Irish Whiskey – Tipps von Michael’s Beers&Beans

Ireland, Top, Whiskey

Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold (3)

Die Verkostungsnotizen sind so etwas wie das Herzstück meines Whiskey-Blog-Trails! Diese sind aber ganz klar „subjektiv“! Aber so kann ich Dir spannende Whiskey aus Irland vorstellen und Du bekommst konkrete Tipps.

Den irischen Whiskey zeichnet eine milde, runde und sanfte Charakteristik aus. Manchmal ist er in seiner Sanftheit näher dem französischen Cognac als dem schottischen Whiskey.

Dies ist auf einen wesentlichen Unterschied in der Herstellung zurückzuführen. Der irische Whiskey wird im Gegensatz zum schottischen Whisky nicht über dem Torffeuer gedarrt, damit findet man im irischen Whiskey keine herben und torfigen Rauchnoten. Für die Blends wird teilweise als Getreide auch Hafer verwendet.

Die Destillation und Lagerung ist ähnlich wie beim schottischen Whiskey, ausser dass in Irland immer drei Mal destilliert wird. Die irischen Malts werden zudem unterteilt in Single Malt (nur Gerstenmalz) und Pot Still Malts (gemälzte und ungemälzte Gerste).

Die meisten in Irland hergestellten Whiskeys sind Blends. Beim „blenden“ des irischen Whiskeys gibt es eine weitere Besonderheit, die ihn vom schottischen unterscheidet. Hier durchläuft jede Abfüllung verschiedene Reifeprozesse in unterschiedlichen Fasstypen. Häufig genutzt werden z. B. Sherry-, Bourbon- und Portweinfässer. Die verschiedenen Sorten zeichnen sich entsprechend durch ihre Komplexität aus.

In letzter Zeit werden jedoch auch mehr und mehr Single Malts hergestellt. Eine wichtige Qualitätsbezeichnung ist „Single Malt“ wie auch „Single Pot Still oder Pot Still Malts“. Letzteres bedeutet, dass der Whiskey aus einer Mischung gemälzter und ungemälzter Gerste besteht, der Anteil an ungemälzter Gerste aber höher ist.


Richtig geniessen – das richtige Glas

Ich gebe zu – ich liebe meine Whiskey Tumbler. Diese habe ich mir vor vielen Jahren in einer kleinen irischen Kristallgläser-Manufaktur nach und nach gekauft. Leider ist die Tradition der Kristallmanufakturen in Irland vollständig verschwunden. Meine Gläser sind noch nach alter irischer Tradition von Hand verarbeitet und mit aufwendigen Facetten geschliffen worden. Und haben halt noch etwas wie aus alten Hollywoodfilmen …

Der Whiskey Tumbler ist in vielen Fällen gar keine schlechte Wahl. Das Aroma eines Blended Whiskey entfaltet sich wunderbar, auch einen Bourbon aus den USA ist ein Genuss daraus zu trinken. Und warum nicht einmal „on the rocks“, der dicke Glasboden isoliert die Kälte bestens.

Möchte man allerdings einen feinen „Pot Still Malt“ geniessen, dann empfiehlt sich das Nosingglas oder Tastingglas. Whiskeygläser dieser Art erinnern an einen Cognac-Schwenker und besitzen eine rundliche Tulpenform. Die Aromen bleiben hier schön im Glas und entfalten sich wunderbar.

