Trierer Dom: Patchwork der Zeitgeschichte

Deutschland

Kirchenensemble Dom und Liebfrauenkirche

1700 Jahre Geschichte – ich stehe vor Deutschlands ältester Bischofskirche. Es erscheint mir logisch, dass gerade dieser Dom in Trier steht. In dieser Stadt bin ich bereits einigen imposanten, baulichen Zeitzeugen der Geschichte begegnet. Alles davon hat sich im Kirchenensemble Dom und Liebfrauenkirche über die Epochen zu einem eindrücklichen Gebäude vermischt. Unzählige Herrscher, Bischöfe und Baumeister entwickelten dieses Gebäude zu einem Patchwork der Epochen.

Als ich staunend durch das Kirchen-Schiff des Doms laufe, wird mir klar, was hier 1700 Jahre bedeuten. Der Dom ist nicht ein eingefrorenes Beispiel irgendeiner Epoche, sondern eine bauliche Zeitreise. Seit der Antike wird hier gebetet und gebaut, Neues wurde aufgestellt, Altes verschwand. Umgebaut und Angebaut. Dieser Raum wurde grösser, hat sich laufend ausgedehnt. Zunächst wurde westlich gebaut, viele Um- und Anbauten liessen den Raum nach Osten wandern. Am Schluss markiert die Heilig-Rock-Kapelle, die um 1700 erbaut wurde, das östliche Ende

Schon in der Antike stand neben dem Dom eine Kirche. Im Mittelalter wurde diese abgebrochen und eine neue auf- oder wohl eher angebaut. Es entstand die erste gotische Kirche in Deutschland. Während noch heute der amtierende Bischof seine Macht mit grossen Zeremonien im Dom zelebriert, ist die an den Dom angebaute Liebfrauenkirche die Pfarrkirche der Innenstadt. Der Ort also, an denen die katholischen Trierer heiraten und ihre Kinder taufen.

Im Dom wird eine kostbare Relique aufbewahrt – die Tunika Jesu Christi, der heilige Rock. Auch so ein Stück grosse Geschichte in diesem Dom wie die verborgenen römischen Tempelsäulen, die Kurfürsten und Bischöfe, die Renovationen, die Bombenangriffe, die neuzeitliche Schwalbennestorgel und so vieles mehr.

Michael’s Beers&Beans Tipp:

Impressionen Dom

Hotel Villa Hügel, Trier

Deutschland, Let my favourites places ... become yours.

In Trier Urlaub machen? Das geht auf eine ganze herrliche Art und Weise im Hotel Villa Hügel. Hinter einer weissen Jugendstilvilla – erbaut im Jahre 1914 von einer Weinhändlerfamilie – verbirgt sich ein wunderschönes Hotel. In diesem 4 Sterne Superior-Hotel entwickelte sich unsere Städtereise nach Trier zu einem ganz tollen Urlaubsaufenthalt.

Bei den sommerlichen Temperaturen während unseres Aufenhaltes haben die grosszügigen Dach-Terrassen zum Verweilen eingeladen. Von dort erstreckt sich ein schöner Blick runter in die Stadt und rüber zu den Weinberg-Hängen. Ein Drink bei Sonnenuntergang gehörte für uns einfach dazu.

Alles wird abgerundet durch einen modernen und schönen Spa-Bereich – die Krone auf das Ganze setzt der aussergewöhnliche Skypool mit Panorama-Blick über die ganze Stadt.

Die Räumlichkeiten in der Villa selbst sind hell, leben einerseits durch die hohen Räume, aber auch von den vielen liebevollen Details. Freundlichkeit und Aufmerksamkeit wird einfach gelebt, wir haben uns sofort wohl und willkommen gefühlt. 

Der Tag startet mit einem ungewöhnlich reichhaltigen Frühstück. Für uns ein Highlight war das hoteleigene Restaurant “Gastraum” – hier zelebriert eine junge Küchenmannschaft ehrlichen Genuss auf Sterne-Niveau!

Das Hotel Villa Hügel war für uns feinste Genuss-Zeit verbunden mit dem spannenden Besuch der ältesten Stadt Deutschland’s!

  • Boutique Hotel in Trier mit ganzjährig beheiztem Sky-Pool
  • Auf einer Anhöhe mit Blick über die römische Altstadt
  • 45 Zimmer und Suiten in unterschiedlicher Lage und Ausstattung
  • Mehrere Sonnenterrassen, schöner Spa-Bereich, aussergewöhnlicher Sky-Pool
  • Michael’s Beers&Beans Tipp: Abendessen im stilvollen, modernen Restaurant oder draussen auf der Terrasse – die Küche zelebriert Hochgenuss! (Restaurant „Gastraum“ nur für Hotelgäste)

Dies ist ein Erfahrungsbericht als zahlender Gast, keine Werbung oder sponsored Post. Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.

Die von mir vorgestellten Restaurants, Hotels oder B&B’s  bezaubern durch Charme, Lage und der Leidenschaft der Gastgeber. Es sind keine perfekten Orte, sondern Orte in die man gerne zurück kommt, in denen man sich Wohl fühlt. Zudem bin ich eher ein „anspruchsloser“ Gast, d.h. ich suche nicht die totale Perfektion, lasse auch einmal „s’Füfi la grad sii“. Zudem „indexiere“ ich nicht immer gleich das Preis-Leistung-Verhältnis. Lieber lasse ich mich auf den Moment, auf den Ort ein. Ich bin ein Gast der sich einfach freut, wenn eine Köchin oder Koch, mit Herzblut hinter dem Herd steht und aus guten Produkten, unvergessliches Gerichte zaubert. Die MitarbeiterInnen im Service freundlich, aufmerksam und zuvorkommend sind. Und vielleicht noch etwas Humor haben. Da kann auch mal was schief gehen, denn wo gearbeitet wird …

Trier – meine Reisenotizen

Deutschland

Auf einer Parkbank im Palastgarten mit Blick auf die Konstantin Basilika sitzen oder am Hauptmarkt ein Mosel-Riesling trinken – Sightseeing in Trier ist eine gemütliche Sache. Dabei gibt es viel zu sehen – so spanne ich in meinen Reisenotizen einen Bogen vom Herz der Stadt, dem Hauptmarkt über die berühmte Porta Nigra bis zur trendigen Neustrasse.

