Shetland – das Land der Küsten

Picturebook Shetland, Shetland

Shetland – ein Land in einer der ältesten Kampfzone der Natur. Ein ewig ungleicher Kampf der Ozeane gegen die Felsen. Immer verliert der Stein.

Hier gab es einmal Mondberge, inzwischen zerschmettert durch die Wellen der Meere. Entstanden sind Küsten in chaotischer Schönheit – Klippen mit Felsnadeln, von grünen Wiesen bewachsenen Landspitzen und Buchten mit Sandstränden prägen das heutige Landschaftsbild. Seevögel brüten hier und bestimmen im Sommer weitgehend das Leben. Allerdings dürfen die Vögel keine Zeit verlieren, bald müssen sie die Inseln wieder verlassen. Denn schon bald werden die mächtigen Winterstürme die Macht an der Küste zurückerobern. 

Shetland – das Land der Küsten

Meine Bilderbuch-Serie über Shetland:

Alle Berichte über Shetland findest Du hier.

Shetland – das Land der Hochmoore und der grünen Täler

Picturebook Shetland, Shetland

Dort wo das Meer das Land verschont, ist Shetland ruhig. Das innere Land gehört den Sterntauchern, die Seevögel scheinen weit weg zu sein. Die raue Landschaft besteht aus Hochmooren, kurzen grünen Tälern und glitzernden Seen.

Steigt man auf einen der niedrigen Hügel wird einem bei einem Rundblick sofort wieder gegenwärtig wo man ist – auf einer Insel mitten im Ozean. Selbst auf einer Wanderung durch ein Tal sieht man am Horizont ein Schiff vorbeifahren, geht man über eine moorige Hochebene blickt man in der Ferne auf einen Leuchtturm – immer erreicht einem das Meer mit seinem salzigen Wind.

Shetland – das Land der Hochmoore und der grünen Täler

Meine Bilderbuch-Serie über Shetland:

  1. Shetland – Sechzig Grad Nord
  2. Shetland – the Land of the Sword
  3. Shetland – das unbekannte Land
  4. Shetland – das Land der Voes and Sounds
  5. Shetland – das Land der Hochmore und der grünen Täler
  6. Shetland – das Land der Küsten
  7. Shetland – und das Land dahinter

Alle Berichte über Shetland findest Du hier.

Shetland – das Land der Voes and Sounds

Picturebook Shetland, Shetland

Zuinnerst findet man geschützte Buchten und Meeresarme, die sich so tief ins Land schlängeln, dass das Land dabei fast wieder in neue Inseln geteilt wird. Es gibt Inseln die auf der einen Seite dem wilden Ozean ausgeliefert sind, auf der anderen Seiten friedlich an einer ruhigen Bucht liegen.

Vor langer Zeit schmolzen hier die Gletscher ab, der Meeresspiegel stieg und füllte die Flusstäler, aus den Hügeln entstanden Inseln. Im inneren der Inselgruppe liegt das Meer nun gefangen durch sich selbst, in einer Landschaft durchbrochen von Wasser und Licht.

Shetland – das Land der Voes and Sounds*

Shetland – das Land der Voes and Sounds 2
Shetland – das Land der Voes and Sounds 3
Shetland – das Land der Voes and Sounds 4

*In Shetland wird eine kleine Bucht als „Voe“ bezeichnet, der Begriff „Sound“ scheint vom norwegischen „Sund“ zu kommen, bezeichnet eine Meerenge zwischen zwei Inseln.

Meine Bilderbuch-Serie über Shetland:

Alle Berichte über Shetland findest Du hier.

Shetland – das unbekannte Land

Picturebook Shetland, Shetland

Shetland ist fern und unbekannt. Wer die Insel einmal bereist hat, der wird mit grosser Sehnsucht sich an dieses Land weit draussen im Meer erinnern. An das Land der Seefahrer und Crofter. An den ewigen Wind und das ewige Licht. An Shetland’s Klippen und Kaps, Schären und Buchten sowie draussen die Inseln, die sich mit dem Horizont verschmelzen. Der Duft der Moore, die farbigen Begegnungen mit den Papageientauchern oder die Erinnerung an eine Seeschwalbe, die einsam über das Meer fliegt.