Und jetzt zu meinen Verkostungen …

Verkostungsnotizen

Irische Single Malts
NameNotizTrifft mein Geschmack?
Locke’s 8 YearsSubtile Balance zwischen Frucht und Süsse. Ein guter, ehrlicher Single Malt
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Connemara Peated 12 yearsAnklang von Torf, Rauch und Jod, langer Nachhall. Mir ist er etwas zu aufgesetzt torfig, nicht harmonisch.
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Bushmills Rum Cask 12 yearsRarität mit filigranen Fruchtaromen. Für mich einer der besten Malts aus Irland!
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Bushmills 16 yearsAroma von Honig und Mandeln. Für mich ein „Favorite“.
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Brogans Legacy
10 years
Eine Sinfonie von feinen Fruchtaromen. Leicht pfeffrig im Nachhall. Diesem Whiskey bin ich in einem Hotel begegnet, ich glaube aber dieser wird nicht mehr hergestellt. 
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Bushmills 10 years.Fruchtig, leicht holzig. Mit subtilen Getreidenoten. Ein solider Malt.
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ClontarfStrenger, grasartiger Malzgeruch, mit einem Hauch von Frucht
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The TyrconnellKonventioneller Malt, mit Noten nach Menthol, Vanille und Gras.
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Knappogue Castle 1994Stechend, Anmutung von Süsse, Gras und Heu, etwas unharmonisch.
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Irische Blends
NameNotizTrifft mein Geschmack?
Redbreast 15  yearsPure pot still, non chill filtered. Frucht, Würze, Pfeffer und Süsse, unendlich lang. Für mich sind die Redbreast wirklich ein Genuss!
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Redbreast 12 years, pure pot stillSchokoladenaroma, würzig im Geschmack.
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Tullamore Dew
12 years
Zitrusaromen, süss-rauchiger Geschmack. Achtung ein riesiger Unterschied zum „normalen“ Tullamore Dew.
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Clontarf ReserveElegante Frucht (Aprikose, Stachelbeere), delikate Süsse auf der Zunge. Bei den Malt enttäuschend, hier bei den Blends ein toller Whiskey
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Bushmills 1608
12 Years
Kräftige Fruchtaromen (Zitrus), feuriger Nachhall.
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Power’s GoldFruchtbetonter Blend mit angenehmen Toffeenoten. Ein guter Whiskey – vorallem für Einsteiger sehr gut geeignet, damit macht man auch „Whiskey-Unkundige“ zu Freunden.
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Bushmills Black BushReift in Sherryfässern. Frucht-, Malz- und Nussanklänge, sehr nachhaltig
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Midleton Very Rare
– 2004 Selection.
Fruchtig und ölig, aber auch bitter und schwer. Für mich zu teuer und eher enttäuschend.
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Jameson 12 yearAngenehme Süsse mit Gewürznoten. Leicht bitter im Nachhall. Jameson ist einfach gut!
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Jameson 18 yearLeichte Röstaromen, Orangenblüten, sehr mild im Geschmack. Einfach ein fantastischer Blend!
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Clontarf ClassicLeicht spritzig, dezente Fruchtaromen. Kurzer Nachhall.
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KilbegganDeutliche Karamelsüsse. Sehr kurz im Nachhall.
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PaddyFlorale Noten, leichte Frucht, kurzer Nachhall. Tradition in Irland und einfach ein ehrlicher Whiskey. Toll „on the Rocks“ im Sommer.
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Jameson Crested TenGetreidelastiges Aroma, zartbitter im Geschmack. Für mich gibt es Besseres von Jameson.
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Tullamore DewKaum Entfaltung in Aroma, Geschmack und Nachhall. Belanglos. Für mich gehört er in den Irish Coffee!
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Die neue Destillery Teeling Whiskey ist ein Geheimtipp für Kenner wie auch die wiederbelebten Color-Spot Whiskey’s – Red, Yellow und Green Spot.

kürzlich entdeckt (Blended & Malts)
NameNotizTrifft mein Geschmack?
Teeling Vintage Reserve
21 Jahre (Single Malt)
In der Nase süsslicherer Malz , Apfel und Quitte, leichte Zitrusnoten. Er schmeckt etwas ölig, aber elegant mit Malz und süsslichem Getreide, schöner langer Abgang mit leichtem Holzton. Für meinen Geschmack ist der Abgang etwas zu scharf.

Diese „Vintage-Abfüllungen“ sind für mich allerdings nicht ganz durchschaubar, woher diese kommen. Oft gibt es noch alte Bestände, die beim Re-Start quasi als Startinvestition abgefüllt und verkauft werden. Teeling’s gibt es noch nicht so lange auf dem Markt.
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Teeling Small Batch (Blend) Im Gegensatz zu vielen anderen irischen Whiskeys recht kräftig, würzig und mit schärferem Nachgang. Schmeckt komplex und vollmundig. Geschmacklich ganz anders als die Whiskey aus dem Haus Jameson und Bushmills. Ich mag diesen Whiskey – ein feiner, neuer Geschmack aus Irland.
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Red SpotLange wurde die „Color Spots“ nicht mehr produziert, nach und nach kamen diese wieder auf den Markt. Am Schluss ist jetzt sogar der Red Spot Single Pot Still Irish Whiskey wieder zurück. Ein altes Rezept der Familie Mitchell ist die Basis dieses traditionellen irischen Pot Still Whiskeys, der jetzt in der Midleton Distillery hergestellt wird.

Eine Mischung von süssen Aromen reifer Früchte von den Marsala-Weinfässern. Während die Fruchtaromen andauern, pfefferige Würze, Eiche- und Gerstenoten. Schöner Abgang.
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West Cork Irish Single Malt Whiskey Rum Cask
12 Age
Fruchtige Noten, fast etwas nach Grapefruit und Äpfel. Kandiszucker, Malz. Cremig, am Schluss leicht pfeffrig 
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West Cork Glengarriff Series
Peat Charred Cask
Zart geräucherte Zitrusfrüchte, Nuancen von Kräutern, ein Hauch von Süssigkeit. Starker Abgang.

Dieser Whiskey überrascht, genau darum mag ich heute die Whiskey’s der West Cork Distillers. Hier findet sich traditionelle Kompetenz mit viel Mut zu Experimenten. Beim „Peat Oak Charred Cask“ werden die Fässer mit Torf, beim „Bog Oak Charred Cask“ mit Mooreichenholz ausgebrannt. Diese mehrere hundert Jahre alten Eichen wurden im Moor unter Abwesenheit von Sauerstoff und in der dortigen sauren Umgebung konserviert.
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In meiner „Blog-Whiskey-Tour“ gibt es viel spannendes zum Thema Irish Whiskey:

Teil 1: Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold

Teil 2: Die Geschichte des irischen Whiskey

Teil 3: ein paar persönliche Verkostungsnotizen

Teil 4: Etwas über die Herstellung von irischem Whiskey

Disclaimer

Wie alle alkoholischen Getränke soll Whiskey mit Mass und Verstand genossen werden. Das Konsum-verhalten geht denn auch ganz in diese Richtung: Es wird weniger Whiskey als früher getrunken und mehr Wert gelegt auf Qualität und Erlebniswelt der Marken.