Hauptmarkt

Den wunderschönen Hauptmarkt musste ich eigentlich gar nicht extra besuchen, denn bei meinen Streifzügen durch die Stadt bin ich – bewusst oder unbewusst – immer wieder hierher zurückgekommen. Der Hauptmarkt ist ein wunderschöner, lebendiger Platz. Daher bin ich gerne hier gestrandet. Für ein Kaffee, ein Glacé oder ein Glas Riesling. Um Luft zu holen für den nächsten Höhepunkt dieser Stadt.

Porta Nigra

Das Wahrzeichen der Stadt Trier. Das römische Stadttor aus dem 2. Jahrhundert ist imposant von aussen, spannend ein Besuch innen. Im Innern findet man Spuren und Geschichten der unglaublich langen Vergangenheit. Mehr zur Porta Nigra findest Du hier: Porta Nigra meets Napoléon

Konstantin-Basilika

Nach der Porta Nigra sicher das eindrucksvollste Gebäude – unglaublich die Vorstellung, dass in diesem gigantischen Bau einst der Kaiser Konstantin sein Volk empfangen hat. Heute evangelische Kirche, das Gebäude immer noch ein römischer Palast. Gerne habe ich mich hier auf dem Rückweg ins Hotel kurz auf eine Treppenstufe gesetzt. Genoss die abendliche Sonne, schaute den Skater zu und liess das unglaubliche Gebäude aus der römischen Antike als Kontrast auf mich wirken.

(Ein Post über Konstantin-Basilika ist in Arbeit – erscheint nach den Sommerferien)

Karl Marx

Der Gesellschaftskritiker wurde am 5. Mai 1818 geboren und wuchs gemeinsam mit fünf Geschwistern bei seinen Eltern und in Trier auf. Und so begegnete ich Karl Marx da und dort: etwas Abseits steht ein grosses Denkmal von ihm, es gibt ein Museum in seinem Geburtshaus, das Haus wo er aufwuchs steht unweit der Porta Nigra und als Souvenir ist er überall gegenwärtig.

Römer und noch mehr Römer

Augusta Treverorum (Trier) war einer der wichtigsten Orte im Westen des Römischen Reiches. Daher begegnet ich auf Schritt und Tritt der römischen Vergangenheit – sogar die Schrebergärten stehen im oder besser auf dem ehemaligen Tempelbezirk. Sieben Römerbauten zählen zum Weltkulturerbe UNESCO. Die Porta Nigra und die Konstantin Basilika sind die eindrücklichsten Gebäude, für die sich schon alleine die Reise hierher lohnt. Vom Amphitheater dagegen findet man nicht mehr so viel, dies wurde im Mittelalter als Steinbruch eines Kloster missbraucht. Entsprechend karg wirkt das Amphitheater heute, aber ein schöner Platz, der immer noch den Eindruck der Grösse dieser ehemaligen Arena vermittelt. Eindrücklich ist, was es unter dem Boden zu sehen gibt – ansatzweise ist die Bühnentechnik zu erkennen oder auch das immer noch funktionierende Entwässerungssystem. 

Nur einen 10-Minuten-Spaziergang davon entfernt habe ich schon die Kaiserthermen erreicht. Es gibt in Trier nicht nur eine Therme, die freigelegt wurde. Die Kaiserthermen ist sicherlich die spannendste, allerdings wurde diese bereits im Bau umgenutzt. Daher wurde hier nie gebadet, sondern Soldaten militärisch gedrillt. Teile ihrer Aussenmauer und die unterirdischen Gänge sowie die Heizräume sind hier allerdings viel besser erhalten als bei den Barbara- oder Viehmarktthermen.

Die Römerbrücke ist ein Meisterwerk, aber der Besuch lohnt sich nicht, viel zu viel Verkehr. Daher diese Brücke aus der Ferne beachten (z.B. vom Aussichtspunkt Mariensäule)

Das Rheinische Landesmuseum – für den Besuch hat meine Zeit (oder das Wetter war zu schön und der Wein zu gut) nicht gereicht. Aber es ist für mich ein Grund hier zurückzukommen. Erzählt wird die Geschichte der Antike sowie die Geschichte der Bischöfe und Kurfürsten. Das Museum ist eines der wichtigsten archäologischen Museen in Deutschland. Auf 3’500m2 werden zahlreiche Objekte gezeigt, darunter die grösste Mosaikensammlung nördlich der Alpen, gigantischen Steingrabmäler und der grösste römische Goldmünzenschatz der Welt mit über 2’600 Goldmünzen.

Dom und Liebfrauenkirche

Dieser Kirchenanlage näherte ich mich – wen wundert es – vom Hauptmarkt aus. Ein unglaubliche Kirchenanlage. Aber richtig schön wurde es, als ich am Bischof-Stein-Platz den kleinen Durchgang in den Kreuzgang entdeckte. Dieser Blick auf das Gebäude-Ensemble ist ein Highlight! Ein Kunstwerk zusammengefügt aus verschiedensten Baustile der Romantik, Gotik und Barock. An der Dom-Führung habe ich übrigens gerne teilgenommen, so konnte ich die Baugeschichte besser verstehen. (Info an der Dom-Information)

Ein Post über dieses spannende Kirchenensemble Dom und Liebfrauenkirche findest Du hier: Trierer Dom – Patchwork der Zeitgeschichte

Weinstadt Trier

In der Stadt Trier spürte ich kaum, dass hier die Mosel durchfliesst, die Mosel fliesst irgendwie eher an Trier (oder den Touristen) vorbei.