Shetland – das unbekannte Land

Fetland Shetland

Meine Bilderbuch-Serie über Shetland:

Alle Berichte über Shetland findest Du hier.

Shetland – the Land of the Sword

Picturebook Shetland, Shetland

Unverkennbar wirkt die Silhouette dieser Inselgruppe wie ein Schwert. „Hjaltland“ nennen die Isländer  die Inselgruppe.  „Hjalt“ bedeutet im isländischen wie auch im norwegischen das Heft, was den Griff eines Schwertes bezeichnet.

Dieses Schwert mitten im Ozean ist im ständigen Kampf mit den Meeren, mit der Klinge aus Stein trotzt es den Stürmen. Einer Schwertscheide gleichen die leicht geschwungenen torfigen Hügel, die dem Leben auf den Inseln Schutz bieten. Ein Leben, welches von den Shetländer über Jahrhunderte mit ihren eigenen Schwertern auf das äusserste verteidigt wurde. Davon zeugt die wechselvolle Geschichte von Shetland, dem Land des Schwertes.

Shetland – the Land of the Sword

Wikinger Viking Shetland Up Helly Aa boat boot
Jarslhof Broch Shetland Scotland Schottland
Shetland Croft
Tingwall Shetland
Sullum Voe Shetland Helikopter Hubschrauber Oil Oel

Meine Bilderbuch-Serie über Shetland:

Alle Berichte über Shetland findest Du hier.

Shetland – Sechzig Grad Nord

Picturebook Shetland, Shetland

Unsere südliche Sichtweise ist, dass Shetland irgendwo am Rand der Welt liegt. Diese Meinung bekräftigte sich, als ich eine Karte von Grossbritannien ausbreitete und dort nach der Inselgruppe suchte. Gefunden habe ich Shetland tatsächlich am Rand – am Rand der Karte in einer kleinen Box. Meine Sichtweise änderte sich allerdings schnell, als ich in Shetland angekommen bin. Angekommen bin ich nicht irgendwo am Rande, sondern stand plötzlich im Zentrum einer eigenen Gemeinschaft, in einem Teil eines grösseren Ganzen.

Würde ich dem 60 Breitengrad – welcher im Süden Shetland durchquert – nach Westen folgen, wäre der nächste Stopp in Grönland angesagt. Von dort würde es weiter gehen nach Kanada, Alaska, Russland (sehr lange durch Russland), Finnland, Schweden, Norwegen und wieder zurück nach Shetland. Auch so gesehen sind die Inseln nicht einfach irgendwo am Rande der Welt.

Als Reisender habe ich Shetland nicht so schnell begriffen. Es ist eine Welt für sich, eine Welt zwischen Nordsee und Nordatlantik. Eine Welt in der Schottland auf Skandinavien trifft.

Über meine Reise nach Shetland habe ich ein Art Bilderbuch erstellt und werde von dieser Welt erzählen. Erzählen vom Land des Schwertes, der Hochmoore und grünen Täler, der Voes und Sounds, der Küsten. Vom unbekannten Land des Ozeans. Eine spätere Serie wird sich dann eher um die Seevögel, das Leben, die Orte, unsere Unterkünfte und um ein paar Inspirationen für dieses Land drehen.

Shetland – hier trifft die Nordsee auf den Atlantik und Schottland auf Skandinavien

Shetland – Sechzig Grad Nord

Lerwick Shetland
Shetland Sechzig Grad Nord 60

Meine Bilderbuch-Serie über Shetland:

Alle Berichte über Shetland findest Du hier.

Bye Bye Shetland

Shetland

Diese Zeilen schreibe ich auf Muckle Roe, einer kleinen Insel die zu Shetland gehört. Shetland – weit draussen wo sich die Nordsee mit dem Atlantik trifft – ist eine kleine Welt für sich und ein grosses Naturparadies.

Shetland war für uns ein Sehnsuchts-Ziel. Immer wenn wir Reisen in den Norden planten, kamen wir irgendwie auf Shetland zu sprechen. Wussten aber nie so recht, was einem auf dieser Insel-Gruppe erwartet. Jetzt war es so weit, wir sind hierher gereist. Diese Reise entwickelte sich für uns in den letzten zwei Wochen immer mehr zu einer grossen, positive Überraschung!