  • Alkohol erfordert einen verantwortungsvollen Umgang! 
  • Hoher Alkoholkonsum kann Deine Gesundheit gefährden!
  • Alkohol kann abhängig machen!
  • Bitte nimm nicht am Strassenverkehr teil, wenn Du etwas getrunken haben!
  • Beachte bitte die Vorschriften!

Michael’s Beers & Beans ist ein Hobby-Blog und nicht kommerziell. Ich bin ein fotografischer Geschichtenerzähler, erzähle was ich auf einer Reise oder sonst irgendwo so aufgeschnappt habe. Dieser Post ist in Ergänzung zu meinen Bildern als Small Talk, Gedankenaustausch und Plauderei zu verstehen, hat daher weder den Anspruch vollständig, noch komplett aktuell zu sein. Alle Informationen sind ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Um sich in ein solches Thema zu vertiefen, empfehle ich unbedingt weitere Quellen zu überprüfen.

Dies ist keine Werbung oder sponsored Post, sondern ein subjektiver, persönlicher Erfahrungsbericht. Die Verwendung der von mir vorgestellter Produkte ist von mir selber so entschieden und auch von mir bezahlt.  

Urheber Smile: kanate / 123RF Lizenzfreie Bilder

Die Geschichte des irischen Whiskey

Ireland, Whiskey

Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold (2)

Die Iren sind ganz klar der Meinung, den Whiskey erfunden zu haben. Viel spricht eigentlich auch dafür, denn die älteste lizenzierte Whiskey-Brennerei der Welt, Bushmills aus dem Jahre 1608, befindet sich in Irland. Auch die Geschichtsbücher berichten davon, dass keltische Mönche die Herstellung von destilliertem Malzbräu über Irland nach Schottland gebracht haben.

In diesem Kapital meiner „Blog-Whiskey-Tour“ nehme ich Euch etwas mit in die irische Vergangenheit.

In meiner „Blog-Whiskey-Tour“ gibt es viel spannendes zum Thema Irish Whiskey:

Teil 1: Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold

Teil 2: Die Geschichte des irischen Whiskey

Teil 3: ein paar persönliche Verkostungsnotizen

Teil 4: Etwas über die Herstellung von irischem Whiskey

Die Geschichte des irischen Whiskey

Dass die Iren den Whiskey erfunden haben sollten, damit sind die Schotten natürlich gar nicht einverstanden. Dagegen halten diese mit einer Urkunde aus 1494, auf der ein Verkauf von Gerste zur Whisky-Produktion verbrieft ist. Schlussendlich scheint aber die „Mönchstheorie“ fundiert zu sein und gibt den Iren recht, den Whiskey erfunden zu haben.

Übrigens wurde noch im 18. Jahrhundert in Schottland hauptsächlich irischen Whiskey getrunken.

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Die Erfindung des heute beliebten „Blended Whiskey“ führt einem ebenfalls nach Irland. Denn dies war anfänglich ein Trick um die „Malzsteuer“ zu umgehen, die vom irischen Staat erhoben wurden. Man verwendeten gerade einmal soviel Gerstenmalz zur Whiskeyproduktion, wie unbedingt nötig war. Als restliche Zutaten verwendeten die Brenner Weizen oder Mais, welche sie aus Amerika importierten und nicht den Steuern unterlagen.

Ein weiterer grosser Meilenstein war, als dieser „Blend“ in Pot Stills (Brennblasen aus Kupfer) gebrannt wurde und diesen Whiskey sehr beliebt machte. Heute gilt dieses Verfahren als sehr aufwändig und ist nur bedingt für die Massenproduktion geeignet. Heute wird in Irland fast nur Pot Still Whiskey hergestellt. Pot Still Whiskey entsteht, indem gemälzte und ungemälzte Gerste in kupfernen Brennblasen gemeinsam destilliert werden und dann gewöhnlich in Eichenfässern reifen.

Die USA und England wurden in der Folge ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu den Hauptabsatzländer.

Dann begann der Niedergang des Irish Whiskeys. In Schottland wurde ab ca. 1840 billige Blends industriel (Coffey still, kontinuierliche Destillation) hergestellt und der Markt damit überschwemmt. Man darf nicht vergessen, dass in dieser Zeit – gerade auch in Irland – Unmengen von Whiskey und Bier getrunken wurde. Es gibt Angaben, dass in dieser Zeit die männliche,  erwachsene Bevölkerung jährlich mehr als 100 Liter Whiskey getrunken haben soll. Ob dies stimmt ist fast zweitrangig – Fakt war, das in dieser sehr harten Zeit eine fast kollektive Trunksucht der Männer bestand.

Kollektive Trunksucht in Irland

Aufgrund der harten Zeit einerseits, und der Trunksucht andererseits verloren viele Familien ihren Broterwerber. Daher setzten sich vor allem die Frauen zusammen mit der Kirche gegen den Whiskeykonsum ein. Auch in USA – dort führte diese Bewegung schlussendlich zur Prohibition von 1919 bis 1933.

