommt die nächste Infektionsexplosion nach den Feiertagen? Verschärft die mutierte Form des Coronavirus, welche weite Teile Englands in einen harten Lockdown gezwungen hat, die Gefahr für uns?

Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer! Die Impfstoffe scheinen wirkungsvoll zu sein und kommen schneller als gedacht. Sie werden unser Leben nach und nach normalisieren. Damit wir wieder ausgehen, verreisen, das Leben richtig geniessen können. Unsere Freunde einladen dürfen. Uns Kultur, Konzerte und Events offen stehen. Meine Sehnsucht nach all diesen Dingen ist enorm. Die grosse Frage ist nur: wann?

Für mich ist sicher: Es wird in den nächsten Wochen nochmals richtig hart. Doch der Frühling 2021 wird ein Art „Comeback“ einläuten und 2022 werden wir wieder unbeschwert all das tun, was unser schönes Leben ausmacht.

Bei allem Optimismus denke ich in dieser Zeit an die vielen Schicksale in unserem Land. Im Stillen findet in der Schweiz ein grosses Sterben statt. Für einige sind es nur Zahlen in der täglichen Statistik. Doch viele wissen, hinter diesen Zahlen stehen Tausende von Angehörigen, welche in den letzten Wochen und Monaten Schlimmes erlebt haben. Die Menschen sind darüber nicht Gleichgültig. Wir sind nur alle in unseren Blasen machtlos gefangen. So können wir unsere Solidarität mit den Trauernden nur im Stillen bewältigen. Und indem wir weiterhin alles tun um uns und damit auch unser Umfeld vor dem Virus zu schützen.

Grossen Respekt empfinde ich für alle Menschen, welche in den Spitälern, Altersheimen und Testzentren täglich unter hohem Druck arbeiten und den erkrankten Patienten helfen, damit diese wieder gesund werden.

In diesen speziellen Zeiten durfte ich Euch mit meinem Blog etwas begleiten. Trotz der Corona-Krise hat mein Blog in diesem Jahr kräftig an Leser gewonnen. Darüber freue ich mich sehr und bedanke mich bei Euch ganz herzlich. Die steigenden Leserzahlen sind für einen Blog der sich überhaupt nicht klar positioniert, doch eine „grosse Nummer“. Für mich Ansporn, dass mein Hobby-Blog Beers&Beans einfach ein kunterbunter Haufen an Themen und Bilder bleibt.

Gehen wir Dankbar in die schöne Weihnachtszeit. Freuen wir uns darüber was wir machen dürfen und sind nicht enttäuscht darüber, was wir gerade nicht machen können. Richten wir den Fokus darauf was das Leben schön, reich und lebenswert macht.

Starten wir mit Zuversicht und Optimismus ins neue Jahr. 2021 wird besser und 2022 kann für uns alle ein goldiges Jahr werden.

In diesem Sinne: All the best,

Corona WebLog #16: Skifahren

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Skifahren ist für mich ein schönes Hobby! Viel Bewegung an der frischen Luft in der traumhaften Welt unserer Berge. Vielleicht bin ich aber eher ein untypischer Skifahrer. Für mich steht die Bewegung und das Naturerlebnis im Vordergrund. Nach einem tollen Wintersporttag gibt es für mich allenfalls noch einen “Hüttenkaffee” draussen auf der Terrasse mit viel Aussicht. Dann die letzte Pistenabfahrt runter ins Dorf. Und zurück direkt ins Hotel. Dort freue ich mich dann auf die letzten Sonnenstrahlen auf dem Balkon, gemütlich noch in einem Buch zu lesen. Später den Tag bei einem schönen Abendessen ausklingen zu lassen.

Verständlicherweise ist dies für viele zu langweilig. Daher ist Wintersport nicht einfach Bewegung an der frischen Luft, was übrigens gesund und “epidemiologisch” unbedenklich wäre. Sondern zusammensitzen in Skihütten, Bars und Après-Ski-Discos, vielleicht mehr noch als Skifahren. Gelernt habe ich, Corona mag keine frische Luft, aber in der kuscheligen Geselligkeit fühlt sich das Virus wohl und bereitet sich schnell weiter aus.

Aus diesem Grund verstehe ich, dass ein länderübergreifender Ski-Lockdown diskutiert wurde. Macht es Sinn die ganzen Massnahmen der letzten Wochen für ein paar Wintersporturlauber aufs Spiel zu setzen? Zudem ist uns allen der Corona-Hotspot Ischgl in Erinnerung, wo Tausende Corona-Infektionen in Europa auf Ski-Urlauber zurückgehen und die Pandemie scheinbar so richtig befeuerte. Schnell geht vergessen, dass während den Wintermonaten auf den Skipisten viele Unfälle passieren und die Verletzten mit dem Helikopter in die Spitäler geflogen werden. Dieses Jahr könnte es sein, dass diese Verunfallten in Spitäler eingeliefert werden, die bereits am Limit laufen.