Leider müssen wir schon wieder Abschied abnehmen. Bye Bye Shetland – im Blog dagegen heisst es «Welcome Shetland» – ich habe viele Fotos und kleine Geschichten im Gepäck, die ich in der nächsten Zeit aufbereiten werde. Viel «Arbeit» liegt da vor mir, aber das gehört zur schönen Seite eines fotografierenden Hobby-Bloggers.

Papageientaucher Puffin Shettland

Die Rückreise wird lang, denn Shetland ist nicht einfach um die Ecke. Selbst mit dem Flieger ist die Reise via Schottland nach Zürich zeitlich nicht zu unterschätzen. Zudem liegen die Shetland Inseln weit draussen im Meer, näher an Norwegen als am schottischen Festland. Der Wind oder der Seenebel kann den Flug- und Schiffsverkehr schon mal lahm legen. Wir haben Glück, es ist freundliches und ruhiges Wetter angesagt, so dass uns der kleine Propeller-Flieger rüber nach Schottland bringen wird.

Wer eine Destination mit grossem «Wow»-Effekt sucht, sollte nicht nach Shetland reisen. Es ist eher die schroffe Schönheit und die wunderbare Idylle was die Inselgruppe ausmacht, diese unglaubliche Küste durchbrochen von malerischen Stränden und kristallklarem, blauem Wasser. Immer wieder faszinieren glitzernde Lochs, mit Heidekraut bedeckte Moorlandschaften, Klippen, die über Jahrtausende von Wind, Meer und Sand geformt wurden.

Shetland

Die Shetländer sind freundliche Inselbewohner, geprägt durch einen Life Style aus britischem Alltag und ihrem vermischten schottischen und skandinavischen Erbe. Das Erbe ihrer altnordischen Sprache fliesst überall hinein – von praktisch jedem Ortsnamen bis hin zum regionalen Dialekt, der mit einem fast skandinavischen Klang gesprochen wird. Abgerundet wird das ganze durch einige spleenige Auswanderer, die hier ihr Glück gefunden haben.

St. Ninina Shetland

Shetland ist in erster Linie ein richtiges Paradies der Tierwelt. Wo Nordsee und Atlantik aufeinander treffen haben wir auf unseren Wanderungen unglaublich viele Seevögel beobachten können. Basstölpel, Papageitaucher, arktische Seeschwalben sind nur drei von vielen Arten, die hier im Juni ihren Nachwuchs aufziehen. Vögel sind nicht die einzigen Tiere, die man hier antrifft. Mit viel Glück sieht man einen Otter oder irgendwo in einer Bucht eine Gruppe von Orcas (Schwertwale). An der Küste entdeckt man immer wieder die Seehunde – jetzt im Juni konnten wir sogar arktische Ringelrobben beobachten. Nicht vergessen werden wir die Begegnungen mit den süssen und bekannten Shetland Ponys.

By Bye Shetland – so nahe waren wir der ursprünglichen Natur schon lange nicht mehr.

Reise zum Nordlicht – wo gibt es gute Orte für die Beobachtung?

Faroe Islands, Iceland, Irland, Lofoten, Nordlicht, Norwegen, Shetland, Top

Die Polarlichter zu beobachten ist ein unbeschreibliches Erlebnis. Draussen in einer kalten, klaren Nacht hoch oben im Norden zu stehen, den unvergleichlichen Anblick dieser grün-weisslichen Licht-erscheinungen, die sich schnell in der Bewegung und Intensität ändern. Plötzlich verschwinden und wieder kommen.

Polarlichter – wo und wann kann man diese bestaunen? Wo tauchen diese Nordlichter auf, an welchen Orten kann man diese gut beobachten?

(Refresh September 2019 / Juli 2020)

Je näher man sich zum Nordpol befindet, umso intensiver sind die Lichterscheinungen. Daher sind die besten, erreichbaren Standorte für uns Europäer am nördlichen Polarkreis, also auf 66° nördlicher Breite, zu finden.