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Damit brach der Markt in USA, aber auch in England ein. Die vielen kleinen Privatbrennereien wurden dezimiert. Dazu kam noch, dass 1937 die Republik Irland faktisch aus dem Commonwealth austrat. Dies hatte zur Folge, dass die irischen Brennereien in den wichtigsten Märkten zusätzlich noch sehr hohe Importzölle bezahlen mussten – im Gegensatz zu den schottischen Herstellern.

In den 1950er Jahren stellten dann so berühmte Brennereien wie Tullamore und Kîlbeggan die Produktion endgültig ein.

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1966 schlossen sich eine Handvoll verbliebener Brennereien unter dem gemeinsamen Dach der Irish Distillers Group zusammen und produzierten nur noch an dem einzigen Standort in der Stadt Midleton im Süden Irlands. 1970 schloss sich auch die Brennerei Bushmills aus dem Norden von Irland an und liess den Whiskey ebenfalls in der Midleton Distillery produzieren. Die Talsohle war erreicht.

eine Handvoll verbliebener Brennereien vereinigten sich zur Irish Distillers Group

Auch die grossen Marken wie Powers und Jameson, für die Dublin an der Ostküste so berühmt war, mussten ihre Brennereien schliessen. Viele weitere Marken starben aus und nur wenige konnten nach gleichem Rezept auf den „fremden“ Destillationsgeräten in Midleton weiter produziert werden. Auf diese Weise überlebte wenigstens ein ganz kleiner Teil der ehemaligen Whiskey-Weltmacht.

Irgendwann 1988 kam dann noch der grösste Schlag für Irland als Whiskey-Land. Irish Distillers Ltd. wurde an den französischen Konzern Pernod Ricard verkauft. Keine einzige irische Whiskey Brennerei befand sich mehr in nationaler Hand. Auch die Marken Paddy und Powers, sie stehen für den irischen Whiskey schlechthin, gehörten auf einmal Ausländern! Heute muss man aber – auch in Irland – erkennen, dass genau dies die Rettung für die irische Whiskey Industrie bedeutete. Pernod Ricard investierte, führte ein sehr gutes Marketing ein und baute das Geschäft international deutlich aus. Dank Pernod Ricard steht heute der irische Whiskey weltweit wieder sehr gut da. Im Sog der grossen Marke Jameson konnte sich in Irland inzwischen auch irische Brennereien wieder etablieren. Die erste „echte“ irische Brennerei war Cooley. Cooley produziert heute die Spezialitäten Connemara, Tyrconnell und Locke’s Single Malts. Und Cooley hatte Erfolg – seit 2009 produziert man in der ehemaligen Brennerei mit zwei Pot Stills wieder Malt Whiskey.

Das Revival des irischen Whiskey’s

Heute erfährt der irische Whiskey ein richtiges Revival – so kommen immer mehr „kleine“ Marken auf den Markt. Beispielhaft ist Teeling welcher mit hoher Qualität auf dem Markt ist. Namen wie St. Patrick’s Distillery, The Irishman, The Quiet Man Whiskey, The Wild Geese und Writers Tears sind heute mit eigenen Produkten auf dem Markt. Vor zwei Jahren bin ich in Skibbereen zum ersten Mal einem Whiskey der Brennerei West Cork Distillery begegnet – es war eine Freude diesen zu versuchen!

Teeling Whiskey aus Dublin

Die Familie Teeling brachte vor kurzem den Whiskey nach Dublin zurück. Früher – vor dem Niedergang der irischen Whiskey-Produktion –  war Dublin fast der Mittelpunkt in der Whiskey-Produktion und gelangte zu Weltruhm.

An den Teeling Whiskey habe ich mich erst seit kurzem etwas „rangewagt“ und entwickle mich so langsam zum richtigen Fan für diese Whiskeys.

Der klassische Teeling Irish Whiskey wird im Small Batch Verfahren hergestellt und in Rumfässern nachgereift. Mein Eindruck: Ein komplexes Aroma und ein herrlicher Geschmack sind das Ergebnis der Abfüllung, die ohne Kühlfiltration in die Flasche kommt.

Ein Farbklecks wurde zur Marke

Eine schöne Tradition wurde inzwischen wiederbelebt – die Whiskey’s Red Spot, Yellow Spot und Green Spot. Diese Tradition geht auf das Jahr 1805 zurück, als die Mitchells ihren Wein- und Süsswarenhandel in der Grafton Street in Dublin eröffneten.

1887 erweiterten sie ihren Geschäftszweig und liessen in der benachbarten Jameson Distillery leere Weinfässer mit New Spirit füllen. Der reifte dann in den verzweigten Kellern unter ihrem Gebäude und den Dubliner Strassen zu Whiskey heran. Eine Kennzeichnung durch einen Farbklecks auf den Fässern unterschied sie hinsichtlich der Länge der vorgesehenen Lagerzeit und das wurde zum Markenzeichen der Mitchell-Whiskeys: Blue Spot lagerte 7 Jahre, Green Spot 10 Jahre, Yellow Spot 12 Jahre und Red Spot 15 Jahre.