Dies nicht ungehört gehen die Schweizer Skigebiete trotzdem über die Festtage auf. Es ist aber nicht so, dass der Wintersport in den Schweizer Bergen ganz ohne Schutzkonzept läuft. Im Gegenteil. Vor den Festtagen verschärfen einige Kantone die Massnahmen weiter um die Infektionszahlen zu drücken. Für die Bergregionen wurde ein “Festtagspaket” vom Bund geschnürt, welches den Skiorten sehr strenge Vorschriften auferlegt.

Zwischen Weihnachten und Neujahr dürfen nur eine beschränkte Anzahl von Wintersportler in den Seilbahnen und geschlossen Bahnen transportiert werden. Das tönt harmloser, als es ist. Maskenpflicht auf allen Transportanlagen, auch auf Skiliften. Beim Anstehen gilt Maske und Abstand. Die Skigebiete benötigen zudem ab dem 22. Dezember für den Betrieb neu eine Bewilligung des Kantons. Diese kann auch wieder entzogen werden.

Die Skiorte selber sind aufgefordert die Schutzkonzepte durchzusetzen. Auch hier Maskenpflicht im Dorfkern, Lenkung der Personenströme und Anpassung der Ladenöffnungszeiten. Da und dort vielleicht ein Novum für die Bergorte, wo der Dorfpolizist gewöhnlich bei Regelverstössen noch eine Auge zudrückt.

Warum tun wir uns in der Schweiz so schwer mit der Schliessung der Skigebiete? Weil Skifahren für uns nicht nur ein Wintersport ist, es ist auch ein grosses Stück Kultur dieses Landes. Wir sind alle mit dem Wintersport aufgewachsen. Selbst von der Metropole Zürich ist das nächste Skigebiet in weniger als einer Stunde zu erreichen. So prägen uns die Berge und der Wintersport. Und wir sind überzeugt, dass der Wander- und Skisport viel zu unserer Gesundheit beiträgt.

Dies ist mit ein Grund, dass die Schweizer aller Voraussicht nach über die Festtage Ski fahren können. Und es wird ein Sonderfall in den europäischen Alpen sein. Als Skifahrer scheint mir wichtig, dass es sehr transparente Informationen über die Regeln gibt. Es liegt zudem an den Skigebieten für Vertrauen zu sorgen, dass die Schutzkonzepte funktionieren und sich niemand ansteckt. Allerdings ist dann aber noch völlig offen, wie viele Schweizer sich wirklich über die Feiertage in die Berge wagen werden.

Mir ist das alles tatsächlich zu viel und daher werde ich auf den Wintersport in den Bergen über die Feiertage verzichten. Im Sinne meiner Eigenverantwortung werde ich nicht ein Teil der Masse werden. Stay at home. Skifahren ist ein Hobby und muss jetzt nicht unbedingt sein – für mich. Zur Zeit. Obwohl ich bin überzeugt, dass der Wintersport selbst nicht zu den “Risikosportarten” gehört. Denn Wintersportler befinden sich im Freien an der frischen Luft, Skigebiete bieten viel freien Raum.

Das klappt bei schönem Wetter. Doch was ist, wenn das Wetter umschlägt? Sitzen die Wintersportler weiterhin draussen auf der Terrasse? Dann ist der Andrang in die Hütten vorprogrammiert. Wer erinnert sich nicht an die feuchte, warme und stickige Atmosphäre der Hütten. In diesen ungenügend belüfteten Innenräumen können sich trotz Plexiglas oder Abstand die Tröpfchen und Aerosole ansammeln und im ganzen Raum verteilen. Abstand und Händewaschen nützt da nichts. Zugegeben ist mir dies zu unsicher.

Wird dieser Skiwinter nicht sowieso anders sein? Aufgrund Kapazitätsbeschränkungen und Abstandsregeln der Bergbahnen werden vielleicht weniger Touristen kommen. Das Après-Ski-Geschäft wird einbrechen. Deutschland, Frankreich und Italien werden allenfalls mit ihren Quarantäneregeln die Einreise ihrer Bewohner zu den Schweizer Skigebieten verbieten. Daher könnte es über die Festtage und in der übrigen Wintersaison sehr ruhig in den Skigebieten werden und für jene die es auf die Bretter zieht ungefährlich bleiben.

Trotz allem, ich werde meine Winterferien für den März 2021 buchen. In der Hoffnung, dass ich nach dem monatelangen Lock- und Slowdown die Gelegenheit bekomme in den Bergen Sonne und Luft zu tanken. Sollte ich aber sehen, dass viele der Gäste ihre Eigenverantwortung nicht wahr nehmen und die Corona-Regeln nicht einhalten, dann gehe ich dem Dichtestress einfach aus dem Weg und dafür habe ich eine wunderschöne Alternative: Winterwandern! 