Die beste Zeit zur Beobachtung ist zwischen September und März, wenn die Nächte lang sind. Eine Reise in diesen Monaten an den Polarkreis garantiert noch keine Polarlichter. Im hohen Norden ist das Wetter im Herbst und Winter oft rau und der Wind peitscht einem ins Gesicht. Das Wetter ist sehr wechselhaft. Da ich den eisigen Winter in Norwegen einmal kennen gelernt habe, habe ich mich bewusst für den Herbst entschieden. Wir hatten im September 2016 (Lofoten) oder im Oktober 2015 (Island) wunderschöne, sonnige und ruhige Phasen, damit auch klare, schon fast „warme“ Nächte. Dies darf keine falschen Hoffnungen wecken, denn das Wetter oben am Polarkreis kann auch ganz anders! Es kann auch einmal tagelang durchregnen und stürmen. Es gehört schon ein bisschen Glück dazu, dass sich der Himmel aufklart. Pflicht sind im Herbst und Winter warme Kleidung, dazu gehören Mütze und Handschuhe.

In Island kann bereits Ende August der Winter einbrechen. (Bild Nord-Island im September 2015)

Das Wetter ist das eine, aber selbst wenn die Nächte klar sind, das Nordlicht ist immer noch nicht garantiert. Die Lichterscheinung hängt stark von der Aktivität auf der Sonne ab. Und es gibt weitere Faktoren, die man berücksichtigen muss: Standort, Umgebungslicht, Mondschein sowie Intensität des Nordlichtes. In den nachfolgenden aufgeführten Orten kann man von 10 Nächten zwischen 7 – 9 Nächten mit einem Polarlicht rechnen.

Meine Empfehlung ist nicht eine Reise einzig und alleine wegen den Nordlichtern zu unternehmen. Sondern eine Herbst- oder Winterreise an den Polarkreis zu planen und wenn es gutes Wetter ist und Nordlicht-Aktivitäten hat, diese quasi „on top“ mitzunehmen.

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Hier am Polarkreis ist der richtige Ort um nachts die Lichterscheinungen zu beobachten. (Foto Halbinsel Flateyjarskagi, wenige Kilometer nördlich von dieser Spitze verläuft der 66° Breitengrad durch die Insel Grímsey)

Nachfolgend eine Zusammenfassung an welchen Orten die Nordlichter gut zu sehen sind. Diese Aufstellung basiert einerseits auf eigene Erfahrungen (Island, Norwegen, Irland, Färöer Inseln), anderseits auf Informationen aus meinem Bekanntenkreis, dem Internet sowie Touristikorganisationen der betreffenden Länder.

Nordlicht und Wolken (Kabelvåg, Lofoten, Norwegen, September 2016)

Finnland (Revontulet)

In Finnland setzt zur Zeit der Herbst-/Winter-Tourismus voll auf das Nordlicht. Das Angebot rund um das Nordlicht ist riesig und sehr vielfältig. Sehr beliebt ist Nellim am Inari-See, dem drittgrössten See Finnlands sowie die Glas-Iglus in Kakslauttanen. Ich kann mir vorstellen, dass der tiefverschneite Winter zusammen mit den Nordlichtern ein Erlebnis sein muss.

Empfohlene Orte: Nellim, Utsjoki, Kakslauttanen, Ivalo.

Norwegen (Polarlys, Nordlys)

Die Stadt Tromsø ist ein Hotspot für Nordlicht-Fans: wenn sich in der nordnorwegischen Stadt das Tageslicht allmählich verabschiedet, erscheint bei gutem Wetter die Aurora borealis schon fast zuverlässig. Hier, nördlich des Polarkreises, ist die Aktivität der Polarlichter am grössten, oft ist der Himmel stundenlang von leuchtenden Grüntönen erhellt.

Empfohlene Orte:  Tromsø, Alta, Lofoten

Im September 2016 habe ich die Lofoten besucht. Wir hatten grosses Glück und einige klare Nächte mit vielen Nordlichter und sehr langen Phasen. Gerade im September war faszinierend, dass die Nordlichter in der Abenddämmerung zu beobachten waren. Die Lofoten gehören sicher zu den Top-Standorten für die Nordlicht-Beobachtung.