Wird der Brexit die irische Whiskey-Nation wieder teilen?

Bushmills gilt als älteste lizenzierte Whiskey-Brennerei der Welt, welche allerdings in Nord-Irland liegt und somit zu Grossbritannien gehört. Aber der Whiskey ist „irish“. Lange Zeit war Bushmills Whiskey der einzige Whiskey aus Nordirland, doch auch hier sind Unternehmer drauf und dran, den anhaltenden Boom auf dem Spirituosenmarkt auszukosten und neue Marken zu entwickeln.

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Beim bevorstehenden Brexit kommt die Frage nach Zöllen auf. Wird die EU Zölle, und insbesondere auf schottischen Whisky, erheben? Dies würde dann auch die irische Whiskey-Brennerei Bushmills betreffen. Bushmills ist übrigens auch in der Rebuplik sehr beliebt, würde sich dort aber dann wesentlich verteuern. Die Geschichte des irischen Whiskey geht weiter …

Tipp: Whiskey Trail

Gibt es eigentlich einen Whiskey Trail – eine Route durch Irland auf den Spuren des irischen Whiskey? Unter https://whiskeytrail.ie/ findest Du viele Touren und Möglichkeiten den irischen Whiskey vor Ort zu entdecken.

Und im nächsten Post …

Im nächsten Post habe ich ein paar Verkostungs-Notizen und eine Übersicht über die Brands zusammengestellt. Am Schluss dieser Serie dann noch ein umfassender Post über den Herstellungsprozesse des irischen Whiskey.

 Slainte agus Saol Agat!

In meiner „Blog-Whiskey-Tour“ gibt es viel spannendes zum Thema Irish Whiskey:

Teil 1: Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold

Teil 2: Die Geschichte des irischen Whiskey

Teil 3: ein paar persönliche Verkostungsnotizen

Teil 4: Etwas über die Herstellung von irischem Whiskey

Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold

Ireland, Whiskey

Was wird aus dem Schottischen Whisky nach dem Brexit? Wie auch immer, es gibt mit dem irischen Whiskey eine wunderbare Alternative – made in EU. Der Markt des irischen Whiskey ist in den letzten Jahren stark gewachsen – dennoch scheint er noch immer ein Geheimtipp zu sein.

Nach dem „Brexit“ wird Irland die einzige traditionelle Whiskey-Nation der EU sein. Und nirgendwo stimmt das Verhältnis von Tradition, Preis und Qualität so wie bei irischem Whiskey. Der erlebt seit einiger Zeit eine Art Wiedergeburt, eine Renaissance ohnegleichen. Jahrzehntelang fast in der Versenkung verschwunden, stehen die feinen Tropfen von der grünen Insel inzwischen für Eigenständigkeit, Handwerkskunst und Innovation. Und sie stossen auf grosses Interesse – bei Kennern wie bei Einsteigern.

Die Schotten, so erzählen die Iren, schreiben Whisky ohne ‚e‘ weil die Schotten die Druckfarbe für den Buchstaben sparen wollen. Und während die Schotten fast ausschliesslich zweifach destillieren, herrscht in Irland die dreifache Destillation vor. Dieses und mehr möchte ich Euch in einigen Posts lebendig veranschaulichen und Euch das Lebenswasser der Iren näher bringen.

Anders als in Schottland war die Produktion in Irland viele Jahre lang sehr stark auf einen Hersteller konzentriert und es wurde nur noch an wenigen Standorten produziert. In den letzten Jahren hat sich aber eine richtig tolle Whiskey-Szene gebildet, es gibt viele neue Brennereien oder solche die kurz vor der Vollendung stehen und neuen Whiskey auf den Markt bringen.

Mit dieser „Blog-Whiskey-Tour“ versuche ich Euch in ein paar Geheimnisse rund um den irischen Whiskey einzuweihen. Natürlich werden auch meine persönlichen Verkostungen und Bewertungen nicht fehlen. Diese basieren doch auf einige Jahre „Genuss-Erfahrung“ und gehen zurück als ich in 1990er Jahre meinen ersten Irish Whiskey versuchte: ein Paddy!

In meiner „Blog-Whiskey-Tour“ gibt es viel spannendes zum Thema Irish Whiskey:

Teil 1: Whiskey, Malts und Blends – Irlands flüssiges Gold

Teil 2: Die Geschichte des irischen Whiskey

Teil 3: ein paar persönliche Verkostungsnotizen

Teil 4: Etwas über die Herstellung von irischem Whiskey

Healy Pass – der Gotthard von Irland

Ireland, Kerry, West Cork

Irland 2016 (1 von 1)-63Der Healy Pass sei so etwas wie der Gotthard von Irland, meinte schmunzelnd ein Ire. Sicherlich ein etwas grosser Vergleich. Der Healy Pass ist aber zweifelsfrei eine richtige Passstrasse und schlängelt sich durch eine unwirtliche Gegend. Und hinter dieser Passstrasse steht eine etwas merkwürdige Geschichte.