Hoffentlich schnellen die Infektionszahlen nach den Weihnachtsferien und Sylvester nicht derart in die Höhe, dass dann die Schweiz in den Lockdown muss. Und die Skigebiete im März wieder geschlossen sind.

Übrigens – meine letzten Skiferien sind im März 2020 exakt auf den Start des Lockdown gefallen und damit ins Wasser!

P.S. Ich muss zugeben, dass meine Gedanken über das Skifahren sich irgendwie unwichtig, fast absurd anfühlen. Natürlich muss das Leben weiter gehen, aber auf der anderen Seite kämpfen viele Covid-Patienten derzeit in den Spitälern mit dem Leben. Oder sterben einen einsamen Tod. Hinterlassen Trauernde, die Schlimmes erlebten. Daher sollte jeder einzelnen von uns zwischendurch in sich hineinhören und fragen, ob das was man tut zu verantworten ist. Auch wenn es erlaubt ist. Deswegen habe ich mich entschieden, meine Gedanken über das Skifahren in Corona-Zeiten trotz der Unwichtigkeit auf meinem Blog zu veröffentlichen.

Corona WebLog #15: Adventszeit

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Normalerweise verzaubert mich der Advent jedes Jahr aufs Neue. Doch wie alles in diesem Jahr fällt auch die Advents- und Weihnachtszeit aus dem Ryhtmus. Die Adventszeit gab mir normalerweise etwas Raum. Und schöne Begegnungen mit Freunden, Familien und Kollegen. Doch dieses Jahr finden Weihnachtsmärkte, Weihnachtsessen und vieles anderes mehr einfach nicht statt. Selbst unsere familiäre Weihnachtsfeier wird anders sein. Auf Distanz. Keine Umarmungen. Keine Ahnung wie wir es wirklich gestalten werden. Wie soll sich da bei mir eine Adventsstimmung entwickeln?


Statt Adventsstimmung spüre ich rund um mich herum zunehmend Aggressivität. Die Menschen sitzen in der dunklen Jahreszeit, haben den Druck des nahenden Jahresendes und müssen diese zweite Welle in der Corona-Krise bewältigen. Dies baut bei vielen Frust auf.

Aber warum eigentlich? Aus dem Lockdown im Frühling wissen wir doch alle wie Corona geht? Ich spüre allerdings ebenfalls ein Unterschied, den der Lockdown war für mich in erster Linie eine Erfahrung. Ich verspürte neben den vielen Sorgen immer auch eine Aufbruchstimmung. Doch jetzt in der zweiten Welle stellt sich bei mir vermehrt eine Ermüdung ein. Die zweite Welle scheint für mich herausfordernder. Auch weil die Krise schon so lange dauert und kein unmittelbares Ende in Sicht ist. Und über allem steht auch eine Art von Monotonie.


Doch gerade jetzt ist die Adventszeit eine gute Gelegenheit in mich hineinzuhören. Speziell nach diesem Jahr. Wie geht es mir wirklich, was beschäftigt mich? Eine Bilanz über dieses, mein aussergewöhnliches Jahr zu ziehen.

Normal bin ich in der Adventszeit viel unterwegs, eher wenig zu Hause. Das ist momentan anders. So muss meine Adventsstimmung dieses Jahr von innen kommen. Auch ohne die liebgewonnen Rituale und Strukturen. Meine Adventszeit muss „coronafähig” werden.

Ich baue mir bewusst Momente des Genusses ein, pflege die sozialen Kontakte, was halt (online) möglich ist. Schätze mehr Zeit zu Hause zu haben. Rückblickend dankbar zu sein für die alten Freiheiten, die wir erleben durften. Und daraus die Hoffnung schöpfen auf die neuen Freiheiten, die wir nach der Krise erleben dürfen.

Advent ist eine Zeit der Erschütterung, in der der Mensch wach werden soll zu sich selbst.

Alfred Friedrich Delp, Jesuit (1907- 1945)

Corona Weblog #14: Wann endet die Pandemie?

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Corona-Routine. Sehr viel Arbeit (zum Glück), viel Homeoffice, sehr wenige persönliche Kontakte. Keine Reisen, keine “Highlights”, so als“ Inseln“ auf die man aus dem Alltag kurz entfliehen könnte. Doch damit komme ich ganz gut klar, mache das Beste draus. Oft entstehen sogar positive Aspekte. Doch immer wieder der Gedanke, “wann hat das ein Ende”?

Nach dem Lockdown bin ich im Frühling und Sommer schnell wieder in eine Art gewohnter Alltag zurückgekehrt, es war ja (fast) alles wieder da. Verstummt waren die Stimmen, die davon gesprochen hatten, dass wir in einer neuen Welt aufwachen würden. Aufgewacht bin ich eigentlich dann in der zweiten Welle, deren Wucht ich einfach nicht für möglich gehalten habe.