Trotzdem gibt es in Trier bevorzugte Weinhänge – die beispielsweise Trierer Benediktinerberg, Thiergarten unterm Kreuz, usw. genannt werden. Die Namen der Weinlagen an der ganzen Mosel sind für meine Ohren manchmal etwas seltsam – beispielsweise “Piesporter Goldtröpfchen” ist der Name einer grossen Weinlage im Dorf Piesport, dem grössten Weindorf an der Mosel.

Michael’s Beers&Beans Tipp: Eine coole Sache ist der Weinstand auf dem Hauptmarkt. Bis in den Spätherbst hinein präsentieren jährlich Winzer aus der Stadt und Umgebung ihre Weine und ihren Sekt an einem Weinstand mit festem Stammplatz. Alle drei bis vier Tage wechselt der Winzer, so dass über 70 Weingüter zum Zuge kommen. Ein Glas “Riesling feinherb” von den Bischöflichen Weingütern und schon hatte ich das Glück mit Trieren das eine oder andere Wort zu wechseln.

Auf ein Bier musste ich in Trier nicht verzichten. Hier wird das berühmte “Bitburger” gezapft, welches unweit von Trier gebraut wird. Aber es gibt auch eine kleine Stadtbrauerei, die das Kraftbräu herstellen.

Petrisberg – Balkon der Stadt

Den Aufstieg auf den “Berg” lohnt sich – vom römischen Amphitheater bin ich in ca. 15 Minuten durch die Weinberge hoch. Ein schöner Blick umrahmt von den Weinreben. (Sickingerstrasse 25) Etwas oberhalb vom “Aussichtsbalkon” hat die Stadt Trier ein Top-Modernes Stadtviertel mit Wohnhäusern, Campus und Wissenschaftspark hochgezogen.  

Ein anderer Aussichtspunkt ist bei der Mariensäule auf der gegenüberliegenden Seite zu finden.

Mosel

Trier eignet sich hervorragend für Ausflüge an der Mosel. Der berühmte Fluss entspringt in den Vogesen und schlängelt sich auf über 500 Kilometer, ab Trier besonders kurvig, bis an den Rhein. Gesäumt ist die Mosel von unzähligen, steilen Weinhängen. Hier auf den mineralhaltigen Schieferböden gedeihen gerade die Riesling-Reben prächtig. 

(Ein Bilderbuch „Roadtrip Mosel“ mit Bildern von meinen Ausflügen an die Mosel ist noch in Vorbereitung – coming soon.)

Was mir noch so aufgefallen ist!

Essen & Trinken

Es gibt viele beliebte Cafés, schöne Weinstuben und Kneipen. Empfohlen – aber nicht selbst versucht – sind die Flieten, eine Art “Pouletflügeli im Chörbli”. Auch in vielen Restaurants bis hin zum zwei Sterne Koch (Wolfgang Becker) findet man in Trier kulinarische Highlights.

Michael’s Beers&Beans Tipp: Gut gefallen hat mir die “Törtchenmanufaktur”. Hier gibt es dutzende verschiedene Törtchen aus Mürbeteig, Buttercrème und Biskuit – dazu ein Latte Macchiatto – wunderbar! (beim Hautpmarkt, Jakobstrasse 2/3)

Und natürlich der Weinstand – siehe oben (Weinstadt Trier)

Einkaufen in der Neustrasse & Co.

Michael’s Beers&Beans Tipp: Die Trendstrasse für Trierer – macht aber als Tourist ebenfalls Laune. Noch ist zu spüren, dass in der Neustrasse früher Handwerksbetriebe ansässig waren, heute die Mieten (vermutlich) noch günstig sind. Auf geschätzten 500 Meter Strasse gibt es Mode-Designer, Künstler, Coiffeure, Schmuckdesigner und Galeristen. Hier sind mir trendige Cafés und Imbissstuben wie die Suppenbar “YongYong”, das “dänische” Café Hygge und das Bistro Krämerie aufgefallen. Es hat mir einfach Freude gemacht in dieser Strasse so eine bunte Vielfalt zu entdecken.

Natürlich gibt es die klassische deutsche Fussgängerzone – spannend zu beobachten ist, dass es in Trier noch einige alteingesessene Geschäft gibt, die sich gelassen gegen die internationalen Ketten-Filialen behaupten.

Übernachten

Hotels, Gästehäuser, Jugendherbergen – es gibt viele gute und schöne Übernachtungsmöglichkeiten in Trier.

Michael’s Beers & Beans Tipp: Zu meinem Trier-Aufenthalt gehörte eine Genusszeit in einer alten Villa einer Weinhändler-Familie von 1914. Heute ist die Villa Hügel ein wunderschönes Hotel mit 45 Zimmern. Von hier hat man einen herrlichen Panoramablick, am besten gleich in den “Sky-Pool” springen und von dort aus den Blick auf die Trierer Altstadt geniessen. Dazu kommt ein fantastisches Frühstück sowie das hauseigene Restaurant – Fine Dining in Trier! (4*, Bernhardstrasse 14)

Unter meiner Rubrik “ Let my favourites places … become yours“ findest Du einen Post über dieses aussergewöhnliche Hotel: Villa Hügel Trier

Ausflüge

Die Stadt eignet sich hervorragend als Standort für Ausflüge zu den Vulkanseen in der Eifel, zu Eisenhütten oder Bergwerken, zu den verschiedenen Städtchen an der Mosel oder sogar rüber nach Luxemburg, was ein Steinwurf entfernt ist.  