Der Healy Pass verbindet die Nord- und Südseite der Beara Halbinsel zwischen Lauragh und Adrigole. Eines zeichnet den Pass schon mal aus, meistens ist er in Wolken gehüllt. Es lohnt sich also hier gutes Wetter abzuwerten. Die Passhöhe ist in knapp 300m Höhe über dem Meeresspiegel, hier verläuft auch die Grenze zwischen den Counties Kerry und Cork.

Seinen Namen verdankt der 1847, zu Zeiten der Hungersnot, errichtete Pass einem Mr. Timothy Michael Healy. Er hatte als Generalgouverneur die Strassenverbindung durchgesetzt. Nach seinem Tod am 26. März 1931 wurde die neu gebaute Strasse nach ihm benannt.

Fährt man von Süden auf den Pass folgt kurz nach Adrigole ein spektakulärer Anstieg. Über viele schöne Serpentinen führt die enge Strasse bergauf. Wenn man wie ich viel in den Bergen unterwegs ist, ist diese Strasse keine grosse Herausforderung. Einfach sehr schön zu fahren. Zudem hat es wenig Verkehr, nur wenig Touristen oder irische Ausflügler verirren sich in diese Gegend. Aber vor diesen wenigen Touristen sollten man sich etwas in Acht nehmen, genau diese sind mit der Strasse schnell überfordert. Linksverkehr, Mietwagen, ungesicherte Stellen und enge Serpentinen – kann dann doch schnell alles zu viel werden.

Irland 2016 (1 von 1)-58

Im Gegensatz zu unseren Pässen in den Alpen, die meistens Handelswege waren, hat der Healy Pass ein etwas „morbider“ Hintergrund.  Der Pass folgt nämlich einem alten Weg, dem „Bealach Scairt“, über den man früher Verstorbene von einem Teil der Halbinsel zum anderen überführte. Die Prozession bewegte sich bis zur Passhöhe und man schob den Sarg dann dort über die Grenze. Eine Gruppe wartete auf der anderen Seite (also im anderen County), nahm den Verstorbenen in Empfang und trugen diesen dann auf der anderen Seite hinunter. Dieser Ort auf der Passhöhe  heisst heute „Flat Rock“.

Bei gutem (sichtigem) Wetter lohnt es sich auf der Passhöhe aufzuhalten, den Weitblick zu geniessen und einfach die wirkliche grossartige Landschaft auf sich wirken lassen. Oder von hier zu Fuss auf einen der umliegenden Berge aufzusteigen.

(Bilder 2016 / Refresh 2019)

A road trip from Cork to Kerry over the Healy Pass

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Etwas unter der Passhöhe hat es ein kleiner, alter Souvenirshop. Vermutlich einer der einsamsten Souveniershops in ganz Irland. Dieser wird von einem Einheimischen seit ewig geführt. Einfach mal rein gehen. Zudem hat der Mann immer eine Geschichte über die Gegend oder auch ein guten Tipp für die Besucher parat.

Fish & Chips im Hafenstädtchen Howth

Ireland, Irland

Für einmal gibt es nicht Beers&Beans sondern fotografische „Fish & Chips“! In diesem Post nehme ich Euch mit nach Howth. Unweit der Hauptstadt Dublin gelegen ist Howth ein malerisches Hafenstädtchen und ein bisschen typisches Irland. 

Der auf der gleichnamigen Halbinsel gelegene Ort war früher ein wichtiger Hafen für Waren nach Dublin. Aufgrund seiner Lage an der Dubliner Bucht war er zudem ideal für die Fischerei. Heute noch ist ein Teil des Hafens durch diese geprägt. Fischerboote liegen an der Kaimauer und Fischer haben hier ihre Lagerräume. Seite an Seite mit den Fishshops, „Fish&Chips“-Bars und Fischrestaurants, die fangfrischen Fisch auf der Speisekarte anbieten. 

Heute geht es hier schon fast idyllisch zu. Im malerischer Hafen liegen grosse wie kleine Segelboote, bunte Fahnen flattern, die Seile der Masten der Segelboote surren im Wind. Möwen kreisen am Himmel und im Hafenbecken lassen sich Seehunde blicken. Der Bekannteste unter ihnen ist Sammy, der Hafenbesuchern aus dem Wasser zuwinkt.

Auch ein kleiner Leuchtturm findet man am Ende der Hafenmole. Und wir wären nicht in Irland wenn es hier nicht eine skurrile Stelle geben würde. Am Hafen ist der Ort an dem King George IV 1821 Irland betrat. Seine Fussabdrücke sind dort im Boden verewigt.

Der Besuch von Howth ist überraschend. Fast im Norden der Grossstadt Dublin findet man ein traumhaftes Fleckchen Irland. Ein malerischer Hafen umgeben von einer erstaunlich schöner Natur. Der bekannte „Cliff Walk“ führt einem oben auf den Klippen durch trockenes Heidekraut und Farne immer mit einem tollen Blick auf die Dublin Bay, die Inseln und im Süden auf die Mountains of Mourne.