Nordlicht in der Abenddämmerung (Kabelvåg, Lofoten, Norwegen)

Grönland

Natürlich ist Grönland eine grosse Option. Die gesamte Insel ist ein fabelhafter Platz für die Polarlichter. Die Eiswüsten im Inselinneren sind unzugänglich, die südlichen und östlichen Küstenregionen kann man erreichen, allerdings ist hier die Anreise nicht so einfach. Für Grönland gilt: Überall ist Nordlicht!

Empfohlene OrteKulusuk, Ammassalik

Schweden (Polarsken)

Dank ihres einzigartigen Mikroklimas – wenig Regen und oft wolkenloser Himmel – ist die Gegend um Abisko in Schwedisch-Lappland der wissenschaftlich nachweislich ideale Ort, um die Polarlichter in ihrer ganzen Intensität zu erleben. Man spricht hier von einem „Blauen Loch von Abisko“, welches sich im Himmel auftut, ein Stück klarer Himmel, auch wenn der Rest des Himmels doch wolkenverhangen sein sollte.

Empfohlene Orte: Kiruna, Abisko (Schwedisch-Lappland)

Einer der Pioniere des Nordlicht-Tourismus in Schweden ist der amerikanische Fotograf Chad Blakley. Er hat 2010 ein das Unternehmen „Lights over Lapland“ gegründet und sich darauf spezialisiert Touristen aus der ganzen Welt zu helfen, die Nordlichter in Abisko-Nationalpark zu sehen und zu fotografieren. Sehenswert ist seine Aurora Webcam, welche in den Wintermonaten in Betrieb ist.

Alaska und Kanada (Aurora, Polar Lights or Northern Lights)

Der nördlichste US-Bundesstaat sowie die weite Tundra im Norden Kanadas sind grosse Bühnen für Polarlichter. Auch hier ist im Winter ein wahrer „Northern Lights“-Reiseboom entbrannt. Die University of Alaska bietet eine Polarlichter-Vorhersage an.

Empfohlene Orte in Alaska: Anchorage, Fairbanks, Denali Nationalpark

Empfohle Orte in Kanada: Calgary, Ontario, Yukon Territory, Manitoba

Schottland (Northern Lights)

Schottland ist eine gute Option – an ganz klaren Tagen kann man in ganz Schottland die Aurora sehen. Vor allem im Norden von Schottland hat man die grösste Chance die Northern Lights gut zu beobachten.

Empfohle Orte: nördlich von Ullapool, nördliche Spitze Isel of Skye, äussere Hebriden, Orkney

Shetland (Mirrie Dancers)

Die Shetlandinseln gehören natürlich auch zu Schottland. Allerdings liegt die Insel-Gruppe auf 60° nördlicher Breite und dabei näher zum norwegischen Bergen als zu Edinburgh. Shetland ist vermutlich die beste Option ausserhalb der Regionen die am Polarkreis liegen. Die Winter gelten eher als mild, Frost ist weitgehend unbekannt. Natürlich gibt es Ausnahmen und so kann für einige Tage der Schnee liegen bleiben. Stürmische Tage sind im Winter garantiert.

In Shetland nennt man die Polarlichter „Mirrie Dancers“ – für mich der schönste Name für die mystischen Himmelserscheinungen.

„Simmer Dim“ in Lerwick – im Sommer scheint auf Shetland die Sonne schon mal bis zu 19 Stunden am Tag, Im Winter dagegen sind die Nächte sehr lang, es gibt weniger als sechs Stunden Tageslicht. Optimal für die Nordlichtbeobachtung. (Foto Juni 2018)

Empfohlene Orte: Leuchtturm von Eshaness, Sumburgh Head, Wormadale – grundsätzlich erreicht man auf dem Mainland viele gute dunkle Orte mit Weitblick. Doch selbst am Hafen von Lerwick oder oberhalb auf dem Fort Charlotte sind gut Plätze.