Logisch gedacht nützen die Massnahmen wie in der Schweiz oder die Lockdowns in unseren Nachbarländer nur so lange diese bestehen. Werden diese gelockert oder gar aufgehoben, wird sich das Virus sofort verbreiten und wieder viele Kranke in unsere überlasteten Spitäler bringen. Also es nützt alles nichts, wir müssen mit diesen Massnahmen sehr strikt und lange leben. Jene die auf Lockdowns setzen, werden nach einer kurzen Zeit der Öffnung immer wieder in die Lockdowns gehen müssen. Das Virus ist nicht berechenbar und ich glaube, dass die Wucht der zweiten Ansteckungswelle in unserem Land die Politiker, Wissenschaft und die Wirtschaft extrem überrascht hat. Man hat schnell und gut gehandelt. Etwas im Gegensatz zu mir, ich habe mich zu langsam bewegt, weil ich dieses Gefühl der “Sicherheit” hatte. Zwischendurch sogar versucht war auszubrechen, alles etwas lockerer zu nehmen.

Wir stehen am Anfang eines zweiten Intervalls. Darauf muss ich mich einrichten. Es wird noch lange gehen. Andere und mich weiter zu schützen und trotzdem ein Leben zu haben.

Übersterblichkeit ist ein Begriff der die Runde macht. Heisst mehr Menschen sterben als gewöhnlich. Mich beschäftigt, das Menschen an Covid-19 sterben. Und doch scheint mir dieser Tod nicht real, entfernt. Oft ist es einfach eine Zahl – eine Zahl mitgeteilt mittags vom BAG. 111 Tote am Freitag. Corona Alltag.

Womöglich stehen uns bis Ende Jahr noch einige gute Nachrichten im Kampf gegen das Virus bevor. Als die Mitteilung zu lesen war, dass sich der erste Impfstoff gegen das Coronavirus im bisherigen Test hervorragend schlägt, empfand ich Freude und Hoffnung. Und Überraschung, dass die Wissenschaft überhaupt ein Mittel gefunden hat. 

Und dann? Wird der Impfstoff einfach alles schnell beenden? Das glaube ich nicht, der Impfstoff wird eher helfen, dass wir mit dem Virus besser umgehen können. Daher bin ich überzeugt, dass für uns die Maske und all die anderen Massnahmen auch 2021 zum Alltag gehören wird. 

Vielleicht sind im Winter 2021 ein grosser Teil der Risikopersonen geimpft. Damit würde das Gesundheitswesen entlastet. Doch ausgerottet ist der Virus deswegen nicht. Wie eine Grippe wird er uns auch im Winter 2021 heimsuchen. Möglich, dass es ein Medikament gibt, was den schweren Verlauf der Covid-Grippe vermindern kann.

Vermutlich ist dies dann der Beginn des dritten Intervalls dieser Pandemie. 

Aber wo stehe ich dann, wo ist mein Leben in diesem dritten Intervall? In erster Linie erwarte ich Freude und eine neue Leichtigkeit. Ich habe gerade aufgrund eines schweren Schicksalsschlages selbst erlebt wie ich auf eine aussichtslose Situation reagiert habe. Scheinbar Aussichtslos. Und dann begann einfach etwas Neues. So sehe ich es mit der Pandemie auch. Wir werden aus dieser aussichtslosen Situation herauskommen und dann wird die “neue” Zukunft bereits mein Alltag sein. Weil der Zeitpunkt einer tiefgreifenden Wandlung der Gesellschaft und damit auch meine eigene jetzt ist.

Doch wann hat Corona ein Ende?

Es gibt kein “Exit” wo ich einfach herausgehen kann. Eher wird die Zeit die Lage laufend verbessern. Es werden kleine Schritte sein, die langsam aus der Pandemie herausführen. 

Ich werde nicht in einer neuen Wirklichkeit aufwachen sondern diese wird einfach da sein, mein Alltag sein. Und ich habe wieder die Chance mein Bestes daraus zu machen, darin mein kleines “Stück vom Glück” zu finden. Es wird nicht eine schöne, bessere Welt sein, aber eine gewandelte, die vielleicht bereit ist die Herausforderungen der Zukunft anzugehen.

Bald ist Weihnachten. Und heute in 4 Monaten ist Frühlingsanfang!

Corona Weblog #13: In der zweiten Welle

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Im Frühjahr fühlte ich während des Lockdowns eine Angst. Vor diesem unbekannten Virus und der Krankheit. In dieser zweiten Welle ist Angst noch da, aber diese gehört den betagten Familienangehörigen. Jetzt verspüre ich Verdruss. Wann hat das alles einmal ein Ende?

Dabei ist im Gegensatz zur ersten Welle das Virus richtig real. Bei mir im Betrieb wurde ein Abteilung in Quarantäne gesetzt, nachdem dort zwei positiv getestet wurden. Quasi im Büro nebenan. Und in meinem Umfeld höre ich oft “der hat Covid”!

Wann erwischt es mich? Nur noch eine Frage der Zeit?