Michael’s Beers&Beans Tipps

  • wunderschöner Cliff Walk – mehr Infos gibt es hier: https://www.visitdublin.com/hooked-on-howth-dublin
  • Fish & Chips kaufen und damit auf die Kaimauer hocken, beim Essen die Aussicht auf die Fischerboote geniessen
  • Hummer im King Sitric Restaurant (auch eine gute Übernachtungsmöglichkeit)
  • Seehunde im Hafenbecken beobachten
  • Howth Market, so ein Art Bauernmarkt mit „Foodcourt“. (nur am Wochenende)
  • Abends noch ein Guinness in einem der vielen Pubs

My Howth photo-walk

Cliff Walk

Bilder by Michael’s Beers & Beans (Herbst 2017)

The foggy road to Sheep’s Head

Ireland, Irland, West Cork

Dicker Nebel lag über der herbstlichen Landschaft. Seit zwei Tagen. Undurchdringlich, selbst der Blick runter zum nahen Fluss blieb verwehrt. Die Landschaft hier an der Westküste von Irland schien sich aufzulösen. Ich schnappte mir die Kamera und ging raus in diesen Nebel, raus in die kalte, frische Luft. Schnell kam mir die Idee „typische, kleine irische Strassen“ im Nebel als Fotomotive zu suchen. Strassen isoliert vom Nebel, scheinbar ins nichts führend. 

Der Nebel machte die Welt heute Morgen hier draussen am Sheep’s Head, im äussersten Süd-Westen von Irland, klein.

An diesem Morgen hatten die Motive keine Alternativen. 

 

The foggy road to Sheep’s Head

 

 

 

 

Die Sheep’s Head Peninsula ist zusammen mit der Halbinsel des Mizen Head eine Landzunge, welche den südwestlichsten Teil Irlands bildet. Die Landschaft – bei schönem Wetter – ist beeindruckend. Viele Kunstschaffende haben sich hier niedergelassen oder kommen gerne auf die Halbinsel um zu schreiben, malen, skizzieren, dichten oder einfach um Inspiration zu finden. Der Sheep’s Head in West Cork ist abseits der Touristenströme und gehört für mich zum noch verbliebenen ursprünglichen Irland.

In meinem Blog findest Du einen Bericht über die Halbinsel Mizen Head, alle Posts über Irland findest Du hier.

 

Ein Sonntag im Herbst am Inchydoney Beach

Ireland, Irland, West Cork

Der erste grosse Herbststurm war vorüber. Der Herbst schon Nahe am Winter, es war kalt an diesem Sonntag. Ein Sonntag wie viele im Herbst in Irland. An einem solchen Sonntag machten wir es wie die Iren – wir fuhren zu einem „Sunday Lunch“ an die Küste. Der „Sunday Lunch“ gehört zum Life Style der Iren. Und wie es die Iren auch tun, sind wir nach dem „Sunday Roast“ an einem Strand noch etwas spazieren gegangen. 

Eine ruhige Atmosphäre begegnete uns am Inchydoney Beach, einer dieser vielen Strände, welche die Iren an einem Sonntag gerne besuchen. Einige Familien suchten Muscheln am Strand, die Jungen versuchten noch eine Welle für das Surfbrett zu finden. Andere spazierten gemütlich mit oder ohne Hund an der Wasserlinie entlang. Wir genossen den Anblick dieses wunderschönen Strandes, den Blick auf das Meer und beobachteten die Menschen, die hier ihren Sonntag so friedlich verbrachten.

Halt ein typischer Sonntag im Herbst am Inchydoney Beach, davon ein paar Impressionen:

Der schöne Inchydoney Beach liegt auf der gleichnamigen Insel, unweit vom Städtchen Clonakilty (West Cork) entfernt.

Weitere Berichte zu West Cork findest Du hier.

Picturebook „Dear Old Skibbereen“ (Teil II)

Ireland, Irland, West Cork

 

Der Titel „Old Dear Skibbereen“ meines Picturebook über Skibbereen kommt von einem alten irischen Volkslied, dass sich später zu einem Freiheitslied im irischen Unabhängigkeitskampf entwickelt hat. Dieser Song kommt nicht von ungefähr. Orte wie Skibbereen und Schull (County Cork) waren lange Zeit Synonyme für die gewaltige Grausamkeit mit der die Hungersnot zwischen 1845 und 1850 gewütet hat. Menschen krochen aus den umliegenden Gegenden zur Stadt, nur um dort an der Tür des örtlichen Workhouses (eine Art Auffangvorrichtung für Bettler) abgewiesen zu werden. Es mussten damals in diesem kleinen Ort über 10’000 Opfer beklagt werden.

‚ father dear, the day will come, when answer to the call
all Irish men of Freedom Stern, will rally one and all
ill be the man to lead the band, beneath the flag of green
loud and clear, well raise a cheer, remember Skibbereen

Fast 170 Jahre später erinnert nicht mehr viel daran. Und doch hat man das Gefühl hier im Ort weht dieser Song immer noch leise durch die Gassen.

Für den zweiten Teil meines Bilderbuches „Dear Old Skibbereen“ habe ich die „vergessenen Ecken“ in dieser kleinen Stadt, von denen es doch einige gibt, aufgespürt. Der graue Herbsttag verstärkte die Tristesse dieser Orte.