In Trier und Umgebung gibt es noch viel zu entdecken. Ich glaube ich war nicht das Letzte mal in dieser schönen Stadt. Danke Trier!

Folgende Posts sind bisher über Trier und Umgebung entstanden:

Porta Nigra meets Napoléon

Deutschland

Sie ist das Wahrzeichen – quasi der Eiffelturm von Trier. Die Porta Nigra aus dem 2. Jahrhundert ist das am besten erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen. Schon Kaiser Napoléon Bonaparte war sehr fasziniert von diesem Bau und zwar derart, dass er gleich einen folgenschweren Erlass anordnete.

Dieser Bau war Teil einer grossen, römischen militärischen Befestigungsanlage. Zu Zeit Kaiser Marc Aurels war es in der Umgebung von Trier friedlich, so wurde diese Anlagen mit ihren vier Toren eher als grosses Prestigeprojekt hochgezogen. Einfach auch um bei den Barbaren vor der Stadt etwas anzugeben.

Dass die Porta Nigra heute noch steht und nicht wie so vieles als Steinbruch endete, ist ein Glücksfall und einem Heiligen zu verdanken. Der Mönch Simeon liess sich im frühen Mittelalter als Eremit im Ostturm einschliessen. Aus Simeon wurde ein Heiliger und die Porta Nigra zu seinen Ehren in eine Kirche umgebaut. 

Im Jahre 1794 brauste die Revolution über Trier und Truppen der französischen Armee erobern und besetzen die Stadt. 1804 besuchte der Kaiser Napoléon Bonaparte Trier und konnte es nicht fassen, dass ein römischer Bau derart “verschandelt” wurde. Der “Römer-Fan” Napoléon ordnete sofort an,  die Porta Nigra sei von allen nachantiken Bauten zu befreien. So erstrahlte der Bau bald darauf wieder in der ursprünglichen Form.

Triers Wahrzeichen – eines der best erhaltenen Stadttore der römischen Antike – verfärbt sich zunehmends schwarz. Daher wird der Bau schon seit dem Mittelalter Porta Nigra genannt, das schwarze Tor. Der Grund für die Verfärbung ist ein Rätsel. Heute vermutet man die dunklen Verfärbungen entstehen durch ein natürliches Altern der Sandsteine.

Hier zog die Mosel zwischen heitren villen …
O welch ein taumel klang beim fest des weines!

(Porta Nigra, Stefan George, deutscher Lyriker, ca. 1907)

Michael’s Beer&Beans Tipp:
Für eine packende Zeitreise in die Antike der Stadt Trier gibt es kein besseren Startpunkt. Richtig spannend wird es mit der Erlebnisführung “Das Geheimnis der Porta Nigra”. Ein Zenturio in Paraderüstung entführte uns in jene Zeit, als Rom die Welt regierte. Am Anfang eher noch unterhaltsam, baute sich immer mehr Spannung auf. Unversehens erwachte die Geschichte der Porta Nigra und langsam drängte sich der Verdacht auf: Nicht nur die Porta Nigra – auch dieser Zenturio birgt ein grosses, überraschendes Geheimnis…

Zwei Schauspieler spielen ein richtig gutes “Theaterstück” an verschiedenen Orten innerhalb der Porta Nigra. Wirkliche eine gute und spannende Sache: https://www.erlebnisfuehrungen.de/zenturio/

Trier – Blumenzwiebeln im Tempelbezirk

Deutschland

Meine erste Begegnung mit der Stadt Trier – der Tempelbezirk! Zur Altstadt müsse ich von meinem Hotel nur durch den Tempelbezirk gehen. „Hört sich gut an, dann geht es gleich direkt zu den Römern“, dachte ich etwas vorschnell. So stand ich ein paar Minuten später anstatt vor römischen Tempeln mitten in Schrebergärten!

Genauer gesagt in der Kleingartenanlage Tempelbezirk! Von den Römern keine Spur, doch der Name hat seinen Grund. Den diese Laubenkolonie steht auf römischen Boden, bei Ausgrabungen hatte man hier eine Tempelanlage gefunden. Inzwischen wurde alles wieder zugeschüttet und den Schrebergärtnern überlassen. Diese wunderten sich jetzt über den etwas ratlosen Helvetier, der sich nach dem Weg in die Altstadt durchfragte.

In den nächsten Tagen kam ich ab und zu hier wieder durch, die Schrebergärtner nickten jeweils freundlich und kümmerten sich dann wieder um ihre Garten-Arbeit. Trier sei eine wahre Fundgrube, hatte ich gelesen. Man müsse nur irgendwo ein Loch graben, schon stosse man auf die Stadt unter der Stadt. Mein Gedanke lag daher nahe, ob die Schrebergärtner hier wirklich nur Blumenzwiebeln und Setzlinge einbuddelten…

Nun meine freundliche Begegnung mit den Schrebergärtnern stand am Anfang meiner Reise zur ältesten Stadt Deutschlands, berühmt für die Porta Nigra und weiteren antiken Römerbauten. Ich begegnete Karl Marx, der schönen Mosel und dem Goldtröpfchen. Und einer jungen, trendigen Stadt, deren Bewohner mit einer Selbstverständlichkeit und einem leisen Stolz mit ihrer langen Geschichte umgehen.

Mit vielen schönen Eindrücken bin ich von dieser Reise nach Trier und an die Mosel zurückgekommen. Es hat Freude gemacht, dies nun für meinen Blog zu reflektieren. So stelle ich derzeit einen kleinen „touristischen“ Bericht – quasi von den Römern bis zur Neustrasse – über Trier zusammen. In einem Post erzähle ich etwas über das Wahrzeichen von Trier, die Porta Nigra – hier geht es um Angeber, einem Heiligen, einem Rätsel und Napoléon.