Im Sommer noch war das Virus etwas in den Hintergrund gerückt, jetzt bin ich vorsichtiger geworden. Arbeite im Homeoffice, habe meine sozialen Kontakte auf fast Null zurückgefahren und bleibe sonst auch Zuhause. Doch bin ich verwirrt, habe gemischte Gefühle. Weil die Menschen ihre Welten trennen, in ihren Welten weiterleben. Die meisten sind vorsichtig, wenige machen unbekümmert weiter.

Die zweite Welle trifft uns mit voller Wucht

Dann versuche ich mir klar zu machen, dass mein Verhalten solidarisch ist und daher vernünftig. Doch dieser Weg ist langweilig, jeden Tag Homeoffice. Und wenn ich dann schon viele Tage durchgehalten habe, kann ich mich nicht einmal selbst belohnen. Es gibt ja (fast) nichts. Ein Luxus für mich ist die Natur und meine Kamera. Hier kann ich ausschweifen ohne in den Dichtestress zu kommen. Hilft gegen meine innere Unruhe und den Stillstand da draussen.

Die Fallzahlen und der Ansturm von Kranken auf die Spitäler machen mich skeptisch, ob der “Slow Down”, damit auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung zu setzen, richtig ist. “Massnahmen” kontra “Eigenverantwortung”? Bin ich auf der “falschen” Seite? Eine leise Enttäuschung hat sich bei mir eingenistet. Sind wir Menschen nicht fähig selber auf den Virus zu reagieren? Können wir uns nicht solidarisch gegenseitig davor schützen. Es scheint dort den Virus besser im Griff zu sein, wo Massnahmen angeordnet werden, der Staat klare Regeln durchgibt und die Menschen eher autoritätsgläubig sind.

Sind die „Unbekümmerten“ in der Ausübung ihrer Freiheit im Recht? Also jene die keine Masken oder diese unter der Nase tragen, keinen Abstand halten, sich die Hände nicht waschen und Partys veranstalten. „No-Mask“ sogar als politische Einstellung verstehen. Meine Antwort darauf ist nein! Denn steckt so jemand in seiner Unachtsamkeit zwanzig Personen an, dann ist bei einer Sterblichkeit von 0.5% die Wahrscheinlichkeit bei 10% dass einem dieser angesteckten Menschen das Leben genommen wird.

Die “Unbekümmerten” beeinflussen die “Vernünftigen”, es sind die “Vernünftigen” die sich ändern, wenn diese sehen, dass sich die anderen darüber hinwegsetzen. Bei vielen von uns ist so das allgemeine Verhalten über die Sommermonate gekippt. 

Verantwortungsbewusstsein, Einsicht und Kooperationsbereitschaft könnte vor Freiheitsverlust und einer noch schwereren Wirtschaftskrise bewahren, die der zweite Lockdown mit sich bringt. Experiment “Eigenverantwortung” gescheitert? Muss der Virus bei uns durch ganz klare Regeln mitsamt Sanktionen wie etwa Bussen und öffentliche Kontrollen eingedämmt werden? In dem sozialer Druck ausgeübt wird?

Schade und „Hello Lockdown zwei“!

Oder nicht? Ein bisschen Hoffnung keimt auf, beim Blick auf die Fallzahlen. Diese sind erstmals rückläufig.

Und dann gestern Abend noch die Meldung, dass ein deutscher Hersteller die Zulassung für einen vielversprechenden Impfstoff bereits kommende Woche beantragen wird. Bringt dies die Wende? Es macht wenigstens Hoffnung und gibt Kraft, damit wir dies alles in den nächsten Wochen und Monaten durchstehen.

Corona WebLog #12: Switzerland „Slow Down“

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Das Corona Virus treibt uns gerade wieder in einen dunklen, schwarzen Tunnel. Überall werden die Massnahmen verschärft. Aber wann kommen wir da wieder raus, wann werden wir ein Licht am Ende des Tunnels sehen? Jeder Tunnel hat ein Ausgang, daher kommen wir da auch wieder raus. Aber schaffen werden wir dies nur alle gemeinsam. Fahren wir dann aus diesem Tunnel heraus, müssen wir akzeptieren, dass wir unser Leben neu justieren müssen. Denn der Sommer hat gezeigt, es war ein Irrtum in die alten Gewohnheiten zurückzudrängen.

In der Schweiz sind seit dieser Woche die Discos, Clubs & Co. geschlossen, die Maskenpflicht wurde weiter verschärft, Kultur und Freizeit punktuell eingeschränkt, maximal 50 Personen an Events, Fernunterricht an den Unis, usw. Auf den ersten Blick sehen die neuen Massnahmen hier in der Schweiz aus, als würden die Wünsche der Wirtschaft höher gewichtet als beispielsweise in Deutschland. Dort wurden, bei viel tieferen Ansteckungszahlen, ein “Teilshutdown” veranlasst, so werden im Gegensatz zur Schweiz auch alle Restaurants im Monat November geschlossen.