Teil 1 des Picturebook „Dear Old Skibbereen“ findest Du hier

Dear Old Skibbereen (II)

Bilder Herbst 2017

 

Nachtrag:

Für mich die schönste Version des Freiheitsliedes „Dear Old Skibbereen“ kommt von Sinead O’Connor, einfach mal rein hören:

Picturebook „Dear Old Skibbereen“

Ireland, Irland, West Cork

An einem grauen Herbsttag bei leichtem Nieselregen bin ich mit der Kamera durch die kleine irische Stadt Skibbereen (Co.Cork) gezogen. Auf der Fahrt hierher wurde im Autoradio zufällig das Volkslied „Dear Old Skibbereen“ des in Irland bekannten Folk-Sängers Luke Kelly (1940 – 1984) gespielt. 

O son, I loved my native land with energy and pride
‚Til a blight came o’er my crops, my sheep and cattle died
My rent and taxes were too high, I could not them redeem
And that’s the cruel reason that I left old Skibbereen.

„Dear Old Skibbereen“ ist ein traditionelles irisches Volkslied. Dieses Lied wurde in der Zeit um 1845, also in der Zeit der grossen irischen Hungersnot (Great Irish Famine) geschrieben. Im Lied erzählt ein Vater seinem Sohn warum er seine geliebte Heimatstadt Skibbereen in der Grafschaft Cork verlassen musste.

Während meines Foto-Streifzuges durch diesen Ort hatte ich den Song aus dem Autoradio immer im Ohr. Schnell war mir klar, „Dear Old Skibbereen“ muss als Titel für meinen Bilderbuch-Post über die Fassaden und „Lost-Places“ herhalten.

„Skibb“, wie die Einheimischen ihre Stadt gerne nennen, ist heute ein farbenfrohes und lebendiges Städtchen. An die Zeit der Hungersnot erinnert nichts mehr.

Im ersten Teil meines  Picturebook „Dear Old Skibbereen“ habe ich die für Irland typischen farbenfrohe Fassaden, hinter denen sich Pubs, Restaurants und Shops befinden, aufgespürt. Diese in Kontrast zum grauen Herbsttag, zum leichten Nieselregen gesetzt.

Dear Old Skibbereen (Teil 1) 

Bilder Herbst 2017

Tipp: Wer einmal in Skibbereen, West Cork ist, der sollte sich etwas Zeit für den Besuch der  „Great Irish Famine Exhibition“ nehmen. Dort wird die schreckliche Hungersnot in einem modernen Museum eindrücklich geschildert: Skibbereen Heritage Centre

Teil 2 Picturebook „Dear Old Skibbereen“ coming soon …

The hole of the sorrows – Poulnabrone Dolmen

Clare, Ireland

Auf einer wind-umtosten Hochfläche im Nirgendwo der wilden Karstlandschaft Burren wurde 1968 ein mächtiges Portalgrab entdeckt und ausgegraben. Der mächtige Poulnabrone Dolmen ist heute noch von einer Aura des rätselhaften umgeben. 

Poulnabrone Dolmen nach dem Hurricane Ophelia

Das Alter dieses gewaltige Megalithgrab wird auf mehr als 6000 Jahre geschätzt. Das Bauwerk war ursprünglich ein Raum innerhalb eines künstlich aufgeschütteten Hügels. Der Dolmen, der zwischen 3.800 und 3.200 vor Christus errichtet worden sein soll, ist aus zwei knapp 180 Zentimeter hohen Portalsteinen aufgebaut, die einen 3,65 Meter langen Deckstein stützen. Bei den Ausgrabungen fand man hier die Gebeine von 17 Erwachsenen und 16 Kindern sowie eines Neugeborenen. Ausserdem wurden eine Reihe von Grabbeigaben wie eine Steinaxt, ein Anhänger aus Stein, Pfeilspitzen und Scherben freigelegt.

Und dann kommen die Rätsel. Wie transportierten und wuchteten die Steinzeitmenschen den tonnenschweren Deckenstein auf die Portalsteine. Beim Labby Rock – einem Dolmen in der Nähe von Sligo – wiegt dieser Deckenstein über 65 Tonnen. Wie konnte das Bauwerk so exakt ausgemessen werden, dass genau zur Wintersonnenwende die Sonne direkt in das Hünengrab hineinscheint. Warum nennen die Locals das Hünengrab „The hole of the sorrows“? (Das Loch der Sorgen) Was war der wirkliche Zweck dieser Portal Tombs? Waren es Gräber oder eher eine Stätte für Abdankungen. Die Archälogen haben die Begräbnismethoden untersucht, warum waren diese so auwendig?

Rätsel deren Antworten wir nie erfahren werden.

Insgesamt sollen in Irland über 170 Portal Tombs entdeckt worden sein, doch ist nur eine kleine Zahl archäologisch untersucht worden. Dazu gehört der Poulnabrone Dolmen, welcher wissenschaftlichen intensiv untersucht worden ist – dies macht den Besuch hier so besonders.

Den Poulnabrone Dolmen (The Burren, County Clare) fährt man vom Norden via Ballyvaughan oder vom Süden über Leamaneh auf der R480 an. Gut ausgeschildert, vor Ort hat es einen grossen Parkplatz.

Eine Post über die Karstlandschaft Burren mit weiteren Tipps findest Du hier: The Burren – karstige Mondlandschaft