Die Mosel wird ein Thema sein. Und zum Schluss gehe ich noch der Frage nach, warum in der Schweiz den Riesling kaum einer kennt, während an der Mosel Riesling-Weine von Weltrang entstehen.

Von meiner Genussreise an die Mosel habe ich viel im „Blogger-Gepäck“ mitgenommen, was ich in der nächsten Zeit aufbereiten und hier posten werde. Coming soon …


ANTE ROMAM TREVIRIS STETIT ANNIS MILLE TRECENTIS.
PERSTET ET ÆTERNA PACE FRVATVR. AMEN.

Eher als Rom stand Trier eintausend und dreihundert Jahre.
Möge es weiter bestehen und sich ewigen Friedens erfreuen.

Inschrift „Rotes Haus“ Marktplatz, Trier – in Erinnerung an Trebeta, Sohn des sagenhaften Assyrerkönigs und einer Chaldäerkönigin. Trebeta floh mit Gefolgsleuten nach Europa und soll um 2000 v. Chr. an der Mosel den Ort Trier gegründet haben.

„de omnibus dubitandum“ 
(An allem ist zu zweifeln)

Karl Marx, geboren und aufgewachsen in Trier (Zitat von 1867)

Idyllische Saarschleife​​

Deutschland

Es ist schön hier am Cloef, dem bekanntesten Aussichtspunkt im Herzen des Saarlandes.

Tief unten im Tal windet sich die Saar in einer imposanten Kurve um die bewaldeten Hügel. Der Fluss fliesst so gemächlich, dass ich von oben kaum erkennen kann, in welche Richtung der Fluss nun eigentlich strömt.​​

Die Saarschleife ist ein Wahrzeichen des Saarlandes und eines der Naturwunder in Deutschland. Der wunderbare Blick auf die aussergewöhnliche Flusswindung zieht daher jährlich viele Besucher an, welche auf eine gut ausgebaute Infrastruktur treffen. ​​

​​Auf dem Weg von der Schweiz an die Mosel haben wir hier einen Zwischenstopp eingelegt, welcher sich lohnte. Es ist eine schöne Gegend rund um die Saarschleife – die Strassen gehen bergauf und bergab. Neben dem Blick auf die Saarschleife gibt es viel Abwechslung, Geschichte und Wein. Zudem verfügt die Region über perfekte Wander- und Radstrecken. ​​

Was mir aufgefallen ist:​​

​​Ein Baumwipfelpfad schlängelt sich bis zu einer Höhe von 23 Metern durch die Wipfel von Buchen, Eichen & Co. und bietet dabei ein wunderschönen Panoramblick auf die Fluss-Schleife. (baumwipfelpfad-saarschleife.de)​​

​​Die Burg Montclair liegt mitten auf dem Hügel, den die Saar umfliesst. (burg-montclair.de)​​

​​Auch in der Schweiz ist bei den Keramik-Liebhabern der Name Villeroy & Boch ein Begriff, unweit von der Saarschleife hat die Firma ihren Sitz. In Mettlach gibt es in einer alten Abtei ein kleines Museum. (villeroyboch.com)​​
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The Music Storehouse – die Hamburger Elphi

Deutschland

Weit sichtbar in der Hamburger Hafen City steht die Elbphilharmonie, eine kühle, kristalline Kathedrale. Nochmals beeindruckt mich dieses Architekturwunder an der Elbe. Ich stehe an den Landungsbrücken, das winterliche Abendrot überzieht den Hafen, lässt die Elbphilharmonie nochmals kurz erstrahlen. Dieser wellenförmige Glaskristall, dieses unwahrscheinliche Gebäude, scheint sich von mir zu verabschieden.

Rückblende – heute Nachmittag. Ich bin auf dem Platz der Deutschen Einheit, direkt unter der Elbphilharmonie. Ich realisiere erst jetzt, dass das neue Gebäude auf ein altes, renoviertes Lagerhaus gesetzt wurde. Mit gutem Tuch bekleidet stehe ich an einer Art von Kinokassen, daneben finde ich den Eingang. Erwartet habe ich eine pompöse Eingangshalle, stattdessen schiebt man mich in eine schwarze Öffnung. Von dort bringt mich eine endlose Rolltreppe in einer ungewohnten Bogenlinie durch einen Tunnel, eher werde ich durch eine mit tausenden gläserner Pailletten besetzte Röhre hinaufgetragen. Diese ouvertürenartige Fahrt endet zuoberst auf dem Lagerhaus, unmittelbar vor einem monumentalen Panoramfenster. Was für ein überraschender, phänomenaler Ausblick auf Elbe und Hafen!

Nach diesem Ausblick, drehe ich mich um die eigene Achse und gelange mit der nächsten Rolltreppe hinauf auf eine öffentliche und weitläufige Plaza. Geschwungene „Glasvorhänge“ trennen diese zur Panoramaterrasse, welche aussen an der Fassade um die Shops und Cafés herumführt. Eigentlich ist es eher eine Flaniermeile zum “Aussicht-Geniessen” oder zum “Sehen und Gesehenwerden”. Hier ist der Übergang vom „alten“ Lagerhaus zum modernen Stahlbau, über Treppen geht es weiter hinauf, hinein in die kristalline Kathedrale.

Aber wo geht es hier nun zum Konzert? Unverhofft stehe ich im 2100 Plätze fassenden “Grossen Saal”. Als hätte mich hier ein U-Boot abgesetzt, fühle ich mich wie in einer riesigen Unterwassergrotte. Über der Bühne schwebt ein grosser, umgedrehter Pilz. Die Wände sind wabenartig, wie von Korallen überzogen. Es ist eine eigenartige, phantastische Innenwelt in dieser kühlen, kristallinen Kathedrale. Hier finde ich meinen Sitzplatz.