Die Schweiz ist sehr föderalistisch geprägt. Dies bedeutet, dass die Staatsmacht auf drei Ebenen verteilt ist: den Bund, die 26 Kantone und über 2000 Gemeinden. Daher basieren die Massnahmen des Bundesrates auf einem Art „Konsultationsverfahren“, in dem sich Wissenschaft, Wirtschaft und Politik eingebracht haben. Zudem sind die am Mittwoch beschlossenen Massnahmen gegen die Corona-Pandemie verbindliche Mindestanforderungen an welche sich alle Kantone und Gemeinden halten müssen. Jeder Kanton kann die Massnahmen weiter verschärfen. So hat die Walliser Regierung zusätzlich Museen, Kinos und Sportanlagen schliessen lassen und Besuche in Altersheimen weitestgehend eingeschränkt.

Viele hätten gerne einen Lockdown gehabt, unsere Regierung hat sich für einen “Slow Down” entschieden. Oder einfacher gesagt, die Schweiz setzt auf das schwedische Modell. Setzt auf Eigenverantwortung während in vielen anderen Staaten die Überzeugung vorherrscht, ohne schmerzhafte Einschnitte werde es nicht gehen.

Der Erfolg liegt nicht an der Schnelligkeit mit welchem die Massnahmen verordnet werden, sondern dass wir Menschen es verstehen und es alle zusammen mittragen. Bereits heute morgen konnte ich beobachten wie ein Ruck durch die Menschen in meinem Umfeld ging. Im Alltag fühlt sich vieles bereits wieder an wie im Lockdown. Zudem habe ich das Gefühl die Aggressivität der letzten Tage ist verflogen, jeder nimmt sich zusammen. Akzeptiert die Situation, vielleicht ist man einfach etwas entspannter. Dies heisst aber nicht unvorsichtiger.

Unsere Regierung wird von der Presse und Wissenschaft mit Unverständnis attackiert. Die Fallzahlen geben den Kritikern vielleicht recht, doch im Gegensatz zur ersten Welle kann das Gesundheitswesen den Ansturm an Kranken noch bewältigen, die Belegung der Intensivstationen sind derzeit tiefer als in der ersten Welle. Wenn es gelingt mit diesen Massnahmen die Fallzahlen zu drücken, dann entlasten wir das Gesundheitswesen. Behalten aber auch ein ganz kleines bisschen Lebensqualität, Freiheit und viele von uns ihren Job.

Das schwedische Modell könnte hier in der Schweiz mitgetragen werden. Schweden hatte über den Sommer strengere Vorschriften wie die Schweiz und steht jetzt viel besser da. Vorallem ist es den Schweden gelungen die Bevölkerung mitzunehmen, auch mit Massnahmen zur Reduktion der Kontakte, die strenger waren als jene der Schweiz.

Wir müssen lernen mit dem Virus noch lange zu leben. Das Gesundheitswesen muss dabei funktionieren und die Risikogruppen sind speziell zu schützen. Aber ohne das ganze Land einzusperren. Der Virus wird nicht in den nächsten Wochen einfach so verschwinden, er wird uns noch Jahre begleiten. Auch der Impfstoff ist nicht das Allerheilmittel, sondern wird nur ein Mittel unter vielen zur Bekämpfung der Pandemie sein.

Wir werden also noch durch viele Tunnels müssen, es liegt in der Hand jedes einzelnen von uns wie lange diese Tunnels sind. Doch bekommen wir die Chance das Beste daraus zu machen, soziale Kontakte zu haben und das eigene Leben neu zu gestalten.

Stay well and safe.

Corona Weblog #11: Gewissheit ist weggeblasen, dass wir das hier mit dem Virus im Griff haben

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Die Schweiz ist im Moment eines der Länder in Europa, wo die Fallzahlen im Verhältnis zur Bevölkerungsgrösse am stärksten steigen. Dies hat bei mir die Gewissheit weggeblasen, dass wir das hier mit dem Virus im Griff haben.

“Jemand” muss jetzt etwas tun, höre ich oft. Von diesem “Jemand” verlangen die einen, härtere Massnahmen, andere sind der Meinung alles bitte mit Augenmass.

Doch vielleicht ist nicht “Jemand” das Problem, sondern ich?

Wieso? Eine Erfahrung mit der Gefährlichkeit des Virus habe ich nicht gemacht. Trotzdem gehe ich seit Monaten auf Distanz, halte mich an die Regeln und wo angeordnet maskiert durch den Alltag.

Reicht doch, oder?

Zugeben muss ich vielleicht, dass ich zwischen “privat” und “öffentlich” unterschieden habe. Menschen die ich gut kenne und die keinerlei Symptome zeigten, waren bestimmt nicht ansteckend! Menschen die ich mag konnte ich doch nicht als potenzielles Risiko betrachten? Obwohl es mir logisch ist, dass sich gerade jetzt das Virus dort besonders schnell und effektiv ausbreitet, wo sich Menschen privat versammeln.