Färöer Inseln (Norðlýsið)

Natürlich liegen die Färöer Inseln wie Shetland genug im Norden um mit Erfolg Nordlichter beobachten zu können. Allerdings sind die Färöer Inseln weit draussen im Nord-Atlantik wettermässig sehr exponiert. Die Wolken ziehen tief über das Meer und verfangen sich in den relativen hohen Bergen der Inseln, daher gibt es viel Nebel und Regen. Wenn der Himmel einmal frei ist, kann man aufgrund der niedrigen Luftverschmutzung immer mit einer klaren Sicht rechnen.

Ein ganz besonderes Erlebnis im ist der Nachtflug der Atlantic Airways über den Nord-Atlantik, während die Lichter am Himmel tanzen.

Empfohlene Orte: dazu habe ich nichts gefunden, aber es gibt genug „Nord-Kaps“ oder Gipfel auf der Insel-Gruppe. Vielleicht ist der Hausberg von Klaksvik, der Klakkur mit 413 Meter über Meer ein guter Ort. Die freundlichen Färöer werden sicherlich vor Ort sofort weiterhelfen und einen guten Beobachtungsort kennen.

Irland (Northern Lights, An Chaor Aduaidh)

Irland wird keine touristische Nordlicht-Destination werden, überrascht aber trotzdem mit seinen Nordlichtern. Diese sind zwar eher schwach zu sehen, es ist aber erstaunlich, wie viel Sichtungen letztes Jahr im Norden von Irland gemacht worden sind. Ich konnte dies auf Twitter verfolgen, zum Teil haben die irischen Fotografen ganz tolle Bilder geschossen und veröffentlicht.

Gute Plätze zur Beobachtung gibt es an der Nord-Küste im County Donegal. Hier ist der Malin Head ein sehr guter Platz. Es gibt in Irland sogar einen Aurora Alert @Aurora_ireland, welcher einem zuverlässig über bevorstehende Nordlicht-Phasen informiert.

Empfohlene Orte: Malin Head, Inishowen (Co. Donegal), Lough Melvin, (Co. Leitrim), Gortmore View Point, (Co. Londonderry), Giants Causway (Co. Antrim), Rathlin Island (Co. Antrim) – bei stärkeren Nordlichter kann man an den Stränden von Dublin Glück haben und Nordlichter beobachten.

Island (Segulljós)

Unsere ersten Beobachtungen haben wir hier in Island gemacht. Wer im August in Island unterwegs ist, sollte in der Nacht schon die Augen offen haben, dann beginnt bereits die Nordlicht-Saison.

Nordlichter am Himmel über dem Fjord Eyjafjörður (Island)

Im Oktober 2015 haben wir am Fjord Eyjafjörður ein Ferienhaus gemietet – und dies war auch in Punkto Nordlicht ein Volltreffer. Von der Terrasse aus hatten wir – bei gutem Wetter – eine perfekte Beobachtungsstation für das Nordlicht. Und wenn es los ging, dann waren wir halt wirklich quasi schon vor Ort. Vom Ferienhaus waren wir zudem schnell oben in den Bergen, in der totalen Dunkelheit.

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In Nord-Island hat man das Nordlicht vor der Haustüre

Natürlich kann man es in Island einfacher haben, als zuerst noch 5 Stunden von Reykjavik an den Fjord Eyjafjörður zu reisen. Man muss eigentlich nur das elektrisierende Nachtleben von Reykjavik und damit die Lichter der Stadt hinter sich lassen und den Thingvellir Nationalpark ansteuern. In diesem Park, der zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, wird das Auseinanderdriften der amerikanischen und europäischen tektonischen Platten durch imposante Felsspalten und Risse sichtbar. Der Nationalpark ist aber auch ein Mekka für die Fans von Polarlichtern, die hier besonders eindrucksvolle Tänze aufführen. Bei starken Lichterscheinungen stellt die Stadt Reykjavik die Strassenbeleuchtung aus, so dass man sogar aus der Stadt die Aurora Borealis sehen kann.

Empfohlene Orte: Ausserhalb von Reykjavik, Thingvellir Nationalpark, Rangá/Hella, Akureyri (Nordisland) – überall auf der gesamten Insel findet man gute Plätze.