Die Musiker betreten die Bühne, es wird still. Dann fliesst wunderbare Musik durch die Unterseegrotte hindurch. Finale granidoso!

Mit der Kamera durch eines der teuersten Gebäude der Welt!

Die Elbhilharmonie – aus jeder Perspekitve ein architektonisches Wunderwerk.

Weit sichtbar in der Hamburger Hafen City steht die Elbphilharmonie, eine kühle, kristalline Kathedrale.

Die Elbphilharmonie, vom Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfen, liegt an der westlichen Spitze der neuen HafenCity mitten im Strom der Elbe. Das eigentliche Gebäude wurde auf einen alten, renovierten Speicher gesetzt.

Von überall her gibt es eine unglaubliche Aussicht auf die Hamburger City.

Die Panoramaterrasse ist öffentlich, es ist eher eine Flaniermeile zum “Aussicht-Geniessen” oder zum “Sehen und Gesehenwerden”.

Architektur als Kunst – hier die Aufgänge zu den Konzert-Hallen.

Im „Grossen Saal“

Als wäre ich in einem Roman von Jules Verne, habe ich den Eindruck in einer Unterwassergrotte zu stehen. Über der Bühne schwebt ein riesiger, umgedrehter Pilz.

Fast etwas verloren wirkt das Symphonie Orchester auf dieser grossen Bühne

Die Wände sind wabenartig, wie von Korallen überzogen

Ist eine Reise Wert – die Elbphilharmonie in Hamburg

Eines der teuersten Gebäude der Welt

Für mich als Tourist war die Elphi eine Reise wert. Schon weil die Stadt Hamburg immer eine Reise wert ist. Natürlich kann ich nicht ganz ausblenden, was für eine Geschichte die Elbphilharmonie hinter sich hat. Eine Geschichte die den Hamburgern zunehmend die Lust an ihrem Kultur-Leuchtturm nahm. Mann muss nur zwei Zahlen sehen, dann weiss man oberflächlich schnell, dass hier viel schiefgelaufen ist. Im Juli 2005 wurde der Bau mit 77 Millionen Euro budgetiert. Diese Kosten haben sich mehr als verzehnfacht. Schlussendlich haben sich die Gesamtkosten mit Spenden und privaten Investitionen auf 866 Millionen Euro belaufen. Damit können die Hanseaten jetzt stolz sein, dass ihre „Elphi“ ganz vorne auf der Liste der teuersten Gebäude der Welt gelandet ist. In der Schweiz bauen wir mit solchen Summen Tunnels, Pumpspeicherwerke oder Bahnhöfe. In Zürich findet man mit dem HCI-Gebäude der ETH Zürich (ca. 700 Millionen CHF) das teuerste Einzelgebäude der Schweiz. Ein eher unspektakuläre Denkfabrik mit fünf Trakten und einer Nutzfläche von 60’000 m2. Unser Kultur-Leuchtturm steht mit dem Kultur- und Kongresszentrum (kurz KKL Luzern) am Vierwaldstättersee in Luzern. Hier belaufen sich die Baukosten (Architekt Jean Nouvel, Frankreich) inkl. Tiefgarage auf 226.5 Millionen CHF – ebenfalls ein wunderschönes „teures“ Gebäude und eine Reise wert.

Eine andere Geschichte zu einem anderen spektakulären und teuren Bau findest Du hier: Oslo: Auf dem Dach der Oper (Baukosten 4,4 Milliarden norwegischen Kronen, ca. 550 Mio CHF)

Bilder by Michael’s Beers & Beans (Hamburg 2/2018)

Sonntags Abend auf der geilen Meile

Deutschland

An diesem Sonntagabend sieht die Reeperbahn ganz anders aus, fast friedlich. In Hamburgs lautester Strasse ist an diesem eisigen Abend wenig Partyvolk und Trunkenheit. Und genau darum bin ich hier. Bei unserer geführten Kurz-Reise zur Elphi hatten wir am Sonntag Abend ein „freies“ Zeitfenster. Dies wollte ich nach dem Abendessen nutzen um das eine oder andere Fotomotiv aufzuspüren. Abgesehen hatte ich es auf die Leuchtreklamen, auf die Lichtstimmungen der berühmt-berüchtigten Reeperbahn.

Hier stehe ich auf unsicherem Terrain, gar nicht meine Welt. Zudem mit der Kamera mitten in dieser Umgebung aus käuflichem Sex, Drogen und Kriminalität? Zum Glück war in dieser eisigen Winter-Nacht an einem Sonntag nicht viel los. Eigentlich gar nichts los. Einige Obdachlose, die der Kälte trotzten. Ein paar einsame Besoffene, zwei aufgetakelte Russinnen. Wenig Partygänger, kaum Touristen. Ich atmete durch, kaum jemand beachtete meine Motivsuche.

Auf meinem Streifzug realisierte ich, dass die vielen farbigen Lichter und Leuchtreklamen dieser Gegend die harte Wirklichkeit nimmt. Daher entschied ich mich für die Schwarzweiss-Fotografie.

Nach meinem Streifzug durch den Kiez ging es noch auf ein Bier, kam so mit den wenigen Leuten in einer Bar ins Gespräch. „Die Reeperbahn sei heute eigentlich nur noch eine Partymeile.“ erzählte mir ein Gast. „Klar gebe es noch Billig-Sex und die Stammplätze der Prostituieren an der Davidstrasse und am Hans-Albers-Platz. Doch die Gegenwart wäre wohl eher um acht ins Theater, Musical oder Konzert, um zehn zum Vorglühen in eine Bar, um halb eins in die Disco – Party ohne Ende.“

Die bunte Welt der Unterhaltung drängt an der berüchtigten Reeperbahn das Rotlicht gerade mächtig zurück. Vielleicht habe ich die eine oder andere „alte Ecke“ noch gesehen, bevor der alte Kiez ganz verschwindet.