Nochmals Glück gehabt!

Wieder ist in meinem Umfeld alles gut gegangen! Doch mein Verhalten hätte fatal enden können! Es scheint ein Kern in dieser Pandemie zu sein, dass ich die Logik begreife, aber mir alles dann schlecht vorstellen kann. 

Logisch ist nun, dass die Wahrscheinlichkeit für sehr starke Restriktionen in den nächsten Tagen auf der Hand liegt.

Ab und zu habe ich ein Gefühl der Machtlosigkeit, diesem Virus, der sich an keine menschliche Regeln hält, so ausgeliefert zu sein. Dabei sind wir nicht machtlos. Mit meinem Verhalten kann ich dazu beitragen, dass die Normalität schneller zurückkehrt. Denn ich weiss inzwischen, was zu tun ist. Ich muss es nur wie alle anderen noch konsequenter anwenden. Weiterhin Abstand halten, Hände waschen und Maske tragen! Und leider meine sozialen Kontakte reduzieren.

Stay well and safe!

Corona Weblog #10: Der Sommer ist vorbei – es geht wieder los

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In meinem CoronaWebLog habe ich lange nichts mehr notiert. Obwohl ich vorsichtig blieb, liessen meine Sommergefühle die Pandemie in der grossen Überzeugung auf bessere Zeiten etwas in den Hintergrund rücken. Die letzten Wochen waren gut, aber wir verspielen hier in der Schweiz mit unserem „schwedischen Laissez-faire“ gerade unsere gute Situation. Die Hospitalisierungen und die Fallzahlen steigen stark an – Deutschland könnte uns in einigen Tagen zum Risikogebiet erklären*. Was dies bedeutet? Viele die im Bodenseeraum an der Grenze zu Deutschland wohnen werden sich (wieder) die Augen reiben. Denn sie werden an der Grenze mit Einschränkungen leben müssen. Es werden nicht die einzigen bleiben. Noch will es niemand wahrhaben – «bleib mir weg mit diesem Corona-Zeugs» höre ich dann und wann in diesen Tagen.

Wir sind alle diszipliniert, solidarisch zusammengestanden und sind im Frühsommer gemeinsam aus diesem Lockdown herausgekommen. Viele sind danach vorsichtig geblieben. Wo Staat und Unternehmen Regeln erlassen hält man sich daran. Ausserhalb ist Selbstverantwortung gefragt. Vielfach wird diese wahr genommen. Einzelne dagegen drängen auf Teufel komm raus ins alte Leben zurück und loten das Risiko für sich und andere weit aus. Andere wiederum versuchen laut mit hasserfülltem Egoismus und quälendem Fatalismus die Gesetze der Biologie zu bekämpfen. Ich frage mich manchmal, wo sind die Stimmen geblieben die im Umgang mit der Klimakrise die Verantwortung aller Generationen, vorallem der Älteren einforderte? Wir hätten in den letzten Wochen die Möglichkeit gehabt zu beweisen, dass wir unserer Verantwortung gerecht und jeder seinen Teil an Disziplin beiträgt um das Coronavirus unter Kontrolle zu halten.

War ich in den letzten Wochen zu ängstlich, zu vorsichtig? Es war nicht, dass ich mich in ein Schneckenhaus zurückgezogen habe. Vieles in diesem schönen Sommer war wie immer, einfach mit Verzicht auf weite Ausland-Reisen, Open Airs und grosse Sommerfeste. Schwieriger war für mich anzuerkennen, dass es eine Rückkehr in mein “gewohntes” Leben tatsächlich nicht mehr gibt. Zwar erscheint die Lage starr, träge. In Wirklichkeit ist diese Zeit ungeheuer dynamisch und führt uns in ein anderes, ungewohntes Morgen.

Der Corona-Winter wird hart. Es heisst jetzt über den nächsten Winter kommen, diesen durchzustehen. Dies ist, die älteren Generationen mögen aufhorchen, das allerwichtigste Ziel. Nicht gerade eine prickelnde Aussicht.

Die kommende Zeit will ich nicht mit Denkfaulheit und Freudlosigkeit verkommen lassen. Das nächste Stück unseres Marathons mit Vorsicht, Neugier und Lebensfreude weiterzugehen. Mit dem innerlichen Bewusstsein, es gibt ein Danach. Eines mit vielen neuen Chancen, einer anderen Leichtigkeit und einem Sinn für Genug.

Wie war das noch? Den Virus nicht empfangen und weitergeben! Alles Gute und bleibt gesund.

Stay well and safe.