Schweiz (Polarlicht)

Wenn verschiedene Kriterien zusammentreffen, besteht sogar in der Schweiz die Möglichkeit, die Nordlichter zu beobachten. Solange der Himmel klar ist und nicht durch die elektrischen Lichter unserer Agglomerationen beeinflusst werden, ist das Naturschauspiel nicht ausgeschlossen. Im Jahr 2011 gab es einige Nächte in der Schweiz (Raum Basel) in denen Nordlichter gesichtet wurden.

Deutschland (Nordlicht)

Das gleiche gilt für Deutschland. In Nord-Deutschland werden öfters Sichtungen gemeldet. Wie in der Schweiz, darf man nur ein diffuses Leuchten erwarten. Vielfach sind diese Nordlicht-Erscheinungen mit dem Auge nicht zu erkennen sondern nur fotografisch erfassbar.

Russland (Северное сияние)

Der Norden von Russland ist eine gute Nordlicht-Destination und bietet hervorragende Bedingungen. Hier scheint Murmansk (mit der angrenzenden Halbinsel Kola) das Nordlicht-Zentrum in Russland geworden sein.

Aurora Australis – das Polarlicht des Südens (Südlichter)

Südlichter down under. Das Schwesterphänomen Südlichter ist eher unbekannt. Schon weil Anreise an Orte mit Südlichter schwieriger ist. Bilder von Südlichter zeigen, dass diese genauso spannend und spaktakulär sein müssen.

Empfohlene Orte: Südgeorgien, Falklandinseln, Stewartinseln, Tasmanien – als einer der besten Orte gilt Ushuaia im Süden von Argentinien, allerdings braucht es bei den berüchtigten Wetterverhältnissen dort viel Glück für eine Nacht mit klarem Himmel.

Wie ich die Nordlichter gesehen und erlebt habe…

Wie Nordlichter wirklich aussehen? Ich habe die Nordlichter als weisse, graue Lichttschleier wahrgenommen. Stärkere Nordlichter nahm ich in einem pastellen Grün wahr. Allerdings hatte ich bisher noch nie das Glück ein ganz starkes Nordlicht mit tiefgrünen und tiefroten, leuchtenden Segeln, die wie Fahnen im Wind flattern, zu sehen. Solche Nordlichter habe ich bisher nur auf den Videos von Nordlicht-Experten und Profi-Filmern gesehen. Der Grund für meine Wahrnehmung „weiss/grau“ liegt neben anderen Faktoren an meinem Sehvermögen bei Dämmerung und in der Nacht.

Mein eigenes Sehvermögen lässt die Nordlichter weiss/grau erscheinen. Erst bei stärkeren Nordlichter konnte ich Pastell-Töne (grün, rot) erkennen.

Dafür sieht meine Kamera alles leuchtend knallig grün, manchmal sogar rot, violett. Die Erklärung dafür ist einfacher, denn die Aurora Borealis ist ein elektrisches Licht und wird von den empfindlichen Sensoren während den üblichen Langzeitbelichtung „wahrheitsgemäss“ farbig aufgezeichnet.

Wie ich die weissen Nordlichter zum ersten Mal gesehen habe, darüber habe ich einen Post „Wie Nordlichter wirklich aussehen …“ verfasst.

Dieses Bild zeigt ein starkes Nordlicht welches ich mit einer Langzeitaufnahme von ca. 8 sek aufgenommen habe. Auch dieses Nordlicht habe ich mit eigenem Auge nur leicht grünlich erkennen können. Die Spieglung auf dem Wasser konnte ich mit eigenem Auge nicht sehen.

Was man weder auf den Fotos noch auf den Zeitraffer-Videos transportieren kann, ist das Erlebnis, das Gefühl wenn die Lichter am Himmel erscheinen, tanzen, sich bewegen, verschwinden und wieder kommen. Oder Leuchtbogen an den Himmel zeichnen. Und alles ist plastisch, man hat das Gefühl das Licht könnte man berühren. Ob weiss oder bunt – das Polarlicht ist faszinierend!

Faszination Polarlicht by Michael’s Beers&Beans! Alle meine Berichte zum Nordlicht findest Du hier.

Die verwendeten Bilder sind alle im Oktober 2015 auf Island sowie im September 2016 auf den Lofoten entstanden (Fotos by Michael’s Beers & Beans)

Refresh September 2019 / April 2020