Bewusst habe ich Fotos für diese Serie ausgesucht, die eine ausgestorbene Reeperbahn zeigen – ganz klar untypisch für die sündige Meile.

Es war tief in der Nacht als ich durchgefroren zusammen mit meiner Begleitung ins Hotel zurückkehrte. Und irgendwie froh, wieder in der „normalen“ Welt dieser schönen Stadt zu sein.

So sind folgende Impressionen entstanden:

Sonntags Abend auf der geilen Meile

Bilder Februar 2018

Mittendrin im Container Terminal Altenwerder, Hamburg

Deutschland

Der Hafen ist der Wirtschaftsmotor der Metropole Hamburg. Mit Speicherstadt, Hafencity und Elbphilharmonie zugleich eine der grössten Attraktionen. Pflichtprogramm für Hamburg-Touristen. Und es gibt viele Möglichkeiten, den Hafen zu entdecken, dabei die vielen Facetten des Hafens kennen zulernen. Bei einem eher zufälligen oder sagen wir überraschenden Besuch in Hamburg anfangs Februar wurde ich kurz und bündig in einen Reisebus gepackt, der mich zusammen mit anderen Touristen in Richtung Containerhafen führte.


Was für ein Graus für einen freiheitsliebenden und fotografierenden Menschen! Aussteigen aus dem blöden Bus war nicht vorgesehen. Dazu ein wunderschönes Winterlicht. Die vielen Motive – meine Qualen waren vorprogrammiert

Schnell musste ich erkennen, diese Tour machte (auch für mich) Sinn. Mit Sondergenehmigung und Begleitfahrzeug fuhr unser Bus direkt auf die Containerterminals. So bekam ich die Gelegenheit einen Blick hinter die faszinierenden, logistischen Kulissen der Container Terminals Buchardkai und Altenwerder Kai zu werfen. Eine direkte Begegnung mit den Giganten der Meere und der heutigen Digitalisierung.

Einige wenige, aber faszinierende Schnappschüsse sind mir doch gelungen. So kann ich Euch ein wenig mitnehmen in die mir sehr fremde Welt der Schiffs-Giganten, TEU’s, Tandem-Containerbrücken, der Automated Guided Vehicles, Multi-Purpose-Terminals, Portalkräne, Van-Carrier, Portalhubwagen und Hauptkatzen.

Ein Teil des Container Terminal Burchardkai

Das Containerschiff CMA CGM Tanya läuft gerade im Hafen ein. Dieses 300m lange Schiff (10.000 TEU) wird am Terminal Burchardkai anlegen. Diese Schiff bedient Europa mit südamerikanischen Ländern und bietet ideale Voraussetzungen für die Verschiffung von Kühlprodukten, wie z.B. frisches Obst und Gemüse, Fleisch oder Meeresfrüchte.

Das sind sie also die bekannten Container – nur werden diese hier so nicht genannt. Die richtige Bezeichnung ist twenty-foot Equivalent Unit (Abkürzung TEU). Die gängigen Container sind inzwischen meistens forty-foot, damit doppelt so gross. Daher werden diese Einheiten Doppel-TEU’s oder FEU genannt. Ein Schiff mit 10’000 TEU nimmt also ca. 5000 gängige Container (Doppel TEU’s) auf.

Mit den Kran-Typen habe ich keinen Durchblick bekommen. Aber diese im Bild sind vermutlich Containerbrücken, also ein Portalkran der speziell für den Containerumschlag gebaut wurde.

Die Mette Maersk zählt zu den weltweit grössten Schiffen (Containerschiffe der Triple-E-Klasse). Diese Giganten der  Weltmeere werden von der grössten Containerschiffsreederei, der dänischen Reederei Maersk Line (A. P. Møller-Mærsk, Kopenhagen) betrieben.

Überall werden grosse, aber auch kleine Schiffe be- und entladen.

Dutzende solcher seltsamen Gefährte sind uns begegnet. Es handelt sich um ein Portalhubwagen (Van carrier, straddle carrier, gantry lift). Dieses Flurförderfahrzeug ist ein spezielles Umschlaggerät für TEU’s.

Ein Arbeitsplatz mit Panoramablick – dabei fokussieren die Kranführer nur auf ihre Arbeit. Das Be- und Entladen braucht ein Fingerspitzengefühl. Dazu kommt eine anstrengende Sitzhaltung – der Kranführer schaut beim Aufnehmen der Fracht immer zwischen seinen Beinen hinunter auf das Schiffsdeck.

Altenwerder Kai – fotografieren verboten

Der HHLA Container Terminal Altenwerder ist ein grosses Beispiel der heutigen Digitalisierung. Der neuste Terminal verfügt über einen sehr hohen Automatisierungsgrad. Eine hochmoderne Technik und innovative EDV-Systeme gewährleisten das effiziente Löschen und Laden insbesondere der grossen Containerschiffen.

Riesige Portal-Kräne mit Zweikatzbetrieb (zwei Kransysteme) bedienen die ankommenden Schiffe. Die Hauptkatze – hier bedient noch ein Mensch – übernimmt den teilautomatisierten Transport vom Schiff auf einen Zwischenplatz, die sich mittig auf der Brücke befindet. Die Portalkatze befördert den Container vollautomatisch von dort auf ein fahrerloses Transportfahrzeug (Automated Guided Vehicles).