* Nachtrag vom Freitag, 16. Oktober 2020

Ab Samstag 17. Oktober 2020 erschwert Deutschland die Einreise für Schweizer aus zehn Kantonen. Nach Genf und Waadt hat Deutschland am Donnerstagabend acht weitere Schweizer Kantone auf die Risikoliste gesetzt: Zürich, Zug, Schwyz, Nidwalden, Uri, Freiburg, Jura, Neuenburg. Für Personen (also auch für mich) aus diesen Kantonen wird die Einreise nach Deutschland ab Samstag durch die Quarantänepflicht erschwert. Die Einreise ist mit einem aktuellen PCR-Test dagegen möglich. Die Freude auf weniger Einkaufstouristen aus dem Raum Zürich wird wohl in Waldshut, Singen oder Konstanz nur von kurzer Dauer sein. Zumindest gilt dies alles nur für die nächsten drei Wochen. Es trifft am 8. November 2020 eine neue Musterverordnung in Kraft, welche Ausnahmen für Personen die „bis zu 24 Stunden in das Bundesgebiet einreisen“. Einkaufstourismus könnte wieder erlaubt werden, sofern dies dann wirklich dem dem Willen der deutschen Bundesregierung entspricht.


Die grössten Auswirkungen hat die Risiko-Einstufung dann wohl für Ferienreisende beider Länder. Deutschland ist für die Schweizer ein sehr beliebtes Ferienland.


Die in Deutschland beliebten grossen Wintersport-Orte in Graubünden, Wallis und Bern gelten derzeit nicht als Risikogebiet. Noch nicht.


Sollten allerdings die Fallzahlen in Deutschland weiter steigen, kann auch die Schweiz Regionen in Deutschland zum Risikogebiet erklären. Dann wäre der Zugang zu den Wintersportorten nur noch sehr erschwert möglich.

Einfach kompliziert …

Nachtrag vom Samstag, 17. Oktober 2020

Per Notrecht hat Baden Württemberg die 24h Regel eingeführt, damit sollte der kurzfristige Grenzübertritt weiter möglich sein ….

Corona WebLog #9: Der Virus ist noch da – den Lockdown sind wir los

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Der Virus ist noch da. Unter uns. Irgendwo. Und doch bewegt sich mein Leben mit grösseren Schritten wieder hin zur Normalität. Gemischt sind meine Gefühle, zwischen Freude und Sorgen. So stelle ich mir die Frage, soll ich dieser neuen Normalität sehr vorsichtig oder mit der für mich eher typischen Gelassenheit begegnen?

Den Lockdown sind wir los – wenigstens fast. Schulen sind aufgegangen, die Restaurants und Läden ebenfalls. Der Verkehr in der Stadt ist zurück. Alles ein grosser Schritt scheinbar in die Normalität. Doch es ist nicht mein Leben von früher – zwei Meter Abstand, Social Distancing, noch mehr Hände waschen, Desinfektionsmittel und teilweise das Tragen von Masken ist in meinem Alltag angekommen. Und es gibt keine Gewissheit – keine Gewissheit ob dies alles so bleibt oder morgen schon wieder alles anders ist.

Die Bilder in den Medien von sterbenden Menschen in unseren Spitälern habe ich fassungslos mitverfolgt, diese sind in meinem Kopf eingeprägt. So reagiere ich in dieser neuen Normalität oft verunsichert: Beobachte die Menschen rundherum, halte manchmal mehr Abstand zu meinen Mitmenschen als wirklich nötig, meide instinktiv belebte Orte. Zwischendurch, wenn mir alles zu eng wird, dann verstecke ich mich hinter einer dieser ungewohnten Masken.

Wo ist die Sicherheit von meinem alten Leben geblieben? Welche Sicherheit? War dies nicht nur ein falsches Gefühl – ist das Leben nicht grundsätzlich endlich, unvorhersehbar, unsicher und abstrakt? Vor der Pandemie wie jetzt in der neuen Normalität?

Die schnelle Öffnung ist ein Risiko – für die Gesellschaft. Für mich persönlich. So kann ein Abendessen in meinem Lieblingslokal oder der Besuch eines Museums ansteckend sein. Gehört aber dieses Risiko nicht einfach zum Leben?

Wichtig scheint, dass ich zu meiner Gelassenheit zurückfinde. Mein „Schneckenhaus“ endlich verlasse und hinaus gehe ins Leben. Es braucht etwas Mut. Und Disziplin: Abstand halten, Hände waschen!

Nehme ich doch die neue Normalität einfach mit einer Art Gottvertrauen, mit meiner Zukunftsgläubigkeit und Gelassenheit an. Und ich versuche wieder den Risiken wie früher mit Augenmass zu begegnen. Denn irgendwann werde ich Sterben, aber jetzt darf ich Leben! Geht uns doch allen so.

Stay well and safe.

Bilder Opernhaus Zürich Mai 2020 – vielen ist es gar nicht so aufgefallen, da in der Stadt Zürich viele Plätze abgesperrt worden sind. Aber für mich ist das rundherum eingezäunte Opernhaus ein Sinnbild der Corona-Krise.