Fast wie in einem Science-Fiction-Film bewegen sich die riesigen fahrerlosen Transportfahrzeuge und bringen die Container vom Kranen zu den LkW oder Zug Terminals. Für die Be- und Entladung der LKW’s/Züge werden Portalkräne manuell von Fernsteuererplätzen im Betriebsgebäude gesteuert.

Die Erfindung des Containers – Fluch und Segen?

Der Container – eine einfach Stahlkiste – wurde vom amerikanische Spediteur Malcolm McLean erfunden. Damals schleppten allerorten Heerscharen von Hafenarbeiter Säcke und Holz-Boxen in den Laderaum eines Schiffes. Diese schwere Arbeit wurde den Menschen durch die Container-Logistik abgenommen.

Die Container-Logistik hat unser eigenes Leben spürbar günstiger gemacht. So können wir heute Computer, elektronische Geräte, Kleidung, Möbel, Fleisch, Gemüse, usw. überall preiswert kaufen.

Diese Waren schaffen es in unsere Läden, da die Container-Schiffe in den vergangenen Jahren eine massive technische Aufrüstung erfahren haben. Kleine Crews können grosse Gütermengen über weite Entfernungen transportieren. Die Container-Schifffahrt ist pro Tonnenkilometer extrem effizient, weitaus effizienter als der Transport auf den Schienen, Strassen oder in der Luft.

So wie mir die Bedeutung der Schifffahrt für unser tägliches Leben nicht in vollem Umfang bewusst ist, so wenig weiss ich über den Bereich der Schifffahrtsemissionen: 15 der grössten Schiffe weltweit stossen gleichzeitig in einem Jahr so viele Stickstoffoxide und Schwefeldioxid aus wie hunderte Millionen von zugelassenen Autos. Rund 90 Prozent des weltweiten Handels werden über mehr als 40’000 Handelsschiffe abgewickelt. Diese Frachter fahren mit hoch belastetem Schweröl und belasten unsere Umwelt. Ein hoher Preis, damit wir ein T-Shirt für einen Franken bei uns in den Läden „günstig“ kaufen können.

Wie viele Container fallen im Jahr von Schiffen ins Meer?

Als der Fachmann dieses Thema aufgriff, glaubte ich an einen schlechten Witz. Er sprach von einigen hundert Container, die jedes Jahr weltweit von den Container-Schiffen ins Meer fallen und auf den Grund sinken. Ein Faktor für den Verlust von Container ist, dass bei starkem Sturm zur Rettung der Besatzung und des Schiffes die Container „über Deck“ gelöst und dem Meer überlassen werden.

Wie viele Container jährlich auf den Weltmeeren verloren gehen, darüber streiten sich die Experten. Daher findet man im Internet widersprüchliche Berichte. Auffallend ist, dass die Logistik-Branche von ein paar Hundert ausgeht, andere Quellen sprechen von jährlich knapp 10’000 Container. Ich frage mich, gehört ein einziger Container auf den Grund unserer Meere? Warum sind die Giganten der Weltmeere nicht „sturmsicher“? (Diese Frage darf jemand wie ich stellen, ich lebe ja in einem Binnenland …)

Die roten Container (Sorry, Doppel TEU’s) der Linienreederei Hamburg Süd

Hafentour „Auge in Auge mit den Giganten“

Die Hafentour von Jasper „Auge in Auge mit den Giganten“ ist keine der gängigen Boots-Rundfahrten, sondern eine Bustour zu den Containerterminals. Eine rund dreistündigen Tour an Orte im Containerhafen die normalerweise nicht zugänglich sind. Einen faszinierenden Blick hinter die logistischen Kulissen des Hamburger Hafens – sehr empfehlenswert. Link: https://jasper.de

(Wichtig: eine gültige ID oder ein Reisepass wird benötigt, sonst kommt man nicht auf das Gelände.)

Quellen: Wikipedia, HHLA, Die Welt (Erfindung des Containers; 2006), Zukunft Mobiliät, Spezialist Bustour „Auge in Auge mit den Giganten.“, usw.

Bilder: Michael’s Beers & Beans, Hamurg Februar 2018
Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell.  Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den (wissenschaftlichen) Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Perspektivenwechsel in Hamburg – das Feuerschiff

Deutschland

An einem frühen Abend im Winter am Hamburger Hafen. Es war eisig kalt. Der Himmel färbte sich intensiv rot. Der Hafen im Abendlicht – was für eine beeindruckende Stimmung!

Der Hafen wirkte noch gigantischer. So ging ich langsam mit meiner Kamera von der Landungsbrücke entlang der Wasserkante in Richtung Elphi, immer auf der Suche nach schönen Motiven. Fokussiert habe ich mich auf die Hafenkräne, die so typisch für den Hamburger Hafen sind. Als die Abenddämmerung langsam der Dunkelheit wich, machte ich mich zufrieden und mit einigen guten Fotos im Kasten auf, um ins Hotel zurückzugehen. Ich ging von der Elbpromenade eine Treppe hinunter und entfernte mich vom Wasser. Auf dieser Treppe, in halber Höhe blieb ich nochmals stehen. Drehte mich kurz um und schaute über die Promenade hinweg zum Hafen zurück. Unerwartet stand ich Auge in Auge mit dem Leuchtturm des Feuerschiffes. Das Abendrot lag in den letzten Zügen und inszenierte sich zusammen mit den Hafenkränen. Was für ein Motiv! Jetzt musste ich nur noch warten bis das Drehlicht in richtiger Position war. Das letzte Foto war für einmal das Beste dieser abendlichen Serie. Eine kleine Änderung in der Perspektive brachte einen schönen Zauber in dieses Bild. Die von mir gesuchten Hafenkräne rückten in den Hintergrund und sorgen jetzt für einen spannenden Rahmen.